Der Einfluss der beruflichen Geschlechtersegregation auf den Gender Pay Gap

  • Published on
    11-Dec-2016

  • View
    224

  • Download
    1

Transcript

  • AbhAndlungen

    Zusammenfassung: AlsbedeutsameErklrungsgrefrgeschlechtsspezifischeVerdienstunter-schiede (gender pay gap) gilt die beruflicheGeschlechtersegregation.Die vorliegendeStudieuntersuchtdaherFaktoren,dieeinergeringerenEntlohnungtypischerFrauenberufeinDeutschlandzugrundeliegen.AusgehendvonsoziologischenundsozialpsychologischenStatustheorienistan-zunehmen,dassFrauenberufeaufgrunddortvorherrschenderweiblichkonnotierterArbeitsinhalte,dieaufdemArbeitsmarktabgewertetsind,geringerentlohntwerdenwhrendtypischmnnlichkonnotierteArbeitsinhalte, die inMnnerberufen dominieren, einemonetreAufwertung erfah-ren. Die Hypothesen werden mit Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) 20002010unterAnwendunglinearerFixed-Effects-Modelleuntersucht.BeruflicheCharakteristika,etwazudenArbeitsinhalten,werdenvonderBIBB/BAuA-Erwerbsttigenbefragung2005/2006unddemMikrozensusdemSOEPzugespielt.DieAnalysebesttigtdenvermittelndenEffektgeschlecht-lichkonnotierterArbeitsinhalteaufVerdienstabschlge indenBruttostundenverdienstenvonEr-werbsttigen in Frauenberufen jedoch nur fr Mnner. Dieser geschlechtsspezifische EffektwirdmitunterschiedlichenKompetenz-undLeistungserwartungen,dieFrauenundMnnernfrgeschlechtlichkonnotierteArbeitsinhalteentgegengebrachtwerden,verdichtet.BeiFrauenweisenvorallemgeringereberuflicheberstundennormeninFrauenberufeneinenErklrungsbeitragfrdiedortgeringereEntlohnungauf.EineOaxaca/Blinder-Dekompositionverdeutlichtschlielich,dassdieArbeitsinhaltebedeutsamzurErklrungdesgenderpaygapbeitragen.

    Schlsselwrter: GeschlechtsspezifischeVerdienstunterschiede BeruflicheGeschlechtersegregationBeruflicheCharakteristikaArbeitsinhalteDevaluationTheoriederErwartungszustndeKompetenzerwartungenFixed-EffectsModelle Oaxaca/Blinder-DekompositionHumankapital

    KlnZSoziol(2013)65:301338DOI10.1007/s11577-013-0201-1

    Der Einfluss der beruflichen Geschlechtersegregation auf den Gender Pay GapZur Bedeutung geschlechtlich konnotierter Arbeitsinhalte

    Anne Busch

    SpringerFachmedienWiesbaden2013

    A.Busch()FakulttWirtschafts-undSozialwissenschaften,UniversittHamburg,Welckerstr.8,20354Hamburg,DeutschlandE-Mail:Anne.Busch@wiso.uni-hamburg.de

  • 302 A. Busch

    The impact of occupational sex segregation on the Gender Pay Gap The role of gendered work content

    Abstract: Occupational sex segregation is generally seen as an important determinant for thegenderspecificwagedifferential(genderpaygap).Therefore,thepresentstudyexaminesfac-torsexplainingwagepenaltiesintypicalwomensoccupationsinGermany.Dealingwithsocio-logicalandsocialpsychologicalstatustheoriesit isassumedthatwomensoccupationsarepaidless because of typical feminine work content that is devalued on the labor marketwhereastypicalmasculineworkcontentdominatinginmensoccupationsismonetaryhighlyvalued.Hy-pothesesaretestedwithdatafromtheGermanSocio-EconomicPanelStudy(SOEP)20002010applyinglinearfixedeffectsmodels.Occupationalcharacteristics,likegenderedworkcontent,aremerged from the BIBB/BAuA-Erwerbsttigenbefragung (Employment Survey) 2005/2006 andtheMicrocensustotheSOEP.Theanalysisrevealsthemediatingeffectofgenderedworkcontentonwagepenalties in gross hourlywages for employees inwomens occupationsbutonly formen.Thisgenderspecificeffectisexplainedwithdifferentexpectationsforcompetenceandeffortconcerninggenderedworkcontentwithwhichwomenandmenareconfronted.Lowernormsforoverworkinwomensoccupationspartlyexplainwagepenalties in thoseoccupationsespeciallyforwomen.Finally,anOaxaca/Blinderdecompositionshowsthatgenderedworkcontentexplainsthegenderpaygapsignificantly.

    Keywords: GenderpaygapOccupationalsexsegregationOccupationalcharacteristicsWorkcontentQualitativedevaluationExpectationstatestheoryCompetenceexpectationsFixedeffectsmodelsOaxaca/Blinder-decompositionHumancapital

    1 Einleitung

    SowohlnationalealsauchinternationaleStudienzuunterschiedlichenVerdienstenvonMnnernundFrauen,demgenderpaygap,zeigeneinenVerdienstnachteilvonFrauenauf(BlauundKahn2000,2003; Finke 2010;HolstundBusch2010;Kunze2008;Wald-fogel1998;Ziegleretal.2010).SobetrugimJahr2008derunbereinigtegenderpaygapinDeutschland23,2%(EuropischeKommission2010).

    Die berufliche Geschlechtersegregation gilt als bedeutsamer Erklrungsfaktor frdiesegeschlechtsspezifischenVerdienstunterschiede.TypischeFrauenberufesinddurchgeringere mittlere Verdienste im Vergleich zu Mnnerberufen charakterisiert. DieseBeobachtungwurdeinmehrerenStudienindenUSAuntersucht(CohenundHuffman2007; england 1992;Englandetal.1988;JacobsundSteinberg1995) und steht auch in DeutschlandzunehmendimMittelpunktdesForschungsinteresses(Achatzetal.2005; Busch undHolst 2010; hinz und gartner 2005; Leuze und Strau 2009; liebeskind 2004).InsgesamtexistiertgenerellEinigkeitberdiedurchschnittlichgeringereEntloh-nungvonFrauenberufen;jedochistdieFragenachdenpotenziellenGrndenfrdieseBeobachtung nicht abschlieend beantwortet (Glauber 2012). SoziologischeTheorienbegrndenVerdienstabschlgeinFrauenberufenmiteinergesellschaftlichenundmone-trenDevaluation (alsoAbwertung) jenerBerufe (vgl. zusammenfassend z.B.Achatz et al. 2005).DurchdieBercksichtigung theoriegeleiteter Indikatoren aufderBerufs-ebenebestehtdieMglichkeit,jenenrelativunkonkretenBegriffderDevaluationgenauerzuerfassen.SowerdenFrauenberufemglicherweisenichtnurdeshalbgeringerentlohnt,

  • 303Der Einfluss der beruflichen Geschlechtersegregation

    weilesgenerellFrauenberufesind,sondernauchdeshalb,weilsolcheBerufebestimmteCharakteristikaaufweisen,diemitgeringenVerdiensteneinhergehen.

    DieBercksichtigungberuflicherCharakteristikaerfolgteindenUSAbereitsinmeh-rerenStudien(z.B.Englandetal.1988;Kilbourneetal.1994).FrDeutschlandexistiertbishereineStudie,diezurAnalysevonMechanismen,diehinterderunterschiedlichenEntlohnunginFrauen-undMnnerberufensteckenknnen,beruflicheFaktorenberck-sichtigt (liebeskind 2004).Konkret ziehtLiebeskind insbesondere beruflicheArbeits-inhalteheran,diegesellschaftlichalstypischweiblichgelten,unddieinFrauenberufenbesondershufigvorkommen.HierkanneinemonetreEntwertungjenerweiblichkon-notiertenArbeitpostuliertwerden,eineErklrungsmglichkeitfrVerdienstabschlgeinFrauenberufen.

    Der folgendeArtikel knpft an diese Studie an, geht jedoch in folgenden Punktendarberhinaus:

    1. DievorliegendeStudiebeziehtexplizitauchtypischmnnlichkonnotierteArbeits-inhalte (etwa technikbezogene Inhalte) ein, die inMnnerberufen dominieren. ImGegensatzzueinerEntwertungtypischweiblichkonnotierterArbeitwirdvoneinermonetren Hherwertigkeit mnnlicher Arbeit ausgegangen. Zudem werdenauch unterschiedliche beruflicheberstundennormen in Frauen- undMnnerberu-fenkontrolliert.DieAnnahmekonomischerTheorienist,dassFrauenberufedurchvergleichsweisebessereMglichkeitenderVereinbarkeitvonFamilieundErwerbs-ttigkeitgekennzeichnetsind,wasjedochimGegenzugmitEinkommensabschlgeneinhergeht.

    2. Auch wird in der vorliegenden Studie postuliert, dass die Verdiensteffekte dergeschlechtlichkonnotiertenArbeitsinhaltefrFrauenundMnner inunterschiedli-cherWeisezumTragenkommen.DieswirdunterAnwendungsozialpsychologischerStatustheorien, insbesondere der Theorie der Erwartungszustnde, erklrt. HierwirdvongeschlechtsspezifischenKompetenz-undLeistungserwartungenausgegan-gen,dieFrauenundMnnernaufdemArbeitsmarkt frgeschlechtlichkonnotierteArbeitsinhalte entgegengebracht werden. Jene Erwartungshaltungen bewirken, sodieAnnahme,strkereVerdiensteinbuenbeidenweiblichenArbeitsinhalten frMnnerundgeringereVerdienstzuschlgebeidenmnnlichenArbeitsinhaltenfrFrauen. Jene sozialpsychologischenAnstze zur Erklrung geschlechtsspezifischerVerdienstunterschiede erfahren in der deutschen Forschung bisher noch eine ver-gleichsweisegeringeAufmerksamkeit.

    3. SchlielichfindeteinFixed-Effects-Panel-ModellAnwendung,mitderenHilfedieunbeobachtetezeitkonstanteHeterogenitt,etwazeitkonstanteAspekteverinnerlich-terGeschlechterrollenoderPrferenzen,statistischkontrolliertwird.DadurchknnenunverzerrteSchtzerdesEinflussesderGeschlechtersegregationundderArbeitsin-halteaufdieVerdiensteermitteltwerden.ZudemwirddergenderpaygapeinerDekompositionunterzogen,umzuzeigen,wiehochderAnteildergeschlechtsspezi-fischenVerdienstdifferenzist,welcherdurchdieSegregationunddieberufsspezifi-schenArbeitsinhalteerklrtwerdenkann.

  • 304 A. Busch

    2 Theorien und Forschungsstand, Hypothesen

    Zur Erklrung unterschiedlicherVerdienste inMnner- und Frauenberufenwerden indersozialwissenschaftlichenForschungmeistsowohlkonomischealsauchsoziologi-scheund(seltener)sozialpsychologischeTheorienbercksichtigt.Obwohldiekonomi-schenTheoriennichtimZentrumdervorliegendenStudiestehen,mssensietrotzdembei der Erklrung von Verdienstabschlgen in Frauenberufen bercksichtigt werden.EntsprechendekonomischePrdiktorenfrdieVerdienstesindinspterenModellenzukontrollieren.

    DainderspterenAnalyseStundenverdienstealsabhngigeVariableherangezogenwerden,werdendieimfolgendenAbschnitthergeleitetenHypothesenentsprechendmitBezug auf Stundenverdienste formuliert. Zwar beziehen sich die theoretischenArgu-mentationennichtexplizitaufStundenlhne,jedochknnenbeiihnen(imGegensatzzuMonatslhnen)unterschiedlicheArbeitszeitenrechnerischeinbezogenwerden,wasihreAnwendunginsbesonderebeieinemgeschlechtsspezifischenVergleichvonVerdienstenbedeutsammacht.DieVerwendungvonStunden-,anstattvonMonatsverdienstenbeidie-serThematikwirdinderLiteraturalsentsprechendwichtigerachtet(Finke2010).

    konomische Anstze. In konomischen theoretischen Anstzen, insbesondere derHumankapitaltheorie,werdenVerdienstunterschiedezwischenFrauenundMnnernbli-cherweisemitgeschlechtsspezifischenUnterschiedeninderHumankapitalakkumulationerklrt (becker 1975).Frauenwhlendemnachaufgrund ihrerstrkerenZustndigkeitfrdieFamiliealsErgebnisrationalerKosten-Nutzen-AbwgungenvorallemBerufe,indenendieKostendesHumankapitalverlustswhrendeinerfamilirenErwerbsunterbre-chungunddiedamiteinhergehendenVerdienstverlustemglichstgeringsind.DassindvorallemTtigkeitenmitgeringenQualifikationsanforderungenunddamitauchgeringenEntlohnungen. Entsprechend ihren Prferenzen und unterschiedlichen Humankapital-akkumulationensortierensichFrauenundMnneralsoinBerufemitunterschiedlichenQualifikationserfordernissen und damit auch unterschiedlichen Verdiensten (Polachek1981;vgl.zusammenfassendBlauetal.2006).

    Allerdings weisen nationale und internationale Studien nach, dass auch nach sta-tistischer Kontrolle sowohl individueller Humankapitalfaktoren als auch beruflicherQualifikationsanforderungen ein signifikanter Verdienstabschlag fr Erwerbsttige inFrauenberufennachweisbarist(Achatzetal.2005;BuschundHolst2010;Cohenundhuffman 2007;Englandetal.1988;Kilbourneetal.1994).ZudemhabenlauteinerStu-dievonEngland(1982)Frauen,dieinFrauenberufenerwerbsttigwaren,imVergleichzuFrauen,dieinMnnerberufenttigwaren,beiErwerbsunterbrechungendieselben,undnichtetwageringereLohneinbuen.

    Tam (1997)konnteallerdingsdieunterschiedlichenVerdiensteinFrauen-undMn-nerberufen auf die beruflichen spezifischen Humankapitalerfordernisse zurckfhren(Tam 1997).GenauerumfasstderBegriffHumankapitalsowohleineallgemeineKom-ponente(schulischeundberuflicheBildung)alsaucheinespezifischeKomponente(etwaWeiterbildungenwhrendderBerufsttigkeit) (Mincer1962).NachdenAusfhrungenvonTamsindFrauenberufenichtnurdurchgeringereallgemeine,sondernvorallemauch

  • 305Der Einfluss der beruflichen Geschlechtersegregation

    durchgeringerespezifischeHumankapitalerfordernissegeprgt,mitentsprechendnega-tivenFolgenfrdieVerdienste.Mnnerberufe,diedemnachhufigerhochspezialisierteBerufesind,erfordernmeistzustzlicheberufsspezifischeWeiterbildungen,wassichineinerhherenEntlohnungniederschlgt(siehefrdieKritikdieserStudie:Englandetal.2000).

    EinweitererkonomischorientierterAnsatz,dieThesedercompensatingdifferen-tials, erklrtVerdienstunterschiede zwischen Frauen- undMnnerberufen bereitsmitunterschiedlichentlohntenberuflichenCharakteristika.SiepostuliertdieZahlungeineszustzlichenSchmerzensgeldesintypischenMnnerberufen,dainjenenBerufenhu-figkrperlichunangenehmeAufgabendurchgefhrtwerdenmssen,diemitderGefahrgesundheitlicher beeintrchtigungen einhergehen (Filer 1985). Dem Ansatz zufolgekompensiert zudemdiehhereEntlohnung inMnnerberufenbestimmte (nicht-mone-tre)VorzgeinFrauenberufen(Englandetal.1988;OkamotoundEngland1999).SowirdderNutzenverlust,derdurchdiegeringerenVerdiensteinFrauenberufenentsteht,innicht-monetrerFormabgegolten,etwadurchbessereMglichkeitenderVereinbarkeitvon Familie undBeruf. Frauenberufe gelten laut der konomischenTheorien als sol-che,diesichzumBeispieldurchTeilzeitttigkeitenundflexibleArbeitszeitenbesondersgutmitFamilienverpflichtungenvereinbarenlassen.DaherselektierensichdemAnsatzzufolgeFrauenfreiwilligindieseBerufeundnehmendiedortgeringerenVerdiensteinKauf(ebd.).

    JedochzeigtdieForschungauchhierErgebnisse,diederThesedercompensatingdifferentialswidersprechen.DemnachweisenBerufemithufigenkrperlichunange-nehmenArbeitsinhaltennichtdurchgngighhereVerdiensteauf(Kilbourneetal.1994).Auch knnen solcheArbeitsanforderungen nur einen geringenTeil zur Erklrung desgeschlechtsspezifischenVerdienstunterschiedesbeitragen(vgl.dazuauchEnglandetal.1988).Auch frDeutschland findet sich kein bedeutsamer Effekt krperlicherUnan-nehmlichkeitenimBerufaufdieVerdienste(Liebeskind2004).Zudennicht-monetrenVorzgenbessererVereinbarkeitsmglichkeiten inFrauenberufenzeigtGlauber(2012) frdieUSA,dassMtter(imVergleichzuNicht-Mttern)inFrauenberufengrereVer-dienstabschlge aufweisen alsMtter inMnnerberufen.DieserZusammenhang kannjedochlautderStudienichtaufbessereVereinbarkeitsmglichkeitenmitderFamilieinFrauenberufenerklrtwerden.DamiteinhergehendsindindenUSAFrauenberufeauchnichtdurchwegbessermitFamilienverpflichtungenvereinbar,wieesvondenkonomi-schenTheorienpostuliertwird.TatschlichweisenFrauenberufedorthufigerunflexibleArbeitszeitenalsMnnerberufeauf(Glass1990;GlassundCamarigg1992).GenerellistzudemdasArgumentderFreiwilligkeitdesVerzichtsaufhhereGehlteraufgrundnicht-monetrerVorzge inFrauenberufenanzuzweifeln.DiebessereVereinbarkeit inFrau-enberufenaufKostenderEntlohnung istdagegenmglicherweiseaucheinReliktaustraditionellenGeschlechterordnungenderVergangenheit.SolcheGeschlechterordnungenknnensich,inAnlehnungandenInstitutionenansatzderGeschlechterforschung,indenBerufsstrukturenvonFrauenberufenverfestigthaben,dorttrotzeinesgesellschaftlichenWandelshinzumehrGeschlechteregalittweiterwirkenunddamit inderKonsequenzauchtraditionelleFamilienstrukturenbefrdern(vgl.zuentsprechendenArgumentatio-nendesInstitutionenansatzesderGeschlechterforschungKrger2004).

  • 306 A. Busch

    Soziologische und sozialpsychologische Anstze: Quantitative und qualitative Devaluation. Anhand soziologischer und sozialpsychologischer Theorien lassen sichVerdienstunterschiedezwischenFrauen-undMnnerberufenunabhngigvomHuman-kapital, vonberuflichenQualifikationsanforderungenundcompensatingdifferentialserklren.InAnlehnungandieseTheorienhngengeringereVerdienstevonFrauengene-rellsowieauchdiespeziellenVerdienstabschlgeinFrauenberufenmitdemgeringerenStatusvonFrauenaufdemArbeitsmarktzusammen(genderstatusbeliefs,vgl.Rid-geway2001).Frauengelten,sodieAnnahme,auchaufgrundderihnengesellschaftlichzugeschriebenenZustndigkeitenfrdieHaus-undFamilienarbeit,alsdiewenigerkom-petenteundleistungsfhigePersonengruppefrdieAnforderungendesErwerbslebens,mitnegativenKonsequenzenfrihrenStatusaufdemArbeitsmarkt(Correlletal.2007).1 MnnerwerdendemgegenberaufdemArbeitsmarktdenAnstzenzufolgealskompe-tenterangesehenunderhalteneinenhherenStatusalsFrauen.EntsprechendgiltnachdersogenanntenTheorie der Erhaltungszustnde(Bergeretal.1977)2 das geschlecht imErwerbsleben grundstzlich als ein so genanntes diffuses Statuscharakteristikum(CorrellundRidgeway2006).

    Jene geschlechtsspezifischen Kompetenz- und Leistungserwartungen sowie darausfolgendeStatuszuschreibungenaufdemArbeitsmarkthabenlautdieserAnstzeKonse-quenzenfrdieVerdiensteinFrauenberufen.NachdersogenanntenDevaluationshypo-thesesindBerufe,indenenmehrheitlichMitgliederderstatusniedrigerenGruppe(hier:

    1 DerAnsatzzugenderstatusbeliefsgehtalsohnlichwiederkonomischorientierteAnsatzderPrferenzenfrDiskriminierung(Becker1971)vongeschlechtsspezifischenDiskriminie-rungstendenzenaufdemArbeitsmarktaus.DerkonomischeAnsatzargumentiertjedochvorallemmitNutzenmaximierungundHumankapital.DieDiskriminierunganhandvongenderstatusbeliefsistweitergefasst,betrifftalsoauchetwanormativeAnnahmenzuFhrungskom-petenzen(unabhngigvondertatschlichenodererwartetenHumankapitalakkumulation),undweiterenKompetenzerwartungenbezglichgeschlechtlichkonnotierterundfrdasArbeitsle-benalsrelevantangesehenerFhigkeiten(vgl.weiterfhrendzudemAnsatzRidgeway2001).

    2 DieTheoriederErwartungszustndebasiertaufdenPrmissendessymbolischenInteraktionis-musundbefasst sichmitderFrage,warumundaufwelcheWeise sichStatushierarchien inGruppenbilden(freineZusammenfassungvgl.CorrellundRidgeway2006).Statusdifferen-zierungenentstehendemnachdurchden(unbewussten)VergleichderGruppenmitgliederunter-einander.Zielistes,dieGruppenaufgabebestmglichzuerfllen.DieAkteureinderGruppeidentifizierendiejenigen,diesiealsbesonderskompetentfrdieErfllungderkollektivenAuf-gabeerachten.MitHilfe allgemeingeteilterkulturellerAnnahmen (Kompetenzerwartungen)wirdeinepersonelleRangfolgedanachgebildet,wiehochderBeitragdesEinzelnenlautderangenommenenKompetenzerwartungenzurZielerreichungist.AussolchenRangfolgenanhandvonKompetenzerwartungen entstehen Statushierarchien in derGruppe.Als diffuse Status-charakteristika bezeichnet dieTheorie relativ allgemeine undweitlufig bereinstimmendeMeinungendarber,welcherPersonengruppeeinehhereodergeringereKompetenzerwartungentgegengebrachtwird (etwa:Geschlecht).Eine solche statusdifferenzierendeKompetenzer-wartungwirkt in derGruppe als eine sich selbst erfllende Prophezeiung: Personen, deneneinehoheKompetenzerwartungentgegengebrachtwird,erhaltenvondenanderenGruppenmit-gliedernmehrEinflussinderGruppeundeinengrerenHandlungsspielraumundzwarauchdann,wenndietatschlicheKompetenzvonderKompetenzerwartungabweicht.InaktuellererForschungwerdendieAnnahmenderTheoriederErwartungszustndeauchaufnichtzielge-richtetorientierteGruppenbertragen(Correll2001).

  • 307Der Einfluss der beruflichen Geschlechtersegregation

    Frauen)ttigsind,gesellschaftlichwenigeranerkanntundwerdendamitauchmonetrabgewertet (England 1992). Der geringere Status von Frauen auf demArbeitsmarktbertrgtsichalsoaufdieBerufe,diemehrheitlichvon ihnenausgebtwerden,mitentsprechendenFolgenfrdieVerdienste.EinesolchegenerelleAbwertungvonBerufen,dieinderMehrheitvonderstatusniedrigerenGruppeausgebtwerden,wirdimFolgen-denals quantitativeDevaluationbezeichnet.Es ist alsodavonauszugehen,dasseinhhererFrauenanteilineinembestimmtenBerufmitgeringerenVerdiensteninsolchenBerufeinhergeht,undzwarunabhngigvondenberuflichenQualifikationsanforderungenundindividuellenHumankapitalakkumulationen.

    DarausergibtsichfolgendeHypothese:

    H1: AuchnachstatistischerKontrolleausdifferenzierterHumankapitalprdiktorenbleibteinsignifikanterVerdienstabschlagindenStundenverdienstenfrErwerbsttigeinFrauenberufenimVergleichzuMnnerberufenbestehen(quantitativeDevaluation).

    berdiegenerelleAbwertungvonBerufen,diemehrheitlichvonFrauenausgebtwer-den,hinausgehend,postulierendiebeschriebenenStatustheorienaberaucheineAbwer-tungspezifischer,mitFrauenassoziierterArbeitsprofile.EshandeltsichumberuflicheAnforderungen undArbeitsinhalte, die gesellschaftlich als typisch weiblich gelten,alsoetwafamilien-undhausarbeitsnaheTtigkeiten(Kilbourneetal.1994).AuchhierbertrgtsichdergeringereStatusvonFrauenaufdemArbeitsmarktaufdieTtigkeits-profile,diemitFraueninVerbindunggebrachtwerden.LautdiesemTheoriezweigkannentsprechendpostuliertwerden,dassFrauenberufenichtnurdeshalbgeringerentlohntwerden,weildieBerufemehrheitlichvonFrauenausgebtwerden(quantitativeDeva-luation).Frauenberufewerdenauchdeshalbgeringerentlohnt,weilsiehufigTtigkeitenbeinhalten,dieweiblichkonnotiertsindundeinekulturellgeringereWertigkeitaufwei-sen, etwa pflegerische oder erzieherischeAufgaben.Umgekehrt ist anzunehmen, dassMnnerberufehufigtypischmnnlichkonnotierteArbeitsinhalte(zumBeispieltechnik-bezogeneInhalte)haben,dieaufdemArbeitsmarktimVergleichzuweiblichkonnotier-tenArbeitsinhaltenprestigetrchtigerundmonetraufgewertetsind.DieAnnahmeeinerunterschiedlichenEntlohnungvonFrauen-undMnnerberufenaufgrundgeschlechtlichkonnotierterArbeitsinhaltewirdimFolgendenalsqualitativeDevaluationbezeichnet.

    FrdieUSAwurdegezeigt,dassPersonen,dieBerufemitpflegerischenArbeitsin-haltenausben,VerdienstabschlgeundPersonen,dieBerufemitphysischen(etwatech-nikbezogenen)Anforderungsprofilenausben,Verdienstzuschlgeaufweisen(Kilbourneetal.1994).FrDeutschlandzeigteLiebeskind (2004)dennegativenZusammenhangweiblicherArbeitsinhalteaufdieVerdiensteebenfallsfrSchreibarbeiten,Reinigungs-undVerkaufsttigkeiten.ZudemverringertesichinjenemAufsatzdernegativeEffektderErwerbsttigkeitineinemFrauenberufaufdieVerdienstenachAufnahmederberufsspe-zifischenArbeitsinhalteundwurdeinsignifikant(ebd.).GeschlechtsspezifischeArbeits-inhalteknnendamitalsMediatorendesZusammenhangszwischenderSegregationunddenVerdienstenangesehenwerden.

  • 308 A. Busch

    AusdiesenberlegungenwirdfolgendeHypotheseformuliert:

    H2: Geschlechtlich konnotierte Arbeitsinhalte erklren die unterschiedlichen Stun-denverdienste von Erwerbsttigen in Frauen- und Mnnerberufen (qualitativeDevaluation):

    H2a: Personen, die in Berufen mit weiblich (mnnlich) konnotiertenArbeitsinhaltenarbeiten,weisenVerdienstabschlge (Verdienstzuschlge) inStundenverdienstenauf.

    H2b: GeringereStundenverdienstevonErwerbsttigeninFrauenberufensinddurchdortstrkervorhandeneweiblichkonnotierteArbeitsinhalteerklrbar.HhereStunden-verdienstevonErwerbsttigeninMnnerberufensinddurchdortstrkervorhan-denemnnlichkonnotierteArbeitsinhalteerklrbar.

    SchlielichknnenfrdiegeschlechtlichkonnotiertenArbeitsinhaltegeschlechtsspezi-fischeEffekteaufdieVerdienstepostuliertwerden;eineAnnahme,dienachdemWissenderAutorininDeutschlandnochnichtberprftwurde.SoexistierenlautderTheoriederErwartungszustndenebendiffusenStatuscharakteristika(wieGeschlecht)auchspe-zifischeStatuscharakteristika,anhanddererdiePersonenzustzlichinstatushhereundniedrigerePersonenklassifiziertwerden (Bergeretal.1977).DiesespezifischenSta-tuscharakteristikabeinhaltenspezielleKompetenzerwartungen,welcheandiePersonenherangetragenwerden.EinesolchespezifischeAnnahmeist,MnnerneinehhereKom-petenzerwartungfrAufgabenentgegenzubringen,dieinunsererGesellschaftalstypischmnnlich gelten,whrendFrauen fr typisch weiblicheTtigkeiten als besonderskompetent erachtetwerden.Geschlechtlich konnotierteArbeitsinhalte sind laut dieserberlegungenmitgeschlechtsspezifischenKompetenzerwartungenverknpft und stel-lenspezifischeStatuscharakteristikadar(CorrellundRidgeway2006).BeinhaltetdieArbeitsaufgabeentsprechendtypischmnnlichkonnotierteAufgaben,erhaltenMnnereinenStatusvorteil,whrendFrauenfrweiblichkonnotierteArbeitsaufgabeneinenSta-tusvorteilerhalten.

    Ausdiesenberlegungenkannangenommenwerden,dasssichsolchespezifischenStatusvorteile mglicherweise positiv und Statusnachteile negativ auf die Verdiensteauswirken.DieVerdiensteinbuenfrdieErwerbsttigkeitinBerufenmitweiblichenArbeitsinhalten sind damit fr Mnner mglicherweise hher, weil ihnen fr solcheTtigkeiteneinevergleichsweisegeringeKompetenzerwartungentgegengebrachtwird.Gleichzeitigprofitierensieaber,sodieAnnahme,strkeralsFrauenvondenVerdienst-vorteilenderErwerbsttigkeit inBerufenmitmnnlichenArbeitsinhalten,dasie frdiese Ttigkeiten als besonders kompetent eingeschtzt werden. Umgekehrt sind beiFrauendieVerdiensteinbuenfrtypischweiblicheTtigkeitsinhaltedurchdieihnenentgegengebrachtehhereKompetenzerwartungmglicherweiseschwcher.Gleichzei-tigprofitierensieaberauchimgeringeremMaealsMnner,sodieAnnahme,vondermonetrenAufwertungmnnlichkonnotierterArbeitsinhalte,basierendaufdenihnenentgegengebrachten geringeren Kompetenzerwartungen fr mnnliche Ttigkeitsin-halte.Entsprechend ist sozusagen inderSummeanzunehmen,dass sich sowohldie

  • 309Der Einfluss der beruflichen Geschlechtersegregation

    Verdiensteinbuen fr weiblicheTtigkeitsinhalte als auch dieVerdienstvorteile frmnnlicheTtigkeitsinhaltestrkerfrMnneralsfrFrauenzeigen.

    DamitwirdfolgendeabschlieendeHypotheseformuliert:

    H3: DiegeschlechtlichkonnotiertenArbeitsinhaltehabengeschlechtsspezifischeEffekteaufdieStundenverdienste:

    H3a: Die Verdienstabschlge in den Stundenverdiensten fr weiblich konnotierteArbeitsinhalteunddieVerdienstzuschlgefrmnnlichkonnotierteArbeitsinhaltesindfrMnnerhher.

    H3b: DieArbeitsinhalte erklren unterschiedliche Stundenverdienste in Frauen- undMnnerberufenstrkerfrMnner.

    3 Daten, Variablen

    DieAuswertungenbasierenaufdenWellen20002010desSozio-oekonomischenPanels,Version27(SOEP.V27)(Wagneretal.2007).BeidemSOEPhandeltsichumeinerepr-sentativeWiederholungsbefragungprivaterHaushalteundderenMitgliederinDeutsch-land, die seit 1984 jhrlich inWestdeutschland und seit 1990 auch inOstdeutschlanddurchgefhrtwird.AlsUntersuchungsgruppewerdenErwerbsttigeimerwerbsfhigenAlterherangezogen, alsoArbeiter,Angestellte,BeamteundSelbstndige zwischen18und 64 Jahren. Erklrt werden soll der logarithmierte Bruttostundenverdienst. Die-serwurdeaufBasisdesBruttomonatsverdienstesgeteiltdurchdiebezahlteArbeitszeitberechnet(vgl.zudiesemVorgehenzurErmittlungdesBruttostundenlohnsanhandderbezahlten Arbeitszeit Finke 2010).3 Fr Erwerbsttige ohneVerdienstangabenwerdendievomSOEPbereitgestelltenimputiertenVerdiensteherangezogen(GrabkaundFrick2003).4DurchdieLogarithmierungdesVerdienstesalsabhngigeVariableknnendieRegressionskoeffizientenalsprozentualenderungdesVerdienstesinterpretiertwerden,wennsichdiejeweiligeunabhngigeVariableumeineEinheiterhht(Wooldridge2009).ZudemerfolgtdurcheinesolcheTransformationeineNormalisierungderVerteilungderVerdienste.InsbesonderebezglichExtremwertenwirddieVerteilungalsokorrigiert,sodassdieVerdiensteannherndnormalverteiltsind.

    Die zentrale unabhngigeVariable ist der Frauenanteil im ausgebten Beruf. HierwurdeproBerufderBerufsklassifikationdesStatistischenBundesamtes,Version1992(Dreisteller)(StatistischesBundesamt1992),derjeweiligeFrauenanteilanallenErwerbs-

    3DiebezahlteArbeitszeitergibtsichausdervereinbartenArbeitszeitplusberstunden,wenndieseentlohntwurden.Wurdendieberstunden teilsbezahltund teils abgefeiert,wurden50%derberstundenaufdievereinbarteArbeitszeitaddiert.DerBruttomonatsverdienstwurdeanschlieend durch die so ermittelteArbeitszeit geteilt (Buslei und Steiner 1999; vgl. auchBuschundHolst2008).

    4 In dieAnalyse wird zur Kontrolle eine Dummy-Variable bercksichtigt, die angibt, ob derjeweiligeVerdienstwertimputiertwurde.

  • 310 A. Busch

    ttigenindiesemBerufjahresspezifischimMikrozensusermitteltundanschlieendberdieBerufsklassifikationdemSOEPzugespielt.DaraufaufbauendwurdendieBerufeinMnnerberufe (Frauenanteilvon030%),Mischberufe (Frauenanteilvonber30undunter70%)undFrauenberufe(Frauenanteilvon70100%)kategorisiert(Jacobs1989; Trappe 2006).

    Alle weiteren berufsbezogenenVariablen wurden in der BIBB/BAuA-Erwerbstti-genbefragung 2005/2006 gebildet.Dabei handelt es sich um eineReprsentativbefra-gung von 20 000 Erwerbsttigen inDeutschland, die gemeinsam vomBundesinstitutfrBerufsbildung(BIBB)undderBundesanstaltfrArbeitsschutzundArbeitsmedizin(BAuA)durchgefhrtwurde (Hartmann2006).DieOperationalisierungvonVariablenzu den Berufscharakteristika, also spezifischen Merkmalen von Berufen, erfolgte inderErwerbsttigenbefragung anhandderAggregationvon Individualangabenber dieBerufe.DieaggregiertenberufsspezifischenWertewurdenanschlieendberdieBerufs-klassifikationdemSOEPzugespielt(vgl.zudieserStrategieauchLiebeskind2004).DiesogebildetenVariablenbeziehensichallerdingslediglichaufdieJahre2005/2006.Esistjedochmglich,dasssichdieberufsspezifischenWerteberdieJahreverndern.DaherwurdenimSOEPlediglichdieWellen20002010herangezogenmitdemZiel,mglichstvieleJahrezuumfassenundgleichzeitigmglichstdichtandemUntersuchungsjahrderErwerbsttigenbefragungzuliegen.

    DieErmittlungberuflicherCharakteristikaerfolgtedurchdieBildungberufsspezifi-scherMittelwerte aus den im jeweiligenBeruf arbeitenden Personen in der Erwerbs-ttigenbefragung.EswurdederGewichtungsfaktorverwendet,derindemDatensatzzurVerfgunggestelltwird.DieBerufemussteneineFallzahlvonmindestens20aufweisen,umeinengltigenWertzugewiesenzubekommen.DieAbgrenzungderBerufeerfolgteauch hier mit der Berufsklassifikation des Statistischen Bundesamtes,Ausgabe 1992(Dreisteller).BeiBerufenmiteinerFallzahlvonwenigerals20wurdendiejeweiligenberuflichenInformationenausdemhheraggregiertenZweistellerderBerufsklassifika-tionimputiert.AuchhierwurdennurBerufemitmindestens20Fllenbercksichtigt.5

    DiegeschlechtlichkonnotiertenArbeitsinhaltewurdenanhandeinerFragebatteriederErwerbsttigenbefragunggebildet,diealltglicheArbeitsinhaltemitjeweilsdreiAuspr-gungen(nie,manchmal,hufig)abfragt.Jedochistesnichttrivialzuentscheiden,welcheArbeitsinhaltealsmnnlichundwelchealsweiblichzuklassifizierensind.Umzuverhindern,eineKategorisierunginmnnlicheundweiblicheInhalteaufreinemAll-tagswissenbasierenddurchzufhren,wurdefrdieVariablenzudenArbeitsinhalteneineHauptkomponenten-Faktoranalysedurchgefhrt.ObwohldieseMethodeeigentlichnurfrmetrischeVariablengeeignet ist (Langer1999),wurdemit einer solchenStrategiegetestet,obArbeitsinhalte,dieadhoceheralsmnnlichoderweiblichkonnotiertgel-ten,aufdemselbenFaktorhoheFaktorladungenaufweisen,sodassdaslatenteKonstrukthinterdiesemFaktoralsGeschlechtstypikvonArbeitsinhalteninterpretiertwerdenkann.Tatschlichwies die Faktorlsung 4 Faktoren auf, von denen einer eher mnnlicheInhalteundeinereherweiblicheInhaltemithohenFaktorladungenvereint.Ausjenen

    5 DieaufdieseArtimputiertenWertewurdeninderspterenAnalysemiteinemDummykontrol-liert.

  • 311Der Einfluss der beruflichen Geschlechtersegregation

    beidenFaktorenwurdenjeweilsdiebesondershochladendenVariablenausgewhlt.AusdiesenwurdenzweiSummenindizesgebildet.

    MnnlichkonnotierteArbeitsinhalteumfassen:

    0 Reparieren,Instandsetzen,0 HerstellenundProduzierenvonWarenundGternsowie0 berwachen,SteuernvonMaschinen,Anlagen,technischenProzessen.

    WeiblichkonnotierteArbeitsinhalteumfassen:

    0 Pflegen,Betreuen,Heilensowie0 Bewirten,Beherbergen,Speisenbereiten.

    AufdiegleicheWeisewurdezudemeinSummenindexzugeschlechtsneutralenArbeits-inhaltengebildet.HierwurdenVariablenherangezogen,dieaufdenbeidenbrigenFak-torenhoheFaktorladungenaufwiesen:

    0 Informationensammeln,Recherchieren,Dokumentieren,0 BeratenundInformierensowie0 Organisieren,PlanenundVorbereitenvon(nichteigenen)Arbeitsprozessen.

    FrdieSummenindizeswurdenzurVerminderungfehlenderWertediejeweilsgltigenWerte der herangezogenenVariablen aufsummiert und durch dieAnzahl der gltigenWertedividiert(vgl.zudieserStrategieauchTaylor2010).AnschlieendwurdendiesoberechnetenWertetransformiert,sodassdieeinenWertebereichvon0bis1aufwiesen.6

    Darber hinaus verweist die Forschung auf die gesellschaftliche Annahme hhe-rerKompetenzeninMathematikvonMnnernimVergleichzuFrauen(Correll2001).GleichzeitigstellenMathematikkenntnisseinsbesondereinhochqualifiziertenMnner-berufenmitmathematisch-technischemInhalt (sogenannteMINT-Berufe)notwendigeQualifikationendar.ZudemsindsolcheBerufevoneinerbesondershohenPersistenzderSegregationgeprgt (SolgaundPfahl2009).DieForschungverdeutlicht,dassFrauennurschwerinjeneBerufeZutrittfinden(ebd.),unddasssiedorthufigalskulturelleStrfaktoren (PlichtundSchreyer2002)wahrgenommenwerden.Damit sindMathe-matikanforderungen offenbar fr dasVerstndnis geschlechtsspezifischer Kompetenz-erwartungen auf demArbeitsmarkt besonders bedeutsam. Aus diesen Grnden wirdzur Erfassung der erforderlichenMathematikkenntnisse als zustzlicher mnnlicherArbeitsinhaltderIndikatorKenntnisseimBereichMathematik,Fachrechnen,Statistik(0KeineKenntnisse/Grundkenntnisse;1Fachkenntnisse)berdieBerufeaggregiert.AufgrundseinesbesonderenStellenwerteswurdedieseInformationseparaterfasstundnichtindenSummenindexzudenmnnlichenArbeitsinhaltenintegriert.

    berdieberuflichenVariablenzudengeschlechtlichkonnotiertenArbeitsinhaltenhin-ausgehendwurdenweitereBerufscharakteristikagebildetundindenModellenkontrol-liert,umdenberlegungenzuderThesedercompensatingdifferentialsRechnungzutragen.SoknntenetwaBerufemithufigmnnlichenArbeitsinhaltenauchdeshalb

    6 DieSpearman-KorrelationzwischendemkategorisiertenFrauenanteilimausgebtenBerufunddenweiblichkonnotiertenArbeitsinhaltenbetrgtinderhierbetrachtetenUntersuchungsgruppe0,4(mnnlichkonnotierteArbeitsinhalte:0,6).

  • 312 A. Busch

    Verdienstzuschlgeaufweisen,weildortgleichzeitigkrperlichunangenehmeArbeits-aufgaben vorherrschen, fr die ein Schmerzensgeld gezahlt wird. Daher wurde einSummenindexzurAbbildungkrperlichbelastenderAufgabengebildet,aus folgendenVariablen:

    0 ImStehenarbeiten,0 HebenundTragenschwererLasten,0 BeiRauch,StauboderunterGasen,Dmpfenarbeiten,0 UnterKlte,Hitze,Nsse,FeuchtigkeitoderZugluftarbeiten,0 Mitl,Fett,Schmutz,Dreckarbeitensowie0 UnterLrmarbeiten.

    BerufemitweiblichenArbeitsinhaltenknntenauch,berlegungenderkonomischenTheorienfolgend,deshalbgeringerentlohntwerden,weilsolcheBerufenicht-monetreVorzgedurchgeringerezeitlicheBelastungenundbessereVereinbarkeitsmglichkeitenmit der Familie aufweisen.Daherwurde derAnteil Personen proBeruf ermittelt, dieangaben,berstundenzuleisten.DerIndikatorstehtfreineentsprechendeBerufsnormzurBereitschaft vonberstunden, die etwa inMnnerberufen aus einer mnnlichenLebensweltherausentstandenseinkann,undmitdenenetwaFrauen(insbesondereMt-ter)inMnnerberufenkonfrontiertseinknnen.

    Generell istzuderhierdurchgefhrtenOperationalisierungberuflicherCharakteris-tikaanzumerken,dassessichbeidensoerzeugtenberuflichenVariablennichtumstan-dardisierte, objektiveMae handelt, sondern umWerte, die auf SelbsteinschtzungenderIndividueninderErwerbsttigenbefragungberuhen.hnlichwiebeimGeschlechtselbstistanzunehmen,dassauchgeschlechtlichkonnotierteArbeitsinhalteeinersozialenKonstruktionunterworfensind(vgl.z.B.Wetterer1995zursozialenGeschlechterkons-truktioninProfessionalisierungsprozessen).BeieinerSelbsteinschtzungvonArbeitsin-haltendrftendaherinternalisierteGeschlechterrollen,reproduziertdurchProzesseeinesdoing gender in Interaktionen imErwerbsleben (West undZimmerman 1987), einenichtunwesentlicheRollespielen.MerkmalederArbeit,dieeheralsgeschlechtsunty-pischgelten,etwakrperlichanspruchsvolleAufgabenundmnnlichkonnotierteArbeits-inhaltefrFrauenundweiblichkonnotierteArbeitsinhaltefrMnner,knntenvondenIndividueninderErwerbsttigenbefragungheruntergespieltwerden,umnichtimplizitgegendieinternalisiertenGeschlechterrollenzuverstoen.DiestrgtmglicherweisebeiderBildungvonBerufscharakteristikadazubei,etwakrperlichanstrengendeAufgabeninFrauenberufen,indenenperDefinitionvorwiegendFrauenarbeiten,zuunterschtzen.Leideristesbishernichtmglich,diesesProblemzuumgehen,dainDeutschlandkeineStandardinstrumentezurKlassifizierungvonBerufennachden interessierendenberuf-lichenCharakteristikaexistieren.

    Neben diesen beruflichen Merkmalen wurden weitere als wichtig erachtete Indi-vidualinformationen,die imSOEPvorliegen, zurErklrungvonVerdienstenundVer-dienstunterschiedenzwischenFrauenundMnnernkontrolliert.EinebersichtberalleVariablenundihrerVerteilungenfindetsichinTab.1.

    Humankapital. Als erklrende individuelle Humankapitalvariablen werden, orientiertan derLohngleichung nachMincer (1974), dieBildung, abgebildet durch den hchs-

  • 313Der Einfluss der beruflichen Geschlechtersegregation

    Frau

    enMnner

    MittelwertStd.Abw

    aMin.

    Max.

    nMittelwert

    Std.Abw

    aMin.

    Max.

    nBruttostundenverdienst(inEuro)

    13,51

    5,89

    0,01

    760,61

    52630

    17,83

    6,68

    0,01

    812,26

    56340

    Hum

    anka

    pita

    lIn

    divi

    duel

    lHchsterberuflicherBildungsabschluss

    Kein Abschluss

    0,12

    0,05

    01

    6418

    0,10

    0,05

    01

    5566

    ber

    ufsa

    usbi

    ldun

    g0,56

    0,07

    01

    29168

    0,50

    0,08

    01

    27907

    FH-/Universittsabschluss

    0,24

    0,06

    01

    12754

    0,27

    0,07

    01

    15074

    SonstigerAbschluss

    b0,07

    0,06

    01

    3758

    0,13

    0,07

    01

    7371

    Berufserfahrung(inJahren)

    14,63

    1,91

    050

    51687

    19,42

    2,42

    049

    55226

    Betriebszugehrigkeit(inJahren)

    9,80

    2,56

    047

    52521

    11,96

    2,85

    049,8

    56299

    Ber

    uflic

    he Q

    uali

    fikat

    ions

    anfo

    rder

    unge

    nErforderlicheAusbildungim

    Beruf

    KeineAusbildungerforderlich

    0,26

    0,19

    01

    13199

    0,21

    0,20

    01

    11297

    Berufsausbildungerforderlich

    0,55

    0,22

    01

    2728

    0,53

    0,23

    01

    28749

    FH/Uni-A

    bschlusserforderlich

    0,19

    0,14

    01

    9778

    0,27

    0,15

    01

    14527

    SpezielleLehrgnge/Kurseerforderlich(=1)

    0,23

    0,27

    01

    52630

    0,33

    0,30

    01

    56340

    Org

    anis

    atio

    nu

    nter

    nehm

    ensg

    re

    Wenigerals20Mitarbeiter

    0,30

    0,21

    01

    15202

    0,19

    0,19

    01

    10374

    20199

    0,30

    0,25

    01

    15237

    0,31

    0,24

    01

    16595

    2001.999

    0,20

    0,22

    01

    10195

    0,24

    0,23

    01

    12924

    2.000undmehr

    0,19

    0,20

    01

    9771

    0,27

    0,20

    01

    14507

    Produzierendes Gew

    erbe(=1)

    0,17

    0,16

    01

    50151

    0,48

    0,18

    01

    54058

    ImffentlichenDienst(=1)

    0,34

    0,18

    01

    50868

    0,24

    0,15

    01

    54731

    Fam

    ilie

    Verheiratetzusam

    menlebend(=1)

    0,62

    0,18

    01

    52620

    0,66

    0,18

    01

    56332

    Anzahl K

    inderu.16Jahreim

    Haushalt

    0,54

    0,36

    07

    52599

    0,66

    0,41

    08

    56308

    Tab

    . 1:Erw

    erbsttigeimerw

    erbsfhigenAlter:bersichtberVariablen,nachFrauenundMnnern,20002010.(Quelle:SOEP.V2720002010,

    eige

    ne b

    erec

    hnun

    gen)

  • 314 A. Busch

    Frau

    enMnner

    MittelwertStd.Abw

    aMin.

    Max.

    nMittelwert

    Std.Abw

    aMin.

    Max.

    nK

    ontr

    ollv

    aria

    blen

    Stellungim

    Beruf

    Arb

    eite

    r0,21

    0,18

    01

    11102

    0,43

    0,17

    01

    24194

    Ang

    este

    llte

    0,60

    0,23

    01

    31514

    0,23

    0,23

    01

    12844

    Angestelltemithochqualif.(Fhrungs)Positionen

    0,11

    0,16

    01

    5814

    0,23

    0,17

    01

    12999

    bea

    mte

    0,07

    0,06

    01

    3790

    0,10

    0,06

    01

    5709

    Selbstndige

    0,01

    0,04

    01

    410

    0,01

    0,03

    01

    594

    Wohnort:O

    stdeutschland(=1)

    0,23

    0,06

    01

    52630

    0,21

    0,06

    01

    56340

    AndereNationalittalsdeutsch(=1)

    0,07

    0,04

    01

    52630

    0,08

    0,05

    01

    56340

    Ber

    uflic

    he V

    aria

    blen

    Segr

    egat

    ion

    FrauenanteilimausgebtenBeruf(in%

    )66,84

    9,94

    0,75

    98,68

    50761

    25,99

    9,55

    098,68

    54312

    FrauenanteilimausgebtenBeruf:K

    ategorien

    Frau

    enbe

    ruf

    0,11

    0,15

    01

    5426

    0,65

    0,20

    01

    35525

    Mischberuf

    0,36

    0,24

    01

    18466

    0,28

    0,20

    01

    14941

    Mnnerberuf

    0,53

    0,22

    01

    26869

    0,07

    0,13

    01

    3846

    Ges

    chle

    chtli

    ch k

    onno

    tiert

    e Ar

    beits

    inha

    lteW

    eiblicheArbeitsinhalte

    0,24

    0,07

    00,85

    50765

    0,11

    0,04

    00,85

    53925

    MnnlicheArbeitsinhalte

    0,19

    0,05

    00,86

    50765

    0,34

    0,07

    00,86

    53925

    FachkenntnisseinM

    athematikerforderlich

    0,21

    0,06

    00,94

    50765

    0,30

    0,07

    00,94

    53925

    ges

    chle

    chts

    neut

    rale

    Arb

    eits

    inha

    lte0,63

    0,06

    0,16

    0,92

    50765

    0,60

    0,06

    0,16

    0,92

    53925

    Com

    pens

    atin

    g di

    ffere

    ntia

    lsKrperlichunangenehm

    eAufgaben

    0,24

    0,04

    0,04

    0,64

    50765

    0,32

    0,05

    0,04

    0,64

    53925

    berstunden

    0,79

    0,04

    0,36

    150765

    0,85

    0,04

    0,36

    153925

    a Standardabw

    eichungeninnerhalbderPersonen(w

    ithin)

    b Fachschule,M

    eister/Beamtenausbildung/andererAbschluss

    Tab

    . 1:(Fortsetzung)

  • 315Der Einfluss der beruflichen Geschlechtersegregation

    tenberuflichenBildungsabschluss,dieBerufserfahrunginJahren(TeilzeitplusVollzeit,dieTeilzeitgehtdabeimitdemhalbenGewichtein)unddieBerufserfahrungzumQua-drat (zur Erfassung des abnehmenden Grenznutzens) bercksichtigt. Zudemwird dieBetriebszugehrigkeitsdauerinJahrenalsIndikatorfrbetriebsspezifischesHumankapi-talaufgenommen.UmdieberuflichenQualifikationsanforderungenabbildenzuknnen,wirdzumeinendieerforderlicheAusbildungimausgebtenBeruf(allgemeineQualifi-kationsanforderungen), zum anderen die Information, ob fr dieBerufsausbung spe-zielleLehrgngeoderKurseerforderlichsind(spezifischeQualifikationsanforderungen),kontrolliert.BeideVariablenwerdenimSOEPdirektalsIndividualinformationenerfasst.

    Organisationsmerkmale. In der sozialwissenschaftlichen Forschung wird den Orga-nisationen eine immer grere Bedeutung fr die Erklrung geschlechtsspezifischerUngleichheitenaufdemArbeitsmarktzugewiesen(Achatz2008; Allmendinger und hinz 2007). Daherwird zum einen dieUnternehmensgre in dieModelle aufgenommen.VerdienstmglichkeiteningrerenUnternehmen,sodieAnnahme,sindhierhheralsin kleinen unternehmen (lengfeld 2010).GleichzeitigarbeitenFrauenhufigerindengeringerentlohnendenkleinerenUnternehmen,eineweitereErklrungsmglichkeitfrdengenderpaygap(Holstetal.2009).

    Zudemmacht die Forschung deutlich, dassWirtschaftsbranchen zur Erklrung desgenderpaygapbeitragen,dennMnnerarbeitenhufigerindemhherentlohnendenproduzierendenGewerbe,FraueneherimDienstleistungssektor(HolstundBusch2010).Daherwirdkontrolliert,obdiePersonenimproduzierendenGewerbearbeiten,ermitteltanhandderKlassifikationderWirtschaftszweige(NACE).Voneinerstrkerausdifferen-ziertenKategorisierungderWirtschaftsbranchenwurdeaufgrundderhohenMultikolli-nearittmitderVariabledesFrauenanteilsimBerufabgesehen.ZustzlichwirdaberindenModellenkontrolliert,obdiePersoneninderPrivatwirtschaftoderimffentlichenDienstarbeiten.7

    Weitere Kontrollvariablen. Vor allem fr Frauen werden Familienverpflichtungen alserwerbs- und karrierehinderlich angesehen, in Form eines family gap (Waldfogel1998).Daherwerdenmit demFamilienstand und derAnzahlKinder unter 16 JahrenimHaushaltentsprechendefamilireKontextekontrolliert.WeiterhinmageinebessereBezahlunginMnnerberufenaufdiedortmglicherweisehherenAufstiegschancenundbesser bezahlten Fhrungspositionen zurckzufhren sein.Dass Personen inMnner-berufenhufigerFhrungskrftesindalsPersoneninFrauenberufen,wurdefrDeutsch-landgezeigt(HolstundBusch2010).UmmglicheVerdienstnachteileinFrauenberufenundVerdienstvorteileinMnnerberufenumdiehierarchischePositionderPersonenzubereinigen,wird daher die Fhrungsposition in denModellen bercksichtigt.AnhandderStellungimBerufwerdenalsFhrungskrftehierAngestelltemithochqualifizierten

    7 DieSpearman-KorrelationzwischendemkategorisiertenFrauenanteilimausgebtenBerufunddemBranchen-DummyProduzierendesGewerbebetrgt inder hier betrachtetenUntersu-chungsgruppe0,4.ZwischendemkategorisiertenFrauenanteilimausgebtenBerufunddemDummyimffentlichenDienstbetrgtdieentsprechendeKorrelation0,1.

  • 316 A. Busch

    TtigkeitenoderLeitungsfunktionenoderAngestelltemitumfassendenFhrungsaufga-benverstanden(HolstundBusch2010).8

    WeiterhinwirddieInformation,obdiePersoneninOst-oderWestdeutschlandleben,kontrolliert.ZumeinensinddieArbeitsmarktchanceninOstdeutschlandgenerelletwasschlechteralsinWestdeutschland,zumanderensindaberdieArbeitsmarktstruktureninOstdeutschlandalsegalitrerbezglichGeschlechterrollenimVergleichzuWestdeutsch-land anzusehen (Trappe und Rosenfeld 2004; Trappe 2006). Daher knnten in Ost-deutschlanddiegeschlechtsspezifischenVerdienstunterschiedeingeringeremMaealsinWestdeutschlandauftreten.SchlielichwerdendieStellungimBerufunddieNationalitt(deutschversusandere)bercksichtigt.AuchdieUntersuchungsjahre(Jahresdummies)flieenindieAnalyseein.

    4 Methoden

    FrdieVerdienstschtzungwerden lineareFixed-Effects-Regressionenberechnet(All-ison2009).SolcheModellebietendenVorteil,diezeitkonstanteunbeobachteteHetero-genittzukontrollieren.DiesbetrifftunbeobachteteMerkmalevonPersonen,dieberden Beobachtungszeitraum nicht variieren, etwa Kohorteneffekte und zeitkonstanteAspekte verinnerlichter Geschlechterrollen, Prferenzen oder Persnlichkeitsmerk-malen. Zum Beispiel knnen sich verinnerlichte Geschlechterrollen ebenfalls auf dieVerdiensteauswirkenundEffekteandererVariablengleichzeitigverzerren.SoknnengeringereVerdienstevonFraueninFrauenberufenauchauf internalisierte traditionelleGeschlechterrollen zurckzufhren sein. Solche traditionellen Geschlechterrollen vonFrauenbegnstigenmglicherweiseeinerseitsihregeschlechtstypischeBerufswahlundsenkenandererseitsihreMotivation,hhereVerdiensteauszuhandeln.MitFixed-Effects-Modellenistesmglich,VerdienstunterschiedezwischenErwerbsttigeninFrauen-undMnnerberufenumsolcheundhnlicheEffektezubereinigen.

    DasZiel der Fixed-Effects-Modelle ist dieEliminierung der personenspezifischenKonstante, konkret des zeitkonstantenAnteils des personenspezifischen Fehlerterms(frdiedetaillierteHerleitungdesVerfahrens siehemethodischerAnhang).DieseEli-minierungerfolgtdurchDifferenzbildungallerVariablenund(zeitkonstantenundzeit-lich variierenden) Fehlerterme von den jeweiligen personenspezifischenMittelwerten(Allison2009).DadiepersonenspezifischenMittelwertederzeitkonstantenTermemitdenursprnglichenWertenidentischsind,hebensichbeidieserDifferenzbildungsowohldieTermefrdiezeitkonstantenunabhngigenVariablenalsauchfrdiezeitkonstanten

    8 Unterschiedliche Aufstiegsmglichkeiten knnten auch auf der Berufsebene aufgenommenwerden.DaindervorliegendenArbeitjedochexplizitderhorizontaleAspektderSegregationherausgearbeitetwerden soll unddieFrage imZentrum steht, inwieweit auch jenehorizon-taleberuflicheKomponentezursozialenUngleichheitzwischenFrauenundMnnernbeitragenkann,wurdeindervorliegendenArbeitdaraufverzichtetundnurdieindividuelleFhrungs-positionalsKontrollvariableaufgenommen.ZuknftigeForschungknnteverstrktauchaufdenvertikalenAspektderSegregationeingehen,konkretumdieFrage,inwieweitunterschied-licheAufstiegsmglichkeitenundPrestige-UnterschiedezwischenFrauen-undMnnerberufenzumgenderpaygapbeitragen(z.B.Magnusson2009).

  • 317Der Einfluss der beruflichen Geschlechtersegregation

    Fehlertermegegenseitigauf;diezeitkonstanteunbeobachteteHeterogenittistdamiteli-miniert.DieKoeffizientenderFixed-EffectsModellezeigenEffekteindividuellerVer-nderungenindenunabhngigenVariablenvonihrenMittelwertenaufVernderungeninderabhngigenVariablevonihremMittelwertberdieZeitauf.9

    In einem weiteren Schritt wurde eine Oaxaca/Blinder-Dekomposition angewendet(blinder 1973;Oaxaca1973).10MiteinersolchenDekompositionistesmglich,Grup-penunterschiede(hier:zwischenFrauenundMnnern)inderabhngigenVariable(hier:Verdienste)einergenauerenAnalysezuunterziehen.KonkretwirdbeiderOaxaca/Blin-der-DekompositiondergeschlechtsspezifischeMittelwerteunterschiedindenVerdiensten(dergenderpaygap)inzweiKomponentenzerlegt(vgl.zudermathematischenHer-leitungundErluterungauchAchatzetal.2005).DieeineKomponentezeigtdenAnteildesVerdienstdifferenzialsauf,deraufgeschlechtsspezifischeMittelwerteunterschiedeindenbercksichtigtenunabhngigenVariablen(gewichtetmitdemvariablenspezifischenRegressionskoeffizientenderMnner)zurckzufhrenist.ManbezeichnetdieseKom-ponentealserklrtenAnteiloderMerkmalseffektM.ErquantifiziertalsozumBeispieldenAnteildesgenderpaygap,deraufgeschlechtsspezifischeHumankapitalakkumula-tionenoderauchaufdieVerortungvonFrauenundMnnerninunterschiedlichen(hherundgeringerentlohnten)Berufenzurckgeht.DieandereKomponente,dersogenanntenichterklrteAnteil,auchResteffektRgenannt,zeigtdenAnteildesgenderpaygapauf,dernichtaufgeschlechtsspezifischeUnterschiedeindenbercksichtigtenVariablenzurckgefhrtwerdenkann.Er zeigt alsodenAnteil auf, der durchdie unterschiedli-cheEntlohnungderaufgenommenenVariablen(geschlechtsspezifischeDifferenzindenvariablenspezifischenRegressionskoeffizienten,gewichtetmitdemjeweiligenVariablen-mittelwertderFrauen)sowiedurchweitereunbeobachteteMerkmale(geschlechtsspezi-fischeDifferenzindenModellkonstanten)zuerklrenist.

    MiteinemsolchenVerfahrenkannzusammenfassendaufgezeigtwerden,obdieberuf-licheGeschlechtersegregationeinerseitsunddiegeschlechtlichkonnotiertenArbeitsin-halteandererseitsbedeutsamzurErklrungdesgenderpaygapbeitragen.

    5 Ergebnisse

    Deskription. Abbildung 1bildet (gepoolt frdieJahre20002010)diemittlerenStun-denverdienste sowie den gender pay gap fr erwerbsttige Frauen undMnner imerwerbsfhigenAlterab.FrauenweiseneinendurchschnittlichenStundenverdienstvonknapp14auf,Mnnerknapp18.DerUnterschiedindenStundenverdienstenbetrgt

    9 Aufgrund derAnwendung vonFixed-Effects-Regressionenwurde dieVariable zumFrauen-anteil im ausgebten Beruf, die eigentlich jahresspezifisch ber die Berufe variiert, in eineVariable transformiert, die ber dieBerufe zeitkonstant ist. Fixed-Effects-Modelle beziehenlediglichpersonenspezifischeVernderungenberdieZeitindieModellschtzungein.WrdedieVariablezumFrauenanteilimBerufsowohlberdiePersonenvariierenalsauchberdieZeit,wredergeschtzteEffektnichtmehreindeutigderpersonenspezifischenVernderungzuzuordnen.FrdieTransformationwurde fr jedenBerufderberdieJahredesBeobach-tungszeitraumesberechneteMittelwertbezglichdesFrauenanteilsimBerufapproximiert.

    10 DieentsprechendenBerechnungenerfolgteninSTATAmitdemado-fileoaxaca(Jann2008).

  • 318 A. Busch

    Abb. 1: ErwerbsttigeimerwerbsfhigenAlter:BruttostundenverdiensteundGenderPayGapinsegregier-tenBerufen,gepoolt20002010.aBruttostundenverdienstenachGeschlecht(MittelwerteinEuro).b gender PayGap(inProzent).(Quelle:SOEP.V2720002010,eigeneBerechnungen)

  • 319Der Einfluss der beruflichen Geschlechtersegregation

    alsorund4,unddiemittlerenFrauenverdienstebetragensomitrund76%derMnner-verdienste.Damitliegtdergenderpaygapbeirund24%undentsprichtinetwadenoffiziellenStatistikeninDeutschland(dort23%imJahr2008,vgl.EuropischeKom-mission2010).

    GleichzeitigvariierendieVerdienstezwischenErwerbsttigeninMnner-,Misch-undFrauenberufen.DiegeringstenVerdiensteweiseninsbesondereFraueninFrauenberufenauf.AllerdingsistderZusammenhangnichtlinear.VorallembeiMnnern,aberauchbeiFrauen,findensichdiehchstenVerdiensteinMischberufen.DiesesErgebnisentsprichtauchanderenStudien,dieaufeineentsprechendeNicht-Linearitt indemZusammen-hangzwischenSegregationundArbeitsmarkt-Outcomeshinweisen(Magnusson2009).EinGrunddafrkanndaringesehenwerden,dassMnnerberufenichtnurhochquali-fizierteBerufeinhohenhierarchischenPositionen,sondernauchgeringentlohnteArbei-terberufebeinhalten.DaskanndenVerdienstmittelwertinMnnerberufenherabsenken.

    DieVerdienstesinddamitnichtinMnnerberufenamhchsten,wohlaberbesondersfrFraueninFrauenberufenamgeringsten.Eszeigtsichalsodeskriptivein(allerdingsnichtlinearer)ZusammenhangzwischenderErwerbsttigkeitineinemsegregiertenBerufunddemBruttostundenverdienst.AuchsindinFrauenberufendieVerdienstabschlgefrFrauenextremeralsfrMnner:SobetrgtinjenenBerufendergenderpaygap27%,whrenderinMisch-undMnnerberufenzurckgeht(Mnnerberufe:13%).11

    SolltendieUnterschiedeindenVerdienstenzwischensegregiertenBerufentatschlichdurchgeschlechtlichkonnotierteArbeitsinhaltevermitteltsein,soistzunchstzuklren,obdiegeschlechtlichkonnotiertenArbeitsinhalteberhauptzwischenFrauen-,Misch-undMnnerberufenvariieren.InsgesamtsindgeschlechtsneutraleTtigkeitendominanteArbeitsinhaltebeidenErwerbsttigenimerwerbsfhigenAlter.SiesindbesondershufigfrErwerbsttigeinMischberufenundbesondersseltenfrErwerbsttigeinMnnerbe-rufentypischeArbeitsinhalte.WeiblichkonnotierteArbeitsinhaltefindensichvoralleminFrauenberufenundhchstselteninMnnerberufen.MnnlichkonnotierteArbeitsin-halte sindmeist inMnnerberufen typischeArbeitsinhalte.Hier zeigt sich ein beson-dersdeutlicherAbstandzuMisch-undFrauenberufen.AuchwerdenFachkenntnisseinMathematikamhufigsteninMnnerberufengefordert(Abb.2).

    Tabelle 2weistanhandvonjeweilsdreibeispielhaftenMnner-,Misch-undFrauenbe-rufennochmalsdiejeweiligenWertederIndikatorenzudengeschlechtlichkonnotiertenArbeitsinhaltenaus.

    Multivariate Analyse. Tabelle 3zeigtdieDeterminantenderlogarithmiertenBruttostun-denverdienste, basierend auf linearen Fixed-Effects-Regressionen. Die Modelle wur-dengetrenntfrFrauenundMnnerberechnetunddurcheinInteraktionsmodellwurdeermittelt,obsichdieKoeffizientenzwischenMnnernundFrauenbedeutsamvoneinan-derunterscheiden.DieEffektstrkendesModellssindinsgesamtehergering,dennhierwirdlediglichdieVarianzinnerhalbderPersoneninderBerechnungbercksichtigt,also

    11 MittlereVerdienstewerdenhufiganhandvonMedianendargestellt.FrdieBeschreibungvonEinkommensunterschiedenwirdderMedianalsrobustereGreangesehen,weilerVerzerrun-genminimiert,diesichdurchextremabweichendeWerteergeben.MitdemMedianergibtsichhierabereinvergleichbaresBild(Zahlennichtdargestellt).

  • 320 A. Busch

    Abb. 2: ErwerbsttigeimerwerbsfhigenAlter:GeschlechtlichkonnotierteArbeitsinhalteinMnner-,Misch-undFrauenberufen(Mittelwerte).(Quelle:SOEP.V2720002010,eigeneBerechnungen)

    Tab. 2: Erwerbsttige imerwerbsfhigenAlter:Beispiele frFrauen-,Misch-undMnnerbe-rufe mit geschlechtlich konnotierten Arbeitsinhalten. (Quelle: SOEP.V27 20002010, eigeneberechnungen)

    Frauenanteil im beruf

    WeiblicheArbeitsinhalte

    MnnlicheArbeitsinhalte

    Fachkenntnis-seinMathe

    neutrale Arbeitsinhalte

    MnnerberufeDachdecker/in(488)* 1,03 0,08 0,49 0,65 0,58Fleischer/in(401) 9,56 0,21 0,55 0,37 0,39Softwareentwickler/in(775)

    13,84 0,05 0,36 0,51 0,67

    MischberufeZahnarzt/ Zahnrztin(842)

    39,10 0,57 0,59 0,11 0,88

    Gymnasiallehrer/ in(872)

    51,98 0,22 0,10 0,31 0,90

    Verkaufs-, Filialleiter/inimHandel(676)

    53,68 0,10 0,19 0,30 0,83

    FrauenberufeAltenpfleger/in(864) 86,37 0,85 0,15 0,06 0,73Erzieher/in(863) 92,60 0,73 0,18 0,06 0,82haus- und Ernhrungswirt-schafter/in(921)

    94,32 0,48 0,30 0,09 0,47

    *BerufscodesinKlammern

  • 321Der Einfluss der beruflichen Geschlechtersegregation

    Modell1

    Frau

    enMnner

    Frauen-Mnner

    Hum

    anka

    pita

    lIn

    divi

    duel

    lHchster berufl.B

    ildungsabschluss(Ref.:keinAbschluss)

    ber

    ufsa

    usbi

    ldun

    g0,0503

    (1,7748)+

    0,0650

    (2,7230)**

    0,0148

    (0,3998)

    FH-/Universittsabschluss

    0,0384

    (1,3508)

    0,0897

    (3,7622)***

    0,0513

    (1,3847)

    SonstigerAbschluss

    0,0459

    (1,4424)

    0,1197

    (4,6282)***

    0,0737

    (1,8057)+

    Berufserfahrung(inJahren)

    0,0479

    (17,4448)***

    0,0596

    (18,6705)***

    0,0117

    (2,6863)**

    Berufserfahrungzum

    Quadrat

    0,0007

    (17,0186)***

    0,0005

    (23,0541)***

    0,0001

    (2,7117)**

    Betriebszugehrigkeitsdauer(inJahren)

    0,0052

    (7,8327)***

    0,0036

    (8,0027)***

    0,0016

    (2,0937)*

    Qua

    lifik

    atio

    nsan

    ford

    erun

    gen

    Erford.Ausbildungim

    Beruf(Ref.:Berufsausbildung)

    KeineAusbildung

    0,0559

    (8,3276)***

    0,0345

    (6,6837)***

    0,0214

    (2,5583)*

    FH-/Universittsabschluss

    0,0480

    (5,0955)***

    0,0509

    (7,3020)***

    0,0029

    (0,2492)

    BesuchvonLehrgngen/Kursenerforderlich

    0,0082

    (1,7459)+

    0,0124

    (3,6127)***

    0,0042

    (0,7346)

    Org

    anis

    atio

    nWirtschaftsbranche:ProduzierendesGew

    erbe

    0,0311

    (3,7625)***

    0,0468

    (8,3779)***

    0,0157

    (1,6106)

    Unternehm

    ensgre(Ref.:bis19M

    itarbeiter)

    20199

    0,0392

    (5,9697)***

    0,0474

    (8,1990)***

    0,0081

    (0,9278)

    2001999

    0,0704

    (8,9795)***

    0,0593

    (8,6358)***

    0,0111

    (1,0616)

    2000undmehr

    0,0727

    (8,8748)***

    0,0598

    (8,1924)***

    0,0129

    (1,1730)

    ImffentlichenDienst

    0,0277

    (3,9377)***

    0,0058

    (0,8321)

    0,0335

    (3,3203) ***

    Fam

    ilie

    Verheiratetzusam

    menlebend

    0,0143

    (1,9087)+

    0,0206

    (3,3948)***

    0,0063

    (0,6603)

    AnzahlK

    inderu.16Jahreim

    Haushalt

    0,0136

    (3,6589)***

    0,0097

    (3,6016)***

    0,0040

    (0,8740)

    Tab

    . 3:E

    rwerbsttigeimerw

    erbsfhigenAlter:DeterminantenderBruttostundenverdienste20002010.(Q

    uelle:SOEP.V2720002010,eigene

    ber

    echn

    unge

    n)

  • 322 A. Busch

    Modell1

    Frau

    enMnner

    Frauen-Mnner

    Kon

    trol

    len

    Stellungim

    Beruf(Ref.:Angestellte)

    Arb

    eite

    r0,0218

    (2,9068) **

    0,0279

    (4,5954) ***

    0,0062

    (0,6420)

    Angestelltemithochqualif.(Fhrungs)Positionen

    0,0547

    (6,8278)***

    0,0735

    (12,2993)***

    0,0188

    (1,9074)+

    bea

    mte

    0,0056

    (0,2359)

    0,0397

    (2,2442)*

    0,0341

    (1,1612)

    Selbstndige

    0,0939

    (2,6576)**

    0,1109

    (2,7392)**

    0,0170

    (0,3075)

    Wohnort:N

    eueBundeslnder

    0,1111

    (4,8213)***

    0,0606

    (3,4379)***

    0,0505

    (1,7580)+

    AndereNationalittalsdeutsch

    0,0339

    (1,0724)

    0,0098

    (0,4481)

    0,0241

    (0,6400)

    Beobachtungsjahr

    Ber

    uflic

    he V

    aria

    blen

    Segr

    egat

    ion

    Frauenanteil imBerufkategorisiert(Ref.:Mnnerberuf)

    Mischberuf

    0,0182

    (2,0394)*

    0,0115

    (2,1223)*

    0,0067

    (0,6609)

    Frau

    enbe

    ruf

    0,0327

    (3,4822)***

    0,0185

    (2,2731)*

    0,0142

    (1,1380)

    Konstante

    1,8242

    (48,3867)***

    1,7103

    (32,4543)***

    R-Q

    uadrat(within)

    0,0823

    0,1149

    0,0963

    Fallz

    ahle

    n46944

    50097

    97041

    Personen

    9561

    9817

    19378

    Ergebnisse linearerFixed-EffectsM

    odelle.A

    bhngigeVariable:Logarithm

    ierterBruttostundenverdienst.T-StatistikeninKlammern

    Kontrolliertfrim

    putierteVerdienste

    Abw

    eichungen indenInteraktionstermenvonDifferenzenindenKoeffizientenzw

    ischenFrauenundMnnernsindrundungsbedingt

    + p

Recommended

View more >