Rz hhm stadtbild leseprobe

  • Published on
    22-Jul-2016

  • View
    212

  • Download
    0

Embed Size (px)

DESCRIPTION

 

Transcript

  • Stadt Bild Wandel

  • Stadt Bild Wandel

    Hamburg in Fotografien 1870 1914 / 2014

    Georg Koppmann, Wilhelm Weimar / Rafa Milach, Micha uczak

    Herausgegeben von Olaf Matthes

  • Vorworte 7

    Olaf MatthesStadt Bild Wandel Einfhrung und Dank 10

    Olaf MatthesZur Entstehung von Georg Koppmanns fotografischem Werk fr die Freie und Hansestadt Hamburg 12

    Christina EwaldGenealogische Bemerkungen zur Familie von Georg Koppmann 40

    Sabrina WernerFotografische Mappenwerke von G. Koppmann & Co. 44

    David KlemmJohann Heinrich Strumper. Annherung an einen Mitstreiterund Konkurrenten Georg Koppmanns 52

    Stefan SirtlBemerkungen zur fotografischen Sammlung der Hamburger Baudeputation 60

    Dominik KlossDie Hamburger Zollanschlussfeierlichkeiten 1888 als Medienereignis 64

    Fotografien von Georg Koppmann 70

    Olaf MatthesWilhelm Weimar. Hamburgs erster Denkmalfotograf 162

    Fotografien von Wilhelm Weimar 176

    Interview mit den Fotografen Micha uczak und Rafa Milach 216

    Fotografien von Micha uczak und Rafa Milach 224

    Anmerkungen 242Abkrzungen, Autoren, Impressum 248

    InhaltsverzeIchnIs

  • 6

  • 7When the Past Meets the Future unter diesem Motto beteiligen sich die Historischen Museen Hamburg an der Triennale der Photo graphie in Hamburg im Jahr 2015. Das Besondere an den His-torischen Museen Hamburg im Vergleich zu anderen stadt- und regionalgeschichtlichen musealen Einrichtungen ist die Vielfalt ihrer Sammlungen, anhand deren die Geschichte der Stadt Hamburg durch smtliche Bevlkerungsschichten dokumentiert und anschaulich gemacht werden kann. Das gilt in ganz besonderem Ma fr die fotografischen Sammlungen, die im Altonaer Museum, im Ham-burg Museum und im Museum der Arbeit in beeindruckendem Umfang und ebensolcher Qualitt vorhanden sind.

    Aus diesen fotografischen Bestnden prsentieren die Historischen Museen Hamburg in drei eigenstndigen Ausstellungen eine individuelle Auswahl an Bildern und liefern damit einen ein-zigartigen Blick auf die Hansestadt und ihre Bewohner. Hamburg Museum, Altonaer Museum und Museum der Arbeit setzen sich zeitgleich jeweils in spezifischer Art und Weise mit der Bildgeschichte und der im Bild festgehaltenen Gegenwart der Stadt Hamburg auseinander und liefern damit einen umfassenden Blick auf Hamburg in der Fotografie, worin gleichzeitig das kuratorische Leitbild die-ses gemeinsamen Ausstellungsprojekts besteht. Bei allen drei Ausstellungen steht das fr Hamburg Typische im Vordergrund. Sie zeigen, wie Hamburg gesehen wurde, wie es gesehen werden wollte und wie die Bilder bis heute das Bild der Stadt prgen. Sie fragen nach der Wirkmchtigkeit von Fotografien im Allgemeinen und fr die Stadt Hamburg im Besonderen. Die Fotografien liefern mit dem Blick in die Vergangenheit Erklrungen fr Gegenwrtiges und ermglichen somit Visionen fr die Zukunft. Gerade in dieser Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft liegt die Strke von historischen Museen, mit ihren Wissensbestnden aktiv an den Diskursen der Gegen-wart teilzunehmen.

    Das Hamburg Museum wirft in seiner Ausstellung einen Blick auf die gesamtstdtische Entwick-lung und prsentiert die bauliche Vernderung der Hafenstadt. Das Altonaer Museum konzentriert sich auf die Frage nach Landschafts- und Menschenbildern in Hamburg und Norddeutschland und deren Rolle beim Entstehen von Beheimatungsstrategien. Im Museum der Arbeit sind es vor allem Straenszenen und Bilder sozialer Milieus, mit denen der (Arbeits-)Alltag der Menschen themati-siert wird.

    Mein besonderer Dank gilt der Kulturbehrde Hamburg, die dieses Projekt mit den Mitteln des Ausstellungsfonds ermglicht hat. Ferner danke ich der Hamburgischen Kulturstiftung fr die finan-zielle Untersttzung. Und nicht zuletzt sei auch der Triennale der Photographie Hamburg mit dem diesjhrigen Titel The Day Will Come unter der knstlerischen Leitung von Krzysztof Candrowicz gedankt.

    BrrieS von notz, Alleinvorstand Stiftung Historische Museen Hamburg

    When the Past Meets the Future

    Seite 2 Wilhelm Weimar, Blick auf die Haupt-kirche St. Michaelis vom Bismarck-Denk-mal aus, Aufnahme 1906 [INV.-NR. EB 1910,1073 ]

    Seite 4 Georg Koppmann, Bau des Kirchturm-helms der Hauptkir-che St. Petri, Aufnah-me 1877 [ INV.-NR. EB 1914,318 ]

    linke Seite Georg Koppmann, Groe Reichenstrae, Ansicht von der Rolandsbrcke, Auf-nahme November 1876 [ INV.-NR. EB 1914,169 ]

  • 8

  • 9Vorwort

    Aus unserem modernen Alltag ist die Fotografie kaum noch wegzudenken. So ist sie heute Bestandteil der tglichen privaten Kommunikation und in allen Medien prsent, aber auch in der Wissenschaft, in der Kunst und vor allem in der Werbung. Schon immer waren Bilder ein untrennbarer Bestandteil des sozialen wie kulturellen Lebens. Seit ber 100 Jahren dominiert allerdings das fotografische Bild die visuelle Kultur. Von der Geschichtswissenschaft ist dieser reichhaltige Quellenfundus lange Zeit nur zgerlich wahrgenommen worden. Zwar wchst das Interesse an der Fotografie kontinuierlich seit etwa 25 Jahren an, die Integration in die Forschungspraxis ist jedoch noch immer nicht selbst-verstndlich. Dies ist umso erstaunlicher, als die bildliche berlieferung einen wichtigen Bestand-teil des erhaltenen Materials darstellt und neben der Textberlieferung ganz eigene Dimensionen der historischen Wirklichkeit erschliet. Gerade Fotografien prgen in herausragender Weise die Vorstellungen von der modernen Welt.

    Der vorliegenden Publikation kommt vor diesem Hintergrund eine besondere Bedeutung zu, schlgt sie doch den Bogen von der frhen Dokumentationsfotografie, die unter den Hamburger Foto grafen der Kaiserzeit, Georg Koppmann und Wilhelm Weimar, eine Bltezeit erlebte, zu aktu-ellen Sichtweisen der polnischen Dokumentarfotografen Micha uczak und Rafa Milach auf die Stadt Hamburg. Unter dem Motto der Hamburger Triennale der Photographie 2015 The Day Will Come When the Past Meets the Future ergeben sich hier im Spannungsfeld von historischem Material und aktuellen fotografischen Positionen mitunter fast symbiotische Wechselbeziehungen. Die alten wie die aktuellen Fotografien zeugen von den unterschiedlichen Auffassungen vom Wan-del und den damit verknpften Vorstellungen von der Zukunft des Hamburger Stadtbildes. Da in der Publikation nicht nur ein weitgehend unbekanntes Material zum ersten Mal einem breiten Pub-likum vorgestellt wird, sondern darber hinaus fundierte Grundlagenforschung zu berraschenden Ergebnissen fhrte, kommt das Hamburg Museum mit diesem Buch zugleich den Kernaufgaben eines Museums, nmlich jenen des Sammelns, Bewahrens, Erforschens und Prsentierens von Teilen der reichhaltigen Bestnde, nach.

    Zu danken ist zum einen der Hamburger Kulturbehrde, mit deren finanziellen Mitteln dieses Projekt mageblich realisiert wurde. Zum anderen der Hamburgischen Kulturstiftung, die dieses Projekt zustzlich untersttzt hat. Nicht zuletzt sei allen Mitarbeitern gedankt, die zu seinem Gelin-gen beigetragen haben.

    ralf Wiechmann, Stellvertretender Direktor Hamburg Museum

    linke Seite Georg Koppmann, Groer Barkhof, Aufnahme 1906 [INV.-NR. 2010-1559 ]

  • 10

    Mit diesem Buch legt das Hamburg Museum erstmals eine Publikation vor, die tiefere Einblicke in seine Foto-sammlung bietet. Der Schwerpunkt hatte zunchst bei der Erforschung der Bestnde zu den beiden fr Hamburg so wichtigen Fotografen Georg Koppmann (18421909) und Wilhelm Weimar (18571917) zu liegen. Zu Beginn der Arbeiten im August 2014 war durchaus noch unklar, wie umfangreich diese Bestnde sein wrden. Mglich wurde die kurzfristige Realisierung des vorliegenden Bandes zunchst durch das seit 2008 laufende Digitalisierungs-projekt der Hamburger Museen. Auf dieser Basis konnten erste systematische Vorarbeiten durchgefhrt werden. Zudem waren noch insgesamt etwa 10000 Fotografien in der Sammlung des Hamburg Museums zu sichten und zu bearbeiten. Groen Anteil hieran hatte das auerordent-lich motivierte studentische Vorbereitungsteam. Christina Ewald, Dominik Kloss und Sabrina Werner spter kam noch Stefan Sirtl hinzu recherchierten mehrere Monate im Staatsarchiv Hamburg, was vor allem den vorliegenden Beitrgen zu Georg Koppmann zugute kam. Infolge die-ser Recherche- und Forschungsarbeit knnen in diesem Band erstmals wissenschaftlich fundierte und neue Ergeb-nisse zu Hamburger Dokumentarfotografen des 19. und frhen 20. Jahrhunderts vorgelegt werden. Hieran fehlte es bisher. Umso erfreulicher ist es, dass wir David Klemm mit einem ebenfalls grundlegenden Beitrag zu Johann Heinrich Strumper (18431913) neben Georg Koppmann ein weiterer bekannt-unbekannter, qualitativ herausra-gender und produktiver Hamburg- Fotograf der Kaiserzeit fr diesen Band gewinnen konnten.

    Die hier vorgestellten Hamburger Fotografen des 19. Jahrhunderts bestimmen noch heute unser Bild der damaligen Stadt, vor allem des alten Hamburg mit sei-nen engen Gngevierteln, den Fleeten und den Segel-schiffen in den alten Hafenanlagen. Die fotografische Dokumentation der dem Abriss preisgegebenen Stadt-rume folgte jedoch nicht etwa romantischen Impulsen, sondern bereits andernorts entwickelten Mustern. Es war die Weltmetropole Paris, die das Vorbild fr Hamburg

    abgab. In der franzsischen Hauptstadt hatte die Verwal-tung bereits seit den 1850er Jahren mehrere Fotografen beauftragt, die baulichen und strukturellen Vernderun-gen unter Georges-Eugne Haussmann im Bild festzuhal-ten. Und so beschloss die Hamburger Baudeputation (die heutige Behrde fr Stadtentwicklung und Umwelt) 1874, zuknftig bei allen greren oder besonders interessan-ten Umgestaltungen von Bauwerken, Straenanlagen, Wasserbauten u.s.w. photographische Aufnahmen sowohl des alten wie des neuen Zustands beschaffen zu lassen. Mit der Umsetzung beauftragte man Georg Koppmann.