Chemische Untersuchung der reifen Früchte von Prunus spinosa

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    06-Jun-2016

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  • Bestimmung des Fettes in der Cacao. 321

    die Gnsmischung mit etwss Sauerstoff oder Luft in Be- ruhrung kommt, bevor sie in die Luft ausstromt. (Zeit- schrijt ffbr Pharm. 1868. S. 49-51.) 3:.

    Bestimniung des Fetftes in der Cacao. Um den Fettgehalt in verschiedenen Sorten von Cacao

    zu erforschen, hat A. P o i r i e r eine Reihe von Bestixn- mungen des F'ettgehaltes niit verschiedenen Rohnensorten ausgefiihrt.

    Es wurden jedesmal 5 Grammen gcpulverte Bohnen so lange mit Aether ausgezogen, als dieser noch etwas aufnahm, die Aetherausziige hat man eingedunstet und das riickstandige Fett gewogen. Die erhaltenen Resultate lehren, dass der Fettgehalt nicht so sehr schwankt, dass ausnahmsweise dadurch die Chocolade - Fabrikation er- schwert werden kann; sie sind folgende:

    5 Grm. 1000 Grm. I. Caracasbohnen . 2.00

    II. Martinique . . . . 1;90 2.50 2,oo

    2,50 2,50 2.50

    111. Haiti . . . . , . . .

    400 530 560 450 380 400 500 500 500 500 500 500 520 490 540 490 460

    2;35 I. Trinidad. . . . . . . 2,32 I. Maragnsn. ..... 2,40 I. Caracas.. . . . .. . 2,20

    (Joum. de Cliim. mhd. 1856.)

    464 480 440.

    B.

    Chemische lhtersuchung tier reifen Priichte von Prunrs spinosa.

    J. B. E n z hat die reifen Friichte von Prunus spinosa Fasst man s#mmtl ic l~

    21 einer neuen Priifung unterworfen.

    Arch. d. Pharm. CXXXXV. Bds. 3. Hft.

  • 322

    Resultate seiner Untersuchung zusammen, so ergeben sich folgende Bestandtheile in lo00 Theilen reifer Friichte :

    Untermchung der reifen FrUclrte von Prunus spinosa.

    Aetherischer auszug

    Weingeistiger Auszug

    Wiiaseriger Auszug

    Salzsaurer Auszug

    Pflnnzenfaser, dcln

    Eiaengrunender Gerbstoff uebst Aepfelaiiure und kalk+ze : xachsartiges Fett, Chlorophyll

    geringen Antheilen ciucs stenropten- lartigen iitherischcn Oels. .................. 22,W (;iihrungsfihiger Zucker, eisengriinender

    jGerbstotf; Aepfelsjiure rind Kalksalze, rother

    Gummi, Pectin, Aepfelsiiure, Schwefelehrc und Phoephorsiiurc vcrbunden mit Kali, Kalk und Magnesia, extractive Materie . . . . . . . . . . 43,OO Gallus.saures Kiaenoxyd, in Humusctubshnzen umgewandelte Materie, phoephorsaurer Kalk und Magnesia ............................ 17,OO

    nebst den Stcincn. h e n Kerne beim Behan- mit Wasser Blausiiure liefern . . . . . . . . . . . . . . 161,W

    (Farbbtoff, grlines Harz .................... 48,W

    Wasser.. ............................................... 709,OO 1ooO,OO.

    AUB der ausfuhrlichen Unterswhung konnen noch folgende Schliisse gezogen werden.

    1) In neuerer Zeit sind wir mit einer chemischen Untersuchung von nicht ganz reifen Schlehen in Bezug auf die Natur ihrer Sliuren durch Hrn. S c h n e i d e r be- reichert werden.

    Hr. S che r e r fand, dass sie auch Weinssure enthalten. Diese Beobachtung konnte ich bei den reifen Friichten, weiin man von Spuren absehen will, nicht machen. Sie fiihrt uns zu dem Schlusse, dass wiihrend ihres Keifens die Weinsiiure (und mit dieser auch viel Aepfelssure) verschwindet.

    Ein iihnliches Beispiel bieten die Vogelbeeren, wclche im unreifen Zustande viel, nach der Reife nur noch wenig Aepfelsiiure enthalten (Hysch).

    2,) Die geringe Fiillung mittelst Leim bei den reifen Friichten hat ihren C h n d dnrin, dass die Gerbsaure durch Einwirkung der in den Friichten vorhandenen Sauren eine theilweise Metamorphose erleidet, in Folge deren sie sich in Gallussiiure. und Zucker spaltet.

    3) Die Gerbsiiiire findet sic11 in den Hulsen innigst vcrwebt mit dem Farbstoffe, spurweise auch im Frucht- fleische.

    - -. .

    Das Pectin findet sich in den Hiilsen. 4) Die Steinkerne liefern bei der Einwirkung von

    Wasser Blausaure, enthalten daher, wie die meisten iibl-i- gen Amygdaleen, Arnygdnlin.

    5) Die schwarzblaue Farbe der reifen Schlehen riihrt von einem purpurrothcn, auf der inneren Flache der

  • Opium in der Urngegend von Amiens. 323

    Fruchtschale abgesonderten Farbstoffe her, der im Wesent- lichen mit dem rothen Farbstoffe der Weintrauben uber- einstimm t.

    Vergleichende Versuche mit echtem Rothwein und weissem Weine vom Jahre 1855 (keine gallisirten) haben gezeigt, dass dem weissen Weine durch Maceration mit einer gewissen Menge Hiilsen oder noch besser mit dem isolirten Farbstoffe derselbc Farbenton dauernd gegeben werden kann, wie ihn der echte Rothwein besitzt.

    Hieraus ist ersichtlich, dass in dem allgemein be- kannten, weit verbreiteten, bisher wenig beachteten Schwarz- dorne schatzbare Stoffe enthalten sind. Fast alle Theilc konnen Anwendung finden. ( Wittst. Vierteljahrsschr. Rd. 6. Hft. 2.) B.

    Opium, in der Umgegend von Amiens 1856 gewonnen. Herr BBnard und Hr. D e c h a r m e s haben nach

    G u i I1 i e r m o n t s Verfahren den Morphiumgehalt der Opiunisorten bestimmt, welche auf verschiedenen Lande- rgien in verschiedenen Gegenden des Departements de la Soinine gewonnen worden waren. Sie haben in einer derselben 20,62 Proc. Morphium gefunden, in einer an- dern, der reichsten, 22 Proc. dieses Alkaloids. Da die anderen Opiumsorten, als sie analysirt wurden, noch nicht vollkommcn ausgetrocknet waren, so konnte man ihren Opiumgehalt nicht vollig genau ausdriicken; doch niiherte sich ihr Uehalt Clem oben angegebenen.

    Das reichste Opium mit 22 Proc. Morphium war innerhalb 3 Tagen getrocknet und nach Verlauf von acht Tagen analysirt wordcn.

    Dieses Resultat bestatigt einen schon fruher von D ech a r m e s ausgesprochenen Satz, dass niimlich das Opium bei langsamer Austrocknung durch eine Art von Gahrttng eine Veranderimg und in Folge derselbeii eine Vertnindernng seines Morphiumgehaltes erleide, vielleicht auch eine Oxydation, diirch welche das Morphin in einen bestandigeren Kiirper urngewandclt wird. Daraus ergiebt sich der Vortheil, frische Milchsiifte zur Morphinbereitung zu verwenden.

    Ein Opium, dessen Austrocknung beinahe ausschliess- lich auf den Mohnkapseln selbst stattgefunden hatte, zeigte in seiner Masse kleine runde zusammengeklebte Thranen, ahnlich denen, welche man in den guten levantischen Opiumsorten bemerkt, in dem Opium in lacrymis. B 6 n a r d

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