Ratgeber – Hochwasser - SIZ Ö ?· Ratgeber-Hochwasser Hochwasser–wastun? Selbstschutz–Ratgeber…

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    18-Sep-2018

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  • Ratgeber Hochwasser

    Ziv i lschutzverband S T E R R E I C H

  • Ratgeber-Hochwasser

    Hochwasser was tun?SelbstschutzRatgeber

    Hochwsser mit all ihren Begleiterscheinungen stellen aus naturwissenschaftli-cher Sicht im Lauf der Erdgeschichte Regelmigkeiten dar, die im Rahmen dernatrlichen Entwicklung und Umbildung von Fliegewssern ihren fixen Platzhaben. Durch die zunehmende Nutzung auch der gewssernahen Bereichedurch den Menschen werden jedoch aus solchen natrlichen Ereignissen ausder Sicht des Menschen Naturkatastrophen, gegen die er sich zu schtzenwnscht.

    Bei starkem kontinuierlichen Niederschlag und dementsprechend hoher Nieder-schlagsmenge kann es bei den Gebieten entlang der Donau und ihrer Zubringer,bei anderen Flssen und Bchen, aber auch an vorerst unerwarteten Stellen zuHochwasser kommen.

    Hochwsser und berflutungen damit verbunden Muren, Erdrutsche, Felsstr-ze zhlen zu jenen Katastrophen, die in sterreich regelmig auftreten.

    Der vorliegende Ratgeber enthlt Grundinformationen ber die Entstehung vonHochwasser und daraus eventuell resultierende Schden, Mglichkeiten der Vor-hersage und Warnung sowie technische Einrichtungen fr einen Hochwasser-schutz.

    Im zweiten Teil wird aufgezeigt, welche Vorkehrungen der Einzelne im Selbst-schutz ergreifen kann, um der Bedrohung durch Hochwasser zu entgehen, bzw.was zu tun ist, um in einem Katastrophenfall den Schaden mglichst gering zuhalten.

    Achtung: Alle in diesem Ratgeber angefhrten baulichen und sonstigen Vorsor-gemglichkeiten dienen nur der Information! Jede konkrete Ausfhrung ist miteinem Fachmann abzusprechen bzw. durch diesen auszufhren!

  • Ratgeber-Hochwasser

    IMPRESSUM: Medieninhaber, Herausgeber und Verleger: sterreichischer Zivilschutzverband (ZSV), 1010 Wien, Am Hof 4,Tel.: 01/533 93 23, www.siz.ccwww.zivilschutzverband.atRedaktion: Niedersterreichischer Zivilschutzverband.Gestaltung: ECHOkom, 1070 Wien, Schottenfeldgasse 24Druck: Otto Koisser & Co. KG, 1070 Wien, Zieglergasse 77

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    Quelle: Mit Genehmigung des Bundesministeriums fr Land- und Forstwirtschaft, Bundeswasserbauverwaltung, A-1020 Wien, wurden Hinweise aus derBroschre Die Kraft des Wassers sowie der Hochwasserschutzfibel Planen und Bauen von Gebuden in hochwassergefhrdeten Gebieten vom Bundes-ministerium fr Raumordnung, Bauwesen und Stdtebau, Bonn 1966, bernommen sowie aus dem Hochwasserschutzratgeber des NiedersterreichischenZivilschutzverbandes.

  • Ratgeber-Hochwasser

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    INHALTSVERZEICHNIS

    Wasser als Naturgewalt 6Hochwasservorsorge 6Charakteristika eines Hochwassers 7Hochwasserwarnung die Arbeit des Wetterdienstes 8Die Vorhersage von Hochwasser 9Kraftwerke und Hochwasserschutz 9Wodurch entstehen Hochwsser bzw.Wasserschden 10Faktoren, die einen Einfluss auf die Gre desHochwasserschadens bzw. auf Wasserschden haben 10Hochwasser Donau 11Hochwasser durch Nebenflsse 12Wichtige Vorsorgetipps und Notmanahmen 13Magebliche Hochwassereinwirkungen auf ein Gebude 15Reduzierung des Auftriebs und desresultierenden Wasserdrucks 16Erosion und Untersplung der Fundamente 17Wege des Wassereintritts in ein Gebude 18Abdichtungsmglichkeiten 19Wassersperren und Abdichtungsmanahmen 20Schutz fr das Gebudeinnere 22Die gngigen Baumaterialien, auf ihreWasserempfindlichkeit beurteilt 22Schutz der Inneneinrichtung 23Baumaterialien, nach ihrer Verwendung beurteilt 23Hochwassersichere Installationen und Heizungsanlagen 24Checkliste: Was Sie schon heute tun sollten 25Letzte Vorbereitungen Wenn es ernst wird 26Nach dem Hochwasser ist Aufrumen angesagt 27Auto und Wasser 27

  • Hochwasser Wasser als Naturgewalt

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    Hochwasser Wasser als Naturgewalt

    Wasser als Naturgewalt

    Hochwsser sind eine Folge meteorologischer Ereignisse und haben eine natrliche Ursa-che. Sie sind Teil des Wasserkreislaufes. Unbestritten ist, dass der Mensch in den Naturhaus-halt und den Wasserkreislauf eingegriffen und eine Verschrfung der Hochwassersituationverursacht hat. Von Bedeutung sind dabei vor allem die Eingriffe in die natrlichen Speich-ereigenschaften von Bewuchs, Boden, Gelnde und Gewssernetz.

    Im Einzelnen sind dies z. B.:

    die Versiegelung von Flchen durch Siedlung (Wohnungsbau), Gewerbe,Industrie und Verkehr,

    die Vernderung der Landschaft durch Flurbereinigung, die Umwandlung von Grnland in Ackerland, der Gewsserausbau, u. a. durch Regulierungen und Wildbachverbauungen.

    Hochwasservorsorge

    Ein totaler Hochwasserschutz ist trotz bester Planung, Ausfhrung und Instandhaltungvon Hochwasserschutzanlagen nicht mglich. sterreich muss auch in Zukunft mit Hoch-wasserkatastrophen rechnen. Daher sollte jeder Eigentmer von Gebuden in hochwasserge-fhrdeten Gebieten und jeder Bauherr von Objekten in Restrisikogebieten prfen, inwieweitdurch nachtrgliche Adaptierung bestehender Gebude ein entsprechender Hochwasser-schutz in Eigenvorsorge realisiert werden kann. Ebenso sollte in die Planung der Bauwerke einentsprechendes Problembewusstsein zur vorbeugenden Vermeidung von Schden einflieen.

    EinigeMglichkeiten von Hochwasserschutzmanahmen

    Technischer Hochwasserschutz durch Regulierungen, Dmme, Mauern oder Hochwasser-rckhaltebecken kann die Nutzungsbedingungen in der Nhe von Gewssern nur verbessern,die Hochwassergefahr als solche aber nicht beseitigen.

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    Eine weitergehende Hochwasservorsorge muss daher als Einzelstrategien umfassen:

    eine Flchenvorsorge mit dem Ziel, mglichst kein Bauland in berschwem-mungsgefhrdeten Gebieten auszuweisen.

    eine Bauvorsorge, die durch angepasste Bauweisen und Nutzungen mglicheberflutungen schadlos berstehen lsst.

    eine Verhaltensvorsorge, die vor einem Hochwasser warnt und diese Warnungvor Ort in konkretes Handeln umsetzt.

    eine Risikovorsorge, die finanzielle Vorsorge gilt fr den Fall, dass trotz aller vorhergenannten Strategien ein Hochwasserschaden eintritt.

    Wirksame Hochwasservorsorge kann nur durch staatliche Vorkehrungen, die durch privateManahmen zu ergnzen sind, erreicht werden.

    Charakteristika eines Hochwassers

    Grundstzlich hat jedes Hochwasser seine eigene Charakteristik, die wesentlich von der rtli-chen und zeitlichen Verteilung der Niederschlge und damit von der Zubringerttigkeit, aberauch von den berflutungsvorgngen geprgt ist. Verlauf und Hhe sind mageblich vonden Bedingungen unmittelbar vor Niederschlagsbeginn (Bodendurchfeuchtung, Schneelage

  • Hochwasser Wasser als Naturgewalt

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    und Lufttemperatur) abhngig. Abflussbeschleunigung und das Wegfallen natrlicher ber-flutungsrume werden durch eine Reihe von Manahmen bereits im obersten Einzugsgebietder Zubringer und ihrer Seitenbche verursacht. Dazu zhlen:

    Baumanahmen (Flchenversiegelung durch Straen, Dcher, Parkpltze, Schipisten,Forststraen, raschere Ableitung durch Kanalisation,Verlust von berflutungsrumendurch Besiedelung, Straenbau, Anschttungen etc.);

    nderung der Bodenstruktur durch die Landwirtschaft (Bodenverdichtung durchschwere Arbeitsgerte, nderung der Bodenstruktur durch Dngung etc.). Alle dieseManahmen tragen zur schnelleren Ableitung der Niederschlagswsser in dieBche und Vorfluter bei.

    Wasserbaumanahmen, wie Flussregulierungen (Abflussbeschleunigung), undHochwasserschutzmanahmen (Ausschaltung von berflutungsrumen), die zu die-ser Entwicklung ebenso beitragen wie der Betrieb von Kraftwerken an den Flssen undihren Zubringern.

    Hochwasserwarnung die Arbeit desWetterdienstes

    Umgangmit Prognosen:Grundstzlich ist der Hochwassernachrichtendienst in den Bundeslndern seit Jahrenbestens organisiert. Die Prognosen der Hydrographischen Landesdienste werden im Hoch-wasserfall laufend erstellt und nach einem festgelegten System bis hin zu den Gemeindenverbreitet.

    Hochwasserwarnungen sind Sache des Hydrologischen Dienstes:Die Grundlage, die frher zur Hochwasserwarnung fhrte, war Erfahrung. Natrlich hat manauch die Aussagen des Wetterdienstes in den Entscheidungsprozess miteinbezogen, abereher als unsicher eingestuft.

    Heute werden im hydrologischen Dienst in zunehmendem Ma Computermodelle einge-setzt, die auf Grund gemessener und bekannter Gren die zu erwartenden Pegelstndeobjektiv errechnen und darstellen. Es ist Ziel der Hydrologen und Meteorologen, mit Hilfe vonComputerprognosen und Wetterrechenmodellen die Vorwarnzeit zu vergrern.

    Die Fortschritte der Wissenschaft haben es in den letzten Jahren mit sich gebracht, dassdie Prognosen der Niederschlagsmengen fr 24 Stunden brauchbar geworden sind.Meteorologische und hydrologische Modelle sind die objektive Grundlage fr eineHochwasserwarnung. Die tatschliche Warnung erfolgt jedoch nicht automatisch,sondern durch Menschen.

  • Hochwasser Wasser als Naturgewalt

    Die Vorhersage von Hochwasser

    Wermacht Vorhersagen und gibtWasserstandsnachrichten weiter: Hydrographische Dienststellen, dies wird in den einzelnen Bundeslndern fr die dor-

    tigen Hauptflsse gemacht. Wasserbauverwaltungen im eigenen Wirkungsbereich, insbesondere fr die

    Steuerung von Rckhaltebecken; sonstige Dienststellen fr ihren eigenen Wirkungs- und Entscheidungsbereich

    (z. B. Energieerzeuger wie Donaukraft, Landesgesellschaften, aber auchFeuerwehren und andere fr den Katastrophenschutz zustndige Stellen).

    Verbreitung von Wasserstandsnachrichten durch Landeswarnzentralen,Bezirksverwaltungsbehrden, Feuerwehren oder andere Personen oderDienststellen, die mit Zivilschutz betraut sind.

    Waswird vorhergesagt: Tendenz (steigend, fallend, gleichbleibend), Terminwerte (z. B. Vorhersage fr 14, 16, 18 Uhr des jeweiligen Tages) fr

    Wasserstnde und Durchflsse an Pegelmessstellen, mitunter Anstiegsgeschwindigkeit (cm/Stunde), ergibt sich

    hufig aus den Terminwerten, wo bereits absehbar, der Hochwasserscheitelwert (= Maximum).

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