Deutsche Literatur

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    15-Oct-2015

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Deutsche Literatur: Mittelalter

Deutsche Literatur: MittelalterUniversidad de MurciaLengua C V (ALEMN)

1GliederungEinfhrung zum HauptthemaMittelhochdeutsch: Aussprache. Phonetische Aspekte. Mittelhochdeutsch: Grammatische Bemerkungen. Mittelalterliche Literatur.Hochmittelalter: Deutsche Literatur.Hochmittelalter: Die DichtungHochmittelalter: Literarische FormenHochmittelalter: Vertreter und Werke.

21. Einfhrung zum HauptthemaWas sprach man im Mittelalter?

MittelhochdeutschPeriode: 1050 - 1350

Bevor ich in der deutschen Literatur im Mittelalter eingehe, halte ich es fr Wichtiges, eine kurze Einfhrung in die Sprache, die man auf dieser Epoche sprach, zu machen. Im Mittelalter sprachen die Leute Mittelhochdeutsch, die eine frhe Variante von dem heutigen gesprochenen Deutsch war. Ich mchte danach, ein paar Sachen ber der Sprache klarzumachen. 31.2. Mittelhochdeutsch: Aussprache. Phonetische Aspekte. Kurze Vokale: a / e / i / o / u ; / / Lange Vokale (Zirkumflex / Dehnungszeichen): ; ae / oe / iu (= ). Alle Vokale ohne Zirkumflex werden kurz ausgesprochen.

KONSONANTEN.C im Auslaut wird K = tacH im Auslaut und vor Konsonant wird CH = ih ; nihtPH wird PF= phlegeS in den Konsonantenverbindungen wird als einfaches S ausgesprochen. Stein (Nhd. S(ch)tein)

41.2. Mittelhochdeutsch: Aussprache. Phonetische Aspekte. TH wird D. Beispiel: Thaz. U wird V/F im Wortanlaut / UU wird als W gesprochen.Z im Anlaut und nach Konsonant wird TZ/TS:Zt Z im Auslaut nach Vokal wird scharfes s, DazWaz ZZ wird als SS/ ausgesprochenMzzenWazzer51.2. Mittelhochdeutsch: Aussprache. Phonetische Aspekte. Wie sollen diese Wrter im Mittelalter ausgesprochen werden?

Walthers von der VogelweideIch saz f eime steineund dahte bein mit beine.dar f satzt ich den ellenbogen,ich hete in mne hand gesmogendaz kinne und ein mn wange.d dhte ich mir vil ange,wie man zer werlte solte leben.deheinen rt kond ich gegeben.wie man driu dinc erwurbe,der keines niht verdurbe.

Ich sa auf einem Steineund bedeckte (das eine) Bein mit (dem anderen) Bein,darauf setzte ich den Ellenbogen,ich hatte in meine Hand geschmiegtdas Kinn und eine meiner Wangen.So dachte ich lange darber nach,wie man in der Welt leben sollte.Keinen Rat konnte ich geben,wie man drei Dinge erwrbe (erwerben knnte),(so) da keines von ihnen verdrbe.61.3. Mittelhochdeutsch: Grammatische Bemerkungen. Die Grammatik ist hnlich dem Neuhochdeutschen. O-Stmme Substantiven treten eine andere Klasse im Neuhochdeutschen ber. Keine gemischte Deklination. Archaische Du-Formen in vielen Zeiten. Rechstschreibung. Keine Groschreibung von Substantiven. (Nur Eigennamen)Auslautverhrtung wird gekennzeichnet. Palatalisierung. (Unterschiede zwischen /s/ und //)

Auslautverhrtung: der knic / des kniges.Palatalisierung: mzzen/ezzen; kuss/kirse/slchen.

71.3. Mittelhochdeutsch: Grammatische Bemerkungen. Das Verbalsystem des Mhd. besteht aus drei unterschiedliche Gruppen:Schwache Verben (z.B: gelouben; sagen; hoeren; grezen)Starke Verben (z.B: nemen; rten; lhen)Anomale Verben (z.B: wizzen; gunnen; kunnen; mezen/mzzen)Die Deklinationen sind in nur zwei Klassen eingegliedert:Starke FlexionSchwache Flexion81.3. Mittelhochdeutsch: Grammatische Bemerkungen. Die Konjugation von Nemen (nime) / nmen.

Die Konjugation von sn.

IndikativIch nimeD nimestEr / ez / siu;si;sie nimetWir nmenIr nmetSie / si nmentPrteritumIch namD naeme_ Er / ez / siu;si;sie namWir nmenIr nmetSie / si nmenIndikativIch binD bistEr / ez / siu;si;sie istWir birn/snIr birt/stSie / si sintPrteritumIch wasD waereEr / ez / siu;si;sie wasWir wrenIr wretSie / si wren91.3. Mittelhochdeutsch: Grammatische Bemerkungen. Deklination tac

KasusSingularPluralNominativDer tacDie tageAkkusativDen tacDie tageGenitivDes tagesDer(e) tageDativDem(e) tageDen tagen102. Mittelalterliche Literatur. Deutsche Literatur im Mittelalter:Frhmittelalter (500-1180)Hochmittelalter (1170-1250)Sptmittelalter (1250-1500)

112.1.Hochmittelalter: Deutsche LiteraturMerkmale: Lateinisch : Sprache der Intelektuelle.Lesen und Schreiben = Mnchen und AdeligenVorliebe fr Formeln, Klischees und tradierte FigurenDichtung ist symbolischWeltbild:Gott ist die Spitze. Gegensatz: Gut-Bse, Gott-Teufel, Erlsung-ErbsndeMenschen fhlten sich nicht als Individuum, sondern als Glied einer Gemeinschaft.

WORTSCHATZBsewicht: malvado / e, Erlsung: liberacin / e, Erbsnde: pecado. / Adelig(e): noble Im Mittelalter wurden alle die Dokumente fast auf Lateinisch geschrieben. Es ging um die Sprache der Kirche, auf der die smtliche Rituelle durchfhrten. Ebenso waren Mnchen und Adeligen die einzigen, die lesen und schreiben knnten. Die Vlker waren Analphabeten und der Luxus der Ausbildung war nur fr einige wenige vorbehalten. Mittelalterlicher Literatur geht es im Gegensatz zu unserem Kunstverstndnis nicht um Ausdruck persnlicher Erfahrung oder Beobachtung, sondern um das Allgemeine, Ideelle, Typische, das gegenber der unmittelbar erfahrbaren Wirklichkeit als die eigentliche Wirklichkeit gilt, die letztlich in Gott grndet und auf die alles bezogen ist.Daraus erklrt sich "die Vorliebe fr Formeln und Klischees und tradierte Figuren, erklrt sich die hyperbolische Darstellung von Helden, Damen und Bsewichtern, die immer die besten, schnsten und schlechtesten sind". Daher ist die Dichtung des Mittelalters symbolisch, d.h. im Einzelnen das Allgemeine darstellend.

122.2. Hochmittelalter: Die DichtungRITTERTUM-Aufgabe der Literatur-Darstellung der ritterlichen IdealeDienst fr den HerrnDienst fr die KircheFrauendienstWORTSCHATZBeritten (adj): a caballo / e, Standesbezeichnung: profesin, ttulo / Das Rittertum spielte im Hochmittelalter eine herausragende Rolle. Ursprnglich bezeichnete man mit Rittertum eine militrische Institution im frnkischen Heerwesen. Die ehemals berittenen Krieger im Dienste von Adligen und Knigen bernahmen deren Lebensformen. Der Begriff Ritter galt nun als Standesbezeichnung. Es bildete sich ein Rittertum heraus, welches geprgt wurde von Festen, Turnieren, typischen Symbolen (z.B. Wappen) und spezieller Kleidung. Es entstanden drei wesentliche ritterliche Ideale: Dienst fr den Herrn (weltliche Ritterideale), Dienst fr die Kirche und Christenheit (christliche Ritterideale) und den Frauendienst. Die Wirklichkeit sah jedoch anders aus: Habgier, Hurerei und Totschlag waren typische Snden der Ritter. Die hochmittelalterliche Dichtung hatte die Aufgabe, das ritterliche Ideal darzustellen. Das hfische Epos (Ritterepos) und der Minnesang waren die Hauptformen der ritterlichen Dichtung.

132.2. Hochmittelalter: Die DichtungMINNESANG-Liebesdichtung des 12.-14. Jh-Dichter, Komponisten und SngerJeder Minnesnger war an die Vorstellungen, Normen, Konventionen der hfischen Gesellschaft gebunden. WORTSCHATZIn + Dat eindringen: introducirse en / e, Liebeserklrung: declaracin de amor / geistig: espiritual

Die Minnedichtung entstand in der Provence. Sie wurde an den Adelshfen von ritterlichen Sngern, den Trobadors, vorgetragen und verbreitet und ist ber Nordfrankreich in den deutschen Sprachraum eingedrungen. Die deutsche Minnedichtung vergeistigte die Trobadorlyrik zur "hohen Minne".Minnelyrik variiert einen engen Kreis von Motiven und Formen. Die Gedichte wurden zur Laute gesungen. Dies erforderte eine strenge Gliederung, die Strophenform des "Kanzone" (=Lied): Sie teilt sich in den Aufgesang und den Abgesang. Der Aufgesang ist noch einmal in zwei Teile (Stollen) gegliedert; die Teile sind am Reimschema erkennbar.Thematisch enthalten Minnelieder die Liebeserklrung eines Ritters an eine (verheiratete) Adlige, den Preis ihrer inneren und ueren Vorzge, die Hoffnung auf Erhrung, die Klage ber die Unerfllbarkeit dieser Hoffnung und - damit zusammenhngend - ber den Konflikt zwischen geistiger Liebe und Sinnlichkeit. Das Verhltnis des Ritters zu seiner Herrin ist dem Verhltnis zwischen Lehensherr und Lehensmann nachgebildet.

142.3. Hochmittelalter: Literarische FormenHfisches Epos

Heldenepos

Spruchdichtung

hfisches Epos:Im Mittelpunkt steht meist ein adliger Ritter, der viele Abenteuer bestehen und seine Ideale beweisen muss, damit er die hchste Ritterwrde erhlt: die Aufnahme in die Tafelrunde am Hofe des Knigs Arthus; z.B.Parzival,ErecoderIwein.Das hfische Epos zeigt die Vorstellung des Lebensideals und der ritterlichen Tugenden.

Heldenepos:Im Mittelpunkt steht das Bestehen eines Abenteuers.

Spruchdichtung:Die Spruchdichtung unterscheidet sich zwischen "Sprechspruch", mit belehrendem Inhalt, und dem lyrischen "Sangspruch", mit religisen, politischen oder moralischen Inhalten. Ein bedeutender Vertreter des Sangspruchs war Walther von der Vogelweide. Der Sangspruch lste sich spter in den Meistersang auf.

Tagelied:Das Tagelied ist ein Minnelied, das die Verabschiedung zweier Liebender nach einer gemeinsamen Liebesnacht, den Schmerz des Abschieds und die Furcht der Aufdeckung der Liebe zum Thema hat. Herausragende Tagelied-Dichter sind Walther von der Vogelweide (z.B.Friuntlichen lac), Heinrich von Morungen (z.B.Ow, - Sol aber mir iemer m) und Wolfram von Eschenbach.

Kreuzlied:Das Kreuzlied ist eine Form des Minnesangs, in welcher der Minnesnger vor der Entscheidung steht, sich einem Kreuzzug anzuschlieen oder den Minnedienst fr seine Herrin fortzufhren. Kreuzlieder schrieben z.B. Friedrich von Hausen (z.B.Min herze und min lip die wellent scheiden) und Albrecht von Johannsdorf (z.B.Ich und ein wp).

152.4. Hochmittelalter: Vertreter und WerkeGottfried von Straburg.

Tristan und IsoldeAus den Werken von Gottfried Von Straburg steht im Mittelpunkt Tristan und Isolde. GottfriedsTristan, ein um 1210 entstandener und Fragment gebliebener Versroman, ist eine Bearbeitung desTristan und Isolde-Stoffes. Es ist eine Art Gegenstck zum Nibelungenlied. 162.4. Hochmittelalter: Vertreter und WerkeHartmann von A

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