Lenin - Werke 23

  • View
    31

  • Download
    2

Embed Size (px)

DESCRIPTION

Lenin - Werke

Transcript

  • PROLETARIER ALLER LANDER, VEREINIGT EUCH!

    LENINWERKE

    23

  • HERAUSGEGEBEN AUF BESCHLUSSDES IX. PARTEITAGES DER KPR(B) UND DES

    II. SOWJETKONGRESSES DER UdSSR

    DIE DEUTSCHE AUSGABE ERSCHEINTAUF BESCHLUSS DES ZENTRALKOMITEESDER SOZIALISTISCHEN EINHEITSPARTEI

    DEUTSCHLANDS

  • INSTITUT FR MARXISMUS-LENINISMUS BEIM ZK DER KPdSU

    WI.LENINWERKE

    INS DEUTSCHE BERTRAGENNACH DER VIERTEN RUSSISCHEN AUSGABE

    DIE DEUTSCHE AUSGABEWIRD VOM INSTITUT FR MARXISMUS-LENINISMUS

    BEIM ZENTRALKOMITEE DER SED BESORGT

  • Wl.LENINBAND 23

    AUGUST 19i6-MRZ 19i7

  • Originaltitel:

    B. H. JEEHHH COHHHEHHfl Politisdat, Moskau 1950

    Deutsche bersetzung: Dietz Verlag Berlin 1957

    Mit 1 Bild und 2 Faksimiles

    7. Auflage 1975Dietz Verlag Berlin

    Lizenznnmmer 1LSV 0056

    Printed in the German Democratic RepblicGesamtherstellong: LVZ-Drackerei Hermann Dnncker", Leipzig, III18 138

    Best.-Nr.: 735 030 7EVP 5^ 50 .

  • VII

    V O R W O R T

    Die in Band 23 enthaltenen Arbeiten schrieb W. I. Lenin von August1916 bis Mrz 1917 in der Schweiz.

    Die meisten der hier verffentlichten Arbeiten widerspiegeln den KampfLenins und der Bolschewiki gegen den imperialistischen Krieg und gegendie Politik des Verrats, die von den Fhrern der Parteien der II. Inter-nationale, den offenen Sozialchauvinisten und den Zentristen, betriebenwurde. Zu diesen Arbeiten gehren u. a. Der Imperialismus und die Spal-tung des Sozialismus", Zehn sozialistische' Minister!", Brgerlicherund sozialistischer Pazifismus" und An die Arbeiter, die den Kampfgegen den Krieg und gegen die auf die Seite ihrer Regierungen bergegan-genen Sozialisten untersttzen".

    Der Band enthlt ferner den berhmten Artikel Das Militrprogrammder proletarischen Revolution". In diesem Artikel entwickelt Lenin aufGrund der Analyse des imperialistischen Kapitalismus, die er in seinemBuch Der Imperialismus als hchstes Stadium des Kapitalismus" vor-nahm, die neue theoretische These, da ein gleichzeitiger Sieg des Sozia-lismus in allen Lndern unmglich ist, der Sieg des Sozialismus in einemeinzeln genommenen kapitalistischen Land hingegen als mglich anerkanntwird, und begrndet die These von den gerechten und ungerechten Kriegen.

    Einen betrchtlichen Teil des Bandes bilden die Arbeiten, in denenLenin die Aufgaben der revolutionren Sozialdemokraten im imperiali-stischen Weltkrieg (1914-1918) umreit: Die Aufgaben der Linksradi-kalen (oder der linken Zimmerwaldisten) in der SozialdemokratischenPartei der Schweiz", Prinzipielles zur Militrfrage", Die Stellung derFrage der Landesverteidigung", Der Schutz der Neutralitt" u. a.

  • VIII Vorwort

    In den Artikeln Ober die aufkommende Richtung des ,imperialisti-schen konomismus'", Antwort an P. Kijewski (J. Pjatakow)", bereine Karikatur auf den Marxismus und ber den ,imperialistischen ko-nomismus'" kritisiert Lenin die dem Marxismus feindliche Position dergegen die Partei auftretenden Gruppe Bucharin-Pjatakow und entwickeltgem den neuen historischen Verhltnissen das bolschewistische Pro-gramm zur nationalen Frage.

    Der Band enthlt weiter den Vortrag ber die Revolution von 1905",den Lenin in Zrich in einer Versammlung junger Arbeiter hielt und dereine tiefschrfende und umfassende Verallgemeinerung der Erfahrungender ersten russischen Revolution vermittelt.

    Die Arbeiten Thesenentwurf vom 4. (17.) Mrz 1917", Briefe ausder Ferne", Ober die Aufgaben der SDAPR in der russischen Revolu-tion", Die Revolution in Ruland und die Aufgaben der Arbeiter allerLnder" u. a. stammen aus den ersten Tagen der Februarrevolution 1917.Lenin analysiert darin das Verhltnis der Klassenkrfte in der Revolutionund skizziert die Perspektiven des bergangs von der brgerlich-demo-kratischen zur sozialistischen Revolution.

    Sechs Dokumente erscheinen zum erstenmal in den Werken W. I. Lenins.Der Abnderungsantrag zur Resolution ber die Militrfrage" und dieGeschichte einer kleinen Periode einer sozialistischen Partei" befassensich mit dem Kampf der linken Sozialdemokraten in der Schweizer Sozial-demokratischen Partei whrend des imperialistischen Weltkriegs. Der Auf-satz Statistik und Soziologie" zeigt die Rolle der nationalen Bewegungenin der internationalen Arbeiterbewegung. Die Dokumente Telegramman die nach Ruland reisenden Bolschewiki" und Eine Zuschrift an dieZeitung ,Volksrecht'" erlutern die Taktik der Bolschewiki in der sich inRuland entfaltenden Revolution. Der Beschlu des Auslandskollegiumsdes ZK der SDAPR" bezieht sich auf die Rckkehr Lenins und der Bol-schewiki aus der Emigration nach Ruland.

  • W.I.LENIN1916

  • OBER DIE AUFKOMMENDE RICHTUNGDES IMPERIALISTISCHEN KONOMISMUS"

    Der alte konomismus" aus der Zeit von 1894 bis 1902 argumen-tierte so: Die Volkstmler sind widerlegt. Der Kapitalismus hat in Ru-land gesiegt Also ist es nicht ntig, sich ber politische Revolutionen Ge-danken zu machen. Die praktische Schlufolgerung hie entweder: denArbeitern der konomische, den Liberalen der politische Kampf" - daswar ein Salto nach rechts - oder: statt der politischen Revolution General-streik fr die sozialistische Umwlzung - das war ein Salto nach links,der in der heute bereits vergessenen Broschre eines russischen kono-misten" Ende der neunziger Jahre seinen Ausdruck fand.1

    Jetzt ist ein neuer konomismus" im Entstehen begriffen, der in sei-ner Argumentation zwei analoge Saltos vollfhrt: nach rechts" - wirsind gegen das Recht auf Selbstbestimmung" (d. h. gegen die Befreiungder unterdrckten Vlker, wir lehnen den Kampf gegen Annexionen ab -das ist noch nicht logisch zu Ende gedacht oder wird noch nicht ganz aus-gesprochen). Nach links" - wir sind gegen das Minimalprogramm (d. h.gegen den Kampf fr Reformen und Demokratie), denn das wider-spricht" der sozialistischen Revolution.

    Es ist schon ber ein Jahr vergangen, seit diese aufkommende Richtungin einem kleinen Kreis von Genossen, in der Berner Beratung im Frh-jahr 1915, zutage trat. Damals war es glcklicherweise nur ein Genosse -und er stie auf allgemeine Mibilligung - , der bis zum Schlu der Be-ratung auf diesen Ideen des imperialistischen konomismus" beharrteund sie in Form besonderer Thesen" schriftlich formulierte. Niemandstimmte diesen Thesen zu.2

  • W. 1 Lenin

    Spter schlssen sich den Thesen dieses Genossen gegen die Selbst-bestimmung zwei weitere Genossen an* (sie erkannten nicht den unls-lichen Zusammenhang zwischen dieser Frage und der Gesamtkonzeptionder soeben erwhnten Thesen"). Doch die Verffentlichung des hol-lndischen Programms" im Februar 1916, es erschien in Nr. 3 des Bul-letins der Internationalen Sozialistischen Kommission"4, brachte diesesMiverstndnis" sogleid) an den Tag und veranlate den Verfasser derursprnglichen Thesen", seinen ganzen imperialistischen konomis-mus" wieder als Ganzes, und nicht in der Anwendung auf einen angeblichpartiellen" Punkt, erneut hervorzuholen.

    Es ist unbedingt notwendig, die betreffenden Genossen immer wie-der darauf hinzuweisen, da sie in den Sumpf geraten sindr da ihreIdeen" weder mit dem Marxismus nodh mit der revolutionren Sozial-demokratie irgend etwas gemein haben. Damit weiter hinter dem Berg"zu halten ist nicht zulssig: das wrde bedeuten, der ideologischen Kon-fusion Vorschub zu leisten und sie in die schlimmste Richtung zu lenken,in die Richtung des Die-Dinge-nicht-zu-Ende-Sprechens, der privaten"Konflikte, endlosen Reibereien" usw. Es ist im Gegenteil unsere Schuldig-keit, ganz unbedingt und kategorisch darauf zu bestehen, da es dringendnotwendig ist, die aufgeworfenen Fragen bis zu Ende zu durchdenken undzu analysieren.

    Die Redaktion des Sozial-Demokrat" s hat mit den Thesen ber dieSelbstbestimmung* (deutsch erschienen als Sonderdruck aus dem Vor-boten" 6 Nr. 2) die Angelegenheit absichtlich in einer unpersnlichen, abersehr ausfhrlichen Form in die Presse gebracht, wobei sie besonders denZusammenhang zwischen der Frage der Selbstbestimmung und der all-gemeinen Frage des Kampfes fr Reformen und fr die Demokratie be-tont und darauf hinweist, da es unzulssig ist, die politische Seite zuignorieren usw: In seinen Bemerkungen zu den Thesen der Redaktionber die Selbstbestimmung solidarisiert sich der Verfasser der ursprng-lichen Thesen (der Thesen des imperialistischen konomismus") mitdem hollndischen Programm und zeigt dadurch selber besonders an-schaulich, da die Frage der Selbstbestimmung, wie sie von den Urhebernder aufkommenden Richtung aufgeworfen wird, durchaus keine Einzel"-frage, sondern eine allgemeine und grundlegende Frage ist.

    * Siehe Werke, Bd. 22, S. 144-159. Die Red.

  • Vbsr die aufkommende TU&tung des imperialistischen konomismus" t

    Das Programm der Hollnder erhielten die Verteter der Zimmerwal-der Linken' zwischen dem 5. und 8. II. 1916 in der Sitzung der Inter-nationalen Sozialistischen Kommission in Bern. "Kein einziges Mitglieddieser Linken - auch TLadek nicht - sprach sich fr das Programm aus, daes in buntem Durcheinander solche Punkte vereinigt wie Expropriationder Banken" und Abschaffung der Handelszlle", Abschaffung desOberhauses, des Senats" usw. Alle Verteter der Zimmerwalder Linkengingen einmtig, mit wenigen Worten, ja sogar fast ohne ein Wort zuverlieren und nur mit einem Achselzucken ber das hollndische Pro-gramm als eine im ganzen offenkundig milungene Sache hinweg.

    Dem Verfasser der ursprnglichen, im Frhjahr 1915 geschriebenenThesen gefiel dieses Programm jedoch so sehr, da er erklrte: Ich habeim Grunde genommen auch nicht mehr gesagt" (im Frhjahr 1915), dieHollnder haben die Sache bis zu Ende gedacht": bei ihnen gibt es diekonomisdhe Seite - die Expropriation der Banken und der Qroproduk-tion" (der Grobetriebe), und die politische - die Republik u. a. Das istvollkommen richtig l"

    In Wirklichkeit haben die Hollnder nicht bis zu Ende gedacht", son-dern haben ein vllig un