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    13-Aug-2015

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KONVERSIONIN DER STADT UND IM LANDKREIS SCHWEINFURT

Lokale Agenda 21 der Stadt Schweinfurt Arbeitsgruppe Konversion

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Agenda-Arbeitsgruppe "Konversion"Bauer Baumann Drfer Firsching Laschka Perleth Psl Roosingh Ruppert Rttiger Unser Unser Vogel Wichmann Sebastian Anja Michael Frank Horst Joachim Wolf Mario Dr. Erich Georg Andreas Jrgen Dr. Kurt Christiane (Idealverein fr Sportkommunikation und Bildung) (Architektin) (ver.di) (DGB, Die Linke) (Kommunalpolitischer Arbeitskreis der CSU) (Architekt) (Waldschutzgemeinschaft) (ver.di) (Raumplaner, BN, Bd. 90/ Die Grnen) (Wirtschaftsingenieur, Bund Naturschutz) (Architekt, Fachberater "Barrierefreies Bauen") (Architekt, AIV) (BLSV, Die Freien) (Architektin, Stadtplaner)

Impressum Autor, Herausgeber, Satz + Layout: Lokale Agenda 21 AG Konversion Ausgabe Mrz 2013 Druck: Druckerei K. Kleider

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Inhaltsverzeichnisberblickplan Mitglieder der AG Konversion mit Impressum Inhaltsverzeichnis Vorwort Roter Faden (Zusammenfassung) Berichte UG Arbeitskrfte UG Altlasten UG Wohnen UG Gewerbeflchen UG Sport und Bildung UG Grne Band (Natur und Leben) UG Brnnhof und Sulzheim Anhang Luftbild Brnnhof (google maps) Luftbild Conn Barracks Luftbild Askren Manors Luftbild York Town Village Luftbild Ledward Barracks Luftbild Lagerhallen Militrpolizei Karte Brnnhof Karte Askren Manors Karte York Town Village Karte West Park Gesprchsprotokoll Landratsamt Gesprchsprotokoll Wohnbaugesellschaften Gesprchsprotokoll Haus & Grund Gesprchsprotokoll AIV Anschreiben Sportverbnde Ergebnisse Sportverbnde Fotos Brnnhof Presseartikel RNZ Presseartikel MM Presseartikel SW Tagblatt Karte Conn Barracks

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VorwortDifferenziert und bis jetzt zutreffend prognostizierten wir im Bericht Quo vadis Schweinfurt? bis 2030. In den Grnen Bndern zeichneten wir begehbares Grn um die Altstadt bis zum Westen und in der Lebendigen Altstadt entwarfen wir Pltze und Straen neu, um sie dauerhaft mit Anwohnern zu beleben. In diesem Geist prfte nun die Lokale Agenda 21 die lokalen Folgen, Chancen und Risiken durch die abziehende US-Army. Fr den vorliegenden Bericht Konversion fragen wir sozial-, konomisch- und umweltbewusst: Was brauchen Stadt und Landkreis? Was schadet ihnen? Was ist umsetzbar? Wir werteten ffentliche Statistiken und bundesweite Presseartikel aus, wandten uns an Betroffene (Army-Beschftigte, Insider mit aktuellen Kenntnissen, Wohnbaugesellschaften, usw.) und mgliche Interessenten (Sportverbnde, FH), besuchten zugngliche Konversionsgebiete und analysierten Luftaufnahmen der unzugnglichen. Dabei halfen uns die Verwaltungen von Stadt und Landkreis, denen wir herzlich danken! Wir wissen natrlich, dass beauftragte Gutachter bald ihren Bericht vorlegen und mit weitaus mehr Mitteln ausgestattet, hnliche Fragen angingen. Auch kennen wir die Wnsche und Vorschlge von Brgern aus der Zivilarena. Als Brger, Orts- und Fachkundige wollen wir fr eine nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung qualifiziert begrndet, Mitbrger und politisch Verantwortliche informieren sowie ihre Entscheidungen vorbereiten. Dazu finden Sie nach unserem kurz gefassten Konzept (Roter Faden) vertiefende Berichte, die im Anhang durch Karten, Luftbilder und Dokumente belegt werden. Wir stellen diese Gedanken auch ffentlich bei Veranstaltungen von Stadt und Landkreis vor. Schweinfurt, den 05.03 2013

Dr. Erich Ruppert (Sprecher der AG Konversion)

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ANALYSEN, SCHLSSE und VORSCHLGE so kurz gefasst, dass sie nur als ROTER FADEN dienen Ausfhrlicheres in den folgenden Untergruppenberichten!Nicht, was wnsch ich mir?, sondern was darf nicht sein, was schadet der Stadt und dem Landkreis? fragten wir und setzten dagegen was brauchen sie nachhaltig? Grundstzlich empfehlen wir: - die Konversion selbst zu gestalten - alle rechtlichen Mglichkeiten auszuschpfen - sich Zeit einzurumen und besonnen zu handeln Daraus leitet sich ab: x Bedrohliches durch Flchennutzung- und Bebauungsplne auszuschlieen, x Wnschenswertes mglichst konkret fr Bebauungsplne zu formulieren, x Rechtzeitig Investoren anzusprechen x Spteres durch bereinigte Flchen vorzubereiten Nun schrittweise entlang des roten Fadens:

1.) ArbeitspltzeIm Herbst 2014 werden in der Region Schweinfurt ca. 650 Army-Beschftigte arbeitslos. Dazu kommen noch mindestens 250 Betroffene in privaten Betrieben, die fr die Army in Schweinfurt arbeiten. Dies wirkt sich auch auf Handel, Gewerbe und Handwerk aus. Viele der Beschftigten sind zwar tarifvertraglich abgesichert (TASS), aber dies schafft noch keine Ersatzarbeitspltze. In dieser Krise sollte man den Strukturwandel auch mit Frdermitteln gestalten. Am besten nimmt eine Beschftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (BQG) den Konversion-Bestand auf und nutzt die unterschiedlichen Kompetenzen ihrer Mitglieder. Die Beschftigten knnen mit ihren Betriebs- und Ortskenntnissen Altlastenkataster erstellen, Altlasten beseitigen, sowie die Liegenschaften warten, pflegen, erhalten und umstrukturieren. Dabei kann / sollte die heimische Wirtschaft einbezogen werden. Die Rechtskonstruktion der BQG muss im Einzelfall geprft werden. In jedem Fall sollen die beteiligten Akteure wirkungsvoll die Gesellschaft steuern.

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2.) AltlastenEine BQG kann frhzeitig Altlasten kartieren und bewerten. Viele Liegenschaften sind mit Altlasten behaftet. Ob es sich um Nutzungsrckstnde, ob um Ausbau mit Asbest oder anderen toxischen Stoffen handelt oder nur um nicht dem heutigen Standard entsprechend entsorgten Mll: Es besteht in der Regel kein Altlastenkataster. Die BImA, die nach der Rckgabe der Liegenschaften an die Bundesrepublik fr deren Verwaltung und Vermarktung zustndig ist, haftet gegenber einem Kufer in der Regel bis zu maximal 90 % des Kaufpreises und fr die Dauer von maximal 3 Jahren fr die Altlastenbeseitigung. Hier verbergen sich materielle Risiken fr die ffentlichen Hnde.1 Nur so viel scheint klar: Die Stadt muss sich um fundierte Altlast-Untersuchungen bemhen und von der BImA verlangen, die Altlasten zu entsorgen, bzw. die Aufwendungen von den Erwerbskosten abzuziehen.

3.) WohnenDer Mietwohnungsmarkt ist relativ ausgeglichen. Finanzkrftige Nachfrager interessieren sich fr Wohnungen in gehobener Wohnlage. Die amerikanischen Wohnsiedlungen stufen wir als mittel bis eher schlecht ein. Nach Berichten der Tageszeitungen werden mit Abzug der Amerikaner 1449 Wohnungen frei. Wohnbaugesellschaften befrchten rtlich stagnierende Mieten, was notwendige Modernisierungen stark einschrnkt und eine ordnungsgeme Bewirtschaftung zum Schaden der Mieter gefhrdet. Probleme gibt es auch, falls die BImA Mehrgeschossbauten und Kasernen an Unternehmen (Heuschrecken) verkaufen, die diese dann als Eigentumswohnungen weiterverkaufen. Es zeigte sich bisher, dass neue Eigentmer meist berfordert sind, anstehende Instandhaltungsmanahmen nach Kauf einer Eigentumswohnung auch noch zu finanzieren. Es wrden sich neue ProblemGhettos bilden. Wir befrchten insbesondere, dass die gesamte Wohnbauentwicklung in der Stadt und in Dorfzentren gehemmt und damit auch ausgewiesene Sanierungsgebiete betroffen sein werden. Deshalb sollten auf dem Gelnde der Ledward Kaserne keine Wohnungen stehen, auch wenn die Bausubstanz es zuliee.

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ver.di Handlungsleitfaden Konversion, http://www.konversion-braucht-ideen.de/brennpunkte/unsermodell.html#modell_6

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Das Gelnde von Askren Manors ist fr gutes Wohnen geeignet. Statt der 697 Wohnungen im Geschosswohnungsbau, sollten per Bebauungsplan Wohnhuser oder kleinteilige Wohnanlagen mit Grten ausgewiesen werden. Die Schweinfurter Wohnbaugesellschaften sind nicht an weiteren Mehrgeschossbauten interessiert. Sie knnen sich aber vorstellen, unbebaute Grundstcke, die fr Wohnbebauung geeignet sind, zu erwerben. Wir halten diese Haltung fr klug. Wenn die Stadt neue Baustrukturen per Bebauungsplan festschreibt, knnen Schweinfurter Wohnbaugesellschaften und Architekten fr einen lngeren Zeitraum attraktive Wohnungen fr Zu- und Umziehende schaffen. Die 34 Holz-Doppelhuser in Yorktown sind natrlich fr Wohnungssuchende attraktiv, vorausgesetzt, sie sind kologisch unbelastet, was noch zu prfen ist. Yorktown kann sdlich noch erweitert werden. Wenn die Stadt zustzlich den Volksfestplatz in das von Altlasten gerumte Gelnde der Ledward Kasernen verlegt, kann sie auf dem bisherigen Fest-platz eine nachhaltig gebaute Wohnsiedlung im Grnen planen und von verkauften Grundstcken, anzukaufende Konversionsflchen refinanzieren.

4.) GewerbeflchenNach Berichten der Stadt Schweinfurt2 gibt es ausreichend Gewerbe- und Industrieflchen im Industrie- und Gewerbepark Maintal. Im Landkreis Schweinfurt steht ein Angebot an 227,6 Hektar Gewerbeflchen zur Verfgung. Circa ein Drittel (67,2 Hektar) dieser Flchen sind erschlossen und knnen im Rahmen von Gewerbeansiedlungen kurzfristig bereitgestellt werden. Nachgefragte, groe und zusammenhngende Grundstcke knnen bisher jedoch nicht angeboten werden. Das Landratsamt folgert daraus: Solche Gewerbeansiedlungen knnen prioritr auf bereits erschlossenem Gebiet wie z.B. den Conn-Barracks umgesetzt werden. Die Flche bietet hierfr ein groes Entwicklungspotenzial und der Flchenneuinanspruchnahme kann mit der Nachnutzung der Konversionsflchen entgegengewirkt werden. Unser Fazit: Es gibt gengend erschlossene Gewerbeflchen in Stadt. Der Landkreis hat noch Bedarf an groen, zusammenhngenden Flchen.2

Internetseite der Stadt Schweinfurt und Aussagen des Landkreises (siehe Gesprchs-Protokoll im Anhang) 7

Die Agenda-Gruppe sieht drei prinzipielle Mglichkeiten fr das Areal der ConnBarracks: 1. Die BImA sucht intensiv (sonst hat es wenig Sinn) mit einem Flchenmanager nach interessierten Investoren. Findet sie bald einen Nachfrager fr die groe Flche, sollte sie den Verkauf abschlieen. 2. Finden sich bald erste, kl