Leben Und Tod Im Alten Peru_Einleitung

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    03-Dec-2015

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Teil eines Ausstellungskataloges

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<ul><li><p>2Herausgeber:</p><p>Stadt Duisburg Der Oberbrgermeister</p><p>Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg</p><p>Johannes-Corputius-Platz 1, 47049 Duisburg</p><p>Telefon: +49 203 283 2640</p><p>Telefax: +49 203 283 4352</p><p>e-mail: ksm@stadt-duisburg.de</p><p>http://www.duisburg.de/ksm</p><p>Ausstellung</p><p>Konzeption und Realisierung:</p><p>Ralf H. Althoff M.A., Katrin Grfingholt M.A., </p><p>Peggy Goede Mag., Prof. Dr. Karoline Noack</p><p>Redaktion Katalog</p><p>Ralf H. Althoff M.A., Katrin Grfingholt M.A., Werner Phling, </p><p>Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg</p><p>Peggy Goede Mag., Abteilung fr Altamerikanistik, Universitt Bonn</p><p>Autoren Andengebiet</p><p>Anna-Maria Begerock, Mag., Lateinamerika Institut, Freie Universitt Berlin; </p><p>Dr. Christiane Clados; Peggy Goede, Mag., Abteilung fr Altamerikanistik, </p><p>Universitt Bonn; Katrin Grfingholt, M.A., Kultur- und Stadthistorisches </p><p>Museum Duisburg; Katalin Nagy Mag., Lateinamerika Institut, Freie Universitt</p><p>Berlin; Prof. Dr. Karoline Noack, Abteilung fr Altamerikanistik, Universitt</p><p>Bonn; Dr. Kerstin Nowack, Abteilung fr Altamerikanistik, Universitt Bonn;</p><p>Friedemann Schmidt, Mitglied ISGMA, www.terraton.info; Jennifer Schmitz</p><p>M.A., Bonner Altamerika-Sammlung, Universitt Bonn; Dr. Vera Tiesler, </p><p>Universidad Autnoma de Yucatn</p><p>Objektbeschreibungen: Peggy Goede Mag.</p><p>Objektbeschreibungen Textilien: Katalin Nagy Mag.</p><p>Redaktion Texte: Peggy Goede Mag., Prof. Dr. Karoline Noack, </p><p>Dr. Kerstin Nowack, Matthias Pache M.A., Christian Prager Mag.</p><p>Autoren Mesoamerika</p><p>Prof. Dr. Nikolai Grube, Abteilung fr Altamerikanistik, Universitt Bonn; </p><p>Dr. Antje Gunsenheimer, Abteilung fr Altamerikanistik, Universitt Bonn; </p><p>Carlos Pallan, M.A., Abteilung fr Altamerikanistik, Universitt Bonn; </p><p>Jennifer Schmitz, M.A., Bonner Altamerika-Sammlung, Universitt Bonn</p><p>Objektbeschreibungen: David Brinkmann, Bonner Altamerika-Sammlung, </p><p>Christian Egerer M.A., University College London, </p><p>Jennifer Schmitz, M.A. Bonner Altamerika-Sammlung</p><p>Redaktion Texte: Prof. Dr. Nikolai Grube, David Brinkmann M.A., </p><p>Dr. Frauke Sachse, Jennifer Schmitz M.A., Christian Prager Mag.</p><p>Katalog-Layout: Gitta Hlsmann, DTP-Design</p><p>Produktion: Erwin Kiel</p><p>Druck: WAZ-Druck, Duisburg</p><p>ISBN: 978-3-3-89279-684-8</p><p>ISSN: 0939 1525</p><p> Stadt Duisburg 2012 </p><p>F</p></li><li><p>5Inhalt</p><p>Impressum 2</p><p>Gruwort Sren Link 7Oberbrgermeister der Stadt Duisburg</p><p>Vorwort zu Band VII Ralf Althoff 9</p><p>Andengebiet</p><p>Karte Andengebiet 10</p><p>Chronologie 11</p><p>Einleitung: Leben und Tod im Alten Peru 12Karoline Noack und Peggy Goede</p><p>Gerhard Mercator und die Darstellung Sdamerikas 16Katrin Grfingholt </p><p>Flora und Fauna des Andengebietes 18Kerstin Nowack </p><p>Gtter, Heroen und heilige Himmel im Alten Peru 22Christiane Clados</p><p>Menschenopfer im Alten Amerika: andine und 26mesoamerikanische Hochkulturen im VergleichVera Tiesler</p><p>Das Kriegswesen im Alten Peru 30Peggy Goede</p><p>Pfeifgefe: Geheimnisvolle Instrumente Altamerikas 35Friedemann Schmidt</p><p>Trompeten aus Ton 39Friedemann Schmidt</p><p>Sexualitt und Tod Verlangen nach Leben: 41Zur Kosmogonie der Moche im vorspanischen Peru Karoline Noack</p><p>Alltagsleben im vorspanischen Peru 45Kerstin Nowack</p><p>Landwirtschaft, Fischfang und Jagd im Alten Peru 49Kerstin Nowack</p><p>Alt-Peru: Textilien und Bekleidung von der Geburt 52bis zu dem Tod und ber den Tod hinaus Katalin Nagy</p><p>Bestattung, Toten-Gedenken und Ahnenverehrung 56im Alten Peru Anna-Maria Begerock</p><p>Eine alt-peruanische Frauenmumie 62aus der Bonner Altamerika-Sammlung Jennifer Schmitz</p><p>Objektkatalog zum Andengebiet 63</p><p>Literaturliste zum Andengebiet 152</p><p>Mesoamerika</p><p>Karte Mesoamerika 154</p><p>Die Kulturen Mesoamerikas 156Jennifer Schmitz</p><p>Die Maya und Teotihuacan 158Nikolai Grube</p><p>Steinerne Zeugnisse der Macht 161die Architektur der klassischen MayaJennifer Schmitz</p><p>Keramikgefe der klassischen Maya-Knige 164Carlos Pallan</p><p>Kakao in den vorkolumbischen Gesellschaften 167MesoamerikasAntje Gunsenheimer</p><p>Objektkatalog zu Mesoamerika 171</p><p>Literaturliste zu Mesoamerika 206</p><p>Danksagungen 207</p></li><li><p>12</p><p>Die Kulturrume der vorspanischen Gesellschaften des An-dengebietes, die die heutigen Staaten Bolivien, Ekuador undPeru umfassen, sind durch die unterschiedlichen Klimazonen,einer tropischen Landschaft am Ostabhang der Anden, einemvon tief eingeschnittenen Tlern durchzogenen Hochland biszur Kste, einer der trockensten Wsten der Welt, geprgt. Diegroen klimatischen Gegenstze haben eine auergewhnli-che Landschaft und Artenvielfalt sowie mannigfaltige regiona-le Kulturen zur Folge, wie sie auf der Erde so nur selten zu finden sind. </p><p>Die vielfltigen geographischen und kologischen Bedin-gungen des Andenraums stellten fr ihre Bewohner eine Her-ausforderung dar. Nur durch eine uerst geschickte, an dieheterogenen Begebenheiten angepasste Nutzung der verschie-denen Naturrume und kologischen Nischen konnten sie ihre Subsistenz sichern. Auerdem waren diese unterschied-lichen geographischen Bedingungen immer wieder Anlass frdie regionalen Gesellschaften, transversale Beziehungen zwi-schen diesen unterschiedlichen kologischen Nischen herzu-stellen und in grorumigen Austauschprozessen zu agieren,die vom Regenwald bis zur Kste reichen konnten.</p><p>Der unterschiedliche Zugang zu Wasser und schlielichauch die ungleiche Wasserfhrung der Flsse in den nrd-lichen und den sdlichen Anden spielten sptestens seit dembergang vom Archaikum zum Formativum (ca. 3.000 v.Chr.)eine entscheidende Rolle in der gesellschaftlichen und kultu-rellen Entwicklung der Anden sowie in der Herausbildung vonGlaubensvorstellungen. An der Kste entstanden mit der Valdivia-Kultur im heutigen Ekuador im 4. Jahrtausend v.Chr.die ersten Siedlungen von Fischern und Bauern sdlich desGolfes von Guayaquil. </p><p>Als erste Stadt Amerikas und damit auch der andinenKulturen gilt jedoch Caral im Supe-Tal an der zentralen KstePerus (ca. 3.000 v.Chr.). In Caral wird sehr deutlich, dass essich um eine sorgfltig geplante Anlage handelt, wie an derstreng symmetrischen Organisation des Raums und der An-ordnung von Baukomplexen entlang einer Achse deutlichwird. Architektonische Elemente wie die vertieften Rundplt-ze sowie die Kammern mit zentralen Feuerstellen sind typischfr Caral. Ihre Ursprnge gehen auf das Spte Archaikum zu-rck. Caral ist zu einem Zeitpunkt gegrndet worden, die derKeramikproduktion vorausging, und ist ein Beispiel fr diefrhe Entstehung komplexer Kulturen an der Kste Perus, dieauf dem Anbau von Pflanzen wie Bohnen, Skartoffeln undAvocados, besonders auch aber auf der Nutzung der reichenMeeresressourcen der Region beruhten. </p><p>Mit der Ausbreitung des Mais und der Entwicklung von Be-</p><p>wsserungs- und Terrassenanlagen sowie von Filtrationsgale-rien konnten ab etwa 1000 v.Chr. Kstenregionen, Hochtlerund die steilen Abhnge des Hochlands landwirtschaftlich ge-nutzt werden. Die Planung und Konstruktion von Systemenknstlicher Bewsserung, die an der Nordkste Perus mehrereTler berspannen konnten, ist nur mit der Entstehung kom-plexer Gesellschaften und Staaten zu erklren. Ab etwa 2000v.Chr. entstanden Siedlungen mit groen Plattformanlagenwie zum Beispiel Sechn im Casma-Tal, Peru, die hufig dortangelegt wurden, wo Bewsserungskanle von den Flssen ab-zweigten. Diese Anlagen weisen komplexe Ikonographien mitWesen auf, die durch Reizhne und andere Attribute als Felide gekennzeichnet sind. Gleichzeitig verbreiteten sich indieser Zeit neue Technologien wie Tpferei und Weberei. ImHochland griff die Chavn-Kultur, benannt nach dem zentra-len Fundort Chavn de Huantar im Callejn de Huaylas, Peru,mit ihren Monumentalbauten und ihrer neuartigen Ikonogra-phie Elemente der Kstenkulturen auf und entwickelte sie wei-ter. Keramik-Gefe und Steinskulpturen zeigen tierische undtierisch-menschliche Mischwesen, hufig mit Felidenelemen-ten. In dieser Zeit breitete sich auch die Kenntnis der Metal-lurgie aus.</p><p>Ab etwa 200 v.Chr. folgten Kulturen wie die von Paracas,Nasca und Moche an der Kste mit ihrer berreichen Ikono-graphie auf Textilien, Keramiken, Gold- und Silberobjektensowie Wandmalereien und Reliefs, mit denen die Bauten aus-gestattet wurden. Die Moche-Kultur an der Nordkste wurdedurch eine sehr komplexe Gesellschaft mit einer abgehobenenElite getragen, die ber staatenhnliche Einheiten herrschteund auch Expansionsbestrebungen hatte. Die unterschied-lichen regionalen und berregionalen Gesellschaften inter-agierten miteinander und beeinflussten sich whrend der folgenden Jahrhunderte kulturell, politisch und auch wirt-schaftlich. Die einzelnen Regionen waren durch Handels- und Austauschbeziehungen miteinander vernetzt. NachfolgendeKulturen an der Nordkste mit Zentren in Batan Grande undLambayeque behielten einen hohen Grad an Komplexitt beiund zeichneten sich besonders durch eine intensive Nutzungvon Metallen, hauptschlich fr Schmuck und religise Ob-jekte, aus. </p><p>Im Hochland entwickelte sich von 600 n.Chr. am Titicaca-see die Tiahuanaco-Kultur mit Grobauten und einer eigenenreligisen Ikonographie, die um die sogenannte Stabgottheit,ein frontal dargestelltes Wesen mit einem Strahlenkranz umden Kopf und einem oder zwei Stben in den Hnden, kreiste.Im zentralen Hochland Perus entstand, offenbar inspiriertdurch aus Tiahuanaco stammende religise Vorstellungen, der</p><p>Einleitung</p></li><li><p>13</p><p>Wari-Staat. Tiahuanaco und Wari bildeten zwischen etwa 800und 1000 n.Chr. parallele konkurrierende Staatssysteme, diedas Hochland von Nord-Peru bis ins zentrale Bolivien domi-nierten. Beide zeichneten sich durch eine vielfarbige, flchigstilisierte Ikonographie auf Textilien und Keramik aus. Diesefand sich auch auf so wichtigen Objekten wie dem rechtecki-gen Mnnerhemd und paarweise hergestellten Bechern mitausladendem Rand, die Jahrhunderte nach dem Untergangdieser beiden Staaten durch die Inka wieder aufgegriffen wur-den, allerdings mit einer neuen Ikonographie. </p><p>Tatschlich verschwanden mit dem Untergang von Tiahu-anaco/Wari die komplexen Ikonographien im Hochland fastvllig und die politische Organisation zerfiel in eine Vielzahlkleiner politischer Einheiten, geprgt von der Verehrung loka-ler bernatrlicher Wesen, die meist mit Bergen assoziiert waren, und der eigenen Ahnen. Als die Spanier 1532 den sd-amerikanischen Kontinent betraten, trafen sie auf den Staatder Inka, der im Hochland in der Nhe von Cusco seinen Aus-gangspunkt genommen hatte und im Verlaufe von kaum mehrals 100 Jahren expandiert war, so dass er groe Teile des An-dengebietes, vom heutigen sdlichen Kolumbien bis nachChile, umfasste. Dabei hatte er auch das Chim-Reich an derNordkste bernommen, das in seiner Architektur, der Formvon Metallobjekten und besonders in der Tpferei eine be-merkenswerte Kontinuitt zu frheren Kulturen wie den Moche zeigte, wenn auch beispielsweise in der Keramik ohnederen Farbigkeit.</p><p>Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine berschus-sproduktion, die eine zunehmende soziale Arbeitsteilung er-laubte, durch die ein Groteil der Bevlkerung von der Nah-rungsmittelproduktion befreit werden konnte, Voraussetzungfr eine staatliche Entwicklung und die Grndung urbanerZentren war. Diese von der Nahrungsmittelproduktion freige-stellte Bevlkerung konnte sich stattdessen spezialisierten Ttigkeiten wie dem Handwerk und dem Handel widmen. Zubetonen ist jedoch, dass diese Charakteristika in den verschie-denen Regionen der Anden recht ungleich verteilt waren. Alldiese Entwicklungen waren weder homogen noch von linea-rem Charakter, sondern vielmehr von groen Unterschiedenund Diskontinuitten begleitet.</p><p>Der natrliche Reichtum des Andenraums war und istdurch hufige Naturkatastrophen bedroht. Drren, Erdbeben,Vulkanausbrche und das El-Nio-Phnomen bewirkten im-mer wieder Verwstungen und konnten sogar ganze Gesell-schaften zerstren. Durch El-Nio wurde die Meeresfauna deskalten Humboldtstroms, wichtige Nahrungsmittelgrundlageder Kstengesellschaften, von den warmen tropischen Mee-resstrmungen aus quatorialen Gewssern verdrngt, was zustarken Regenfllen an der ansonsten so trockenen Kste und</p><p>zu extremen Trockenperioden in den sdlichen interandinen Tlern fhrte. Auf diese extremen Vernderungen der klimati-schen Bedingungen mussten sich die Menschen immer wiedereinstellen.</p><p>Dieser Spannungsbogen zwischen einer reichhaltigen undvielfltigen Lebensgrundlage und Zerstrung bringenden Na-turkatastrophen fhrte zu einem spezifischen Verstndnis vonWelt sowie von Leben und Tod in den andinen Gesellschaften. </p><p>Die Kosmovision der Anden war bestimmt von dem Dua-lismus von Leben und Tod sowie von Reziprozittsbeziehun-gen. Auerdem ist der Gedanke an ein Jenseits bzw. an eineNachwelt, die ebenfalls belebt ist, in der materiellen Kulturdes Andenraums evident. Die Menschen glaubten und glau-ben auch heute noch vielerorts, dass ein jedes Element einekomplementre Hlfte besa und dass beide, so gegenstzlichsie auch waren, eine Einheit bildeten. So kann der Regen z.B.lebensspendende Fruchtbarkeit bringen, ein berschuss je-doch zu zerstrerischen berschwemmungen fhren. Diesesduale System sprach den Menschen, Dingen und den Natur-phnomenen also sowohl positive wie auch negative Eigen-schaften zu, die fr die Andenvlker gleichermaen zumKreislauf von Leben und Tod gehrten.</p><p>Den altamerikanischen Glaubensvorstellungen zufolge ver-dankten die Menschen ihr berleben den Gottheiten, die siein den Naturelementen manifestiert sahen. Die bernatr-lichen Wesen machten den Menschen den Reichtum der Na-tur zum Geschenk und lenkten deren Geschicke. Als Gegen-leistung waren die Menschen ihnen Verehrung und vor allemOpfer schuldig. Um das allumfassende Gleichgewicht zu er-halten, musste dieses reziproke Verhltnis unter allen Umstn-den aufrechterhalten werden. Eine Aufgabe oder auch nur Ver-nachlssigung der betreffenden Rituale wrde zwangslufigden Zorn der Gottheiten hervorrufen. Dies bedeutete Drren,berschwemmungen und Erdbeben, gefolgt von Hungersn-ten und Krankheiten. So opferten die Menschen regelmigSchpferwesen, Gestirnen und den vielen anderen bernatr-lichen Wesenheiten, die ihnen vor allem Fruchtbarkeit bringensollten. Dazu gehrten neben Nahrungs- und Trankopfernauch die Opferung von Tieren und als hchste Gegengabe dievon Menschen. </p><p>Das reziproke Weltverstndnis zeigt sich auch im Hand-werk, in der Weberei, der Tpferei sowie in der Architektur. Inder Ikonographie der Textilien, der Keramik und der Stein-und Metallobjekte, auf den Gefkrpern sowie bei U-frmi-gen Strukturen und vertieften Rundpltzen in den urbanenund religisen Zentren standen sich Elemente gegenber, diesich wiederholten, einander spiegelten und ergnzten. Auchdie Abhngigkeit von den Mchten der Natur, die Fruchtbar-keit oder Zerstrung bringen konnten, findet ihren bildlichen</p></li><li><p>14</p><p>Ausdruck. So sind mchtige Tiergestalten wie Feliden, Raub-vgel und Schlangen, aber auch Mischwesen, die die verschie-densten Eigenschaften der Tiere mit dem Gttlichen verbin-den, charakteristisch fr die andine Ikonographie. Die Objek-te, die die Menschen produzierten, sind daher Ausdruck einerReligiositt und geben trotz ihres offensichtlichen Realismusnur scheinbar die Natur und den Alltag der Andenvlker wieder. Vielmehr sind sie Ausdruck der kosmologischen Vor-stellungen komplexer, staatlich organisierter Gesellschaftenmit z.T. sehr groen stdtischen und religisen Zentren, derenPriester-Herrscher Rep...</p></li></ul>