Kultur in Estland

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    23-Feb-2016

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  • Kultur in Estland 1

    Estland rockt!

    Kultur in Estland

    www.visitestonia.com

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    Die moderne estnische Kultur wurde ber Jahr-hunderte durch die Besetzung durch andere Nati-onen geprgt, etwas das sich in ihrer Sprache ma-nifestiert, der Architektur und in Tausenden von Volksliedern... In den letzten tausend Jahren domi-nierten Deutsche, Russen, Dnen, Schweden und Polen das kleine Estland. Trotz der heutigen Unab-hngigkeit Estlands haben alle Nationen ihre Spu-

    ren hinterlassen. Die heutige Kultur ist ein Destillat aus Jahrhunderten der Geschichte: Sngerfeste, Poesie, und Literatur zeugen von dieser kulturellen Melange genauso wie die traditionelle Architektur einer Scheune bis hin zu modernen Glasbauten oder dem Muster auf einem Strickhandschuh oder interaktiven Prozessen im Internet.

    Auf den ersten BlickDie erste Begegnung mit Estland findet fr die Mehrzahl der Gste in Tallinn statt. Die tausend Jahre alte Hauptstadt ist eine der nrdlichsten Metropolen Europas und gilt als bestes Beispiel fr eine mit Mauern befestigte mittelalterliche Stadt. Kein Wunder also, dass die Altstadt den Status eines UNESCO-Weltkulturerbes besitzt. Beson-ders in Tallinn sieht man Strukturen und Zeugen aus verschiedenen Jahrhunderten, die zu einer Vielzahl von interessanten Stilen gefhrt haben. Kriege und unterschiedliche Baustile haben eben-so ihre Spuren hinterlassen wie Perioden, in de-nen Tallinn durch wohlhabende Kaufleute geprgt wurde oder durch andere zahlreiche wechselnde Gruppierungen. Mittlerweile hat sich die Stadt dazu verpflichtet, die Altsstadt zu erhalten, was in Zeiten knapper Kassen nicht immer mglich war. Alte Gebude wurden deshalb abgerissen, um mo-derneren Trends zu folgen. Tallinn versteht sich als eine sich wandelnde Stadt, ein Spaziergang durch die engen Gassen fhrt an historischen Gebuden, Kirchen und Geschften an jahrhundertealten Standorten vorbei, whrend neuere Bauten in den moderneren Vierteln der Stadt wie Wahrzeichen in die Hhe ragen. Ob ein Besuch im Knstlervier-tel Kalamaja (was Fischhaus bedeutet), im Kadri-org-Park (der nach der Ehefrau des Zaren Peter I. auch Katharinenthal genannt wird) oder im Uue-Maailma (die neue Welt, einem Wohnviertel und

    Musterbeispiel fr urbane Vielfalt) oder ein Ausflug in die modernen Stadtteile, alles liegt in unmittel-barer Nhe und ist zu Fu, per Fahrrad, Taxi oder mit der Straenbahn schnell zu erreichen.

    Um Kunst in Tallinn zu entdecken, bietet sich als perfekter Ausgangspunkt die Tallinner Kunsthalle an, Estland bestes Beispiel des Funktionalismus.

    Von dort aus geht es weiter ins KUMU, das nicht nur die grte Kunstsammlung in den baltischen Staaten beherbergt, sondern 2008 auch die Aus-zeichnung fr Europas bestes Museum erhielt. Das KUMU-Museum liegt neben dem wunderschnen Kadriorg-Park und zeigt die besten Werke estnischer Kunst, zudem gibt es auch stndig wechselnde in-ternationale Ausstellungen mit spannenden Expo-naten. Einen kurzen Spaziergang vom KUMU ent-fernt, stt der Besucher auf Kadriorg, ein Gebiet

    Das estnische Kunstmuseum KUMU

    Ein buntes Straenfest im angesagten Viertel Neue Welt

    Mittelalterliche Tage auf dem Rathausplatz

    Eine Kultur aus Geschichte und Besatzung destilliert

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    Die besten Beispiele fr Bderarchitektur und est-nischen Funktionalismus vom Beginn des 20. Jahr-hunderts finden sich in Prnu. Den Ruf als Estlands Sommerhauptstadt trgt Prnu zu Recht denn wenn Tartu mit der Abreise seiner Studenten im Sommer ruhig und verschlafen wirkt tobt in Pr-nu das Leben. Whrend eines kurzen Spaziergangs knnen sich die Besucher an modernen Veran-

    staltungen und Konzerten erfreuen. Und falls das nicht reicht, warten immer noch die Strnde und Beachclubs, die Prnus ruhige Eleganz wie auch sein pulsierendes Nachtleben widerspiegeln.

    Einzigartige ErlebnisseDen Facettenreichtum eines authentischen est-nischen Alltags finden Besucher zu einem groen Teil auerhalb der Stdte. Drei grere, ganz spe-zielle Regionen sind hier erwhnenswert: Setumaa, Lahemaa und die Inseln.

    In der sdstlichen Ecke von Estland liegt Setu-maa, historisch betrachtet eine orthodoxe Region und damit ein Zentrum von Traditionen, die bis in die Gegenwart fortleben. In diesem Landstrich werden uralte Volkslieder gesungen, eine ganz an-dere Sprache benutzt als die geschriebene im Nor-den Estlands, Trachten und Schmuck hergestellt und ohne Zweifel ist Setumaa berhmt fr seine kulinarischen Knste. Vieles davon knnen Besu-cher im Setu Bauernhofmuseum in Vrska erle-ben. Aber mit ein wenig Glck lsst sich sogar die wahre Schnheit des Alltags erleben. Einen Besuch wert sind auf jeden Fall die Volksliedertage, Mes-sen und der Tag der Monarchie, an dem das Setu-

    reich an barocker Architektur. Davon zeugen allein das atemberaubende Kadriorg-Schloss und die Gr-ten, sowie das Mikkeli Museum.

    Lange Wochenenden und KurztripsWer mehr als einen Tag, aber keine Woche Zeit fr seine Reise hat, sollte einen Besuch in einer der schnen estnischen Stdte einplanen. Vieles lsst sich an nur einem Tag und ohne Hektik entdecken. Mit dem Zug oder Bus kommt der Besucher mor-gens in Tartu, Viljandi oder Prnu an und kehrt am Abend schon wieder an sein Ausgangsziel zurck.

    Die im Jahre 1632 gegrndete Universittsstadt Tartu bildete immer die Seele des Landes. Impo-sante Kirchen aus dem Mittelalter stehen eintrch-tig neben den klassischen Gebuden der Univer-sitt. Lebendig wirkt die Stadt durch ihre grnen Parks, die historischen Schiffe und seine vielen gemtlichen Cafs und Restaurants. Auerdem sind Tartus 100 Jahre alten Vororte gut erhalten geblieben: ihr Geist der Bohme versetzt Besucher noch heute in eine andere Zeit. Tartu lebt und ist sich als Stadt seiner Einzigartigkeit durchaus be-wusst. In der sympathischen Stadt Viljandi herrscht ebenfalls ein besonderes Klima. Hier brennt das ganze Jahr ber ein Feuer der Kultur, das von der

    Kulturakademie, dem Ugala Theater, dem Kondas -Zentrum fr naive Kunst und von regelmigen Volksmusik-Festivals entfacht wird. Fr diejenigen, die Tallinn und Tartu verlassen wollen, um einen anderen Rhythmus in einer knstlerischen Umge-bung kennen zu lernen, knnte Viljandi genau die richtige Wahl sein.

    Die Sommerhauptstadt Prnu

    Seto-Frauen in farbenprchtigen Trachten singen traditionelle Lieder

    Tartu Liebesfilm-Festival tARTuFF

    Das Kondas -Zentrum fr naive Kunst in Viljandi

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    Knigreich ausgerufen und ein neuer Vizeknig fr das Jahr gewhlt wird. Bei diesen Veranstaltungen erleben Gste die Setu-Kultur aus nchster Nhe und kommen in den Genuss auergewhnlicher kulinarischer Spezialitten.

    Den Lahemaa-Nationalpark an der Nordkste Est-lands lieben nicht nur die Einheimischen wegen seiner wunderschnen Natur. Mindestens ebenso beeindruckend prsentieren sich in Lahemaa die prachtvollen Herrenhuser (Palmse, Sagadi, Vihu-

    la), die sich Liebhaber der estnischen Architektur nicht entgehen lassen sollten. Alle Herrenhuser haben aufgrund ihrer Museen einen hervorra-genden Ruf. Ausgezeichnetes Essen versprechen die Gasthfe in den Drfern von Altja und Viit-na auch ein Abstecher nach Ksmu, dem Dorf der Kapitne, lohnt sich immer. Wer in Richtung Lahemaa nach Osten reist, passiert die freund-liche Stadt Rakvere bis die Autobahn schlielich bei Narva endet. Hier trifft man auf eine der schnsten Burgen in Estland und sieht auf der anderen Seite des Flusses Russland.

    Volkskultur in ihrer schnsten Form bescheren dem Besucher die kleinen Inseln Kihnu und Ruhnu an der Westkste Estlands. Die groen Inseln Saaremaa, Hiiumaa, Muhu und Vormsi, unter-scheiden sich voneinander durch den ganz eige-nen Stolz ihrer Bewohner. Kulturbegeisterte sollten auf jeden Fall Saaremaas mittelalterliche Kirchen, die wunderschnen Windmhlen und in der Stadt Kuressaare das Schloss von der Bruderschaft des Schwertes besichtigen. Hiiumaa wiederum ver-fgt ber Nordeuropas ltesten Leuchtturm den Leuchtturm von Kpu.

    Alle die oben genannten Regionen eignen sich fr lngere Ferien denn die Sehenswrdigkeiten lie-

    gen nur eine kurze Autofahrt entfernt (oder eine etwas zeitaufwndigere Fahrradfahrt). Es ist nicht schwer, ein schnes Hotel oder ein gutes Restau-rant zu finden. Alle Mglichkeiten des kulturellen Lebens finden sich hier: weg vom Lrm der Stdte, aber immer noch im Herzen des Lebens.

    Estnische KcheEssen ist eines von unserem ltesten kulturellen Erbe. Estnische Ernhrungsgewohnheiten wurden vor allem durch die deutsche und russische Kche beeinflusst. Darber hinaus spielen natrlich die Besonderheiten nrdlicher Regionen eine Rolle aus verstndlichen Grnden stehen Wein und tro-pische Frchten nicht so im Fokus der estnischen Kche. Dafr sind Produkte aus Getreide, wie Brot und Brei, Bier und Wodka, mit ihrer hohen Qualitt eine Ehrensache fr Esten. Die heutigen estnischen Kche folgen dem Beispiel ihrer skan-dinavischen Kollegen und haben eine feine und moderne Kche entwickelt. In den heimischen Wldern, dem Meer und auf den Feldern gibt es viele leckere Zutaten, es ist nur notwendig, sie in spannenden Kombinationen auf den Tisch zu bringen. Kein Wunder also, dass die Auswahl an

    guten, modernen Restaurants in Tallinn zahlreich ist und der estnische Geschmack einen Ehren-platz in der Kche einnimmt. Mrkte im Sommer bieten sich hervorragend an fr eine kulinarische Entdeckungsreise. Als typische Mrkte bekannt sind der Nmme-Markt in Tallinn und in Tartu die

    Interessante Architektur gibt es in ganz Estland Mittelalterliche Kulisse auf Saaremaa

    Kochen in der estnischen Kche mit frischen Zutaten

    Operntage in Kuressaare Reine Aromen auf dem estnischen Markt im Rottermann-Quartier in Tallinn

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    Markthalle, beides hervorragende Beispiele fr die Markt-A