20 Jahre auf Kurs

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20 Jahre auf Kurs

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  • 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010

    20 JAHRE AUF KURS

    Cottbus. Die Zahl der Schulab-gnger hat sich in den vergange-nen fnf Jahren im Kammerbe-zirk Cottbus nahezu halbiert. Ex-perten prognostizieren den Tief-punkt fr das Jahr 2011. DerRckgang betrifft vor allemSchulabgnger der zehnten Klas-sen, jener Gruppe, die sich amhufigsten fr eine betrieblicheAusbildung entscheidet. Im ver-gangenen Jahr hatten 5826 Ju-gendliche ihren Abschluss ge-macht, 2008 waren es noch6480 Schler. 4771 Schulabgn-ger sind es voraussichtlich in die-sem Jahr.

    Fr die Handwerksfirmenwird es immer schwieriger, einengeeigneten Lehrling zu finden,sagte Peter Dreiig, Prsident derHandwerkskammer Cottbus.Gleiches gelte auch fr die Suchenach einer Fachkraft oder einemUnternehmensnachfolger. Ich

    betrachte Ausbildung als eine In-vestition in die Zukunft, die not-wendig ist, betonte der HWK-Chef. Die Reaktion der Betriebezeige, welche Bedeutung dieNachwuchsgewinnung fr dasHandwerk hat. Ich appelliereaber auch an die Firmen, die bis-lang noch nicht ausbilden, sich anunserem gemeinsamen Ziel zubeteiligen.

    Die Chance, frhzeitig einenAusbildungsvertrag in der Taschezu haben, ist beim Blick in die ak-tuelle Lehrstellenbrse gro. Someldeten die Unternehmen frdas kommende Lehrjahr 511 freieAusbildungsstellen. Hinzu kom-men 352 Praktikumspltze, dieden Jugendlichen einen Einblickin die Handwerksberufe vermit-teln. Mit Hilfe von Praktika kn-nen Schler zeigen, was in ihnensteckt, und sich fr eine Lehrstel-le empfehlen. pm/lh

    Demografischer Wandel sorgt in derLausitz fr Mangel an Fachkrften

    Fehlender Nachwuchs im Kammerbezirk Cottbus

    Im Zustndigkeitsbereich derIndustrie- und Handelskam-mer Cottbus (IHK) gab es 199012 000 zugehrige Unterneh-men. Nach erfolgtem Struktur-wandel entstand eine breiteSchicht an leistungsfhigenmittelstndischen Firmen inder Industrie, im Dienstleis-tungsbereich und anderenBranchen. 20 Jahre spter ge-hren der IHK rund39 000 Unternehmen an. Die-se positive Entwicklung zeigt,in welchem Umfang der Struk-turwandel stattgefunden hat,sagte IHK-Sprecher Nils Ohl.

    Die Industrie- und Handels-kammer Cottbus zhlt derzeit12 000 Mitglieder im Handel,13 700 im Dienstleistungsbe-reich, 5000 Mitglieder in derIndustrie, 3000 im Geld- undKreditinstitute-Bereich, 3300im Gastgewerbe sowie 2000 imVerkehrsbereich.

    Auf eine positive Entwick-lung schaut auch die Touris-musbranche zurck. So stiegdie Zahl der bernachtungenim Kammerbezirk Cottbus seit1990 kontinuierlich an.

    Die Entwicklung des Lausit-zer Handwerks ist ebenfalls ei-ne Erfolgsgeschichte. Im Be-

    reich der HandwerkskammerCottbus (HWK) waren im Jahr1990 4824 Betriebe eingetra-gen. Aktuell betrgt die Mitglie-derzahl 10 282. Zuwchse gabes bei allen Bauberufen, Instal-lateuren und Friseuren. Rck-gnge waren dagegen bei Tp-fern und Korbmachern zu ver-zeichnen.

    Die Zahl der Meisterabsol-venten ist ebenfalls rcklufig.Beendeten 1991 noch 400 Frau-en und Mnner erfolgreich dieMeister-Ausbildung, waren esim vergangenen Jahr nur noch180. Als einen Grund dafrsieht Peter Dreiig, Prsidentder Handwerkskammer, dendemografischen Wandel (sieheText unten). Die Spitzenpositi-on des Lausitzer Handwerksnimmt mit 790 HWK-Mitglie-dern die Gruppe der Kraftfahr-zeugtechniker ein. Danach fol-gen Elektrotechniker (773),Fliesen-, Platten- und Mosai-kleger (698) sowie Maurer- undBetonbauer (696).

    In der Lausitz wird moderne Technologie entwickelt. Die Studenten der Hochschule Lausitz nehmen mit einem solarbetriebenenFahrzeug am grten europischen Effizienzwettbewerb, dem Shell Eco-marathon am 6. und 7. Mai auf dem Lausitzring teil. Foto: dpa

    Viele Firmen 20 Jahre am MarktDie Lausitzer Unternehmens-landschaft hat sich in den ver-gangenen 20 Jahren beacht-lich entwickelt. In fast allen Be-reichen gab es Zuwchse. Be-sondere Wachstumsmotorensind der Groflughafen BerlinBrandenburg International unddie Energie-Branche.

    Von Lars Hartfelder

    Lausitzer Industrie und Handwerk blicken auf eine erfolgreiche Entwicklung zurck

    In der Kunstguss Lauchhammer GmbH sorgt der Ziseleur IwanSodorow an einem Bronzelwen fr den letzten Schliff. Foto: dpa

    Cottbus. Mehr als 42 Prozent al-ler sozialversicherungspflichtigBeschftigten des Kammerbezir-kes Cottbus sind Auenpendler.Das geht aus einer gemeinsamenStudie der Industrie- und Han-delskammer sowie Handwerks-kammer Cottbus hervor. Die Ar-beitskrfte in Sdbrandenburgwrden so der geforderten Mobi-litt gerecht. Die Pendlerbezie-hungen htten insbesondere zwi-schen der Hauptstadtregion Ber-lin und dem Umland stark zuge-nommen. Nach der Erhebungfahren Pendler aus Cottbus undden Landkreisen Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neie teilwei-se bis zu 250 Kilometer zu ihremArbeitsort. Bei den Berlin-Pend-lern sei der Frauen-Anteil auf-grund der Arbeitspltze imDienstleistungsbereich beson-ders hoch. pm/lh

    Viele Lausitzer pendeln zur Arbeit

    Suche nach Ausbildungspltzen

    In der Lehrstellenbrse der Handwerkskammer Cottbus finden Inte-ressenten freie Ausbildungspltze. Unternehmen in Sdbrandenburg,die bereits jetzt auf der Suche nach Auszubildenden fr das kommen-de Lehrjahr sind, knnen den Service der Lehrstellenbrse ebenfallsnutzen. Ihnen wird unter www.hwk-cottbus.de die Mglichkeit gebo-ten, freie Lehrstellen auszuschreiben. Foto: ddp

    Portal zur Berufsorientierung

    Manuela Seifert von der IHK Cottbus erklrt einem Schler das Be-rufsorientierungsportal. Von der Internetseite www.cottbus.ihk.de ge-langen Interessierte zu der Informationsplattform, die jungen Men-schen beim bergang von der Schule in das Berufsleben eine wichtigeOrientierungshilfe bietet. Die Inhalte sind bersichtlich nach Themenaufbereitet. Foto: Susanne Schwarzenau

    GRUSSWORT

    WirtschaftsmachtHandwerk

    Die Wendewar frvieleHandwerker einLebenstraum,denn Angst vorder Arbeit hattekeiner. Im Gegen-teil, endlich bot sich die Chance,all die Materialien zu kaufen, diejeder fr sein Handwerk brauch-te. Der Beginn war allerdingssteinig, denn es fehlten geeigne-te Gewerberume, veraltete Ma-schinen erschwerten die Arbeit,Eigentumsverhltnisse warenungeklrt. Kunden fr Tpfer,Schneider oder Sattler bliebenaus. Die Industrie, zu einem gro-en Teil langjhriger Partnerdes Handwerks, brach weg.Doch das Handwerk krempeltedie rmel hoch. Im Rckblickauf 20 Jahre knnen wir fr dasHandwerk in unserer Region ei-ne akzeptable Bilanz ziehen. Inunseren 10 280 Betrieben sindfast 39 000 Menschen beschf-tigt. In der Regel dauerhaft,denn im Handwerk wird real ge-wirtschaftet und nicht speku-liert. Unsere Meister wissen, wieman einen Betrieb solide fhrtund auch in unruhigen Fahrwas-sern nicht vom Kurs abkommt.Handwerk aus Sdbrandenburgist leistungsstark und hat in denvergangenen 20 Jahren sein Ge-sicht gendert. Eine neue, leben-dige mittelstndische Wirtschaftprgt das heutige Bild.

    Peter Dreiig,Prsident,Handwerkskammer Cottbus

    GRUSSWORT

    Rckgrat derWirtschaft

    Die seit1990 ver-strichenenzwei Jahrzehntewaren fr die Un-ternehmer inBrandenburg einelange und kurzeZeitspanne zugleich. Lang, weiljeder Monat zhlt, in dem eineFirma erfolgreich am Markt ge-halten werden kann. Kurz, weilverglichen mit Betrieben inwestlichen Bundeslndern unse-re Unternehmen ausgesprochenjung sind. Sie mussten sich ihreMrkte erst mhsam aufbauen.Wohl keiner von uns hat dabeinicht an der einen oder anderenStelle bitteres Lehrgeld bezahlt.

    Inzwischen hat Brandenburgeine breite Schicht von leis-tungsfhigen mittelstndischenUnternehmen mit gestandenenPersnlichkeiten an der Spitze.Sie bilden das sprichwrtlicheRckgrat der Wirtschaft.

    Ohne die vielen Tausend Frau-en und Mnner, die in den ver-gangenen 20 Jahren erfolgreichden Schritt in die Selbststndig-keit wagten, wre dieser Erfolgnie mglich gewesen. Sie habenmit ihrem Engagement einenbeispielhaften Strukturwandelermglicht. Dafr gebhrt ihnengroer Dank. Fr die kommen-den Jahre wnsche ich allen Un-ternehmerinnen und Unterneh-mern der Region ebenfalls vielErfolg.

    Ulrich Fey, Prsident,IHK Cottbus

    Cottbus. In vielen kleineren undmittleren Lausitzer Unterneh-men steht aufgrund des demogra-fischen Wandels in den nchstenJahren ein Generationswechselan. Schon in den kommendenfnf Jahren bentigen mehr als5600 IHK-Unternehmen undrund 1500 HWK-Unternehmeneinen Firmennachfolger, heites in einer gemeinsamen Verf-fentlichung der Industrie- undHandelskammer sowie Hand-werkskammer Cottbus. Die Su-che nach geeigneten Nachfolgernsei oft schwierig. In den meistenFllen bernehmen Familien-mitglieder die Firma, aber auchMitarbeiter oder externe Perso-nen kommen als neue Chefs inFrage. Bei beiden Kammern fin-den Unternehmer fr die Rege-lung der Betriebsnachfolge fach-kundige Beratung. pm/lh

    Generationswechsel in zahlreichen Firmen

  • Die sonnenreichste RegionBrandenburgs verzeichnet einanhaltendes Wachstum in derPhotovoltaik-Branche, sagtAlexander Gallrein, Sprecherder Zukunftsagentur Branden-burg (ZAB). In der Lausitz ent-stehen hochmoderne Wind-kraft- und Solaranlagen. Wei-terhin htte sich in der Lausitzneben der Braunkohleindustrievor allem die Chemie- und Me-tallindustrie stark entwickelt,ergnzt Gallrein. Als Grund frdiese Entwicklung nennt derMarketingexperte die hervor-ragende Lage der Lausitz.Zentrale Autobahnachsen ver-binden im Norden Berlins undden knftigen Airport BerlinBrandenburg International(BBI) mit der Energieregion.Im Sden sind es die schsi-schen Zentren um Leipzig undDresden bis nach Tschechiensowie im Osten benachbartepolnische Regionen, erklrtder Sprecher der Wirtschafts-frdergesellschaft. Das zahlesich aus. Namhafte internatio-nale Unternehmen wie BASF,EPV Solar, Vestas und Vatten-fall haben sich dauerhaft in derEnergieregion angesiedelt. Da-durch werden Arbeitspltze invielen Sektoren geschaffen, soder ZAB-Sprecher.

    Unterschiedliche Strkenwrden sich unter den ange-schlossenen Lan