Methanwolken in Titans Atmosphäre

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    06-Jul-2016

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<ul><li><p> 2009 Wiley-VCH Verlag GmbH &amp; Co. KGaA, Weinheim www.phiuz.de 2/2009 (40) | Phys. Unserer Zeit | 71</p><p>| T R E F F P U N K T FO R SC H U N G</p><p>Fotos aus aufeinanderfolgendenJahren zeigen in der Sdpolregionneu entstandene Seen und in derZeit dazwischen ausgedehnte Wol-kenfelder in dieser Region (Abbil-dung 1). Teamleiterin ElizabethTurtle vom Cassini Imaging Teamvermutet, dass diese Seen die Folgevon heftigen Methan-Regenstrmensind. Um dieser Hypothese weiternachzugehen, wollen die Forscherdie Bildung von Wolken und mgli-cherweise auch von weiteren Seen inAbhngigkeit von den Jahreszeitenverfolgen. Im Sommer sollte dieWolkenbildung zunehmen.</p><p>Die Methanmeere knnen enor-me Ausdehnungen erreichen. DasKraken Mare in der Nordpolregionbeispielsweise ist mit 400 000 km2</p><p>etwa so gro wie der grte See derErde, das Kaspische Meer.</p><p>Offenbar gibt es also auf demSaturnmond einen Methankreislauf,hnlich dem Wasserkreislauf auf der</p><p>Erde. Nach den neuesten Atmosph-renmodellen existiert aber in denSeen nicht gengend Methan, um dieAtmosphre durch Verdunstung inausreichendem Mae damit wiederzu beliefern. Deswegen vermuten dieForscher im Boden groe Methanre-servoirs. Untersttzt wird dieseHypothese durch die europischeSonde Huygens. Als sie am 14. Januar2005 auf Titan landete, erwrmte sieunter sich geringfgig den Boden,aus dem daraufhin Methan ausgaste.</p><p>Literatur[1] R. H. Brown et al., Nature 22000088, 454, 607.[2] E. P. Turtle et al., Geophys. Res. Lett. 22000099,</p><p>36, L02204; saturn.jpl.nasa.gov.</p><p>TB</p><p>PL A N E T E N FO R S C H U N G |Methanwolken in Titans Atmosphre In den vergangenen Jahren haben Planetenforscher mit der RaumsondeCassini mehrfach Hinweise darauf gefunden, dass es auf dem Saturn-mond Titan groe Seen gibt, die mit flssigem Methan und vermutlichauch Ethan gefllt sind. Die Identifikation der Subtanzen gelang imletzten Jahr mit einem Spektrometer auf Cassini [1]. Neue Aufnahmenim Infraroten haben nun den bereits lnger bestehenden Verdachtbestrkt, dass es auch Regen aus Methanwolken gibt, der diese Seenfllt [2]. </p><p>MezzoramiaMezzoramia</p><p>Ontario Lacus Ontario Lacus</p><p>Clouds</p><p>2004 2005</p><p>Abb. 1 Zwei Aufnahmen einer Sdpolregion auf Titan, die in aufeinaderfolgendenJahren gewonnen wurden, zeigen neu entstandene Seen (Kreise) und ausgedehnteWolkenfelder. Die Aufnahmen entstanden im Infraroten bei 938 nm Wellenlnge,wo die dichte Atmosphre durchlssig ist (Foto: Cassini Imaging Team, NASA).</p><p>Der Large Hadron Collider (LHC) wird Ende Septem-ber anlaufen, die ersten Teilchenkollisionen erfol-gen Ende Oktober. Abgesehen von einer kurzen Unter-brechung whrend der Weihnachtszeit soll der LHC bisHerbst 2010 durchlaufen. Die Reparatur wird gleichzeitiggenutzt, um das Sicherheitssystem der Anlage zu verbes-sern. Das CERN rechnet mit insgesamt 20 Mio. EuroMehrkosten (www.cern.ch, Presse Release 9.2.09).</p><p>+++</p><p>Forscher um Chris Monroe von der University ofMaryland haben Quantenbits zwischen zwei Atomenteleportiert, die einen Meter voneinander entferntwaren . Zwischen Photonen hat man zwar schon Telepor-tationen ber Hunderte von Metern durchgefhrt, doch imFalle von Atomen konnte man bisher nur mikroskopischeEntfernungen berbrcken. Die quantenmechanischeVerschrnkung zwischen den Atomen, die fr die Quan-tenteleportation ntig ist, fand ebenfalls ber groe Entfer-nungen hinweg statt (S. Olmschenk et al., Science 2009,323, 486).</p><p>+++</p><p>Ein Rechengatter aus drei Qubits (Toffoli-Gatter) hateine Forschergruppe um Rainer Blatt von der Uni-versitt Innsbruck realisiert . Bei den Qubits handelt essich um drei in einer Falle gefangene Kalzium-Ionen. DieForscher sehen darin einen weiteren Schritt in Richtungeines zuknftigen Quantencomputers (T. Monz et al., Phys.Rev. Lett. 2009, 102, 040501)</p><p>+++</p><p>Einen Wirkungsgrad von 41,1 % bei Solarzellenhaben Forscher am Fraunhofer-Institut fr SolareEnergiesysteme ISE in Freiburg erreicht . Hierzuwurde das Sonnenlicht 454-fach auf eine 5 mm2 kleineMehrfachsolarzelle aus den III-V-Halbleitern GaInP/GaInAs/Ge konzentriert. Ein neues Verfahren zum meta-morphen Wachstum dieser Materialien ermglicht es denForschern nun, einen weitaus greren Bereich als bisheran III-V-Halbleiterverbindungen fr das Wachstum ihrerSolarzellen zu nutzen (www.ise.fraunhofer. de/presse-und-medien/presseinformationen, 14.1.09).</p><p>+++</p><p>Am Sdpol hat der Neutrinodetektor IceCube mitden Messungen begonnen. Mehr als die Hlfte voninsgesamt 4800 Photomultipliern wurden bislang in zweiKilometer Tiefe im antarktischen Eis versenkt. Dort regis-trieren sie Lichtblitze, die hochenergetische Neutrinos ausdem Weltraum bei der Wechselwirkung im Eis erzeugen.Bis 2011 soll die gesamte Anlage, die ein Volumen voneinem Kubikkilometer abdeckt, fertig sein.</p><p>PH YS I C S N E WS |</p></li></ul>

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