Servus in Stadt & Land - Bayern 4/13

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Servus in Stadt & Land - Vorschau auf die Ausgabe Bayern April 2013

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  • April 04/2013

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    Glasblserkunst aus der Oberpfalz & Zu Gast im Holzland & Brettchenweberei aus dem Allgu >

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    Knusprige Tradition gerichte mit hlle & flle

    Segen fr die Rsser die georgiritter vom auerberg

    Licht der Sonneim warmen

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    10 Gekrnte SchnheitDie anmutige Kaiserkrone bringt einen Hauch imperialer Pracht in heimische Bauerngrten.

    20 Bumchen, wechsle dich!Je seltener eine Pflanze ist, desto sicherer ist ihr ein Platz im nieder-bayerischen Garten von Ferdinand Kapsreiter in Afham.

    32 Sonnengelber GartenLeuchtend gelbe Blumen und Strucher haben jetzt im April ihren groen Auftritt.

    128 Der Frhling lsst jetzt die Sau rausDie Wildschweine haben Nachwuchs bekommen und ziehen grunzend und schmatzend durch unsere Wlder.

    Natur & Garten 44 Rot, rund und gsund

    Das knackig-wrzige Radieschen schenkt uns bschelweise berraschungen.

    48 Knusper, knusper, KnuschenFnf Rezepte, bei denen Kruste und Panier ebenso ein Hochgenuss sind wie die feine Speise darunter.

    56 Geliebte KatzenzungenFeine Torten und Kuchen sind ohne Lffelbiskuits undenkbar. Selbst gemacht sind sie aber noch einmal so verfhrerisch.

    58 Ein Ei kam in die KcheZwischen Eierstich und Schnee-nockerln ist noch Platz fr das Rezept von Tante Trudes Eierlikr.

    Kche 66 Wohnen wie Goethe

    Am Ufer des Chiemsees haben Kriemhild und Werner Horn ihr Traumhaus gefunden.

    76 Anmutige FrischeWie sich der blhende April mit Tulpen und originellen Glsern ins Haus holen lsst.

    80 ber Stock und ber SteineEin Steckenpferd im Zaum zu halten macht Kindern ganz besonders viel Spa, wenn sie es auch noch selbst gebastelt haben.

    84 Schmankerl frs BrettlDie znftig aufgedeckte Brotzeit kommt genau zum richtigen Zeit-punkt, wenn nach dem Wandern der Magen knurrt.

    Wohnen

    April 2013Inhalt

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    90 Brettchen, dreh dich!Beim Brettchenweben lsst Martina Mayer-Lauingen im Allgu wunder-schne Bnder entstehen, die einst sogar Ochsen Zugkraft verliehen.

    94 Gstandene Reiter auf krftigen RssernBeim Georgiritt in Bernbeuren wird Gottes Segen vom Sattel aus erteilt.

    104 Messer mit AuraFranz Bauer fertigt in seiner Dorf-schmiede in Niederbayern von Hand wurmbunte Damastklingen nach legendrem Vorbild an.

    112 Feia, Feia, brenn gschwind!In der Walpurgisnacht gehrt der Marktplatz von Kirchseeon in Oberbayern den weisen Frauen.

    Land & Leute 118 Ein Glockenspiel

    fr AschenputtelStefan Duschl ist der Glckner von der Au. Im ehemaligen Mnchner Armenviertel lsst er im Turm der Mariahilfkirche 65 Glocken erklingen.

    122 Vom Gesang des GlasesMit viel Fingerspitzengefhl und Geduld bringen in Frauenau die letzten Glasblser der Oberpfalz edle Kelche zum Singen.

    134 Wenn die pfel wieder blhenWer im April durchs Isental reist, hat bisweilen das Gefhl, dieses blhende Stck Altbayern sei vom Lauf der Zeit bersehen worden.

    3 Vorwort 6 Briefkastl, Altes Wissen 7 Mundart 8 Servus daheim 16 Naturwissen: Zauberpflanzen 26 Schnes fr drauen 28 Der Garten-Philosoph 30 Selbst gemacht: Pflanzenschilder 36 Unser Garten, Mondkalender 40 Natur-Apotheke: Spitzwegerich 64 Aus Omas Kochbuch 74 Fundstck: Fahrrad-Gepcktrger 88 Schnes fr drinnen 100 Michael Khlmeier: Die steinerne Jungfrau 146 Gutes vom Bauern: Spargel 148 Friedrich Ani: Bekenntnisse eines Stberlbewohners 152 ServusTV: Sehenswertes im April 156 Feste, Mrkte, Veranstaltungen 158 Leben in alten Zeiten 162 Impressum, Ausblick, Adressen

    Standards128

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    Brauchtum

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  • Gartenbesuch

    Auf einem idyllischen Stck Land im niederbayerischen Afham arrangiert der begeisterte Pflanzensammler Ferdinand Kapsreiter Gewchse mit fein

    aufeinander abgestimmten Farbtnen. Und je seltener eine Pflanze ist, desto sicherer ist ihr ein Platz in diesem Garten der Vielfalt.

    TexT: stephanie lahrtz FoTos: nicole lautner

    Bumchen, wechsle dich!

  • Die ufer des baches, der durch das Gelnde fliet, sind dicht und artenreich bewachsen: links vor dem ehemaligen hirschhuschen ein junger goldblttriger Mammutbaum und schnurbume, rechts der apfeldorn und davor wei blhender blumenhartriegel.

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    erdinand Kapsreiter ist ein begeisterter Sammler. In seinem weitlufigen Garten im niederbayerischen Afham bei Pocking kann er seine Leidenschaft auch ohne rumliche Beschrnkungen ausleben.

    Angefangen hat alles mit einem Mam-mutbaum, den er vor fast 30 Jahren von einem Praktikum auf einer Farm im ameri-kanischen Missouri an den elterlichen Hof mitbrachte. Damals aber bestimmte noch die Mutter ber den Garten, vor allem ber die Bereiche nah am Haus. Also pflanzte der Sohn, um keine grtnerischen Genera-tionskonflikte heraufzubeschwren, den Baum ziemlich weit weg an den Rand des Grundstcks.

    Schon bald folgten weitere Bume verschiedenfarbige Koniferen, Ahorn und auch eine rotblttrige Eiche. Langsam, aber sicher nherten sich die Gehlze dem Haus. So steht heute vor dem Wohnzimmerfenster ein Taschentuchbaum, dessen weie Blten wirklich wie an den sten befestigte Papier-taschentcher aussehen.

    Auch die Magnolien haben es Ferdinand Kapsreiter angetan. Und wie es sich fr ei-nen Sammler gehrt, begngt er sich nicht mit den hufigen rosa-wei blhenden Bumen. Hier in Afham gibt es solche mit kleinen und groen, mit kelchartigen oder weit ausladenden Blten, die in einer brei-ten Farbpalette von Wei ber Rosa bis zu seltenen Gelb-Orange-Tnen leuchten.

    Gut versteckt blhen Die aronstbe

    Ferdinands Lust am Auergewhnlichen zeigt sich auch bei den Kastanienbumen. Da gibt es ganz alte Bume mit den bekann-ten roten Bltenkerzen. Doch daneben steht ein jngeres Bumchen mit lauter kleinen weien Blten voller zarter rosa Tupfen. Und da und dort buhlen auch gelb blhen-de Kastanien um die Aufmerksamkeit des Grtners und seiner Besucher.

    Aber irgendetwas fehlte noch inmitten all der Bume. Stauden und Bodendecker, fiel Ferdinand Kapsreiter auf, wrden sich zu deren Fen gut machen. Und schon galt es, ein neues Feld der Sammelleiden-schaft zu bestellen: Heute wechseln sich

    Die Wege mandern wie der bach: mal breit und gemht, vorbei an hngezitterpappel und kasta-nien, dann wieder aus alten steinen gelegt im schatten einer mchtigen baummagnolie (unten).

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    gsammelT, dann hob i wos Fr drunTer brauchT. und so is a garTen woarn.

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    Weie blumeneschen (links oben), gelbe azaleen und rosa Magnolien (rechts oben) oder rosa Gnseblmchen (links Mitte) sind Farbtupfer im grnen blttermeer. und im teich sonnen sich die schildkrten.

    typische raritten in Ferdinands Garten: ein rosa- violettes Judasblatt unter einem

    Mammutbaum (links) und beete mit hft-hohen Funkien zwischen blhenden stauden.

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    Klassiker wie Hornveilchen, Brlauch und Pfingstrosen mit unterschiedlichen Iris-sorten und den seltenen Aronstben ab. Letztere lieben den Schatten und gedeihen deshalb gut unter den Stauden versteckt.

    Aber Ferdinand kennt seinen Garten na-trlich wie die eigene Westentasche und fhrt uns schnurstracks zu den Gewch sen, deren Beeren trotz des Giftes eine lange Ge-schichte als Heilpflanze haben.

    nach Den hirschen kaMen Die blten

    Ferdinand Kapsreiters grtes Augenmerk gilt den Funkien. Vor 25 Jahren bekam er das erste Exemplar von seiner Schwester ge schenkt. Mittlerweile gedeihen in Afham ungefhr 500 Varianten.

    Man findet die Funkien berall im Gar-ten in hohen und niederen Tpfen auf der Terrasse, in einem alten Wassertrog und na- trlich in den vielen Beeten. Zugegeben, fr das Laienauge sind nicht alle Varianten von-einander unterscheidbar. Aber Ferdinand Kapsreiter kann sie alle bestimmen. Und er gibt zu, dass es sich bei seiner Funkien-Liebe schon fast um eine Sucht handelt.

    Abends, nach der Arbeit auf dem Hof, studiert er manchmal Stunden im Internet, in Fachbchern oder Katalogen von Grt-nereien, um vielleicht doch noch ein neues Exemplar zu finden. Allerdings gibt es eine finanzielle Schmerzgrenze, die er noch nie berschritten hat. Bei aller Begeisterung, i geb koa 50 Euro fr a Pflanzn aus, auch wenns a noch so seltene Funkie is, meint er standfest aber auch ein bisschen be-dauernd. Eigentlich san Aronstbe ja bessa fr so an leidenschaftlichen Sammler wia mi, lchelt er verschmitzt. Denn da gibts net so vui Sorten.

    Der Kapsreiter-Hof hat eine lange Ge-schichte. 1840, als ein verheerender Brand viele Huser im Dorf zerstrte, zogen die Vorfahren hierher. Man knnte es Glck

    im bach gedeihen die Gauklerblumen, bewacht von ei