Minimierung krebserzeugender Stoffe: Der AGS hat seine Hausaufgaben gemacht

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    01-Feb-2016

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Minimierung krebserzeugender Stoffe: Der AGS hat seine Hausaufgaben gemacht jetzt sind die Betriebe am Zug!. Fachdiskussion: AGS-Risikobewertungskonzept Praktische Umsetzung: Erfahrungen und Erkenntnisse. 27. Mnchner Gefahrstofftage, 23. 25. November 2011. Henning Wriedt - PowerPoint PPT Presentation

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<ul><li><p>Minimierung krebserzeugender Stoffe: Der AGS hat seine Hausaufgaben gemacht jetzt sind die Betriebe am Zug!Henning Wriedt Beratungs- und Informationsstelle Arbeit &amp; Gesundheit Hamburg wriedt@arbeitundgesundheit.de Fachdiskussion: AGS-Risikobewertungskonzept Praktische Umsetzung: Erfahrungen und Erkenntnisse27. Mnchner Gefahrstofftage, 23. 25. November 2011 </p></li><li><p>Ziele Struktur und Bausteine Vom Konzept zum StoffAufgaben der Betriebe und der BetriebsrteZusammenfassung und Ausblickbersicht</p></li><li><p>Praxisgerechte Umsetzung des Minimierungsgebots gem. 7 (4) und 9 (2) GefStoffV(wenn Substitution [noch] nicht mglich ist)Untersttzung der Betriebe bei der MinimierungVorrang fr die Minimierung hoher Belastungenberprfbarkeit der Minimierungsaktivittenbei gleichzeitiger berwindung der Defizite des frheren TRK-Konzepts:mangelndes Minimierungsbemhen bei TRK-Einhaltung (betriebliche Gleichbehandlung von MAK- und TRK-Wert)Ableitung / Anpassung von TRK-Werten zeitaufwendiggroe Risikounterschiede bei TRK-Werten unterschiedlicher StoffeMinimierung bis Null real nicht mglich Ziele</p></li><li><p>Struktur und Bausteine bersicht Einfhrung von drei Bereichen (Manahmenbereiche / Risikobereiche)gegenber zwei Bereichen im frheren TRK-KonzeptStoffunabhngiges gestuftes Manahmenkonzept zur Expositionsminderung: Stufung der Einzelmanahmen in drei Bereiche</p><p>Quantifizierte Risiken Steuerungsgren innerhalb des KonzeptsZwei stoffunabhngige Risikogrenzen (Akzeptanz- und Toleranzrisiko) Basis fr stoffspezifische Werte(Akzeptanz- und Toleranzkonzentrationen)</p></li><li><p>ToleranzrisikoAkzeptanzrisikoErkrankungs-Risikohohes Risiko:aufwndigste Manahmenmittleres Risiko:weniger aufwndige Manahmenniederes Risiko:am wenigsten aufwndige ManahmenStruktur und Bausteine bersicht Drei Bereiche (Manahmenbereiche / Risikobereiche)Denken in Bndern!</p></li><li><p>Struktur und Bausteine: Gestufte Manahmen 19 abgestufte Einzelmanahmen einsortiert in fnf Manahmengruppen Abstufung von Manahmen drei Beispiele Atemschutzbei hohem Risiko: verbindlich vorgeschriebenbei mittlerem Risiko: zur Verfgung zu stellen, Verwendung eigene Entscheidungbei niedrigem Risiko: nicht erforderlichMinimierung der Expositionbei hohem und mittlerem Risiko: verbindlich vorgeschriebenbei niedrigem Risiko: freiwillig (d.h. betrieblich zu regeln) Manahmenplanbei hohem und mittlerem Risiko: verbindlich vorgeschriebenbei niedrigem Risiko: unntig Das Wichtigste sind die Manahmen!</p></li><li><p>Struktur und Bausteine: Manahmenplan Manahmenplan was ist das? Manahmenplan: ein neues InstrumentErgnzung der Dokumentation der Gefhrdungsbeurteilungentsprechend der Vorgabe in 6 Abs. 8 Nr. 4 GefStoffV, dort gefordert:Angabe weiterer Schutzmanahmen, die zuknftig zur Einhaltung des Arbeitsplatzgrenzwerts ergriffen werden sollenInhalt eines Manahmenplans Beschreibung, wie weitere Expositionsminderung erreicht werden soll, unter Angabe konkreter Einzelheiten:in welchen Zeitrumenin welchem Ausmaaufgrund welcher Manahmen</p></li><li><p>Struktur und Bausteine: zwei Risikogrenzen Risiko fr was? zustzliches Risiko an Krebs zu erkranken als Folge der Belastung am Arbeitsplatz Rahmenbedingung Annahme hinsichtlich der Exposition: stndig arbeitstglich whrend des gesamten Arbeitslebens (8 Std./Tag, 240 Tage/Jahr, 40 Jahre) obere Risikogrenze Toleranzrisiko 4 : 1.000untere Risikogrenze Akzeptanzrisiko 4 : 100.000(sptestens ab 2018)4 : 10.000(fr einen bergangszeitraum, mindestens bis 2013, lngstens bis 2018)</p></li><li><p>Struktur und Bausteine: zwei Risikogrenzen Obere Risikogrenze Startpunkt fr Risikominimierung keine Dauerbelastung (hhere Risiken sind durch verbindliche Verwendung von Atemschutz ausgeschlossen) tatschliches Lebenszeit-Risiko wird wegen Minimierungs- Pflicht unter 4 : 1.000 liegen Untere Risikogrenze Zielpunkt fr Risikominimierung (identisch mit Umweltzielrisiko!) tatschliches Lebenszeit-Risiko wird aus unterschiedlichen Grnden ber 4 : 100.000 liegen (hheres Startrisiko, langsames Minimierungstempo, freiwillige Minimierung unterhalb von 4 : 100.000)Unterschiedliche Funktion der beiden Risikogrenzen in Bezug auf das Minimierungsgebot </p></li><li><p>Struktur und Bausteine: Material zum Nachlesen Hilfestellungen zum Verstndnis des neuen Konzepts:im Bereich Risikoakzeptanz-Konzept des Ausschusses fr Gefahrstoffe (AGS) auf der Website der BAuA: http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/AGS/Risikoakzeptanz-Konzept.html Aufsatz Das Risikoakzeptanzkonzept fr krebserzeugende Gefahrstoffe, zu finden auf der Website des IFA: http://www.dguv.de/ifa/de/fac/erb/grundlagen/wriedt.pdf Fragen-Antworten-Katalog des AGS (Entwurf ist fertig, soll im November verabschiedet werden)abzuraten: Fragen-Antworten-Katalog auf der IFA-Website z. T. irrefhrend, z. T. falsche Begriffe (nicht mit AGS abgestimmt) Offizielle Beschreibung des neuen Konzepts:Bekanntmachung zu Gefahrstoffen 910 (BekGS 910)http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/TRGS/Bekanntmachung-910.html </p></li><li><p>Vom Konzept zum StoffWie kommt man von den bergeordneten Risikogrenzen zu den Luftkonzentrationen fr Einzelstoffe? Risikogrenzen: identisch fr alle Stoffe fr jeden Stoff muss zunchst die stoffspezifische Exposition-Risiko-Beziehung (ERB) bestimmt werden daraus werden dann die stoffspezifische Akzeptanzkonzentration und Toleranzkonzentration abgeleitet </p></li><li><p>Exposition-Risiko-Beziehungen Prinzip(fr Stoffe X und Y)ToleranzrisikoAkzeptanzrisikoRisiko AK-X TK-X AK-Y TK-Y ExpositionAK: Akzeptanzkonzentration TK: ToleranzkonzentrationExposition-Risiko-Kurve linear (fr Stoff X)Exposition-Risiko-Kurve nicht-linear (fr Stoff Y)Vom Konzept zum Stoff</p></li><li><p>Stoffe, die (demnchst) vom Konzept erfasst werdenAcrylamidAcrylnitrilAluminiumsilikat-Fasern (Keramikfasern)AsbestBenzo(a)pyren1,3-ButadienEthylenoxid4,4-MethylendianilinNitrosamineTrichlorethen</p><p>Vom Konzept zum StoffArsenBenzolCadmiumEpichlorhydrinHydrazinBerylliumBlei (evtl. AGW)Chrom (VI)CobaltDieselmotor-EmissionenNickelQuarz (evtl. AGW)AntimontrioxidBitumenEthyleniminPropylenoxid</p></li><li><p>Hinweise fr die Gefhrdungsbeurteilung(zur Zeit in Vorbereitung) Hilfestellungen fr bestimmte Probleme, die fr einzelne Stoffe bei der Umsetzung des Konzepts in der Praxis auftreten knnen:Wirkungsschwelle fr andere Gesundheitsschden unterhalb der Toleranzkonzentration bereits frher ermittelter Stand der Technik (ehemaliger TRK-Wert) unterhalb der Toleranzkonzentration Hintergrundbelastung oberhalb der Akzeptanzkonzentration messtechnische Bestimmungsgrenze oberhalb der Akzeptanzkonzentration Umgang mit Expositionsspitzen sowie mit gelegentlicher Exposition (Dosisbetrachtungen) / in Arbeit Vom Konzept zum Stoff</p></li><li><p>Manahmen-TRGS fr besonders weit verbreitete Stoffe Anpassung bestehender oder Ableitung zustzlicher TRGS (z.B. Asbest, Benzo(a)pyren (Teer), Dieselmotor-Emissionen, Keramikfasern, Mineralischer Staub Quarzfeinstaub, N-Nitrosamine, Schweien Chrom VI, Cobalt, Nickel) Anpassung der Schutzmanahmen ans ManahmenkonzeptIntegration der Akzeptanz- und Toleranzkonzentration Fragen-Antworten-Katalog mit Erluterungen zu 25 Fragen: verabschiedet, bald verfgbarAnleitung zur Bercksichtigung zustzlicher Faktoren bei der Gefhrdungsbeurteilung detaillierte Hinweise fr stoffspezifische Faktoren (s. vorige Folie) verfgbar voraussichtlich Ende 2012Vom Konzept zum StoffHilfen fr Umsetzung im Betrieb</p></li><li><p>Auswirkungen auf die Gefhrdungsbeurteilungfr die vom Konzept erfassten Stoffe erheblich: Minimierung muss knftig geplant und nachvollziehbar dokumentiert werden (Manahmenplan) fr einige dieser Stoffe werden fr viele Ttigkeiten groe bis sehr groe Anstrengungen erforderlich werdenaber: Grenzen der Machbarkeit werden vom AGS fr jeden Stoff sorgfltig geprft Vom Konzept zum Stoff</p></li><li><p>Stoffe, die voraussichtlich groe Anstrengungen erfordern werden eine AuswahlVom Konzept zum Stoff</p><p>StoffKonzentration [g/m] bei 410-3 (Toleranzrisiko)Konzentration [g/m] bei 410-4 (Akzeptanzrisiko)ehem. TRK [g/m]Arsen-Verbindungen8,30,8100Benzo(a)pyren0,70,072 / 5Cadmium1,60,1615 / 30Chrom (VI)&lt; 5 ?&lt; 0,5 ?50 / 100Hydrazin222,2130Nickel&lt; 5 ?&lt; 0,5 ?500Trichlorethen60.000 (11 ppm)33.000 (6 ppm)270.000 (50 ppm)Keramikfasern100.000 F/m10.000 F/m500.000 F/m</p></li><li><p>Aufgaben der BetriebeMinimierungsgebotMinimierung ist gem. 7 (4) und 9 (2) GefStoffV zwingend vorgeschrieben TRGS 400 bietet an, wie das Minimierungsgebot erfllt werden kann durch Anwendung des AGS-Konzepts!entsprechende Hinweise in Nr. 6.4 (5) und Nr. 6.6 (5)Der Arbeitgeber kann zwar eine andere Methode fr die Minimierung whlen, aber dann muss er nachweisen, dass sie mindestens genauso wirksam ist wie das Konzept, das in der BekGS 910 beschrieben istBetriebe sind aufgefordert, das Konzept zu erprobenWeshalb sollten die Betriebe das Konzept anwenden,solange es noch nicht formaler Teil der GefStoffV ist?</p></li><li><p>Wie kann die Anwendung des Konzepts in der betrieblichen Praxis aussehen? berprfung anhand des Gefahrstoffverzeichnisses und der Dokumentation der Gefhrdungsbeurteilung:Werden Ttigkeiten mit krebserzeugenden Stoffen ausgebt, fr die Akzeptanz- und Toleranzkonzentrationen in der BekGS 910 verffentlicht sind? wenn ja: Aktualisierung der Gefhrdungsbeurteilung, Anpassung der Schutzmanahmen, ggf. Erstellung eines Manahmenplans Regelmige berprfung (mindestens jhrlich) ob weitere krebserzeugende Stoffe in die BekGS 910 aufgenommen worden sind, die im Betrieb verwendet werden Aufgaben der Betriebe</p></li><li><p>Was knnen Betriebe bei Ttigkeiten mit krebserzeugenden Stoffen tun, die (noch) nicht vom Konzept erfasst werden? Prfen und ggf. Gefhrdungsbeurteilung nachbessern: Sind bei der Gefhrdungsbeurteilung alle Schutzmanahmen bercksichtigt worden, die im gestuften Manahmenkonzept (in den Gruppen 2 5) enthalten sind? Sind Manahmen geplant, um die Belastung mit dem Stoff in Zukunft weiter zu verringern? Um welche konkreten Manahmen handelt es sich?Welcher Bewertungsmastab ist bei der Ableitung der Schutzmanahmen zugrunde gelegt worden? Ab welcher Luftkonzentration muss Atemschutz verwendet werden? Aufgaben der Betriebe</p></li><li><p>Wirksamkeit des neuen Konzepts hngt auch vom Handeln der Betriebsrte ab denn: Ziele des Konzepts kann die GefStoffV zwar vorgeben, aber dessen Umsetzung knnen Aufsichtsbehrden nur punktuell berprfen Ohne gezieltes Handeln in den Betrieben werden diese Ziele nicht oder nur sehr langsam erreicht Ebenfalls Aufgabe von Betriebsrten, im Interesse der KollegInnen berall auf gezielte und zgige Umsetzung des Konzepts hinzuwirkenDer Betriebsrat hat darber zu wachen, dass die zugunsten der Arbeitnehmer geltenden Gesetze und Verordnungen durchgefhrt werden. ( 80 (1) Nr. 1 BetrVG) und von Betriebsrten</p></li><li><p>Was knnen Betriebsrte konkret tun? im ASA ansprechen (oder Arbeitgeber darauf hinweisen):Beginn der Erprobung des neuen Konzepts zur Minimierung krebserzeugender Stoffe sollte Anlass fr berprfung der Gefhrdungsbeurteilung sein werden Ttigkeiten mit Stoffen ausgebt, die bereits in der BekGS 910 gelistet sind? einfache Mglichkeiten fr eigene Kontrollen / Stichproben fr Stoffe, die in der BekGS 910 gelistet sindIst bei der Ableitung der Schutzmanahmen die BekGS 910 bercksichtigt worden?Ist ein Manahmenplan fr die weitere Minimierung dieser Stoffe aufgestellt worden? Ist der Betriebsrat bei dessen Aufstellung beteiligt worden? Umsetzung des Manahmenplans regelmig prfen! und von Betriebsrten</p></li><li><p>Zusammenfassung und AusblickStoffunabhngige (generische) EbeneRahmenkonzept (BekGS 910)Stoffspezifische Ebene fr jeden Stoff: ERB; Toleranz- und Akzeptanzkonzentration (BekGS 910, Nr. 3) fr einige Stoffe: stoffspezifische Faktoren Ttigkeitsspezifische Ebene fr einige Stoffe: Schutzmanahmen-TRGS; mglicherweise VSK (AGS) fr jeden Stoff: Gefhrdungsbeurteilung; ggf. Manahmenplan zur weiteren Minimierung (Arbeitgeber)</p><p>Konzept umfasst drei Ebenen</p></li><li><p>Zusammenfassung und Ausblick Integration des Konzepts in die GefStoffV fr Juni 2015 vorgesehen im Zuge der kompletten Umstellung der GefStoffV auf die CLP-Verordnung der EU (GHS) Ausweitung des Geltungsbereichs auf weitere Stoffe Ableitung von Exposition-Risiko-Beziehungen (ERB) fr weitere Stoffe bisher ERB fr 35 Stoffe fertig oder in Arbeit Ergnzung der BekGS 910 Anleitung zur Bercksichtigung zustzlicher, stoffspezifischer Faktoren bei der Gefhrdungsbeurteilung (fr Ende 2012 vorgesehen) </p></li></ul>