Samples JF 43

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    07-Aug-2015

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<p>INHALTSVERZEICHNISEINLEITUNG ........................................................................................................... 7 Quellenmaterial und Forschungsstand ......................................................................... 9 Methodik ...................................................................................................................... 9 Aufbau der Untersuchung ........................................................................................... 10 Anmerkungen zu den diskographischen Quellenangaben ........................................... 10 Erluterungen zu den Transkriptionen ........................................................................ 11 ANALYSEN ............................................................................................................... 13 Einzelstcke ................................................................................................................ 13 (1) Panhandler ....................................................................................................... 13 (2) Ivory Tattoo .................................................................................................... 20 (3) 29 .................................................................................................................... 30 (4) Cassidae ........................................................................................................... 39 (5) The Beatles ....................................................................................................... 52 (6) King For A Day .............................................................................................. 58 (7) Protocol ............................................................................................................67 (8) Chester Leaps In .............................................................................................. 76 (9) Dance Me Home .............................................................................................. 85 (10) Flat Out ......................................................................................................... 96 (11) Nocturnal Mission ........................................................................................ 110 (12) Pat Me .......................................................................................................... 115 (13) What They Did ............................................................................................ 123 (14) Flamenco Sketches ....................................................................................... 138 (15) 7th Floor ........................................................................................................ 143 (16) Peculiar ........................................................................................................ 155 (17) Theme For Malcolm ..................................................................................... 170 (18) Et tu, Brute? ................................................................................................. 181 (19) Fez ................................................................................................................ 191 (20) Ill Catch You .............................................................................................. 203</p> <p>5</p> <p>(21) Jungle Fiction ............................................................................................... 218 (22) Watch Out For Po-Po ................................................................................... 232 (23) Julia .............................................................................................................. 251 Chorusvergleiche ...................................................................................................... 260 (1) Air Pakistan ................................................................................................... 260 (2) Whyd You Do It? .......................................................................................... 279 (3) Youre Under Arrest ........................................................................................ 292 (4) Chariots ......................................................................................................... 314 Vergleiche mit anderen Gitarristen ............................................................................ 347 (1) Twister ........................................................................................................... 347 (2) You Speak My Language ............................................................................... 362 (3) Outta Town ................................................................................................... 376 RESMEE ............................................................................................................... 393 VERWENDETE QUELLEN ................................................................................. Tontrger ................................................................................................................. Audiovisuelle Medien ............................................................................................... Literatur ................................................................................................................... 400 400 405 407</p> <p>Abstract .................................................................................................................... 409</p> <p>6</p> <p>EINLEITUNGDer 1951 geborene amerikanische Gitarrist John Leavitt Scofield gilt als einer der wichtigsten Multistilisten der kontemporren Jazzszene und zugleich als einer der populrsten Jazzmusiker seiner Generation. Die vorliegende Untersuchung beschftigt sich mit seiner kompositorischen sowie improvisatorischen Stilistik. Betrachtet man die Geschichte des Jazz, so zeigt sich, dass bis zum Anfang der 1970er Jahre jeweils ein bestimmter Stil dominierend war. Danach folgte eine sukzessive Tendenz zu einer stilistischen Vielfalt bzw. Fusionierung. Aus diesem seit Mitte der siebziger Jahre vorherrschenden Stilpluralismus entwickelten sich vermehrt solche Interpreten, die sich nicht nur einem Genre widmen, sondern parallel in mehreren, manchmal sich als disparat erweisenden Stilen kompetent sind. Solche Multistilisten wie etwa Scofield genieen oft groe Popularitt, weil deren Publikum sich aus mehreren Stildriften rekrutiert. Das Scofieldsche uvre umfasst gegenwrtig (2010) rund 200 Tontrger, wovon schon die 40 unter eigenem Namen erschienenen eindrucksvoll seine stilistische Heterogenitt demonstrieren. Grundstzlich bewegt er sich innerhalb einer stilistischen Bandbreite, die von der Blues-Tradition ber Genres wie Swing, Soul, Funk, Hard Bop, Fusion und AvantgardeJazz bis hin zur gegenwrtigen Drumn-Bass-Kultur reicht, womit bisweilen auch die Grenze zwischen Jazz und Pop berschritten wird. Dabei umfasst sein Repertoire berwiegend instrumentale Musik, nur auf zwei seiner rund 40 Soloplatten kommen vokale Stcke vor. Scofields Karriere begann im Jahre 1974, als er als Sideman im Ensemble von Gerry Mulligan und Chet Baker mitspielte. Drei Jahre spter erschien sein erstes Solo-Album, wonach er schrittweise ins Zentrum der Jazzwelt geriet und seitdem mit solchen Protagonisten wie Billy Cobham, Charles Mingus, Miles Davis, Herbie Hancock, Joe Henderson, Lee Konitz usw. zusammenspielte. Einen musikalischen Hhepunkt der letzten Jahre bildete seine Zusammenarbeit mit der Trio-Formation Medeski, Martin &amp; Wood. Die Popularitt von John Scofield ist nicht zuletzt durch die Leser- und Kritikerumfragen der Jazz-Zeitschrift Down Beat nachvollziehbar: Er wurde in der Kategorie Guitar (zwischen den Jahren 19901995 als Electric Guitar) ungefhr von der Mitte der achtziger Jahre generell an vorderer, in den neunziger Jahren sogar berwiegend an erster Stelle platziert. In den nachfolgenden Tabellen sind jeweils die ersten drei Pltze bercksichtigt (Straka 2008: 7071; N. N. 2007a: 55; 2007b: 52; 2008a: 54; 2008b: 42; 2009a: 43; 2009b: 42).</p> <p>7</p> <p>Platzierungen von Scofield in der Kategorie Guitar (zw. 19901995 als Electric Guitar) Readers Poll1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 20072007</p> <p>20082008</p> <p>0 1 2 3 4</p> <p>Platzierungen von Scofield in der Kategorie Guitar (zw. 19901995 als Electric Guitar) Critics Poll1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2009</p> <p>0 1 2 3 4</p> <p>Hinsichtlich der Spielweise Scofields seien zunchst folgende Details erwhnt: 1. Die Besetzungstypen, das Instrumentarium, sein Gitarrensound sind im groen Mae von seiner jeweiligen Gruppe abhngig, die Gruppenbesetzungen in vielen Fllen von der Schallplattenfirma. Beispielsweise finden sich hinsichtlich der Mitmusiker von Scofield auf den von der Firma Gramavision verffentlichten Alben vorwiegend elektrifizierte Instrumente, bei den von Blue Note herausgegebenen Platten wurden hingegen akustische Instrumente bevorzugt. 2. Bei alledem verwendet Scofield nahezu ausschlielich einen einzigen Gitarrentypus (Ibanez AS-200) sowie einen einzigen Saitentyp (DAddario) (Cohen 2004: 55). 3. Die Video- und DVD-Aufnahmen belegen, dass Scofield in der Hauptsache mit Plektrum spielt, lediglich die mehrstimmigen Solopassagen werden mit Fingern gezupft.</p> <p>8</p> <p>2009</p> <p>Quellenmaterial und Forschungsstand Unter den Primrquellen haben fr die vorliegende Untersuchung Scofields Audioaufnahmen den grten Stellenwert (zur Diskographie seiner Tonaufnahmen siehe Seite 400). Ergnzend dazu sind sechs Videos bzw. DVDs fr diese Untersuchung von Relevanz. Dabei handelt es sich um Konzert-Mitschnitte bzw. die folgenden beiden Lehrvideos: John Scofield: On Improvisation (1984; allgemein fr Jazz-Gitarristen; mit Tonleiter- bzw. Harmonie-bungen) sowie die Doppel-DVD John Scofield: Jazz Funk Guitar (2005; widmet sich dem Fusion-Spiel und inkludiert ein Interview mit John Scofield). Unter den unzhligen schriftlichen Materialien zum Thema John Scofield ist der Groteil als journalistisch zu bewerten. In der Hauptsache sind es Zeitschriftenartikel, welche im Wesentlichen Interwiews, Schallplattenbesprechungen sowie biographie- bzw. diskographiebezogene Inhalte bringen. Da sich die vorliegende Arbeit auf musikalische Analyse konzentriert, finden diese Verffentlichungen wie auch die darauf beruhenden zahlreichen Lexikaartikel kaum Verwendung. Stilanalytisch von Interesse ist einzig eine von Bert Ligon stammende Online-Verffentlichung, die sich auf Basis einer Transkription einer SoloAnalyse widmet (Ligon o. J.). Darber hinaus nennenswert sind zwei Transkriptionsbnde: John Scofield: Guitar Transcriptions (1987) und John Scofield: Time On My Hands (1990) sowie diverse Transkriptionen im Magazin Jazz Research News.</p> <p>Methodik Das Ziel dieser Untersuchung besteht darin, auf Basis von musikalischer Analyse die Stilistik Scofields zu benennen. Derart wird in der Beschftigung mit seiner Kompositions- und Improvisationsweise von einem pragmatischen Stilbegriff ausgegangen, und Stilkategorien bzw. -merkmale, wie man sie in aktueller Zusammenfassung etwa bei Seidel (1998: 1744) findet, sind fr die vorliegende Arbeit von lediglich zweitrangiger Bedeutung. Die primre Absicht dieser Untersuchung liegt in der systematischen Beschreibung der Stilmittel (vgl. Duden 2007: 992), und diesem erklrten Ziel widmen sich die nachfolgenden Ausfhrungen. Die Summe des Erklingenden (Tonaufnahmen) wie auch des analytisch Erfassten (Scofields Gitarrenspiel und teils die Gestaltungsweisen seiner Mitmusiker) bildet das, was hier unter Stilistik verstanden werden soll. Die vorliegende Untersuchung fokussiert ausschlielich Primrquellen, wobei, um Redundanzen zu minimieren, letztendlich 35 Stcke ausgewhlt wurden. Dieses Sample ergab sich aus stilistisch markanten Einzelstcken unterschiedlichen Charakters, aus Vergleichen von Improvisationen derselben Stcke unterschiedlicher Sessions, aus Gegenberstellungen mit anderen Gitarristen sowie aus dem Bestreben, einen weiten chronologischen Bereich abzudecken. So erstreckt sich der Untersuchungszeitraum auf die gesamte Schaffensperiode Scofields ab 1974 bis heute (Frhjahr 2010).</p> <p>9</p> <p>Alle Transkriptionen wurden vom Autor unter Verwendung der Software Transcribe! (Version 7.50) angefertigt. Die Transkriptionen stellen das Fundament der Analyse dar, deren Methoden dem Fundus der klassischen Musikanalytik entstammen. Da in der Regel unterschiedliche Gestaltungsweisen immer wieder erscheinen, wurden diese lediglich bei deren markantestem Auftreten verbalisiert. Darber hinaus richten die Analysen das Augenmerk in erster Linie auf die sich als besonders stilprgend erweisenden Merkmale.</p> <p>Aufbau der Untersuchung Die Arbeit besteht in ihrem analytischen Hauptteil aus drei Abschnitten: Im ersten werden 23 Einzelstcke in chronologischer Reihenfolge (soweit bekannt) untersucht, wobei nach den einleitenden Quellenangaben die Kompositions- und Improvisationsweise dargestellt wird. Stammt ein Stck nicht von Scofield, wird bezglich der Komposition nur das Wesentliche errtert und der Fokus primr auf die Themeninterpretation sowie auf die Improvisation gerichtet. Der zweite Abschnitt hat Chorusvergleiche derselben Stcke von unterschiedlichen Sessions zum Inhalt. Konkret geht es um vier Stcke mit jeweils mehreren Einspielungen. Der letzte Teil beinhaltet drei Stcke, bei denen neben Scofield auch je eine weitere Hauptfigur der Jazzgitarrenszene, namentlich Bill Frisell, Pat Metheny sowie Mike Stern, mitwirkt. Jeweils im Anschluss an die Analyse findet sich die dazugehrige Volltranskription.</p> <p>Anmerkungen zu den diskographischen Quellenangaben Die Quellenangaben beinhalten, teils in Klammern gesetzt bzw. in Kursivschrift, folgende Informationen: Stcktitel (Komponist) Titel der LP (Labelnummer) Mitwirkende Musiker Aufnahmeort und -datum Live eingespielte Stcke werden von jenen, die im Studio aufgenommen wurden, dadurch unterschieden, dass die Spielsttten in Anfhrungszeichen gesetzt werden. In manchen Fllen sind bei Live-Einspielungen mehrere Tage wie auch Orte angegeben, und die exakten Daten fr die Einzelstcke mssen ungenannt bleiben. In greren Besetzungen kommt es vor, dass einem Musiker mehrere Instrumente zugeschrieben werden, es aber nicht nachvollziehbar ist, ob er all diese Instrumente gespielt hat.</p> <p>10</p> <p>(21) Jungle FictionQuellenangabe Jungle Fiction (John Scofield) The John Scofield Band: berjam (Verve 589 356-2) John Scofield (g), Avi Bortnick (g/samples), Jesse Murphy (b), Adam Deitch (d) Avatar Studios, New York City, 30. Juli 1. Aug., 29.30. Aug. und 6. Sept. 2001</p> <p>Komposition In diesem in Jungle-Stil komponierten Drum n Bass-Stck werden dem achttaktig angelegten Thema nach und nach Schlagzeug-Interpolationen, Interludien sowie eine relativ lange Coda hinzugefgt (Tab. 20).Tabelle 20: formaler Aufbau Fo...</p>