Elektronische Musik

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    10-Oct-2015

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<ul><li><p>Jahresarbeit zum Abschluss der 12.Klasse </p><p>an der </p><p>Freien Waldorfschule Freiburg-Rieselfeld </p><p>vorgelegt von </p><p>Pascal Kuri </p><p>Im Schuljahr 2013/2014 </p></li><li><p>1 </p><p>Einfhrung .............................................................................................................. 2 </p><p>Warum elektronische Musik, warum nicht Computermusik? ............................... 4 </p><p>Mein Weg zur elektronischen Musik ........................................................................... 6 </p><p>Elektronische Musik ................................................................................................ 8 </p><p>Aufbau der Tne und Klnge ....................................................................................... 8 </p><p> Technische Errungenschaften: Geschichte der elektronischen Musik ...................... 12 </p><p>Was ist FL Studio? ................................................................................................. 17 </p><p>Pattern ....................................................................................................................... 19 </p><p>Das Piano Roll ............................................................................................................ 22 </p><p>Die Playlist .................................................................................................................. 24 </p><p>Was ist ein Sample und was ein Loop? ..................................................................... 26 </p><p>Oszillatoren ................................................................................................................ 28 </p><p> LFO (Low Frequenzy Oscillator) ................................................................................. 32 </p><p> VST Plugins ................................................................................................................. 33 </p><p>Der Mixer ................................................................................................................... 35 </p><p>Was sind Automation Clips? ...................................................................................... 39 </p><p>Edit Events ................................................................................................................. 40 </p><p>Welches Equipment wird wirklich bentigt? ............................................................ 41 </p><p>Von der Idee zum fertigen Lied .............................................................................. 44 </p><p>Schluss .................................................................................................................. 50 </p><p> Glossar ........................................................................................................................ 52 </p><p> Quellenverzeichnis ..................................................................................................... 59 </p></li><li><p>2 </p><p>Elektronische Musik, dieser Begriff wird hufig missverstanden. Die Vorstellung, </p><p>elektronische Musik bestnde nur aus Techno, House, Dance oder Elektro, ist weit </p><p>verbreitet. Da diese nun wirklich recht spezielle, wenn auch inzwischen weit </p><p>verbreitete Musikrichtungen sind, kann leicht die Vorstellung aufkommen, sie allein </p><p>reprsentierten elektronische Musik. Mittlerweile haben sie ihren festen Platz in der </p><p>Vielfalt der Musikrichtungen gefunden und verdienen, wie ich finde, durchaus ihre </p><p>Beachtung und sollten genau so geschtzt werden, wie etwa Jazz, Rock oder Klassik. </p><p>In der elektronischen Musik gibt es unzhlige Genres mit ihren Subgenres, wie Trip-</p><p>Hop, Psychedelic Ambient, Chiptune, Breakbeat, Lo-Fi oder Glitch Hop, die sich alle </p><p>durch charakteristische Merkmale unterscheiden. Lo-Fi ist zum Beispiel eine spezielle </p><p>Musikrichtung, in der oft das Krakeln von Schallplattennadeln benutzt wird, dabei </p><p>werden Sounds verwendet die bersteuert oder Beats die verzerrt sein knnen. Oft </p><p>sind Geigen oder Gitarren dabei. Ein wenig kann Lo-Fi als Hip-Hop mit dreckigeren </p><p>Beats und verzerrteren Sounds ohne Text betrachtet werden. Hufig werden auch </p><p>Filme oder Menschen zitiert. Der Begriff Lo-Fi stammt von Low Fidelity und beschreibt </p><p>schlechte Aufnahmen, das Gegenteil von Hi-Fi, also High-Fidelity. </p><p>Diese unterschiedlichen Genres sind den Wenigsten bekannt. </p><p>Dubstep, Drum &amp; Bass oder Elektro Swing kennt man eher. Ihre Subgenres jedoch, </p><p>wie Jump-Up, Darkstep oder intelligent Drum &amp; Bass sind der Masse wieder vllig </p><p>fremd. </p><p>Natrlich sind Vorurteile diesen speziellen Musikstilen gegenber nicht vllig </p><p>grundlos. Elektronische Musik ist, ein wenig wie das Internet, noch relativ neu. Fr </p><p>die ltere Generation ist es oftmals schwer, sich vorzustellen, wie diese Musik </p><p>zustande kommt. Auch sind ihnen die neuartigen Klnge fremd. Hinzu kommt, dass </p><p>ein Groteil der Charts, also der bekanntesten und erfolgreichsten Songs, fast </p></li><li><p>3 </p><p>ausschlielich am Computer entstanden ist. Bekanntlich bestehen diese aktuellen </p><p>Charts aus einfachsten Melodien und Rhythmen. Die sthetische Vielfalt und der </p><p>Reichtum, der durch Synthesizer erzeugten Klnge und der elektronischen Musik, </p><p>bleiben damit verborgen. </p><p>Eine grundstzliche Abneigung entspringt, meiner Meinung nach, aus Unkenntnis und </p><p>Unwissenheit. </p><p>Eine weitere Unsicherheit bringen die Begriffe elektroakustische Musik, </p><p>Computermusik und elektronische Musik. Welcher dieser Begriffe beschreibt nun </p><p>das Komponieren und Vertonen von Musik am Computer? </p><p>Die elektroakustische Musik ist eine Art Spielerei mit den Mglichkeiten der </p><p>elektronischen Klangerzeugung und der Bearbeitung von akustischen Eindrcken. Es </p><p>werden beispielsweise Aufnahmen von Zgen mit Schritten im Schnee vermischt und </p><p>elektronisch verzerrt. Nur fr die Wenigsten ist diese Musik wirklich hrenswert und </p><p>auch ich zhle mich nicht zu jenen. Zu sehr entsteht der Eindruck, Industrielrm in </p><p>seiner unangenehmsten Form wrde zu Kunst erhoben werden. Wer bereits </p><p>elektronische Musik als Lrm empfindet, sollte sich von der elektroakustischen Musik </p><p>also unbedingt fernhalten, um dadurch in seinem Vorurteil, gegenber elektronischer </p><p>Musik nicht noch Besttigung zu finden. </p><p>Die elektronische Musik beschreibt Klnge, die mit elektronischen Instrumenten oder </p><p>Klangerzeugern erzeugt werden und keine herkmmlichen akustischen Instrumente </p><p>verwendet. Auch das Komponieren am Computer knnte also dazugehren. </p><p>Tatschlich entwickelte sich daraus der Begriff Computermusik. Dieser wird sogar </p><p>auf Wikipedia umfassend beschrieben. Elektronische Musik ist also nur ein </p><p>berbegriff fr, unter Anderem, meine Art des Musizierens am Computer. </p></li><li><p>4 </p><p>Der Begriff Computermusik ist den Wenigsten bekannt und drfte einige sogar </p><p>abschrecken. Auch habe ich das Gefhl, dass Computermusik ein wenig komisch und </p><p>nach etwas ganz anderen klingt, als es wirklich ist. Bei Computermusik fehlt der Bezug </p><p>zum Komponisten im Begriff. Es entsteht der Eindruck, man habe auf einen Knopf </p><p>gedrckt, und der Computer habe direkt ein Ergebnis, ein fertiges Lied, ausgespuckt. </p><p>Auch kommt das Gefhl auf, der Computer sei das Instrument. Das ist nicht der Fall. </p><p>Da die Instrumente virtuell sind, kann der Computer oder ein Keyboard mit dem </p><p>virtuellen Instrument funktionieren, wie die Finger oder der Bogen mit einem </p><p>blichen akustischen Instrument, als eine Art Medium. </p><p>Das Vorurteil, auf ein paar Knpfe drcken und fertig, ist der grte Feind eines </p><p>elektronischen Komponisten. Whrend das Programm Magix Music Maker tatschlich </p><p>mit sehr einfachen Mitteln auskommt, ist das bei profitauglichen Programmen </p><p>gnzlich anders. Der Weg zum fertigen Lied ist schwer und lang. Ein gutes Lied kann </p><p>Monate, wenn nicht sogar ein Jahr bentigen um wirklich ausgereift zu sein. Von der </p><p>Idee, zur Gestaltung, ber Instrumentenfindung, den Rhythmus, das Tempo, die </p><p>Synthesizerprogrammierung, die Effekte und das Mastering, sind es tausend kleine </p><p>Schritte. Man begegnet unterschiedlichsten Arbeitsgebieten, die man kennen oder </p><p>kennenlernen und durchschreiten muss. Besonders in meinem Entwicklungsstand ist </p><p>dies noch sehr zeitaufwendig. An einzelnen Liedern kann ich so mehrere Stunden am </p><p>Tag, monatelang, jeden Tag sitzen und arbeiten. Da ich nebenbei noch einiges </p><p>darber lernen muss, ist es nicht ganz so einfach, flssig arbeiten zu knnen. </p></li><li><p>5 </p><p>In der heutigen Gesellschaft wird die elektronische Musik viel zu wenig geschtzt und </p><p>in ihrer Komplexitt durchgehend in Frage gestellt. Genau wie die CGI Special Effects </p><p>bei Kinofilmen, oder die Programmierung von Spielen, wird die elektronische Musik </p><p>als schnell und einfach in der Produktion hingestellt, doch allein durch ihre Vielfalt </p><p>sollte klar sein, dass dies nicht so einfach ist, wie man es sich vielleicht vorstellt. Wie </p><p>knnte es sein, dass zwei vllig unterschiedliche Lieder, beide elektronisch, mit ein </p><p>paar Knopfdrcken gemacht wurden? Das ist bereits in der Vorstellung unrealistisch. </p><p>Im Praktischen Teil habe ich mich mit dem Komponieren und Fertigstellen zweier </p><p>eigener elektronischer Musikstcke beschftigt. Von der Grundidee (Melodie) ber </p><p>die Begleitungen, die Instrumente, die Rhythmen, das Mastering usw. entstand alles </p><p>aus meinen Vorstellungen und der eigenen Kreativitt. Auch steht mir die Mglichkeit </p><p>frei, meine Musik zu vermarkten und damit Geld zu verdienen. </p><p>Der theoretische Teil befasst sich berwiegend mit den Grundlagen des Musizierens </p><p>mit elektronischen Hilfsmitteln. Des Weiteren werde ich auf die Geschichte der </p><p>elektronischen Klangerzeugung eingehen, sowie einige Technologien erklren, ohne </p><p>die eine Komposition am Computer berhaupt nicht mglich gewesen wre. Auch </p><p>gibt es eine Chronologie der Entstehung meiner Lieder. </p></li><li><p>6 </p><p>Seit Ewigkeiten bin ich riesiger Musik- und Filmfan. Durch Musik kann so Vieles </p><p>ausgedrckt und transportiert werden, wie man es sich kaum vorstellen kann. </p><p>Gefhle aller Art knnen ihren Ausdruck finden, oft auch ganz ohne Gesang. </p><p>Instrumentalmusik war mir schon immer die liebste, auch wenn es wirklich gute </p><p>Stcke mit Vocals gibt. Als ich dann 13 Jahre alt war, lag, auf meinen Wunsch hin, </p><p>unter dem Weihnachtsbaum Virtual DJ. Ein simples Programm, mit dem man </p><p>verschiedene Lieder zusammenmischen kann. Auch wenn ich dieses Programm </p><p>niemandem empfehlen wrde, hat es mir den Weg in die elektronische Musik </p><p>bereitet. </p><p>Spter bekam ich Magix Music Maker, mit dem ich monatelang Musik machte und </p><p>immer weniger auf Vorlagen und Loops, als auf Samples und virtuelle Instrumente </p><p>zurckgriff. 2010 endlich besorgte ich mir FL Studio 9 Signature Bundle und fing </p><p>sofort an, Musik zu machen. Natrlich zunchst sehr primitive und einfache Musik die </p><p>wirklich ein wenig komisch ist. Auf Youtube kann man unter MrHi23 meine alten </p><p>Lieder finden und die Entwicklung nachvollziehen. Nach und nach wurde ich immer </p><p>besser und hatte bereits einige Lieder geschafft, auf die ich auch heute noch ein </p><p>wenig stolz bin. </p><p>Ab Ende 2011 gab es eine groe Lcke. Einige persnliche Grnde hielten mich von </p><p>meiner Leidenschaft ab. Erst krzlich fand ich wieder zur eigenen Musik und die </p><p>Lieder der Zwlftklassarbeit sind sozusagen mein Comeback. Mit FL Studio 11, einem </p><p>Keyboard und Aktiven Nahfeld-Monitoren inklusive Interface ausgerstet, versuche </p><p>ich den Sprung von amateurhaft zu etwas Professionellem. </p><p>Dass ich elektronische Musik fr meine Zwlftklassarbeit whlen wrde, war nicht </p><p>von Anfang an klar. Zu Beginn wollte ich einen Kurzfilm drehen. Alles war bereit, ich </p><p>hatte eine Kamera und sogar eine Idee. Optimistisch dachte ich auch, dass es wohl </p><p>nicht so schwer sei, ein paar Schauspieler zu finden. Doch die Idee, die ich hatte, war </p><p>in dieser Zeit nicht realisierbar und ein absolutes Mammutprojekt. Special Effects </p></li><li><p>7 </p><p>htten programmiert und teures Equipment ausgeliehen oder gekauft werden </p><p>mssen. Die Idee gefllt mir trotzdem. Nachdem ich genau in dieser Zeit zur Musik </p><p>zurckfand, war klar: Ich mache ein Album mit ca. zehn Liedern und zu einem davon </p><p>vielleicht noch ein Musikvideo mit kleiner Story. Auch hier hatte ich bereits eine Idee. </p><p>Doch die Realitt holte mich ein. Sich in nicht einmal einem Jahr zehn einigermaen </p><p>professionelle Lieder auszudenken und zu produzieren, obwohl ich berhaupt keine </p><p>Erfahrung mit dem Mastering und den Schritten zu einem wirklich fertigen Track </p><p>hatte, war so schon kaum erreichbar. Zustzlich noch ein Musikvideo mit Story zu </p><p>drehen, also deutlich zu viel. Lieber wollte ich zwei wirklich gute und wirklich fertige </p><p>Lieder haben, als zehn mittelmig gemasterte und insgesamt eher schlechte. So ist </p><p>das Album zur Single oder auch einer Kurz-EP geworden, diese entspricht dafr </p><p>meinen Anforderungen als Perfektionist. </p></li><li><p>8 </p><p>Elektronische Musik unterscheidet sich von normaler Musik vor allem in der </p><p>Vorbereitung und Produktion. Es braucht fr die elektronische Musik wesentlich </p><p>mehr als monotone Kicks und tiefe Bsse. </p><p> nge </p><p>Grundstzlich unterscheiden sich die Tne, die von herkmmlichen Instrumenten </p><p>erzeugt werden, nicht von den elektronischen. Jedes Gerusch, jeder Ton besteht aus </p><p>Schallwellen. Bei gleichmigem Schwingen von Gegenstnden oder Saiten entstehen </p><p>diese Schallwellen in gleichbleibender Geschwindigkeit und es kommt ein Ton in </p><p>bestimmter Lautstrke und Hhe hrbar heraus. Die Luft, die uns umgibt schwingt </p><p>mit und transportiert so die Schallwellen zu unserem Gehr. Aus diesem Grund gibt </p><p>es keine Gerusche im All, es gibt keine Stoffe, die die Schwingungen transportieren </p><p>knnten. </p><p>Im Gehr wird nun das Trommelfell durch Klnge und Gerusche in Schwingung </p><p>versetzt und leitet die Informationen an unser Gehirn weiter. </p><p>Um diese Schwingungen mit Tnen zu verbinden ist es wichtig zu verstehen, wie </p><p>diese bezeichnet werden. Dabei ist es vor allem ntig, zwischen Gerusch und Ton zu </p><p>unterscheiden. </p><p>Ein Ton besteht in seiner Urform aus einer gleichmigen Welle, dabei kann man sich </p><p>am besten eine Gitarrensaite vor sein geistiges Auge holen und zupfen. Da das </p><p>menschliche Auge ein wenig trge fr Bewegungen ist, sehen wir nur, dass die Saite </p><p>schwingt. Bei extremer Verlangsamung knnen wir nun die Wellenform erkennen, die </p><p>die Saite immer wieder durchluft. Sie geht auf und ab. </p></li><li><p>9 </p><p>Diese Welle hat immer eine bestimmte Geschwindigkeit und wird in Schwingungen </p><p>pro Sekunde, kurz Hertz gemessen. An der Hertzzahl kann man die Tonhhe </p><p>erkennen. Bei 100Hz (Hertz) geht die Schwingung 100-mal in der Sekunde auf und ab. </p><p>1kHz (Kilohertz) entspricht 1000Hz. Die Zahl im Zusammenhang mit den Hertz wird </p><p>auch Frequenz genannt. Das menschliche Ohr kann durchschnittlich Frequenzen von </p><p>20Hz bis zu 20kHz (also 20 000Hz) hren. Den fr uns nicht hrbaren Bereich unter </p><p>20Hz nennt man Infraschall, ihn senden z.B. Wale aus. Auch wenn wir diese nicht </p><p>hren knnen, auf unseren hrbaren Bereich hinaufgestuft, senden diese Tiere die </p><p>lautesten Gerusche, die je ein Tier oder Mensch von sich geben kann. Da Infraschall </p><p>sehr langsam schwingt, kann man ihn durchaus erkennen, auch auditiv. Dabei hren </p><p>wir keine Tne, sondern empfinden nur die Schwingung an sich, hnlich wie einen </p><p>regelmigen Windsto. </p><p>Anders herum, alles was ber 20kHz schallt, ist fr uns auch nicht hrbar und wird </p><p>Ultraschall genannt. Hufig verwenden bestimmte Tiere Ultraschall. Echoortung </p><p>beschre...</p></li></ul>