Aufbau eis o-F achdatenserversander Bayerischen ... ? Aufbau eis o-F achdatenserversander Bayerischen

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    17-Sep-2018

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  • Aufbau eines Geo-Fachdatenservers an der Bayerischen

    Landesanstalt fr Landwirtschaft

    Magdalena Ochsenbauer, Karl Voit, Holger Friedrich

    Abteilung Information und WissensmanagementLandesanstalt fr Landwirtschaft

    Lange Point 1285354 Freising

    magdalena.ochsenbauer@lfl.bayern.dekarl.voit@lfl.bayern.de

    holger.friedrich@lfl.bayern.de

    Abstract: Die IT-Landschaft an der Landesanstalt fr Landwirtschaft ist historischbedingt sehr heterogen. Im Sinne eines nachhaltigen und effizienten Daten-managements wird angestrebt, ber einen gemeinsamen Geo-Fachdatenserver so-wohl interne Arbeitsergebnisse als auch externe Kartendienste dem einzelnen Mit-arbeiter zur Verfgung zu stellen. Zudem bietet es sich gerade in den Agrarwissen-schaften an, Daten aus unterschiedlichen Quellen ber ihren Raumbezug fachber-greifend zu analysieren und somit die interdisziplinre Arbeit zu untersttzen. ImBeitrag wird ber die Ausgangslage und Zielsetzung sowie ber die technische undorganisatorische Umsetzung berichtet.

    1 Einleitung

    Mit der fortschreitenden Digitalisierung in allen Lebensbereichen muss nicht nur dereinzelne Landwirt effizienter mit seinen Daten umgehen - auch in der Bayerischen Lan-desanstalt fr Landwirtschaft (LfL) wchst die Notwendigkeit, interne Strukturen fr einnachhaltiges Datenmanagement zu schaffen. Heutzutage ist es - gerade in der anwen-dungsorientierten Forschung - unvorstellbar, auf den Einsatz von modernen Informati-onstechnologien zu verzichten. Tagtglich wachsenden Informationsbestnden, sei esaus Versuchsergebnissen oder aus der Verwaltung, steht an der LfL jedoch eine inhomo-gene Landschaft, was Datenhaltung und IT-Anwendungen betrifft, entgegen. Zudemwerden Daten hufig lokal auf einem Arbeitsplatzrechner abgelegt und sind somit nurfr wenige Personen nutzbar. Daher soll das an der LfL vorhandene Wissen gesammeltauf einer Meta-Ebene ber eine einheitliche und einfach zu bedienende Benutzeroberfl-che den Mitarbeitern an ihren Arbeitspltzen zur Verfgung gestellt werden. Dadurch,dass im Agrarsektor so gut wie alle Daten eine rumliche Komponente besitzen, ergibtsich hier zustzlich die Mglichkeit diese mithilfe eines geografischen Informationssys-tems zu verknpfen und dadurch gegebenenfalls neue Erkenntnisse zu gewinnen. Daten

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  • knnen somit auf einer Meta-Ebene innerhalb der LfL fachbergreifend und vor allemlangfristig bereitgestellt werden.

    2 Ausgangslage und Zielsetzung

    Die Landesanstalt fr Landwirtschaft versteht sich als Wissens- und Dienstleistungs-zentrum der bayerischen Landwirtschaft. Sie ist dem Staatsministerium fr Ernhrung,Landwirtschaft und Forsten unmittelbar nachgeordnet und ihr wurde neben dem Hoheits-und Frdervollzug, der Ausbildung und Beratung insbesondere die anwendungs-orientierte Forschung zugewiesen. Die ehemals eigenstndigen Landesanstalten undBehrden wurden im Jahr 2003 zu einer Einrichtung - der heutigen Landesanstalt frLandwirtschaft - zusammengefasst. Die vormals separaten IT-Strukturen der jeweiligenEinrichtungen wurden konsolidiert. Hieraus entstand als zentraler Dienstleister die Ab-teilung Information und Wissensmanagement (AIW), welche die Institute und Abteilun-gen der LfL in ihrer Arbeit untersttzt1.

    In den meisten Fllen werden einzelne Themen/Forschungsprojekte eigenstndig, hufigmit institutsspezifischer Software oder Eigenprogrammierung, von den Instituten bear-beitet. Hier besteht die Mglichkeit, einen Hausstandard zu etablieren und eine Infra-struktur anzubieten, die eine Konzentration der Wissenschaftler auf ihre fachliche Arbeitzulassen. Oft entsteht gerade bei zeitlich befristeten Projekten die Problematik, dass nachAblauf der Projektlaufzeit die Daten nur lokal an einem Arbeitsplatzrechner vorliegenund nicht oder nur mit groem Aufwand fr nachfolgende Projekte nutzbar sind. Miteinem wohlberlegtem Datenmanagement, einem Such- und Auswerteinstrument, wel-ches die gngigen Datenbankstandards beherrscht und einer einheitlichen Benutzerober-flche erbrigt sich der Aufwand zu jeder Datensammlung eine Anwendung in Eigen-entwicklung zu programmieren. Darber hinaus ist die Bedienung aller Datensammlun-gen fr den spteren Nutzer identisch.

    Eine fachbergreifende Datenrecherche und -verknpfung kann gerade ber den Raum-bezug ermglicht werden. Viele Fragestellungen, bspw. Welche Wetterstationen liegenim Umkreis von 25 km um den Versuchsbetrieb xy oder Wo sind Mhlen fr Bio-Bcker und in welchen Landkreisen wird wie viel Getreide nach kologischen Richtli-nien produziert etc..., knnen mithilfe von geografischen Informationssystemen an-schaulich beantwortet werden. Hier existiert ein groes Potential, Synergie-Effekte zunutzen und aus bisher isolierten Arbeitsergebnissen informationellen Mehrwert zu er-zeugen.

    Mittelfristiges Ziel ist es, den Mitarbeitern an den einzelnen Arbeitspltzen sowohl ex-tern vorhandene Geodaten (beispielsweise ber Web Map Services (WMS) von denVermessungs- und Umweltverwaltungen) als auch interne Arbeitsergebnisse ber eineeinheitliche Benutzeroberflche zur Verfgung zu stellen.

    1 http://www.lfl.bayern.de/

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  • 3 Lsungsanstze

    Im Vordergrund steht die Etablierung eines hausinternen Standards fr die Datenbanksu-che und -auswertung sowie fr den Zugriff auf gngige externe OGC-Dienste (Web MapServices, Web Feature Services, ). Im Folgenden wird die technische und organisato-rische Umsetzung im Einzelnen beschrieben.

    3.1 Technische Umsetzung

    Als geeignetes Werkzeug erweist sich die Software Cadenza des Herstellers disy1. Diesebietet die Mglichkeit, Fachdaten mit Raumbezug integriert auszuwerten, zu analysierenund zu visualisieren. Die Software geht auf ein Forschungsprojekt der Umweltverwal-tungen Baden-Wrttembergs, der Universitt Karlsruhe und des ForschungszentrumsInformatik (FZI) in Karlsruhe zurck. Die weitere Entwicklung dieser Software wird vorallem durch die Umweltverwaltungen des Bundes und der Lnder getragen. Diese habenschon seit lngerem den Bedarf, Daten mit Raumbezug in Karten darzustellen und bereine Oberflche der Allgemeinheit verfgbar zu machen (siehe auch Daten- und Karten-dienst der Landesanstalt fr Umwelt Baden-Wrttemberg (LUBW)2).

    Seit Anfang 2013 baut die LfL auf der Grundlage dieser Software einen Geo-Fachdatendienst auf, der neben der Einbindung schon vorhandener, externer WMS-Dienste die Themen und Forschungsergebnisse der LfL erschliet. Besonders interessantist hierbei die Visualisierung der aktuellen und zurckliegenden Flchennutzungen (In-VeKoS3) auf unterschiedlichen Aggregationsebenen (Landkreise, Gemeinden, Feld-stck). Weiterhin knnen die Mitarbeiter ber die Auswahl von Wetterstationen agrar-meteorologische Daten abrufen und diese bspw. als Excel-Tabelle exportieren. Darberhinaus werden Fachthemen, wie bspw. die Kartierung von Fischbestnden, Standortevon Biogasanlagen, etc angeboten (siehe auch Abbildung 1).

    Abbildung 1: Verteilte Datenhaltung einheitliche Benutzeroberflche fr Datenzugriff.

    1 http://www.disy.net/2 http://brsweb.lubw.baden-wuerttemberg.de/brs-web/index.xhtml3 http://www.zi-daten.de/

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  • Mit diesem Werkzeug, welches ohne zustzliche Programmierarbeit die verteilt vorlie-genden Daten zusammenbringt, sollen die Mitarbeiter der LfL ohne groe Einarbeitungvorgefertigte Auswertungen abrufen und daneben auch Auswertungen, beispielsweiseKarten, eigenstndig erstellen.

    3.2 Organisatorische Umsetzung

    Die Abteilung Information und Wissensmanagement (AIW) stellt den Kompetenz-bereich fr das Geo-Datenmanagement zur Verfgung. Neben der Administration undKonfiguration der Plattform werden die Anwender geschult und beraten. Der Kompe-tenzbereich pflegt den zentralen Datenkatalog und steuert den Zugriff auf Datenbestndeund Karten ber eine Benutzerverwaltung. Die geschulten Wissenschaftler der Institutearbeiten eigenstndig mit dem Werkzeug und bereiten ihre Arbeitsergebnisse (mitRaumbezug) als Themen des Geofachdatendienstes auf. Im Bedarfsfall greifen sie aufdie Untersttzung des zentralen Kompetenzbereichs zu. Dieser wiederum bindet dieaufbereiteten Themen in den zentralen Geo-Fachdatenserver ein.

    4 Perspektive

    Der Aufbau des Geo-Fachdatenservers hat ein nachhaltiges und effizientes Daten-management zum Ziel. Dabei werden die verteilt vorliegenden (Geo-)Daten zuknftigber eine einheitliche, einfach zu bedienenden Benutzeroberflche abrufbar und zurweiteren Verarbeitung nutzbar gemacht. Somit entsteht eine Plattform, auf der die Insti-tute oder Projektteilnehmer ihre eigenen Arbeitsergebnisse zusammen mit denen ihrerKollegen und mit externen Daten auswerten und verschiedenste Quellen auf Grundlageihres Raumbezugs verknpfen. Darber hinaus ist beabsichtigt, in Zukunft ausgewhlteDaten und Karten der LfL fr INSPIRE1 und ber Internet (open data) auch der ffent-lichkeit zur Verfgung zu stellen.

    1http://inspire.jrc.ec.europa.eu/

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