Mythos Des Funktionalismus

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    01-Dec-2015

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Kunst; Funktionalismus; 20. Jahrhundert; Modernismus

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<ul><li><p>Bernhard E. Brdek Vom Mythos des Funktionalismus In: Vom Mythos des Funktionalismus. 1997. Franz Schneider Brakel (Hg.). Kln: Verlag der Buchhandlung Walther Knig. S. 7-16. Verffentlichung auf der Homepage des Studienbereichs Industrial Design der hgkz mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers. Alle bei Franz Schneider Brakel. </p><p>Kaum ein Begriff hat die Debatte des Designs im 20. Jahrhundert derart dominiert wie der des </p><p>Funktionalismus. Seit den 20er Jahren also seit der Zeit des Bauhauses in Weimar und </p><p>Dessau wurde mit dem Begriff "funktional" eine Produktkultur beschrieben, die zwar in </p><p>Deutschland schon berwunden ist oder gar bereits vergessen zu sein scheint, die aber im </p><p>Ausland immer noch das Bild des deutschen Designs prgt. Es ist dort weitgehend unbemerkt </p><p>geblieben, da im Lande Goethes und Beethovens in den 80er Jahren ein Designbegriff </p><p>korrumpiert wurde, der bis dahin die Identitt der Produktgestaltung ausmachte. </p><p>Dem vermeintlich "neuen deutschen Design" (1), das sich insbesondere durch seine radikalen </p><p>Attacken gegen den Funktionalismus profiliert hat, ist es allerdings nicht gelungen, etwas </p><p>dauerhaft Neues zu entwickeln. Gegen etwas zu sein, ist eben nur die eine Seite der Medaille. </p><p>Die groe Chance, das neue deutsche Design mit den sich rasant entwickelnden neuen </p><p>Technologien (gemeint sind die sogenannten C-Technologien wie zum Beispiel Computer </p><p>Aided Design oder Computer Aided Manufacturing) zu verbinden, wurde noch nicht einmal </p><p>ansatzweise erkannt, geschweige denn auch nur experimentell versucht. "Die deutsche Schule </p><p>der Schweier und Black &amp; Decker-Werkler", wie sich Layla Dawson (2) einmal sarkastisch </p><p>ausdrckte, war eben weitgehendst technologiefeindlich eingestellt. Die Krnung ihres </p><p>gestalterischen Handelns sahen ihre Protagonisten dann erreicht, wenn ihre noch lackfeuchten </p><p>Produkte den Weg in ein Kunstgewerbemuseum gefunden hatten. </p><p>Nun geht es mir hier nicht darum, erneut das Hohelied des Funktionalismus anzustimmen. </p><p>Diese Melodie und alle Refrains kennen wir zu gut. Auch mchte ich keinesfalls die schon oft </p><p>erzhlte Geschichte des Funktionalismus repetieren. Hierzu gibt es gengend Publikationen, </p><p>auf die ich verweisen kann (3). Vielmehr scheint es mir reizvoll zu sein, einfach einmal ganz </p><p>weit zurckzuschauen also der Frage nachzugehen, was Funktionalismus einmal war. </p></li><li><p> 2 </p><p>Allenthalben wird ja das Ende der Welt der Gegenstnde proklamiert. Man erzhlt uns, da </p><p>wir im Zeitalter des Digitalen, der Entmaterialisierung oder gar bereits der virtuellen Realitt </p><p>leben. Aber diese Behauptungen sind genauso widersprchlich wie die benutzten Begriffe. </p><p>Entweder ist nmlich das Jetzt real oder virtuell. Beides zusammen kann es nicht sein. </p><p>Verschwinden wir also bereits im Cyberspace, wie uns die Apologeten der "Beschleunigten </p><p>Neuen Medien", wie Florian Rtzer und Norbert Bolz, permanent glaubhaft machen wollen, </p><p>oder bleiben doch noch ein paar Gegenstnde brig? Ich will versuchen, diese und andere </p><p>Fragen zu beantworten und dabei relativ geschwind durch die Zeiten zu eilen. Der </p><p>Funktionalismus galt, zumindest im deutschsprachigen Raum, ber Jahrzehnte hinweg als das </p><p>erkenntnistheoretische Credo des Designs. Insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg </p><p>begrndete sich darauf das "Prinzip der Guten Form". Da dabei die Form immer nur </p><p>funktional verstanden wurde, rhrte wohl vom schlechten Gewissen mancher Designer her. </p><p>Sie frchteten, als "Frisre" zu gelten, wie sie Max Bill spter einmal bezeichnete. Die </p><p>Formgebung allein reichte eben nicht aus, lag sie doch zu nahe an der kunstgewerblichen </p><p>Tradition, die man abschtteln wollte. Da aber Formgebung auch Sinngebung bedeuten </p><p>knnte, fr diese Erkenntnis war die Zeit noch nicht reif genug. </p><p>Wie sehr die Funktion die Form bestimmen kann, zeigte sich in eindrucksvoller Weise an den </p><p>Entwurfsbeispielen der Ulmer Hochschule fr Gestaltung. Die akribisch durchgefhrten </p><p>Funktionsanalysen fhrten zu weitestgehend hnlichen formalen Lsungen. Die Ausnahme </p><p>bildeten die Projekte Walter Zeischeggs, der seine bildhauerische Tradition nie verleugnete. </p><p>Der Begriff "Funktion" ist mehrdeutig. Die allgemeine Bedeutung des Wortes meint laut </p><p>Brockhaus-Enzyklopdie (19. Auflage) "Aufgabe, Ttigkeit, Stellung (innerhalb eines </p><p>greren Ganzen)", womit eigentlich schon deutlich wird, da es sich um eine Beziehung </p><p>handelt. </p><p>Zum Begriff des "Funktionalismus" heit es im Brockhaus: "Gestaltungsprinzip der modernen </p><p>Architektur und des modernen Designs: Die Erscheinungsform eines Bauwerkes oder eines </p><p>Gebrauchsgegenstandes wird aus seiner Funktion abgeleitet, das heit, alle Teile eines Baues </p><p>oder eines Produktes werden ihrem Zweck entsprechend gestaltet. Form und Funktion sollen </p><p>eine Einheit bilden." </p></li><li><p> 3 </p><p>Diese enge Begriffsbestimmung des Funktionalismus fhrte zu einer gravierenden </p><p>Fehleinschtzung. Die Debatte hierzu kann aber als abgeschlossen gelten. Das Schlagwort </p><p>"form follows..." ist in der postmodernen Beliebigkeit seiner vielfachen Abwandlungen zur </p><p>Platitde verkommen: </p><p>Ron Arad: Form follows motion Elizabeth Garouste/Mattia Bonetti: Form follows impression </p><p>GINBANDE: Form follows concept Konstantin Grcic: Form follows addition Massimo losa </p><p>Ghini: Form follows speed Danny Lane: Form follows crash Xavier Mariscal: Form follows </p><p>comic Jasper Morrison: Form follows utilism Marc Newson: Form follows streaming Denis </p><p>Santachiara: Form follows animation Borek Sipek: Form follows poetry Philippe Starck: </p><p>Form follows STARCK ZEUS: Form follows strength (4) </p><p>Das 20. Jahrhundert neigt sich dem Ende zu. Der Funktionalismus starb bereits zu Beginn der </p><p>80er Jahre. Die Moderne wurde gleich mitbegraben. Die Postmoderne bernahm die Regie </p><p>und proklamierte die Endzeit: das Ende der Geschichte, das Ende der Philosophie, das Ende </p><p>der Kunst, das Ende der Musik, das Ende der Literatur... berall geht es wohl zu Ende ein </p><p>guter Grund mehr, noch einmal zurckzublicken. </p><p>Zum Thema des Funktionalismus reicht es jedoch nicht, auf den Beginn dieses Jahrhunderts </p><p>zurckzuschauen. Der Blick mu weiter zurckreichen. Und da es das Design ja noch gar </p><p>nicht so lange gibt, mchte ich den Versuch unternehmen, das Thema des Funktionalismus </p><p>mit Hilfe "der Mutter aller Knste" der Baukunst neu auszuleuchten. Schlielich wurde </p><p>und wird ein Groteil der Designgeschichte von Architekten geschrieben. Ob frher Louis </p><p>H. Sullivan, Peter Behrens, Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Frank Llyod Wright, </p><p>Charles Eames oder heute Mario Botta, Hans Hollein, Alessandro Mendini, Ettore Sottsass jr., </p><p>Stefan Wewerka und viele andere mehr: Meistens waren und sind es Architekten, die </p><p>entscheidende Beitrge zum Design geleistet haben. </p><p>Konsequenterweise habe ich mir als Fhrer durch die Jahrhunderte einen Architekten </p><p>ausgewhlt. Genauer gesagt, einen der berhmtesten Baumeister der Antike, der zugleich </p><p>einer der besten Architekturhistoriker aller Zeiten war: Marcus Vitruvius Pollio, kurz Vitruv </p><p>genannt. Mit seiner Hilfe will ich versuchen, das Thema "Funktionalismus" durch die vier </p><p>Antiken zu verfolgen, um den drei Modernen zu mnden. </p></li><li><p> 4 </p><p>Die Ursprnge des funktionalen Bauens bei Vitruv </p><p>Authentische Nachrichten ber Vitruvs Leben liegen nicht vor. Man nimmt heute an, da er in </p><p>der Zeit von 80 bis 10 vor Christus in Rom gelebt hat. Er diente dem Kaiser Augustus als </p><p>Knstler, Ingenieur und Kriegsbaumeister und mu viel in der damals bekannten Welt </p><p>herumgereist sein, kannte er doch die Geschichte und Bedeutung der unterschiedlichsten </p><p>Bauwerke. </p><p>Vitruv war ein universeller Geist. Seine Persnlichkeit wird heute mit der Leonardo da Vincis </p><p>verglichen, der gern als "Urahn des Designs" (5) apostrophiert wird. Wie viele Bauwerke er </p><p>geplant hat, ist nicht bekannt. Nachgewiesen ist lediglich eine Basilika in Fanum am </p><p>Adriatischen Meer. Die eigentliche Bedeutung Vitruvs beruht denn auch auf seinen </p><p>Aufzeichnungen, die zu den ltesten berlieferten Schriften der Architektur gehren. </p><p>Seine "Zehn Bcher ber die Baukunst" sind als ein umfassendes Regelwerk zu verstehen. </p><p>Zwei Zahlen unterstreichen die zentrale Bedeutung dieses Mannes und seines Werkes fr die </p><p>Geschichte der Architektur: Heute noch existieren 55 Handschriften der "Zehn Bcher", deren </p><p>lteste bis ins 9. Jahrhundert zurckreichen, und bis heute sind ungefhr 80 vollstndige </p><p>Neuausgaben in allen europischen Sprachen erschienen. </p><p>Im ersten Kapitel des ersten Buches beschreibt Vitruv das "Wesen der Baukunst und die </p><p>Ausbildung der Baumeister" und er stellt hohe Ansprche. Das Knnen der Architekten </p><p>msse zwei Gebiete umfassen, nmlich Praxis und Theorie. Nur wer beide im gleichen Mae </p><p>beherrsche, erreiche sein Ziel, und zwar schneller und mit grerem Erfolg. Ein Architekt </p><p>msse so Vitruv knstlerisch wie auch wissenschaftlich interessiert sein. Denn weder Talent </p><p>ohne Wissen noch Wissenschaft ohne Talent knne einen gereiften Knstler hervorbringen. </p><p>Auch solle der Architekt sprachlich gewandt sein, zeichnen knnen, die Geometrie </p><p>beherrschen sowie die Gesetze des Sehens und der Mathematik. Er solle geschichtliche und </p><p>philosophische Kenntnisse besitzen, einiges von der Musik (Akustik) verstehen und die </p><p>Heilkunde (Hygiene) kennen. Schlielich mten ihm gesetzliche Vorschriften gelufig sein, </p><p>und er solle etwas von Sternkunde und den Gesetzen der Astronomie verstehen. </p><p>"Dies aus folgenden Grnden: Der Baumeister mu in der Lage sein, durch Wort und Schrift </p><p>seine Arbeit zu begrnden. Dann mu er geplante Bauten zeichnerisch einwandfrei darstellen </p></li><li><p> 5 </p><p>knnen, wozu die Geometrie vor allem bei der Darstellung der verschiedenen Gebuderisse </p><p>die notwendigen Hilfsmittel bietet. Die Lehre vom Licht (Optik) wird die richtige Anbringung </p><p>der Fenster erleichtern, whrend die Mathematik (Rechenkunst) die Grundlage fr </p><p>Kostenberechnung, Maeinteilung und Fragen der guten baulichen Verhltnisse bietet." (6) </p><p>Schon hier wird die groe aktuelle Bedeutung dieses antiken Lehrmeisters deutlich. Die </p><p>Architektur hat sich immer recht umfassend verstanden, ganzheitlich wrde man heute sagen. </p><p>Als "Mutter der Knste" war sie schon immer mehr als die Summe ihrer Teile. Ein anderes </p><p>kommt hinzu. Vitruv verpflichtet die Architekten zu einer philosophischen Grundhaltung. Die </p><p>Philosophie gebe dem Baumeister den Adel der Gesinnung und bewirke, da er nicht </p><p>berheblich sei, sondern gewissenhaft und vor allem ohne Habsucht. Denn auf Dauer knne </p><p>keine Arbeit ohne Gewissenhaftigkeit und lautere Gesinnung Erfolg haben. Der Architekt </p><p>solle nicht begehrlich sein und dauernd hinter Auftrgen herjagen. </p><p>Dies sind Worte, die an die aktuelle Debatte um die "Ethik im Design" (7) erinnern. Horst </p><p>Oehlke (8) benutzt in diesem Zusammenhang fast die gleichen Worte: "Das Ethische ist in der </p><p>Gestaltung und vom industriellen Design von Beginn seiner Entwicklung an als dem </p><p>gegenstndlichen Sachverhalt inhrent betrachtet worden und hat lange Zeit und zum Teil bis </p><p>heute zur Legitimation der professionellen Ttigkeit gedient." </p><p>Seit Anfang der 70er Jahre wissen wir um die "Grenzen des Wachstums" (9). Die </p><p>Umweltproblematik wird Tag fr Tag bedrohlicher. Immer deutlicher mssen wir erkennen, </p><p>wohin uns der gedankenlose Umgang mit den natrlichen Ressourcen fhren kann. </p><p>Obwohl die kologischen Probleme inzwischen auch im Design wahrgenommen werden, sind </p><p>wir noch weit davon entfernt, umzudenken. Nach wie vor scheint die Hauptfrage zu lauten, </p><p>mit welchem Konsummll man das applaudierende Publikum in die Galerien und Museen </p><p>locken kann. Der Designer als immerwhrender Warenproduzent Wolfgang Haug lt </p><p>gren (10). Und wenn dann ein privilegierter Endverbraucher, wie zum Beispiel die Frstin </p><p>Gloria zu Thurn und Taxis, ein neues Boudoir bentigt, bittet sie eben die Designer zu Hofe, </p><p>die ihr gefllig zu sein haben: Tanderadei gar lustig ist die Designerei. </p><p>Bereits vor 20 Jahren die Lhmung deutschen Designs durch die warensthetische Kritik </p><p>war gerade berwunden usserte Lucius Burckhardt zum gleichen Thema einige </p></li><li><p> 6 </p><p>bemerkenswerte Gedanken: "Und jetzt fragt ihr nach Kriterien fr ein neues Design! Da </p><p>knnte ich schon einige nennen. Stellt euch vor, eine neue Kommission des Werkbundes zge </p><p>durch die Hallen der Mustermesse, ergriffe ein ausgestelltes Produkt und fragte: </p><p>- Besteht es aus Rohstoffen, die ohne Unterdrckung gewonnen werden? </p><p>- Ist es in sinnvollen, unzerstckelten Arbeitsgngen hergestellt? </p><p>- Ist es vielfach verwendbar? </p><p>- Ist es langlebig? </p><p>- In welchem Zustand wirft man es fort, und was wird dann daraus? </p><p>- Lt es den Benutzer von zentralen Versorgungen oder Services abhngig werden, </p><p>oder kann es dezentralisiert gebraucht werden? </p><p>- Privilegiert es den Benutzer, oder regt es zur Gemeinsamkeit an? </p><p>- Ist es frei whlbar, oder zwingt es zu weiteren Kufen? (11) </p><p>Doch zurck zu Vitruv. Im zweiten Kapitel des ersten Buches beschreibt Vitruv die sechs </p><p>"Allgemeinen Grundlagen der Baukunst". Dazu gehren fr ihn: </p><p>1. Die Anordnung. Darunter versteht Vitruv die angemessene und zweckmssige Gestaltung </p><p>der einzelnen Gebudeteile sich und eine gut abgewogene Gliederung der Verhltnisse. </p><p>2. Die Verteilung oder Aufteilung. Das bedeutet die sinnvolle rumliche Zusammenfgung </p><p>der Bauteile mit dem Ziel einer aus ihrer Bestimmung sich ergebenden Raumfolge. </p><p>3. Die Eurhythmie. Gemeint ist das ansprechende Aussehen eines Bauwerkes und das </p><p>angenehme Bild des Zusammenklangs der Bauteile, erzielt durch ein richtiges Verhltnis von </p><p>Hhe, Breite, Lnge und gut abgewogene Gliederungen. </p><p>4. Die Symmetrie. Das ist die ebenmige bereinstimmung der Bauglieder: die </p><p>entsprechende Beziehung einzelner Teile zum Gesamtbild. </p><p>5. Die Harmonie. Darunter versteht Vitruv die Wirkung eines baulichen Gesamtbildes, das </p><p>aus erprobten Bauteilen dem Herkommen gem entstanden ist. Sie beruht entweder auf </p><p>Gesetzmssigkeit, blichkeit oder auf der Natur Sache. </p><p>6. Die Nutzung. Sie erstreckt sich auf die zweckmige und gebruchliche Verteilung von </p><p>Material und Raum bei sparsamer Berechnung und Migkeit des baulichen Aufwandes. Dies </p><p>wird erzielt, wenn der Baumeister auf solche Baustoffe verzichtet, die nicht bodenstndig sind </p><p>und deshalb nur zu hohem Preis beschafft werden knnten. </p></li><li><p> 7 </p><p>Interessant an diesem Katalog ist vor allem die Betonung der sthetik. Allein fnf oder sechs </p><p>Kriterien sind im weitesten Sinne "sthetisch". Die "Gestaltung", um das Wort Design vorerst </p><p>noch zu vermeiden, ist fr Vitruv die Grundlage der Baukunst. Der Mensch, dem die </p><p>Gestaltung zu dienen habe, steht im Mittelpunkt seiner berlegungen. Man knnte sagen, </p><p>Vitruv begrndete einen Funktionalismus mit menschlichem Antlitz. </p><p>So galt zum Beispiel seine Aufmerksamkeit der Beachtung der Windrichtung bei der </p><p>Anlegung von Stdten. Da kalte Winde unangenehm, warme indes gesundheitsschdlich und </p><p>feuchte berhaupt unzutrglich seien, msse man zweckmig (das heit funktional) solche </p><p>Nachteile zu vermeiden suchen. </p><p>Am Beispiel der griechischen Stadt Mithylene (auf der Insel Lesbos) weist er nach, wie </p><p>unzweckmig eine Stadt angelegt werden knne: Bei Sdwind wrden die Bewohner krank, </p><p>bei Nordwestwind husteten sie, wrden sich dann be...</p></li></ul>

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