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    02-Jul-2015

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[KZ BUCHENWALD]von Jano Fritz

Gliederung

Geschichtlicher Hintergrundy

kurzer berblick Lageplan

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Erfahrungsbericht eines Besuchs Gedicht eines Hftlingsy

fiktional

Jedem das Seine in der Werbebranchey

eigene Werbeideen

persnliches Fazit

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Geschichtlicher HintergrundDas Konzentrationslager Buchenwald wurde von 1937 bis 1945 auf den Ettersberg bei Weimar erbaut und war das grte in ganz Deutschland. In diesem Zeitraum waren rund 250 000 Menschen aus allen Teilen Europas in dem Arbeitslager inhaftiert. Insgesamt kamen Schtzungsweise 56.000, davon 11.000 Juden, in dieser Zeit dort um. Bei dem Lager handelte es sich nicht um ein Vernichtungslager. Die inhaftierten wurden zu schweren krperlichen Arbeiten herangezogen und starben an den Bedingungen vor Ort. Sie wurden durch die SS-Offiziere ausgebeutet. Teilweise wurden sie auch aufgrund manchmal mehr oder weniger haltloser Anschuldigungen ermordet. 1937 begann man durch hinzugezogene Hftlinge aus den anderen Lagern, beispielsweise aus Sachsenhausen und Sachsenberg, das KZ Buchenwald aufzubauen. Zu Anfang war das Lager fr politische Gegner, Homosexuelle, vorbestrafte Kriminelle, Juden und die Zeugen Jehovas gedacht. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, hatte man zunehmend Menschen aus anderen Lndern inhaftiert. Bei der Befreiung, welche am 08.April 1945 stattfand, waren rund 95 % der inhaftierten Nicht-Deutsche. Die Befreiung fand unter den Augen der US-Armee statt. Nach deren Abzug bernahmen Truppen der sowjetischen Besatzungsmacht das Lager. Diese nutzten es, um abermals politische Gegner darin einzusperren. Dieses geschah bis 1950 und forderte circa 7.000 Tote. Das Lager wurde im Rahmen eins Luftangriffs durch die USA stark beschdigt, sodass heute nicht mehr alle Gebude auf dem Gelnde stehen. Das KZ wurde von der damaligen Regierung der DDR im Jahre 1958 zu der Nationalen Mahnund Gedenksttte Buchenwald erffnet. Ein Umbau des Gelndes welches im Jahr 1991 geschah, machte es mglich, viele Ausstellungen rund um die frhere Nutzung des Konzentrationslagers dort einzurichten.

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ErfahrungsberichtEs war ein grauer, regnerischer Tag als wir ein matschiges Waldstck durchqueren mussten, um zum KZ Buchenwald zu gelangen.Und schon bei der Durchquerung des Waldes bekahm ich ein seltsames Gefhl bei der Betrachtung der Umgebung. Was geschah denn zum Beispiel genau dahinten zwischen den beiden Bumen damals ? Rannten hier welche entlang und konnten sogar fliehen ? Der Weg dauerte gefhlte 20-30 Minuten indenen ich immer wieder dieses Gefhl aufkommen lie um es dann doch irgendwie zu verlieren. Als man dann die letzten Stufen einer metallernden Treppe hinaufstieg und sofort das erste, graue Haus sah, machte sich eine gewisse Traurigkeit breit, ohne wirklich zu wissen, was in diesem Haus geschah. Wahrscheinlich musste man das auch gar nicht. Jeder winzige Millimeter dieser Anlage hatte dunkle Geheiminsse und sicherlich keine positiven Absichten. Wir liefen weiter zu einem Treffpunkt, dessen drum herum doch schon sehr an eine Bundeswehrkaserne erinnerte.Die Fhrung begann. Angefangen in einem Raum, in dem ein Modell der Anlage stand, gingen wir dann weiter zu einer Baracke, inder man Leute einsperrte, die sich ihrer Meinung unfletlich verhalten hatten. Als erstes sah man den Dienstraum, der die Inschrift "Meine Ehre heisst Treue" an einer der vier Wnde trug.Es gab nur einen einzigen Gang in dieser Baracke. Dieser Gang war sehr eng und khl. Einige kleinere Rohre liefen an den Wnden entlang. Dicke hsslige Ten aus stahl, an denen nichts weiter als eine schwarze Zahl stand. Die Zellen winzig. Hchstens 2 qm. Und darin saen bis zu 15 Gefangene.In einigen Zellen waren Bilder und kleine Informationstexte zu den Gefangenen,die es in dieser Zelle aushalten mussten. Man las sie. Ging zu der nchsten Zelle und guckte durch das Guckloch der Tr hindruch.Man las wieder.Die Zellen waren alle in einem tristen braun gehalten. Eine art Fenster, dass aber nur den Himmel zeigte und ein hlzernees , an der Wand befestigtes "Bett" waren alles was dem Inhaftierten blieb. Nchste Zelle.Sie waren alle nicht leer, auch wenn sich keiner mehr darin befand. Sie waren voll mit Geschichten. Ich bemerkte, wie alle schwiegen. Keiner brachte einen Ton hervor. Wollte, konnte oder durfte man nicht? Diese Tatsache hielt noch die gesammte Fhrung an.5

Weiter ging es dann zu dem Apellplatz, den man nur erreichen konnte, wenn man ein eisernes Tor mit der Inschrift "Jedem das seine" passierte. Die Inschrift war so ausgerichtet, dass die Inhaftierten des KZ`s es vom Apellplatz immer sehen konnten. Als wir dann ungefhr in der Mitte des Apellplatzes standen, zeigte sich erst das ganze Gelnde. Es war ringsum von einem Zaun aus Stacheldraht umgeben.Eigentlich nur ein bisschen Draht, welches die Juden von der Freiheit trennte. Auf der anderen Seite des Zaunes befand sich unteranderem ein Zoo fr die Nazis, den die Juden auch immer sehen konnten. Man stand wie auf einer art Hgel. Es machte den anschein, als knne man einfach wegrennen und in die Wlder entwischen. Alles sah so weitlufig aus. Man musste aber auch bedenken, das eine vielzahl von Husern damals durch einen Luftangriff zerstrt worden sind. Hier war man also, auf dem Apellplatz. Der Wind wehte stark und die graue Wolkendecke trug zu der gedmpften Stimmung bei.Wieder Stille.Ich stellte mir sie vor. Wie hunderte von ihnen hier stehen mussten, bei Wind und Wetter. Ich hrte und sphrte ihre Schritte. Die rufe der Aufseher.Ich sah das Ungewisse in den Augen der Neuankmlinge. Der Weg fhrte uns dann zu dem Krematorium. Der Raum und der Tisch waren mit weissen Kacheln berzogen. Einige von ihnen waren am Tisch schon zerbrochen oder hatten Risse.In einer Vitrine in der Ecke des Zimmers befand sich altes rostiges Werkzeug,an dessen noch berreste von Blut zu erkennen waren. Hier konnte ich mir keinen Menschen auf den Tisch liegend vorstellen, obwohl in diesem Raum wohl nie etwas anderes passiert ist. Ich schaute nur in den Abfluss des Tisches und in mir festigte sich das Bild einer roten Flssigkeit. Weiter ging es zu dem Ofenraum. Der grosse halb leere Raum in dessen Mitte die fen standen machte den Anschein, als wrde man in einer alten Fabrik stehen.Die fen sahen aus wie alte Verbrennungsmotoren von Zgen. Die Wnde waren alle wei. Ich konnte mir nur schwer vorstellen, wie man in diesen Rumen einzig und allein daran gearbeitet hat, die Leichen effizient zu verbrennen und die Transportwege durch Maschinen und anderen Konstruktionen zu erleichtern. Vergoss hier niemand innerlich Trnen, wenn er sie schon nie nach auen hin zeigen konnte/durfte ? Wo nur ist das Menschliche ? An welcher Stelle ging es verloren und warum ? Mit der Zeit berwindet man zwar so manchen Eckel, aber das war unvorstellbar. Eigentlich wurde die Fhrung und die Gefhle von Raum zu Raum intensiver und schlimmer. So fern man es an sich heran lie.6

Man stieg, sofern man wollte, in den Kelleraum hinab, an denen schwarze Hacken aus den Decken guckten. In der Mitte des Kellerraumes ein Abfluss.Die Hacken waren so angeordnet, dass sich alle gegenber hangen.Ich stand eine ganze weile in der Mitte des Raumes und stellte mir nicht mehr die selben Fragen wie noch im Ofenraum zuvor. Wer solches fertig bringen konnte kann man einfach nicht verstehen. Der letzte Raum diente zur gezielten Hinrichtung von gefanggenommenden Soldaten. Ein rztezimmer wurde nachgestellt in das die gefangenden einzeln hineingefhrt wurden. Sie standen einem Arzt gegenber, der jedoch keiner war. Zur Abmessung sollte sich ein gefangender dann an eine Wand stellen. Hinter ihm befand sich versteckt in einer Wand eine Genickschussanlage. Der Boden war von einem roten Stahlgitter berzogen, damit der nchste gefangende Soldat nichts von der Hinrichtung des vorherigen mitbekommt. Sptestens in diesem Raum merkte ich, dass ich aufgehrt hatte zu fhlen. Es ging alles zu schnell. Der Kopf war noch gar nicht hinterhergekommen, da war man schon im nchsten Haus. Die Fhrung war zu Ende. Man kahm aus dem letzten Haus raus und empfand die frische Luft als befreiend. Besonders die Brust war mit einer unbeschreiblichen Last belegt. Nun redete man auch. Weg mit dem beklemmenden Gefhl. Weg mit den Bildern im Kopf, auch wenn das noch Stunden dauern konnte.Doch was sind schon Stunden voller Unsicherheit, Beklemmenheit und Trauer im Gegensazt zu dem Leid, welches so vielen Menschen hier zugefgt wurde.

Jano Fritz

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Jedem Sein Werbeslogan ?Wir stehen im Zeitalter des Internets. Nie zuvor war es leichter, an Informationen bequem von zu Hause aus zu kommen. Sicherlich darf und kann man nicht allem trauen und glauben schenken, was man im World wide Web findet. Doch gerade durch Seiten wie Wikipedia, oder der Suchmaschine Google gelangt man innerhalb krzester Zeit zu unterschiedlich stark brauchbaren Informationen, die zumindest einen kurzen Abriss geben. Umso erstauntlicher, dass die folgenen Firmen und Personen es wohl nicht fr sinnvoll erachteten, ihren neu gewonnen Slogan in einer der zahlreichen Suchmaschinen einzugeben. Zumahl die Rechtsabteilung prfen muss, ob es den Werbetext oder die Idee schon mal gegeben hat und diese/-r rechtlich geschtzt ist. Abgesehen davon sollte man ber ein bestimmtes Ma an Geschichtswissen verfgen, welches folgende faux pas` verhindert htte.

Im Jahre 2009 tat sich der Kaffe-hersteller Tchibo mit der Tankstellenkette Esso fr eine Werbekampagne zusammen die unter dem Titel Jedem dem Seinen laufen sollte. Mit diesem Slogan wollte man auf die zahlreichen Geschmackssorten der Firma hinweisen und dass somit quasie fr Jedermann etwas dabei sei. Nach kurzer Zeit taten sich laute Proteste auf und die Kampagne, die an rund 700 Tankstellen schon begonnen hatte, wurde gestoppt. Man entschudligte sich fr den Vorfall.

Nur kurze Zeit spter leistete sich die Schler Union der CDU in Nordrhein-Westphalen einen nhliche