Servus in Stadt & Land - Bayern 5/13

  • View
    215

  • Download
    0

Embed Size (px)

DESCRIPTION

Servus in Stadt & Land - Vorschau auf die Ausgabe Bayern Mai 2013

Transcript

  • Zie

    rla

    uc

    h &

    Ma

    ibo

    ck

    & M

    aib

    au

    Mk

    ra

    xe

    ln in

    nie

    de

    rb

    aye

    rn

    & Z

    u G

    ast

    iM G

    ra

    swa

    nG

    ta

    l &

    ku

    ck

    uc

    k

    Bayerische Hochzeitsbruche & Allguer Schluppen & Kronacher Oboen & Frbitten am Staffelsee >

    Blhender Mai

    Frisch aus dem Gartenso gut schmecken Vitamine

    Ein Schluck Frhling selbst gemachter hollersaft

    Mai 05/2013

    EUR 3,90

    E i n f a c h . G u t . L E b E n 22

    in S

    tadt

    & L

    and &

    05 /2

    013

  • 4 Servus

    co

    ver

    foto

    s: e

    isen

    hu

    t &

    Ma

    yer

    , ru

    th

    erh

    Ma

    nn

    , flo

    ra p

    ress

    10 Die Sprache der WolkenWas sie uns erzhlen, dreht sich nicht immer ums Wetter.

    20 Erlauchte HoheitDie auffallenden Bltenblle des Zierlauchs erobern den Garten.

    28 Grner Seelen-Balsam Ein Gartenbesuch bei Roswitha Amschler im frnkischen Unsleben.

    46 Blhende Wrze

    Gewrzkruter im Garten hbsch gestalten und genieen.

    134 Zum Kuckuck!Er gilt als Frhlings- und Glcks - bote und hat dennoch einen hchst zweifelhaften Ruf.

    Natur & Garten 52 Frische Bltter

    Die ersten Kopf- und Pflcksalate sind da. Knackig im Geschmack und so gesund.

    56 Wild im FrhlingDas Fleisch des Maibocks ist butter-zart und harmoniert mit den ersten Gemsen und Salaten des Jahres.

    66 Nichts fr Neugierige

    Luftige Weibacherl nach einem Rezept aus Omas Kochbuch.

    68 Erfrischender BltensaftSelbst gemachter Hollerblten-Sirup.

    70 Junges GemseFeines mit Zucchiniblten, Jung- zwiebeln, Mairbchen und Co.

    Kche 36 Basteln mit Kindern

    So macht man ein Windspiel.

    78 Das geschrumpfte HausUschi und Christoph Veit und ihr urgemtliches Blockhaus in Mittenwald.

    88 Liebliche Schnheiten

    Maiglckchen und Vergissmeinnicht schmcken jetzt unser Zuhause.

    92 Wand voller AndenkenPersnliche Erinnerungen sind auf einer selbst gebastelten Pinnwand am besten aufgehoben.

    94 Komm, lieber Mai!Eine gemtliche Pause im Halb-schatten eines Bltterdaches.

    Wohnen

    Mai 2013Inhalt

    10

    20

    36

    70

  • Servus 5

    100 Auf hlzernen SohlenDie Familie Keller stellt in den All-guer Hochalpen noch Holzschuhe her, so wie es jahrhundertelang Tradition war.

    122 Der gute Ton der alten ZeitIm frnkischen Kronach baut man in der Manufaktur Wolf mit viel Liebe Oboen und Fagotte nach historischen Vorbildern.

    140 Zu Gast im Graswangtal

    Rund um Schloss Linderhof und Kloster Ettal gibt es ein lauschiges Paradies zu entdecken mit idylli-schen Landschaften, herzlichen Menschen und so manchem kleinen Naturwunder.

    Land & Leute 18 Amors Zauberkruter

    Pflanzen, die unwiderstehlich sind. 38 Das kalte Quintett

    Das alte Wissen um die Eisheiligen.

    106 Rauf auf den MaibaumIn Niederbayern messen sich die Burschen in einer gewagten Disziplin.

    116 Frbitten ber den SeeIn Seehausen findet die einzige Seeprozession Bayerns statt.

    126 Glck dem jungen PaarHochzeit in Bayern, da war und da ist was los. Ein Fest in 9 Kapiteln.

    166 Se Locken Eine Feiertagsfrisur in alten Zeiten.

    3 Vorwort 6 Briefkastl, Altes Wissen 7 Mundart 8 Servus daheim 26 Schnes fr drauen 34 Der Garten-Philosoph 42 Unser Garten, Mondkalender 50 Natur-Apotheke: Taubnessel 76 Schnes fr die Kche 86 Fundstck: Ordnungshter 98 Schnes fr drinnen 112 Michael Khlmeier: Der Teufel und der Doktor 152 Gutes von daheim: Gamsblut und Oimwiesn-Trffel 154 Vea Kaiser: Helden von heute 158 ServusTV: Sehenswertes im Mai 164 Feste, Mrkte, Veranstaltungen 170 Impressum, Vorschau, Adressen

    Standards

    140

    106

    Brauchtum

    134

    122

    foto

    s in

    ha

    lt: e

    isen

    hu

    t &

    Ma

    yer

    , ka

    th

    ari

    na

    go

    sso

    w, p

    eter

    vo

    n f

    elbe

    rt, M

    ari

    a d

    orn

    er, g

    era

    ld k

    lepk

    a,

    flo

    ra p

    ress

    , iM

    ag

    o, M

    au

    rit

    ius

    iMa

    ges

  • naturwunder

    10 Servus

    foto

    : im

    ag

    o

    ber unseren Kpfen werden tglich Geschichten erzhlt. Sie handeln von Wind und Wetter, dem ewigen Kreislauf der Natur, aber auch von wilden Tieren. Ein neugieriger Blick in den Himmel.

    TexT: tobias micke wiSSenSchafTliche BeraTung: prof. dr. bernhard mayer

    Die Sprache der Wolken

  • Servus 11

    blick auf die bergstation der kanzel-wandbahn vor dem fellhorn und dem

    sllerkopf rechts dahinter. den allguer himmel zieren wolken der Gattungen

    cumulus fractus und cumulus humilis.

  • 12 Servus

    ie sieht ein besonders schner Tag aus? Das wird ein Tag sein, ist man ver-sucht zu sagen, an dem kein Wlkchen den Himmel trbt.

    Nur tiefstes Himmelsblau und hellstes Sonnengelb also ber dunklem Tann, saftig grner Wiese und klarem See? Einen sol-chen Tag darf man vielleicht als perfekt bezeichnen, aber es fehlt ihm etwas. Wie wenn die Suppe kein Salz hat.

    Drauen auf einer Decke in der Wiese liegend, braucht es fr das richtige Schmet-terlingsgefhl noch etwas anderes: weie Elefanten, Schneehasen, antike Gtter. Luft-schlsser, Mrchenprinzen, Fabeltiere.

    Scheinbar aus dem Nichts werden sie geboren. Sie wollen, dass man sie erkennt. Sie wandern, verwandeln und verbinden sich zu kleinen Geschichten. Manche ver-schwinden so, wie sie gekommen sind. An-

    dere ziehen als eine Herde Schafe ange-trieben vom Wind wie von einem Hirten - hund auf der blauen, weiten Weide zwi-schen Irdischem und berirdischem weiter.

    ber den Wolken, in der freien Grenzen-losigkeit, lag schon in der Antike das Reich der Gtter. Die Wolken darunter an der Grenze zum Irdischen verwendeten die Allmchtigen gelegentlich als Reisegefhrt, um unerkannt zur Erde zu gelangen. Oder sie dienten dem Gttervater als vermutlich hchst bequemer Thron, von dem aus er die Geschicke der Menschen lenkte.

    Solch sagenhafte und die Fantasie anre-gende Darstellungen wurden von bildenden Knstlern gern aufgegriffen; die Wolken waren und sind in Form und Farbe oft ein zustzliches Mittel, um ganz bestimmte Stimmungen zu vermitteln. Und William Shakespeare nutzte in seiner Tragdie

    Hamlet im berhmten 3. Akt (Sein oder nicht sein ) die Verwandlungskunst der Himmelsschafe, um auf genial einfache Weise den wolkigen Charakter von Polonius, dem Kmmerer des Knigs, darzulegen:

    Seht ihr die Wolke dort, beinah in Gestalt eines Kamels?, lsst Shakespeare seinen Prinzen Hamlet in der zweiten Szene fragen.

    Und Polonius erwidert: Beim Himmel, sie sieht auch wirklich aus wie ein Kamel.

    Hamlet: Mich dnkt, sie sieht aus wie ein Wiesel.

    Polonius: Sie hat einen Rcken wie ein Wiesel.

    Hamlet: Oder wie ein Walfisch?Polonius: Ganz wie ein Walfisch ...Von allen wortgewandten Dichtern, die

    sich in ihren Werken den Wolken widmeten, war Johann Wolfgang von Goethe sicher fachlich der beschlagenste. Denn Goethe

    Wfo

    tos:

    ma

    uri

    tiu

    s, c

    orb

    is

    eine mchtige Gewitterwolke (cumulus nimbus) im blauen Land

    bei Groweil in oberbayern.

  • befasste sich zeit seines Lebens auch ausgie-big mit Naturwissenschaft.

    Als der britische Apotheker Luke Howard nach intensiven Beobachtungen 1802 als einer der Ersten die Wolken am Himmel in wiedererkennbare Typen und Klassen zu unterteilen begann, da war Goethe begeis-tert von dessen Beobachtungsgabe und den Schlssen, die jener daraus zog. So begeis-tert, dass er Herrn Howard sogar ein eigenes Gedicht widmete. Howards Ehren gedcht-nis heit es, und es enthlt eine poetische Umschreibung der vier von Howard beschrie- benen, bis heute bekannten und bentzten Wolkengrundformen: Cirrus, die Federwol-ke. Stratus, die Schichtwolke. Cumulus, die Haufenwolke. Und (sie kam etwas spter hinzu) Nimbus, die Regenwolke.

    wertvoLLe anreGunG der fantasie

    Zu den Federwolken etwa meinte der Dichterfrst:Ein Aufgehuftes, flockig lst sichs auf, Wie Schflein trippelnd, leichtgekmmt zu Hauf, So fliet zuletzt, was unten leicht entstand, Dem Vater oben still in Scho und Hand.

    Und weil Goethe daran Spa hatte, scheint er auch das Hamletsche Wolken-kamel von Howards Landsmann William Shakespeare in die wissenschaftliche Reverenz eingebracht zu haben:Dort droht ein Leu, dort wogt ein Elefant, Kameles Hals, zum Drachen umgewandt; ein Heer zieht an, doch triumphiert es nicht, da es die Macht am steilen Felsen bricht ...

    Durch wunderbare Gemlde, feine Texte und fast noch wertvoller durch Anre-gung der Fantasie: Das ist die eine Art, wie Wolken zu uns Menschen sprechen. Auf die andere Art erzhlen sie uns, wie das Wetter wird, das ja unser Leben stark mitbestimmt. Dies zu erlernen ist aber ganz wrtlich eine Wissenschaft fr sich. Und die hat sogar im Rahmen der Meteorologie einen eigenen Namen: Nephologie, die Wolkenkunde.

    niederbayern in wei, blau und Gelb: ein

    rapsfeld mit fantasie- anregendem cumulus

    humilis fractus darber.

    7Eingehllt in graue Wolken,

    Schlafen jetzt die groen Gtter,

    Und ich hre, wie sie schnarchen,

    Und wir haben wildes Wetter.

    Heinrich Heine (17971856), aus: Eingehllt in graue Wolken

    7

  • 14 Servus

    foto

    : ma

    uri

    tiu

    s

    7Vorbei ist der Sturm, das Gewitter zerstoben,

    Was schwebst du allein noch, o Wolke, dort oben! Verdunk