Lernsituation: Verhalten von Menschen mit Demenz als ... ?· Lernsituation: Verhalten von Menschen mit…

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    18-Sep-2018

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  • Lernsituation: Verhalten von Menschen mit Demenz als sinnhafte

    Lebensuerung verstehen und eigenes Handeln re-flektieren

    Lerneinheit V: Interaktion gestalten Inhaltsverzeichnis: Seite

    Didaktischer Kommentar

    2

    Unterrichtsablaufplan

    4

    Methoden

    8

    Informations- und Arbeitsbltter

    24

    Wandzeitungen

    44

    Mgliche Lsungen

    57

    Wissenswertes 62

    BMFSFJ V/1

  • Didaktischer Kommentar Lerneinheit V: Interaktion gestalten

    Didaktischer Kommentar Schritte im Reflexions-zyklus

    Handlung Rckschau auf die Handlung Bewusstwerden wesentlicher Aspekte Finden alternativer Handlungsverfahren Ausprobieren

    Das Zentrale

    In dieser Lerneinheit geht es um die Gestaltung der Interaktion in der Arbeit mit Menschen mit Demenz. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der nonverba-len Kommunikation zwischen Menschen mit Demenz und Pflegenden. Die Lernenden erfassen die Vielfalt der nonverbalen Ausdrucksmglichkeiten. Sie unterscheiden zwischen Beobachtung und Interpretation und lernen Mglich-keiten kennen, ihre eigene Interpretation abzusichern. Auf verschiedenen Zugangswegen (Videoarbeit, Wahrnehmungsbung, Leh-rervortrag) erfassen die Lernenden die Bedeutung der Synchronie zwischen Pflegeperson und Mensch mit Demenz in der Interaktion und lernen Mglich-keiten kennen, diese Synchronie herzustellen. Im letzten Teil der Lerneinheit wird der Fallbericht Schlerin Andrea unter-sttzt Frau Klewe beim Mittagessen aus der ersten Lerneinheit aufgegriffen. Durch die erneute Bearbeitung am Ende der Lerneinheit haben die Lernenden Gelegenheit, das in der Lernsituation erworbene Wissen auf den Fall anzu-wenden. Die Reflexion erfolgt anhand der drei Perspektiven Person, Team und Organisation. Damit erffnet sie den Blick dafr, dass Pflegende fr die Qualitt der Interaktion nicht allein verantwortlich sein knnen.

    Kompeten-zen

    Fachkompetenz: Nonverbale Signale deuten und die Interpretation absichern Modell der Interaktion zwischen Menschen mit Demenz und Pflegeperso-

    nen als theoretische Grundlage nutzen Eine Interaktionssituation vor dem Hintergrund des theoretischen Wissens

    beurteilen Personalkompetenz: Eigene Krpersprache bewusst wahrnehmen und einsetzen Die eigenen Mglichkeiten und Grenzen im Zusammenspiel von Person,

    Team und Organisation erkennen Sozialkompetenz: Auf der nonverbalen Ebene eindeutig und klar kommunizieren Auf den Rhythmus und den Takt des Menschen mit Demenz einstellen:

    Eigene Signalebenen mit der des Menschen mit Demenz synchronisieren Methodenkompetenz: Krperliche Ausdrucksformen beobachten und dokumentieren

    Mgliche Verortung im Gesetz

    Lernfeld 1.2: Pflege alter Men-schen planen, durch-fhren, dokumentie-ren und evaluieren Wahrnehmung und

    Beobachtung

    Lernfeld 1.3: Alte Menschen personen- und situationsbezogen pfle-gen Pflege dementer und ge-

    rontopsychiatrisch vern-derter alter Menschen

    Lernfeld 1.4: Anleiten, beraten und Gesprche fhren Kommunikation

    und Gesprchsfh-rung (nonverbale Kommunikation)

    Ausgewhl-te Inhalte der Lern-einheit

    Grundlagen der gezielten Beo-bachtung der Kr-persprache (Mimik, Gestik, Augenaus-druck, Krperhal-tung, Krperbewe-gung)

    Modell der Interaktion zwischen Pflegepersonen und Menschen mit De-menz

    Interaktion mit Menschen mit Demenz in der Lebens-aktivitt Essen und Trinken

    Rolle von Team und Or-ganisation in Bezug auf Interaktion

    Deutung nonverba-ler Signale bei Menschen mit De-menz

    BMFSFJ V/2

  • Didaktischer Kommentar Lerneinheit V: Interaktion gestalten

    BMFSFJ V/3

    Methoden Kurzvortrag: Das Was, Wie und Warum der Lerneinheit Vortrag Verbale und nonverbale Signalebenen des Menschen Brainstorming, Vernissage und krpersprachliche Darstellung Vortrag Regeln zur Bedeutungsabsicherung Videoarbeit mit Beobachtungsauftrag und Unterrichtsgesprch Synchroniebung Vortrag Modell der Interaktion zwischen Menschen mit Demenz und Pfle-

    gepersonen (Athlin & Norberg 1987) Interaktion gestalten (in einer Essenssituation) Vertiefte Fallreflexion und Prsentation Reflexion anhand des Lerntagebuches

    Exemplari-sches Ler-nen

    Die Lernenden erarbeiten und erproben wesentliche Prinzipien zur Synchro-nie der Interaktion mit Menschen mit Demenz anhand der Lebensaktivitt Essen und Trinken.

    Anforde-rungen an Lehrende

    Den technischen Ablauf der Videoarbeit koordinieren; den Bedarf der Ler-nenden in dieser Sequenz (Wiederholung bzw. Beschleunigung des Lern-prozesses) aufgreifen

    Die eigenen Erfahrungen der Lernenden in die Darstellung des Modells der Interaktion einbinden

    Anforde-rungen an Lernende

    Gezielte und verlangsamte Beobachtung whrend der Videoarbeit Hineinversetzen in einen Menschen, der beim Essen und Trinken Unter-

    sttzung bentigt und dies in einer Wahrnehmungsbung erspren bzw. darstellen

    Die Erkenntnisse der gesamten Unterrichtswoche auf die Fallsituation des Anfangs (Lerneinheit I) bertragen

    Stunden-zahl

    495 Minuten = 11 Unterrichtsstunden

  • Unterrichtsablaufplan Lerneinheit V: Interaktion gestalten

    Unterrichtsablaufplan (Gesamtzeit ca. 11 Unterrichtsstunden) Handlungsschwerpunkte /

    Zeitangabe Handlungsschritte Lernende und Lehrende Methoden / Sozialformen Medien

    0. Das Was, Warum und Wie der Lerneinheit verstehen (ca. 15 Minuten)

    Lehrende gibt einen visualisierten Kurzberblick ber das Was, Warum und Wie der Lerneinheit

    Kurzvortrag (Plenum)

    Tafel

    Lehrende gibt einen berblick ber die verschie-denen verbalen und nonverbalen Signalebenen des Menschen

    Vortrag (Plenum) Informationsblatt V/1.1 Wandzeitung V/1.1

    Lernende finden Beispiele fr krpersprachliche Signale (Mimik, Gestik ), die sie whrend der Lebensaktivitt Essen und Trinken bei Menschen mit Demenz beobachten knnen

    Lehrende moderiert den Ablauf der Vernissage und achtet auf die Unterscheidung zwischen Beo-bachtung und Interpretation

    Lehrende bittet drei Personen, ein nonverbales Signal im Plenum darzustellen, welches von der Gesamtgruppe gedeutet wird

    Brainstorming, Vernissage und krpersprachliche Darstellung (Gruppenar-beit, Plenum)

    Arbeitsblatt V/1.1 Wandzeitungen V/1.2 (je

    eine WZ fr Mimik, Gestik, Augenausdruck, Krperhal-tung, Krperbewegung)

    Stifte

    1. Signalebenen des Men-schen unterscheiden (ca. 105 Minuten)

    Lehrende gibt einen visualisierten Infoinput ber die drei Regeln zur Bedeutungsabsicherung von nonverbalen Signalen

    Vortrag (Plenum) Informationsblatt V/1.2 Wandzeitung V/1.3

    BMFSFJ V/4

  • Unterrichtsablaufplan Lerneinheit V: Interaktion gestalten

    Handlungsschwerpunkte /

    Zeitangabe Handlungsschritte Lernende und Lehrende Methoden /

    Sozialformen Medien

    Lernende sehen die Ausgangssituation (Vorstellung von Herrn A.) und die Szene Herr A. mchte etwas trinken (ohne Ton) ein erstes Mal in Normalge-schwindigkeit und beschreiben stichwortartig, was sie wahrgenommen haben

    Lehrende moderiert die Auswertung

    Arbeitsblatt V/2.1 Film Interaktionen mit

    dementen Menschen (Margraf 1999)

    DVD-Player, Beamer

    Lernende sehen die Szene ein zweites Mal ohne Ton in Zeitlupe und beobachten mit Hilfe eines Beobach-tungsbogens gezielt die Signale von Herrn A. und der Pflegeperson

    Lernende vergleichen und berprfen ihre Beobach-tungen

    Lehrende erfragt mglicherweise aufgetretene Schwierigkeiten

    Arbeitsblatt V/2.2

    Lernende formulieren aus ihren Beobachtungen mg-liche Regeln fr die nonverbale Kommunikation mit Menschen mit Demenz

    Lehrende sammelt die Beitrge auf einer leeren Wandzeitung oder an der Tafel (Regelspeicher)

    Arbeitsblatt V/2.3 Wandzeitung V/2.1

    Lernende ordnen die nonverbalen Signale von Herrn A. und die nonverbalen Signale der Pflegeperson den verschiedenen Kanlen zu und berprfen, welche Sinneskanle die Pflegekraft bei Herrn A. anspricht

    Lehrende leitet und moderiert die Zurufabfrage und formuliert Fragen zur Weiterarbeit

    Lernende ergnzen ggf. den Regelspeicher

    Arbeitsblatt V/2.4 Tafel oder Wandzeitung

    V/2.2

    2. Krpersprache beobach-ten und interpretieren ca. 120 Minuten)

    Lernende sehen den Film ein drittes Mal mit erlutern-dem Ton

    Videoarbeit mit Beobach-tungsauftrag und Unter-richtsgesprch (Einzelarbeit, Partnerar-beit und Plenum)

    BMFSFJ V/5

  • Unterrichtsablaufplan Lerneinheit V: Interaktion gestalten

    Handlungsschwerpunkte /

    Zeitangabe Handlungsschritte Lernende und Lehrende Methoden / Sozialformen Medien

    Lernende fhren eine Partnerbung zur Synchronie in der Interaktion durch und reflektieren ihre Erfah-rungen whrend der bung

    Lehrende leitet eine Partnerbung an und moderiert die anschlieende Reflexion

    Synchroniebung (Partner-arbeit)

    Arbeitsblatt V/3.1

    Lehrende erlutert das Modell der Interaktion zwi-schen Menschen mit Demenz und Pflegepersonen (nach Athlin und Norberg), greift dabei die vorausge-gangene bung auf

    Vortrag (Plenum) Informationsblatt V/3.1 Wandzeitung V/3.1

    3. Synchronie in der Interak-tion herstellen (ca. 105 Minuten)

    Lernende versetzen sich in einer Wahrnehmungs-bung in eine Essenssituation; sie gestalten, beo-bachten bzw. reflektieren den Kontakt zu einem Men-schen mit Demenz aus verschiedenen Rollen

    Lehrender erlutert die Wahrnehmungsbung und moderiert den Prozess

    Lernende formulieren Schwierigkeiten und Erkennt-nisse in Bezug auf die Wahrnehmungsbung

    Interaktion gestalten (Grup-penarbeit)

    Arbeitsblatt V/3.2 Teller, Tassen und

    Besteck

    4. Interaktion, Team und Organisation betrachten (ca. 60 Minuten)

    Lernende beurteilen die Interaktionssituation im Fall-bericht aus Lerneinheit 1 vor dem Hintergrund des neu erworbenen Wissens; dabei beziehen sie die Perspektiven Interaktion, Team und Organisation ein

    Lernende prsentieren ihre Ergebnisse Lehrende moderiert die Ergebnisprsentation

    Vertiefte Fallreflexion und Prsentation (Einzelarbeit, Plenum)

    Arbeitsbltter V/4.1 und V/4.2

    Je einen farbigen Kreis zu Interaktion, Team, Organi-sation

    5. Die Lerneinheit evaluieren (ca. 30 Minuten)

    Lernende reflektieren anhand des Lerntagebuchesdie Lerneinheit

    Lehrender bittet die Lernenden, ihre Ergebnisse auf eine vorbereitete Wandzeitung zu bertragen und auf Wunsch zu kommentieren

    Reflexion anhand des Lerntagebuches (Einzelarbeit) Einpunktabfrage (Plenum)

    Lerntagebuch Wandzeitung V/5.1 Wandzeitung V/5.2 Wandzeitung V/5.3

    BMFSFJ V/6

  • Unterrichtsablaufplan Lerneinheit V: Interaktion gestalten

    BMFSFJ V/7

    Handlungsschwerpunkte / Zeitangabe Handlungsschritte Lernende und Lehrende Methoden / Sozialformen Medien

    6. Die gesamte Lernsituation evaluieren (ca. 60 Minuten)

    Lernende schtzen ihren Lernzuwachs ein, bewer-ten die Lernsituation in Bezug auf Inhalte, Methoden und Medien und sprechen Konsequenzen fr zu-knftige Lernsituationen an

    Befragung (siehe Arbeitsblatt V/6.1) Blitzlicht

    Arbeitsblatt V/6.1

  • Methoden Lerneinheit V: Interaktion gestalten

    Methode Kurzvortrag: Das Was, Wie und Warum der Lerneinheit Ziel Der Vortrag in Form eines Informierenden Unterrichtseinstieges verfolgt das

    Ziel, den Lernprozess fr die Lernenden transparent zu machen. Die Lernen-den werden zu Beginn des Unterrichts ber das Was, das Wie und das Warum der Lerneinheit informiert. Dadurch, dass sie den Sinn und das Ziel der Arbeit kennen, knnen sie eine willkrliche Lernbereitschaft entwickeln.

    Vorgehens-weise und Sozialform

    Der Lehrende teilt den Lernenden zu Beginn des Unterrichts in knapper und prziser Form mit, was sie durch die folgende Lerneinheit lernen knnen. Zum besseren Verstndnis schreibt er die grobe bersicht ber den geplan-ten Verlauf der Lerneinheit an die Tafel. Hierbei erlutert er: das Thema sowie das bergeordnete Ziel der Lerneinheit (Was) und be-

    grndet beides (Warum); die bergeordneten Arbeitschritte und das methodische Vorgehen (Wie). Im Anschluss an diese Ausfhrungen bittet der Lehrende die Lernenden, zu seinen Ausfhrungen Stellung zu nehmen.

    Zeitaufwand Max. 15 Minuten Material Tafel Hinweise Der Lehrende sollte begrndete Kritik der Lernenden zum Ablauf der Lern-

    einheit ernst nehmen und gengend Raum fr Diskussion geben, selbst auf die Gefahr hin, dass der Zeitplan nicht eingehalten werden kann. Bei dieser Diskussion sollte der Lehrende einerseits seine eigene Meinung nicht verber-gen, anderseits sollte er den Lernenden aber gewisse Auswahlmglichkeiten fr die Bearbeitung anbieten.

    Literatur Grell, J., Grell, M. (1999): Unterrichtsrezepte. (2. Auflage). Weinheim, Basel: Beltz, 199-231.

    BMFSFJ V/8

  • Methoden Lerneinheit V: Interaktion gestalten

    Methode Vortrag: Verbale und nonverbale Signalebenen des Menschen

    Ziel Ziel dieses Lehrervortrags ist es, einen vertieften Einblick in die Mglichkeiten der Kommunikation zwischen Menschen mit Demenz und Pflegepersonen zu gewinnen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der nonverbalen Kommunikation.

    Vorgehens-weise und Sozialform

    Der Lehrende gibt den Lernenden anhand einer Wandzeitung einen visuali-sierten berblick ber die verschiedenen verbalen und nonverbalen Signal-ebenen der Kommunikation. Er erlutert, dass es innerhalb der nonverbalen Signalebene verschiedene Kanle gibt (Mimik, Gestik ), auf denen Mittei-lungen mittels Signalen / Zeichen sowohl gesendet als auch empfangen wer-den knnen. Damit die Lernenden eine genauere Vorstellung von der Vielfalt der nonverbalen Signalebene bekommen, empfiehlt es sich, dass der Leh-rende fr jeden Kanal beispielhaft ein Zeichen, welches von Pflegenden in der Interaktion beobachtet werden kann, nennt (z. B. kann innerhalb des Ka-nals Mimik das Zeichen herunterhngende Mundwinkel).

    Zeitaufwand Ca. 20 Minuten Material Informationsblatt V/1.1

    Wandzeitung V/1.1 Hinweise Die verbale Kommunikation wird an dieser Stelle zur Vollstndigkeit aufge-

    fhrt, der Schwerpunkt liegt jedoch auf der nonverbalen Signalebene. Fr die Lernenden kann es eine Schwierigkeit sein, die verschiedenen Begrifflichkei-ten (Signalebenen, Kanle, Signale) in ihrer Bedeutung zu erfassen.

    Literatur Grell, J., Grell, M. (1999): Unterrichtsrezepte (2. Auflage). Weinheim, Basel: Beltz, 199-231

    BMFSFJ V/9

  • Methoden Lerneinheit V: Interaktion gestalten

    Methode: Brainstorming, Vernissage und krpersprachliche Darstellung Ziel Bei dieser Methode geht es insbesondere darum, die eigene Beobachtungs-

    fhigkeit in Hinblick auf die Krpersprache zu schulen und den Unterschied zwischen Beobachtung und Deutung bewusst zu machen. Schritt I: Brainstorming und Vernissage (Kleingruppenarbeit) Der Lehrende bereitet fnf verschiedene Wandzeitungen vor und be-

    schriftet jede Wandzeitung mit einer berschrift (Mimik, Gestik, Augen-ausdruck, Krperhaltung, Krperbewegung).

    Die Lernenden bilden fnf Gruppen, jede Gruppe ordnet sich einer Wandzeitung zu.

    Jede Kleingruppe sammelt spontan beobachtbare nonverbale Signale zu ihrem Kanal (Mimik, Gestik ) und notiert diese auf der Wandzei-tung.

    Im Anschluss rotieren alle Kleingruppen zur nchsten Wandzeitung. Dort lesen sie die gesammelten Signale ihrer Vorgruppe und ergnzen die...

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