Neue Standortanforderungen in einer globalisierten Welt: Industrielle Distrikte, innovative Milieus und lernende Regionen Theoretische Grundlagen und empirische

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    05-Apr-2015

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  • Neue Standortanforderungen in einer globalisierten Welt: Industrielle Distrikte, innovative Milieus und lernende Regionen Theoretische Grundlagen und empirische Beispiele Universitt Hannover Geographisches Institut Abteilung Wirtschaftsgeographie Industrielle Distrikte Christian Tingler Innovative Milieus Judith Postler Annett Scholz Lernende Regionen Jenny Rentzsch Andrea Ehben
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  • Neue Standortanforderungen in einer globalisierten Welt: Industrielle Distrikte, innovative Milieus und lernende Regionen Theoretische Grundlagen und empirische Beispiele Universitt Hannover Geographisches Institut Abteilung Wirtschaftsgeographie 1) Industrielle Distrikte 1) Industrielle Distrikte 2) Innovative Milieus 3) Lernende Regionen Christian Tingler Judith Postler Annett Scholz Jenny Rentzsch Andrea Ehben
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  • Neue Standortanforderungen in einer globalisierten Welt: Industrielle Distrikte, innovative Milieus und lernende Regionen Theoretische Grundlagen und empirische Beispiele Universitt Hannover Geographisches Institut Abteilung Wirtschaftsgeographie Gliederung Industrielle Distrikte 1) Grundlagen nach Alfred Marshall 2) Empirisches Beispiel: Das Dritte Italien 2.1) Beispielregion 1: Strick- und Wollwarenhersteller in Carpi und der Provinz Modena (Emilia-Romagna) 2.2) Beispielregion 2: Ledergerbereien in Santa Croce (Toskana) 3) Zusammenfassung: Wesentliche Merkmale industrieller Distrikte 4) Kritik am theoretischen Konzept der industriellen Distrikte 1) Industrielle Distrikte 2) Innovative Milieus 3) Lernende Regionen Christian Tingler Judith Postler Annett Scholz Jenny Rentzsch Andrea Ehben
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  • Neue Standortanforderungen in einer globalisierten Welt: Industrielle Distrikte, innovative Milieus und lernende Regionen Theoretische Grundlagen und empirische Beispiele Universitt Hannover Geographisches Institut Abteilung Wirtschaftsgeographie Industrielle Distrikte A.Marshall (1842-1924) 1) Grundlagen nach Alfred Marshall: Untersuchung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) Ende 19. Jahrhunderts (z.B. Messerwarenindustrie in Sheffield und Solingen, Wollwaren ) Unternehmen auf spezielle Marktsegmente oder einzelne Produktionsschritte spezialisiert intensive Austauschprozesse zwischen den Unternehmen verschiedener Produktionsstufen industrial districts (Marshall 1927) kleine rumliche Einheit mit etwa 10.000 bis 20.000 Beschftigten und etwa 1.000 bis 3.000 kleinen Unternehmen, die weniger als 20 Beschftigte haben 1) Industrielle Distrikte 2) Innovative Milieus 3) Lernende Regionen Christian Tingler Judith Postler Annett Scholz Jenny Rentzsch Andrea Ehben
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  • Neue Standortanforderungen in einer globalisierten Welt: Industrielle Distrikte, innovative Milieus und lernende Regionen Theoretische Grundlagen und empirische Beispiele Universitt Hannover Geographisches Institut Abteilung Wirtschaftsgeographie persnliche Kontakte und rumliche Nhe fr Unternehmen bedeutend: Bei Verkauf und Herstellung modeabhngiger, designintensiver Produkte nach individuellen Kundenwnschen Bei Handel zwischen Unternehmen verschiedener Verarbeitungsstufen bei nicht standardisierten Produkten stndige Interaktion zwischen Unternehmen industrielle Atmosphre (Marshall 1920,1927): spezialisierte Idee- und Informationsnetzwerke Ballung von spezialisierten Zulieferern und Dienstleistern Akkumulation von Erfahrungswissen und Kompetenzen industrielle Atmosphre frdert schnelle Anpassungsfhigkeit der Produktion an Kundenbedrfnisse Entstehung eines spezialisierten regionalen Arbeitsmarktes 1) Industrielle Distrikte 2) Innovative Milieus 3) Lernende Regionen Christian Tingler Judith Postler Annett Scholz Jenny Rentzsch Andrea Ehben
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  • Neue Standortanforderungen in einer globalisierten Welt: Industrielle Distrikte, innovative Milieus und lernende Regionen Theoretische Grundlagen und empirische Beispiele Universitt Hannover Geographisches Institut Abteilung Wirtschaftsgeographie Ortsgebundenheit sozialer, konomischer und institutioneller Faktoren industrielle Atmosphre weitgehend immobil, nicht transferierbar empirische Studien Marshalls ergaben, dass mit zunehmender Unternehmensgre und wachsenden Produktionsumfngen regionale Verflechtungsbeziehungen immer strker zurckgedrngt werden Unternehmensgre, Produktion Verflechtung mit Aufschwung der industriellen Massenproduktion und durch zunehmende vertikale Integration erfuhren die von Marshall erwhnten industriellen Distrikte einen grundlegenden Wandel mit Wachstumserfolgen des Dritten Italien wurde Marshalls theoretisches Konzept wieder entdeckt und erhielt aktuellen Bezug [Bathelt 1998, S. 255f; Koschatzky 2001, S. 188; Schtzl 2001, S.230f] 1) Industrielle Distrikte 2) Innovative Milieus 3) Lernende Regionen Christian Tingler Judith Postler Annett Scholz Jenny Rentzsch Andrea Ehben
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  • Neue Standortanforderungen in einer globalisierten Welt: Industrielle Distrikte, innovative Milieus und lernende Regionen Theoretische Grundlagen und empirische Beispiele Universitt Hannover Geographisches Institut Abteilung Wirtschaftsgeographie Industrielle Distrikte sind daher lokale Produktionssysteme von verbundenen Industrien, die wegen ihrer identischen Marktausrichtung und ihrer rumlichen Nhe zueinander externe Effekte, das heit Lokalisationsvorteile, realisieren knnen. [Koschatzky 2001, S. 189] 1) Industrielle Distrikte 2) Innovative Milieus 3) Lernende Regionen Christian Tingler Judith Postler Annett Scholz Jenny Rentzsch Andrea Ehben
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  • Neue Standortanforderungen in einer globalisierten Welt: Industrielle Distrikte, innovative Milieus und lernende Regionen Theoretische Grundlagen und empirische Beispiele Universitt Hannover Geographisches Institut Abteilung Wirtschaftsgeographie Karte1:Rumliche Ausdehnung und sektorale Ausrichtung der industriellen Distrikte des Dritten Italien Industriedreieck Mailand-Turin- Genua Beispielregion1: Strick- und Wollwaren in Provinz Modena Beispielregion2: Lederger- bereien in Santa Croce [Karte berarbeitet nach Bathelt 1998, S. 258] h
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  • Neue Standortanforderungen in einer globalisierten Welt: Industrielle Distrikte, innovative Milieus und lernende Regionen Theoretische Grundlagen und empirische Beispiele Universitt Hannover Geographisches Institut Abteilung Wirtschaftsgeographie 2) Empirisches Beispiel fr industrielle Distrikte: Das Dritte Italien ausgeprgter Nord-Sd-Dualismus durch industrielle Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg: Nord-Westen: Hoch entwickeltes Industriedreieck um Genua, Mailand und Turin mit Massenproduktion standardisierter Gter (z.B. Automobil- oder Elektroindustrie) Mezzogiorno: Landwirtschaftlich geprgt, Standort fr Montagezweigwerke von Unternehmen aus Nordwesten im Verlauf der 1970er Jahre zeigt sich anhand von Konjunkturschwankungen und stagnierenden Massenmrkten eine gegenber diesen Einflssen relativ unempfindliche, andersartige Produktionsstruktur Regionen im Nord-Osten und im Zentrum (Bathelt 1998) Italiens 1) Industrielle Distrikte 2) Innovative Milieus 3) Lernende Regionen Christian Tingler Judith Postler Annett Scholz Jenny Rentzsch Andrea Ehben
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  • Neue Standortanforderungen in einer globalisierten Welt: Industrielle Distrikte, innovative Milieus und lernende Regionen Theoretische Grundlagen und empirische Beispiele Universitt Hannover Geographisches Institut Abteilung Wirtschaftsgeographie Charakteristika dieser Regionen: dichtes Netzwerk von Klein- und Mittelstdten traditionelle Handwerksstrukturen mittelstndische Unternehmen der Branchen Textilien, Bekleidung, Mbel, Keramik, Schuhe, Lederwaren dominant 2.1) Beispielregion 1: Strick- und Wollwarenhersteller in Carpi und der Provinz Modena (Emilia-Romagna) Provinz Modena: 4.300 Unternehmen mit insgesamt 16.000 Arbeitskrften sind im Bereich Textilherstellung ttig wenige Arbeitsschritte pro Unternehmen, fast 90% davon sind reine Zulieferer enge Austauschbeziehungen zu vor- und nachgelagerten Produktionssttten Produktionsnetzwerke hufig extrem kleine (Familien-)Betriebe, ca. 40% der Arbeiter sind Familienmitglieder / Verwandte 95-100% der Betriebe haben hchstens 10 Mitarbeiter, 85-95% sogar nur drei 1) Industrielle Distrikte 2) Innovative Milieus 3) Lernende Regionen Christian Tingler Judith Postler Annett Scholz Jenny Rentzsch Andrea Ehben
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  • Neue Standortanforderungen in einer globalisierten Welt: Industrielle Distrikte, innovative Milieus und lernende Regionen Theoretische Grundlagen und empirische Beispiele Universitt Hannover Geographisches Institut Abteilung Wirtschaftsgeographie Konzentration von ca. 90% der Textilunternehmen auf die Gemeinde Carpi regionale Produktionsnetzwerke aus spezialisierten KMU, entstanden seit den 1950ern durch zunehmende Marktsegmentierung hufige Nachfrageschwankungen zunehmenden Einfluss von Gewerkschaften in groen Unternehmen mit Massenproduktion diese Form der industriellen Organisation ist kein Zeichen von Rckstndigkeit oder Wachstumsschwche Provinz Modena gehrt zu wohlhabenden italienischen Provinzen selbst kleine Unternehmen haben einen hohen technologischen Stand (moderne Maschinen und Anlagen) 1) Industrielle Distrikte 2) Innovative Milieus 3) Lernende Regionen Christian Tingler Judith Postler Annett Scholz Jenny Rentzsch Andrea Ehben
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  • Neue Standortanforderungen in einer globalisierten Welt: Industrielle Distrikte, innovative Milieus und lernende Regionen Theoretische Grundlagen und empirische Beispiele Universitt Hannover Geographisches Institut Abteilung Wirtschaftsgeographie Grnde fr Stabilitt und Effizienz der regionalen Produktionsnetzwerke: spezifische Produkt- und Prozesskompetenzen in begren

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