SZ 28.03.14

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    25-Nov-2015

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  • Sechs Seiten Beilage von katrin blawat München – Erstmals haben Forscher ein Chromosom eines komplexen Organismus im Labor nachgebaut. Die Chromosomen sind jene Strukturen, auf denen sich die Erbsubstanz DNA und damit die Gene be- finden. Bei dem nun nachgebauten Chro- mosom handelt es sich um eines der Bä- ckerhefe. Dieser Mikroorganismus spielt eine große Rolle in der biotechnischen In- dustrie. Er besitzt, wie Pflanzen und Tiere auch, einen Zellkern und unterscheidet sich dadurch von den einfacher struktu- rierten Bakterien. Das erste synthetische Hefe-Chromo- som sei ein „wichtiger technischer Meilen- stein“, sagte Wilfried Weber, Professor für Synthetische Biologie an der Universität Freiburg. Er war nicht an der Arbeit betei- ligt, die nun ein internationales Team aus 80 Wissenschaftlern und Studenten unter der Leitung von Jef Boeke vom Langone Medical Center in New York und Sriniva- san Chandrasegaran von der Johns Hop- kins University in Baltimore im Fachmaga- zin Science präsentierte. Die Bäckerhefe wird bereits heute in der Biotech-Industrie eingesetzt, etwa, um Me- dikamente, zum Beispiel gegen Malaria, Biotreibstoffe und andere Chemikalien herzustellen. Bislang ist die Ausbeute je- doch häufig gering. Dies werde sich bes- sern, so vermuten Forscher, wenn sich künftig das komplette Erbgut der Hefe im Labor zusammensetzen ließe. Dann könn- te zum Beispiel der Preis für Medikamente sinken, die in der Hefe produziert werden. Forscher arbeiten bereits daran, auch die übrigen Chromosomen dieses Mikroor- ganismus nachzubauen. Das Ziel ist eine Hefezelle mit komplett künstlichem Erb- gut. Die nun präsentierten Ergebnisse bele- gen erstmals, dass dies grundsätzlich mög- lich ist. Vergleichbares ist Forschern zwar bereits mit einer Bakterien-Zelle gelun- gen. Sie ist aber einfacher strukturiert und ihr Erbgut leichter zu synthetisieren. Um ein Hefe-Chromosom nachzubau- en, kopieren die Forscher die natürliche Version nicht eins zu eins. Vielmehr verän- derten Boeke und seine Kollegen die Erb- substanz gezielt an mehr als 500 Stellen. Unter anderem fehlen der am Computer de- signten Version fast 48 000 der insgesamt etwa 317 000 DNA-Bausteine des natürli- chen Chromosoms. Auf diese Weise wollen die Wissen- schaftler eine Art Minimal-Hefe entwi- ckeln. Sie soll nur noch jene Gene besitzen, die zum Überleben im Labor und zur Ver- mehrung unbedingt nötig sind. So kann die Zelle möglichst viele ihrer Ressourcen etwa in die Produktion eines Medikaments oder von Biotreibstoff stecken. Normale Hefen hingegen haben auch Erbanlagen, die sie nur in Ausnahmefällen unter widrigen Bedingungen benötigen. Solche Gene sind notwendig, um in der Um- welt zu überleben. Im Labor sind sie jedoch überflüssig, wie die Forscher zeigten. Dazu tauschten sie in lebenden Hefezellen das natürliche Chromosom gegen die Nachbil- dung aus. Die derart veränderten Zellen verhielten sich bis auf sehr geringe Abwei- chungen genauso wie normale Hefen. Zudem verhindern die fehlenden Gene, dass sich die Designer-Hefen in der Um- welt verbreiten können, sollten sie einmal aus einem Labor entweichen. Xetra Schluss 9451 Punkte N.Y. 18 Uhr 16266 Punkte 18 Uhr 1,3750 US-$ Heute mit Immobilien: Kauf- und Mietmarkt Es wird natürlich einen großen Bahnhof geben, ein Podest wird aufgebaut vor dem Gleis, an dem die erschöpfte Lokomo- tive ankommt, nach so langer Fahrt aus China. Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping wird diese Leistung loben als wichtigen Beitrag, der das deutsche und das chinesische Volk näher zusammen- bringe. Und die Völker dazwischen irgend- wie auch. Es kommt nicht so oft vor, dass die Stadt Duisburg so hohen Besuch emp- fängt. Und wenn, dann ist der Anlass meis- tens nicht sehr erfreulich. Es sind die Jah- restage der Katastrophe auf der Lovepa- rade oder die Expedition eines EU-Kom- missars in die Elendsquartiere der Roma. Der Besuch des chinesischen Staatspräsi- denten am kommenden Samstag lenkt die Aufmerksamkeit aber diesmal auf ein gelungenes Stück Strukturwandel im Ruhrgebiet, von denen es nicht so viele gibt. Früher haben im Duisburger Hafen vor allem die Kohlenschiffe angelegt, bis man im Pott nicht mehr so viel Kohle för- derte und verfeuerte. Dann wurde es erst einmal ruhig am Duisburger Hafen. Heu- te nennt er sich „größte Logistikdreh- scheibe in Zentraleuropa“ – und weil das noch nicht reicht, ist er auch der „größte Binnenhafen der Welt“. Mehr als 20 000 Menschen arbeiten dort, Audi hat im ver- gangenen Herbst ein riesiges Logistikzen- trum eröffnet. Statt auf Kohle und Stahl setzt Duisburg nun auf Container. Die kommen nicht nur mit dem Schiff über den Rhein, sondern mit dem Zug, am Samstag rollt der Yuxinou ein, der ganze 10 300 Kilometer zurückgelegt hat – eine Strecke, die länger ist als die der Transsibi- rischen Eisenbahn. Sechzehn Tage ist der Zug aus Chongqing unterwegs, einer 30-Millionen-Metropole in Zentralchina. Bis zu 50 Container kann er transportie- ren, vollgepackt mit iPhones und Compu- tern aus den Fabriken von Hewlett-Pa- ckard. Chongqing ist das Zentrum der chi- nesischen Elektroindustrie. „Für Unter- nehmen dort ist der Zugtransport schnel- ler als das Schiff und billiger als das Flug- zeug“, sagt Erich Staake, der Chef des Duisburger Hafens. Das Schiff würde 40 Tage brauchen, der Containerpreis von etwa 10 000 Dollar ist deutlich billi- ger als Luftfracht. Drei Mal die Woche fährt der Yuxinou in China los, er durchquert die Mongolei, Kasachstan, Russland, Weißrussland und schließlich Polen. Er muss an Zollstatio- nen halten und die Waggons wegen der unterschiedlichen Spurweiten tauschen. Bisher sind die Fahrten aber reibungslos verlaufen, jeder Container ist mit einem GPS-Sender ausgestattet und kann bei Verlust schnell geortet werden. Nach Duisburg kommen die Züge meis- tens vollbeladen, auf dem Rückweg gebe es noch freie Plätze, sagt Hafen-Chef Staa- ke. Viele deutsche Unternehmen würden die Verbindung bisher gar nicht kennen. Das soll sich durch den Besuch des chine- sischen Präsidenten nun ändern. Hafen- Chef Staake erhofft sich durch die Auf- merksamkeit auch einen Schub für eine weitere Zugstrecke, die Wiederinbetrieb- nahme einer Güterzuglinie nach Antwer- pen, die sie hier auch den „Eisernen Rhein“ nennen. Die Stadt könnte man auch über Fluss und Nordsee erreichen, mit dem Zug geht es aber schneller. Dann könnte der Yuxinou von China bis nach Belgien fahren. bernd dörries Berlin– Die Finanzminister der Länder er- höhen den Druck auf Steuerhinterzieher. Wer sich beim Finanzamt selbst anzeigt, soll künftig nur noch dann straffrei blei- ben, wenn er für bis zu zehn Jahre alle Falschangaben korrigiert und die entspre- chenden Steuern nachzahlt. Auch soll sich der Strafzuschlag, den die Betroffenen ent- richten müssen, verdoppeln. Bis Anfang Mai wollen die Minister die letzten noch of- fenen Fragen klären. hul blacktriangleright Wirtschaft Im Westen und Süden sowie im südwestli- chen Niedersachsen nach Auflösung örtlicher Nebelfelder heiter bis wolkig und trocken. Von Sachsen bis zur Nordsee auch Regen möglich. Es werden zehn bis 18 Grad erreicht. blacktriangleright Seite 15 Was für ein Treffen zwischen dem US-Präsidenten und dem Papst: 52 Minuten lang sprachen Barack Obama und Franziskus und waren so heiter, als wären sie von der Last ihrer Ämter befreit. „Es ist wunderbar, Sie zu treffen“, sagte der Präsident zum Papst. Fran- ziskus schenkte dem Gast seine Schrift „Evangelii Gaudium“ . Obama versprach, die zu lesen, „wenn ich frustriert bin“. Anlass dazu gä- be es: In den USA hat der Präsident, der selbst wie ein Papst die Welt ändern wollte, viel Zustimmung verloren. FOTO: G. BOUYS/AP blacktriangleright Seite 7 Kiew – Der Internationale Währungs- fonds (IWF) stellt der hoch verschuldeten Ukraine einen Milliarden-Kredit bereit. Bis zu 18 Milliarden Dollar könnten abgeru- fen werden, teilte der IWF am Donnerstag in Kiew mit. Im Gegenzug fordert die Orga- nisation weitreichende Wirtschaftsrefor- men. Zwei Monate vor der Präsidenten- wahl in der Ukraine erklärte Ex-Minister- präsidentin Julia Timoschenko in Kiew of- fiziell ihre Kandidatur. Sie hatte zuletzt mit unverhohlenen Todesdrohungen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Pu- tin Irritationen im Westen ausgelöst. Auch die Bundesregierung hatte sich von ihr dis- tanziert. sz blacktriangleright Seite 7 Berlin – Die große Koalition hat ihren Streit über die doppelte Staatsbürger- schaft am Donnerstag beigelegt. Justizmi- nister Heiko Maas (SPD) und Innenminis- ter Thomas de Maizière (CDU) verständig- ten sich auf einen Gesetzentwurf. In ihm ist geregelt, unter welchen Bedingungen in Deutschland geborene Kinder von Migran- ten künftig sowohl die Staatsangehörig- keit ihrer Eltern als auch den deutschen Pass behalten können. Bisher müssen sich diese Kinder vor ihrem 23. Geburtstag für eine der beiden Staatsbürgerschaften ent- schieden haben. Die SPD forderte seit Lan- gem eine Aufhebung dieser sogenannten Optionspflicht, die Union lehnte das ab. In ihrem Koalitionsvertrag hatten SPD und Union dann einen Kompromiss vereinbart. Demnach soll die Optionspflicht für in Deutschland geborene und „aufgewachse- ne“ Kinder ausländischer Eltern entfallen. In den vergangenen Monaten hatten sich Union und SPD jedoch darüber gestritten, was aufgewachsen bedeutet. Der Gesetzentwurf sieht jetzt vor, dass in Deutschland „aufgewachsen“ – und da- mit von der Optionspflicht befreit – ist, wer sich am 21. Geburtstag mindestens acht Jahre in der Bundesrepublik aufgehal- ten hat. Gleiches soll gelten, wenn der Be- troffene mindestens sechs Jahre eine deut- sche Schule besucht hat oder einen in Deutschland erworbenen Schul- oder Be- rufsabschluss besitzt. Auf Antrag des Be- troffenen kann die zuständige Behörde das Vorliegen dieser Voraussetzungen – und damit den dauerhaften Fortbestand der deutschen Staatsangehörigkeit – auch schon vor dem 21. Geburtstag feststellen. Mit Ende des 21. Lebensjahres prüft die Be- hörde die Voraussetzungen dann automa- tisch von Amts wegen. Falls die entspre- chenden Informationen aus dem Meldere- gister vorliegen, muss die Behörde nichts weiter prüfen. Anderenfalls muss der Be- troffene die genannten Kriterien selbst nachweisen. Dazu kann er beispielsweise sein Schulzeugnis vorlegen. Maas und de Maizière hatten sich bei ei- nem bisher nicht bekannt gewordenen Ge- spräch am Dienstag auf diese Lösung ver- ständigt. Die beiden Minister mussten den Kompromiss aber noch mit ihren Fraktio- nen und Parteien abstimmen. Am Donners- tag konnten sie dann die Einigung verkün- den. Der Gesetzentwurf soll jetzt so schnell wie möglich vom Kabinett beschlossen und vom Bundestag verabschiedet wer- den. Die Minister hoffen, dass das Gesetz noch in diesem Jahr in Kraft treten kann. „Wir haben eine gute Lösung für die dop- pelte Staatsbürgerschaft gefunden“, sagte Maas. Junge Menschen, deren Leben in Deutschland geprägt worden sei, würden jetzt „nicht länger gezwungen, sich gegen die Wurzeln ihrer Familie zu entscheiden“. Der Kompromiss setze den Koalitionsver- trag „vernünftig in die Praxis um“. Unnöti- ge bürokratische Hürden würden vermie- den. Schließlich könnten die Behörden „in der großen Mehrzahl der Fälle“ mit wenig Aufwand selbst feststellen, ob die Voraus- setzungen für die doppelte Staatsangehö- rigkeit vorlägen. Innenminister de Maiziè- re hatte zunächst deutlich höhere Anforde- rungen verlangt. robert rossmann iPhones statt Kohle Chinas Staatspräsident Xi macht Werbung für Duisburg Für Steuerbetrüger wird es enger Ankara – Kurz vor den Kommunalwahlen hat die Türkei nach dem Kurzbotschaften- dienst Twitter nun auch das Online-Video- portal Youtube blockiert. Die für Telekom- munikation zuständige Regulierungsbe- hörde TIB habe „den Zugang gesperrt“, be- kamen Internet-Nutzer mitgeteilt. Nach Berichten der Zeitung Hürriyet haben die Mobilfunkanbieter und Internet-Provider des Landes auf Geheiß der Regierung die Website blockiert. afp blacktriangleright Seite 7 It’s wonderful Große Koalition einigt sich beim Doppel-Pass SPD und Union ermöglichen Kindern von Migranten, unter besonderen Bedingungen beide Staatsangehörigkeiten zu behalten Biologen schaffen Chromosom im Labor Erstmals bauen Forscher einen komplexen Organismus mit künstlichen Erbgut-Teilen. Dieser soll helfen, Medikamente und Biotreibstoffe zu gewinnen. Fachleute sprechen von einem „Meilenstein“ Thema des Tages Streik, Schweiß, Tränen: Bei den Tarifverhandlungen hofft man auf eine schnelle Einigung 2 Meinung Der Fall Gurlitt – rechtswidrige Beschlagnahme als eine List der Geschichte 4 Panorama Die Zahl der Hinrichtungen steigt weltweit besorgniserregend 9 Wirtschaft Siemens-Chef Kaeser in Russland: Schwierige Rolle der Konzerne in politischen Krisen 17 Sport Aljona Savchenko und Robin Szolkowy beenden ihre glanzvolle Eislaufkarriere 27 Medien, TV-/ Radioprogramm 31,32 Forum & Leserbriefe 15 München · Bayern 30 Rätsel 31 Familienanzeigen 22 Die SZ gibt es als App für Tablet und Smartphone: sz.de/app (SZ) Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst hat in seiner Grundordnung für die Bayerischen Staatstheater – Thgrund – bestimmt, dass für die Ausgabe von Dienst-, Ehren- und Gebührenkarten die Verwaltung nach Maß- gabe der ministeriellen Regelungen verant- wortlich ist. Die Regelungen selbst stehen nicht dabei, dafür heißt es in den Benut- zungsbedingungen der Bayerischen Staats- theater, dass die Karten dem Besteller „auf dessen Gefahr“ zugesandt werden. Dieser an sich übliche und harmlose Hinweis hat nun mit einem Mal eine unerwartete Bri- sanz gewonnen, weil Abgeordnete, die von den Staatstheatern Freikarten zugeschickt bekommen, neuerdings Gefahr laufen, für Nassauer gehalten zu werden, wo nicht gar für korrupt und raffgierig. Grund der Heim- suchung war eine Presseanfrage des Bay- erischen Rundfunks, die eine für Presse- anfragen ungewöhnliche Karriere machen dürfte: Der Landtag denkt darüber nach, das Freikartenwesen ganz einzustellen. Noch weiß die Neidgesellschaft, also wir alle, nicht genau, wie sie den Vorfall einord- nen soll. Einerseits müssen wir ihn als ei- nen Haupttreffer werten, denn wenn wir et- was auf den Tod nicht leiden können, dann sind das nun mal Privilegien. Bei Freikar- ten sind wir besonders empfindlich, weil wir uns da nicht nur über Abgeordnete är- gern müssen, die ihr Kontingent in kultu- reller Gefräßigkeit voll ausschöpfen, son- dern auch und vor allem über solche, die es verfallen lassen. Das ist so, wie wenn sich Freibierberechtigte Leitungswasser in den Maßkrug einfüllen lassen: ein Affront ge- genüber den Nicht- und Minderprivilegier- ten. Andererseits fragen wir uns natürlich, was für unseren Neid an Brennstoff bleibt, wenn nun auch noch die Freikarten dahin- gehen. Es ist ja von den ganz großen Privi- legien, wie sie die Feudalzeit kannte, eh so gut wie nichts geblieben. Keine Monopole, keine Schenkungen, keine Steuerfreiheit, kein ius primae noctis, wobei es um dieses Recht schon deshalb nicht schade ist, weil sich sonst der Landtag überlegen müsste, ob er es unter den Spenden oder den geld- werten Leistungen führt und ob die Aus- übung veröffentlichungspflichtig ist. Gottlob gibt es auch in dieser Sphäre Nu- ancen. Der Bayerische Rundfunk verfügt über einen die Gesellschaft widerspiegeln- den 47-köpfigen Rundfunkrat, dessen Mit- glieder ein Anrecht haben, gratis die Kon- zerte der anstaltseigenen Orchester zu be- suchen. Dieses Privileg war von der Anfra- ge naturgemäß nicht betroffen. Es wird er- halten bleiben, und das ist auch gut so, weil es der Qualitätskontrolle der öffentlich- rechtlichen Klangkörper dient. Wie das im Detail funktioniert, weiß man nicht, doch ist leicht vorstellbar, dass ein Vertreter des Landessportverbands oder der Familien- verbände dem Dirigenten nach dem Kon- zert rät, mal mit den Holzbläsern ein ern- stes Wörtchen zu reden. Nicht ohne Grund sind die Klangkörper des BR Weltklasse. 18°/ -3° Türkei sperrt auch Youtube NEUESTE NACHRICHTEN AUS POLITIK, KULTUR, WIRTSCHAFT UND SPORT WWW.SÜDDEUTSCHE.DE 70. JAHRGANG / 13. WOCHE / NR. 73 / 2,50 EUROMÜNCHEN, FREITAG, 28. MÄRZ 2014 Es könnte so einfach sein: weniger Salz, weniger Zucker, mehr Bewegung. Wir wis- sen natürlich, was eingesundesLebenaus- macht – und zur Not helfen auch noch Minicomputer dabei, unsere Lebensfüh- rung zu optimieren. Der BiologeDanielLie- berman erklärt, was Menschen trotzdem davon abhält, schlechte Gewohnheiten ab- zulegen. Außerdem: Die Geschichte eines Mädchens, das an einer lebensgefährli- chen Krankheit leidet: Sie kann keine Schmerzen fühlen. Ein Gesundheitsheft. Liegt nicht der gesamten Auslandsauflage bei IWF gibt Ukraine Milliarden-Kredit Organisation fordert aber weitreichende Wirtschaftsreformen Süddeutsche Zeitung GmbH, Hultschiner Straße 8, 81677 München; Telefon 089/2183-0, Telefax -9777; redaktion@sueddeutsche.de Anzeigen: Telefon 089/2183-1010 (Immobilien- und Mietmarkt), 089/2183-1020 (Motormarkt), 089/2183-1030 (Stellenmarkt, weitere Märkte). 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  • von claudia henzler N ormalerweise läuft es so: Die Arbeit-nehmer wollen mehr Geld, die Ar-beitgeber wollen lieber sparen. Es folgen harte Verhandlungen an mehreren Wochenenden, anschließend wird erklärt, dass die Forderungen viel zu weit gingen, beziehungsweise das Angebot lachhaft sei. Die Gespräche scheitern. Es kommt zu tagelangen Arbeitsniederlegungen, ein Schlichter wird eingeschaltet. Nach langen Nächten treten die Verhandlungspartner mit Augenringen vor die Kameras, um zu verkünden, dass sie das Bestmögliche raus- geholt hätten (Gewerkschaften), bezie- hungsweise bis an die Schmerzgrenze ge- gangen seien (Arbeitgeber). So war es bei den Tarifverhandlungen für die mehr als zwei Millionen Angestellten im öffentli- chen Dienst bei Bund und Kommunen in den Jahren 2008 und 2010. Vor zwei Jahren aber war es anders. Die Gespräche scheiterten nicht, Gewerkschaf- ten und Arbeitgeber einigten sich schon am dritten Verhandlungswochenende, eine Schlichtung war nicht nötig. Für den schnellen Erfolg war entscheidend, dass die Gewerkschaften die Gespräche mit gro- ßen Warnstreiks begleiteten. Bundesweit beteiligten sich damals mehr als 200 000 Angestellte von Bund und Kommunen. Eine Mobilisierung, die selbst die Gewerk- schaften überraschte. Und noch einen posi- tiven Effekt hatten die Aktionen aus Sicht von Verdi-Chef Frank Bsirske: 23 000 neue Mitglieder habe die Gewerkschaft im März 2012 gewonnen. Auf die damals erfolgreiche Strategie setzen die Gewerkschaft Verdi und der Be- amtenbund DBB auch diesmal. Die groß- dimensionierten Warnstreiks in dieser Wo- che sollen ihre Position stärken, wenn am kommenden Montag die dritte Verhand- lungsrunde mit der Vereinigung der kom- munalen Arbeitgeberverbände (VKA) und dem Bundesinnenministerium beginnt. Aus Sicht von Verdi sind die Warnstreiks schon jetzt ein Erfolg: Mehr als 100 000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst sind am Donnerstag laut Gewerkschaftsanga- ben dem Streikaufruf gefolgt. Am Mitt- woch hatten sich nach Angaben von Verdi bereits 43 000 Beschäftigte beteiligt. Von den Ausständen am Donnerstag waren die großen Flughäfen betroffen, außerdem Kitas, Müllabfuhr, Gemeindeverwaltun- gen, Schwimmbäder und Arbeitsagentu- ren in den Bundesländern Baden-Würt- temberg, Berlin, Hamburg, Mecklenburg- Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sach- sen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Der Tarifvertrag betrifft auch kommunale Unternehmen wie Kran- kenhäuser, Sparkassen, Gemeindewerke und Flughäfen. Mittelbar haben die Tarif- abschlüsse außerdem Bedeutung für die Angestellten aus dem Nahverkehr in sechs Bundesländern. Die Arbeitgeber zeigten für die Arbeits- niederlegungen kein Verständnis. „Die Warnstreiks bringen uns in den Verhand- lungen nicht weiter. Leidtragende sind die Bürgerinnen und Bürger“, kommentierte VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoff- mann die Aktionen. Verdi will mit den Streiks zeigen, dass die Forderungen von einer breiten Basis getragen werden, dass also nicht über völlig überzogene Forderungen von irren Gewerkschaftsfunktionären verhandelt wird, sondern dass die Mitglieder diese For- derungen mittragen. Die Streiks sollen außerdem ein Drohszenario aufbauen und einen Vorgeschmack auf die Arbeitsnieder- legungen geben, die den Bürgern ohne Eini- gung ins Haus stünden. Der Empörungsrhetorik zum Trotz ste- hen die Chancen gut, dass es auch diesmal ohne Schlichtung klappen könnte. Beide Tarifpartner versichern, dass sie in der drit- ten Verhandlungsrunde zu einem Ergeb- nis kommen wollen. Beide betonen aller- dings, dass der Weg dahin „schwierig“ sei. Die bisherigen Treffen seien konstruktiv verlaufen, es gebe Annäherungen – wenn auch nicht in den entscheidenden Punk- ten. „Wir sind weit auseinander bei der Ein- schätzung, was die Lohnhöhe angeht. Wir sind nicht beieinander, was die Frage einer sozialen Komponente angeht“, sagte Bsirs- ke am Donnerstag im Deutschlandfunk. Beide Seiten haben vereinbart, keine De- tails über die Zwischenstände zu veröffent- lichen. In die Verhandlungen sind die Gewerk- schaften mit der Forderung nach einer pau- schalen Lohnerhöhung um 100 Euro plus weitere 3,5 Prozent gegangen – für eine Laufzeit von zwölf Monaten. Thomas Böh- le, Verhandlungsführer der Kommunen, sagte am Donnerstag: „Auch wir sind der Meinung, dass es eine angemessene Ein- kommenserhöhung geben sollte, dem stel- len wir uns nicht in den Weg.“ Der VKA ver- weist allerdings auf die schwierige finanzi- elle Lage der Kommunen. Die Verhand- lungsführer müssen zudem beachten, dass der Flächentarifvertrag für verschul- dete Kommunen genauso gilt wie für manch wohlhabende Gemeinde etwa im Münchner Speckgürtel. Größter Konfliktpunkt ist der Sockel- betrag von 100 Euro. Nach dem Willen der Gewerkschaften soll er die Lohnerhöhung auch für untere Einkommensgruppen spürbar machen. Der VKA lehnt das ab, weil dadurch jene Arbeitskräfte teurer wür- den, mit denen sich Kommunen in Konkur- renz zu privaten Anbietern sehen: Service, Müllabfuhr, Nahverkehr. Die Gewerkschaften hatten es schon 2012 mit einem ähnlichen Modell ver- sucht. Damals ging es um einen Mindestbe- trag für die Lohnerhöhung: 6,5 Prozent mehr Gehalt wünschten sich Verdi und DBB, jedoch mindestens 200 Euro mehr pro Monat. Geeinigt hatte man sich dann auf eine längere Laufzeit, eine geringere Gehaltserhöhung – im Gegenzug verzichte- ten die Gewerkschaften zähneknirschend auf den Mindestbetrag. So könnte es wie- der kommen – es sei denn, dass die Gewerkschaften unbedingt durchsetzen wollen, was sie damals nicht vermochten: einen hohen Sockelbetrag. Abgasdunst liegt über Köln. Auf der Luxem- burger Straße, einer wichtigen Ausfallstraße gen Westen, geht um acht Uhr nichts mehr. Dass neben den Autos aber auch noch Fahr- räder Reifen an Reifen fahren, kommt eher selten vor. Zum Fahrrad gibt es an diesem Streikmorgen kaum eine Alternative. Stra- ßenbahnen – und überwiegend auch die Bus- se – stehen still. Streik. Die Radstation am Kölner Hauptbahnhof hat Zulauf wie selten. Pendler im Business- Outfit stehen Schlange. Wer leer ausgeht, für den wird der Hauptbahnhof leicht zur Endstation auf seinem Weg zur Arbeit. Nicht allen neuen Kunden traut der freundliche Herr beim Radverleih den richtigen Umgang mit dem geliehenen Gefährt zu. Misstrau- isch will er wissen: „Wo parken Sie das?“ Kur- zes Zögern: „Ich nehme es mit ins Büro.“ Zehnmal so viele Radfahrer wie sonst sei- en heute unterwegs, schätzt die 21-jährige Sophie aus Münster, die jeden Tag mit dem Rad fährt. Sie wurde von dem Streik über- rascht: „Ich wunderte mich schon, dass heu- te in Köln so viele Räder unterwegs sind, wie ich es sonst nur aus Münster gewohnt bin.“ Um die Mittagszeit langweilen sich nach einem anstrengenden Morgen auch die ers- ten Taxifahrer wieder. Zufrieden mit dem Zu- satzgeschäft sind sie aber auch nicht. Er sei zwar mehr gefahren als sonst, sagt Klaus, der seinen Nachnamen nicht nennen will, seit 20 Jahren ist er Taxifahrer: „Aber weil am Flughafen auch gestreikt wird, hatte ich kei- ne langen Fahrten.“ Den ganzen Tag soll der Streik in Köln noch weitergehen. Am Mittwoch hatte Verdi die Aktion abends wegen eines Fußballspiels gestoppt. Doch am Donnerstag spielt der 1. FC Köln nicht. KIRSTEN BIALDIGA Den Münchner Müllmännern stinkt es. Wenn es nach ihnen ginge, dann könnte das ruhig die ganze Stadt riechen: „Hoffen wir, dass es nächstes Mal, wenn wir den Müll liegen las- sen, schön warm ist“, sagt Marcus Holste, er arbeitet beim Münchner Abfallwirtschafts- betrieb. Beinahe alle Mitarbeiter des Münchner Ab- fallwirtschaftsbetriebes haben am Donners- tag erneut die Arbeit niedergelegt. Schon in der vergangenen Woche und am Mittwoch hatte es Warnstreiks gegeben. Fahrer und Belader, die sonst den Müll in der Stadt ein- sammeln, erschienen zwei Tage in Folge nicht zum Dienst. Müllwagen blieben in den Depots, alle Wertstoffhöfe geschlossen. In Münchens Hinterhöfen konnte man die Fol- gen schon sehen, da stapelten sich die Säcke auf und neben den vollen Tonnen. Die Leute nehmen es hin, bislang jedenfalls. Das Ver- ständnis sei heute viel größer als noch vor zehn Jahren, so erlebt es zumindest Marcus Holste. Auch die Straßenreinigung beteiligte sich an den Streiks, anders als in vielen anderen Städten sind das in München getrennte Be- triebe. „Die Streikbereitschaft ist bei diesen Berufsgruppen besonders groß, weil die Ein- kommen sowieso recht niedrig sind“, sagt Verdi-Bezirkschef Heinrich Birner. „100 Euro mehr im Sockel machen da einen riesigen Un- terschied.“ Beispiel Marcus Holste: Der 47-Jährige ver- dient beim Abfallwirtschaftsbetrieb brutto etwa 1650 Euro, netto bleiben ihm an die 1300 Euro. Damit kann Holste, der drei Kin- der hat, keine großen Sprünge machen. Im Gegenteil: Mit 1300 Euro kann man in Mün- chen gerade mal die Miete zahlen – wenn man Glück hat. KAROLINE META BEISEL Der größte deutsche Flughafen ist an die- sem Mittwoch ziemlich leer. Kein Wunder, die Lufthansa hatte bundesweit gut 600 ih- rer 1300 Flüge gestrichen und das rechtzei- tig bekannt gegeben. Am Frankfurter Air- port wurden 550 Starts und Landungen an- nulliert. Keine Schlangen wütender Reisen- den an den Schaltern, kaum Gemurre. Wie auch? Die meisten Passagiere sind frühzeitig gewarnt worden, konnten, wenn sie wollten, ihr Ticket für eine Fahrkarte der deutschen Bahn umtauschen und so an ihr Ziel gelan- gen. Wer am Airport warten muss – es gibt etliche Verspätungen –, wurde mit einem Fläschchen Apfelschorle und Schokolade ge- tröstet. Auf Kosten der Lufthansa. Es ist ein Warnstreik mit Ansage; die Ge- werkschaft Verdi hatte sich konziliant ge- zeigt und die Aktion vergleichsweise frühzei- tig publik gemacht. Es blieb genug Zeit für Notfallplanungen; Mühsal und Ärger, bei den Fluggästen aber auch beim Personal der Fluglinien hält sich so immerhin in Grenzen. „Wenn schon Streik, dann bitte so“, sagte ein nicht-streikender Vertreter des Airports. Circa 2000 Beschäftige sind seit dem frühen Morgen im Ausstand, Mitarbeiter der Bo- den- sowie der Frachtabfertigung, der Passa- gierkontrollen und der Verwaltung. Verdi ist zufrieden, eine Beteiligung von 90 Prozent in- klusive Tochtergewerkschaften. Zum Flugha- fen kommen sie dennoch an diesem Tag. Man trifft sich zur Versammlung, einem Pro- testmarsch. „Wir wollen mehr Geld“, rufen sie. Viele Fraport-Mitarbeiter sind im Schicht- dienst, die Löhne sind nicht hoch; wer 2000 Euro verdient, kann sich glücklich schätzen. Die Kollegen von der Spätschicht werden nicht streiken. Von 14.30 Uhr an wurde wie- der gearbeitet am Airport. SUSANNE HÖLL Streik, Schweiß und Tränen Wie schon 2012 versuchen die Gewerkschaften, ihren Kontrahenten auf kommunaler Seite den Schneid abzukaufen. Wieder haben sie bundesweit zu folgenreichen Arbeitsniederlegungen aufgefordert. Das Ziel ist eine schnelle Einigung, auch wenn der Preis für die Bürger in diesen Tagen hoch ist Kölscher Zweirad-Boom Wenn es Müllmännern stinktMit Apfelschorle und Schokolade Die Kommunen drohen mehr oder minder dezent mit Privatisierungen 2012 brachten die Streiks der Gewerkschaft Verdi 23 000 neue Mitglieder Warnstreiks im öffentlichen Dienst Kitas zu, Mülltonnen auf der Straße, Flugzeuge am Boden – die Arbeitsniederlegungen waren aus Sicht der Gewerkschaften ein voller Erfolg. Denn sie fühlen sich jetzt für die neue Verhandlungsrunde gestärkt. Tatsächlich scheinen die Kommunen einem raschen Kompromiss nicht abgeneigt zu sein. Eine Sache allerdings erschwert die Einigung ganz gewaltig THEMA DES TAGES2 HF2 Freitag, 28. März 2014, Nr. 73 DEFGH Verdi wollte zeigen, dass ihre Forderungen von einer breiten Basis getragen werden: Kundgebung Donnerstagmorgen am Frankfurter Flughafen. FOTO: DANIEL ROLAND/AFP
  • von wolfgang görl D er Münchner Fasching ist einetraurige Angelegenheit. Umsofröhlicher geht es dann in deranschließenden Fastenzeit zu.Jedes Wirtshaus, das etwas auf sich hält, lädt zu Starkbierfesten ein, und die berühmteste Fastensause ist die Salvatorprobe auf dem Nockherberg, ein nur Politikern, Geistlichen und anderen Honoratioren zugängliches Freibiergela- ge, das vom Bayerischen Fernsehen live übertragen wird. Per Bußpredigt und Sing- spiel werden der Politprominenz dabei mehr oder weniger lustig die Leviten gele- sen, und nach dem allseits anerkannten Nockherberg-Gesetz sind nur diejenigen Politiker wichtig, die auf der Salvatorbüh- ne reichlich Spott ernten. Im Singspiel, einer satirischen Revue mit Politiker-Doubles, war zwei Jahrzehn- te lang der Auftritt des Münchner Oberbür- germeisters Christian Ude respektive sei- nes famosen Bühnen-Alter-Egos Uli Bauer einer der sichersten Lacher. Bauer musste nur Udes wie einen Weckruf intonierte Standardanrede „Liebe Münnnchnerrin- nen und Münnnchnerr“ aufsagen, schon herrschte Heiterkeit im Saal; und wenn er, jede Silbe betonend, den Glanz und die Herrlichkeit seiner selbst in wohlgeform- ten Sätzen feierte, gab es gar keinen Zwei- fel mehr: Das ist er, der Ude. Bei der jüngsten Salvatorprobe, drei Ta- ge nach der ersten Runde der bayerischen Kommunalwahl, sang der Bühnen-Ude sein Abschiedslied, ein wehmütiges „Ich sag auf Wiedersehen“ mit beigefügter Selbstverherrlichung („Mein Applaus will einfach nicht verhallen“). Es fällt schwer, nicht von einer Apotheose zu sprechen. Ude selbst, der richtige Ude, der nach fast 21 Jahren das Chefzimmer im Rathaus aus Altersgründen räumen muss, verdrückte eine Träne, während die Starkbier-Promi- nenz um ihn herum klatschte und jubelte – ob nun wegen des Songs oder wegen Ude oder weil der Ude endlich weg ist, lässt sich nicht so genau sagen. Ganz in der Nähe des künftigen Pensio- närs saßen Seite an Seite zwei Herren, die weder im Singspiel vorkamen, noch von den BR-Kameraleuten großartig beachtet wurden. Dass die beiden im Schatten Udes standen, ist untertrieben. Sie spielten schlichtweg keine Rolle. Dabei wird einer von ihnen aus dem Schatten treten müs- sen, so viel ist sicher. Welcher das ist, ent- scheidet sich am Sonntag bei der Stich- wahl um das Amt des Münchner OB. Wer sie sind? Dieter Reiter ist ein Sozialdemo- krat wie Ude, sein Kontrahent Josef Schmid, der ist von der CSU. Wer immer gewinnt: Singspiel-Regis- seur Marcus H. Rosenmüller wird ein Pro- blem haben. Wie soll man den neuen Ober- bürgermeister parodieren? Was ist das Her- vorstechende, das Typische, das man nur andeuten muss, und jeder weiß: Aha, das ist der Reiter. Oder der Schmid. Noch sind keine kabarettistisch brauchbaren Marot- ten zum Vorschein gekommen, selbst in puncto Frisur und Kleidung sind die bei- den aufs unauffälligste korrekt. Es wird hart für das künftige Double. Zumindest ist das zu vermuten, wenn man den Bewertungen in den Medien, auf Internetforen oder dem täglichen Gerede folgt. Schmid, heißt es da, ist farblos, Rei- ter ebenso, und überhaupt seien beide hausbacken, bieder und mittelmäßig. Pro- fil? Nicht zu erkennen. Als Redner und Diskutanten sind sie tat- sächlich keine großen Nummern, es fehlt ihnen die Gabe, eine Sache so auf den Punkt zu bringen, dass die Zuhörer elektri- siert sind. Dem 55-jährigen Reiter wird da- zu noch zur Last gelegt, dass er immer nur Beamter war. Stimmt ja auch. Fast 30 Jah- re lang hat er der Stadtkämmerei gedient, ehe er zum Chef des Referats für Wirt- schaft und Arbeit avancierte. Von Josef Schmid, 44, ist wiederum selten die Rede, ohne dass sein Vorname zu „Seppi“ ver- niedlicht wird. Dem CSU-Kandidaten haf- tet das Image des geschmeidigen Empor- kömmlings an, der es vom Metzgerssohn aus dem fast ländlichen Stadtteil Allach zum Rechtsanwalt und Partner einer mit- telständischen Kanzlei gebracht hat. Und dann ist er auch noch in einer Partei, die in München über Jahrzehnte hinweg einem Intrigantenstadl glich, in dem Skandale und Rankünen mit größerer Hingabe ge- pflegt wurden als die Politik. Erst in jünge- rer Zeit hat die städtische CSU den Begriff Parteidisziplin ernst genommen, was nicht zuletzt Schmids Verdienst ist. Der März, in dem der Wahlkampf in ei- ne nicht übermäßig flotte letzte Runde ging, war in München meteorologisch eher ein vorgezogener Mai. Frühlingsluft durch- wehte die Stadt, die an solch seidig leuch- tenden Tagen aufs schönste dem Klischee entspricht, das allgemein über sie im Um- lauf ist. Lässig zur Schau getragener Luxus prägt das Bild der besseren bis besten Vier- tel, da sind die wirklich eleganten Frauen, die in der Maximilianstraße ihre Gardero- be auf den neuesten Stand bringen. Dane- ben die Männer, immer lässig, immer be- reit zu zeigen, was sie sich leisten können. Und da sind die anderen, die versuchen, sich anzupassen, an alle, die mehr haben, notfalls per kreditfinanzierter Klamotten. Man möchte ja nicht als jemand dastehen, der nicht mithalten kann. Bitte nicht. Und dann gibt es noch die, die auch das nicht können. Durch die nicht ganz so no- blen Viertel wie Giesing oder Milbertsho- fen, wo Arbeiter, kleine Angestellte, Rent- ner oder Kleingewerbler leben, geistert seit geraumer Zeit die Frage, wie es eigent- lich weitergehen soll in einer Stadt, die man sich kaum noch leisten kann. Dabei muss man kein Hartz-IV-Empfänger oder sonst ein armer Schlucker sein, um hier Existenzängste zu haben. Auch ein fester Job, ein geregeltes Einkommen sind keine Garantie mehr, in München leben zu kön- nen. Was ist, wenn die nächste Mieterhö- hung kommt? Und sie kommt ganz bestimmt. Um durchschnittlich fünf bis sechs Pro- zent steigen die Mieten pro Jahr, und wer heute eine neue Wohnung bezieht, kann von Glück reden, wenn er mit 16 Euro pro Quadratmeter davonkommt. Mehr als 1100 Euro Kaltmiete für eine 70-Quadrat- meter-Wohnung – da ist ein guter Teil des Einkommens schon mal weg. Und nach oben gibt es praktisch keine Grenzen. In keiner Großstadt Deutschlands wohnt es sich so teuer wie in München. Wenn der Münchner Wahlkampf über- haupt ein Thema hatte, dann war es die Fra- ge, wie man das Angebot an erschwingli- chem Wohnraum verbessern kann. „Ich ha- be während meiner Kampagne mit Tausen- den Bürgern geredet“, sagt Dieter Reiter. „In 90 Prozent der Gespräche ging es ums bezahlbare Wohnen.“ Auch Josef Schmid, der mit einem alten VW-Bus durch sämtliche Stadtviertel tour- te, hat die Erfahrung gemacht, dass Woh- nungsnot und steigende Mieten die größte Sorge der Münchner sind. Was also tun? Kleine Giftpfeile fliegen hin und her, wenn es um Schuld und Ver- säumnisse geht. Schmid wirft Ude und sei- ner Verwaltung vor, die Entwicklung ver- schlafen zu haben, wobei ihm zupass kommt, dass sich die Stadt selbst den Lu- xus leistete, eigene Immobilien jahrelang leerstehen zu lassen. Reiter kann mit ähnli- cher Münze heimzahlen, denn die CSU-do- minierte Staatsregierung hat ihrem Partei- freund Schmid nicht gerade geholfen, als sie im vergangenen Jahr rund 33 000 lan- deseigene Wohnungen an ein Investoren- konsortium verkauft hat. Darunter waren 8000 Wohnungen in München. Dabei ist es ja nicht so, dass in München nicht gebaut würde, im Gegenteil. Entlang der Bahnlinie, auf ehemaligem Kasernen- gelände, an den Stadträndern entstanden neue Siedlungen, banale Wohnblöcke zu- meist, nicht wirklich hässlich, aber auch nicht schön. Etwa 125 000 neue Wohnun- gen wurden in der Ära Ude gebaut – und doch reichen sie nicht, der gewaltigen Nachfrage Herr zu werden. München boomt, die Wirtschaft der Stadt entfaltet seit vielen Jahren eine enorme Dynamik. Das Bild vom behäbigen Millionendorf, in dem die Gemütlichkeit niemals ausstirbt und wo grantelnde Dackelbesitzer und charmante Vorstadtstrizzis den ganzen Tag im Biergarten herumhocken, war schon immer höchst einseitig. Hier haben Dax-Konzerne wie BMW, Allianz, Munich Re, Linde oder Siemens ihren Hauptsitz, die Hightech-Sparte floriert, Life Sciences, Kommunikationstechnologie, Banken, Mo- de, Tourismus – alles so gut in Schwung, dass München in deutschen und europäi- schen Städterankings stets oben steht, meistens auf Platz eins. Das Geld, die Arbeitsplätze, die hohe Le- bensqualität locken Menschen von überall an, aus allen Winkeln der Republik, aus EU- Ländern und sämtlichen Kontinenten. Et- wa ein Viertel der Münchner sind Auslän- der. Jährlich steigt die Zahl der Einwohner um 20 000, heute sind es rund 1,45 Millio- nen. Im Jahr 2023 werden es den Progno- sen zufolge 1,6 Millionen Menschen sein. Wo aber sollen sie wohnen? In einer Stadt, die sich keiner mehr leisten kann? Und wird diese Stadt noch die gleiche sein, sein können? „Damit München München bleibt“ – mit diesem Slogan bestritt SPD-Kandidat Reiter seinen Wahlkampf, und dafür be- kam er einen dicken Sack voller Spott. Das sei doch die Losung eines ideenlosen „Wei- ter so“. Reiter hatte alle Mühe zu erklären, dass er die Parole als Auftrag versteht, eine Menge zu ändern, damit die Stadt so attrak- tiv bleibe, wie sie ist. Dass München sein wie immer gearte- tes Wesen verlieren könnte, ist eine Be- fürchtung, die schon um 1900 grassierte. In Ludwig Thomas Roman „Münchnerin- nen“ ist es eine „Bodenverwertungsgesell- schaft“, die die historische Bebauung platt- machen möchte, und als in den 1920er-Jah- ren das 45 Meter hohe Technische Rathaus errichtet wurde, schimpfte Karl Valentin, jetzt beginne es auch schon in München zu „neuyorkeln“. Es ist keine Frage, dass viele Münchner am Alten hängen. Das hält sie aber nicht da- von ab, das neueste Smartphone und das innovativste Auto zu kaufen. Unbehaglich wird ihnen erst, wenn der angebliche Fort- schritt unabsehbare Folgen haben könnte. Die Olympischen Winterspiele etwa haben die Münchner lieber doch nicht haben wol- len, ebenso wenig eine dritte Startbahn für den Flughafen. Da konnte sich Ude, dessen letzte Amtszeit ohnehin nicht ganz so glän- zend verlief, noch so sehr ins Zeug legen – die Menschen stimmten dagegen. Nicht wenigen Münchnern wird der gewaltige wirtschaftliche Erfolg der Stadt offenbar allmählich unheimlich. Was bleibt dann von dem München, das so viele lieben? Wie dies aussieht, ist jedem Einheimi- schen klar, und wer ein anderes Bild hat, der kann ja nach drüben gehen, nach Ber- lin. Ist ja auch was dran: München ist schön, hier gibt es Tage, da erscheint das Leben federleicht und berauschend. Wenn alle hinausdrängen an die Isar, die sich nach der Renaturierung wie in alten Zeiten als Gebirgsfluss, als „großer Gießbach aus den Bergen“, wie Thomas Mann schrieb, durch die Stadt schlängelt. Wenn die Sur- fer auf der Eisbachwelle balancieren und die Menschen die ersten warmen Tage mit einer Maß am Chinesischen Turm begrü- ßen, dann stellt sich jenes München-Ge- fühl ein, das so viele hier sesshaft werden lässt. In diesen Momenten ist egal, wie hoch die Miete ist und wie teuer das Leben. Man pflegt das zum Klischee gewordene Weichbild einer Stadt, in der man morgens beim Frühschoppen im Augustiner sitzt, anschließend eine der Pinakotheken be- sichtigt, dann ein Sonnenbad vor der Glyp- tothek, und abends geht’s in die Oper. So ist es, und so wird es bleiben. Jenseits der Postkartenidylle aber wan- delt sich die Stadt beständig. Sukzessive verschwinden die Traditionsgeschäfte aus dem Zentrum, zuletzt räumte der ehemali- ge Königlich Bayerische Hoflieferant Ed Meier, ein exquisites Schuhgeschäft beina- he snobistischen Zuschnitts, seinen ange- stammten Laden gegenüber der Residenz, die ein paar Schritte weiter gelegene Confi- serie Rottenhöfer, seinerzeit ebenfalls Hof- lieferant, machte nach 188 Jahren für im- mer dicht, das alteingesessene Modehaus Maendler in der Theatinerstraße hat aufge- geben und so weiter. Die Liste ist lang. We- nig bleibt, wie es war, und alles geht schnell. Stadt- und Staatsregierung wirken da mitunter wie gemächliche Eselskarren – zumindest wenn es um große Projekte geht. Über den geplanten Bau einer zwei- ten S-Bahnröhre wird seit Jahren vorzugs- weise gestritten, die Sanierung der städti- schen Kliniken zieht sich hin, und für den von vielen Musikfreunden geforderten Konzertsaal gibt es zwar gefühlte 30 Stand- orte, aber weder Geld noch einen Plan. Das größte Mysterium aber ist, dass die wichti- gen Bauvorhaben zwar diverse Wettbewer- be und Expertenkommissionen durchlau- fen und dennoch eine Architektur heraus- kommt, die wie ein Gestaltungsbeispiel aus einem Baumarkt-Katalog aussieht. Und wenn schon mal ein origineller Ent- wurf wie der Plan des japanischen Archi- tekten Kazunari Sakamoto für die soge- nannte Werkbundsiedlung auf dem Tisch liegt, dann wird er weggewischt. Zu teuer, befand die rot-grüne Stadtratsmehrheit, zu wenig ökologisch – bis heute ein Bei- spiel städtischer Verzagtheit, die lieber das Mittelmäßige wählt, als das Außerordentli- che zu wagen. Im 19. Jahrhundert dachte man anders in München. „Den Sozis ist in den letzten Jahren vie- les aus dem Blick geraten“, sagt Josef Schmid, die Stadt müsse wieder aktive Poli- tik betreiben. Natürlich mit ihm an der Spit- ze, Schmid, dem CSU-Mann, der sich im Wahlkampf als Erneuerer präsentiert und seine Frau Natalie im Stil US-amerikani- scher Kampagnen als First Lady in spe in Szene setzt. Schmid ist es immerhin gelun- gen, einen liberal wirkenden, urbanen CSU- Politiker zu verkörpern, der sich auch nicht scheut, beim Christopher-Street- Day mitzulaufen und sich von Seehofer- Sprüchen à la „Wer betrügt, der fliegt“ zu distanzieren. Reiter wiederum hat sich als Sozialde- mokrat klassischen Typs profiliert. Wer ihn beim Straßenwahlkampf beobachtet, sieht einen Mann, der den Menschen zu- hört und auch aggressive Fragen geduldig beantwortet. Auch Reiter sagt: „Einfach weitermachen wie bisher, geht nicht.“ Die Dynamik Münchens müsse man fördern, nur dürfe dabei nicht die soziale Balance verloren gehen. „Keiner soll Angst haben müssen, dass er verdrängt wird.“ Gelernt haben die beiden auch, wie man mäßige Wahlergebnisse schönredet. Rei- ter gab sich „rundherum zufrieden“, als er aus dem ersten Wahlgang mit 40,4 Pro- zent herauskam. Dass sein Parteifreund Ude 2008 stattliche 67 Prozent hingelegt hatte, trübte die Freude kaum. Schmid feierte seine 36,7 Prozent gar als „historisch“, weil damit erstmals seit 30 Jahren wieder ein CSU-Kandidat in die Stichwahl gekommen ist. Seinerzeit hatte es Erich Kiesl in die zweite Runde ge- schafft, ein umtriebiger Politiker, der 1978 die jahrzehntelange SPD-Dominanz im Rathaus beendet hatte. Seine Amtszeit als OB war von diversen Peinlichkeiten ge- prägt, weshalb ihn die Münchner bei der besagten Stichwahl 1984 wieder abservier- ten. Umso größer wäre die Genugtuung der Christsozialen, endlich mal wieder die Hauptstadt des Landes zu regieren, das sie seit Menschengedenken beherrschen. Für die SPD wäre es ein Desaster, an dessen Fol- gen die Genossen gar nicht denken wollen. Da ist es beruhigend, dass Sabine Nallin- ger, die OB-Kandidatin der Grünen, die re- spektable 14,7 Prozent geholt hatte, den Münchnern empfiehlt, Reiter zu wählen. Das größte Stimmenpotenzial aber ist noch gar nicht ausgeschöpft. 58 Prozent der Wahlberechtigten blieben dem ersten Urnengang ganz fern. Mehr als die Hälfte also gaben ihre Stimmen nicht ab, aber viel- leicht machten sie eine Stimmung deut- lich. Im einst roten Stadtteil Milbertshofen zum Beispiel haben nur noch 32 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt. Es ist, als hätten sie eine Botschaft an die große reiche Stadt geschickt: Wir gehören nicht mehr dazu. Aber hier gibt es Tage, da erscheint das ganze Leben federleicht und berauschend Auch ein fester Job, ein geregeltes Einkommen sind keine Garantie mehr, in München leben zu können Mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme nicht ab. Warum nicht? „Damit München München bleibt.“ So werben nicht die Konservativen, sondern SPD-Kandidat Dieter Reiter. Dass München sein wie immer geartetes Wesen verlieren könnte, ist übrigens eine Befürchtung, die schon um 1900 grassierte. Wer die Postkarte aus den 70er-Jahren an- schaut, der sieht, dass sich am Ende aber doch etwas verändert hat. FOTO: OH Schaut auf diese Stadt Zu München fällt jedem eine Menge ein – zu den beiden Kandidaten, die Oberbürgermeister werden wollen, eher nicht. Dabei ist es eigentlich noch wichtiger geworden, wer hier in Zukunft regiert Beide liegen Kopf an Kopf, wenn es darum geht, wer der Unauffälligere ist: Dieter Reiter von der SPD (links) und Josef Schmid von der CSU. FOTO: ROBERT HAAS DIE SEITE DREIDEFGH Nr. 73, Freitag, 28. März 2014 HF2 3
  • Ob der Flughund nun wirk- lich einem Hund ähnelt oder doch eher einem Fuchs, wie er im Englischen auch genannt wird, darüber kann man strei- ten – die längliche Schnauze und das bu- schige, rötliche Fell mancher Arten lassen Spielraum für Interpretation. Unumstrit- ten ist jedoch, dass Flughunde und Fleder- mäuse, gemeinsam als Fledertiere bezeich- net, als einzige Säugetiere tatsächlich ak- tiv fliegen können: Sie flattern dafür mit ih- ren Hautflügeln. Beim Riesenflughund können sie Spannweiten von mehr als 1,50 Meter erreichen. Manche Kurznasen- flughunde dagegen, eher Typ Chihuahua als Fuchs, sind nur wenige Zentimeter lang. Flughunde gibt es in Asien, Australi- en, Afrika und auf vielen Südseeinseln. Tagsüber hängen sie meist kopfüber schla- fend in Bäumen oder Höhlen; nachts sam- meln sie Samen und Früchte, wodurch sie eine wichtige Rolle bei der Pflanzenbestäu- bung spielen. Anders als Fledermäuse ori- entieren Flughunde sich meist nicht per Echo-Ortung, sondern vor allem mit ihren guten Augen. Viele Arten sind bedroht, weil ihr Lebensraum schrumpft, aber auch durch die Jagd – vielerorts gelten sie als De- likatesse. Auch in Guinea verspeist man sie gerne über dem Feuer getrocknet oder in ei- ner Pfeffersuppe. Weil Fledertiere das töd- liche Ebola-Virus in sich tragen können, das derzeit in Guinea wütet, hat das dorti- ge Gesundheitsministerium nun Handel und Verzehr der Tiere verboten. weis „Viele hatten diese Entscheidung von Papst Franziskus erwartet, nun hat er sie gefällt. Zum Glück: Für das Bistum Lim- burg, das endlich den Neustart wagen kann, und für die katholische Kirche, die durch die Affäre schweren Schaden erlit- ten hat. Jede andere Entscheidung wäre absurd gewesen. Zu schwer wogen die Proteste in Limburg gegen den verschwen- derischen Kirchenmann, der keinerlei Unrechtsbewusstsein an den Tag legte.“ „Damit nun in Limburg und anderswo das Seufzen der Erleichterung keine heiße Luft bleibt, muss die katholische Kirche aus dem Fall Tebartz lernen. Sie braucht ein professionelleres, transparenteres Berufungssystem ihres Spitzenpersonals mit festen Formen von Beratung und Mitwirkung der Gläubigen. Sie benötigt ferner ein besseres System der Eigenkon- trolle gegen selbstherrliche Auswüchse Einzelner.“ „Der fast zeitgleich vorgelegte Prüfbericht der deutschen Bischofskonferenz belegt nachdrücklich, dass Bischof Tebartz-van Elst keinesfalls das Unschuldslamm war, als das er immer wieder stilisiert werden wollte. Wahr ist aber auch, dass Aufsichts- gremien geschlampt haben, dass die Kam- pagne gegen Tebartz-van Elst teilweise zum Selbstläufer wurde.“ von ulrich schäfer J oe Kaeser ist als Chef von Siemens einManager, kein Politiker, aber seinBesuch bei Wladimir Putin war mehr als eine schnöde Geschäftsreise. Die Visite hatte in einer Zeit, in der Russland mit Sanktionen belegt und aus dem Wirt- schaftsklub der G 8 herausgeworfen wird, auch eine politische Komponente. Grundsätzlich ist ein Besuch bei Putin nicht verwerflich, auch Sigmar Gabriel war ja erst vor ein paar Wochen in derselben Präsidentenresidenz zu Gast. Auch Kanzle- rin Angela Merkel erklärte nach Kaesers Moskau-Reise, sie habe gegen solche Tref- fen nichts einzuwenden. Es ist ein bewusstes Doppelspiel, das da getrieben wird. Ein Doppelspiel, bei dem die Politik vordergründig immer mehr Druck aufbaut – und sich zugleich einen „back channel“, einen Zugang hinten her- um aufrechterhält. Regierungen greifen, wenn sie sich offiziell nichts mehr zu sagen haben, gern auf solche informellen Kontak- te zurück. Gern auch auf die Kontakte durch Wirtschaftsführer. Das hat schon Konrad Adenauer so ge- handhabt. Er hat sich immer wieder der Hilfe von Hermann Josef Abs bedient, des international einflussreichen Bankiers und langjährigen Vorstandssprechers der Deutschen Bank. Auch Berthold Beitz war viele Jahrzehnte nicht nur im Auftrag von Krupp unterwegs, sondern vertrat auf sei- nen Reisen bei Bedarf auch die Interessen der Bundesrepublik. Gemeinsam fädelten Abs und Beitz Ende der 60er-Jahre mit Russland auch das politisch brisante Ge- schäft „Gas gegen Röhren“ ein: Deutsche Firmen bauten Gasröhren für die Russen, die Deutsche Bank und andere Institute finanzierten dies, Moskau lieferte im Ge- genzug Gas. Dies trug entscheidend zur Entspannungspolitik bei. Joe Kaeser, der seit einem Dreiviertel- jahr Siemens führt, also einen auch politi- schen Konzern, der viele Geschäfte mit Staaten aller Art macht, ist allerdings kein Beitz, kein Abs. Kein erfahrener Diplomat. Und so ließ er sich vor laufenden Kameras zu ein paar verstörenden Bemerkungen hinreißen. Zunächst gratulierte er zur Be- grüßung dem russischen Präsidenten zu ei- ner „herausragenden Olympiade“, obwohl dies ja nicht zuletzt eine gewaltige Propa- gandaveranstaltung für Putin war, ehe die Besetzung der Krim begann. Und anschlie- ßend, im Interview mit dem „Heute-Jour- nal“, bezeichnete Kaeser die Annexion der Krim auch noch als „kurzfristige Turbulen- zen“. Gewiss hat Siemens während seiner 160 Jahre in Russland vieles erlebt: Krise, Kriege, Machtwechsel. Aber eine „kurzfris- tige Turbulenz“ ist etwas völlig anderes. Letztlich aber offenbarte Kaesers vom Kanzleramt gebilligter Besuch bei Putin vor allem eines: das große Dilemma, in dem sich nicht nur die deutsche Wirt- schaft, sondern auch die deutsche Politik befindet. Denn die wirtschaftlichen Verbin- dungen mit Russland, nicht bloß durch Gas und Öl, sondern im Handel, Maschi- nenbau oder Finanzgeschäft, sind viel zu eng, als dass Deutschland wirklich klar Position beziehen kann. Putin weiß dies, und das macht ihm die Sache so leicht. von kai strittmatter M an mag Xi Jinping, den Staatsprä-sidenten Chinas, nicht beneiden.Die Herausforderungen, vor de- nen sein Land steht, sind gewaltig. Ja, Chi- na hat als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt mittlerweile großen Einfluss, kein glo- bales Problem – vom Klimawandel bis zur internationalen Finanzordnung – kann mehr ohne die Kooperation Pekings ernst- haft angegangen werden. Gleichzeitig aber wird China noch lange vorwiegend mit sich selbst beschäftigt sein. Auch deshalb tut sich der Westen schwer mit seinen Ver- suchen, Peking einzubinden ins internatio- nale Gefüge, ihm mehr Verantwortung ab- zuverlangen. Kanzlerin Angela Merkel wird das erneut feststellen, wenn Xi an die- sem Freitag in Berlin eintrifft. Nicht vergessen darf man dabei, dass Xis wichtigste Rolle nicht die des Staatsprä- sidenten ist, sondern die des Chefs der Kommunistischen Partei. Wohl noch nie sah sich eine diktatorisch regierende Par- tei einer solchen Herausforderung aus der eigenen Gesellschaft gegenüber. China ist eben nicht Nordkorea: Die Regierung hat das Internet gefördert, weil sie darin Wirt- schaftschancen, Profit witterte – und hat sich so bei aller Macht der Zensur eine Of- fenheit ins Land geholt, die einmalig ist für autoritäre Regime. China ist auch deshalb nicht Nordkorea, weil die KP sich auf ihre Art um die Legiti- mierung ihrer Herrschaft bei den Bürgern bemüht: durch Wirtschaftswachstum, durch nationale Größe. Auch deshalb geht ihr der Entzug des Vertrauens durch diese Bürger, die wütend sind über Korruption, soziale Ungleichheit, vergiftetes Essen und vergiftete Luft, so an die Nieren. Xi Jinping ist für die KP angetreten, die- ses Vertrauen zurückzugewinnen. Er will China weiter modernisieren. Das Problem dabei: Es ist weiterhin nur eine halbe, ober- flächliche Modernisierung. Politisch agiert Xi erstaunlich altbacken. Sein Kampf ge- gen die Korruption etwa ist nichts als eine Kampagne alten Stils, welche die Beamten mit Appellen und Schauprozessen einzu- schüchtern sucht. Das mag kurzfristig Schreckstarre in den Reihen der KP auslö- sen, auf lange Sicht aber wird diese Kampa- gne genauso scheitern wie alle vor ihr. Xi Jinping und mit ihm die ganze KP ha- ben große Angst vor jenen Reformen am System, die die Ursachen des Übels tatsäch- lich bekämpfen würden, allen voran eine unabhängige Presse und eine unabhängi- ge Justiz. Es ist sogar so, dass Xi all jene, die ebendies fordern – Rechtsanwälte, Bür- gerrechtler, Blogger, Journalisten – mit großer Härte verfolgen lässt. Die Repressi- on hat unter ihm zugenommen. Furcht ist für Xi ein effizientes Mittel zur Herrschafts- sicherung. Der Fall der Bürgerrechtlerin Cao Shunli, die vor zwei Wochen in Haft verstarb, nachdem die Behörden ihr medi- zinische Behandlung verwehrt hatten, ist ein Rückfall in dunkelste Zeiten. Es ist eine drängende Frage: Wie gehen die Demokratien des Westens mit dem wirtschaftlich immer stärkeren China um? Englands Premier David Cameron gab ei- ne mögliche Antwort, als er bei seinem Pe- kingbesuch im Dezember fast auf dem Tep- pich kriechend um Pekings Wohlwollen buhlte. Man kann das natürlich machen – jede Selbstachtung aufgeben. Aber Respekt darf man dann keinen mehr erwarten, gerade nicht von den Um- worbenen. Selten las man ätzendere Kom- mentare in Chinas Medien als nach Came- rons Kotau. Oft hört man, der Westen wer- de China gewiss nicht die Demokratie brin- gen. Als ob das ein Grund wäre, sich selbst und seine Werte zu verleugnen. Zudem sehnt sich China nach dem Respekt der Au- ßenwelt. Die Kanzlerin und der Bundesprä- sident haben in Berlin die Gelegenheit, Xi daran zu erinnern, dass sein Land erst dann, wenn es die Rechte seiner eigenen Bürger achtet, den Respekt bekommt, den es als große Nation verdient. D ie Beschlagnahme der 1280Gurlitt-Kunstwerke durchdie Staatsanwaltschaft Augs-burg vor zwei Jahren war einstrafrechtlicher Fehler, ein großer, ein gewaltiger, ja ein unfassbarer strafrechtlicher Streich. Man liest den dür- ren Durchsuchungs- und Beschlagnahme- beschluss der Ermittlungsrichterin in Augsburg, der alles ins Rollen gebracht hat, und ist entgeistert: Da wurde die Ein- trittskarte zu einer Vorstellung ausge- stellt, von der die Richterin keine Ahnung hatte. Da wurde wegen eines mickrigen Steuervorwurfs auf einen Hundert-Millio- nen-Wert zugegriffen. Der strafrechtliche Zugriff auf den Kunstschatz war unver- hältnismäßig, er ist ein rechtsstaatlicher Skandal. Aber zugleich war dieser Zugriff gesegnet mit einer phantastischen Entde- ckung, Enthüllung und Offenbarung. Ei- ne falsche Anwendung des Rechts hat da- zu geführt, dass die Wahrheit über die Bil- der und ihr Schicksal entdeckt wurde oder entdeckt werden kann. Wer diesen Fall Gurlitt studiert, ist daher hin- und hergerissen zwischen Recht und Moral. Die Bilder waren vor der juristisch dubi- osen Beschlagnahme tot. Jetzt reden sie: Sie reden von ihrer Vergangenheit; die so- genannte Provenienzforschung bringt sie zum Sprechen; die Bilder berichten da- von, wo und bei wem sie einst hingen; sie berichten von Notverkauf und Raub; viele dieser Bilder tragen die unsichtbaren Spu- ren von Nazi-Verbrechen, und sie tragen die sichtbaren Spuren vom Verbergen und Verstecken. Viele der beschlagnahm- ten Bilder waren Gegenstand von Gier, von Hab- und Raffsucht. Sie blieben einst in den Salons der Nazi-Größen und den Depots der Kunsthändler der NS-Zeit, als die Eigentümer der Bilder in den Lagern und in den KZs verschwanden. In einer Ge- genwart, in der die letzten Zeitzeugen ster- ben, in der Endzeit der Erinnerung also, hängt die Zukunft des Holocaust-Geden- kens auch an solchen Bildern. Diese Bilder sind zwar stumme Zeugen der NS-Verbrechen, sie provozieren aber das Reden über diese Verbrechen von Neu- em. Erinnerung – das ist nicht zuletzt die Unruhe, die einen packt, wenn man die Ei- gentumslage an diesen Bildern zu analy- sieren versucht und feststellt, wie schwer es für die Erben der Nazi-Opfer ist, wieder in den Besitz dessen zu kommen, was ih- ren Großvätern und Großmüttern abge- presst worden ist. Das Bürgerliche Gesetz- buch mit seinen Paragrafen über den Er- werb von Eigentum und über die Verjäh- rung von Herausgabeansprüchen der Ei- gentümer gegen die Besitzer – es ist unge- eignet für die juristische Reparatur von Akten politischer Perversion. Viele der Gurlitt-Bilder waren Objekte des Unrechts. Gleichwohl: Sie hätten nicht beschlagnahmt werden dürfen, weil das Strafrecht nicht dafür da ist, Bilder zum Reden zu bringen. Strafrecht ist auch nicht dafür da, die Schwächen des BGB und des Zivilrechts auszugleichen. Es ist nicht dafür da, einen übergesetzlichen Herausgabeanspruch zu schaffen, wenn es einen gesetzlichen Herausgabean- spruch nicht mehr gibt. Strafrecht ist al- lein dafür da, die Schuld einzelner Men- schen an einer Straftat festzustellen und die Strafe dafür zu bemessen. Die Verbre- chen, von denen die beschlagnahmten Bil- der künden, hat nicht Cornelius Gurlitt be- gangen; er hat die Bilder geerbt, nicht eine strafrechtliche Schuld, die daran klebt. Gurlitt hat aber die moralische Last ge- erbt, mit denen die Bilder, jedenfalls ein Teil davon, beschwert sind. Ein Verfah- ren, in dem es um eine kleine Steuerstraf- tat geht, erlaubt es aber dem Staat nicht, den Beschuldigten von dieser Last durch Beschlagnahme zwangsweise zu befreien. Die Beschlagnahme der 1280 Bilder er- folgte wegen des wackeligen Verdachts ei- ner „Verkürzung der Einfuhrumsatzsteu- er“. Vom Wert der Bilder kann die Steuer- schuld, so sie denn überhaupt besteht, mindestens zehntausend Mal bezahlt wer- den. Ein eklatanteres Beispiel für Unver- hältnismäßigkeit kann man sich kaum ausmalen. Man muss Paragrafen schon sehr verbiegen, um 1280 Bilder daran auf- zuhängen in einem Strafverfahren, in dem der einzige greifbare Vorwurf darin besteht, dass der Beschuldigte 9000 Euro aus vermeintlich unklaren Geschäften bei sich geführt hat. Dem alten Mann ist Unrecht widerfahren. Den Menschen, denen Gurlitts Bilder einst gehörten, ist viel, viel größeres Un- recht widerfahren. Es kann nicht gegen- einander aufgerechnet werden. Und es können die Bilder, auch wenn es sich nicht um Raubkunst handelt, auch nicht einfach an Gurlitt zurückgegeben wer- den. Sie sind in keiner Wohnung Gurlitts mehr sicher. Die Unsicherheit der Eigen- tumsverhältnisse an den Bildern ereilt al- so nun auch die Ausübung des Besitz- rechts von Gurlitt. Vielleicht ist dies eine List der Geschichte, wenn sie sieht, dass Recht und Gesetz an ihre Grenzen stoßen. Etliche Kommentatoren beschäftigen sich mit dem Rücktritt des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst nach dessen Finanzaffäre: PROFIL Was macht ein politisches Talent aus? Die Frankfurterin Janine Wissler ist nicht nur den Spitzen der Linkspartei schon vor Jah- ren als politische Begabung aufgefallen. Die 32 Jahre alte Fraktionsvorsitzende der Linken im hessischen Landtag fällt dort als Politikerin vor allem durch zwei Eigen- schaften auf, die in der Politik und auch sonst eher selten gemeinsam daherkom- men. Wissler kann mit großer Leiden- schaft vor Publikum reden, bei Protest- kundgebungen wie auch im Landtag, hat ein Fernsehgesicht. Sie kann zuspitzen und reagiert schlagfertig. Aber sie muss das nicht, sie kann Angriffe mit Heiterkeit ins Leere laufen lassen. Das macht wohl ihr Talent aus: durchaus bissig zu sein, aber nicht verbissen. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis es zum nächsten Schritt kommen würde, dem Aufstieg in den engeren Führungs- kreis der Linken im Bund. Jetzt gilt die Diplom-Politologin als aussichtsreiche Kandidatin für die Nachfolge von Sahra Wagenknecht, die ihren Posten als stellver- tretende Parteivorsitzende aufgeben will. Das wäre schon ein ziemlicher Kontrast. Im vorigen Herbst hatte die Linke es Wisslers Auftreten zu verdanken, dass sie wieder in den Landtag in Wiesbaden ein- zog. Das war für die Partei von enormer Be- deutung, ein Fiasko wäre das Ende der lin- ken Ausdehnung gewesen, nachdem man vorher in Düsseldorf, Kiel und Hannover wieder aus dem Parlament geflogen war. Aufgewachsen in einem linken Eltern- haus, ist Wissler schon als Schülerin früh politisiert worden. Sie ging mit 14 zum ers- ten Mal auf eine Demo, engagierte sich bei Aktionen gegen Neonazis und in der Frie- densbewegung. Als Studentin schloss sie sich bald dem kapitalismuskritischen Bündnis Attac an und fand sich später schnell in der Spitze der WASG wieder, die sich dann mit der PDS zur Linkspartei ver- einte. Kurz vor Ende ihres Studiums in Frankfurt, sie finanzierte es mit Arbeiten als Verkäuferin im Baumarkt, zog Wissler mit der kleinen Linksfraktion in den Land- tag ein. Wissler war schon Abgeordnete, als sie ihre Diplomarbeit über die „Liberali- sierung und Rekommunalisierung der Energiepolitik“ zu Ende schrieb. 2009 wurde die junge Frau, die gern in den Bergen wandert und Mitglied im deut- schen Alpenverein ist, Fraktionschefin. Auffällig ist, wie intensiv sie den Kontakt zu Protestgruppen außerhalb des Parla- ments suchte, so zu den Bürgerinitiativen gegen den Lärm am Frankfurter Flugha- fen. Im Herbst richtete die Linke ihren Wahlkampf ganz auf sie aus, weshalb politi- sche Gegner gifteten, dass sich hinter dem charmanten Gesicht der pragmatischen Spitzenfrau viele altlinke Apparatschiks versteckten. An ihr, hieß es, habe es nicht gelegen, dass es zu keinem Linksbündnis, sondern zu einer schwarz-grünen Regie- rung in Wiesbaden kam. Auch wenn Wiss- ler stets betont, dass sie nicht um jeden Preis regieren will: Mit einer wie ihr könnte die Annäherung zur SPD im Bund künftig leichter fallen. jens schneider S IEMENS UND PUTIN Stets zu Diensten CHINA UND DEUTSCHLAND Ein Kotau bringt keinen Respekt von wolfgang janisch N etzsperre heißt das Reizwort derInternetgemeinde. Es hat den me-tallischen Beigeschmack der Zen- sur, man kann das ja täglich in den Welt- nachrichten verfolgen. China oder Tür- kei, autoritäre Machthaber beschränken die digitale Freiheit, wo sie können. Ist das Urteil des Europäischen Ge- richtshofs deshalb Anlass zur Sorge? Wer die Entscheidung zu Ende liest, wird fest- stellen: Jedenfalls schlägt sich das Ge- richt nicht einseitig auf die Seite der Film- und Musikindustrie, sondern schützt auch die Grundrechte der Netzgemeinde. Zwar dürfte der Fall, der in Österreich spielt, auch in Deutschland Wirkung ent- falten. Vorerst werden aber allenfalls ein- zelne Gerichte auf dessen Grundlage An- ordnungen gegen Internetprovider erlas- sen, um ihren Kunden den Zugang zu ille- galen Websites zu sperren. Eine Maßnah- me, die übrigens auch aus Sicht des EU- Gerichts technisch leicht zu umgehen ist. Trotzdem kann man das Urteil auch als Warnzeichen lesen. Die Begehrlichkeiten sind groß, die Internetprovider – die Tür- öffner zum Internet – gleichzeitig auch als Kontrolleure und Torwächter einzuset- zen. Hassprediger und Gewaltpropagan- disten, Extremisten und Islamisten, Zo- cker und Spinner: Sie alle tummeln sich da draußen im Netz. Gründe für Sperren lassen sich also immer finden. Was der Einstieg in eine Unkultur des Sperrens wä- re. Der Traum von der Netzfreiheit wäre damit ausgeträumt. von sonja zekri B esorgt sah der Feldmarschall aus,und er hat auch allen Grund dazu.Abdel Fattah al-Sisi hat endlich, „ in aller Bescheidenheit“ seine Präsident- schaftskandidatur bekannt gegeben. Zum letzten Mal trug er Uniform, aber ein Mann der Armee bleibt er trotzdem, Herr- scher über eine Institution, die viele Ägyp- ter für die einzig intakte im Land halten und die er zuvor umbaute, damit sie ihm nicht gefährlich wird. Vieles deutet dar- auf hin, dass das Wirtschaftsimperium der Armee unter Sisi noch wachsen wird. In seinem Auftritt verzichtet der frisch- gebackene Zivilist Sisi auf seine üblichen Koranzitate, stattdessen beschwor er die Einheit in schweren Zeiten: im Kampf gegen Terrorismus und Arbeitslosigkeit, gegen die Abhängigkeit von Zuwendun- gen vom Golf sowie Verschwörungen von innen und außen. Viel Sorge schwang mit – aber auch eine Drohung an seine Geg- ner. Denn so hysterisch seine Anhänger auch für ihn trommeln, Sisi hat auch Milli- onen Ägypter gegen sich. Und noch weit mehr Menschen sind zu erschöpft oder fatalistisch, um überhaupt noch politi- sche Pläne zu schmieden. Viele hoffen dennoch, dass der Gene- ral, der den Sicherheitsapparat so sicher beherrscht wie kaum einer vor ihm, Ägyp- ten endlich Ruhe schenken wird, dass Massentodesurteile, Polizeiwillkür und Medienhetze lediglich ein notwendiges Übel sind. Nur deutet nichts darauf hin, dass sie recht haben. von thomas kirchner Z um Beispiel Mabruk bin Ali al-Sai’ari. Der Mann aus Nadschran inSaudi-Arabien wurde zum Tode ver- urteilt, weil er jemanden bestohlen und er- mordet haben soll. Die Beweislage: ein Zeuge, der sich widersprach, sowie die Aussagen von vier männlichen Verwand- ten des angeblichen Opfers. Die schworen zwar insgesamt 52 Eide, konnten die Tat aber nicht gesehen haben. Einen Rechts- beistand hatte der Verdächtige weder während der Verhöre, bei denen er gefol- tert wurde, noch während des Prozesses. Der Mann, dessen Schicksal im neu- esten Todesstrafen-Bericht von Amnesty International beschrieben wird, erreichte beim Obersten Gerichtshof Saudi-Arabi- ens eine Neuverhandlung seines Falls. Vie- le haben weniger Glück. Sie werden nach dubiosen Standards abgeurteilt und exe- kutiert und tauchen, wenn sie Chinesen, Nordkoreaner oder Iraner sind, nicht ein- mal als Zahl im Amnesty-Bericht auf. Aber nicht nur im fernen Orient oder in dunklen Diktaturen zeigt sich die Un- menschlichkeit der Todesstrafe, sondern auch, immer noch, mitten in der westli- chen Welt. Etwa in den USA, wo das Unbe- hagen wächst angesichts von spektakulä- ren Fehlurteilen oder Exekutionen, bei de- nen Verurteilte grausam leiden müssen. Appelle bringen da wenig, die Staaten han- deln, wie sie wollen. Sinnvoller ist, was Amnesty macht: die Absurdität dieser Strafe zu dokumentieren. Etwa den Fall von Mabruk bin Ali al-Sai’ari. DER FALL DES CORNEL IUS GURL ITT Wenn Bilder reden von heribert prantl Flughund HERAUSGEGEBEN VOM SÜDDEUTSCHEN VERLAG VERTRETEN DURCH DEN HERAUSGEBERRAT CHEFREDAKTEUR: Kurt Kister STELLVERTRETENDER CHEFREDAKTEUR: Wolfgang Krach MITGLIED DER CHEFREDAKTION, INNENPOLITIK: Dr. Heribert Prantl AUSSENPOLITIK: Stefan Kornelius; INNENPOLITIK (STELLV.): Detlef Esslinger, Jan Heidtmann; SEITE DREI: Alexander Gorkow; INVESTIGATIVE RECHERCHE: Hans Leyendecker; KULTUR: Andrian Kreye; WIRTSCHAFT: Dr. Marc Beise, Ulrich Schäfer; SPORT: Klaus Hoeltzenbein; WISSEN: Dr. Patrick Illinger; GESELLSCHAFT UND WOCHENENDE: Tanja Rest; Christian Mayer; MEDIEN: Claudia Fromme; MOBILES LEBEN: Jörg Reichle; BEILAGEN: Werner Schmidt; MÜNCHEN, REGION UND BAYERN: Nina Bovensiepen, Christian Krügel; Sebastian Beck, Peter Fahrenholz, Kassian Stroh ARTDIRECTOR: Christian Tönsmann; Stefan Dimitrov; BILD: Jörg Buschmann GESCHÄFTSFÜHRENDE REDAKTEURE: Marc Hoch, Dr. Hendrik Munsberg, Stefan Plöchinger (Online) CHEFS VOM DIENST: Dr. Alexandra Borchardt, Carsten Matthäus CHEFKORRESPONDENT: Stefan Klein LEITENDE REDAKTEURE: Prof. Dr. Joachim Kaiser, Nikolaus Piper, Evelyn Roll Die für das jeweilige Ressort an erster Stelle Genannten sind verantwortliche Redakteure im Sinne des Gesetzes über die Presse vom 3. Oktober 1949. ANSCHRIFT DER REDAKTION: Hultschiner Straße 8, 81677 München, Tel. (089) 21 83-0; Nachtruf: 21 83-7708; Nachrichtenaufnahme: 21 83-481; Fax 21 83-97 77; E-Mail: redaktion@sueddeutsche.de. BERLIN: Nico Fried; Robert Roßmann, Claus Hulverscheidt (Wirtschaft), Französische Str. 48, 10117 Berlin, Tel. (0 30) 26 36 66-0; DRESDEN: Cornelius Pollmer, Kamenzer Str. 47, 01099 Dresden, Tel. (0351) 33 28 81 68; DÜSSELDORF: Bernd Dörries, Bäckerstr. 2, 40213 Düsseldorf, Tel. (02 11) 54 05 55-0; FRANKFURT: Andrea Rexer, Kleiner Hirschgraben 8, 60311 Frankfurt, Tel. (0 69) 2 99 92 70; HAMBURG: Charlotte Parnack, Poststr. 25, 20354 Hamburg, Tel. (0 40) 46 88 31-0; KARLSRUHE: Dr. Wolfgang Janisch, Sophienstr. 99, 76135 Karlsruhe, Tel. (07 21) 84 41 28; STUTTGART: Dr. Roman Dei- ninger, Rotebühlplatz 33, 70178 Stuttgart, Tel. (07 11) 24 75 93/94 HERAUSGEBERRAT: Dr. Johannes Friedmann (Vorsitz); Albert Esslinger-Kiefer, Dr. Thomas Schaub, Dr. Christoph Schwingenstein GESCHÄFTSFÜHRER: Dr. Detlef Haaks, Dr. Karl Ulrich ANZEIGEN: Jürgen Maukner (verantwortlich), Anzeigenaufnahme: Tel. (0 89) 21 83-10 10 ANSCHRIFT DES VERLAGES: Süddeutsche Zeitung GmbH, Hultschiner Straße 8, 81677 München, Tel. (0 89) 21 83-0, DRUCK: Süddeutscher Verlag Zeitungsdruck GmbH, Zamdorfer Straße 40, 81677 München Joe Kaeser hat einige verstörende Bemerkungen gemacht Der Westen muss im Umgang mit Peking seine Werte verteidigen Friedensbotschafter sz-zeichnung: sinisa pismestrovic INTERNET Sperre im Kopf ÄGYPTEN Der falsche Kandidat TODESSTRAFE Mordende Staaten Erinnerung – das ist die Unruhe, die von diesen Bildern ausgeht Janine Wissler Hoffnung der Linken aus Hessen, bissig, aber nicht verbissen MEINUNG4 HF2 Freitag, 28. März 2014, Nr. 73 DEFGH FO TO :D PA AKTUELLES LEXIKON BLICK IN DIE PRESSE
  • Limburg – So richtig passt das nicht zu- sammen. Die 108 Seiten und derjenige, der sie nun in den Händen hält. Der Bericht lis- tet ziemliche Ungeheuerlichkeiten auf, er- zählt von einem Koi-Karpfen-Teich für mehrere Hunderttausend Euro und von edelstem Parkett. Weihbischof Manfred Grothe sagt, nun ja, es seien Dinge nicht ganz richtig gelaufen, „handwerkliche Feh- ler“ wurden gemacht. Aber man dürfe nicht vergessen, dass Franz-Peter Tebartz- van Elst eigentlich ein feiner Kerl gewesen sei: „Bienenfleißig, ihm war kein Weg zu weit.“ Im Bericht steht, dass Tebartz-van Elst selbst den Papst ziemlich dreist belo- gen habe über die Kosten seiner Residenz. Recht hübsch sei die geworden, sagt Grothe, aber einziehen wird er dennoch nicht. Erstens sind dort noch die Handwer- ker zu Gange, außerdem soll Grothe das Bistum Limburg nur übergangsweise lei- ten. Am Mittwoch hat er damit begonnen. Man kann so etwas auf zwei Arten machen: Grothe hätte eine recht schonungslose Auf- arbeitung der Affäre beginnen können, den sogenannten reinen Tisch. Auf dem Tisch liegen die Fakten ja derzeit auch, aber Grothe tut einiges, um sie vielleicht nicht unter diesen Tisch zu kehren, aber doch recht kleinzuhalten. Grothe ist Weihbischof von Paderborn und wurde von der deutschen Bischofskon- ferenz eingesetzt, das Wirken von Bischof Tebartz-van Elst zu untersuchen – vor al- lem dessen Werkeln an seiner Bischofsresi- denz, die dann viel teuerer wurde als ge- plant. Der Bericht belastet den Bischof. Grothe aber entlastet ihn am Mittwoch, wo es nur geht. Tebartz-van Elst habe „unter großem Druck“ gestanden, das Vorhaben bei Amtsantritt übernommen. Es ist ein seltsamer Auftritt von Grothe, keine Aufarbeitung, eher ein Schluss- strich. Es zeigt sich, wie schwer sich die ka- tholische Kirche immer noch tut mit dem Fall Tebartz-van Elst. Im Bericht ist minuti- ös aufgelistet, wie der Limburger Bischof über lange Zeit – ja, man muss sagen – gelo- gen und betrogen hat. Nur will Grothe das eben nicht so werten, es nicht einfach aus- sprechen. Er wolle kein Urteil fällen. Ja, wer darf das dann? Nur Gott? Einige Beteiligte der Untersuchungs- kommission hätten sich ein deutlicheres Urteil gewünscht von Grothe, es gab wohl Streit. Grothe sieht sich eher als Versöhner eines Bistums, in dem Tebartz-van Elst bis zuletzt eben nicht nur Feinde hatte. Grothe spricht von einer großen Solidarität, die er bei den Mitarbeitern erfahren habe, mit wem, sagt er nicht so genau. Für ihn geht es nun offenbar erst einmal darum, das Be- triebsklima zu verbessern. Die Wünsche vieler Gläubiger nach einem richtigen Neu- anfang und nach Transparenz müssen dann wohl erst einmal warten. Das Domka- pitel, das Leitungsgremium im Bistum, wird dem Papst eine Liste mit Kandidaten für die Bischofs-Nachfolge übermitteln, mit einer Ernennung wird aber nicht vor kommendem Jahr gerechnet. Auf die Fra- ge, ob der Nachfolger in Limburg nicht von einer breiteren Mehrheit getragen werden sollte als nur vom Domkapitel, reagiert Grothe eher zurückhaltend. Andere äu- ßern sich da deutlicher. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller hält das Domkapitel „angesichts der Ereig- nisse für klug beraten, stärker zu fragen, welches Anforderungsprofil ein Kandidat erfüllen sollte“. Es gehe weniger um kon- krete Namen als vielmehr um Eigenschaf- ten, sagte er am Donnerstag. Das sieht auch der ehemalige Dogmatik-Professor an der Uni Regensburg, Wolfgang Beinert, so: „Da wir inzwischen in einer Welt leben, die auf demokratische Verhältnisse ausge- richtet ist, wäre eine Mitsprache angemes- sen“, so Beinert. bernd dörries von matthias drobinski München– Er war es nicht. So lässt sich zu- sammenfassen, was Franz-Peter Tebartz- van Elst, der zurückgetretene Bischof von Limburg zu den Ergebnissen jener Kom- mission erklärt, die untersucht hat, was beim Bau des Diözesanen Zentrums St. Ni- kolaus auf dem Limburger Domberg ge- schah, das nun mindestens 31,5 Millionen Euro kosten soll. Ich kann nichts dafür, die andern waren es. In einer vier Seiten lan- gen Erklärung stellt Tebartz-van Elst vor allem seinen Generalvikar Franz Kaspar als verantwortlich dafür dar, dass der Bau des Komplexes immer teurer wurde. Er, Te- bartz, habe 2008 eine „in vielfacher Hin- sicht ungeordnete“ Verwaltung vorgefun- den, dann Kaspar zum Aufräumen berufen und ihm vertraut: „Als Nicht-Fachmann auf dem Gebiet der kirchlichen Verwal- tung“ habe er seinem obersten Verwalter die Geschäfte überlassen. Der sei der Böse. Über die eigene Verantwortung verliert der Bischof kein Wort. Das ist nicht neu, schon im Herbst hat Tebartz-van Elst die Sache so dargestellt. Neu ist nun aber, dass der Bericht der Prüf- kommission veröffentlicht ist. Und der er- zählt in aller Nüchternheit auf 108 Seiten ei- ne ganz andere Geschichte. In ihr geht es um Maßlosigkeit, um Tricksereien und Lü- gen – und die Hauptperson ist nun einmal Tebartz-van Elst, der Bischof, auch wenn das Domkapitel, der Generalvikar und der Vermögensverwaltungsrat bemerkenswer- te Nebenrollen übernehmen. Dass ihn die 108 Seiten vor ein weltliches Gericht brin- gen, ist unwahrscheinlich, auch wenn nun die Limburger Staatsanwaltschaft den Be- richt auswertet; ob die Verstöße gegen das Kirchenrecht ausgereicht hätten, dass der Papst ihn auch hätte amtsentheben kön- nen, ist müßig – der Bischof hat seinen Rücktritt angeboten, Franziskus ihn ange- nommen. Ein Desaster für Franz-Peter Te- bartz-van Elst ist der Bericht allemal. Die Geschichte beginnt im Jahr 2004, Franz Kamphaus ist, kurz vor der Pensions- grenze, Bischof in Limburg und wohnt be- scheiden im Priesterseminar. Sein Nachfol- ger aber soll auf dem Domberg residieren, beschließt das Domkapitel. Es bildet eine Rücklage von zwei Millionen Euro – viel zu niedrig, urteilen die Prüfer, die Kosten für die Sanierung der alten Gebäude und die Neubauten seien mehr oder weniger aus der Luft gegriffen worden. Die Zahl ist aber in der Öffentlichkeit. Es gibt einen ersten Entwurf, Tebartz-van Elst, gerade in Lim- burg angekommen, stimmt zu; sechs Milli- onen Euro soll der Bau kosten. Als das Bis- tum die Zahl veröffentlicht, gibt es einen Proteststurm in den Gemeinden: Wir müs- sen sparen, und ihr baut so teuer, lautet der Vorwurf. Das Domkapitel beendet die Zusammenarbeit mit dem Architekten. In dieser Zeit, so heißt es im Bericht, ent- steht beim Bischof der Wunsch, „die Bau- herrenschaft an den Bischöflichen Stuhl zu ziehen“, also aus der Verantwortung der Bistumsverwaltung zu nehmen. Ist nicht gerade erst publik geworden, dass ein Mit- arbeiter dort mehr als fünf Millionen Euro unterschlagen hat? Und kann nicht so jene Diskretion gewährleistet werden, auf die Tebartz-van Elst so viel Wert legt? Es gibt einen zweiten Architektenentwurf, dessen Realisierung scheitert, schließlich wird der bekannte Architekt Michael Frieling- haus mit dem Projekt beauftragt. Der legt im Mai 2010 einen Entwurf vor – deutlich größer als die Pläne seiner Vorgänger und auch deutlich teurer: Nun soll der Bau schon 8,75 Millionen Euro kosten. Trotz- dem verkündet die Pressestelle des Bis- tums im Dezember 2010 („Startschuss für ein anspruchsvolles Bauprojekt“), die Kos- ten beliefen sich auf 5,5 Millionen Euro. Das ist keine Panne, das ist Teil des Plans: Es soll in aller Stille gebaut werden. Nur noch vier Leute wissen nun umfas- send, was auf der Baustelle vor sich geht: der Bischof und sein Generalvikar Franz Kaspar, der mit der nötigen Diskretion das nötige Geld flüssig machen soll, der Diöze- sanbaumeister und ein Abteilungsleiter im Finanzdezernat, der nebenamtlich und weisungsabhängig die Geschäfte des Bi- schöflichen Stuhls führt. Alle Beteiligten an dem Bau werden zur Verschwiegenheit verpflichtet – sie habe im Bistum höher im Kurs gestanden als Glaube, Hoffnung und Liebe, wird später ein Zeuge den inner- kirchlichen Ermittlern sagen. Schon seit 2008 gibt es eine eigene Registratur für Ak- ten, die den Bau betreffen. Rechnungen werden versiegelt weitergegeben und auch dem Generalvikar direkt nach Hause geschickt, später wird die Finanzierung über die Wirtschaftsprüfergesellschaft KPMG abgewickelt und über ein Konto ei- ner Geschäftsbank-Filiale in Berlin. Ab dem 1. April 2011 ist dann das Domka- pitel nicht mehr zuständig für den Bau und seine Kosten – ein Vermögensverwaltungs- rat, bestehend aus drei Personen, soll künf- tig die Finanzen des Bischöflichen Stuhls überwachen. Natürlich sind die drei streng zur Verschwiegenheit verpflichtet; ihre Na- men werden erst öffentlich, als einer von ih- nen, der ehemalige hessische Staatskanz- leichef Jochen Riebel, 2013 an die Öffent- lichkeit geht. Von den hohen Herren aus dem Domkapitel protestiert niemand ge- gen die Entmachtung. Die Geheimhaltung ist aus Sicht des Bi- schofs auch dringend nötig – denn die Kos- ten für den Bau steigen und steigen. Er wird viermal so groß wie der erste Ent- wurf, die Grundstücksfläche wird um vier Meter tiefer gelegt, Kellerräume werden in den Fels gefräst, aus der Drei-Zimmer- Wohnung für den Bischof ist eine 283 Qua- dratmeter große Bleibe auf zwei Stockwer- ken geworden. Im Mai 2011 geht der Archi- tekt bereits von 22 Millionen Euro Kosten aus, und immer wieder hat der Bischof Son- derwünsche: „In der Folgezeit entwickelte sich das Projekt insbesondere durch ständi- ge Steigerungen der Ansprüche an Materia- lien, künstlerische Ausgestaltung, aufwen- dige technische Ausstattungen und durch sonstige aufwendige Objekte permanent Richtung höherer Kosten weiter“, heißt es im Bericht. Der Mariengarten muss, obwohl schon fertig, neu angelegt werden – Kosten: 667 000 Euro. Ein Teich für Koi-Karpfen wird angelegt: 213 00 Euro. Der Advents- kranzhalter in der Kapelle wird umgebaut, Innen- und Außenwände mit Naturstein verkleidet, das verlegte Parkett kostet 488 Euro pro Quadratmeter, die Kunstwerke insgesamt mehr als eine Million Euro (oh- ne Möbel), die heizbaren Natursteine im Kreuzgang 19 000 Euro, die Fensterrah- men, weil nun in Bronze, statt 910 000 am Ende 1,7 Millionen Euro, so geht es immer weiter. Insgesamt 8,3 Millionen Euro der Gesamtkosten sind, so haben die Prüfer zu- sammengerechnet, durch Umplanungen und Sonderwünsche des Bischofs entstan- den. Aus der Angst heraus, den Bau in Rom genehmigen lassen zu müssen, lässt Te- bartz das Gesamtvolumen des Baus in Ein- zelprojekte unterteilen – die Sorge erweist sich als unbegründet, die Stückelung er- höht die Kosten aber erneut. Kein Wunder also, dass die Bauherren immer in Geldnot sind, obwohl der Bischöf- liche Stuhl über mehr als 90 Millionen Eu- ro verfügt – aber die Rechnungen kommen schneller herein, als der Generalvikar Geld flüssig machen kann. Im April 2012 nimmt er einen Kredit zur Zwischenfinanzierung auf, bis zum September 2013 steigt die Summe auf 15 Millionen. Auf der Suche nach verfügbarem Geld kommt das St. Georgswerk in den Blick. 1948 wurde es gegründet, damit Wohnungen für Fami- lien und kirchliche Gebäude gebaut und wieder aufgebaut werden konnten; sollte der Zweck fortfallen, würde das Vermögen dem Bischöflichen Stuhl zufallen, zur Ver- wendung für kirchliche, gemeinnützige und mildtätige Zwecke. Am 27. September 2011 verfügt Tebartz-van Elst die Aufhe- bung des Werks. Am 26. 10. verkauft der Bi- schöfliche Stuhl Forderungen des Werks für knapp sieben Millionen Euro an das Bis- tum. Der Bau kann weitergehen. Ob sich das Vorgehen mit der Satzung der Stiftung verträgt, darüber streiten der Bischof und die Prüfer. Ja, sagt Tebartz: Das Geld sei für kirchliche Zwecke verwendet worden. Die Prüfer schreiben: „Der Bau einer Woh- nung für den Bischof dürfte bei der Grün- dung des Werks nach dem Krieg nicht in- tendiert gewesen sein.“ Auch ein Paket von Wohnungen verkauft der Bischöfliche Stuhl an das Bistum, um flüssig zu bleiben, deutlich unter dem tatsächlichen Wert. Und von alledem hat der Bischof nichts gewusst? Tatsächlich finden sich im Prüf- bericht Hinweise, dass Tebartz-van Elst zwar immer Wünsche hat, mit den Kosten aber nicht konfrontiert werden will. An mehreren Stellen heißt es, die Beteiligten hätten sich „unter Berücksichtigung von Würde und Stand seines Auftraggebers treu und loyal“ verhalten, was heißt: Einen Bischof kritisiert man nicht, man liest ihm die Wünsche von den Lippen ab. Und so ver- stehen sich auch die Herren des Vermö- gensverwaltungsrates mehr als Berater denn als Kontrolleure und akzeptieren, dass sie keine Unterlagen erhalten. Und doch zeigt der Bericht, dass der Bi- schof von den steigenden Kosten gewusst haben muss. Zu viele Protokolle tragen sei- ne Unterschrift, zu oft war er bei den wichti- gen Sitzungen anwesend. „Die Größenord- nung von 31,5 Millionen Euro war auch dem Bischof spätestens am 28.8. 2013 be- kannt, die erste Kostenrechnung im Be- schluss des Vermögensverwaltungsrates in Höhe von 17 Millionen Euro bereits zu Be- ginn der Baumaßnahme“, heißt es im Be- richt, „damit wussten alle Beteiligten zu je- dem Zeitpunkt, dass in der Öffentlichkeit mit Beginn der Baumaßnahme falsche Zah- len vorgestellt wurden“. Welcher Schaden entstanden ist? „Der Bischöfliche Stuhl ist in seinem Vermögen durch das Bauprojekt nicht bilanziell beein- trächtigt worden“, schreiben die Prüfer – es wurde halt verfügbares Geld in verbau- tes Geld umgewandelt, der Bilanz ist das egal. „Es kann zwar festgestellt werden, dass ein allerseits als achtbare und beacht- liche Architekturleistung gewertetes und gewürdigtes Bau-Ensemble entstanden ist“, lautet ihr Fazit, „seine Entstehung hat aber einen sehr hohen Preis gefordert.“ Der Mann, der nun seinen Teil dieses Preises zahlt, trifft an diesem Freitag Papst Franziskus: Der muss sagen, wie es mit Te- bartz-van Elst weitergeht. Bloß kein Urteil fällen Manfred Grothe soll das Bistum übergangsweise leiten, aufklären will er offenbar nicht Die Causa Limburg: Was die Kirchen-Ermittler aufdeckten und wie es jetzt an der Lahn weitergeht Am Ende wussten nur vier Leute umfassend, was auf der Baustelle vor sich ging Das verlegte Parkett kostete 488 Euro pro Quadratmeter Recht hübsch sei die Residenz geworden, sagt Grothe, einziehen wird er dennoch nicht Schuld sind nur die anderen Keine Reue, keine Einsicht: Der zurückgetretene Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst verteidigt sich weiter. Er habe nichts gewusst, sich auf Mitarbeiter verlassen, erklärt er. Der Bericht erzählt eine andere Geschichte Er sei kein Fachmann, sagt der Bischof. In Verwaltungsfragen habe er seinem Vikar vertraut POLITIKDEFGH Nr. 73, Freitag, 28. März 2014 HF2 5 Limburg Residenz am Domplatz Park Diözesanmuseum AtriumEmpfangs- und Konferenzräume Bischöfliche Kapelle Private Wohnräume des Bischofs 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Limburger Dom Wohnräume für Nonnen Diözesanbüros Die teure Residenz SZ-Grafik: Burgarth; Quelle: Prüfkommission der deutschen Bischofskonferenz 2 700 000 Vollständige Tieferlegung des Geländes um 4,5 Meter 1-8 650 000 Hochwertige LED-Beleuchtung im gesamten Objekt 1-7 1 170 000 Ausstattung und Kunstwerke (ohne Möbel) 1-7 1 730 000 Fenster und Fensterrahmen in Bronze 1-7 19 000 Elektrische Beheizung der Wege im Kreuzgang 4 344 000 Dach- und Fassadenverkleidung der Kapelle in Naturstein 5 18 000 (mindestens) Aufhängung für einen Adventskranz, wofür das Dach der Kapelle geöffnet werden musste 5 37 000 Ausstattung des Badezimmers des Bischofs (ohne Montage) 6 667 000 Mehrkosten für den „Garten der Stille“ 8 213 000 Wasserbecken für Zierfische („Koi-Becken“) 8 300 000 Zusatzkosten durch Mehrfachbeauftragung, Doppelvergütungen Bischof Tebartz-van Elst hat beim Bau zahlreiche Änderungen durchgesetzt, Ausgewählte Beispiele, Angaben in Euro Bienenfleißig sei der Vorgänger gewesen, lobt Weihbischof Manfred Grothe. GETTY SEAT Leon 5-Türer 1.2 TSI, 63 kW (86 PS) Kraftstoffverbrauch (l/100 km): innerorts 6,5, außerorts 4,4, kombiniert 5,2; CO2-Emissionen (g/km): kombiniert 119. SEAT Leon Kraftstoffverbrauch (l/100 km): kombiniert 6,6–3,3; CO2-Emissionen (g/km): kombiniert 154–87. Beispielrechnung1 für den SEAT Leon 1.2 TSI, 63 kW (86 PS), berechnet für eine jährliche Fahrleistung von 10.000 km: Barzahlungspreis (unverbindliche Preisempfehlung der SEAT Deutschland GmbH, zzgl. Überführungs- und Zulassungskosten): 15.490,00 €; Nettokreditbetrag: 15.490,00 €; Anzahlung: 0,00 €; Zinsen: 0,00 €; Gesamtbetrag: 15.490,00 €; Laufzeit: 48 Monate; Sollzins (gebunden) p. a.: 0,00 %; effektiver Jahreszins: 0,00 %; mtl. Finanzierungsrate: 159,00 €; Schlussrate: 7.858,00 €. *Testsieger bei: „Duell der kompakten Sportler“, auto motor und sport 02/2013; „Typen mit Biss“, AUTO ZEITUNG 25/2012; „Kompakte Diesel im Test“, AUTO BILD 09/2013. 1Ein Finan- zierungsangebot der SEAT Bank, Zweigniederlassung der Volkswagen Bank GmbH, Gifhorner Straße 57, 38112 Braunschweig, für Privatkunden und Finanzierungsverträge mit 12–48 Monaten Laufzeit. Gültig für SEAT Leon Neuwagen. Bonität vorausgesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrem teilnehmenden SEAT Partner. Nicht kombinierbar mit anderen Sonderaktionen. Eine gemeinsame Aktion der SEAT Deutschland GmbH und aller teilnehmenden SEAT Partner. 2Garantieleistung abhängig von Finanzierungslaufzeit. Garantiedauer von maximal 4 Jahren bei Finanzierungslaufzeit von mindestens 48 Monaten. 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  • In Hessen gibt es Streit über die Frage, wie die Hintergründe des Mordes an dem Kasse- ler Internet-Betreiber Halit Yozgat durch den rechtsextremen NSU aufgearbeitet werden soll. Die schwarz-grüne Landesregierung wird eine Expertenkommission einsetzen. Diese soll unter dem Vorsitz von Ex-Bundes- verfassungsrichter Hans-Joachim Jentsch Vorschläge für eine bessere Zusammen- arbeit der Sicherheitsbehörden in Hessen so- wie für einen effektiveren Kampf gegen mili- tanten Rechtsextremismus erarbeiten. SPD und Linkspartei wollen das Parlament an der Aufarbeitung beteiligen und auch die Rolle von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bei der bisher unvollständigen Klärung des Mordes untersuchen. Ein Ex-Mitarbeiter des Landesverfassungsschutzes war in Yozgats Internet-Café, während die Schüsse fielen. Die SPD will einen Sonderausschuss im Parla- ment, die Linkspartei einen Untersuchungs- ausschuss. HÖL Berlin – Bundesverkehrsminister Alexan- der Dobrindt (CSU) will neue Anreize set- zen, damit mehr Menschen sich ein Elek- tro-Auto zulegen. „Ich denke etwa daran, dass die Fahrer solcher Autos im Gegen- satz zu anderen Fahrern auch die Busspu- ren in Städten benutzen dürfen“, sagte Do- brindt am Donnerstag zur Süddeutschen Zeitung. „Auch sollen sie spezielle Parkplät- ze kostenfrei benutzen dürfen.“ Dazu will der Minister in einem ersten Schritt einige Straßenverkehrsregeln ändern. „Auf diese Weise ermöglichen wir den Ländern, die Fahrer von Elektro-Autos in bestimmten Bereichen zu privilegieren.“ Dafür aber müssten Elektro-Autos künf- tig auch für jedermann auf einen Blick als solche erkennbar sein. „Sie könnten bei- spielsweise mit einem E gekennzeichnet werden, das auf dem Autokennzeichen hin- ter der letzten Ziffer steht“, sagte Dobrindt. Auch will er bundesweit die Beschilderun- gen der Ladestationen vereinheitlichen so- wie einheitliche Schilder für spezielle Elek- tro-Auto-Parkplätze einführen. „Alles zu- sammen soll dazu beitragen, dass der Er- werb eines Elektro-Autos für den Besitzer mit zusätzlichen Vorteilen verbunden ist.“ Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis 2020 eine Million Elektro- Autos auf Deutschlands Straßen fahren. Derzeit sind es erst hunderttausend. Das hat vor allem zwei Gründe: zum einen die Batterien, die oft nur für Entfernungen von etwa 120 Kilometern reichen und zu- dem sehr teuer sind. Zum anderen die im- mer noch viel zu selten vorhandenen Lade- säulen. Um sie alle ausreichend mit Strom zu versorgen bräuchte man bundesweit 150 000 Ladestationen. Derzeit sind es et- wa 3800. Dobrindt betonte deshalb auch, dass die Änderung der Straßenverkehrsregeln nur ein erster Schritt sei. Der Bund werde zu- dem die Forschung und Entwicklung in dem Bereich weiter fördern sowie den Auf- bau von Ladesäulen unterstützen und Re- geln setzen, damit sie künftig auch in Mietshäusern leichter installiert werden könnten. Zudem werde es ein Programm geben, bei dem die Käufer eines Elektro- Autos zinsgünstig einen Kredit bekommen können. „Dabei geht es allerdings nur um die Batteriekosten“, stellte Dobrindt klar. „Weil diese bei einem Elektro-Auto beson- ders hoch sind, wollen wir da eine kleine Er- leichterung schaffen.“ Seine Vorschläge hat Dobrindt in einem zweiseitigen Strate- giepapier zusammengefasst, das er in die- ser Woche an das Umwelt- und das Wirt- schaftsministerium verschickt hat. Sobald sie abgestimmt sind, werde er sich daran machen, einen Gesetzentwurf zu erarbei- ten, sagte der Minister. daniela kuhr München – Sie war erst 17, als der Verfas- sungsschutz sie ansprach. Zwei Männer wollten von Juliane W. wissen, wo das un- tergetauchte Neonazi-Trio aus Jena steck- te. Sie saß mit den beiden Beamten in ei- nem Auto, nahm dankbar Geld an, sagte aber, sie habe keine Ahnung, wo sich Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mund- los aufhielten. Das war 1998. Juliane W., Deckname „Jule“, war damals die Freun- din von Ralf Wohlleben, der als mutmaßli- cher NSU-Helfer vor Gericht steht. Zwei Ta- ge lange windet sich seine Ex-Freundin als Zeugin, zwei Tage lang wiederholt sie in fast jedem Satz, sie könne sich an die Zeit damals kaum noch erinnern. Einige Details – zum Beispiel blaue Müllsäcke, in denen sie Zschäpes Kleidung transportiert haben will – sind ihr erstaun- licherweise noch präsent, zentrale Abläufe und Gespräche dagegen nicht mehr. Man- che ihrer Aussagen widersprechen dem, was sie früher bei der Polizei gesagt hat. Viele im Saal fühlen sich verschaukelt. Ei- ne Anwältin der Nebenklage überlegt des- halb am Donnerstag, ein Ordnungsgeld ge- gen die Zeugin zu beantragen. Nach kurzer Beratung und dem Signal des Richters, dass so ein Antrag wohl keine Chance ha- be, verzichtet sie darauf. So mühsam die Befragung ist, sie er- hellt immerhin die Arbeit des Verfassungs- schutzes. Der versuchte, über die als „Gele- genheitsinformant“ eingestufte „Jule“ das Trio aufzuspüren. Die Frau wohnte damals mit Ralf Wohlleben zusammen, den die Be- hörden schon früh im Verdacht hatten, ei- nen engen Draht zu den Untergetauchten zu haben. Vor Gericht erinnert sich Juliane W. nur an zwei Treffen mit dem Geheim- dienst. Ihr Kontaktmann vom Verfassungs- schutz spricht dagegen von „drei bis sechs“ Treffen. Juliane W. erkennt ihre Handschrift auf einem Notizzettel wieder, den das Amt ab- heftete. Es sollen Namen und Telefonnum- mern gewesen sein, die Wohlleben damals bei sich getragen habe. Stimmen die Ver- merke des Geheimdienstes, teilte die Infor- mantin mit, Wohlleben stelle seine Woh- nung als „Szene-Treffpunkt“ zur Verfü- gung. Über das gesuchte Trio spreche er al- lerdings nicht. Über Beate Zschäpe notierte der Verfas- sungsschutz nach drei Treffen mit der In- formantin im August und September 1998: Die familiäre Bezugsperson sei Zschäpes Oma. Und: In der Szene werde erzählt, dass Zschäpe einen neuen Liebhaber habe. Vor Gericht versichert Juliane W., Wohl- leben nicht gesagt zu haben, dass sie sich mit dem Verfassungsschutz eingelassen hatte. Sollte sie es doch getan haben, wäre er gewarnt gewesen. Der Plan des Geheim- dienstes, über die noch sehr junge Freun- din Wohllebens an das Trio zu kommen, ging jedenfalls nicht auf. Der Mann vom Verfassungsschutz sagt, in der rechten Szene sei die Parole ausgege- ben worden: „Keiner weiß was, keiner sagt was.“ Die Informantin „Jule“ habe auf Nachfragen des Amtes gar nicht oder nur ausweichend geantwortet. Dass sie das gut kann, hat Juliane W. auch als Zeugin vor Ge- richt gezeigt. tanjev schultz von guido bohsem Juba – Der Entwicklungshilfeminister lässt sich nicht beirren. Auch dass er gerade eine Reihe deutscher Soldaten mit der Ein- satzmedaille der Vereinten Nationen ausge- zeichnet hat, ficht Gerd Müller (CSU) nicht an. In Afrika, so wird der Minister auf sei- ner Reise nach dem Südsudan nicht müde zu betonen, sei zivile Hilfe nötig. So auch nach dem Besuch des Flüchtlingscamps Tomping am Rande der südsudanesischen Hauptstadt Juba. Müller bleibt bei seiner Meinung, dass man militärische Mandate nicht überbetonen dürfe, mag das auch selt- sam klingen für die von ihm geehrten Män- ner in Uniform, die allesamt schon mehr als drei Auslandseinsätze hinter sich haben und in den vergangenen Monaten der Unru- hen geholfen haben, den Flüchtlingen im Land eine sichere Unterkunft zu bieten. 21 000 Kinder, Frauen und Männer sind seit Ausbruch der Unruhen Mitte De- zember in das notdürftig eingerichtete La- ger geflohen. Sie leben dort auf engstem Raum, der Zustand des Lagers wird von den zivilen Helfern als sehr schlecht be- zeichnet, schlechter als in vergleichbaren Camps. „Wir dürfen die Menschen nicht vergessen und wir dürfen nicht nur über militärische Optionen sprechen“, betont der CSU-Politiker. Der Aufbau der zivilen Struktur müsse mindestens gleichberech- tigt daneben stehen, das Bereitstellen von sanitären Anlagen, sauberem Wasser und einer Gesundheitsversorgung. Sonst sei der Hunger und letztlich auch der Krieg nicht zu stoppen. Man darf – und soll – Müllers Worte durchaus auch innenpolitisch verstehen. Er wendet sich damit ganz ausdrücklich auch gegen seine für Verteidigung und Au- ßenpolitik zuständigen Kabinettskolle- gen Ursula von der Leyen (CDU) und Frank- Walter Steinmeier (SPD). Insbesondere die Verteidigungsministerin hatte in den vergangenen Wochen immer wieder be- tont, dass Deutschland sich stärker enga- gieren müsse in der Welt. Und Außenmi- nister Steinmeier zeigte sich aufgeschlos- sen dafür, die Franzosen auch bei ihren mi- litärischen Einsätzen in Afrika durch deut- sche Hilfe zu entlasten. Man müsse mehr Verantwortung übernehmen, hieß das. Müller ist der erste deutsche Minister, der das erst seit gut zweieinhalb Jahren un- abhängige ostafrikanische Land besucht. Er ist der erste europäische Ressortchef, der nach dem Mitte Dezember wieder auf- geflammten Konflikt dort eingetroffen ist. Es ist gerade mal drei Wochen her, dass es in Juba die letzten Kämpfe mit To- ten gab. Die Unruhen waren durch ein Zer- würfnis zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar ausgebrochen. Der Kampf um die Macht entwickelte alsbald auch eine ethni- sche Komponente, bei der sich die Dinka und die Nuer bekämpften. 10 000 Men- schen, womöglich mehr, kamen dabei ums Leben. Die Länder, die sich zuvor am Aufbau des Landes beteiligt hatten, zogen sich zu- rück. Nur die humanitären Hilfsgruppen sind derzeit noch da. Ihre Vertreter war- nen vor der im Mai beginnenden Regen- zeit. Wenn es bis dahin nicht gelinge, aus- reichend Lebens- und Hilfsmittel für die etwa sieben Millionen Einwohner bereitzu- stellen, komme es in weiten Teilen das Lan- des womöglich zu einer katastrophalen Hungersnot. Auch muss das Flüchtlings- camp Tomping vor dem Einsetzen des Re- gens geräumt werden. Ansonsten könn- ten die Wassermassen die notdürftigen sa- nitären Anlagen zerstören. Der Ausbruch von Krankheiten wie Cholera ist nach Ein- schätzung der zivilen Hilfsgruppen zu er- warten. 10 Millionen Euro will Müller nun den Hilfsorganisationen zur Verfügung stel- len. Zudem kündigte er an, sich nach sei- ner Rückkehr für die Freigabe von weite- ren 7,5 Millionen Euro durch den Haus- haltsausschuss einzusetzen. Mit dem Geld soll die sanitäre Infrastruktur der Camps verbessert werden – Kanäle, Toilet- ten, sauberes Wasser. „Es geht darum, dass die Kinder nicht im eigenen Dreck spielen und ersticken müssen.“ Hamburg – Neuer Schlagabtausch um die „Rote Flora“: Der Hamburger Senat will in den nächsten Tagen Klage gegen den Eigentümer des linksautonomen Kulturzentrums, Klausmartin Kretsch- mer, einreichen. Weil die Stadt auf dem Rückkauf des ehemaligen Theaters bestehe, müsse Kretschmer das Gebäu- de im Grundbuch auf die Hansestadt übertragen, erklärte ein Sprecher der Finanzbehörde die rechtliche Sicht der Hansestadt. Hintergrund des Streits: Der Investor Kretschmer hatte das Ex- Theater (FOTO: DPA) im Jahr 2001 für umge- rechnet 190 000 Euro gekauft, es seit- her aber wegen des Widerstands der Besetzer noch nie betreten. Kretschmer und der SPD-Senat streiten seit Mona- ten um die „Rote Flora“, nachdem Kretschmer Umbaupläne für ein kom- merzielles Kulturzentrum öffentlich gemacht hatte. Mit diesem Bauvorha- ben verstößt er aus Sicht der Stadt ge- gen den Kaufvertrag. Der Senat möchte auch zur Wahrung des Friedens in der Stadt die „Rote Flora“ erhalten. dpa München– In der Debatte über die Finan- zierung der Fernuniversität Hagen hat die Hochschule jetzt den Druck auf die Politik erhöht: Im Sommersemester wird die Zahl der Studenten erstmals sinken. Von April an werden an der einzigen staatlichen Fern- universität zehn Prozent weniger Studen- ten eingeschrieben sein als noch im Winter- semester, die Zahl sinkt von 88 000 auf 80 000. Die Hochschule hat dies durch ei- ne deutliche Verkürzung der Fristen für Einschreibung und Rückmeldung herbei- geführt. Eine Studienplatzbeschränkung gibt es in Hagen aber nach wie vor nicht. „Die Belastungsgrenze ist erreicht“, sagte der Rektor der Fernuniversität, Helmut Hoyer, am Donnerstag in Hagen. In den ver- gangenen sieben Jahren habe sich die Zahl der Studenten verdoppelt, zugleich sei die Finanzierung durch das Land Nordrhein- Westfalen nicht gestiegen. Studentenvertreter haben das Vorge- hen der Hochschule kritisiert. Die Verkür- zung der Fristen habe dazu geführt, dass „viele Studenten unter die Räder gekom- men“ seien, sagte Daniel Schwarz, Vorsit- zender des Allgemeinen Studierendenaus- schusses (Asta) der Fernuniversität, der Süddeutschen Zeitung. Der Asta kündigte an, gegen die Hochschule vorgehen zu wol- len. Unter anderem werde eine Musterkla- ge vorbereitet. Das Wissenschaftsministe- rium in Düsseldorf unterstützte derweil die Forderung der Hochschule, auch den Bund und andere Länder bei der Finanzie- rung der Fernuniversität in die Pflicht zu nehmen. „Hier wünschen wir uns eine Ver- teilung auf mehrere Schultern“, sagte Wis- senschaftsministerin Svenja Schulze (SPD). kim björn becker Berlin – Vor dem Besuch der chinesi- schen Präsidenten Xi Jinping in Deutschland hat die Menschenrechts- organisation Amnesty International deutliche Kritik der Bundesregierung an der Verfolgung von Regierungskriti- kern gefordert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse „offen ansprechen, dass Inhaftierung und Entführung kriti- scher Bürger und Bürgerinnen in China an der Tagesordnung sind“, sagte Sel- min Caliskan, Anmesty-Generalsekretä- rin in Deutschland, am Donnerstag in Berlin. Besonders erschreckend sei, „dass Inhaftierten, die sich in einem kritischen Gesundheitszustand befin- den, eine angemessene medizinische Versorgung bewusst verweigert wird“. Xi wird im Rahmen seiner Europareise an diesem Freitag in Berlin mit Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck zusammenkommen. Es ist der erste Besuch eines chinesischen Staatsober- haupts in Deutschland seit acht Jahren. Xi ist seit einem Jahr Präsident und steht auch der Kommunistischen Partei vor. Seit seinem Amtsantritt kündigte er diverse Reformen an. afp blacktriangleright Seite 4 Oldenburg – Der rechtsradikale Sänger des „Döner Killer“-Songs muss 1000 Euro Strafe zahlen, nachdem seine Revi- sion gegen das Urteil in letzter Instanz abgelehnt worden ist. Der Musiker aus dem Emsland war wegen Volksverhet- zung verurteilt worden. Das Urteil ge- gen den Sänger und Texter der Neonazi- Rockband „Gigi und die braunen Stadt- musikanten“ sei nun rechtskräftig, teilte ein Sprecher des Oberlandesge- richts Oldenburg am Donnerstag mit. Die Band hatte unter anderem durch den „Döner Killer“-Song auf der CD „Adolf Hitler lebt!“ Empörung ausge- löst, weil sie darin die Opfer der NSU- Mordserie verhöhnten. dpa Hessische Lösung Äußere Zeichen von Veränderung? Keine. Sonstiges Verhalten? Wie früher. Peer Steinbrück sitzt in der Berliner Akademie der Künste auf einem Podium. Er soll über die Finanzkrise diskutieren. Es ist nicht sein erster, aber einer von wenigen Auftritten seit seinem Abschied aus der ersten Reihe der SPD. Steinbrück wird vor- gestellt als ehemaliger Finanzminister. Vom ehemaligen Kanzlerkandidaten kei- ne Rede. Das passt, denn bis kurz vor Schluss könnte dies auch eine Veranstal- tung vor zwei Jahren sein, vor seiner Er- nennung zum Hoffnungsträger der SPD. Aber eben nur bis kurz vor Schluss. Die Geschichte der Podiumsdiskussi- on selbst ist hier schneller erzählt als in der Akademie durchgestanden. Durch den Abend führt der Autor Andres Veiel. Er hat jüngst Gespräche mit Bankern zu ei- nem Theaterstück über die Finanzkrise montiert. „Himbeerreich“ läuft in Thea- tern zwischen Stuttgart und Berlin. Veiel hat aus dieser Arbeit viel über das Finanz- system gelernt. Das ist schön für ihn, aber schlecht für diesen Abend, weil er sein ganzes Wissen in endlose Referate packt – hier noch ein Zitat, da noch eine Zahl – an deren Ende man den Anfang schon ver- gessen hat. „Nicht so viel“, sagt Stein- brück nach der zweiten Frage. Und nach der dritten: „Das ist aber ein großes Rad.“ Mit Steinbrück diskutiert vor allem die Journalistin Ulrike Herrmann von der taz. Die Dialoge drehen sich im Kern um die Frage, ob die Politik seit der Krise das Fi- nanzsystem eingehegt habe. Einig sind sich beide, dass nicht genug getan wurde, uneinig sind sie darüber, ob überhaupt et- was getan wurde. Sehr kundig streiten bei- de über die Eigenkapitalregeln Basel III, die Bankenunion oder das Abwicklungsre- gime, über Trennbanken, Derivatehandel und Kreditversicherungen. Herrmann fin- det, dass das alles nichts sei, Steinbrück sagt, Politik sei eben Sisyphos-Arbeit. Mit dabei sitzt auch Klaus Staeck, der Präsident der Akademie. Er, der Alt-Lin- ke, überrascht das Publikum damit, dass er Verständnis für die Grenzen der Politik zeigt. Aus seiner Bank hat er einen Pro- spekt über Anlagemöglichkeiten mitge- bracht, von dem er sagt, dass er ihn nicht verstehe – und leitet daraus quasi eine Un- verständlichkeit des ganzen Systems zu- mindest für normale Menschen her. Schließlich kommt das Publikum zu Wort. Es ist sehr gebildet und weist auch darauf hin. Ein Redner kommt gerade von der Hochschulrektorenkonferenz. Ei- ner kritisiert, die Diskussion sei „zu sys- temimmanent geführt“ worden. Einer liest den Wirtschaftsteil der Zeit und fin- det, dass statt der Komplexität die Perple- xität im Vordergrund stehen müsse. Eine Rednerin hat den Spekulantenfilm The Wolf of Wall Street gesehen und fordert „den Verzicht auf Nähe zu diesen Leuten, die verkokst, versoffen und gierig über Leichen gehen“. Ein Redner ist Schriftstel- ler, findet man lebe mit der Bankenret- tung in einer „perversen Parodie des Sozi- alismus“ und fordert einen New Deal mit 90 Prozent Vermögensteuer. Steinbrück könnte es sich jetzt leicht machen, manches ignorieren, ein wenig fabulieren. Aber er tut das Gegenteil. Er widerspricht heftig, legt sich mit den Leu- ten an, schimpft, dass manche Behaup- tung „einfach so hingeworfen wird“, nimmt Banker gegen Verallgemeinerung in Schutz, und auch seine Partei. Er und die SPD seien mit einem Programm ange- treten, das Steuererhöhungen vorgese- hen habe, und damit „auf die Schnauze ge- fallen“. Und damit es alle verstehen: „Ich habe verloren!“ Dann nennt er die Zahl: 25,7 Prozent. Sie steht am Ende wie die Er- klärung dafür, dass Steinbrück die große Politik hinter sich gelassen hat. Nicht aber den Politiker, wie dieser Abend ge- zeigt hat. nico fried Sticheleien gegen Kabinetts-Kollegen Entwicklungshilfeminister Müller betont im Südsudan, dass in Afrika eher zivile als militärische Hilfe nötig sei Gezerre um „Rote Flora“ Liefern sich gern kleine Scharmützel mit dem Vorsitzenden Richter: die drei Verteidiger der Angeklagten Beate Zschäpe. FOTO: REGINA SCHMEKEN „Es geht darum, dass die Kinder nicht im eigenen Dreck spielen müssen“, sagt der CSU-Politiker Fernuni Hagen nimmt weniger Studenten auf Appelle vor Xi-Besuch Extremisten-Sänger verurteilt Sisyphos ist ein Politiker Peer Steinbrück diskutiert in der Berliner Akademie der Künste und tritt auf wie als Kanzlerkandidat – bis kurz vor Schluss Blaue Müllsäcke und neue Liebhaber Im NSU-Prozess antwortet eine Zeugin vor allem ausweichend – sie hält sich womöglich an ein Gebot der rechten Szene Bis zum Jahr 2020 sollen eine Million Elektro-Autos auf Deutschlands Straßen fahren POLITIK6 HF2 Freitag, 28. März 2014, Nr. 73 DEFGH Besuch im Flüchtlingslager Tomping: Entwicklungshilfeminister Gerd Müller verspricht Geld für sauberes Trinkwasser und bessere sanitäre Anlagen. FOTO: THOMAS TRUTSCHEL/PHOTOTHEK.NET Freie Fahrt auf der Busspur Verkehrsminister Dobrindt will Anreize für Kauf von Elektro-Autos INLAND
  • von nicolas richter Washington – Noch vor wenigen Jahren war Barack Obama selbst eine Art Papst: ein weltlicher Papst, der Versöhnung pre- digte und Gewaltlosigkeit. Die Menschen, ob in Berlin oder Prag oder Kairo, fühlten sich berührt von ihm und seiner Botschaft, mancherorts feierten sie ihn wie einen Erlö- ser. Er verkörperte die Hoffnung auf eine bessere, friedlichere Welt. Inzwischen ist Papst Franziskus der glo- bale Star, der Mann, auf den alle hoffen. Er verkörpert das Versprechen, dass sich die Welt zum Besseren wandeln kann. Junge und alte Menschen feiern ihn und seine Botschaften von Bescheidenheit, Gerech- tigkeit und Toleranz. Am Donnerstag im Vatikan nun sind sich Papst Franziskus und Barack Obama zum ersten Mal begegnet. Obama ist inzwi- schen nur noch ein normaler US-Präsident mit bescheidener Zustimmungsrate. In den USA ist Papst Franziskus fast doppelt so beliebt wie er. Für Obama also ver- sprach die Audienz im Vatikan mehr Auf- wertung als für den Gastgeber. „Es ist eine große Ehre. Ich bin ein großer Bewunde- rer“, sagte Obama zum Papst. „Danke, dass Sie mich empfangen.“ Schon vor dem 52-minütigen Gespräch hatte Obama eine große Gemeinsamkeit ausgemacht: Beide Männer kämpfen für mehr soziale Gerechtigkeit. Als Obama im Dezember eine Rede hielt zur wachsenden Ungleichheit in den reichen Ländern, lobte er Papst Franziskus für dessen eloquente Sprache. „Wie kann es sein“, zitierte Oba- ma den Papst, „dass es keine Nachricht ist, wenn ein Obdachloser erfriert, und dass es eine Nachricht ist, wenn der Börsenkurs um zwei Punkte sinkt?“ Obama sieht den Papst als ideellen Ver- bündeten. Seine innenpolitischen Ziele, et- wa Mindestlohn und Krankenversiche- rung für alle Bürger, sind in den USA um- stritten und vor der Parlamentswahl stän- digen Angriffen durch die Republikaner ausgesetzt. Das Weiße Haus hat vor der Rei- se Obamas nach Rom immer wieder dar- auf hingewiesen, dass die ungleiche Ein- kommensverteilung eine gemeinsame Sor- ge des Präsidenten und des Papstes sei. Weder die Amerikaner noch der Vatikan haben aber deswegen vergessen, wo die großen Meinungsunterschiede zwischen Kirche und US-Regierung liegen. Aus der Sicht linker Katholiken etwa bei Obamas Drohnenkrieg und seinem trotz aller schö- nen Worte noch zu geringem Engagement für Arme oder illegale Einwanderer. Und aus der Sicht rechter Katholiken bei Abtrei- bung, Verhütung, Homo-Ehe. Gerade in dieser Woche wurde vor dem Supreme Court in Washington eine Klage christlicher Unternehmer gegen den Staat gehört – sie wandten sich gegen das neue Gesundheitsgesetz, wonach Arbeitgeber ihren Angestellten eine Krankenversiche- rung anbieten müssen, die Verhütungsmit- tel bezahlt. Unternehmer, die Verhütung ablehnen, sehen nun ihre religiöse Freiheit verletzt. Bereits zuvor hatten Nonnen er- folgreich dagegen geklagt, dass sie den An- gestellten in ihren Pflegeheimen die Pille bezahlen müssen. Konservative Politiker erinnern jetzt an diese sehr grundsätzlichen Differenzen zwischen Obama und Amerikas Katholi- ken. Der Präsident solle dem Papst doch er- klären, warum er Unternehmer vor die Wahl stelle, „nach ihrem Glauben zu leben oder im Geschäft zu bleiben“, sagt der repu- blikanische Senator Rand Paul. Die Verhütungsvorschriften im neuen Gesundheitsrecht hatten Obama bereits 2012, vor seiner Wiederwahl, große Span- nungen mit Amerikas Katholiken be- schert. Bei Krisentreffen im Weißen Haus drohte der New Yorker Kardinal Timothy Dolan mit breitem Widerstand gegen das neue Versicherungssystem „Obamacare“. Später erklärte Dolan, Vorschriften wie je- ne zu den Verhütungsmitteln hätten ver- hindert, dass die Kirche zur Vorkämpferin für Obamacare geworden sei. Das Weiße Haus und der Vatikan haben offenbar versucht, diese Debatte schon vor Obamas Reise zu entschärfen. Im Januar besuchte US-Außenminister John Kerry den Staatssekretär im Vatikan, Pietro Paro- lin, und sprach mit ihm über die amerikani- sche Rechtslage zur Verhütung. Diploma- ten vermuten, dass beide Männer das The- ma aus der Welt schafften, damit es ihre Chefs nicht tun mussten. Nach dem Tref- fen am Donnerstag erklärte der Vatikan, Obama und der Papst hätten unter ande- rem über „religiöse Freiheit“ gesprochen. In den USA ist Obamas Besuch im Vati- kan seit Wochen ein Politikum. Franziskus ist so angesehen und beliebt, dass beide po- litischen Lager die Nähe zum Papst für sich beanspruchen. Aus Sicht der Linken macht die Sorge um soziale Gerechtigkeit den Papst und den Präsidenten praktisch zu Seelenverwandten. Die Rechten hingegen halten die These, der neue Papst sei ein Lin- ker, für eine dreiste Erfindung linkslibera- ler Medien. Sie weisen darauf hin, dass der Papst keine Anstalten gemacht habe, Pries- terämter für Frauen zu öffnen oder Homo- Ehe und Abtreibung hinzunehmen. Doch scheint sich Obama mit Ton und Prioritä- ten des neuen Papstes deutlich leichter an- zufreunden als mit denen seines Vorgän- gers Benedikt XVI., der ihn 2009 im Vati- kan empfangen hatte. Der damalige Papst überreichte ihm ein Dokument über Bio- ethik, das sich gegen Abtreibung wandte. Obama ist kein Katholik, aber er hat Mit- te der achtziger Jahre als Sozialarbeiter in den Armenvierteln Chicagos für die katho- lische Kirche gearbeitet. Sie finanzierte ein Projekt, das Armut und Kriminalität be- kämpfte; Obama sollte nicht nur Katholi- ken erreichen, sondern auch Schwarze, die protestantische Kirchen besuchten. Wenn Franziskus heute mehr Toleranz gegen- über Homosexuellen offenbart und mehr Wert auf Bescheidenheit und Hilfe für die Schwächsten legt, dann ist dies jedenfalls der Ansatz, der am ehesten Obamas Prä- gung entspricht. Als Gastgeschenk brachte er dem Papst eine Vielzahl von Samen mit, sie stammen von Obst und Gemüse im Gar- ten des Weißen Hauses. Im Vatikan soll nun etwas Neues gedeihen. München/Brüssel – Die wirtschaftlich schwer angeschlagene Ukraine kann mit ei- nem Hilfskredit von bis zu 18 Milliarden Dollar rechnen. Die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) in Aussicht gestellte Finanzhilfe, mit dem der Staatsbankrott verhindern werden soll, ist an Auflagen ge- knüpft, die Kiew auch erfüllen will. Dazu gehört unter anderem das Ende staatlicher Subventionen für Gas. Der ukrainische Energiekonzern Naftogaz hat der Bevölke- rung bereits eine Verdoppelung des Gas- preises für Anfang Mai angekündigt. Naftogaz steht auch im Zentrum von Re- formen wie dem Kampf gegen Korruption, die der Westen der pro-europäischen ukra- inischen Führung abverlangt. Vorige Wo- che war der Naftogaz-Vorsitzende Jewhen Bakulin wegen Korruptionsverdachts fest- genommen worden. Auf der aktuellen Kor- ruptionsliste von Transparency Internatio- nal für das abgelaufene Jahr steht die Ukra- ine gemeinsam mit Nigeria auf Platz 144 von 175 Staaten. Der neue Regierungschef Arsenij Jazenjuk kündigte einen „harten Wirtschaftskurs“ an, weil das Land am Rande des Abgrunds stehe. Von den von der EU in Aussicht gestell- ten Hilfen sollen in den nächsten drei Mo- naten 850 Millionen Euro fließen. Die EU- Kommissare für Erweiterung und Haus- halt, Štefan Füle und Janusz Lewandow- ski, vereinbarten mit der Regierung in Ki- ew außerdem einen Aktionsplan. Ein um- fangreiches EU-Expertenteam soll die ukrainische Regierung bei notwendigen Reformen beraten. Die frühere Regierungschefin Julia Ti- moschenko hat jetzt auch offiziell ihre Kan- didatur für die ukrainische Präsident- schaftswahl am 25. Mai erklärt. Sie wolle die Macht der Oligarchen brechen, welche die Politik und die Wirtschaft in ihrem Land kontrollierten. Die Ukraine habe nun die große Chance, sich 23 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion zu erneuern. Timo- schenko bezeichnete den russischen Präsi- denten Wladimir Putin als „Feind Num- mer eins für die Ukraine. Wir müssen alles tun, um diesen Aggressor zu stoppen und die Krim zurückzubekommen“, sagte sie. Timoschenko, die vor einem Monat durch den Machtwechsel in Kiew aus dem Ge- fängnis freikam, liegt in Umfragen etwa gleich auf mit dem früheren Boxweltmeis- ter Vitali Klitschko, allerdings deutlich hin- ter dem Unternehmer Pjotr Poroschenko. Diese Umfragen waren noch vor dem Wir- bel um ein mitgeschnittenes Telefonat ge- macht worden, in dem Timoschenko Putin eine Kugel in den Kopf wünschte. Deutschland und die EU wollen sich un- abhängiger machen von russischen Ener- gielieferungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte am Donnerstag nach Ge- sprächen mit dem kanadischen Premier Stephen Harper „eine neue Betrachtung der gesamten Energiepolitik“. Als rohstoff- reiches Land sei Kanada ein „sehr interes- santer Partner“, sagte sie in Berlin. Harper hatte erklärt, Kanada sei bereit, seine Ener- gieexporte zu diversifizieren, also auch Kunden außerhalb Nordamerikas zu belie- fern. Am Mittwoch hatte bereits US-Präsi- dent Barack Obama erklärt, über Gasliefe- rungen nach Europa reden zu wollen. EU-Energiekommissar Günther Oettin- ger hält es für realistisch, dass bis 2016 Gas aus den USA importiert werden kann, „wenn die Unternehmen das für richtig er- achten und der Preis stimmt“. Die nötige Umrüstung von Flüssiggasterminals an der US-Ostküste sei „in vollem Gang“. Oet- tinger zufolge reduziert bereits die Bereit- schaft der US-Regierung, Gas liefern zu las- sen, die Abhängigkeit von Russland. Oettin- ger erwartet, dass das größere Angebot die Russen zwingen werde, ihre Preise zu sen- ken. „Die europäische Gasindustrie hat schon in der Vergangenheit mit Erfolg den russischen Gaspreis nachverhandelt“, sag- te er. „Die Russen müssen bei der Gestal- tung der Gaspreise flexibler werden“. Russland hat derweil ein eigenes natio- nales Kreditkarten-System angekündigt. Dies gilt als Antwort auf den kurzfristigen Rückzug der Anbieter Visa und Mastercard vom russischen Markt, die die Zusammen- arbeit mit den russischen Banken inzwi- schen allerdings wieder fortgesetzt haben. „Warum sollten wir das nicht tun“, fragte Präsident Putin, „wir müssen und werden das ganz sicher tun, auch wenn wir uns vom bisherigen System nicht trennen wer- den.“ f. nienhuysen/c. gammelin Papst Franziskus empfängt US-Präsident Barack Obama unter großem Medieninteresse im Vatikan. FOTO: GABRIEL BOUYS/AFP Julia Timoschenko erklärt ihre Kandidatur für die ukrainische Präsidentenwahl Kairo – Knapp neun Monate nach dem Sturz des ersten demokratisch gewähl- ten Präsidenten Mohammed Mursi steuert Ägypten auf einen Staatschef aus den Reihen des Militärs zu: Nach monatelangem Warten verkündete Armeechef Abdel Fattah al-Sisi (FOTO: REU- TERS) seine Kandidatur für die anstehen- de Präsidentschaftswahl. Der Sieg des 59-jährigen Karriereoffiziers bei der für das Frühjahr geplanten Wahl gilt als sicher. Er lege seinen Posten als Armee- chef nieder und trete als Verteidigungs- minister und Vize-Ministerpräsident zurück, erklärte al-Sisi. Nach der Verfas- sung darf nur ein Zivilist für das höchs- te Staatsamt kandidieren. In einer kur- zen Ansprache kündigte er an, seinen Kampf „für ein Ägypten ohne Terroris- mus“ fortzusetzen. Al-Sisi ist der heimli- che Machthaber Ägyptens seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mursi Anfang Juli 2013. afp blacktriangleright Seite 4 Amerikas Rechte halten die These, der neue Papst sei ein Linker, für eine dreiste Erfindung der Medien Paris – Im neuen Ost-West-Konflikt um die Ukraine bekommt Iran unversehens ei- ne zentrale Rolle. In dem Maße, wie die Kommunikationskanäle des Westens zu Moskau versanden, werden iranische Kon- takte wichtiger für die Übermittlung von Ideen und Vorschlägen. Dies gilt besonders für den Bürgerkrieg in Syrien, in dem Ver- suche zur Stabilisierung der Lage durch Ab- sprachen ohne die Russen aussichtslos sind. Moskaus Rolle als Vermittler ist dort durch die Annexion der Krim indessen ge- schwächt. Die Iraner als Stütze des Re- gimes wiederum haben durch die libane- sisch-schiitische Hisbollah in Syrien Ein- flussmöglichkeiten, die regional größer sind als die des Protektors Moskau. Iran ist nach den Worten von Parla- mentspräsident Ali Laridschani im Kon- flikt zwischen dem Westen und Russland um die Ukraine neutral. Teheran folgt da- mit der Haltung Chinas, das die Verurtei- lung Russlands vermeidet, aber Moskau im Sicherheitsrat auch nicht unterstützte. Dass die Atomverhandlungen, deren bis- heriger Verlauf von allen Seiten positiv be- urteilt wird, in Folge der ukrainischen Kri- se scheitern, erwartet derzeit niemand in Teheran. Andererseits gilt es auch als un- wahrscheinlich, dass die Russen wegen ih- rer Isolierung zu besonderem Entgegen- kommen an Iran bereit sind. Lange Erfah- rung zeigt, dass Moskau weder während Schlechtwetterperioden in seinen Bezie- hungen zu den USA oder auch zu normalen Zeiten niemals seine Interessen im Westen durch Gunstbeweise in Richtung Teheran gefährdet hat. Die Aussetzung der Liefe- rung von S-300-Luftabwehrraketen, auf welche die Iraner unter der Drohung israe- lischer Luftschläge größten Wert legten, ist nur ein Fall, in dem die Russen auf ame- rikanische Empfindlichkeiten Rücksicht nahmen. Im aktuellen Kontext gilt es bloß als Gepolter, dass der stellvertretende rus- sische Außenminister Sergei Rybakow drohte, Moskau könnte als Vergeltung ge- gen eine Ausweitung der Ukraine-Sanktio- nen auch Straf-Beschlüsse gegen Iran nicht mehr anwenden. Bis dahin waren Ry- bakows Sondierungen mit seiner amerika- nischen Partnerin Wendy Sherman kons- truktiv verlaufen. Auch der iranische Vize-Außenminister Abbas Araktschi beschreibt die jüngste Ver- handlungsrunde als „sehr gut und positiv“. Die Aussicht auf eine Beilegung des Atom- streits steht im Mittelpunkt der Politik von Präsident Hassan Rohani, der gerade acht Monate im Amt ist. Noch gesteht ihm die Mehrheit der Iraner zu, dass die wirtschaft- liche Misere nur durch Aufhebung der Boy- kott- und Strafmaßnahmen gebessert wer- den kann. Doch die Zeit drängt. Zur Zah- lung der preisstützenden Subventionen ist kein Geld mehr in der Kasse, und schon in den nächsten Wochen wird Rohani die Prei- se für Treibstoffe und andere Bedarfsgüter erheblich erhöhen müssen. Zur Zeit be- steht wegen der zweiwöchigen Ferien zum iranischen Neujahrsfest eine gewisse Eu- phorie. Intellektuelle freuen sich über eini- ge Liberalisierungsschritte – auch wenn mehr als zwei Dutzend Journalisten noch im Gefängnis sitzen. Der Verfall der Wäh- rung wurde für den Augenblick zum Ste- hen gebracht. Rohani sagte jüngst, er sei „für Freiheit des Ausdrucks, verbunden mit Verantwortung“. Wer den Menschen ei- nen Knebel verpasse und die Schreibfeder zerbreche, zerstöre das Vertrauen. Die Zen- sur für Bücher soll gemildert werden. Der Journalist Akbar Gandschi, der we- gen seiner Enthüllungen über politische Morde durch Schergen des Regimes, fünf Jahre im Gefängnis verbrachte und heute in New York lebt, sagt voraus, wenn Rohani und sein Außenminister Mohammed Dschawad Sarif den 35-jährigen Streit mit den USA beilegten, würden sie als „Natio- nalhelden“ gefeiert. Abbas Abdi, ehemals Vizepräsident unter dem Reformer Mo- hammed Chatami, zitiert den Geistlichen Führer Ali Chamenei, dass eine iranische Administration ihre Ziele normalerweise erst in der zweiten Amtsperiode erreiche. Die Hoffnungen der Iraner werden durch das Fortbestehen gemeinsamer Interessen zwischen Russen und Amerikanern geför- dert. Für die Neuordnung der internationa- len Beziehungen, wie sie sich die Adminis- tration Obama zum Ziel gesetzt hatte, ist die Zusammenarbeit mit den Russen zu Iran essenziell. In Teheran betrachtet man die ukraini- sche Krise nur als eine vorübergehende Störung. Positiv bleibt auf der anderen Sei- te, dass die Russen keine Atommacht Iran wollen. Die möglichen militärischen Risi- ken, die nach einem Scheitern der diploma- tischen Bemühungen entstünden, wollen weder Teheran noch Moskau eingehen. Als Stütze und Zulieferer der iranischen Atom- Industrie ist Russland ein Garant für deren zivile Entwicklung. rudolph chimelli Brüssel - Die Europäische Union hat zum zehnten Mal Berichte über die Partnerländer ihrer Nachbarschaftspoli- tik veröffentlicht und dabei ein „ge- mischtes Bild“ konstatiert. Das Jahr 2013 sei vielerorts von Krisen aufgrund „politischer Instabilität und schwieriger sozialer und wirtschaftlichen Bedingun- gen“ geprägt gewesen. In mehreren Ländern aber sei es aber gelungen, „entscheidende politische und wirt- schaftliche Reformen“ durchzuführen. Die Nachbarschaftspolitik umfasst 16 Länder rund ums Mittelmeer und im Osten Europas. Mit den meisten von ihnen sind Aktionspläne vereinbart worden, also Vereinbarungen zwischen der EU und den Partnerländern, die als Handreichung und als Messlatte für Reformen dienen. Negativ fiel das Urteil über Ägypten aus. „2013 war ein politisch sehr herausforderndes Jahr, das keinen Fortschritt hinsichtlich des aktuellen Aktionsplans gebracht hat“, stellt die EU-Kommission fest. Das Militär habe „erheblichen Einfluss auf politische Schlüsselentscheidungen genommen“. Beim Blick über das Mittel- meer sieht die EU allenfalls in Tunesien Licht. Dem Land im Norden Afrikas, das im Januar 2014 eine neue Verfassung verabschiedet hat, werden erhebliche Fortschritte bei der „politischen und institutionellen Transformation“ be- scheinigt. Im Osten attestiert die EU Moldawien und Georgien Fortschritte. Beide wollen möglichst noch im Früh- sommer Assoziierungsabkommen un- terzeichnen. So habe es in Georgien Präsidentenwahlen im „Einklang mit internationalen Standards“ gegeben. Angemahnt werden aber auch weitere Reformen. So müsse Moldawien den Kampf gegen die Korruption „auf allen Ebenen intensivieren“. dbr Istanbul – Drei Tage vor der Kommu- nalwahl in der Türkei haben die türki- schen Behörden nun auch die Video- plattform Youtube gesperrt. Auf die Veröffentlichung von immer mehr abge- hörten Telefongesprächen reagiert Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan aggressiv. Die Enthüllungen setzen seine islamisch-konservative AKP unter Druck, denn Erdoğan selber hat die Kommunalwahlen am Sonntag zur Abstimmung über den künftigen Kurs des Landes erklärt. Nach einem Jahr heftiger Proteste der Bürgerbewe- gung gegen seine islamisch-konservati- ve Regierung sowie Monaten des Macht- kampfes zwischen Erdoğan und seinen Gegnern im religiös-konservativen Lager sind die gesellschaftlichen Grä- ben tief aufgerissen. Praktisch täglich wurden im Internet neue Korruptions- würfe laut. Am Donnerstag wurde auf Youtube ein abgehörtes Gespräch über einen möglichen türkischen Militärein- satz in Syrien öffentlich gemacht. Die Täter seien Feinde des Staates, die mit der härtesten Strafe rechnen müssten, drohte das Außenministerium. Erdoğan ist in den vergangenen Ta- gen immer wütender durchs Land gezo- gen. Bei großen Kundgebungen sind die Botschaften an seine Anhänger unter den etwa 52 Millionen Wahlberechtig- ten einfach: Es gebe eine Verschwörung gegen die Türkei, er selber sei Garant für politische Stabilität und weiteren Wohlstand. „Vertrauen Sie diesem Mann noch? So einen Dieb hat die Welt noch nicht gesehen“, hielt der Chef der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP), Kemal Kılıçdaroğlu, dagegen. Die AKP teilte mit, Messlatte für die Abstimmung sei das Ergebnis der Kommunalwahlen 2009 mit zusam- mengerechnet 38,8 Prozent. Damals hatte Erdoğans Partei erstmals Stim- men verloren, acht Prozent weniger als bei der Parlamentswahl 2007 und fast drei Prozent weniger als bei der Kom- munalwahl 2004. dpa Heiliger Gipfel Barack Obama, der vor Kurzem noch als eine Art weltlicher Papst galt, trifft auf Papst Franziskus, der inzwischen viel beliebter ist als er. Umso wichtiger ist es dem US-Präsidenten, Gemeinsamkeiten zu betonen, allen voran den Kampf für soziale Gerechtigkeit Ein stiller Vermittler Iran erhält durch den Konflikt zwischen dem Westen und Russland eine neue Rolle. Teheran will vor allem die Atomgespräche nicht gefährden Ein großer Schritt weg vom Abgrund IWF gibt der Ukraine 18 Milliarden Dollar, wenn Kiew die Wirtschaft reformiert. Merkel will Abhängigkeit von Russland beenden und sucht neue Gaslieferanten Schwierige Nachbarn Al-Sisi will Präsident werden Youtube-Sperre in der Türkei POLITIKDEFGH Nr. 73, Freitag, 28. März 2014 HF2 7 Julia Timoschenko auf dem Weg zur Pressekonferenz, wo sie ihre Kandidatur erklärt. Aussichtsreichster Kandidat für die Präsidentenwahl ist jedoch ein anderer: der als „Schokoladenkönig“ bekannte Unternehmer Petro Poroschenko. FOTO: S. DOLZHENKO/DPA AUSLAND
  • Der frühere katalanische Regierungschef Jordi Pujol, geboren 1930 in Barcelona, hat- te in den vergangenen Jahrzehnten großen Einfluss in der spanischen Politik. Er ist ka- tholisch geprägt, Aktivist der Demokratie- bewegung und war während der Franco- Zeit mehrmals im Gefängnis. Seit vielen Jahren ist er mit den europäischen Christ- demokraten gut vernetzt, bei ihnen wirbt er um Verständnis für den Sezessionskurs Barcelonas. Die konservative Zentralregie- rung in Madrid pocht hingegen darauf, dass die spanische Verfassung die Abspal- tung einer Region verbietet, und lehnt bis- lang jegliche Gespräche darüber ab. SZ: Herr Präsident, als Sie von 1980 bis 2003anderSpitzederRegionalregierung von Katalonien standen, sind Sie stets für eineAutonomie innerhalbSpanienseinge- treten. Warum aber unterstützen Sie nun die Separatisten in Barcelona, die eine Volksbefragung über die Unabhängigkeit anstreben? Jordi Pujol: Die Krise hat gezeigt, dass das bisherige System der Zusammenarbeit nicht funktioniert. In Katalonien sahen wir es stets angesichts unserer Wirtschafts- kraft als selbstverständlich an, dass wir die schwächeren Regionen Spaniens unter- stützen. Doch zuletzt hat sich bei uns der Eindruck verstärkt, dass Madrid dies nicht würdigt und obendrein unsere hart erarbei- teten Steuergelder zu oft sinnlos ausgege- ben hat. Überdies beobachten wir nun die Tendenz, das Land wieder stärker zu zen- tralisieren. Wie zeigt sich dies konkret? Den Stimmungsumschlag können wir kon- kret an einem Punkt festmachen: Als das Verfassungsgericht, das die nun in Madrid regierende konservative Volkspartei Parti- do Popular (PP) angerufen hatte, 2010 das neue Autonomiestatut für Katalonien auf- hob. Dieses Statut, das unsere Rechte bei Selbstverwaltung und Kultur festschrei- ben sollte, war bereits von den Parlamen- ten angenommen worden, unsere Bevölke- rung hatte in einem Referendum zuge- stimmt, der König hatte es unterzeichnet. Doch die Partido Popular organisierte eine Kampagne dagegen, die die Katalanen in einem schlechten Licht darstellte, die von uns daher als aggressiv und erniedrigend empfunden wurde. Wir sahen dadurch den Konsens aufgekündigt, der Spanien auch mental zusammengehalten hat. Wo gibt es grundlegende Differenzen? Zum einen in der Bildungsreform: Mit Er- folg hat Katalonien in Schulen Zweispra- chigkeit gefördert. Madrid möchte das Ka- talanische zurückdrängen. Zum anderen haben Experten ausgerechnet, dass Katalo- nien ein Vielfaches an Geld an Madrid über- weist, als es zurückbekommt. Welche Rolle spielt die Krise? Hier handelt es sich bei weitem nicht nur um eine Krise der Wirtschaft. Es ist eine Krise aller staatlichen Institutionen, der Parteien, der Justiz, der Verwaltung, sogar der Monarchie. Wieso istKönigJuanCarlosnicht inderLa- ge, die großen Meinungsverschiedenhei- ten zwischen Madrid und Barcelona zu entschärfen? Zum aktuellen Autoritätsverfall des Kö- nigs ist schon genug gesagt worden. Auch die Geschichte spielt eine Rolle: Vor genau 300 Jahren hat die Krone die Autonomie- rechte Kataloniens aufgehoben. Und wohl die meisten Katalanen sehen in Juan Car- los den Nachfolger eben jener Bourbonen. Überdies standen wir im spanischen Bür- gerkrieg auf der Seite der Republik, der re- publikanische Geist wurde auch nicht durch die Franco-Diktatur gebrochen. HatdieErinnerungandenBürgerkriegei- ne große Bedeutung? Nicht in der Alltagspolitik. Aber Spanien fehlt eine Vergangenheitsbewältigung, wie sie die deutsche Gesellschaft nach dem Dritten Reich betrieben hat. DiespanischeVerfassungsiehtdieAbspal- tung einer Region nicht vor. Die Regie- rung inMadridargumentiert, siehabedie Pflicht, die Einheit des Landes gegen die katalanischen Nationalisten zu verteidi- gen. Der Begriff „Nationalismus“ stört mich, wir sollten uns am Begriff der Nation des Philosophen Johann Gottfried Herder ori- entieren. Demnach sind alle Nationen gleichwertig, ihre Unterschiedlichkeit darf keinesfalls Anlass sein, sich gegeneinan- der zu wenden. Die Katalanen sind keine engstirnigen Nationalisten, sie gehören vielmehr zu den proeuropäischsten Natio- nen. Wie kommen Sie zu dieser Einschätzung? Wegen unserer vom Seehandel geprägten Wirtschaft hatten wir immer vielfältige Be- ziehungen zu anderen Ländern, auch kultu- relle. Für mich war es als junger Mann von großer Bedeutung, Straßburg zu sehen, ein vereintes Europa war in der Franco- Ära die Hoffnung meiner Generation. Und nach Aachen bin ich gefahren, in die Stadt Karls des Großen. Katalonien war südlichs- ter Vorposten des karolingischen Reiches, das eine Art Vorläufer der Europäischen Gemeinschaft war. SchrecktSienichtdieDrohung,dassKata- loniennacheinerAbspaltungvonSpanien nicht der Europäischen Union angehören soll? Die Spaltung eines EU-Staates wäre ein Präzedenzfall, über den man rechtzeitig Ei- nigung erzielen müsste. Falls unsere Bevöl- kerung mit deutlicher Mehrheit ein Votum für die Unabhängigkeit abgibt, so werden weder Brüssel, noch Madrid diesen Wunsch ignorieren können. Sie sprechen sehr gut Deutsch, Sie verfas- senbisheuteAnalysenüberdeutschePoli- tik.Woher kommt dieses Interesse? Ich habe die deutsche Oberschule in Barce- lona besucht. Doch 1945, als ich 15 Jahre alt war, wurde sie geschlossen, das Gebäude übernahm das französische Gymnasium. So habe ich für mich allein weiter Deutsch gelernt. interview: thomas urban „Das bisherige System der Zusammenarbeit funktioniert nicht“ Jordi Pujol war bis 2003 Regierungschef Kataloniens. Er kämpft gegen den Widerstand der konservativen Zentralregierung für eine Sezession der Region von Spanien „Die Spaltung eines EU-Staates wäre ein Präzedenzfall.“„Katalonien überweist ein Vielfaches an Geld an Madrid, als es zurückbekommt.“ von silke bigalke Eurajoki – Das japanische Fernsehteam will die Aussicht einfangen, bevor die Son- ne wieder vom finnischen Februar ver- schluckt wird. Die Kamera schwenkt vom Besucherzentrum über die zugefrorene See des bottnischen Meerbusens. Auf der anderen Seite der Bucht heben sich karmin- rote Quader vom Winterhimmel ab: die Re- aktoren der finnischen Atom-Halbinsel Olkiluoto. Zwei produzieren bereits Strom, der dritte, Olkiluoto III, befindet sich im Bau. Ein vierter Reaktor wird gerade ausge- schrieben. Gleich nebenan graben die Fin- nen mit Onkalo eines der ersten Endlager für hochradioaktive Abfälle weltweit in den Felsboden. Finnland setzt, drei Jahre nach der Katastrophe von Fukushima, stär- ker auf Atomenergie als je zuvor. Es möch- te unabhängig werden von Importen aus dem Ausland, vor allem aus Russland. Pasi Tuohimaa, Presse-Chef des Atom- Konzerns TVO, drückt aufs Tempo. Seine Tour hat erst begonnen. Er weiß: Die Japa- ner, die nach Fukushima nicht wissen wo- hin mit den verstrahlten Trümmern, inter- essieren sich besonders für das Endlager Onkalo. Europa dagegen schaut auf den Re- aktor Olkiluoto III. Ihn haben die Finnen 2003 in Auftrag gegeben, als erstes euro- päisches Atomkraftwerk seit Tschernobyl 1986. Vielen galt der Schritt damals als Zei- chen einer Renaissance der Atomenergie in Europa. Olkiluoto III soll zudem der ers- te „Europäische Druckwasserreaktor“ (EPR) werden, das größte, modernste, si- cherste Kraftwerk der Welt. Doch statt ei- ner Renaissance erlebt Finnland ein Desas- ter. Das Kraftwerk, das 2009 ans Netz ge- hen sollte, ist immer noch nicht fertig. Zu- letzt hatte Betreiber TVO auf 2016 gehofft, inzwischen möchte er gar keinen Termin mehr nennen. Schuld daran gibt er dem französischen Staatskonzern Areva, der das Kraftwerk ge- meinsam mit dem deutschen Konzern Sie- mens für TVO baut, für rund drei Milliar- den Euro. Die Baukosten werden inzwi- schen allerdings auf mehr als 8,5 Milliar- den Euro geschätzt. Wer die Mehrkosten bezahlt, ist unklar. TVO und Areva verkla- gen sich gegenseitig auf Schadenersatz in Milliardenhöhe. „Wir haben einen Vertrag über ein schlüsselfertiges Projekt mit ei- nem festen Preis“, sagt Tuohimaa von TVO. Ein grauer Kleinbus fährt die Besucher im Schritttempo um die verschneite Bau- stelle. Die Kuppel über dem Reaktor beste- he aus fünfmal so viel Stahl wie der Eiffel- turm, erzählt Tuohimaa. Sie soll einem ab- stürzenden Passagierflugzeug standhal- ten. Große gelbe Maschinen pumpen Luft unter die Kuppel, um zu testen, ob sie dicht ist und den Druck aushält. In der Turbinenhalle versucht Ingenieu- rin Käthe Saparanta auf alles hinzuweisen, das den Fortschritt der Arbeiten bezeugt: In allen Rohren, Kästen und Messgeräten stehe bereits Wasser. Mit der Farbe, die sich in Eimern stapelt, soll bald der Fußbo- den gestrichen werden. Und die fertige Tur- bine von Siemens, sieben mal siebzig Me- ter in einer dunkelblauen Ummantelung, die größte Turbine der Welt in einem Atom- kraftwerk, warte nur darauf, dass der Rest fertig wird. Alles hänge am automatischen Leitsys- tem, dem Gehirn des Kraftwerks, dessen Tests sich verzögern, sagt Saparanta. „Das System ist komplex, und vielleicht hat man die Arbeitsmenge unterschätzt.“ Mit „man“ meint sie Areva, dem TVO schlechte Vorbereitung vorwirft. „Die Planung muss fertig sein, bevor man anfangen kann. Aber sie war nicht fertig.“ Das wiederum be- streitet Areva und beklagt, TVO zeige „mangelhaften Willen zu kooperieren“ in dieser letzten Phase, in der Hersteller und Betreiber eng zusammenarbeiten sollten. Harri Hiitiö kann der Streit egal sein. So- lange TVO auf dem Grundstück seiner Ge- meinde baut, bekommt der Bürgermeister von Eurajoki 13 Millionen Euro Grundsteu- er jährlich. Er steckt das Geld in die Sozial- hilfe, ins Gesundheitssystem, in sieben Grundschulen, eine Menge für die 6000 Einwohner der Gemeinde. „Das sind die üb- lichen Dinge, nur ein wenig besser als an- derswo“, sagt Hiitiö. Anzusehen ist das dem Ort, 20 Kilome- ter von Olkiluoto entfernt, nicht. Er be- steht hauptsächlich aus einer größeren Durchgangsstraße. Die flachen bunten Holzhäuser erinnern an ein Feriendorf, das Rathaus ist eines der wenigen mit ei- nem zweiten Stockwerk. Hiitiö sitzt im Erd- geschoss, hinter einem riesigen Schreib- tisch, die Hände geduldig im Schoß gefal- tet. Er weiß, dass er wieder einmal erklä- ren muss, warum man in Eurajoki nichts gegen Kraftwerke und Endlager in der Nachbarschaft hat. „Wenn wir unseren Lebensstandard hal- ten wollen, haben wir zwei Möglichkeiten: Energie aus Atomkraft gewinnen oder sie aus Russland importieren“, sagt er. „Für uns ist schwer zu akzeptieren, dass Russen über unseren Lebensstandard entschei- den sollen.“ Die Deutschen hätten damit of- fenbar weniger Probleme. Hiitiö ist einer von vielen Finnen, die über die deutsche Energiewende den Kopf schütteln. Finnland braucht viel Energie für kalte Winter und für seine Papier- und Elektro- nikindustrie. Der Stromlieferant TVO ge- hört zu 44 Prozent den Unternehmen die- ser Industrien, die restlichen Anteile hal- ten Versorger. Die Finnen, die 2013 noch 20 Prozent ihrer Energie importieren mussten, setzen nicht nur auf Olkiluoto. In Pyhäjoki, 450 Kilometer nördlich, plant TVO-Konkurrent Fennovoima ein weite- res Atomkraftwerk. An ihm war der deut- sche Energiekonzern Eon bis zur Energie- wende beteiligt. 2012 übernahm ausge- rechnet der russische Staatskonzern Rosa- tom Eons Anteile und hält nun 34 Prozent. Seit der Krim-Krise scheint das gesamte Projekt für viele Finnen in Frage zu stehen. Olkiluoto III dagegen ist unumstritten, TVO ist seit 40 Jahren in Eurajoki. In dieser Zeit ist viel passiert, sagt Bürgermeister Hiitiö: Harrisburg, Tschernobyl, Fukushi- ma. Trotzdem habe es in seiner Gemeinde nie viel Diskussion um die Reaktoren gege- ben. Sie habe auch dem Endlager zuge- stimmt, um die beiden neuen Reaktoren nach Eurajoki zu holen. Um das Risiko macht Hiitiö sich keine Sorgen, er vertraut auf Stuk, die finnische Behörde für Strah- len- und Atomsicherheit, die Reaktoren und Endlager genehmigt. „Wenn Stuk sagt, es sei sicher, dann ist es sicher. Wir sind da pragmatisch.“ Wenn Stuk Onkalo als Endlager geneh- migt, hat Eurajoki die nächsten 100 000 Jahre etwas davon. So lange soll der Atom- müll im Felsboden lagern. Kritiker war- nen, dass niemand wisse, ob nicht künftige Eiszeiten den Felsen zerstören und radio- aktives Material freisetzen könnten. Oder wie man die Nachkommen der Menschen davon abhalten könne, die Tore zu Onkalo zu früh zu öffnen. Was, wenn die heutigen Zeichen für sie so unleserlich sind wie für uns ägyptische Hieroglyphen? Noch sind die Warnsignale eindeutig: Die Ampel vor der Einfahrt zu Onkalo ist rot. Geologin Sanna Mustonen hält den Wa- gen und bittet das japanische TV-Team, das Tor aus Sicherheitsgründen nicht zu fil- men. Sie arbeitet für die Betreiber-Firma Posiva, die den Energiekonzernen TVO und Fortum gehört. Onkalo heißt Keller, ein kleiner, enger Keller mit verwinkelten Gängen, erklärt Mustonen, nicht „Ver- steck“, wie Medien berichtet hatten. Hinter dem Tor liegt der Tunnel in dreckigem Ne- bel, Feuchtigkeit steigt auf. In einer Spirale geht es 470 Meter tief unter die Erde. Et- was höher liegt die Versuchsebene. Hier ha- ben die Forscher Gänge gebohrt, die vom Haupttunnel in den Felsen ragen. In sol- chen Trakten sollen die Brennstäbe in den Boden eingelassen werden, eingeschlos- sen in Kupferkapseln, vergraben unter Bentonit, einem wasseraufsaugenden Steingemisch. Gerade lassen sie Wasser durch die Felsspalten laufen, um zu sehen, wie die Risse miteinander verbunden sind. Das Material muss trocken lagern, nichts darf ins Grundwasser gelangen. Der Boden ist matschig, das Fernseh- team aus Japan läuft von einer Pfütze zur anderen. Mustonen erklärt, dass das Was- ser hier für Versuche fließe und dieser Be- reich sowieso nicht als Endlager geeignet sei. Sie holt eine Karte mit den Gängen von Onkalo heraus. Rote und gelbe Linien zei- gen Frakturen im Fels an, grün markierte Gebiete sind als Lager nutzbar. „Die Alpen sind jung im Vergleich zum finnischen Fels- boden. Er hat zwei Milliarden Jahre über- dauert, ohne Risse. Also wissen wir, dass diese sehr unwahrscheinlich sind. Aber ganz sicher wissen können wir es nie“, sagt sie. Stuk hat eine Forschungsgrabung ge- nehmigt, aber noch nicht das Endlager. Die Behörde verweist darauf, dass der Großteil der Radioaktivität in den ersten 500 Jahren verloren gehe. Einige langlebi- ge Nuklide könnten womöglich danach noch durch Wasser an die Oberfläche ge- spült werden. Das Risiko sei aber auf weni- ge Kilometer Umkreis begrenzt und könne eingeschätzt werden. Der japanische Re- porter lässt sich dabei filmen, wie er von ei- nem Rinnsal an der Felswand kostet. „Schmeckt widerlich“, sagt er. Atomkraftgegner in Finnland zu finden ist schwer, besonders in Eurajoki. Der einzi- ge, der sich in die Öffentlichkeit wagt, ist Tapio Solala im 25 Kilometer entfernten Pori. Solala ist ein hagerer Mann, der sei- nen grauen Bart zu einem Zopf geflochten hat. Er gehört zu den „Friends of the Earth“, deren Büro gleichzeitig eine Art Dritte-Welt-Laden ist, in dem man etwa Hanf-Taschen kaufen kann. Das letzte Mal hat Solala 2012 versucht, gegen das Atomkraftwerk zu protestieren. 200 Polizisten waren da und 100 Demons- tranten, die meisten von außerhalb. „Ich kenne viele Menschen, die gegen Atom- kraftwerke sind, aber es ist sehr schwer, die Finnen in Aktion zu kriegen“, sagt er. „Sie haben immer Angst, dass andere Men- schen besser Bescheid wissen als sie.“ Sola- la befürchtet, dass eigentlich niemand so richtig über Onkalo Bescheid weiß, auch nicht über Olkiluoto III. „Es ist doch selt- sam, dass sie es nicht schaffen, es fertig zu bauen. Die Automatik zum Beispiel ist doch die Hauptsache an so einem Kraft- werk, und sie kriegen es einfach nicht hin.“ Auf Olkiluoto endet ein langer Tag. Auf dem Weg zurück durch die Nacht wirkt die Insel friedlich. Meer, Schnee, Tannen, Re- he, es könnte ein schöner Urlaubsort sein. Die nächste größere Stadt, Rauma, ist be- rühmt für ihre hölzerne Altstadt, ein Unesco-Weltkulturerbe. Am Rand von Rauma gibt es eine Kneipe und einen Burger-Laden. In der Kneipe sitzt eine Herrenrunde beim Bier, alle deut- lich älter als die Kraftwerke auf Olkiluoto. Im Fernseher läuft Eishockey, bunte Schals hängen von der Decke. „Wegen der Atomkraftwerke? Machen wir uns keine Sorgen, uns geht’s gut“, sagt einer. Ob denn das Endlager sicher sei? „Wenn die nächste Eiszeit kommt, werden wir es wissen.“ Im Bürgerladen nebenan sitzt die nächs- te Generation, Hanna Lindberg mit Mann und zwei Söhnen, fünf und zweieinhalb Jahre. Das dritte Kind ist unterwegs. „Na- türlich machen wir uns Sorgen“, sagt die junge Mutter. „Aber uns hat niemand ge- fragt. Die Finnen haben die Erfahrung ge- macht, dass Protestieren auch nichts än- dert.“ Wenn tatsächlich Atommüll in die Er- de gelassen wird, will sie mit ihrer Familie wegziehen. Vertrauen in Beton Viele Finnen schütteln den Kopf über die deutsche Atomwende. Ihrer Ansicht nach gibt es zwei Möglichkeiten: entweder Nuklearenergie oder Importe aus Russland. Deswegen stört sich fast niemand am geplanten dritten Reaktor auf der Halbinsel Olkiluoto. Bei dessen Bau allerdings gibt es einige Probleme Finnland benötigt viel Energie, für eisige Winter, seine Papier- und Elektronikindustrie Das Atomkraftwerk auf der Halbinsel Olkiluoto bekommt einen dritten Reaktor. In der Kuppel steckt fünfmal mehr Stahl als im Eiffelturm. FOTO: HANNU HUOVILA/DPA Jordi Pujol (rechts) umarmt Adolfo Suarez Illlana bei der Beerdigung seines Vaters, dem ersten demokratischen Premierminister Spaniens. FOTO: DPA Olkiluoto III soll das größte, modernste und sicherste Kraftwerk der Welt werden Wenn das Endlager kommt, will sie mit der Familie wegziehen, sagt eine junge Mutter POLITIK8 HF2 Freitag, 28. März 2014, Nr. 73 DEFGH
  • von thomas kirchner München – Man muss zehn Jahre zurück- gehen, um die neuesten Zahlen von Amnes- ty International (AI) zur Todesstrafe einord- nen zu können. 3797 Menschen wurden nach Angaben der Menschenrechtsorgani- sation im Jahr 2004 weltweit hingerichtet. Im vergangenen Jahr waren es 778. Das ist ein Fortschritt, und kein geringer. Der lang- fristige Trend zeigt klar nach unten. Den- noch sehen die Menschenrechtler Anlass zur Besorgnis, denn seit dem niedrigsten Stand 2010 (527) steigt die Zahl der Exekuti- onen jetzt wieder, 2012 waren es 682. Und nun also 778. Das sind jene Fälle, die sich aus staatlichen oder anderen Quel- len seriös nachweisen lassen. Wie viele De- linquenten tatsächlich per Giftspritze, Gal- gen oder Gewehrsalve getötet wurden, weiß niemand. Mit Abstand am häufigsten seien Menschen auch 2013 wohl wieder in China mit dem Tod bestraft worden, so AI, vermutlich mehrere Tausend. Doch weil das Land entsprechende Angaben wie ein Staatsgeheimnis behandelt, veröffentlicht AI seit 2009 keine konkreten Zahlen mehr. Dasselbe gilt für Nordkorea, wo mindes- tens 70 Fälle vermutet werden. Verantwortlich für den jüngsten Anstieg sind vor allem Iran (mindestens 369) und Irak (169). Überhaupt fällt auf, dass fast 80 Prozent der Hinrichtungen außerhalb Chinas in diesen zwei Ländern sowie in Sau- di-Arabien stattfinden. Das sei „bestür- zend und beschämend“, sagt Oliver Hen- drich, der AI-Vorsitzende in Deutschland. Besonders schockierend sei, dass drei der mindestens 79 Hingerichteten in Saudi- Arabien minderjährig gewesen seien. Auch in Iran habe es vermutlich Hunderte offizi- ell nicht bestätigte Exekutionen gegeben. „Iran hält wie so manches Land Zahlen über Todesurteile und Hinrichtungen ge- heim“, sagt Hendrich. „Außerdem entspre- chen die Gerichtsverfahren oft nicht inter- nationalen Standards.“ In Irak sei die gro- ße Mehrheit der Todesurteile auf der Basis vager Anti-Terror-Gesetze ergangen. Die USA exekutierten dem AI-Bericht zu- folge 39 Menschen, in Südamerika sowie in Russland wurde niemand hingerichtet. Als positiv sieht AI an, dass in ganz Europa und Zentralasien erstmals seit 2009 keine Exekutionen gemeldet worden seien. Und viele Länder, die noch 2012 Gefangene hin- richteten, hätten 2013 keine Todesurteile vollstreckt, darunter Gambia, Pakistan und die Vereinigten Arabischen Emirate. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer, nannte die neuesten Zahlen alarmierend. „Die Todesstrafe ist unmenschlich und rechtspolitisch unsinnig. Sie hat im 21. Jahrhundert keinen Platz“, erklärte er. Besorgniserregend seien vor allem die vie- len Hinrichtungen im Irak und in Iran. Ein Argument gegen die Todesstrafe, das selbst manche ihrer Anhänger ins Grü- beln bringt, ist, dass Fehlurteile nie ausge- schlossen, ja sogar recht häufig sind. In den USA wurden seit 1973 nach Angaben des Death Penalty Information Center 144 Todgeweihte nach ihrer Verurteilung freigesprochen. Gründe gibt es viele: fal- sche Zeugenaussagen, schlechte Verteidi- gung, Polizeifehler, bessere Ermittlungs- methoden. Auch auf Geständnisse ist kein Verlass, weil sie erzwungen oder auf dubio- se Weise zustande gekommen sein kön- nen. Das Magazin New Yorker deutete im Dezember an, dass die Verhöre amerikani- scher Ermittler, die nach der Technik des ehemaligen Polizisten und heutigen Bera- ters John Reid geschult werden, möglicher- weise systematisch falsche Geständnisse hervorbringen. In den USA sind solche Justizirrtümer besonders gut dokumentiert, aber sie kom- men natürlich überall vor. Ein mögliches Opfer könnte auch der Japaner Iwao Haka- mada sein, der am Dienstag freigelassen wurde, nach mehr als 40 Jahren in der To- deszelle. Der 78 Jahre alte ehemalige Boxer war 1968 zum Tode am Galgen verurteilt worden, weil er angeblich eine vierköpfige Familie ermordet hatte. Ein Gericht in Shi- zuoka gab nun Hakamadas Gesuch statt, sein Verfahren wieder aufzunehmen. An- lass sind DNA-Tests, die seine Unschuld vermuten lassen. Hakamada war 1966 verhaftet worden. Damals arbeitete er in einer Sojafabrik. Ihm wurden Mord, Raub und Brandstif- tung vorgeworfen, nachdem sein Chef, des- sen Frau und zwei Kinder mit Stichwun- den tot in ihrem abgebrannten Haus gefun- den worden waren. Nach einem 20 Tage langen Polizeiverhör und anfänglichem Leugnen legte Hakamada ein vermeintli- ches Geständnis ab, das er zum Auftakt sei- nes Prozesses jedoch widerrief. Die Beam- ten hätten ihn geschlagen und ihm ge- droht. Nach Angaben seiner Verteidiger stimmten zudem DNA-Analysen bei späte- ren forensischen Untersuchungen nicht mit Proben auf Kleidungsstücken überein, die Hakamada getragen haben soll. Diese DNA-Ergebnisse erkannte das Gericht nun an. Zugleich deutete der Vorsitzende Rich- ter laut Medienberichten an, dass die Er- mittler die vermeintlichen Beweise ge- fälscht haben könnten. Es ist erst das sechste Mal in der Nach- kriegsgeschichte Japans, dass ein Gericht der Wiederaufnahme des Falls eines Häft- lings zugestimmt hat, dessen Todesstrafe bereits rechtskräftig verhängt wurde. In vier der fünf vorherigen Fälle waren die Verurteilten freigesprochen worden. Wie die meisten Todeskandidaten lebte Haka- mada überwiegend in Einzelhaft und in permanenter Angst, dass es jeden Tag so- weit sein könnte. Der Zeitpunkt der Hin- richtung wird den Verurteilten in Japan nicht mitgeteilt. Erst wenige Minuten vor ihrer Exekution erfahren die Gefangenen, dass sie sterben werden. Viele Todeskandi- daten treibt diese Angst in den Wahnsinn. Die Rückkehr der Todesstrafe Nach Angaben von Amnesty International steigt die Zahl der Hinrichtungen weltweit wieder deutlich an. Die meisten Exekutionen finden in China statt. In Saudi-Arabien werden auch Minderjährige getötet PANORAMADEFGH Nr. 73, Freitag, 28. März 2014 HF2 9 Weltkarte der Todesstrafe SZ-Grafik; Quelle: Amnesty International Anzahl der Todesurteile im Jahr 2013 Anzahl der Hinrichtungen im Jahr 2013 3+ 29+ 109+ 16 9+ 16+ 14+ 26+ 18+ 7+ 7+ 7+ 1+ 39 80 2 5+ 5+ 12 40+ 141+ 46+ 4+ 10 4 14 7+ 2+ 1+ 1 1 Tausende 34+ 117+ 21+ 5 16+ 2 220+ 2 72+ 79+ 13+ 8 7+ 6 7 5 4+ 2+ 226+ 174 1 1 70+ 50+ 16+ 13+ 13 11+ 8+ 3+ 6 3+ 2 1+ 169+ 369+ 148+ 76+ 91+ 35+ 6+ 5 6+ 2 USA Weißrussland Marokko/ West Sahara Guyana Trinidad and Tobago Tunesien Niger Algerien Nigeria Barbados Burkina FasoGambia Liberia Mauritanien Sierra Leone Ghana Mali Indonesien Japan Kenia Katar Singapur Südkorea Tansania China Yemen Taiwan Somalia Simbabwe Äthiopien Libyen Laos Lesotho Bangladesch Indien Maldiven Vietnam Kuwait Malaysia Pakistan Afghanistan Nordkorea Ägypten Thailand DR Congo UAE Sri Lanka Jordanien Lebanon Irak Iran Botswana Südsudan Sudan Sambia Saudi- Arabien Palästinensische Autonomiegebiete Bahamas heneee1925 Menscheeeeheeeh 778 Hinrichtungen wurden in 22 Ländern 2013 durchgeführt wurden in 57 Ländern im Jahr 2013 zum Tode verurteilt chennnh23 392 Mensccc saßen 2013 im Todestrakt Diese Zahlen beinhalten nicht die Tausenden von Hinrichtungen in China. Die Regierung gibt keine genauen Daten darüber bekannt. 32 35 32 37 41 39 40 37 31 27 31 31 28 25 22 25 24 25 19 23 20 2221 '12'91 '92 '93 '94 '95 '96 '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 '11 '13 Zahl der Länder, in denen Hinrichtungen durchgeführt werden In Kooperation mit: Fo to lia /B eb oy Fo to lia /I va n Fl or ia ni Fo to lia /A nd y Pariser Kunstimpressionen und Monets Erbe in Giverny Paris – eine Stadt wie ein Gemälde. Schon die bedeutenden Maler Manet, Renoir und Degas hielten hier ihre Empfi ndungen in einzigartigen Bildern fest, die heute feste Bestandteile der Ausstellungen des Musée d’Orsay und des Musée National d’Art Moderne im Centre Pompidou sind. Ein weiterer Höhepunkt der Reise ist der Ausfl ug zum Garten Claude Monets in Giverny. Reisehöhepunkte Musée d’Orsay: Im Fokus des gegenüber dem Tuileriengarten gelegenen Hauses steht die impressionistische Kunst in all ihren Darstellungsformen. Giverny: Bis heute können in dem Ort in der Normandie das Wohnhaus Claude Monets und der von ihm angelegte Ziergarten besichtigt werden. Musée Rodin: Mit „Höllentor“ zeigt das Museum eines der Hauptwerke des Bildhauers Auguste Rodin, der das Haus einst als Atelier nutzte. Eingeschlossene Leistungen: - Flug von München nach Paris und zurück - 4 Ü/F im 4-Sterne-Paris Marriott Opera Ambassador Hotel - Führung im Musée d’Orsay und Centre Pompidou - Ganztägiger Ausfl ug nach Giverny mit Führung inklusive Mittagessen - Alle Transfers, Führungen und Eintrittsgelder laut Programm - Reisebegleitung durch einen deutschen Kunsthistoriker im Doppelzimmer 1.768 € im Doppelzimmer zur Alleinbenutzung 2.265 € Reisetermin: 14. bis 18. August 2014 Veranstalter: TUI Leisure Travel Special Tours GmbH, Wachtstraße 17–24, 28195 Bremen Reisepreis pro Person Kunst, Kultur und Design in Mailand und Turin Im Norden Italiens trifft ein unvorstellbarer Reichtum an historischen Kunstschätzen auf atemberaubende Architektur und modernes Designver- ständnis. Das zeigt sich gerade in der Mode-Metropole Mailand, in der Sie die Sammlungen der Pinacoteca Ambrosiana und der Pinacoteca di Brera sehen, und in Turin, wo Jesus’ angebliches Grabtuch gezeigt wird. Reisehöhepunkte Mailand: Unter anderem ist bei einer Führung durch die Kirche Santa Maria delle Grazie Leonardo da Vincis berühmtes Wandgemälde „Das Abendmahl“ zu besichtigen. Bekannt ist die Stadt auch für ihren Dom und die Scala-Oper. Asti: Besuch eines traditionsreichen Weinguts mit Mittagessen u. Weinprobe. Turin: Auf dem Dach des alten Fiat-Werkes, inmitten der Teststrecke, widmet sich die Pinacoteca Giovanni e Marella Agnelli vornehmlich moderner Kunst. Eingeschlossene Leistungen: - Flug von München nach Mailand und zurück von Turin - Jeweils 3 Übernachtungen/Frühstück in 4-Sterne-Hotels in Mailand u. Turin - Führung im Dom, Museum des Teatro alla Scala, in der Pinacoteca Ambrosiana, Pinacoteca di Brera und Santa Maria delle Grazie in Mailand - Alle Transfers, Ausfl üge, Eintrittsgelder und Mahlzeiten laut Programm - Reisebegleitung durch einen deutschen Kunsthistoriker im Doppelzimmer 2.349 € im Doppelzimmer zur Alleinbenutzung 2.985 € Reisetermin: 07. bis 13. September 2014 Veranstalter: TUI Leisure Travel Special Tours GmbH, Wachtstraße 17–24, 28195 Bremen Reisepreis pro Person Kalifornischer Zeitgeist – Kunst- reise nach L. A. und San Diego Kalifornien – das bedeutet traumhafte Strände, Sonnenschein und der Glamour Hollywoods. Doch längst hat sich auch die hier ansässige Kunst- szene einen Namen gemacht. So kommen gerade aus L. A. und San Diego wichtige Impulse für die amerikanische Gegenwartskunst oder gilt Palm Springs als Spielwiese für extravagante moderne US-Architektur. Reisehöhepunkte Los Angeles: In der „Stadt der Engel“ besichtigen Sie das Museum of Contem- porary Art, das J. Paul Getty Museum und Los Angeles County Museum of Art. Palm Springs: Stars wie Elvis Presley und Frank Sinatra ließen sich einst in der sonnenverwöhnten Stadt im Coachella Valley mondäne Villen errichten. San Diego: Ein besonderes Augenmerk ihres Besuchs in der Stadt gilt dem Museum of Art, das sich unter anderem mit der mexikanischen Moderne befasst. Eingeschlossene Leistungen: - Flug von München nach Los Angeles und zurück (z. T. Umsteigeverbind.) - 7 Übernachtungen in einem 4-Sterne-Hotel in Los Angeles inkl. Frühstück - 5 Übernachtungen in einem 4-Sterne-Hotel in San Diego inkl. Frühstück - Stadtrundfahrten in Los Angeles, Palm Springs und San Diego - Alle Transfers, Ausfl üge, Führungen und Eintrittsgelder laut Programm - Reisebegleitung durch einen deutschen Kulturwissenschaftler im Doppelzimmer 4.345 € im Doppelzimmer zur Alleinbenutzung 5.488 € Reisetermin: 26. Oktober bis 08. November 2014 Veranstalter: TUI Leisure Travel Special Tours GmbH, Wachtstraße 17–24, 28195 Bremen Reisepreis pro Person Beratung und Prospekt: Telefon: 0421/322 68 87, Mo.–Fr. 8–20 Uhr, Sa. 8–14 Uhr, Fax: 0421/322 68 89, E-Mail: sz-leserreisen@tui-lt.de, Internet: www.sz.de/leserreisen Persönlicher Kontakt: Hapag-Lloyd Reisebüro, Theatinerstraße 32, 80333 München
  • Rom – Die süditalienische Mafia-Organi- sation ’Ndrangheta hat einer Studie zufol- ge im vergangenen Jahr 53 Milliarden Eu- ro umgesetzt – und damit mehr als die Deutsche Bank und McDonald’s zusam- men. Laut der am Mittwoch veröffentlich- ten Studie des Forschungsinstituts Demo- skopika sind die Hauptgeschäftsfelder der kriminellen Organisation Drogenschmug- gel und illegale Müllentsorgung. Der Um- satz der ’Ndrangheta entsprach demnach 3,5 Prozent des italienischen Bruttosozial- produkts. Laut der Studie, die auf Doku- menten von Polizei, Justiz, Regierung und Parlament basiert, ist die italienische Orga- nisation mit 400 „Führungskräften“ in 30 Ländern aktiv – darunter auch Deutsch- land. Insgesamt seien weltweit rund 60 000 Menschen in die Aktivitäten der ’N- drangheta verwickelt. Die Organisation, die sich aus einem Netzwerk von Familien- clans zusammensetzt, stammt aus der süd- italienischen Region Kalabrien und gilt als noch verschlossener und schwieriger zu durchdringen als die sizilianische Mafia. Der Studie zufolge machte die ’Ndran- gheta im vergangenen Jahr Drogengeschäf- te im Wert von 24,2 Milliarden Euro; der Umsatz mit illegaler Müllentsorgung be- trug 19,6 Milliarden Euro; Erpressung und Wucherei brachten 2,9 Milliarden ein. afp Kim Jong Un, um die 30, nordkoreani- scher Staatschef, möchte angeblich Stilikone sein. Er habe alle Collegestu- denten angehalten, ihre Haare in sei- nem Stil – an den Seiten kurz und oben etwas länger – zu tragen. Das berichtete der Sender Radio Free Asia unter Beru- fung auf unbestätigte Quellen. Bei eini- gen Studenten habe sich Widerstand dagegen geregt, die Haartracht des Landesvaters zu übernehmen. Dieser Stil sei vor zehn Jahren bei Schmugg- lern verbreitet gewesen, hieß es. Günther Klum, 68, Topmodel-Vater, hat sich an der Mosel einen Weinberg gekauft. Den Ausschlag für den Kauf habe der Name gegeben, sagte Klum der dpa: „Der Weinberg heißt Günthers- lay, da habe ich gedacht ,Why not?‘ und zugeschlagen.“ Seit gut einem Jahr ist die knapp ein Hektar große Rebfläche bei Piesport in Klums Besitz. Sein erster Wein aus Rieslingtrauben soll in den kommenden Wochen abgefüllt werden: 1000 Liter in 2000 Flaschen. „Ich will den Wein vor allem verschenken“, sagte Klum, der seinen Weinberg schon häufi- ger besucht hat: „Von da hat man eine tolle Aussicht.“ RuthMaria Kubitschek, 82, TV- und Filmlegende, sieht kaum noch fern. „Ich sehe nur, was ich sehen möchte, hauptsächlich Nachrichten“, sagte die Schauspielerin bei der 35. Jupiter-Preis- verleihung in Berlin. „Ich schwärme für Claus Kleber. Da bleibe ich manchmal nachts auf, um ihn im ZDF zu sehen“, sagte Kubitschek lächelnd über den 58 Jahre alten ZDF-„Heute-Journal“-Kopf. „Furchtbar“ findet sie dagegen „Tatort“ und die vielen Toten im TV: „Ich sehe keine Krimis. Ich kann dann nicht schla- fen. Ich finde, davon gibt es zu viel.“ Für ihre Rolle einer lebensweisen Seniorin im Kinofilm „Frau Ella“ mit Matthias Schweighöfer bekam Kubitschek am Mittwochabend den Publikumspreis als beste Darstellerin national. NinaHoss, 38, Schauspielerin, hat eben- falls kein Interesse am „Tatort“, schon gar nicht an einer Rolle als Kommissa- rin. „Nee, ich finde, es reicht jetzt, die- ses permanente Gemorde“, sagte sie der Zeitschrift TV Spielfilm. Sie habe noch Lust, andere Geschichten zu erzählen, als nur noch Fälle aufzuklären. Eine Rolle in Hollywood würde Hoss hinge- gen reizen, denn dort gehe es immer „um alles“, sagte Hoss. „Da will sich keiner wegducken, da macht man nicht mal so auf locker, denn jeder hat et- was zu verlieren.“ Allerdings wisse sie nicht, „ob die auf mich gewartet ha- ben“. FOTO: DPA München – Der Gegensatz könnte größer nicht sein. In Chicago tritt die Anwältin Mo- nica Kelly vor die Kameras, elegant in är- melloser Bluse. Angehörige der Passagiere des verschwundenen Fluges MH370 hät- ten sich an ihre Kanzlei, Ribbeck Law, ge- wandt, um auf Entschädigung zu klagen. Die Kanzlei werde die Klage gegen den Flugzeug-Hersteller Boeing und die Flug- gesellschaft Malaysia Airlines richten. Rib- beck Law ist auf die Opfervertretung nach Katastrophen und Flugzeugunfällen spezi- alisiert. Und Kelly rechnet damit, dass sie letztendlich rund die Hälfte der Angehöri- gen vertreten wird. Die Kanzlei hat nun zunächst eine Petiti- on bei einem Gericht in Illinois einge- reicht, um an die Identität der Zulieferer von Boeing zu gelangen und an die Namen derer, die für die Abnahme des Flugzeuges verantwortlich waren. Denn Ribbeck Law vermutet als Ursache für den Absturz Kons- truktionsfehler in der Maschine. Die Entschädigungssumme beläuft sich laut Kanzlei auf rund 1,5 Milliarden Dollar. In diese Berechnung werden wohl auch die sogenannten menschlichen Kosten einge- hen: Allein ein Drittel der chinesischen Pas- sagiere, sagen Vertreter von Ribbeck Law, seien die einzigen Kinder ihrer Eltern gewe- sen. Ob das Wrack je entdeckt wird, spiele laut Kelly keine entscheidende Rolle in den Verhandlungen: „Wir hatten erfolgreiche Fälle, in denen die Opfer oder sogar die Black Box nie gefunden wurden.“ Man wür- de die Flotte nach ähnlichen Baufehlern un- tersuchen. Bei Ribbeck Law ist man über- zeugt, dass der Prozess zugunsten der Klä- ger entschieden wird. Zuletzt hatte die Kanzlei mehrere Passagiere des Asiana- Fluges vertreten, der im Juli vergangenen Jahres in San Francisco notgelandet war. Der Gegner hieß: Boeing. Währenddessen geht die Suche im südli- chen Indischen Ozean weiter – unter im- mensen Schwierigkeiten. Zwar haben thai- ländische Behörden am Donnerstag mitge- teilt, dass einer ihrer Satelliten neue Bilder von rund 300 möglichen Wrackteilen ge- macht habe. Doch immer noch konnte kei- nes geborgen werden. Das liegt nicht nur an der Abgelegenheit des Suchgebiets und an der Wolkendecke, die es für Flugzeuge und Satelliten schwierig macht, etwas zu entdecken: Nicht umsonst nennt man die Region, in der die Boeing vermutlich abge- stürzt ist, Roaring Forties, die Brüllenden Vierziger. Denn zwischen 40° und 50° süd- licher Breite herrschen unbeständige Win- de mit bis zu 160 Kilometern in der Stunde. Die Strömungen dort gehören zu den mäch- tigsten der Erde, die Wellen können bei Sturm mehr als neun Meter hoch werden. Etwas südlich der vermuteten Absturz- stelle liegen gewaltige Sturmzonen. Weil ih- nen keine Landmasse im Weg liegt, umkrei- sen sie ungehindert die Antarktis und wer- den dabei so stark, dass sie Wellen auslö- sen, die zu den größten überhaupt gehö- ren. Noch dazu liegt im Suchgebiet eine Kette von Unterwasservulkanen. Der Mee- resboden ist deshalb extrem zerklüftet und verändert durch Magmaströme stän- dig seine Form, was die Lokalisierung des Flugzeugwracks zusätzlich erschwert. Schon der nächste Schritt der Bergung wird nicht leicht: Bei derart gewaltigen Wel- len muss man es erst einmal schaffen, vom Schiff hinunter an die Wasseroberfläche zu gelangen, um ein Wrackteil herauszufi- schen. petra steinberger von verena mayer D ass in Berlin ein Gebäude „Bikini-Haus“ heißt, ist nicht weiter unge-wöhnlich. In der Stadt wird Archi- tektur gerne als das bezeichnet, was man mit ihr assoziiert. Einen Turm mit Gaststät- te nennen die Berliner „Bierpinsel“, das rundliche Haus der Kulturen der Welt „schwangere Auster“. Und das Bikini- Hausin der Nähe des Bahnhof Zoo ist nun einmal flach und sehr lang, mit einem lufti- gen Zwischengeschoss, bei dem man dach- te, es bestehe aus einem Ober- und einem Unterteil. In den Fifties war das, der Zeit, als das Bikini-Haus neu war und der Bikini als Kleidungsstück sowieso. Jetzt ist das direkt am Zoo gelegene Haus wieder fast wie neu. Frisch renoviert sind die cremeweiße Fassade und die zu- rückgesetzten Fenster. Noch wird überall gewerkelt, Bauarbeiter stehen auf der Frei- treppe, die auf die Dachterrasse führt, die Schaufenster im Erdgeschoss sind mit Fo- lie verhängt. Doch drinnen lässt sich schon die so genannte Concept Mall erahnen, die nächste Woche eröffnet wird, mit angren- zendem 25hours-Designhotel samt Restau- rant und Bar. Man sieht kleine Ladenloka- le, darunter Berliner Modelabels wie Um- asan oder address, eine Brillenmanufak- tur, ein Verlag für Design-Bücher und ein Berliner Lautsprecherbauer, der hier mit seiner Entwicklungsabteilung einzieht. Sichtbeton, hellgrüne Metallverstrebun- gen und Böden, die dem Berliner Straßen- pflaster nachempfunden sind. Und auf ei- ner Seite eine riesige Glaswand, durch die man auf Bäume und Natur blick – und auf einen Felsen voller Affen, das Affengehege des angrenzenden Zoos. Die Affen hüpfen herum, halten inne, drehen den Kopf zur Glaswand. Schwer zu sagen, wer hier ei- gentlich wem zuguckt. Eines ist aber klar: Das ist ein sehr spezieller Ort. Berlin, Zoo. Jener Teil der Hauptstadt, der seit dem Buch „Wir Kinder vom Bahn- hof Zoo“ zur Chiffre für eine unwirtliche Großstadt wurde. Der Zoo, das sind ein her- untergekommener Bahnhof, vielspurige Verkehrsschneisen, abgeschabte Hochhäu- ser. Wenig verleitet dazu, länger zu verwei- len. Von den Junkies mal abgesehen, über die Christiane F. einst schrieb, sie seien „auf Trebe“, ohne Wohnsitz. Aber selbst die sind inzwischen weitergezogen. Sonst gab es hier noch ein riesiges Poster von Ha- rald Juhnke, grinsend, mit Essstäbchen. Dessen Schwiegervater hatte im ersten Stock des Bikini-Hauses ein China-Restau- rant. Das Meiste am Zoo war so berlinisch- piefig wie die Namen von Christianes F.s Freunden: Detlef, Atze. Oder, wie das Berli- ner Stadtmagazin tip schreibt: „Der Enter- tainer, die Pekingente und der alte Westen: dit war Berlin.“ Davon kann keine Rede mehr sein. Der Agentur-Mensch, der Besuchern das Biki- ni-Haus zeigt, trägt Röhrenjeans und Un- dercut-Haarschnitt und steht für einen Typ Berliner, den man in dieser Gegend derzeit häufiger antrifft. Jung und so neu in der Stadt, dass er den angesagten Bezirk Neukölln, in dem er wohnt, auf der ersten Silbe betont. Neu-Kölln. Als sei alles neu im alten Westen. Ist es das nicht auch? Rund um den Zoo wird gebaut oder renoviert. Der sandfarbe- ne Turm des Waldorf Astoria ragt über den Bahnhof hinweg, nicht weit ist schon die nächste Baustelle: für einen Hochhaus- turm, der „Upper West“ heißt. Abends sieht man das alte Kino Zoopalast leuch- ten, das Ende 2012 neu eröffnet wurde. Die Leute strömen darauf zu, stehen auf dem Bürgersteig. Zum Verkehr rund um den Zoo gehören wieder Fußgänger. Und schon hört man erste Stimmen, die sagen: Der al- te Westen ist das neue Mitte. Schwer im Kommen ist die Gegend je- denfalls. Was man an den Mieten merkt. Aber auch an einem Gefühl von Urbanität, das sich auf Gewachsenes bezieht und nicht nur auf Gemachtes wie am Potsda- mer Platz mit seinen verspiegelten Hoch- häusern und Shopping-Arkaden. „Ein Energiezentrum, das kein Leben außer sich duldet und jedes Umfeld auszehrt“, nennt die Publizistin Hannelore Schlaffer solche künstlich erschaffenen Orte. Am Zoo hingegen ist jede Menge Leben. Busse halten hinter dem Bahnhof, an den Imbissbuden versammeln sich die Büroleu- te. Man sieht viele Kinder, Schulklassen auf dem Weg zum Tiergarten. Vor dem Wal- dorf Astoria stochert ein Mann in den Müll- eimern, vor der Gedächtniskirche sitzen die Touristen in der Sonne. Die Skateboar- der, die zum Straßenbild gehören wie der Beate-Uhse-Sexshop, fahren in der Mit- tagssonne auf und ab, auch wenn einige von ihnen inzwischen so alt sind, dass man sich Sorgen um ihre Bandscheiben macht. In der Nähe, im siebten Stock des schmut- zig-weißen Hauses mit der berühmten Gi- raffe darauf, befindet sich der Showroom des Bikini-Hauses. Darin steht Kai-Uwe Ludwig, Geschäftsführer der Immobilien- firma Bayerische Hausbau, die den Bikini- Komplex 2002 gekauft und entwickelt hat. Man wollte an die Börse, und dazu passten Hauptstadt-Immobilien. Ludwig trägt Jeans und Sakko, dazu Turnschuhe mit ne- ongrünen Schnürsenkeln, als wolle er der bayerisch-bodenständigen Firma, die er vertritt, etwas Berliner Hipness auftupfen. Ludwig war als Junge oft in Berlin, und er kann sich noch gut erinnern, wie fasziniert er von dem Haus war, das mit seinen offe- nen Säulen zwischen Ober- und Unterteil wie ein Bikini aussah. Das einst offene Zwi- schenstockwerk ist allerdings schon seit langem umbaut und bleibt es auch. Wenn man von hier oben auf die Gegend rund um den Zoo blickt, hat man das Ge- fühl, auf ein Zimmer zu schauen, in dem über die Jahrzehnte hinweg alles irgend- wie zusammengeschmissen wurde. Ein- kaufszentren, Plätze, der Anbau an die zer- trümmerte Gedächtniskirche, den die Ber- liner gerne „Puderdose“ nennen. Der Zoo ist so etwas wie das Berliner Zimmer der Stadt, das ist jener Raum in Berlins Altbau- wohnungen, der Vorder- und Hinterhaus verbindet. Groß, aber verschnitten. Man braucht ihn als Durchgangsort, will sich aber nicht darin aufhalten. Immerhin hat das Berliner Zimmer, das der Zoo ist, mit dem langen, luftigen Bikini-Haus jetzt ei- ne schicke Fifties-Vitrine bekommen. Die Monkey Bar, im 10. Stock des an- grenzenden Hochhauses: Viel Glas und Platz, das Hotel 25hours ist hier unterge- bracht. Es ist ein Abend Anfang der Woche, die Bar ist knallvoll, unter anderem wegen der Leute, die nebenan, im Restaurant Ne- ni, keinen Platz bekommen haben, was der- zeit häufig passiert. In der Bar viel Sichtbe- ton und Design, an dem kleinen Tisch liegt man eher, als dass man sitzt. Die Cocktails haben berlintypisch seltsame Namen wie „Blood and Sand“, nur die Preise sind eher London als Berlin, elf Euro für einen Ape- rol Sour. Die Fenster reichen bis zum Bo- den, man sieht über die Stadt und unten, im Dunkeln, die Affen. Der urbane Dschun- gel und der echte – am Berliner Zoo sind sie jetzt miteinander verschmolzen. Anwältin Kelly will Milliarde erstreiten. RTR Alles toll: Das frisch renovierte Bikini-Haus am Berliner Zoo verbindet den urbanen Dschungel mit dem echten. FOTO: OH ’Ndrangheta macht mehr Umsatz als McDonald’s In der Bar haben die Drinks berlintypische Namen – und kosten so viel wie in London LEUTE Upper West Side Die Gegend um den Bahnhof Zoo in Berlin galt lange als Sinnbild der hässlichen Großstadt. Das ist vorbei. Der alte Westen ist so angesagt, dass ihn manche schon als „neue Mitte“ bezeichnen Die Skateboarder hier sind mittlerweile so alt , dass man sich um ihre Bandscheiben sorgt PANORAMA10 HF2 Freitag, 28. März 2014, Nr. 73 DEFGH Alles oll: In den 1970er-Jahren galt der Zoo eher als Durchgangsort, den man braucht, aber wo man sich nicht gerne aufhält. FOTO: PAUL GLASER Milliardenschweres Rätsel Angehörige des verschwundenen Flugs MH370 bereiten Klage vor *Die DWS/DB AWM Gruppe ist nach verwaltetem Fondsvermögen der größte deutsche Anbieter von Wertpapier-Publikumsfonds. Quelle: BVI. Stand: Dezember 2013. Die Verkaufsprospekte mit Risikohinweisen und die wesentlichen Anlegerinformationen sowie weitere Informationen erhalten Sie kostenlos bei der Deutsche Asset & Wealth Management Investment GmbH, 60612 Frankfurt am Main. Quelle: www.dasinvestment.com Wer bei den Lipper Fund Awards 2014 die Nr. 1 ist, lässt sich an 5 Fingern abzählen. DWS – mit 5 Awards und 8 weiteren Auszeichnungen meist prämiert vom Analysehaus Lipper. Mehr als 500 Experten arbeiten permanent daran, mit DWS-Fonds von Deutsche Asset & Wealth Management erstklassige Renditechancen für Anleger zu scha� en. Dafür identi� zieren und analysieren sie Markttrends auf der ganzen Welt und setzen diese in den Produkten um. Eine Leistung, die jetzt auch von der unabhängigen Ratingagentur Lipper gewürdigt wurde: Mit 13 ausgezeichneten Fonds sind wir die meist prämierte Fondsgesellschaft bei den Lipper Fund Awards 2014. » www.DWS.de Deutsche Asset & Wealth Management *Die D erhalte DW vo Meh scha von den »w & Wealth Management
  • Die Universität Konstanz hat ihre Lizenz- verhandlungen mit dem Verlagsgiganten Elsevier abgebrochen. Der digitale Zugang zu den wissenschaftlichen Zeitschriften des niederländisch-britischen Konzerns ist Konstanz, genauer: der dortigen Univer- sitätsbibliothek, schlicht zu teuer. Na und? Das klingt doch erst mal nach ei- nem ziemlich speziellen Problem. Doch da- hinter steht ein grundsätzlicher Konflikt um die Publikation und Zugänglichkeit von Wissen; es geht um Milliardenumsät- ze, die weltweit mit aktuellem Fachwissen und mit dem Wettbewerb darum erzielt werden. Im Internet herrscht ja angeblich eine „Gratiskultur“. In Wahrheit aber ist nichts umsonst. Wenn irgendetwas, das irgendet- was wert ist, wie umsonst aussieht – Dien- ste, Ideen, Informationen, Unterhaltung, Texte –, so hat doch irgendjemand dafür bezahlt: mit Lebens- und Arbeitszeit; mit Geld; mit der Preisgabe persönlicher Da- ten, die wiederum Geld wert sind; oder mit der Bereitschaft, sich Werbebotschaften auszusetzen, die auf Kaufentscheidungen abzielen. Dass wir keineswegs in einer „Gratiskul- tur“ leben, das bekommen Forscher, beson- ders solche der naturwissenschaftlichen und technischen Fächer, deutlich zu spü- ren. Zwar gibt es immer mehr Bestrebun- gen, die Forschungsergebnisse von öffent- lich angestellten Wissenschaftlern kosten- los im Internet zugänglich zu machen. Doch für ebendiese Zugänglichkeit, „Open Access“ genannt, müssen auch wieder Leu- te bezahlen: die Steuerzahler für die sorg- fältige Redaktion der Online-Zeitschriften und für die Server-Kapazitäten, die For- scher selbst wiederum wachsende Gebüh- ren dafür, überhaupt in renommierten On- line-Zeitschriften publiziert zu werden. Vor allem aber sind alle Wissenschaft- ler, auch die Open-Access-Freunde, nach wie vor für ihre Karriere darauf angewie- sen, in renommierten Journalen, die nicht kostenlos sind, Beiträge unterzubringen; und sie sind darauf angewiesen, diese Jour- nale zu lesen, um den letzten Stand der For- schung zu kennen. Da gibt es viele Zeit- schriften, die ihr Geld wert sind, von guten, unterstützenswerten Verlagen. Aber es gibt auch Oligopole, Riesenkonzerne, die je- ne Angewiesenheit der Forscher schamlos ausnutzen und die Preise für ihre digitalen Abo-Pakete – die je Universität oder Biblio- thek einzeln ausgehandelt werden – in die Höhe treiben; dazu gehört eben auch der Konzern Elsevier, wo rund 2500 Fachjour- nale erscheinen, darunter die wichtige me- dizinische Zeitschrift The Lancet. Bibliothe- ken, deren Etats nicht mitwachsen, ächzen und stöhnen zunehmend. Nachdem es schon hier und dort, gerade auch in Großbritannien und den USA, Ab- bestellungen und Boykott-Aufrufe gege- ben hatte, macht jetzt mit Konstanz eine der elf deutschen „Exzellenzuniversitä- ten“ ihren Protest öffentlich. „Der Durch- schnittspreis einer bei Elsevier lizenzier- ten Zeitschrift“ (wohlgemerkt: nur einer) habe zuletzt bei 3400 Euro pro Jahr gele- gen, „fast dreimal höher als beim zweitteu- ersten großen Verlag“. Ulrich Rüdiger, der Rektor der Universität, erklärte: „Die Uni- versität Konstanz kann und will bei dieser aggressiven Preispolitik nicht länger mit- halten und wird ein solches Vorgehen nicht unterstützen.“ johan schloemann von hans leyendecker und georg mascolo I n dem Roman „Mein Name sei Ganten-bein“ von Max Frisch gibt es den Satz:„Jeder Mensch erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält.“ Die Geschichte, die der Kunst- erbe Cornelius Gurlitt am 22. September 2010 drei Zollbeamten erzählte, klang er- funden. Die Zöllner hatten gegen 21 Uhr bei ei- ner Kontrolle im Schnellzug EC 197, der aus Zürich kam und nach München fuhr, in der Jackeninnentasche von Gurlitt ei- nen weißen Umschlag mit 9000 Euro ent- deckt. Woher das Geld stamme, wollten sie wissen, denn er hatte vorher die Frage, ob er Bargeld bei sich trage, verneint. Aber er wirkte auffällig nervös, wie sich später ei- ner der Zöllner erinnerte. Gurlitt traf die Frage unvorbereitet. Er hatte nicht ge- wusst, dass sich Zöllner auch für Geld inter- essieren. Dann erzählte er die Geschichte seines Lebens. Sie handelte von seinem Vater Hilde- brand Gurlitt, der früher Museumsleiter und Kunstsammler gewesen sei, und sie ging so: Sein Vater sei wie drei weitere Kunsthändler in der NS-Zeit vom Propa- gandaminister Joseph Goebbels beauf- tragt worden, Werke, die damals als „entar- tete Kunst“ betrachtet wurden, zu Devisen zu machen. Die 9000 Euro, so Gurlitt, stammten aus dem Verkauf von Bildern an das Auktionshaus Kornfeld in Bern durch seinen Vater in der NS-Zeit. Der Vater sei 1956 bei einem Autounfall ums Leben ge- kommen. Goebbels, Vater, Euro, entartete Kunst – was für eine seltsame Geschichte. Die musste doch ausgedacht sein, oder? Es ist die Geschichte des Lebens eines Mannes, der inzwischen 81 Jahre alt ist und oft Din- ge sagt, auf die man nicht gefasst ist, weil seine Welt so anders ist als andere Welten. Der Fall des Rolf Nikolaus Cornelius Gur- litt, wie der alte Mann mit vollem Namen heißt, steckt bis zum heutigen Tag voll von Missverständnissen, und deshalb soll die Geschichte seines Falles erzählt werden, so- weit sie sich recherchieren lässt. Was sollten die Zollbeamten anderes machen, als mit Vorermittlungen zu begin- nen? Als es losging, haben sie, wie man das heute so macht, gegoogelt, was denn das Auktionshaus Kornfeld, von dem Gurlitt er- zählt hatte, mit „entarteter Kunst“ zu tun habe. Sie haben auch Literatur gewälzt. We- der im Internet noch in Büchern stand dar- über etwas. Kein Hinweis, dass Kornfeld mit „entarteter Kunst“ handelte. Ein Fahn- der notierte routiniert: „Tatsächliche Her- kunft des Geldes ungeklärt.“ Möglicherwei- se stamme das Geld aus Straftaten im Zu- sammenhang mit Beutekunst, „entarteter Kunst“ oder NS-Raubkunst. Der Zusatz war schon ungewöhnlich. Ermittler vom Zollfahndungsamt Mün- chen fanden dann heraus, bei Hildebrand Gurlitt, dem Vater, habe es sich um einen lizensierten NS-Kunsthändler gehandelt, der mit der Verwertung von NS-Raub- kunst zu tun hatte. Darüber schrieben sie einen Vermerk. Knapp acht Monate nach der Begegnung zweier Welten im Zug wur- de dann gegen den Sohn, Cornelius Gurlitt, ein Steuerstrafverfahren wegen „Verkür- zung der Einfuhrumsatzsteuer in einer noch zu ermittelnden Anzahl von Einzelfäl- len“ eingeleitet. Infrage kamen also Para- graf 370 I Nr. 2 der Abgabenordnung und Paragraf 21 II Umsatzsteuergesetz in Ver- bindung mit Artikel 202 I a Zollkodex. Übersetzt heißt das, die Fahnder hatten und haben den Verdacht, Gurlitt habe Kunstgegenstände, die in der Schweiz la- gerten, entgegen zoll-und steuerrechtli- cher Vorschriften heimlich aus der Schweiz nach Deutschland eingeführt, um sie innerhalb der EU zu verkaufen. Im Lauf des Verfahrens hat Gurlitt zum Teil mit eidesstattlichen Erklärungen be- teuert, nie Kunsthandel betrieben und nie Bilder nach Deutschland gebracht zu ha- ben. Kornfeld sei sein einziges Auktions- haus in der Schweiz gewesen. Vor mehr als zwanzig Jahren habe er mit Kornfeld das letzte Geschäft gemacht. Das scheint rich- tig zu sein. Der Berner Galerist gibt an, die letzten geschäftlichen Kontakte mit Gur- litt seien etwa 1990 gewesen. Spätestens seit 2011 lebte Gurlitt nicht mehr in seinem Salzburger Haus, sondern in der Schwabinger Eigentumswohnung. Beim Finanzamt München 2 war er, wie der Zoll herausfand, nicht gemeldet. Re- cherchen „zu seiner Person“, insbesondere zu seinen regelmäßigen Einkünften für den täglichen Lebensunterhalt seien „er- gebnislos“ verlaufen, notierte ein Steuerbe- amter. Ende Februar, Anfang März 2012 wurde die Wohnung dann drei Tage lang von Er- mittlern durchsucht. Alle 1280 Kunstge- genstände in der Wohnung wurden be- schlagnahmt. Es ging, man erinnere sich, immer noch um die Herkunft der 9000 Eu- ro. Die zum Beweiszweck beschlagnahm- ten Kunstwerke haben einen Wert in hoher zweistelliger oder niedriger dreistelliger Millionenhöhe. Über Geldwäsche, Unterschlagung, Ein- kommensteuerhinterziehung und andere Straftaten dachten die Ermittler nach, doch überzeugend war das nicht. Sie ka- men jedenfalls nicht voran. Beamte des bayerischen Justizministeriums, die sich Unterlagen des Falles angesehen haben, fanden den Anfangsverdacht mager. Auf den im Fall Gurlitt vermuteten angebli- chen gewerbsmäßigen Handel deutet we- nig hin. Sie fanden zwar einige Exponate, bei denen der Stempel des schweizeri- schen Zolls ausradiert wurde, doch hat wirklich Cornelius Gurlitt radiert? Er be- streitet solche Vorwürfe vehement. In einem ganz alten Brief von Gurlitt fin- det sich im Zusammenhang mit dem Ver- kauf des Gemäldes „Bar, braun“ von Max Beckmann der Satz, der Verkauf solle un- ter „Wahrung größter Diskretion stattfin- den“. Das hat die Ermittler aufmerksam ge- macht. Als Nummer 151/1 steht das Bild auf einer Liste der von den Amerikanern 1950 an Hildebrand Gurlitt zurückgegebe- nen Bilder. Zehn Jahre später tauchte es im Katalog des Stuttgarter Kunsthändlers Ro- man Norbert Ketterer auf und hängt heute im Los Angeles County Museum of Art. Va- ter Gurlitt, den Beckmann schätzte, erklär- te einmal, der Maler habe ihm das Bild ge- schenkt und nicht verkauft. Das war wohl eine Lüge. Möglicherweise rührte daher die Bitte um „größte Diskretion“. Weil eine „Straftat von erheblicher Be- deutung“ vorliege, ordnete die Staatsan- waltschaft Augsburg im Herbst 2012 eine längerfristige Observation Gurlitts an. Die Maßnahme wurde zweimal verlängert und dauerte insgesamt neun Monate. Angeb- lich war zeitweise auch eine Kamera instal- liert, um Gurlitt beim Verlassen des Hau- ses im Blick zu haben. Gurlitt, der seit Dezember 2013 im Kran- kenhaus ist, hatte früher die Angewohn- heit, meist nur nachts das Haus zu verlas- sen, weil er tagsüber den Schatz des Vaters schützen wollte. Spätabends brachte er manchmal Müll weg. Gelegentlich kaufte er Lebensmittel ein oder fuhr zu seinem In- ternisten oder verschwand in einer Klinik. Mit der Schreibmaschine schrieb er im- mer wieder sehr freundliche, höfliche Brie- fe an den zuständigen Staatsanwalt und an den zuständigen Zollamtsrat. Er würdigte den Reichsaußenminister Walther Rathe- nau, der nicht zuletzt wegen seiner jüdi- schen Herkunft von der antisemitischen Rechten in der Weimarer Republik be- droht und 1922 ermordet worden war. Er wetterte gegen die Nazis, die seinen Vater, der 1925 Museumsdirektor in Zwickau ge- worden war, attackiert hatten, weil Hilde- brand Gurlitt damals zeitgenössische Kunst gefördert hatte. 1928 wurde der Va- ter in Zwickau entlassen. Später machte ihn Goebbels zu einem Jäger der Schätze der Opfer des Hitler-Regimes. Gurlitt sucht immer wieder die Erinne- rung an den übermächtigen Vater. Dass die- ser im Ersten Weltkrieg Leutnant und Kriegsfreiwilliger gewesen sei und in Dres- den dann gegen Ende des Krieges ein „ziemlich gehetztes Leben geführt“ habe, teilte er den Ermittlern mit. Doch die ermittelten nicht in Sachen Zeitgeschichte, sondern wegen 9000 Euro. Natürlich sind da Lebenslügen. Die Fahnder entdeckten unter viel Plunder auch fünf Geschäftsbücher von Hilde- brand Gurlitt aus den Jahren 1937 bis 1941 und einen Brief von den „Wiedergutma- chungsämtern Berlin“ aus den Dezember- tagen des Jahres 1966 an Gurlitts Mutter Helene: Im Rahmen eines Rückerstattungs- verfahrens erkundigte sich die Behörde nach fünf verschwundenen Bildern aus der Sammlung des früheren Leipziger Ge- heimrats Dr. Walter Hinrichsen, der in die USA geflohen war. Die Mutter antwortete im Januar 1967: Alle Geschäftsunterlagen seien 1945 beim Angriff der Alliierten auf Dresden vernichtet worden. Ihr Mann sei verstorben. Das Kunstkabinett ihres Man- nes sei nach dem Krieg nicht wieder eröff- net worden. Das mit den Geschäftsbüchern war so nicht wahr. Und einige der damals vom Amt gesuchten Bilder befanden sich in der Sammlung, die Gurlitt nach dem Tod der Eltern geerbt hatte. Wie hat er mit dieser Erinnerung gelebt? Cornelius Gurlitt lebte zeitweise bei der zwei Jahre jüngeren Schwester Benita, und er soll früher die Hoffnung gehabt haben, die Geschwister blieben zusammen. Die Schwester hat dann 1967 geheiratet. Ein Jahr später starb die Mutter. Beide Ge- schwister erbten gemeinsam die riesige Sammlung, aber Cornelius Gurlitt hatte sich um die Kunstwerke zu kümmern. Benita bekam 22 der Bilder. Vier von ih- nen sind erstaunlicherweise nur eine Leih- gabe des Bruders. Dabei hatte der gehofft, seine Schwester werde ihn überleben, um dann alles zu regeln. 2012 ist sie an Krebs gestorben. Ihr Mann hat neulich die 22 Kunstwerke von der Polizei abholen las- sen. Provenienz-Forscher sollen herausfin- den, was es mit ihrer Herkunft auf sich hat. Vom schweren Erbe habe er nichts ge- wusst; er sei auch nicht in Gurlitts Woh- nung gewesen, sagt der Witwer. Er schätzt offenbar seinen Schwager und warnt vor „Küchenpsychologie“. Gurlitt entziehe „sich jeder üblichen Einordnung“. Der sogenannte Gast-Arbeiter war die illu- sionäre Figur der Arbeitsmigration in den Sechzigerjahren, die Fiktion des fremden Arbeitenden, der eine gewisse Zeit – eben als Gast – in unserem Land lebt und nach getaner Arbeit in seine Heimat zurück- kehrt. Die Folgen dieser Denkfigur waren katastrophal und sind immer noch zu spü- ren: mangelhafte Integrations-Angebote einerseits, unzureichender Integrations- Wille andererseits. Eine „Willkommenskultur“, wie das ver- logen klingende Wort heißt, existierte nicht oder war zumindest kaum entwi- ckelt, vor allem nicht in der Wirtschaft. Für Gesellschaft und Politik stellte sich jeden- falls die Aufgabe, mit diesen Problemen fertig zu werden. Woran die Politik seither auch tapfer und volksaufklärend gearbei- tet hat. Sie hat das gastfeindliche Umfeld daran gewöhnt zu begreifen, dass keine Gäste, sondern Einwanderer gekommen waren; dass immer noch mehr kommen würden; und dass sie gut für das Land sind. Die junge Generation hat die Einwande- rung, wenn ich das richtig sehe, sogar als ei- ne Selbstverständlichkeit verinnerlicht. Deutschland wird inzwischen als Einwan- derungsland betrachtet. Aber es scheint mir auch, als habe das Land nun doch wieder Angst vor der eige- nen Courage. Es spricht nämlich immer we- niger von EINwanderung, und immer mehr von ZUwanderung. Im Koalitionsver- trag der neuen Bundesregierung zum Bei- spiel – immerhin ein Text, der zwei Drittel der deutschen Wählerschaft repräsentiert – kommen die Worte Einwanderer und Ein- wanderung nicht vor, nur Zuwanderer und Zuwanderung. Wo ist denn da der große Unterschied, mag man sich fragen. Es ist doch nun wirk- lich einerlei, wie man es nennt, wir wissen schließlich alle, was gemeint ist. Es ist aber niemals egal, wie das Gemeinte genannt wird. Die Sprache präsentiert die Men- schen, Gegenstände und Vorgänge, auf die sie sich bezieht, nämlich immer auf eine be- stimmte Art und Weise. Und diese Art und Weise zeigt, was sie von ihnen hält. Daher rühren ja die semantischen Kämpfe um das richtige Wort. Ob ich eine Person Zigeu- ner oder Roma nenne, einen bestimmten Soldaten Rebell oder Freiheitskämpfer, ob ich denselben Vorgang Musik oder Krach nenne – all das ist schon ein Unterschied. Und so ist es auch mit ZUwanderer und EINwanderer. Die Vorsilben „zu“ und „ein“ geben dem auf sie Folgenden (Verben und den von ihnen abgeleiteten Substantiven) eine deutlich andere Perspektive. Der ZUgang ist etwas anderes als der EINgang, ZUflüstern ist etwas anderes als EINflüstern, ein ZUlauf etwas anderes als ein EINlauf und so weiter. Der Eingang führt ins Innere, der Zugang nur auf das Ziel hin, in seine Nähe, vielleicht sogar nur bis zum Eingang. Zuflüstern ist eine eher harmlose Aktivität, Einflüstern zielt auf das Innere. Die Wörter mit „Ein“ bezeich- nen Vorgänge, Menschen und Dinge, die das Innere oder den Kern von etwas betref- fen. „Zu“ führt nur an etwas heran, nicht in etwas hinein. Der Zuwanderer kommt daher den Leu- ten nicht so nah wie der Einwanderer, er kommt nicht im Inneren des Landes an, sondern nur nahe an das Land heran, er bleibt gleichsam am Rande, so wie der Zu- gang eben bis ans Haus heranführt, aber nicht unbedingt in es hinein wie der Ein- gang. Ganz offensichtlich soll das im öffent- lichen Diskurs jetzt präferierte Wort Zu- wanderung abschwächen, was geschieht: Es gibt vor, die Wanderer kämen nicht wirklich im Inneren an, es möchte offen- sichtlich die EINwohner schonen und ih- nen versichern, keine Angst haben zu müs- sen, weil die Wanderer ja gar nicht zu ih- rem Zentrum vorstoßen. Zuwanderer ist al- so wieder ein Euphemismus – nur subtiler verlogen als Gastarbeiter, es ist ein poli- tisch feiges Wort. Es kommt schließlich darauf an, die Wanderer tatsächlich als Einwanderer zu begreifen und auch ehrlich so zu nennen. „Im-migrants“ heißen sie auch in den tra- ditionellen Einwanderungsländern. Von „Ad-migrants“ hat man in Amerika noch nichts gehört. Die, die kommen, sollen dort hereinkommen, mitten hinein in die Verei- nigten Staaten, das heißt sie sollen Ameri- kaner werden. Man will dort keine Ad-Mi- granten, die irgendwie an der Amerikani- tät dran, aber nicht in ihr drin sind. Dass der feige Terminus Zuwanderer auch den Wanderern selbst die Distanz zu dem Land ermöglicht, in das sie einwan- dern, ist der andere fatale Aspekt des un- glücklichen Wortes. Wer nur zuwandert, wandert nicht wirklich ein, er kommt zwar nahe, bleibt aber eher bei sich, als dass er mitten unter den Einwohnern gerät. So möchte das ja auch Herr Erdogan gern. Oder ist Zuwanderung doch nicht politi- scher Feigheit, sondern eher historischem Feinsinn geschuldet? Passt das Wort viel- leicht besser zu unserer schwierigen natio- nalen Identität? Können wir uns nach dem, was wir in unserer Geschichte angestellt haben, gar nicht vorstellen, dass irgendje- mand wirklich in unser Innerstes herein- kommen will, wirklich einwandern will, wirklich Deutscher werden will? Wir kön- nen uns anscheinend nur Zuwanderer den- ken, solche, die uns zwar – aus welchen Gründen im Einzelfall auch immer – nahe kommen wollen, die aber nicht wirklich werden wollen wie wir. Dann wäre das Wort eine subtile Konse- quenz unserer Scham, Deutsche zu sein. Sofern unsere Sprache hier eine feine Diffe- renzierung erlaubt, bezeichnet Zuwande- rung vielleicht die einzige Nähe, die wir den nach Deutschland Wandernden zumu- ten wollen. Der – gegenüber den Einwoh- nern – feige Ausdruck wäre dann also eher ein feinsinniges Angebot an die Wanderer, uns eben nur so nahe zu kommen, wie sie es mächten. Wenn sie nur zuwandern wol- len, so können wir das gut verstehen. Wenn die Zuwanderer aber doch einwan- dern wollen, so wäre das eine Ehre für uns. Und es würde uns mit uns selbst versöh- nen. Deswegen wäre es eben doch wichtig, gerade auch für uns selbst, Einwanderung und Einwanderer in unser Land auch so zu nennen. jürgen trabant Der Autor ist Sprachwissenschaftler und lehrt an der Jacobs University Bremen. Kürzlich erschien „Globalesisch, oder was? Ein Plädoyer für Europas Sprachen“ (C.H. Beck). DEFGH Nr. 73, Freitag, 28. März 2014 HF2 11 „Größte Diskretion“: Gurlitt 1971. Feuilleton August 1914 – Erinnerungen an eine Blütezeit der Vaterländerei in Versen 12 Literatur Richard Yates’ Künstlerroman „Eine strahlende Zukunft“ über das Stigma des Scheiterns 14 Wissen Wenig Bewegung: Die weltweite Migrationsrate ist seit 20 Jahren verblüffend stabil 16 blacktriangleright www.sz.de/kultur Ausgenutzte Forscher Digitale Fachzeitschriften-Abos werden unbezahlbar In anderen Welten Tagsüber hütete er die Kunst, nachts brachte er den Müll weg. Neun Monate lang observierte ihn die Polizei – ergebnislos. Die Geschichte von Cornelius Gurlitt, soweit sie sich recherchieren lässt Der Zuwanderer kommt den Leuten nicht so nah wie der Einwanderer Er schrieb höfliche Briefe an den Staatsanwalt. Es ging um Walther Rathenau und die Nazis Feige Rhetorik Warum wir Einwanderer lieber Zuwanderer nennen Geldwäsche, Unterschlagung, Steuerhinterziehung? Die Ermittler kamen nicht weiter Im Grunde ist es auch ein Euphemismus, nur subtiler verlogen als „Gastarbeiter“ Die Universität Konstanz will mit dem Verlagsriesen Elsevier nicht mehr verhandeln FEUILLETON Cornelius Gurlitt, seine Mutter und seine Schwester Benita, Weihnachten 1935. Gurlitt hoffte, er und seine Schwester würden zusammenbleiben. FOTOS: PRIVAT HEUTE
  • Er könne es nicht ertragen, wenn im langsa- men Satz die einzig nennenswerte Melodie des Konzertes von der Oboe vorgetragen werde, maulte der spanische Violinheld Pa- blo de Sarasate. Und Henryk Wieniawski, der bedeutende polnische Virtuose, erklär- te es für unspielbar: das Violinkonzert von Johannes Brahms. Brahms’ Freund, der Di- rigent und Pianist Hans von Bülow meinte, es sei eher ein Konzert gegen die Violine. Selbst Joseph Joachim, dem das Stück ge- widmet ist – und der mit Brahms die Urauf- führung im Leipziger Gewandhaus besorg- te –, setzte wegen geigerischer Probleme viel daran aus. Welch eine Freude muss es dann für Brahms gewesen sein, als 1896 in Wien ein 13-Jähriger dieses gescholtene Konzert so meisterhaft spielte, dass der Komponist den Jungen gerührt in die Ar- me schloss und ihm eine für ihn geschriebe- ne Fantasie versprach. Dazu kam es nicht. Doch diese Aufführung durch Bronislaw Huberman markiert den unaufhaltsamen Siegeszug dieses kraftzehrenden, viel- schichtigen, auch abgründigen, riesig di- mensionierten Konzertes, das jeder Solist von Rang heute spielen können muss. Hilary Hahn, die Königin eines apolli- nisch-lichten Klangideals ausdrucksvoller Deutlichkeit, hat es nun mit dem Sympho- nieorchester des Hessischen Rundfunks Frankfurt unter Paavo Järvi in der Münch- ner Philharmonie als klar strukturierte Symphonie mit obligater Geige vorge- stellt. Das heißt nicht, dass es an Zugriff, Temperament und Dringlichkeit, auch Risi- ko gefehlt habe, wie es letzthin Anne-So- phie Mutter am gleichen Ort imponierend wild darbot. Im Gegenteil, selten hat Hilary Hahn so konsequent kämpferisch zuge- langt, so die dunklen Seiten ihrer Klangvor- stellungen aufgesucht, um die Schluchten und Abstürze im Kopfsatz auszuloten. Aber immer spielt sie so, dass Licht in sol- che Verschattungen und Finsternisse dringt, man kann ruhig sagen: aufkläreri- sches Licht. Da sie nie eine Phrase pseudo- lyrisch verschmiert oder Passagen einer vermeintlich romantischen Unschärfe überlässt, blieb auch das Adagio in der Form einer wunderbar ausbalancierten, geistig ausphrasierten Kantabilität. Das Fi- nale reizten Solistin, Dirigent und Orches- ter dann rhythmisch virtuos und unwider- stehlich blitzend aus. Dafür gab es Ovatio- nen, denen Hilary Hahn mit zwei Bach-So- lo-Sätzen der reinsten Art dankte. Das Frankfurter Orchester ist seit den Tagen seines früheren Chefdirigenten Elia- hu Inbal mit Anton Bruckners Sympho- nien vertraut. Järvi dirigierte die dritte Symphonie in der besonders im Finale stark zusammengestrichenen dritten Fas- sung. Vor allem das Finale geriet allzu rasch, die Blechbläserchöre hatten kaum Entfaltungszeit, auch die „Landler“-Episo- den litten etwas unter Zügigkeit. Das Las- tende und Tragende Brucknerscher Sym- phonie-Architektur blieb hier zwar sehr transparent im Aufbau, aber der Macht ih- rer Aura, der Kraft ihrer Steigerungen und der gelassenen Pracht ihrer strahlenden Gipfel vertraute Paavo Järvi nicht genug. harald eggebrecht von willi winkler I n den meisten deutschen Dörfern stehtin der Mitte, oft in der Nähe der Kircheoder auch beim längst umgewidmeten Feuerwehrhaus, ein vernachlässigtes Denkmal, mit dem in Granit der Söhne ge- dacht wird, die zwischen 1914 und 1918 für die Heimat gefallen sind. (Die Töchter durf- ten damals noch nicht in den Krieg.) Viele Denkmäler haben einen Anbau und führen ein weiteres Totenregister für den Zweiten Weltkrieg. Nicht selten stehen gleichlau- tende Namen untereinander, zwei, drei Brüder, Cousins, der Vater, alle gestorben in Flandern, an der Somme, vor Stalingrad, und immer für Deutschland. Ein Stahl- helm, ein stilisiertes Kreuz symbolisiert das Soldatenopfer, und mit Glück wird ein- mal im Jahr ein Kranz niedergelegt: der Dank des Vaterlands. Das Vaterland ist als Auftraggeber eben- so wie der dafür fällige Heldentod recht heruntergekommen in den letzten hun- dert Jahren. 1914 war das anders, da war die Zeit so groß, dass sie nur noch Deut- sche beziehungsweise Engländer, Franzo- sen, Russen und so weiter kannte, die alle in der Vaterländerei schwelgten und Hel- den sonder Zahl produzierte. Der Krieg musste so sein, wie Rilke seinen „Cornet“ geschildert hatte, ein Buch für den Tornis- ter, geschrieben angeblich in einer einzi- gen Nacht: „Reiten, reiten, reiten, durch den Tag, durch die Nacht, durch den Tag.“ Nie gab es eine bessere Zeit für Dichter. Rudolf Alexander Schröder brummt zu Kriegsbeginn Pathetisches: „Heilig Vater- land/ in Gefahren,/ deine Söhne stehn,/ dich zu wahren,/ von Gefahr umringt,/Hei- lig Vaterland,/schau, von Waffen blinkt/je- de Hand.“ Es kostet ja nichts oder allenfalls ein paar große Worte, wenn Heinrich Lersch den Tod feiert: „Deutschland muss leben, und wenn wir sterben müssen.“ Der Satz steht seit 1932 an der Mauer des Soldatenfriedhofs Langemarck, er steht noch heute unter einem Kriegerdenk- mal am Hamburger Dammtorbahnhof. Die sterbenssüchtigen Dichter wussten ja nichts von der Materialschlacht, vom Stel- lungskrieg, vom massenhaften Verrecken selbst bei leichten Verletzungen. Der Krieg brach aus im schönen August- sommer von 1914, ein großes Abenteuer, erst recht für die, die noch zu jung dafür wa- ren. Doch Ersatzdienst gab’s zu leisten, „Turmwacht“, eine Nacht auf dem Perlach, dem höchsten Turm der ehemals Freien Reichsstadt Augsburg, um „Fliegerspähe“ zu halten. Der 16-jährige Eugen Berthold Friedrich Brecht hat sich begeistert dafür gemeldet, schaut herab auf das „Gewirr der oft engen, winkligen Straßen“, aus de- nen sich „Giebel wie gefaltete Hände“ erhe- ben, und wirbt anschließend in einem Feuilleton der Augsburger Neuesten Nach- richten für sein nächtliches Treiben: „Möchtet ihr nicht auch so Turmwacht hal- ten fürs Vaterland?“ Am Bahnhof beobachtet er den Ab- schied der Soldaten: „Und unter den blü- tengeschmückten Helmen leuchten die Au- gen in dem schweißglänzenden Gesicht.“ Er kann schon wie ein Großer: „Das Große, was wir Deutsche wollen“, beschwört er in einem „Kriegsbrief“ musterschülerhaft: „Unsere Ehre wahren. Unsere Freiheit wah- ren, unser Selbst wahren. Und das ist aller Opfer wert.“ Wenn er auch nicht mit hinausziehen darf im klingenden Spiel wie die etwas Älte- ren, kann er sie doch begleiten mit seinen Gedichten. Im Gymnasiasten erwacht der Dichter. Den Kaiser feiert er mit August- Stramm-Härte, wenn er „König des Lands“ auf den Genitiv „Immanuel Kants“ reimt. Die Lokalzeitung druckt auch das gern. Von diesem Wilhelm II. weiß der jun- ge Brecht genau, dass er rief „zum Krieg sei- ner Deutschen eherne Schar/Weihte klir- rend das alte Schwert am Altar“. Vom Schwert, dem klirrenden, kann der sich un- ter dem Pseudonym „Berthold Eugen“ erre- gende Dichter gar nicht genug kriegen. Mit der Feder in der Faust wirft er sich in die „Kriegsfürsorge“: „Zu teilen heißt es jetzt sein Hab und Gut/Mit denen, deren Nährer mit dem Schwert/In den Fäusten ließen stolz für Dich ihr Blut“. Unsägliches Zeug, pubertäre Verse, aber nicht anders als das, was erwachsene Dichter 1914 ff. hekatom- benweis produzierten. Nach einer sicherlich übertriebenen An- gabe von Julius Bab entstanden allein im August 1914 anderthalb Millionen Gedich- te, von denen allerdings nur hunderttau- send gedruckt werden konnten. Brecht war eifrig dabei: „Das ist so schön, schön über all‘ Ermessen/Daß Mütter klagelos die Söhne sterben sehn/Daß alle ihre Sor- gen still vergessen/Und um des Großen Sie- ges nun beten gehn.“ Wilhelm II., der nicht bloß Oberster Heerführer war und Erster Archäologe des Reiches, verstand sich selbstverständlich auch als Bildungschef. 1890 hatte er zur Er- öffnung der Schulkonferenz dekretiert: „Wer selbst auf dem Gymnasium gewesen ist und hinter die Coulissen gesehen hat, der weiß, wo es fehlt. Und da fehlt es vor Al- lem an der nationalen Basis. Wir müssen als Grundlage für das Gymnasium das Deutsche nehmen; wir sollen nationale jun- ge Deutsche erziehen und nicht junge Grie- chen und Römer. (. . . ) Der deutsche Auf- satz muß der Mittelpunkt sein, um den sich Alles dreht.“ Im deutschen Aufsatz wurden während des Krieges Themen wie „Viel Feind, viel Ehr“ aufgegeben, aber in Augsburg wollte man auf Klassisches nicht ganz verzichten. Im Juni 1916 gab der Deutschlehrer am Realgymnasium für den Besinnungsaufsatz das patriotische The- ma „Dulce et decorum est pro patria mori“ (Süß und ehrenvoll ist, fürs Vaterland zu sterben) vor. Der Spruch stammte aus ei- ner der berühmtesten Oden des römischen Dichters Horaz und wird bis heute gern zi- tiert, wenn auch inzwischen eher abfällig. Der größte Ironiker unter den Lateinern meinte es seinerzeit sturernst mit seiner Aufforderung, doch im Interesse der gro- ßen Sache freudig in den Tod zu gehen: „Mors et fugacem persequitur virum/nec parcit inbellis iuventae/poplitibus timido- que tergo“ – „der Tod verfolgt auch den flüchtenden Mann und verschont nicht kriegsscheuer Jugend Knie und ängstli- chen Rücken“ (nach Gerhard Fink). Doch der weiland Berthold Eugen war 1916 zwar immer noch ein Dichter, aber kein Patriot mehr; die Vorgabe nutzte er für einen kleinen Aufstand. Ein Mitschüler hat die Antwort überliefert. Ob der 18-jähri- ge Brecht wirklich so brillant zu formulie- ren verstand, ob er wirklich bereits 1916 von „Zweck-Propaganda“ sprach, ist nicht zu beweisen, doch durch das schwäbische „entwetzen“ kann ihm der Aufsatz ohne Weiteres zugerechnet werden. „Der Ausspruch, daß es süß und ehren- voll sei, für das Vaterland zu sterben“, hebt der desillusionierte Pathetiker an, „kann nur als Zweck-Propaganda gewertet wer- den. Der Abschied vom Leben fällt immer schwer, im Bett wie auf dem Schlachtfeld, am meisten gewiß jungen Menschen in der Blüte ihrer Jahre. Nur Hohlköpfe können die Eitelkeit so weit treiben, von einem leichten Sprung durch das dunkle Tor zu re- den, und auch dies nur, solange sie sich weitab von der letzten Stunde glauben. Tritt der Knochenmann aber an sie selbst heran, dann nehmen sie den Schild auf den Rücken und entwetzen, wie des Impera- tors feister Hofnarr bei Philippi, der diesen Spruch ersann.“ Der Lehrer wollte sich selbstverständ- lich keinen Hohlkopf schimpfen lassen, schon gar nicht, wenn es um den Dichter Horaz ging, den er von der Klasse wehr- kraftertüchtigend ins Feld geführt haben wollte. Doch der unbotmäßige Schüler Brecht hatte sich näher mit Horaz befasst, als dem Lehrer lieb sein konnte. In einer an- deren Ode hat Horaz seine machtgeschütz- te Heldenhaftigkeit selber denunziert. Ehe er zum „feisten Hofnarren“ des Augustus aufstieg, lernte Horaz den Krieg nämlich persönlich so gut kennen, dass er desertier- te. Das war 32 vor Christus, in der Schlacht bei Philippi, in der Augustus, damals noch ohne diesen Ehrentitel und ein schlichter Octavian, an der Seite Marc Antons die Cae- sar-Mörder Brutus und Cassius schlug. Der Dichter, der so abfällig von der kriegs- und kampfungewohnten Jugend spricht, fordert das Opfer ausgerechnet un- ter Augustus, als nach Jahrzehnten des Bür- gerkriegs endlich Frieden im Römischen Reich eingekehrt ist. In jener anderen Ode ruft er erinnerungsselig Pompejus an, den „ersten meiner Kameraden“: „Mit dir zu- sammen habe ich Philippi und die rasche Flucht/Erlebt, als ich den Schild nicht eben rühmlich dort ließ,/Als Mut gebrochen war und trotzige Helden/Schimpflich den Bo- den mit dem Kinn berührten.“ Schon Lessing hat 1754 versucht, Horaz von dem Vorwurf freizusprechen, er sei ein „feigherziger Flüchtling“ gewesen, den ei- ne glücklich erscheinende homerische Wol- ke den nacheilenden Feinden entrückte. Brechts Horaz lässt, in falschem Verständ- nis der Stelle, den Schild nicht fallen, son- dern schiebt ihn auf den Rücken, um damit abzuhauen. Schimpflich, und der Mut ge- brochen. Der Knochenmann langte 1916 kräftig zu; allein um Verdun starben in jenem Jahr dreihunderttausend Soldaten, noch mehr durften am eigenen Leib fühlen, wie süß es war, fürs Vaterland verletzt zu werden. Brechts Schulfreund Caspar Neher hatte sich freiwillig gemeldet, hatte vom Großen Krieg aber spätestens genug, als er ver- schüttet wurde und wieder ausgegraben werden musste. Der Augsburger Deutschlehrer verkraf- tete so viel Wirklichkeit nicht. Er brachte den Fall vors Schul-Conseil und verlangte die Relegation des unbotmäßigen Schü- lers. Dem wäre auch stattgegeben worden, hätte sich nicht der Benediktiner Romuald Sauer, der als Französischlehrer an Brechts Gymnasium aushalf, für den Schü- ler verwendet. Der Pater, Lehrer an der neu- erdings wieder durch Missbrauchsvorwür- fe namhaft gewordenen Klosterschule bei St. Stephan, rettete den bereits mit einem Schulverweis Vorbestraften vor der uneh- renhaften Entlassung, indem er den kes- sen Aufsatz als Werk eines kriegsverwirr- ten Hirns ausgab. Tatsächlich hatte der Krieg Brecht zu Verstand gebracht. Das Heldentum ließ sich nicht mehr literarisch rechtfertigen, und schließlich war selbst Horaz einsichti- ger, als er einmal nicht von Ehre und Opfer sprach, sondern von der „fracta virtus“, vom gebrochenen Mut, wie er ihn selber er- lebt. Während die Studenten im Schützen- graben die Feldausgabe des „Zarathustra“ lasen, verblasste auch die berittene Senti- mentalität des Cornets Rilke, der sein Pferd an den Rand des k.-u.-k.-Reiches ge- peitscht hatte und mitten hinein in die Schar der „heidnischen Hunde“. Immer mehr Söhne starben, die Mütter durften wieder klagen. Fritz Gehweyer, ein Jahr älter und mit Brecht zusammen Her- ausgeber der Zeitschrift Die Ernte, fiel am 14. Oktober 1918, dreieinhalb Wochen vor dem Waffenstillstand. Da hatte Brecht die Schule bereits mit einem Notabitur verlas- sen und diente als Sanitätshelfer. Vom Kriegseinsatz blieb er verschont, dafür schrieb er die „Legende vom toten Solda- ten“. „Und als der Krieg im vierten Lenz/ Keinen Ausblick auf Frieden bot/Da zog der Soldat seine Konsequenz/Und starb den Heldentod.“ 1933 begründeten die Na- zis mit diesem Lied Brechts Ausbürgerung. Den „feisten Hofnarren“ hat er nie ver- gessen. In einer anderen Krisenzeit, nach dem Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953, blätterte der aus der Emigration in die scheinbare Geistesrepublik Ostdeutsch- land zurückgekehrte Stückeschreiber wie- der in den Oden des Dichters, den er als Schüler so flott verspottet hatte. Oft war er seiner „Zufriedenheit“ müde, aber der alt und vorzeitig weise gewordene Brecht fand nun Trost „Beim Lesen des Horaz“, wie eine der „Buckower Elegien“ über- schrieben ist. „Selbst die Sintflut/Dauerte nicht ewig./Einmal verrannen/Die schwar- zen Gewässer./Freilich, wie wenige/Dauer- ten länger!“ Brecht selber diente zwar nicht als Hofnarr, aber als Regisseur sei- nem erwählten Regime, doch das ist eine andere Geschichte. In Frankreich erlebte der englische Kriegsfreiwillige Wilfred Owen 1917 einen Giftgasangriff der Deutschen. Owen fühlte sich zum Helden berufen und wollte ein- mal in Horaz‘ Manier den großen Opfer- gang besingen. In einem Gedicht, es ist das heute bekannteste Antikriegsgedicht der englischen Literatur, beschreibt er, was der Krieg anrichtet: „Wenn auch du in ersti- ckenden Träumen/Hinter dem Wagen lie- fest, in den wir ihn geworfen haben,/Und in seinem Gesicht die rollenden Augen sä- hest,/ Sein hängendes Gesicht, wie das ei- nes Teufels, der der Sünde müde ist;/Wenn du hören könntest, wie das Blut mit jedem Stoß/Aus seinen schaumver- stopften Lungen gurgelt,/Ekelerregend wie Krebs, bitter wie Wiedergekäutes/Von widerwärtigen, unheilbaren Geschwüren auf unschuldigen Zungen,/Mein Freund, du erzähltest nicht mit so großem Ei- fer/Kindern, die sich nach verzweifeltem Ruhm sehnen,/Die alte Lüge: Dulce et deco- rum est,/pro patria mori.“ „The old lie“, nennt Owen den heldi- schen Spruch des Horaz, denn was soll süß daran sein, vom Chlorgas zerfressen zu werden, oder ehrenvoll? Der Soldat Wil- fred Owen fiel am 4. November 1918. Wie es heißt, läuteten die Glocken in der Hei- mat zum Waffenstillstand, als die Todes- nachricht seine Mutter erreichte. Posthum wurde ihm der für Kriegshelden vorgesehe- ne Orden verliehen. FEUILLETON12 Freitag, 28. März 2014, Nr. 73 DEFGH Lieben Sie Licht? Wie Hilary Hahn in München das Brahms-Violinkonzert erhellt Der Fotokunst-Experte Florian Ebner wird Kurator des Deutschen Pavillons auf der 56. Kunstbiennale in Venedig 2015. Seit ein- einhalb Jahren leitet der 43-Jährige die Fo- tografische Sammlung im Essener Muse- um Folkwang. Ebner hat sich mit Ausstel- lungen zur zeitgenössischen Fotokunst und Fotografie der Moderne einen Namen gemacht. Seine bisherige Arbeit sei „von in- ternationalen Perspektiven und einer muti- gen Auseinandersetzung mit bestehenden kunsttheoretischen Ansätzen geprägt“, teil- te das Auswärtige Amt mit, das Eber aus- wählte. Die Entscheidung gilt als Überra- schung. Die 56. Kunstbiennale findet von 9. Mai bis 22. November 2015 statt. Die Be- rufung zum Pavillon-Kurator durch den Außenminister gilt als Ritterschlag für Ku- ratoren. Florian Ebner hat Fotografie an der École Nationale Supérieure de la Photo- graphie im südfranzösischen Arles sowie Kunstgeschichte, Geschichte und Roma- nistik in Bochum studiert. 2008/09 leitete er kommissarisch die Fotografische Samm- lung der Berlinischen Galerie. Anschlie- ßend führte er das Museum für Photogra- phie in Braunschweig, ehe er 2012 ans Mu- seum Folkwang wechselte. dpa/sz Der Krieg brachte Brecht zu Verstand, das Heldentumwar literarisch nicht zu rechtfertigen Auch der junge Eugen Berthold Friedrich Brecht begleitete die Soldaten mit Gedichten Die alte Lüge vom süßen, ehrenvollen Tod „Schau, von Waffen blinkt jede Hand“: Im August 1914 erlebte Europa auch eine poetische Mobilmachung – Erinnerungen an eine Blütezeit der Vaterländerei in Versen „Steh’ ich in finstrer Winternacht“: Postkarte mit Reimereien (oben), unten: Fliegerdenkmal mit der „Eisernen Taube“ in Gotha, 1916. Die massenhafte Erfahrung in den Schützengräben passte nicht zu den tradierten Vorstellungen vom Heldentum im Kriege. FOTOS: AFP; SZ-PHOTO/SCHERL Florian Ebner leitet die Fotografische Sammlung im Muse- um Folkwang, Essen. Er soll den deutschen Beitrag auf der 56. Kunstbiennale in Venedig verantwor- ten. FOTO: MUSEUM FOLK- WANG/DPA Foto-Experte führt Deutschen Pavillon bringtmorgen Smart Eine Liebeserklärung an das Fahr- rad als urbanes Verkehrsmittel der Zukunft. max scharnigg SelfieWie unterschiedlich ist Kindheit auf dieser Welt? Fünf Kinder aus fünf Konti- nenten fotografieren ihren Alltag. Stolz „Du und Schauspieler?“ – Mario Adorf im großen Interview über Heimat und Europa. hans werner kilz SZ WOCHENENDE
  • von till briegleb Im Leben der Gabrielle Chanel war eini-ges zweifelhaft. Ihren Spitznamen Co-co bekam sie als jugendliche „Sänge- rin“ in einer Soldatenbar. Ihr Verhalten nach dem Einmarsch der Deutschen in Pa- ris, als sie versuchte, ihre jüdischen Ge- schäftspartner vom Kommissariat für Ju- denfragen enteignen zu lassen, sowie ihre Liebesbeziehung zu dem Sonderbeauftrag- ten des Reichspropagandaministeriums für Frankreich werden mit dem Adjektiv „zweifelhaft“ eher verharmlost. Von Arbei- terrechten hielt die Waise mit Wohnsitz im Hotel Ritz so viel, dass sie Bitten um Ge- haltserhöhung nach zehn Jahren treuer Dienste mit der Entlassung quittierte. Ist das der Stoff, aus dem man Mythen strickt? „Mythos Chanel“, die große Ausstellung zum berühmtesten Modehaus der Welt, er- wähnt solche Details nur am Rande. Im Mo- de-Geschäft verflüchtigen sich persönli- che Verfehlungen noch schneller als ein Spritzer „Chanel Nº 5“. Das meistverkaufte Parfüm aller Zeiten erweckt andere Erobe- rungszüge in der Phantasie als den Einsatz deutscher Panzer. Der seit 1921 nahezu un- veränderte Flakon dient als ein Reichsap- fel für jede Frau, der Herrschaft über das Begehren verspricht. Der Duft aus Rose, Jasmin und 80 anderen Ingredienzen, weht durch eine Welt, in der Politik und Mo- ral peinlich und spießig wirken. Darum ist dann diese für die Draiflessen Collection in Mettingen konzipierte Wan- derausstellung, die im Hamburger Muse- um für Kunst und Gewerbe zu sehen ist, auch nicht so kleinkariert, die Schönheit der Dinge mit allzu viel Biografischem zu beschämen. Schließlich entstand der My- thos Chanel vor allem durchs Weglassen. Das „kleine Schwarze“, das Coco Chanel zwar nicht erfunden, aber durchgesetzt hat, steht für die erste Phase zeitloser Ele- ganz durch Reduktion, mit der das Mode- haus ab den Zwanzigern identifiziert wird. Und auch ihr Comeback mit 71, das sie – nach einer Schamfrist wegen NS-Kollabo- ration im Schweizer Exil – 1954 in Paris startete, gelang der Modedesignerin mit Anti-Opulenz: Das Chanel-Kostüm erober- te die Welt als eine prägnant überzeugende Kleidungslehre, die dann auch kopiert wur- de wie kein anderes Nähwerk französi- scher Stilkunde. Beispiele aus den Zwanzigern im ersten Saal illustrieren Coco Chanels Bonmot, die Frau solle tags gekleidet gehen wie eine Raupe, aber nachts wie ein Schmetterling – wobei auch die gezeigten Abendkleider mehr dem ornamentlosen Schick der Archi- tekturmoderne jener Zeit verpflichtet wa- ren als der Grandezza von Ballfantasien. Dem kleinen Schwarzen ist der folgende Saal gewidmet. Von Chanels Umkehrung der Trauerfarbe in den fröhlichen Inbe- griff des „Pariser Chics“ Mitte der Zwanzi- ger, bis zu diversen Wiederaufnahmen des Klassikers von C&A bis Issey Miyake de- monstriert dieses Kapitel die unleugbare Mythenkraft von Coco Chanels Entwürfen. Marlene Dietrichs Chanel-Garderobe aus 20 Jahren beweist Coco Chanels genau- es Gespür für die Grenze von Extravaganz zu Vulgärem. Diese Großvitirine teilt sich den dritten Saal mit dem einzigen Tätig- keitsfeld der „Mademoiselle“, das kühn und verschwenderisch Luxus darstellte. Der Schmuck des Hauses, für den Inspirati- on aus Gemälden und Grabbeigaben unter- schiedlichster Epochen zugelassen war, versteckt seine Nüchternheit allein im Ma- terial. Die Variationen über Cocos Lieb- lingsblüte, der Kamelie, und die goldenen Prachtgehänge im Stil von Inka-Fürsten und Renaissance-Mätressen bestehen im Wesentlichen aus Glas, Emaille, Messing und Kunstperlen. Saal vier zeigt eine Konfrontation von Chanel-Kostümen und ihren weltweiten Adaptionen, wobei weniger die Anpas- sungsfähigkeit der Kopisten überrascht, als die Tatsache, das Chanel dem Plagiaris- mus durchaus zugewandt war. Sie pflegte die Meinung, dass „Entdeckungen ge- macht werden, um kopiert zu werden. Das ist das größte Kompliment.“ Und um Kom- plimente zu werben, wird Mode schließ- lich gemacht. Das ist die Wahl des Paris, der sich jede Kollektion zu stellen hat. Auch jede von Karl Lagerfeld, der seit 1983 den Stil des Hauses entwirft. Seine anfangs vorsichtigen, später forscheren Moderni- sierungsschritte werden im letzten Saal ge- würdigt – und mit dem Rezept erklärt: „Ich gebe der Chanel-Lehre eine Prise Humor.“ Lagerfeld ist in seiner Geburtsstadt aber nicht nur das große Finale dieser Aus- stellung gewidmet. Für den Versuch der be- nachbarten Hamburger Kunsthalle, Lager- feld als Reinkarnation von Anselm Feuer- bach in einer Doppelausstellung zu ver- herrlichen, muss der Besucher selbst eine gehörige Prise Humor schnupfen. Lager- felds peinlicher Schwulen-Kitsch zum The- ma „Daphnis und Cloe“ ist eine Hochglanz- Adaption der Bilder Baron Wilhelm von Gloedens, der 1878 in Sizilien nackte Bur- schen in antiken Ruinen knipste. Drapiert über zahlreiche Säle zeigen Lagerfelds red- undante Großformate seine nackten Lieb- lingsmodels in verzuckerten Posen. Man kann sicherlich auch Feuerbachs obsessiven Porträtzwang, mit dem er seine beiden Liebesmodels in den gleichen Profil- posen mit aufgeknöpfter Bluse malte, un- ter dem Aspekt des Kitsches diskutieren. Aber in dem hier erzwungenen Verhältnis zu Lagerfelds Idealkörper-Verherrlichung ist der akademisch-schlüpfrige Schön- heitsdrang des 19. Jahrhunderts so eine Of- fenbarung wie die legendäre Chanel-Ta- sche „2.55“ es für die graue Nachkriegszeit gewesen sein muss. Mythos Chanel. Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Bis 18. Mai 2014. Der Katalog kostet 50 Euro. Horst P. Horst, Coco Chanel, 1937. FOTO: MK&G HAMBURG Mode als Kunst: Coco Chanel und Karl Lagerfeld in Museen Deutschland, hammerhart. Prollig, häss- lich, öde – aber echt! Das war die Erwar- tung, als der Berliner Autor und Journalist Moritz von Uslar 2009 für eine Langzeitre- portage in die brandenburgische Provinz aufbrach. Eine Fernreise nach nebenan war das und eine Mutprobe: Hartz IV, Alko- holismus, Springerstiefel, Tätowierungen, blonde Weiber, die unzähligen Nagelstu- dios eine Daseinsberechtigung verschaf- fen . . . von Uslar war auf alles gefasst. Drei Monate ist der Metropolen-Schrei- ber in der Kleinstadt im Osten geblieben. Sie hatte ihm Angst gemacht am Anfang, dann hat er Freunde gefunden und einen le- senswerten Abenteuer-Reportage-Roman über seine Begegnungen geschrieben: „Deutschboden. Eine teilnehmende Beob- achtung“. „Teilnehmend“ ist Moritz von Uslar nun auch bei der Verfilmung seines Buchs, in der Realität und Fiktion immer wieder fruchtbar aneinandergeraten. Dokumen- tarfilm nennt sich das. Von Uslar spielt sich selbst, spielt einen coolen, leicht versnob- ten Hauptstädter, der den Reporter gibt und mit männlich breitem Wiegeschritt die unbekannte Stadt abschreitet wie ein Westernheld. Dazu spricht er seine eige- nen Texte und trifft auch die Figuren aus seinem Buch wieder: seine Jungs, die Mit- glieder der Band „5 Teeth Less“, oder Hei- ko, den Wirt der Gaststätte Schröder. Es sind Menschen, die manche Klischees über den deutschen Osten bestätigen, an- dere nicht. Die Kamera zeigt in etwa das, was von Uslar mit Worten beschreibt, und das ist gar nicht redundant, sondern fordert den Zuschauer heraus, ganz genau hinzusehen – oft sind Text und Bild dann doch nicht de- ckungsgleich. So fügt die Verfilmung dem Buch eine weitere Ebene der Realitätsprü- fung hinzu. Und diese Skepsis schadet kei- neswegs, schließlich war ein Antrieb der Reise in den wilden Osten die Sehnsucht des Autors nach dem wirklich wahren Le- ben, das ja gern im alternativlos Armen und Hässlichen vermutet wird. Gleichzei- tig weiß natürlich auch von Uslar, wie ro- mantisch eine solche Suche ist und wie zweifelhaft schon die Idee von Authentizi- tät. André Schäfer, der zuvor unter anderem „Lenin kam nur bis Lüdenscheid“ (2008), nach dem Buch von Richard David Precht, gemacht hat, illustriert die romantische Sehnsucht des Buches mit malerischen Bil- dern. So wurde aus „Deutschboden“ ein Sommerfilm: mit Musik, die Laune macht, und einem coolen Reporter in roter James- Dean-Jacke; selbst die Tristesse von Plat- tenbauten und unrenovierten Altbauten sieht im Film noch irgendwie gut aus. Gleichzeitig sickert ganz viel Welt in die Fiktion ein. Man meint auch die Unsicher- heit von Uslars zu spüren, die vielleicht die des ungeübten Akteurs vor der Kamera ist, vielleicht aber auch durch die (erneute) Be- gegnung mit der fremden Lebenswelt ent- steht. Deshalb teilt man zwar mehr und mehr von Uslars Sympathie für den Osten und seine Bewohner – aber vergisst auch nicht, dass es eine Erzählung, eine Fiktion ist, die von Uslar für uns daraus gemacht hat. martina knoben Deutschboden, D 2013 – Regie: André Schäfer. Buch: A. Schäfer nach dem gleichnamigen Buch von Moritz von Uslar. Kamera: Andy Lehmann. Schnitt: Fritz Busse. Verleih: W-Film. 97 Minuten. Nicht dass es dem Feuilleton an anerken- nenden Worte für die Couture mangelte, derzeit. Mode lässt sich, im Gefolge von Pop und Fernsehen und Design, als saiso- nale Mythen des Alltags ja nicht nur mit Ge- winn betrachten – und wo Schönheit herrscht, schaut man ja auch gerne hin. Dass das Folkwang-Museum Essen sei- ner aktuellen Ausstellung ein anerkennen- des Zitat seines Gründers Karl Ernst Ost- haus voranstellt, der 1916 sagte, das „Pari- ser Schneidergewerbe ist ein künstleri- scher Beruf, er setzt vor allem Geschmack, sehr hoch entwickelten Geschmack vor- aus“, zeigt, dass sich in den letzten hundert Jahren viel getan hat: Mode ist längst muse- umswürdig, vom Londoner Victoria & Al- bert bis zum Museum für Kunst und Gestal- tung in Hamburg leistet man sich ihre – aufwendige – Konservierung, Ausstellung- hallen notieren die Namen japanischer De- signer in den gleichen Spalten wie die von Fotografen, und die zeitgenössische Kunst schnipselt selbst gerne an den Codes der Couture herum, nicht erst seit Rosemarie Trockel, Cosima von Bonin oder Bless. Doch offensichtlich ist das vielen Kreati- ven noch nicht genug, die neben der ehrgei- zigen Arbeit an internationalen Marktan- teilen auch noch den Künstlern Konkur- renz machen wollen. Unvergessen der Halbsatz im Film „Der Teufel trägt Prada“, in dem Anna Wintours Alter Ego darauf hinweist, dass die „größten Künstler unse- rer Gegenwart“ nicht an Plastiken in Carra- ra, sondern Karo-Plissees in Paris werkel- ten. Was ein Missverständnis ist – und man muss das nicht lange erklären, wo ge- rade, fast gleichzeitig mit der Chanel- Schau in Hamburg, sich im Essener Folk- wang-Museum Karl Lagerfeld als Künstler zelebrieren darf, der kein Medium unange- tastet lässt: Bilder, Fotografien, Bücher, Fil- me, auch Skulpturen und Installationen, Videos – die ausgestellten Kleider sind das geringste Problem in diesem, wie es der verantwortende Direktor Tobia Bezzola nennt, „panoptischen Reigen“. „Aktstrakt“ (2000) ist eine Serie, die das Wortspiel in vielen Übungen durchexer- ziert, Schwarzweißfotografien, auf denen ein nackter Muskelmann auf geometri- schen Formen herumturnt. Karl Lagerfeld lässt auch die Kostüme des „Triadischen Balletts“ von Oskar Schlemmer in einem Hotelzimmer auftreten und stellt – unter dem Titel „Hommage à Edward Hopper“ - Interieurs und Barszenen nach und hul- digt Feininger im Stil einer expressionisti- schen Kinokulisse, aber bunter, ist ja auch Ektachrome, Ende der Achtziger: Männer in dunklen Mantillas verfolgen Models, de- ren exaltierte Bewegungen vor allem den Beinausschnitt eines pinkfarbenen Cat- suits verlängern – womit er sich an der Kunst mehr ab- als ihr zuarbeitet. Die Ad- aptionen und Deklinationen wirken nur auf den ersten Blick anbiedernd, tatsäch- lich sind sie aggressiv: Karl Lagerfeld wei- det die Kunst aus, wo sie seinem Körper kei- nen Ort anbietet. Vor der Eingangstür hängt eine Reihe seiner notorisch-narziss- tischen Selbstportraits, ein Ego, verkürzt auf Signifikate wie Riesenbrille, weiße Zopffrisur, ultrabreite, glatte Lippen. Es wirkt, als warteten diese Gespensterchen da auf dauerhaften Einlass, wären aber auch bereit, an einer strengen Tür ziemlich loszukreischen. Der Katalog fährt jeden- falls gegen jeden „Kunstdünkel“ auf: „La- gerfeld arbeitet als Modeschöpfer für Kun- den einer Marke. Und damit in jenem Feld, das heutzutage von unzähligen selbstde- klarierten ,freien Künstlerfotografen‘ mit spöttischem Lächeln bedacht wird. Freie Künstlerinnen und Künstler mögen die an- gewandten Künste nicht, sie sehen sich mit ihren Werken über diesen stehend. KL zeigt mit seinem ganzheitlichen Ansatz, wie beschränkt solche Standardurteile der Kunstszene sind.“ Doch die Kunstszene ist gar nicht da, es sind neugierige, freundliche Besucher, die sich in die vollgestopften Räume drängen. Und denen einiges gefällt, anderes weni- ger. Die Ausstellung selbst macht die Drecksarbeit, da muss man gar nicht viel argumentieren, Wand an Wand mit Sälen, deren Sichtachsen von Matisse zu Ensor, von Gauguin bis van Gogh reichen. Der Auf- tritt von Karl Lagerfeld vor ihnen ist nicht mehr als ein kurzes, marktschreierisches Defilee. catrin lorch Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze. Die Austel- lung läuft bis 11. Mai Im Folkwang Museum Essen. Der Katalog kostet 18 Euro. Es ist derselbe schwarz-weiße Fliesen- boden in der Wohnküche Orgons, der letz- tes Jahr im Wiener Akademietheater zu se- hen war. Als Ersatz für eine Shakespeare- Inszenierung des verstorbenen Patrice Chéreau hat Luc Bondy am Pariser Odéon- Theater seinen Wiener „Tartuffe“ (SZ vom 31.5.2013) nun im französischen Original nachinszeniert. Wieder quietscht der Flie- senboden (Bühne: Richard Peduzzi) unter den Gummisohlen der Zofe Dorine, wäh- rend die Herrschaften am Frühstückstisch sitzen. Wie anders klingen aber die Schrit- te, Schreie, bedrückenden Schweigemo- mente in der neuen „Tartuffe“–Version. War Molières finstere Komödie vom frömmelnden Aufsteiger in Wien ein Ab- stieg in die innere Leere des Bürgers Orgon (Gert Voss), der sich, sein Alter vor Augen, an den dahergelaufenen Tartuffe klam- merte wie an ein Heiligenbild, so ist sie in Paris ein Stepptanz zu zweit, zwischen Or- gon (Gilles Cohen) und Tartuffe (Micha Le- scot) – wobei eher der Titelheld den Rhyth- mus angibt. Die Nischen und toten Winkel des Hauses (mit heimlichen Lauschern) ha- ben das Untergründige, Unheimliche verlo- ren und lassen die Komödie ins Boulevard- hafte gleiten, das erst an den paar Stellen interessant wird, wo es plötzlich entgleist. Das kann schon auf der Zunge passie- ren, wenn etwa Tartuffe beim Anbändeln mit Orgons schöner Gattin Elmire (Clotilde Hesme) seine Geilheit wortreich mit der „pudeur“, der keuschen Zurückhaltung, zu vereinbaren behauptet und dabei den Fol- gereim „mon coeur“ so verschluckt, als hät- te er gerade sein eigenes Herz herunterge- würgt, um es Elmire dann umso brutaler ins Gesicht zu spucken. Dieser barfüßige Parasit mit seiner verzappelten Gestalt, der nach dem Gebet seine Zigarette schon mal im Weihwasser ausdrückt, muss sich aber noch lange mit Orgons cholerischem Sohn auf dem Boden balgen und am Kleid der dort schon liegenden Elmire zerren, bis die Posse ins Rotieren kommt. Wo jedoch keine Fallhöhe ist, kann auch nichts fallen. Der auf Tartuffe gemünzte Ausspruch vom Menschen als bösartiges Tier, den Bondy seinem Orgon in Wien als Schlusssatz in den Mund legte, fällt in Pa- ris flach, weil dieser selbstzufriedene Mann den Unterschied zwischen Mensch und Tier nie kennen gelernt hat. Was ihn in die Fänge Tartuffes trieb, bleibt sein Ge- heimnis. So können Nachinszenierungen durch geringe Akzentverlagerung selber ins Schleudern kommen. Bondys Pariser „Tartuffe“ ist als künstlerisch hochkaräti- ge Notlösung unfreiwillig in jene Routine- schlaufe geraten, die Orgons Hausgemein- schaft zuletzt am Familientisch beim Wei- teressen umfängt. joseph hanimann „Entdeckungen werden gemacht, um kopiert zu werden. Das ist das größte Kompliment.“ Der Bezirk Mitte – er wurde 2001 zusam- mengesetzt aus den früheren Bezirken Mitte, Tiergarten und Wedding – zählt 210 Denkmäler und seht viel mehr Ge- denktafeln, Stelen und ähnliches. Und es nimmt kein Ende mit dem Erinnern. „Wieviel Geschichte (v)erträgt Berlin?“ fragte die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) auf einer Podiumsdiskussion und bezeichnete damit das Problem. Die Opferverbände wünschen sich ein Mahn- mal zum Gedenken an ihre Leiden, se- hen aber, dass es starke Konkurrenz gibt. Denn Mitte soll es schon sein und am besten selbstverständlich die alte Mitte. Dass es ein solches Mahnmal irgend- wann geben wird, ist sehr wahrschein- lich. Union und SPD haben sich dafür ausgesprochen, auch in anderen Län- dern, in Prag oder Budapest gibt es so et- was. Wo es in Berlin stehen könnte und was es sagen soll, das ist allerdings noch unklar. Man muss nur die Broschüre der Opferverbände studieren, um die Ver- wicklungen zu erkennen. Es soll ein zen- trales Mahnmal geben, dieses aber ganz verschiedene Opfer berücksichtigen. Das sind: Deportierte unter der Zivilbe- völkerung, Vertreibungsopfer, willkür- lich vom NKWD Verhaftete, Verbannte des Gulag, Verfolgte der bürgerlichen Parteien, Opfer der Enteignungen und Zwangskollektivierungen, von Grenze und Mauer, der Haftbedingungen, Ver- folgte des Ministeriums für Staatssicher- heit – es folgt eine Reihe anderer Grup- pen. Die lange Liste folgt aus den Ansprü- chen der einzelnen Verbände. Aber auch wenn man deren politische Einflussnah- me beiseiteschieben könnte, lässt sich schwer vorstellen, wie diese Ansprüche sich zu einem Gedanken oder einem Bild bündeln ließen. Wahrscheinlich hat die Union der Opferverbände recht, wenn sie ihr Anliegen eher in einer „in sich dif- ferenzierten, weitläufigen Anlage“ auf- gehoben sieht als in einem „monoli- thisch“ gestalteten Monument. Doch wie verhindern, dass eine solche Anlage zuletzt aussieht wie ein Botanischer Gar- ten des Erinnerns mit Beeten für alle in- teressanten Arten und Unterarten? Ein erster Wettbewerb der Bundesstif- tung Aufarbeitung hat ein weiteres Pro- blem ausgebreitet. Der erste Preis ging an Christian Lohre und Johannes Buch- ner. Sie wollen vor das Ernst-Thälmann- Denkmal an der Greifswalder Straße ei- ne Black Box stellen („Zensurbalkenäs- thetik“ nennen sie es), die Klangblasen erzeugt, in denen Stimmen des Wider- stands zu hören sind. Den zweiten Preis erhielt Sebastian Sowa. Er will auf dem Marx-Engels-Forum einen Mauerring von 50 Metern Durchmesser errichten. Durch die Wand des Rings führt eine Rampe abwärts, wo ein Teich mit luft- wurzelnden Bäumen liegen wird. Der ers- te Entwurf greift politisch zu, ist aber si- cher kein Ort, an dem man seiner Toten gedenken möchte. Der zweite Entwurf befriedigt diesen Wunsch womöglich, ist aber politisch undeutlich. Wenn er Trost und Trauer ausdrückt, dann nicht nur um die Opfer des Kommunismus. Die organisierten Opfer des Kommu- nismus, die doch einen klar bezeichne- ten Gegner haben, können sich bislang nicht auf einen Gedanken einigen, der ih- re Klage und Hoffnung ausdrückte. Das ist ihnen nicht vorzuwerfen. Aber bliebe es dann nicht besser bei den Gedenkstät- ten der Berliner Mauer, auf dem Gelände des MfS und anderswo? An ihnen ist kein Mangel. Ohne einen starken, zusammen- fassenden Gedanken wird man kein Mahnmal bekommen. Dass ein Künstler dabei weiterhülfe, darauf braucht nie- mand zu rechnen. stephan speicher Das Herz auf der Zunge Luc Bondy inszeniert den Wiener „Tartuffe“ neu für Paris Wie könnte es aussehen, das zentrale Denkmal für die Opfer des Kommunismus? Mutproben zwischen Nagelstudios André Schäfer macht aus Moritz von Uslars Provinz-Reportage „Deutschboden“ einen welthaltigen Film Ein Mythos, ohne lästige Details Flakons, Bonmots und Abendkleider – eine Ausstellung in Hamburg spürt Coco Chanel nach Teilnehmender Blick auf eine Männerunde in östlicher Provinz. FOTO: VERLEIH Zopf und Brille Wie Karl Lagerfeld im Museum Folkwang in Essen hofiert wird Black Box oder Luftwurzeln Der Katalog wirft zum Ruhme Lagerfelds freien Künstlern Dünkelhaftigkeit vor FEUILLETONDEFGH Nr. 73, Freitag, 28. März 2014 HF2 13 Karl Lagerfeld, Selbstporträt 2011. FOTO: KARL LAGERFELD SCHAUPLATZ BERLIN
  • Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts sah der Nationalstaat aus wie die einzig berech- tigte, weil einzig in sich gefestigte Staats- form; der Ausgang des Ersten Weltkriegs schien das zu bestätigen. Wer in der Zwi- schenkriegszeit das untergegangene Habs- burgerreich verteidigte, wie es etwa Jo- seph Roth tat, war gewiss nicht modern. Aber es steckte in der Trauer um die Donau- monarchie etwas Humanes, der Wunsch nach einer Politik, die verschiedene Völker- schaften zusammenleben ließ. Diese Sicht hat an Sympathie gewon- nen, gerade nach dem Ende der großen Sys- temkonfrontation, als die Kategorie des Na- tionalen wieder erstarkte. „Habsburg. Bi- bliothek einer verlorenen Welt“ ist das neue Buch von Richard Wagner betitelt. Was verloren ist, hat Anspruch auf unseren Respekt. Und müsste Wagner, 1952 im ru- mänischen Banat geboren, nicht der gebo- rene Vertreter des Habsburgischen Ge- schichtsmythos sein? Doch so ist es nicht. Zu deutlich sieht er, wie dieser Mythos zur Geschäftsidee verkommen ist, zu einem „Markenzeichen der Republik Österreich“. Dass etwas Markenzeichen ist, heißt aller- dings nicht, dass es nicht einmal etwas Gro- ßes war. Aber auch hier ist Wagner skep- tisch. Das Imperium hält er nicht für eine Alternative zum Nationalstaat, sondern für ein „Instrument des europäischen Aus- gleichs“. Auch nichts geringes, möchte man denken. Doch zuletzt, so Wagner, ha- be das Instrument nicht mehr ausgereicht, die auseinanderstrebenden Teile zusam- menzuhalten. Die im neunzehnten Jahr- hundert alles entscheidende Frage sei die der Nation gewesen, auf diese Frage habe die Habsburgermonarchie keine Antwort gefunden. Es ist im Ergebnis kein ganz neues Bild, das Wagner vermittelt. Die Aufspaltung in eine Vielzahl kurzer, jeweils neu einsetzen- der Kapitel ist nicht ohne Nachteil zu ha- ben. Seitdem die Donaumonarchie in ihrer Vitalität wieder günstiger beurteilt wird, gerade erst von Christopher Clark etwa, wä- re man interessiert, die Frage nach Zerfall und Zusammenhalt systematisch erörtert zu sehen. Das Nacheinander der Skizzen verhindert das. Es entspricht vielleicht dem Gegenstand in seiner Buntheit, das aber ein bisschen zu sehr. Denn so hat das Buch formal Teil an der markenzeichenhaf- ten Habsburgermelange aus Zaunerschnit- te und Franz Kafka, Wittgenstein, Tante Jo- lesch, Psychoanalyse, Vampirismus und dergleichen. Aber während er das Buch liest, sickert in den Leser ein Gefühl der Lasten oder Schmerzen ein, die das Habsburgerreich hinterlassen hat. Diese Probleme sind nicht erst 1918/19 in der Zerteilung einer ur- sprünglichen Ganzheit entstanden. In den Provinzen des Reichs, im Banat etwa, wur- den verschiedene Sprachen gesprochen, „mehr nicht. Man lebte nicht friedlich zu- sammen, wie der dem heutigen Klischee angepasste Mythos nahelegt, man ging sich vielmehr erfolgreich aus dem Weg.“ Wer als Banater zum Studium nach Wien ging, suchte dort Kontakt nicht mit ande- ren Banatern, sondern als Deutscher mit deutschen Banatern, als Ungar mit unga- rischen Banatern. „Jeder hatte sein eige- nes Banat“. Von Bedeutung war die „Her- kunftskultur“. Wer in der deutschen Bevöl- kerungsgruppe aufwuchs, erwarb da- durch das „Passwort für die deutsche Kul- tur insgesamt“. Das wirkt bis heute nach. In der Honte- russchule im siebenbürgischen Kronstadt (Brasov) besuchen rumänische Kinder den deutschsprachigen Unterricht, zu Schulfes- ten „simulieren sie die Sachsenfolklore“, um irgendwann ein deutschsprachiges Ab- iturzeugnis zu erhalten, „mit dem man et- was in Europa anfangen könne, wie sie mei- nen“. Habsburg als Chiffre verspricht ein Miteinander der Völker. Aber wer in der Pe- ripherie lebt, der sieht, dass es auch unter Völkern ein Oben und Unten gibt. Derzeit schätzt man im Westen die k.u.k- Reize. Wie sehr wir bereit sind, uns von ih- nen einspinnen lassen, zeigt sich für Wag- ner an der der westlichen Politik gegen- über der Ukraine. Er hält wenig davon, die Ukraine in die EU aufzunehmen, er sieht darin imperiales Wunschdenken der EU oder der USA. Ein Zauberwort der Beitritts- begründung hieß lange Galizien. Galizien aber war kulturell durch Polen und Juden (polnisch- und deutschsprachige) be- stimmt, die ostmitteleuropäische Identität eine der Abgrenzung nach Osten. „Wieso“, fragt Wagner, „soll der zum Markenzei- chen gewordene Mythos Galizien, der sich ausdrücklich als austriakisch verstand, nun als Begründung für einen Beitritt Ki- ews und Charkiws zur EU gelten?“ Das Argument „Galizien“ zeigt die Donaumonarchie als europäisches Modell. Die Überdehnung der Kräfte Habsburgs jedenfalls sieht Richard Wagner wieder- holt in der Überdehnung der Kräfte der Eu- ropäischen Union. stephan speicher Es ist eine ganz besondere Stunde, in der Arne Dahl seinen Krimi beginnen lässt, und er wählt dazu eine ganz besondere Per- spektive: Gottgleich zoomt sich von oben ein Blick aus dem Himmel auf die schwe- dischen Sonderermittler der A-Gruppe. Jeden erfasst dieses Auge bei seinen sonn- täglichen Beschäftigungen an einem letz- ten Augustsonntag in Stockholm, zwi- schen 15 und 16 Uhr. „Dinge, die in dieser Stunde geschehen, erscheinen in einem be- sonderen Licht“, heißt es. Denn diese Stun- de markiert hier den Beginn einer ganzen Reihe von Verbrechen. Paul Hjelm etwa, der Chef der A-Grup- pe, die Dahl mit „Bußestunde“ in ihren zehnten und letzten Fall schickt, will nach langer Zeit seine Kinder wiedersehen und erschrickt, weil seine Tochter Tova völlig abgemagert ist. Lena Lindberg, eine Er- mittlerin, gerät unvermittelt in einen Raub- überfall auf eine Videothek. Die Mitschnit- te der Überwachungskamera führen sie und ihre Kollegen zu einer benachbarten Wohnung, deren Besichtigung sadistische Verbrechen an anorektischen Frauen offen- bart. Von einem der Opfer findet sich nur noch ein Arm. Die Spur führt zu brasiliani- schen Zuhältern, die Prostituierte auf Wunsch besonders betuchter Freier zu per- fekten Kopien von Hollywoodstars um- operieren lassen. Eine von ihnen konnte offenbar nach Stockholm fliehen. Am Ende des Romans stößt Hjelm auf die Satelliten-Aufzeichnungen, die an ei- nem Nachmittag im August ganz gezielt von ihm und seinen Kollegen gemacht worden sind: Arne Dahls Krimi heißt im Original: „Himmelsöga“, Himmelsauge. Das passt in jeder Hinsicht. Der deutsche Titel „Bußestunde“ – es ist wohl die an jenem Spätsommersonntag in Stockholm – darf jedoch als nicht weniger zutreffend bezeichnet werden. bernd graff Arne Dahl: Bußestunde. Roman. Aus dem Schwe- dischen von Wolfgang Butt. Piper Verlag, München 2013. 464 Seiten, 19,99 Euro, E-Book 15,99 Euro. von christopher schmidt Ü brigens löst sich der Unterschiedzwischen starken und schwachenMenschen bei näherer Betrachtung sowieso immer in Luft auf, das weiß jeder, und deshalb sollte ein guter Autor einem so sentimentalen Gedanken nicht trauen“, sagt ein gewisser George Kelly, nachdem Lucy eine ihrer Erzählungen vorgelesen hat. Beide sind Teilnehmer eines Schreib- seminars an der New School for Social Research in New York, einem Institut für Erwachsenenbildung. Im Gegensatz zu Lucy hätte Richard Yates (1926-1992) sich das nicht zweimal sagen lassen. Ja, die handfeste Manöverkritik des Fahrstuhl- mechanikers, der in seiner Freizeit an ei- nem großen Werk arbeitet, ist geradezu das poetologische Credo seines vorletzten Romans „Young Hearts Crying“. Im Origi- nal 1984 erschienen, liegt er nun, mit einer Verzögerung von dreißig Jahren, unter dem Titel „Eine strahlende Zukunft“ erst- mals auf Deutsch vor. Nachsichtiger, um nicht zu sagen, gnä- diger behandelt der große Fatalist der US- Nachkriegsliteratur hier das Scheitern des Künstlers und dessen schleichende Verbür- gerlichung. In seinem literarischen Debüt „Revolutionary Road“ aus dem Jahr 1961, einer bitteren Abrechnung mit dem ameri- kanischen Konformismus, hatte Yates sein Lebensthema noch tragisch grundiert. Der Grund für den Wechsel der Tonart dürfte in der Lebenserfahrung aus den zwei Jahrzehnten zu suchen sein, die zwischen beiden Büchern liegen, Jahrzehnten, in denen Yates sich selbst durchschlagen musste mit Jobs als Dozent, Drehbuch- und Redenschreiber. „Eine strahlende Zukunft“ ist ein mul- tipler Künstlerroman, der im Milieu von Schriftstellern, Malern und Theaterleuten in den Fünfziger- und Sechzigerjahren spielt. Im Mittelpunkt stehen Lucy und Michael Davenport, die mit heißem Neid auf die Bohème nicht nur im Greenwich Village blicken. Wie Eindringlinge von der Madison Avenue fühlen sie sich in dem Fabrikloft, in dem der Bildhauer Paul Mait- land sich als junger Wilder geriert. Und selbst der unscheinbare Tom Nelson, der seine Aquarelle auf einem Stück Zinkblech in der heimischen Küche malt, kommt Michael bei allem Understatement mehr wie ein Künstler vor als er sich selbst mit seinen Gedichten und Theaterstücken. Dabei wäre man finanziell unabhängig. Erst auf der Hochzeitsreise hat Lucy ihm freilich eröffnet, dass sie drei bis vier Milli- onen Dollar schwer ist. Doch Michael will das Geld für seine kleine Familie selbst ver- dienen – tagsüber Lohnschreiber, abends Dichter, lautet der Kompromiss. Am Wider- spruch von Anspruch und Wirklichkeit zerbricht die Ehe, woraufhin der Roman sich in zwei Erzählstränge teilt. Zunächst berichtet Yates, wie es mit Lucy weitergeht. Sie hat eine Reihe von Beziehungen: mit einem jungen Regisseur, einem Börsenmakler und schließlich mit ihrem Dozenten an der New School, einem verkrachten Romancier, dessen Selbst- mitleid nur die Kehrseite seines Größen- wahns ist. Und sie versucht sich auch selbst als Schauspielerin, Autorin und Malerin, um vorerst als einsame Vorstadt- Alkoholikerin zu enden. Michaels Absturz verläuft ungebrem- ster. Nach einem ersten psychotischen Schub landet er in der geschlossenen Ab- teilung des Bellevue, der New Yorker Psych- iatrie. Auch er hat mehrere heftige Affären, „Muschis zum Frühstück, Muschis zum Mittagessen, Muschis zum. . .“ und findet sich irgendwann wieder in der „Mittel- mäßigkeit des Mittleren Westens“. Gemein- sam mit seiner zweiten Frau, der fast drei- ßig Jahre jüngeren Studienberaterin sei- ner Tochter, geht Michael mit Ende vierzig als Dozent nach Billings, Kansas. Ein eben- so modernes wie steriles „Ranch House“ ist die Endstation Sehnsucht. Yates hat seinem Michael viel von sich selbst mitgegeben. Da ist die literarische Erfolglosigkeit, das quälende Image als One-Hit-Wonder – wie Yates für „Revolu- tionary Road“, so wird Michael immer nur für ein einziges Gedicht aus seinem ersten Lyrik-Band gelobt. Hinzu kommen das Alkoholproblem, die Psychiatrieaufent- halte, die sich einstellenden Potenzstörun- gen. Und doch ist dieser Michael mit sei- nen flauen Witzen und seinem zur Schau getragenen Intellektualismus ein Zerrbild des Autors – Yates, aber ohne dessen Ta- lent. Vollzieht sich in „Revolutionary Road“ die Katastrophe so zielstrebig wie im antiken Drama, so nimmt sich Yates hier viel Raum für die retardierenden Mo- mente des Lebens. Das geht auf Kosten der erzählerischen Stringenz, macht aber „Ei- ne strahlende Zukunft“ zum großartig ernüchternden Porträt einer ganzen Gene- ration, die sich selbst als „die zweite Lost Generation“ empfand. Minutiös wie in Zeitlupe zeichnet Yates nach, wie sein Michael allmählich aus der Zeit fällt – sein Weg nach unten erinnert an den Vorspann der Serie „Mad Men“, wenn Don Draper in die Straßenschluchten von Manhattan stürzt, vorbei an schönen Mo- dels auf Billboards und einem Whisky- Tumbler, um am Ende weich in einem Ses- sel zu landen, was vielleicht die Höchst- strafe ist. „In Amerika sagten inzwischen alle ,Schwarzer‘ statt ,Neger‘; und viel- leicht war es nur noch eine Frage der Zeit, bis alle ,Frau‘ statt ,Mädchen“ sagen wür- den“, konstatiert der verwunderte Micha- el. Er reklamiert noch den Helden-Bonus für sich, ist er doch im Zweiten Weltkrieg als Rumpfschütze einer B-17 erwachsen geworden. Zu diesem Selbstbewusstsein gehört Großspurigkeit: Schwule sind hier noch „andersrum“, sensible Männer gelten als „tuntig“ oder als „Schwanzlutscher“, und „Mädchen“ erkennt man daran, dass sie „gebumst“ werden wollen. Die Zeit allerdings geht über Michael hinweg. Verständnislos muss er registrie- ren, dass der harte Alkohol aus den Haus- bars verschwindet, während die Jugend wie seine Hippie-Tochter Laura andere Drogen vorzieht. Die alleinerziehende Frau steigt auf zu einem neuen „romanti- schen Ideal“, und überall wird gegen Viet- nam demonstriert. Als Michael auf einer Party sagt, die Soldaten seien doch keine Täter, sie „sind die Opfer des Krieges“, ge- friert die Stimmung. In seiner Blindheit für die sozialen Umwälzungen und die neue counter culture, wirkt Michael wie ein Fossil. Mit dem „Geschmack des Ver- sagens im Mund“ stellt er fest, dass aus seinen Künstlerfreunden „brave Leute“ ge- worden sind, „die bereit waren, sich bei afrikanischer Kunst und selbst gebacke- nem Brot mit wesentlich weniger zufrie- denzugeben als dem Stoff, aus dem ihre Träume waren.“ Thomas Gunkels deutsche Übersetzung bringt diese Abendröte der Männlichkeit voll zur Geltung, die im Sprachgestus des Romans aufflackert. Er trifft den Ton der Zeit bis hin zu Michaels klischeehafter Schwärmerei für Frauen, deren Haut „ei- ner makellosen Aprikose“ gleicht. Weit eher als an die Suburbia-Klassiker, wie sie etwa der faunische Brunnenvergifter John Cheever geschrieben hat, erinnert Richard Yates’ Sittenbild in seiner schroffen Illu- sionslosigkeit an James Salters im vergan- genen Jahr erschienenes großes Alters- werk „Alles, was ist“. Auch „Eine strahlen- de Zukunft“ zieht eine herbe Lebensbilanz, die nicht dem Irrtum verfällt, zu meinen, „dass Unglück einen Nutzen hat“, wie der Fahrstuhlmonteur Kelly einmal im Roman erklärt. Richard Yates ist ein Feinmecha- niker, was den Schrecken der Normalität betrifft. Denn in seinen Fahrstühlen geht es immer nur abwärts. Richard Yates: Eine strahlende Zukunft. Roman. Aus dem Englischen von Thomas Gunkel. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2014. 496 Seiten, 22,99 Euro, E-Book 18,99 Euro. Jäh wird die Wanderung einer Mutter mit ihrem kleinen Sohn unterbrochen. Flug- zeuge tauchen in das Tal, an dessen Schön- heit der Junge sich sein Leben lang erin- nern wird. Seine Mutter zieht ihn weg von der Landstraße und wirft sich über ihr Kind, um es vor dem Gewehrfeuer zu schüt- zen. Die Mutter, die Muttersprache, Natur und Heimat werden Konstanten im Leben des 1940 geborenen Yang Mu bleiben, der einmal Taiwans berühmtester Dichter wer- den wird. Aber warum werden Mutter und Kind von amerikanischen Flugzeugen an- gegriffen, und wo? Die Szene ereignet sich in den frühen 1940er Jahren nahe der Pazifikküste der In- sel Taiwan, auf die eine chinesische Regie- rung ein halbes Jahrhundert zuvor verzich- tet hatte, und die eine andere chinesische Regierung heute zurückfordert. Die Insel – die Europäer nannten sie Formosa – war während der ersten fünf Lebensjahre Yang Mus für die USA Feindesland, weil sie un- ter japanischer Herrschaft stand. Ein paar Jahre später, ein anderer Au- genblick. Ein schweres Erdbeben erschüt- tert Yang Mus Heimatstadt Hualien an der Ostküste Taiwans. Der Schüler glaubt die panischen Gerüchte, ein Tsunami würde gleich den ganzen Küstenstrich verschlu- cken. Er legt sich auf eine Düne am Strand und erlebt dann, dass die Heimat seiner Kindheit unversehrt bleibt. „Die Erde hat- te noch einmal geschwankt – oder war das Einbildung gewesen? Jedenfalls war mir, als hätte ich den Anfang der Ewigkeit ge- funden. Zugleich begriff ich, dass in die- sem Moment vieles verging: die hellgrü- nen, braungelben mit Dunkelblau unter- mischten Jahre, die langen Tage erfüllt vom Zirpen der Zikaden, von Riedgrasri- spen, tropfenden Dachrinnen und sich paa- renden Libellen. Sie mussten vergehen, weil da draußen ein viel größerer Kosmos existierte, der sich nach festen Regeln be- wegte. Ganz selbstverständlich würde er mich von hier fortführen, an einen entfern- ten, fremden Ort, wo ich forschen, streben, schaffen würde, ganz ohne Reue. Doch selbst wenn ich erwachsen wäre und lang- sam alterte, wenn das weiße Haar der irdi- schen Erfahrungen meine Schläfen besetz- te und meine Augen sich trübten, würde ich an jenen ewigen Bedenken und jener Sehnsucht festhalten, ohne Reue, aber vol- ler Wehmut.“ Yang Mu wird tatsächlich streben, forschen und schreiben, neugie- rig auf fremde Sprachen, andere Literatu- ren und ferne Räume, und wird doch im- mer in seiner ästhetischen Heimat verwur- zelt bleiben, den „Riedgrasrispen, tropfen- den Dachrinnen und sich paarenden Libel- len“ – und der chinesischen Literatur. Die studiert er, neben Komparatistik, in Taiwan, und macht dann den Sprung nach den USA. Ein geisteswissenschaftliches Studium im Westen war von den 1950er bis in die 1970er Jahre Studenten aus Taiwan und Hongkong vorbehalten, was dazu führ- te, dass in Festlandchina Kenner der westli- chen Geistesgeschichte wie Qian Zhongs- hu (1910-1998) und Ji Xianlin (1911-2009) kaum Nachfolger fanden. Mangelnder Sprach- und Weltkontakt in Verbindung mit ideologischer Einhegung leistete dort einem gewissen Provinzialismus der Lite- ratur und des Denkens Vorschub. Yang Mu war in Taiwan schon als Lyri- ker und Essayist bekannt, als er in Iowa, Amherst und in Berkeley studierte, sich neue Literaturen und neue Sprachen er- schloss, zusätzlich zu Englisch und Spa- nisch Japanisch, Deutsch, Altenglisch, La- tein und Griechisch. An der University of Washington in Seattle, wo er heute noch lebt, lehrte er viele Jahre Vergleichende Li- teraturwissenschaft, dazwischen gab es Lehraufenthalte in Hongkong und Taiwan. Für die Anziehung, die die amerikanische Westküste auf Taiwan ausübt, fand Yang Mu in dem Gedicht „Flaschenpost“ ein ein- drucksvolles Bild: Jede Woge an der West- küste steht darin in Verbindung mit dem Spiel der Wellen an dem für ihn in Sichtwei- te liegenden, real Tausende von Meilen ent- fernten Sandstrand Hualiens. Ein weiterer lyrisch verdichteter Mo- ment der Erinnerung lässt uns an der Seite des Schülers Yang Mu einen Figurenschnit- zer beobachten. Die plötzliche Verwand- lung der grob handwerklich hergestellten Skulptur in eine der Gottheiten, die der Knabe im Tempel nicht einmal anzusehen wagt, vermittelt dem Kind den Ursprung von Kunst und Poesie. Ihr Inhalt ist die Aus- deutung des Mythos, während ansonsten Yang Mus poetisches Universum ohne Göt- ter auskommt, wie seine Übersetzerin Su- sanne Hornfeck schreibt. Der titelgebende Text „Die Spinne, das Silberfischchen und ich“ führt uns zu wei- teren Augenblicken an den Bruchlinien der Zeiten und Kulturen. Als Yang Mu sich in der Durant Hall in Berkeley in seine Mittel- alter-Studien vergräbt (er übersetzte zum Beispiel ein Kapitel aus „Europäische Lite- ratur und Lateinisches Mittelalter“ von Ernst Robert Curtius), begegnet ihm eine Spinne, die sich in die unterste Ebene der geisteswissenschaftlichen Sondersamm- lung verirrt hatte. Yang Mu gerät ins Nach- denken über das Schicksal dieser Kreatur, die da ratlos an ihrem Faden hängt, wohl nie mehr ein kunstvolles Netz kreieren wird und keinen Gefährten hat außer ei- nem Silberfischchen und einem Dichterge- lehrten aus Taiwan. Draußen demonstrie- ren lautstark die Studenten, einmal drin- gen sie in die Bibliothek ein und drohen, den aus Tausenden von Kärtchen beste- henden Bücherkatalog auf den Boden zu kippen. Yang Mu ist beeindruckt von den Bibliotheksangestellten, die vor den Schub- ladenschränken eine Kette bilden, um ih- ren Katalog, den Stolz ihrer Profession, zu verteidigen. Als er sich ähnlich jener Spinne im Laby- rinth der alten europäischen Sprachen und Literaturen zu verlieren droht , ermutigt ihn sein Lehrer, der Komparatist Chen Shi- xiang, sein eigenes Schreiben nicht zu ver- gessen. Neben einem umfangreichen lyri- schen Werk sind diese „Pinselnotizen“, wie der Untertitel dieser Sammlung von zwölf Texten lautet, eine Frucht dieser Rückbe- sinnung. Wie andere große Literaturen hält auch die chinesische neben einer Rei- he von definierten Genres auch eine freie Form bereit. Die „biji“ changieren zwi- schen Kurzerzählung, Anekdote, Reisebe- richt, Essay und Gedicht. Sie sind ein Ge- fäß, das vieles aufnehmen kann. Das Übersetzerteam Susanne Hornfeck und Wang Jue, das schon 2002 die schöne bilinguale Ausgabe von Yang Mus Lyrik („Patt beim Go“) ebenfalls im Münchener A 1 Verlag verantwortete, hat dieses viel- schichtige, wegen seine verborgenen Zita- te und Anspielungen aus dem chinesi- schen wie aus dem westlichen Kulturraum nicht einfache Werk in ein sehr gut lesba- res Deutsch gebracht. Nach der Lektüre vie- ler tagesaktueller Texte ist dieses Werk, das der Jahrtausende alten chinesischen Li- teraturtradition so nahe steht wie dem Heu- te, eine notwendige Ergänzung. Ein Nach- wort der Übersetzerinnen, ein Glossar und eine Chronologie erhöhen den Wert dieser Ausgabe, die man getrost als einen Meilen- stein in der Vermittlung der Literatur Tai- wans im deutschen Sprachraum bezeich- nen kann. rupprecht mayer Yang Mu: Die Spinne, das Silberfischchen und ich. Pinselnotizen. Aus dem Chinesischen von Susanne Hornfeck und Wang Jue. A1 Verlag, München 2013. 208 Seiten, 18,80 Euro. Richard Wagner: Habsburg. Biblio- thek einer verlore- nen Welt. Hoff- mann und Campe Verlag, Hamburg 2014. 240 Seiten, 27, 99 Euro. E–Book 21,99 Euro. Himmelsauge Arne Dahl lässt seine A-Gruppe zum letzten Mal ermitteln Jeder hatte sein eigenes Banat Richard Wagner erinnert an das Habsburgerreich „Die Erde hatte noch einmal geschwankt – oder war das Einbildung gewesen?“ Der Geschmack des Versagens Richard Yates’ „Eine strahlende Zukunft“ ist ein großer, vergessener Künstlerroman Wie Don Draper aus der Serie „MadMen“ stürzt Yates’ Michael in Zeitlupe durch die Zeit Dieser Generationsroman ist ein ernüchterndes Sittenbild der Fünfziger und Sechziger Die Wellen der Westküste Flaschenpost zwischen Taiwan und Berkeley: Die „Pinselnotizen“ des Dichters Yang Mu LITERATUR14 HF2 Freitag, 28. März 2014, Nr. 73 DEFGH „Das Haus, das sie nach ihrer Hochzeit in Billings, Kansas, mieteten, war das erste in Michaels Leben, in dem alles modern und zweckmäßig war.“ Hier eine Musterküche im Geschmack der Siebziger. FOTO: P HULTON ARCHIVE/GETTY IMAGES Yang Mu, geboren 1940 in Hualian in Tai- wan, lebt in Seattle. FOTO: FISFISA MEDIA KURZKRITIK
  • 10° 3° Europa Wetterhistorie München Sonne und Mond Berlin Bremen Brocken Dortmund Dresden Düsseldorf Erfurt Essen Feldberg Feldberg/Ts. Frankfurt Freiburg Freudenstadt Garmisch Hamburg Hannover Ingolstadt Karlsruhe Kassel Kiel Koblenz Köln Konstanz Leipzig Lindau List/Sylt Lübeck Magdeburg Mannheim München Nürnberg Oberstdorf Osnabrück Passau Rostock Saarbrücken Schleswig Schwerin Stuttgart Trier Wiesbaden Zugspitze wolkig 15° Schauer 14° Schauer 5° wolkig 14° Schauer 12° wolkig 17° wolkig 11° wolkig 14° heiter 8° wolkig 12° wolkig 17° wolkig 17° wolkig 12° wolkig 12° wolkig 13° Schauer 14° wolkig 14° wolkig 18° wolkig 14° st. bew. 9° wolkig 18° wolkig 17° wolkig 15° wolkig 12° wolkig 14° wolkig 10° wolkig 12° Regen 13° wolkig 18° wolkig 14° wolkig 15° wolkig 12° wolkig 16° wolkig 15° st. bew. 8° wolkig 17° wolkig 10° st. bew. 12° wolkig 16° wolkig 18° wolkig 16° heiter -5° Amsterdam Athen Barcelona Belgrad Brüssel Bukarest Dublin Dubrovnik Helsinki Innsbruck Istanbul Kiew Lissabon London Madrid Mailand Moskau Nizza Paris Prag Rom Salzburg Sofia Stockholm Venedig Warschau Wien Zürich wolkig 15° wolkig 20° wolkig 16° Regen 13° wolkig 16° Schauer 16° Schauer 10° wolkig 15° heiter 6° wolkig 16° Schauer 16° heiter 13° Schauer 14° Schauer 12° Schauer 17° heiter 18° Schn.sch. 2° wolkig 17° wolkig 15° wolkig 14° wolkig 17° wolkig 14° Schauer 16° heiter 7° heiter 19° heiter 15° wolkig 15° heiter 17° sonnig 24° wolkig 39° Schauer 18° Schauer 10° Gewitter 27° Schauer 6° heiter 33° st. bew. 10° Schauer 30° wolkig 26° Schauer 28° wolkig 30° heiter 22° Schauer 21° Schauer 11° heiter 28° sonnig 28° wolkig 15° wolkig 24° heiter 20° wolkig 31° heiter 33° sonnig 35° wolkig 24° Schauer 26° Schn.reg. 3° heiter 36° Schauer 33° Schauer 12° Schauer 32° wolkig 26° wolkig 35° st. bew. 27° sonnig 28° Schauer 21° Gewitter 33° Schauer 25° sonnig 20° heiter 29° sonnig 17° Schauer 8° Schauer 16° Maximum 1989: 21,5°C / Minimum 1918: -5,9°C 13° 4° 13° 5° 14° 4° 17° 5° 17° 6° 15° 4° 14° 15°2° 7° 14° 0°16° -3°17° 0° 17° 1° 11° 2° 17° 5° 12° -3° Weltwetter 12.00 Uhr UTC Madrid London Stockholm Berlin Wien Berlin Genf Hamburg Münster Köln RostockKiel München Zürich Innsbruck Salzburg Wien Stuttgart Dresden Frankfurt Paris Warschau Kiew Belgrad Moskau Istanbul Athen Tunis Rom Urlaubsorte Luft Wasser Helgoland Rügen Sylt Agadir Antalya Heraklion Malaga Palermo Rimini Tunis Las Palmas Cypern Mallorca 11° 8° 10° 16° 20° 19° 19° 15° 16° 19° 20° 22° 18° 6° 6° 7° 17° 17° 16° 16° 16° 15° 16° 20° 19° 15° Helsinki München 12° 4° Teils freundlich, teils ein wenig Regen Von der Nordsee und der westlichen Ostsee bis nach Tsche- chien überwiegen dichte Wolken. Sie bringen aber nur örtlich ein wenig Regen oder Nieselregen. Aber auch über den Alpen und im Osten Österreichs tauchen größere Wolkenfelder auf. Im Westen und Süden sowie im südwestlichen Niedersach- sen ist es nach Auflösung örtlicher Nebelfelder heiter bis wolkig und trocken. Sonst ist es verbreitet stark bewölkt oder wolkenverhangen, und die Sonne bekommt nur hier und da ein paar Chancen. Vor allem von Sachsen bis zur Nord- see kann es ein wenig regnen oder nieseln. Je nach Son- nenschein werden 10 bis 18 Grad erreicht. Samstag Sonntag Montag unter -10° -10° bis -5° -5° bis 0° 0° bis 5° 5° bis 10° 10° bis 15° 15° bis 20° 20° bis 25° 25° bis 30° über 30° Kanaren 06:01 18:38 04:32 16:06 30.03. 15.04.07.04. 22.04. 2100 mNullgradgrenze: Aussichten Wetterlage Denver Houston Havanna Singapur Hanoi Bangkok Manila Hongkong Shanghai TokioPeking Chengdu Miami Washington Chicago Toronto New York Los Angeles Vancouver Nordamerika EuropaDeutschland Asien Warmfront Kaltfront Mischfront Kaltluft Warmluft H T Hoch Tief Schauer 23° (Angaben für München) Ostwind 15 km/h Ostwind 30 km/h Quelle: www.wetterkontor.de Abu Dhabi Bangkok Bogota Boston Buenos Aires Chicago Darwin Denver Dom. Republik Hongkong Houston Jakarta Jerusalem Johannesburg Kabul Kairo Kuwait La Paz/Bol. Lima Los Angeles Malediven Manila Mekka Mexico City Miami Montreal Mumbai Nairobi New Delhi New York Panama Peking Perth Riad Rio de Janeiro San Francisco Singapur Sydney Teheran Tel Aviv Tokio Vancouver Washington DAS WETTER „Tiefer geht’s nicht“ vom 18. März: Schlag nach bei Shakespeare Wann ist das Thema Uli Hoeneß endlich durch? Ich denke, es reicht jetzt. Dass er zu guter Letzt noch zum anständigen Kerl hochstilisiert wird, macht mich sprachlos, aber nicht Shakespeare. Ich zitiere aus „Hamlet“, vierter Aufzug, zweite Szene: „Er ist beliebt bei der verworrnen Menge, die mit dem Aug’, nicht mit dem Urteil wählt. Wo das so ist, wägt man des Schuld- gen Plage, doch nie die Schuld.“ Dr. Klaus Gerhard, Bremen Genug ist genug Annette Ramelsbergers Artikel über die Hä- me der Medien spricht mir aus dem Her- zen, nicht weil es um Uli Hoeneß geht – mein Mann war eingefleischter Sechziger – sondern genug ist genug! Diese Hetzjag- den auf Prominente, die Verfehlungen be- gangen haben, sind ein Gräuel. Hoeneß hat seine Strafe bekommen und damit basta. Es ist gut, dass heute viel Gemauschel auf- gedeckt wird, aber einen bis dato unbe- scholtenen Menschen zu demontieren, bis er sich nicht mehr auf die Straße traut, das geht meinem Empfinden nach viel zu weit. Gabriele Gollong-Back, Gröbenzell Unverhältnismäßige Strafe Dass das Thema Hoeneß die Gemüter er- hitzt – auch in den wöchentlichen Talkrun- den – ist verständlich. Ich schließe mich al- lerdings auch dem mittlerweile zunehmen- den Kreis derer an, die eine Inhaftierung von Steuerhinterziehern grundsätzlich (und aus Gerechtigkeitsgründen) infrage stellen, zumal der Staat vor nicht allzu lan- ger Zeit aus einer Ordnungswidrigkeit erst eine Straftat gemacht hat. Inwieweit dann diese Straftat mit anderen Straftaten (Ver- gewaltigung, gefährliche Körperverlet- zung) im Bezug auf das Strafmaß vergleich- bar ist, darf wohl angezweifelt werden. Un- abhängig davon werden Steuerverschwen- der (Flughafen Berlin, Nürburgring, Droh- nen), die damit dem Volk das „geliehene Steuergeld“ stehlen, nicht strafrechtlich verfolgt. Eine öffentliche Debatte darüber, ob das gerecht ist, vermisse ich. Jan-Patrick Jarosch, München Reaktion der Opfer Annette Ramelsberger regt sich fürchter- lich darüber auf, dass Uli Hoeneß auch noch nach der Verurteilung übel mitge- spielt werde. Doch Schutzpatronin für Uli Hoeneß zu sein ist fehl am Platze. Er hat in seinen „guten“ Tagen gottgleich Karrieren aufgebaut und beendet. Er ist ein Spieler – nicht nur mit Geld, sondern auch mit Men- schen – und vermutlich ist auch seine Be- reitschaft zum Gang in das Gefängnis ein weiteres Verdunkelungsspiel. Hoeneß hat- te sich immer in der Öffentlichkeit als mo- ralische Instanz gebrüstet, dafür kann und muss er auch jetzt in seiner Morallosigkeit öffentlich gescholten werden. Häme kann auch die Reaktion von Opfern sein. Ein ganz normaler Krimineller, der sich er- dreistet, die Lebenswege anderer zu be- schmutzen, wird eben selbst beschmutzt. Prof. Harry Friebel, Hamburg Misstrauen ist berechtigt Die „Häme und Selbstgerechtigkeit“, die in verschiedenen journalistischen Erzeugnis- sen im Zusammenhang mit dem Hoeneß- Urteil deutlich wird, ist nichts anderes als der trübe Bodensatz dessen, was in jüngs- ter Zeit Tag für Tag in den scheinbar seriö- seren Talkrunden von Günther Jauch, An- ne Will bis Frank Plasberg über den Fern- sehzuschauer ausgegossen wurde. Beru- higt konnte der anschließend zu Bett ge- hen, weil er wusste, dass alle Politiker, Jour- nalisten, Juristen und andere kompetente und inkompetente Talkteilnehmer Hüter und Verteidiger der Moral und damit wah- re Vorbilder sind. Was aber, wenn die Welt von ihren „Taten einst/Den Ehrenmantel zieht, womit (sie) gleißend/Die wilde Glut verstohlner Lüste“ decken, wie Friedrich Schillers Maria Stuart ihrer Gegnerin Elisa- beth zu Bedenken gibt? Häme und Selbst- gerechtigkeit allenthalben! Misstrauen ist angesagt. Georg Plank, Oberroth Das gehört zur Pressefreiheit Journalisten sind das Salz in der Suppe der Demokratie. So weit bekannt, so weit theo- retisch anerkannt. Rechtsstaatliche Grund- sätze sind – hoffentlich auch in Bayern noch – festsitzendes Schulwissen. Was aber soll die Erkenntnis zu Häme und Selbstgerechtigkeit Neues vermitteln? Die Karikatur von Michael Holtschulte vom 13./14. März ( Hoeneß vor Gericht: „Und nun?“ – „Ich würde an Ihrer Stelle über ei- ne großzügige Spende für Stadelheim nachdenken...“) machte doch auch Spaß – oder wozu dienen diese „Bildchen“ sonst noch? Kann sich der Durchschnittsbürger nicht selbst seine Meinung bilden? (Stich- wort: mündiger Bürger) Der neue Mensch wird auch in München nicht herbeige- schrieben werden. Also weiterhin: Presse- freiheit ist und bleibt ein hohes Gut! Brigitte Kenngott, Donzdorf Also doch Zeit für Nebengeschäfte Es ist erst ein paar Wochen her, da erklär- ten uns Politiker der großen Koalition, sie müssten nun die Diäten erhöhen. Als zum Zynismus neigender Wähler dachte man: Aha, auch die Bundestagsabgeordneten finden, dass Geld eine tolle Sache ist und gehören – wie viele andere – zu denen, die gerne möglichst viel davon auf ihrem Kon- to haben möchten. Weit gefehlt: Vielmehr erklärten uns Redner im Plenum unter an- derem, dass ein Abgeordneter quasi rund um die Uhr für sein Mandat im Einsatz sei und damit auch angemessen bezahlt wer- den müsse. Das leuchtete ein. Nun erfahren wir, dass zumindest eini- ge Abgeordnete neben ihrem Full-Time- Job als Parlamentarier doch noch Zeit fin- den, sich ein paar Euro nebenher zu verdie- nen („250 000 Euro im Nebenverdienst“, 22./23. März). Dabei bringen es manche von ihnen auf Nebeneinkünfte, die deut- lich höher sind als das, was viele ihrer Wäh- ler in einem Jahr jemals verdienen könn- ten. Vermutlich taten sie das bislang aus blanker Not, weil sie von den bisher so mau- en Diäten kaum leben konnten. Dann könn- ten sie jetzt ja damit aufhören. Und sich voll und ganz dem widmen, wofür man sie gewählt hat und bezahlt: ihr Mandat auszu- üben. Marc Strehler, Mannheim Es fehlt der europäische Souverän In seiner Kritik am Urteil des Bundesver- fassungsgerichts spielt Heribert Prantl die nationale Demokratie gegen eine europäi- sche Demokratie aus, die es noch nicht gibt („Ende des Lateins“, 19. März). Was soll das Gericht anderes tun, als sich auf das deut- sche Grundgesetz zu beziehen? Die Vertei- digung der Rechte des Bundestages ist dem Gericht gelungen. Wer ein geeintes Europa anstrebt, darf sich nicht über grundlegende Rechte eines demokratisch gewählten Parlaments hinwegsetzen – da- zu gehört die Hoheit über die Steuermittel. Prantl schwebt ein anderes, ein europäi- sches Grundgesetz vor – und darüber müs- se der europäische Souverän abstimmen. Ist dazu die Zeit reif? Haben wir schon einen europäischen Souverän? Das bezwei- fele ich stark. In einer noch lange nicht überwunde- nen Situation, in der als Folge der Finanz- krise die meisten europäischen Staaten vor einem „Milliardengebirge der Bürg- schaften für den Euro“ stehen, klingt die Forderung nach einer Abstimmung über die Zukunft Europas recht abenteuerlich. Denn auf absehbare Zeit geht die Angst um, dass aus den Bürgschaften Zahlungs- verpflichtungen werden, dass also be- stimmte europäische Länder aufgrund von Fehlentscheidungen anderer europäi- scher Länder in Not geraten. Es geht um das Prinzip der demokratischen Verant- wortung: Die Bevölkerung eines Landes, in dem politische Entscheidungen auf demo- kratischem Weg gefällt werden, ist für die- se Entscheidungen verantwortlich und muss deren Folgen tragen. Wie soll sie sonst aus Fehlern lernen können? Die Ab- stimmung würde nicht das von Prantl er- hoffte Ergebnis bringen. Denn der Unmut über Europa wächst. Solange sich die Bevölkerungen der EU- Staaten mehr mit ihrem eigenen Land als mit Europa identifizieren, wollen sie nicht für die Folgen von Fehlentscheidungen an- derer Regierungen haften. Es wird noch ei- ne längere Zeit dauern, bis die Bevölkerun- gen Europas ein Wir-Gefühl entwickelt ha- ben und sich als europäische Solidarge- meinschaft fühlen. Den Weg dorthin soll- ten wir mutig Schritt für Schritt gehen. Wer aber statt der kleinen Schritte lieber große Sprünge machen will, der muss im Fall der Integration Europas damit rech- nen, auf die Nase zu fallen. Dr. Hans-Joachim Schemel, München → Der Film „Baal“ von Vol- ker Schlöndorff wurde nicht, wie in „Im Lichte reiten“ vom 25. März auf Seite 11 stand, vom Westdeutschen Rundfunk produ- ziert, sondern von Bayerischem Rundfunk und Hessischem Rundfunk gemeinsam mit Hallelujah Film. → In „Die Eine-Milliarde-Dollar-Idee“ vom 26. März auf Seite 25 hieß es, die HBO- Serie „Silicon Valley“ starte Anfang April, einen Tag nach dem US-Start, in Deutsch- land bei Sky. Das ist falsch, die Serie kommt erst im Herbst nach Deutschland. Abonnement: www.sz.de/abo Die Süddeutsche Zeitung wird als gedruckte Zeitung auf Papier und über die SZ-App digital vertrieben. Sie erscheint werktäglich, freitags mit SZ Magazin. Monatsbezugspreise inkl. Umsatzsteuer: Zeitungbei Zustellung frei Haus: in Bayern 51,40 Euro, außerhalb Bay- erns 54,40 Euro, für Studierende 25,90 Euro (nach Vorlage einer Be- scheinigung). Weitere Preise (z.B. im Ausland) und Bestellung online. SZ Digital (inkl. SZ E-Paper): 29,99 Euro, Vorzugspreis für tägliche Abonnenten 7,50 Euro. Bankkonto: Deutsche Bank (IBAN: DE54 7007 0010 0203 9394 00, BIC: DEUTDEMMXXX). Das Abonnement kann schriftlich mit einer Frist von vier Wochen zum Monatsende bzw. zum Ende eines vor- ausberechneten Bezugszeitraumes gekündigt werden. Abonnenten- und Leserservice: Telefon (089) 21 83-80 80, Fax (089) 21 83-82 07, www.sz.de/abo und www.sz.de/digital (Bestellung, Information, Service) SUEDDEUTSCHE ZEITUNG (USPS No. 0541550) is published daily except Sunday and holidays by Sueddeutsche Zeitung GmbH. Sub- scription price for USA is $ 970 per annum. K.O.P.: German Language Pub., 153 S Dean St, Englewood, NJ 07631. Periodicals postage is paid at Englewood, NJ 07631 and additional mailing offices. Postmaster: Send address changes to: SUEDDEUTSCHE ZEITUNG, GLP, POBox 9868, Englewood, NJ 07631. Ich arbeite ehrenamtlich für den Arbeits- kreis Humanitäre Hilfe für Asylbewerber in Neustadt an der Weinstraße („Das Kains- mal“, 15./16. März). Unter anderem betreue ich einen jungen Afghanen, der lange Jahre für internationale NGOs und viele Jahre für „help“ in Bonn gearbeitet hat. Er kam im Herbst 2012 auf Einladung des ifa (Insti- tut für Auslandsbeziehungen) zu einem Workshop nach Deutschland. Schon lange vorher hatte er schlimme Drohbriefe von den Taliban bekommen. Er war kaum hier, als seine Familie wieder einen so entsetzli- chen Brief bekam, dass seine Mutter und Frau ihn baten, nicht nach Afghanistan zu- rückzukehren, da er sofort getötet würde. Inzwischen bekam er den Flüchtlings- status zuerkannt und darf seine Familie nachholen. Der Papierkrieg, in dem wir uns seit Wochen befinden, ist menschen- verachtend! Die Formulare, die mir die deutsche Botschaft in Kabul zuschickte, sind eindeutig darauf angelegt, dass fast niemand sie richtig ausfüllen kann. Das fängt mit der Frage nach (Geburts-)Daten an, die dort fast niemand weiß, und hört mit der Forderung auf, lückenlos die Auf- enthaltsorte der vergangenen 20 Jahre mit Adresse zu dokumentieren. Und dann muss man aus all diesen Orten zwei Refe- renzen nennen. Mein „Mandant“ kommt aus Herat, seine Frau hat lange in Iran ge- lebt. Er muss auch zwei Referenzen aus Ka- bul angeben, obwohl keiner von ihnen je dort gelebt hat. Das ist pure Schikane! Seine Frau hat nur drei Monate Zeit, den Antrag auf Familienzusammenführung einzureichen, aber das geht erst, wenn alle Dokumente vorhanden sind. Dann muss sie mit den vier Kindern nach Kabul flie- gen, natürlich in männlicher Begleitung. Sie muss mit den vier Kindern den ganzen Tag in der endlosen Schlange vor der deut- schen Botschaft stehen, die natürlich im hochgefährdeten Regierungsviertel liegt, wo sich gerne mal jemand in die Luft sprengt. Hier in Deutschland ist alles gere- gelt, der junge Mann spricht fast fließend Deutsch, hat eine Wohnung für seine Fami- lie und macht gerade Zusatzqualifikatio- nen für die Jobsuche. Er ist sehr intelli- gent, sehr eloquent und hat absolute Lea- der-Qualitäten. Er wäre ein Gewinn für un- sere Gesellschaft. Er stirbt fast vor Angst um seine Familie! Und wir zittern alle mit. Joachim Käppners Artikel ist absolut zu- treffend. Die Deutschen hätten vieles ohne diese Mitarbeiter überhaupt nicht ausrich- ten können, und jetzt lassen wir sie so im Regen stehen. Eine Riesenschande! Ulrike Gauglitz, Neustadt/Weinstraße HOENESS UND DIE HÄME „Des Schuldgen Plage“ WEITERE LESERBRIEFE KORREKTUREN ANZEIGE Leserbriefe sind in keinem Fall Meinungsäuße- rungen der Redaktion. Wir behalten uns vor, die Texte zu kürzen. Außerdem behalten wir uns vor, Leserbriefe auch in der digitalen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung und bei Süddeut- sche.de zu veröffentlichen. Es können nur Zuschriften veröffentlicht werden, die sich auf benannte Artikel der Süddeutschen Zeitung beziehen. Zuschriften ohne Angabe des vollen Namens und der vollständigen Adresse können wir lei- der nicht bearbeiten. Bitte geben Sie für Rück- fragen auch immer Ihre Telefonnummer an. Fax: 089/21 83-85 30 forum@sueddeutsche.de FORUM & LESERBRIEFEDEFGH Nr. 73, Freitag, 28. März 2014 15 AFGHANISTAN-HELFER Als Dankeschön gibt’s Schikane Wird verspottet und verteidigt zugleich: Uli Hoeneß an einem der Prozesstage am Landgericht München. FOTO: AFP Wir unterstützen die Mutigen, die sich in Asien, Afrika und Lateinamerika gegen Landraub einsetzen. www.misereor.de
  • Schön ist das nicht, wenn einem ein Frem- der Essen vom Teller schnappt. Das gilt auch für die Große Braune Fledermaus, de- ren Teller – im übertragenen Sinne – der Nachthimmel Nordamerikas ist. Dort ja- gen die Tiere nach Insekten, und wenn sie einmal ein Beutetier ins Echolot-Visier ge- nommen haben, dann verteidigen sie ihre Mahlzeit. Wie Biologen um Genevieve Spanjer Wright berichten, melden die Tie- re ihre Besitzansprüche mit speziellen Ru- fen an (Current Biology, Bd. 24, S. 11 009, 2014). Wäre der Mensch in der Lage, die Ul- traschall-Nachrichten der Fledermäuse wahrzunehmen, hörte er wohl ein ständi- ges Meins-Meins-Gebrüll am Nachthim- mel. Die Biologen machten ihre Entde- ckung, als sie Aufnahmen jagender Fleder- mäuse analysierten. Zwischen den Ultra- schall-Rufen, mit denen die Tiere navigie- ren und ihre Umgebung sowie ihre Beute wahrnehmen, identifizierten sie Laute, die aus dem üblichen Schema fielen. Mit die- sen sozialen Rufen erheben die Tiere offen- bar Anspruch auf eine Beute, etwa ein ein- zelnes Insekt. Die Laute werden nur von Männchen ausgestoßen, vermutlich vertei- digen sie damit auch ihr Revier und kün- den von ihrer Dominanz. Dass die weibli- chen Fledermäuse keine solchen Rufe pro- duzieren, könnte einen simplen Grund ha- ben, so die Biologen: Sie bilden enge Allian- zen mit ihrem männlichen Partner und ja- gen oft mit ihm im Duett. Männchen gehen hingegen häufig allein auf Beutesuche und müssen sich gegen andere Männchen be- haupten. sehe Meins, meins, meins, meins! Der Körper zittert, die Handflächen fangen an zu schwitzen, die Augen rollen nervös hin und her: Eigentlich kennen Menschen erstaunlich viele Anzeichen, um zu entlar- ven, ob ein Gesprächspartner lügt oder nicht. Dennoch schneiden Probanden in Tests überraschend schlecht ab, in denen sie Lügner von Ehrlichen unterscheiden sollen. In Experimenten erkennen Testper- sonen im Schnitt nur in 47 Prozent aller Fäl- le eine Lüge, wenn ihnen eine aufgetischt wird. Da wäre es fast sinnvoller, eine Mün- ze zu werfen. Obwohl Lügendetektoren in Gerichtssälen einiger Länder schon einge- setzt werden, wissen Forscher noch er- staunlich wenig über die Grundlagen der Lüge – und wie man sie aufdeckt. Erken- nen wir Lügen unterbewusst? Oder brau- chen wir äußere Anzeichen? Psychologen der Universität Chicago bitten nun um Mit- hilfe, um den Mechanismen der Lüge auf die Spur zu kommen: In kurzen Videos kön- nen Teilnehmer entscheiden, ob jemand lügt oder nicht – und so der Wissenschaft ein klein wenig helfen. Der Test, und mehr darüber, wie Wissenschaftler das Lügen er- forschen, finden sich unter sz.de/luegende- tektor. chrb Im Namen des Klimaschutzes graben Wis- senschaftler zurzeit metertiefe Löcher in gut ein Dutzend Felder und Wälder, die ei- nes gemeinsam haben: Ihre Böden wurden vor etwa 40 Jahren mit mannshohen Pflug- schaufeln tiefgepflügt, um sie besser be- wirtschaftbar zu machen und die Erträge zu erhöhen. Im Querschnitt sehen sie aus wie ein Stück Marmorkuchen: viel goldgel- ber Sand, durchzogen von schwarzen, gut einen Meter tief liegenden Erdschichten. „Die schwarzen Balken enthalten viel Hu- mus, der früher einmal an der Bodenober- fläche war“, erklärt Axel Don vom Thünen- Institut. Im Humus wiederum sei Kohlen- stoff gespeichert, der die Atmosphäre um eine Menge Kohlendioxid entlasten könne. Je mehr Kohlenstoff in die Tiefe des Bo- dens verschwindet und je länger er dort bleibt, desto größer ist der klimaschützen- de Effekt. Wie viel Kohlenstoff tatsächlich im tiefgepflügten Humus steckt, untersu- chen die Thünen-Forscher gemeinsam mit Kollegen der Technischen Universität Braunschweig. Drei Ackerflächen und einen Waldbo- den haben sie schon analysiert, die Ergeb- nisse begeistern sie. „Wir haben fast 30 Pro- zent mehr Kohlenstoff gefunden als in ver- gleichbaren, unbearbeiteten Böden“, be- richtet Don. Auch der Dieselverbrauch der schweren Maschinen, mit denen die mäch- tigen Pflüge durch den Boden gezogen wer- den, schmälert die positive Kohlendioxid- bilanz nur um zwei Prozent. Der tiefge- pflügte Humus hält sich zudem offenbar über Jahrzehnte. Wie lange genau, wollen die Forscher als Nächstes ergründen. Tamás Harrach, emeritierter Professor der Universität Gießen, ist allerdings skep- tisch: „Das Tiefpflügen für den Klima- schutz ist eine kühne Idee“, sagt er. Ein Tief- umbruch sei teuer und energieaufwendig. Bis die oberen Bodenschichten wieder die gleiche Qualität haben wie vorher, dauere es Jahrzehnte. Der gelockerte Boden ist auch empfindlicher gegenüber Verdichtun- gen, und die Erosionsgefahr erhöht sich. Nicht umsonst wird das Tiefpflügen Har- rach zufolge heute nur noch ausnahmswei- se eingesetzt, zum Beispiel zur Rekultivie- rung von Braunkohleabbaugebieten. Auf Böden mit einem stabilen Bioporensystem im Unterboden wie etwa Lössböden sollte die Methode auf jeden Fall tabu sein. „Hän- de weg vom Tiefpflügen guter Böden“, for- dert er. Auch schwache Böden seien mitun- ter ungeeignet, wenn etwa durch das Pflü- gen zu viel Ton oder Steine nach oben be- fördert werden. Lediglich bestimmte Sand- böden könnten durch einen Tiefumbruch verbessert werden. Der Braunschweiger Wissenschaftler Axel Don kennt die möglichen negativen Nebenwirkungen. „Es ist Teil des Projek- tes herauszufinden, welche Böden für die Methode wirklich geeignet sind und wel- chen Nutzen sie auch den Land- oder Forst- wirten bringen könnte“, sagt er. Zum Bei- spiel wurzeln Bäume und Ackerpflanzen bis in die tiefgepflügte Humusschicht hin- ein und haben auch in trockenen Zeiten noch Zugang zu Wasser, wenn die Feuchtig- keit aus den oberen Bodenschichten schon verdunstet ist. „Das alles müssen wir aber erst einmal abklopfen, bevor wir Empfeh- lungen geben können“, sagt der Forscher. „Zurzeit sind wir noch beim ersten Schritt.“ andrea hoferichter Migrationsströme – bei diesem Wort ge- hen vielen Europäern vor allem Nachrich- tenbilder durch den Kopf. Sie sehen Afrika- ner, die im Mittelmeer ertrinken und Flüchtlinge im Hungerstreik. Diese Bilder nähren den Eindruck, mehr und mehr Men- schen würden ihr Geburtsland verlassen und vornehmlich nach Westeuropa stre- ben. Wissenschaftler gingen bislang davon aus, dass der Anteil der wandernden Bevöl- kerung seit den 1990er-Jahren steigt. Doch diese Annahme ist womöglich falsch, be- haupten jetzt der Statistiker Guy Abel und die Geografin Nikola Sander vom Institut für Demografie in Wien (Science, Bd. 343, S.1520, 2014). Ihre Studie deutet stattdes- sen darauf hin, dass die weltweiten Migrati- onsströme in den letzten zwanzig Jahren weder gestiegen sind noch abgenommen haben. Sie sind stabil und werden es aller Voraussicht nach auch erst einmal bleiben. Überhaupt sollte man besser von einem Tröpfeln sprechen als von einem Strömen. Gerade einmal 0,6 Prozent der Weltbevöl- kerung verlassen seit 1995 ihr Land. Zu diesem Ergebnis kamen Abel und Sander , indem sie die Bevölkerungszahlen von 196 Ländern in Intervallen von fünf Jahren analysierten. Migrationsbewegun- gen an sich sind schwer zu messen, da ver- schiedene Länder ihre Daten unterschied- lich erheben. Stattdessen sahen sich die Forscher nun die Zensusdaten der Verein- ten Nationen an und bestimmten, wie viele Menschen in den Jahren 1990, 2000 und 2010 je in einem anderen als ihrem Ge- burtsland lebten. Mithilfe einer Software, mit der auch Genetiker arbeiten, berechne- ten sie dann, welcher Bevölkerungsanteil von wo nach wo über den Erdball rinnt. Im Hinblick auf die Richtung der Migra- tionsströme bestätigten die Forscher frü- here Erhebungen. So wandern die Bürger afrikanischer Staaten – entgegen der Vor- stellung vieler Europäer – vor allem inner- halb ihres Kontinents, meist bleiben sie so- gar in ihrer Region. Menschen aus Süd- und Südostasien ziehen vor allem in den Nahen Osten oder nach Nordamerika. Dort- hin und nach Südeuropa zieht es auch die Lateinamerikaner. In alle möglichen Rich- tungen verstreuen sich die Europäer, wenn sie denn ihren Kontinent überhaupt verlas- sen. Generell streben die Menschen aus un- terentwickelten Gegenden in höher entwi- ckelte Länder. Trotzdem sei in den nächs- ten Jahrzehnten nicht damit zu rechnen, dass sich bisherige Trends maßgeblich ver- ändern, selbst dann nicht, wenn die Bevöl- kerung in Sub-Sahara-Afrika stark an- steigt. franziska von malsen von katrin blawat E twas nachzubauen, das es in der Na-tur bereits gibt – vor zehn Jahrennoch kam Jef Boeke diese Idee wider- sinnig vor. Inzwischen hat er seine Mei- nung geändert, wie eine Studie im Fachma- gazins Science (online) belegt. Darin berich- ten der Genetiker von der Johns Hopkins University in Baltimore und 79 weitere Au- toren, wie sie ein Chromosom der Bäcker- hefe im Labor nachgebaut und zugleich nach ihren Wünschen verändert haben. Nie zuvor ist es gelungen, ein derart komplexes Chromosom wie das von Sac- charomyces cerevisiae – zu deutsch Bä- cker-, Brau- oder Bierhefe – im Labor zu synthetisieren. Damit ist ein weiterer gro- ßer Schritt in der Hefe-Genomik geschafft, nachdem das Erbgut dieses Mikroorganis- mus vor fast 20 Jahren entziffert wurde. So unverkennbar stolz Boeke und seine Koautoren auf diesen Erfolg sind, so lassen sie keinen Zweifel an ihrem eigentlichen Ziel: Eine ganze Hefezelle mit einem kom- plett künstlichen Genom auszustatten. Daran arbeiten bereits zahlreiche Forscher- gruppen im Rahmen eines weltweiten Pro- jekts. Bäckerhefe besitzt etwa 6000 Gene, verteilt auf 16 Chromosomen. Die meisten davon sind größer und damit vermutlich schwieriger nachzubauen als jenes, von dem das Team nun berichtet. Dennoch hat der Freiburger Biotechnologe Wilfried We- ber kaum Zweifel daran, dass es auch mit den übrigen 15 Chromosomen gelingen kann: „Das ist eher eine Fleißarbeit.“ In zwei Jahren, so hofft Boeke, werde es ge- schafft sein. Petra Schwille, Direktorin am Max-Planck-Institut für Biochemie in Mar- tinsried bei München, sieht ein mögliches Problem weniger im Nachbauen als darin, das künstliche Genom im lebenden Orga- nismus zu aktivieren. Können sich Hefezel- len mit synthetischen Chromosomen eben- so schnell vermehren , und wachsen sie ge- nauso gut wie ihre normalen Artgenossen? Zumindest für Hefe mit einem künstli- chen Chromosom ist das nun mit Ja beant- wortet. Auch als die Forscher die Umge- bungstemperatur, den Säuregehalt der Nährlösung sowie eine Reihe weiterer Um- weltbedingungen in ihren Experimenten modifizierten, schlugen sich die veränder- ten Hefezellen ebenso gut wie die natürli- chen. Das ist umso erstaunlicher, als die Wissenschaftler die Hefe-DNA ordentlich entrümpelt hatten, ehe sie sich an den Nachbau machten. Das Team entfernte al- le Bestandteile, die als nicht lebensnotwen- dig gelten. Statt der knapp 317 000 DNA- Bausteine des natürlichen Chromosoms enthält die künstliche DNA nicht einmal 274 000 Bausteine. Dieses Aussortieren ist ein riskantes Unterfangen, wie Boeke aus Erfahrung weiß: „Eine falsche Verände- rung, und die Zelle stirbt.“ Umgekehrt haben die Forscher durch den gezielten Verzicht auf einige DNA-Ab- schnitte Kenntnisse darüber gewonnen, worauf ein Organismus zur Not verzichten kann. Diese Frage mag überraschend klin- gen. Tatsächlich aber ist sie in der Bioche- mie noch immer nicht umfassend beant- wortet – und einer der Gründe, warum Boe- ke es inzwischen doch sinnvoll findet, die Natur im Labor nachzubauen. Zu den ver- zichtbaren DNA-Abschnitten im Hefe- Chromosom gehören den Studienergebnis- sen zufolge zum Beispiel jene, die sich mehrmals wiederholen. Aus Sicht der Evo- lution sind solche Fragmente nützlich, weil sie helfen, in der Natur zu überleben. Rein biotechnisch betrachtet sind solche Schnipsel jedoch reine Energieverschwen- dung. „Die Fähigkeit, sich anpassen zu kön- nen, kostet Energie“, sagt Weber. Nimmt man der Zelle diese Flexibilität, bleiben ihr mehr Ressourcen für das, was die Indus- trie von ihr erwartet – zum Beispiel, Medi- kamente und Treibstoffe zu produzieren. Zwar lassen sich auch die einfacher struk- turierten Bakterien zu solchen Minifabri- ken genetisch umprogrammieren. „Hefen haben aber einen flexibleren Stoffwech- sel“, sagt Weber. So wird schon heute das Malaria-Medikament Artemisinin mithil- fe genetisch umprogrammierter Bäckerhe- fe gewonnen. Lügen im Labor Wie sich Unehrlichkeit zeigt Jetzt müssen die Forscher herausfinden, welche Böden wirklich geeignet sind Wühlen für den Klimaschutz Tiefpflügen galt lange Zeit als Ökosünde, doch jetzt entdecken Forscher auch Umweltvorteile Wenig Bewegung Die weltweite Migrationsrate ist seit 20 Jahren stabil Hefe ohne Extras Ein im Labor zusammengebautes Chromosom der Bäckerhefe zeigt: Nicht jeder Abschnitt des Genoms ist notwendig. Künstlich erschaffene Minimalorganismen könnten als effiziente Produktionsstätten für Chemikalien dienen Entrümpeln im Erbgut ist riskant: „Eine falsche Veränderung, und die Zelle stirbt.“ WISSEN16 HF2 Freitag, 28. März 2014, Nr. 73 DEFGH FO TO :G ET TY IM AG ES /N AT IO N AL G EO G RA PH IC . . . gleich auf kaufdown.de ersteigern! Kaufdown Die Auktion, bei der der Preis sinkt Freitag, 28. März 2014 Bubble-Club-Sofa von Kartell Modern, weiß, wetterfest: das perfekte Sofa für draußen. Aktionsset! Der stapelbare Toy-Garten-Stuhl im 4er-Set inklusive Sitzauflagen! Chill-Hängematte von fatboy Genießen Sie den Sommer mit Headdemock – Spaß und Platz für die ganze Familie! Sie sind Händler und wollen bei Kaufdown dabei sein? Kontakt: kaufdown@sueddeutsche.de ®AMBIENTEDIRECT.COM the home of modern living
  • von michael bauchmüller und caspar busse Berlin/München – Als nach zwei Dutzend Polizeimotorrädern schließlich auch der Stretch-Benz der Präsidentin anrollt, streckt Joe Kaeser ein letztes Mal das Kreuz. Brust raus, Hände vor dem Bauch verschränkt: Es geht los. „Very nice to see you“, sagt der Siemens-Chef ein bisschen steif, Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye neigt lächelnd den Kopf. Kaeser bringt noch ein paar Sätze aus seinem Repertoire für Staatspräsidenten an, lobt kurz die „good relationship“ zwischen beiden Län- dern, dann geht es rein ins Berliner Turbi- nenwerk. Jetzt bloß keine Turbulenzen mehr. Weder kleine noch große. Siemens-Chef Joe Kaeser, 56, macht in diesen Tagen Weltpolitik. Am vergange- nen Wochenende war er in Peking und hat sich mit der chinesischen Führung getrof- fen. Am Mittwoch stattete er Russlands Präsident Wladimir Putin einen umstritte- nen Besuch ab. Am Freitag dann trifft er den chinesischen Staatspräsidenten und unterschreibt Absichtserklärungen. Quasi nebenbei führt er den Weltkonzern Siemens, arbeitet an einer neuen Strategie. Kaeser, erst seit neun Monaten im Amt, tritt mittlerweile wie selbstverständlich auf der ganz großen politischen Bühne auf. Aber selten landet er dabei so im Hai- fischbecken der Weltpolitik wie in dieser Woche. Während der Westen über Sanktio- nen gegen Putins Russland nachsinnt, trifft Kaeser ebendiesen. Und den Auslöser der Krise, Russlands Annexion der ukraini- schen Krim, wird er wenige Stunden nach dem Besuch in einem Fernsehinterview als „kurzfristige Turbulenzen“ abtun. Davon lasse sich ein Weltkonzern wie Siemens „in unserer langfristigen Planung auch nicht übermäßig leiten“. Das sitzt. Kaeser kommt aus Arnbruck, einem Dorf im Bayerischen Wald, dort wohnt er heute noch. Er arbeitet seit 34 Jahren bei Siemens, und er ist erst seit August Vor- standsvorsitzender. Er führt einen Welt- konzern, Siemens ist in 190 Ländern tätig, vom Konzernumsatz in Höhe von 76 Milli- arden Euro kommen nur noch elf Milliar- den Euro aus Deutschland. Siemens war schon immer auch ein politisches Unter- nehmen, weltweit kommen viele Aufträge von Regierungen – für U-Bahnen, Kraft- werke, medizinische Geräte. Ex-Chef Hein- rich von Pierer war einst selbst ernannter Wirtschaftsberater der Regierung, fühlte sich mehr als Politiker denn als Manager. Ex-Chef Peter Löscher reiste unermüdlich, traf die Mächtigen der Welt. Joe Kaeser knüpft da nahtlos an. Mit dem Firmenflugzeug war Kaeser an diesem Mittwoch zu seinem Kurztrip nach Moskau aufgebrochen. Dort traf er erst Alexej Miller, den mächtigen Gazprom- Chef. Siemens ist schon lange Geschäfts- partner des Gaskonzerns. Beide Seiten hät- ten sich dafür ausgesprochen, das im Dezember 2011 unterzeichnete Abkom- men über eine strategische Partnerschaft fortzusetzen, erklärte Gazprom danach. Am Nachmittag geht es weiter zu Putins Amtssitz Nowo-Ogarjowo, in einem klei- nen Wald am Rande der russischen Haupt- stadt gelegen, umgeben von einer mächti- gen Mauer. Die Siemens-Delegation ist klein. Neben Kaeser nehmen von deut- scher Seite nur zwei Vertraute an dem Ge- spräch mit Putin teil: Stephan Heimbach leitet bei Siemens die Abteilung Kommuni- kation und Regierungskontakte und Diet- rich Möller, der Chef von Siemens in Russ- land ist. Etwa eine knappe Stunde müssen die Gäste warten, erzählt Kaeser danach. Das sei „im Rahmen des Üblichen“. Die Weltpolitik ist das Reich des Prunks, gerade in Moskau. Putin empfängt nicht ir- gendwo, sondern in einem Raum voller Stuck, mit Leuchtern an den Wänden und einem riesigen ovalen Tisch. Und er emp- fängt auch nicht irgendwie: Plötzlich öff- net sich die Tür, und der Präsident steht da. Ein herzlicher Händedruck, ein paar kurze Worte. Für die Fernsehkameras ha- ben offenbar Putins Leute selbst gesorgt. Der weltweit kritisierte Staatsmann trifft den Chef eines der wichtigsten deutschen Industrieunternehmen: Diese Bilder ge- hen später um die Welt. Putin weiß um die Kraft solcher Symbole. Und bei Siemens war man offenbar ein wenig überrascht, wie sehr der Kreml das Treffen instrumen- talisierte. In den russischen Medien findet es kaum Beachtung, im Westen sehr wohl. Mit am Tisch sitzt auch der Chef der rus- sischen Eisenbahn, Wladimir Jakunin, der inzwischen höchstpersönlich auf der Sank- tionsliste der USA steht. Der Rahmen wer- de vom Gastgeber gesetzt, heißt es dazu bei Siemens. Im Fernsehen ist zumindest zu sehen, wie Kaeser sehr freundlich die „herausragenden“ Olympische Spiele in Sotschi lobt: „Das war für die Welt eine gelungene Zusammenkunft.“ Ist das typi- scher Smalltalk am Anfang schwieriger Gespräche? Putin ist jedenfalls erfreut und revanchiert sich mit dem Versprechen, die Einfuhrzölle für Siemens-Produkte wür- den auf null reduziert. Alle Welt redet über Sanktionen, aber der Rubel rollt. Die Atmosphäre sei gut gewesen, erzäh- len danach Teilnehmer. „Da sitzen Leute, die sich kennen.“ In der Tat: Es war nicht das erste Treffen zwischen Kaeser und Pu- tin. Erst im Oktober vergangenen Jahres kamen die beiden in der russischen Stadt Tuapse zu einem ausführlichen Gespräch zusammen. Anlass war die Eröffnung einer neuen Raffinerie von Rosneft, an deren Errichtung die Münchner beteiligt sind. Siemens ist bemüht, das neue Tref- fen als „normalen Kundenbesuch“ darzu- stellen, geliefert werden an Russland unter anderem Hochgeschwindigkeitszüge, Lokomotiven, Medizintechnikprodukte und Gasturbinen. Und ohnehin hat Sie- mens Erfahrung mit heiklen Fällen: Mit Iran etwa unterhielt der Konzern noch Ge- schäftsbeziehungen, da war das Land längst isoliert. Das kommt nicht immer gut an, ist aber gut fürs Geschäft. Nach etwa einer Stunde mit Putin stei- gen Kaeser und seine Begleiter in einen sil- bernen Mercedes-Bus und fahren davon. „Es ist gut, wenn man im Dialog bleibt“, sagt der Siemens-Chef später im „Heute Journal“. Im Übrigen sei das Treffen lange vor dem Ausbruch der Krise vereinbart worden. Nur ist das Timing jetzt alles ande- re als glücklich: Während sich in Brüssel die westlichen Regierungschefs mit US- Präsident Barack Obama zu Krisenbera- tungen treffen, macht Kaeser in Moskau Putin seine Aufwartung. Vor seinem Be- such habe er das Kanzleramt informiert, sagt Kaeser, und es habe „keine Widerstän- de irgendwelcher Art“ gegeben. Auch die deutsche Botschaft in Moskau sei im Bilde gewesen, heißt es aus seinem Umfeld, über die Gespräche wie auch deren Ergebnis. Die Kaeser-Reise ist in jedem Fall ein Po- litikum. Kanzlerin Angela Merkel teilte mit, sie habe derzeit nichts dagegen, wenn deutsche Firmen Kontakte in Russland pflegten. Es gibt Nachahmer: Jetzt will auch Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube nach Moskau fahren. Für die Münchner steht, wie übrigens auch für andere deut- sche Unternehmen, viel auf dem Spiel. Sie- mens macht etwa zwei Milliarden Euro Um- satz in Russland, wichtige Großaufträge kommen aus Moskau. Die Beziehungen ha- ben Tradition: Schon 1853 hat Siemens sein erstes Büro in St. Petersburg eröffnet. Im Turbinenwerk in Berlin-Moabit, auch so ein Traditionsbau, schreiten Kae- ser und die Präsidentin am Tag nach dem Moskau-Ausflug die Gasturbinen ab. Süd- korea hat schon acht gekauft, ihre Effizi- enz setzt weltweit Maßstäbe. Jetzt sind in der Halle wieder fünf Turbinen in Arbeit, auch das gute Stück im Montage-Stand Nummer 3: auszuliefern in eine Kleinstadt im Ural. In vier Wochen soll sie fertig sein. Falls sich bis dahin nicht doch noch größe- re Turbulenzen ergeben. blacktriangleright Seite 4 Auch Rüdiger Grube, Chef der Deutschen Bahn, will nun nach Moskau reisen Eckhard Cordes ist seit 2010 Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirt- schaft. Dieser vertritt die Interessen deut- scher Unternehmen im östlichen Europa, darunter vor allem auch in Russland. Der Ausschuss hat rund 180 Mitgliedsunter- nehmen – vom Mittelständler bis zum Dax- Unternehmen. Cordes war zuletzt selbst zu Gesprächen in Moskau. SZ:HerrCordes,Siemens-ChefJoeKaeser hat sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin getroffen. Ist das für die deutsch-russischenWirtschaftsbeziehun- gen überhaupt hilfreich? Eckhard Cordes: Wir sind weiterhin der fes- ten Überzeugung, dass wir alle bestehen- den Dialogmöglichkeiten mit Russland nutzen müssen, um zu einem größeren ge- genseitigen Verständnis und einer friedli- chen Lösung des aktuellen Konflikts beizu- tragen. Mit einem Abbruch von Gesprä- chen und einer weiteren Isolierung Russ- lands lösen wir keine Probleme, im Gegen- teil. Deshalb ist es gut und richtig, dass deutsche Unternehmen in Abstimmung mit der Bundesregierung geplante hoch- rangige Treffen weiter wahrnehmen. Konterkariert Joe Kaeser damit nicht alle politischen Bemühungen zur Beilegung der Krise? Das Gegenteil ist der Fall: Allen Seiten wird doch durch diese Treffen bewusst, wie eng sie wirtschaftlich miteinander verbunden sind und was für beide Seiten auf dem Spiel steht, wenn es zu einer Spirale von Wirtschaftssanktionen kommt. Ist Russland überhaupt so wichtig für die deutschen Unternehmen? Allein die 30 deutschen Dax-Unterneh- men beschäftigen in Russland rund 45 000 Mitarbeiter, hinzu kommen unzäh- lige mittelständische Betriebe mit Produk- tion in Russland. In Deutschland sichert der Handel mit Russland 350 000 Arbeits- plätze. Diese engen Wirtschaftsverbindun- gen haben in den vergangenen Jahrzehn- ten bereits eine Reihe von Krisen über- standen und sind auch jetzt wieder ein wichtiges stabilisierendes Element unse- rer Beziehungen, das wir nicht infrage stellen sollten. Die Krise weitet sich aus, einige Politiker plädieren für einen harten Kurs. Wie starkwürdenweitereWirtschaftssanktio- nen deutsche Unternehmen treffen? Wir sehen weiterhin eine gute Chance, dass harte Wirtschaftssanktionen verhin- dert werden können. Niemand will sie, sie wären eine Belastung für die gesamte euro- päische Wirtschaft. Deutschland wäre betroffen, weil wir innerhalb der EU den intensivsten Handel mit Russland haben. Aber am meisten leiden würden wirtschaft- lich schwache Länder wie die Ukraine oder südosteuropäische Länder mit hoher Ener- gieabhängigkeit von Russland, bei denen konjunkturelle Probleme gleich Existenz- fragen aufwerfen. interview: caspar busse Es muss ziemlich muffig gewesen sein im Zimmer und auch etwas schmutzig. An den Wänden waren Spuren eines Was- serschadens zu erkennen, erinnert sich Greg Christie, Fenster gab es keine, und das Reinigungspersonal durfte den Raum nicht betreten – zu geheim war das Pro- jekt, an dem hier gearbeitet wurde. Codena- me: „purple“, lila. Für Christie war das Zim- mer im zweiten Stock des Apple-Haupt- quartiers im kalifornischen Cupertino „hei- liger Boden“. Über mehrere Monate traf er sich hier mit Firmengründer Steve Jobs und einer Handvoll Mitarbeitern regelmä- ßig, um an einem kleinen Gerät zu tüfteln, das heute als iPhone weltbekannt ist. Christie und sein Team waren für die Software des Smartphones zuständig. Da- für, dass Nutzer ihr iPhone heute mit ei- nem Wisch über das Display entsperren oder per Touchscreen den nächsten Song auswählen können. Erstmals hat Christie nun öffentlich über diese Zeit gesprochen. In einem Interview mit dem Wall Street Journal berichtet er, wie „erschreckend klein“ sein Team gewesen sei und unter welchem Druck er und seine Kollegen hät- ten arbeiten müssen. Christie war im Jahr 1996 zu Apple ge- kommen, sein erstes Projekt war der „New- ton“: ein kleines MessagePad mit Touch- screen und Stift. Dem Produkt war kein Er- folg beschieden – zu sperrig, zu teuer, zu viele Fehler, der „Newton“ floppte. Den- noch war Christie von der Idee eines per- sönlichen Assistenten für die Hosentasche überzeugt. Ende 2004 fragte ihn Scott Forstall aus dem Apple-Software-Team, ob er an einem geheimen Projekt mitarbei- ten wolle. Der Auftrag: ein Telefon mit Touchscreen, das Musik abspielen kann. Christie und sein Team hatten schon eini- ge Zeit herumprobiert, als Steve Jobs im Februar 2005 ungemütlich wurde. „Steve hatte langsam genug“, erinnert sich Chris- tie, „er forderte größere Ideen und größere Konzepte“. Jobs habe ein Ultimatum ge- stellt und damit gedroht, das Projekt ei- nem anderen Team zu geben. Der Druck hat offenbar nicht geschadet. Unter höchster Geheimhaltung tüftelten Christie und seine Kollegen an der Soft- ware. Mitarbeiter, die von zu Hause aus ar- beiteten, mussten ihren Computer auf Wei- sung von Jobs so platzieren, dass ihnen auf keinen Fall jemand über die Schulter bli- cken konnte. Im fensterlosen Raum trafen sich Christie und Jobs, um über Fortschrit- te zu sprechen und die Software auf einem alten Mac zu testen. Als Christie und Jobs schließlich die fertige Version den wichti- gen Leuten im Unternehmen präsentier- ten, habe Jobs immer häufiger das Wort er- griffen und die Geschichte nach und nach zu seiner eigenen gemacht, erzählt Chris- tie. Im Januar 2007 präsentierte der Chef das iPhone erstmals der Öffentlichkeit, im Sommer kam das Gerät in die Läden – und wurde zu einem gigantischen Erfolg für Apple. Bis heute sind sieben Generationen erschienen, die letzte – das iPhone 5s und 5c – im vergangenen Herbst. Jedes neue Gerät konnte seinen Vorgänger übertrump- fen, etwa 500 Millionen Stück insgesamt wurden bis heute verkauft. Dass Christie ausgerechnet jetzt mit sei- ner Geschichte an die Öffentlichkeit geht, ist vermutlich kein Zufall. Apple und Kon- kurrent Samsung beharken sich seit Jah- ren vor Gericht. Die Amerikaner werfen den Südkoreanern vor, Design und Soft- ware der Apple-Geräte kopiert zu haben, Samsung bestreitet das. Am kommenden Montag startet eine neue Runde der juristi- schen Auseinandersetzung, es geht unter anderem um das Patent auf die Wischge- ste zum Entsperren des iPhones. Die Ge- schichte von Christie ist wohl Teil der Stra- tegie von Apple. Die Berichte von gehei- men Treffen in muffigen Räumen sollen zeigen, wie innovativ das Unternehmen da- mals war. benjamin romberg von jürgen schmieder W er einmal einen Abend in einemCasino verbracht hat, der dürfteam Roulettetisch diesen Mo- ment erlebt haben, an dem die Kugel mehrmals nacheinander auf ein rotes Feld gefallen ist und zwischen den Freun- den eine heftige Diskussion entbrennt. Der eine will nun einen Chip auf Schwarz setzen mit der Behauptung, dass diese Farbe nun wieder an der Reihe sei. Der an- dere hält nicht weniger überzeugt dage- gen, dass es sich um eine Serie handeln würde und es die einzig richtige Strategie sei, sein Geld in Rot zu investieren. Man ist kurz versucht, beide Argumentationen für vernünftig zu halten – ehe man sich denkt: Moment mal, es ist Kugel, Kessel und Croupier doch vollkommen egal, wel- che Zahlen oder Farben zuvor gewonnen haben. Die Wahrscheinlichkeiten ver- schieben sich nicht, sie sind bei jedem neuen Spiel genau gleich. Ähnlich verhält es sich auf dem Spiele- markt für Smartphones. Natürlich hat das in Schweden gegründete und in Ir- land registrierte Unternehmen King Digi- tal mit dem Spiel „Candy Crush“ einen un- glaublichen Hit gelandet. Die App wurde mehr als 500 Millionen Mal auf mobilen Geräten installiert, täglich nutzen 144 Mil- lionen Menschen die Angebote des Unter- nehmens, das im vergangenen Jahr einen Gewinn von knapp 568 Millionen Dollar erwirtschaftete. Analysten rechnen da- mit, dass der Umsatz in diesem Jahr um knapp 40 Prozent auf 2,6 Milliarden Dol- lar steigen dürfte. Diese Zahlen hören sich wunderbar an, vor allem aber klin- gen sie besser als die vieler anderer Tech- nik-Unternehmen, die zum Zeitpunkt des Börsengangs keine Gewinne oder gar ge- waltige Verluste machen. Nun ist King Digital in New York an die Börse gegangen und wurde zunächst bei einem Stückpreis von 22,50 Dollar mit mehr als sieben Milliarden Euro bewer- tet. Im Laufe des Tages fiel der Preis aller- dings auf unter 19 Dollar – und es hat den Anschein, als würden die Anleger gerade wie Zocker am Roulettetisch überlegen, wo sie ihren Chip auf dem grünen Filz plat- zieren sollen. Es lohnt sich durchaus, in den gewaltig wachsenden Markt der mo- bilen Spiele zu investieren. Bereits heute zocken eine Milliarde Menschen auf dem Smartphone, oder der Umsatz mit den Spielen soll gewaltig steigen. Das Problem dabei ist nur, jenes Unter- nehmen zu identifizieren, das gerade da- bei ist, das nächste süchtig machende Pro- dukt zu entwickeln und damit eine Gold- ader zu entdecken. Einige Anleger ver- trauen deshalb, das zeigt das gewaltige In- teresse am Börsengang von King Digital, auf die Nach-Rot-kommt-wieder-Rot- Strategie: Das Unternehmen hat bereits ei- nen Hit gelandet, warum sollte es ihm nicht ein zweites Mal gelingen? Sie wissen ganz offensichtlich, wie man ein süchtig machendes Spiel bastelt. Nur: King Digi- tal hat bereits 180 Spiele im Portfolio. Drei Viertel seines Umsatzes generiert die Firma jedoch immer noch mit „Candy Crush“, King Digital hat also keine beein- druckende Serie hingelegt, sondern erst einmal nur einen Hit. Genau deshalb warnen nicht wenige Branchenexperten davor, dass es sich bei „Candy Crush“ um ein One-Hit-Wonder handeln könnte. Sie begründen ihre Vor- sicht mit zahlreichen Beispielen: Der fin- nische Hersteller Roivo Entertainment etwa, der mit wütenden Vögeln und die- bischen Schweinen überaus erfolgreich war, hat seit „Angry Birds“ keinen ver- gleichbaren Erfolg mehr geschafft. Zynga hat das Facebook-Spiel „Farmville“ entwi- ckelt und ist Ende 2011 an die Börse gegan- gen – die Aktie stürzte von elf auf weniger als zwei Euro ab, mittlerweile kostet ein Anteil 3,25 Euro. Seit „Farmville“ ist Zyn- ga kein erfolgreiches Spiel mehr gelun- gen. Und es gibt auch noch Glu Mobile, ei- nen Publisher für Smartphone-Spiele, der bereits 2007 an die Börse gegangen ist. Zunächst stürzte die Aktie gewaltig ab und dümpelte dann lange vor sich hin. Natürlich hat King Digital durch den Börsengang 511 Millionen Dollar einge- nommen, das Unternehmen kann nun in die Entwicklung neuer Produkte investie- ren, vor allem aber in die Vermarktung der Spiele. Bei der Game Developers Con- ference wurde deutlich, wie wichtig es für einen Spielehersteller ist, ganz oben in den Charts platziert zu sein, damit die Zo- cker die Produkte überhaupt wahrneh- men. Allerdings: Der Vietnamese Dong Nguyen hatte sein Spiel „Flappy Birds“ oh- ne Hilfe innerhalb von drei Tagen entwi- ckelt und gar nicht beworben – es wurde dennoch ein riesiger Erfolg. Niemand kann vorhersehen, ob King Digital noch einmal ein ähnlicher Erfolg wie „Candy Crush“ gelingt. Eine Investiti- on in das Unternehmen ist so, als würde man ins Casino gehen und am Roulette- tisch sein Geld auf Rot setzen. DEFGH Nr. 73, Freitag, 28. März 2014 HF2 17 Hier geht es lang: Siemens-Chef Joe Kaeser (rechts) zu Besuch beim russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin. FOTO: A. ZEMLIANICHENKO/AFP „Gut und richtig“ Eckhard Cordes, der Chef des Ost-Ausschusses, plädiert für einen Dialog mit Russland Ein Mann von Welt Siemens-Chef Joe Kaeser ist erst ein paar Monate im Amt, aber er macht bereits globale Politik. Seine Visite beim russischen Präsidenten Putin sorgt für Wirbel – und findet Nachahmer Jobs’ Helfer Greg Christie erzählt, wie das iPhone wirklich entstanden ist BÖRSENGÄNGE Digitaler Wahnsinn Eckhard Cordes, 63, geboren in Neumüns- ter, arbeitete lange für den Daimler-Kon- zern. Danach wech- selte er zum Misch- konzern Haniel. Zuletzt war er Vor- standschef von Metro. FOTO: J. SIMON Die Entwickler haben mit „Candy Crush“ einen unglaublichen Hit gelandet WIRTSCHAFT NAHAUFNAHME „Steve hatte langsam genug. Er forderte größere Ideen und größere Konzepte.“ Greg Christie, iPhone-Entwickler FOTO: AFP
  • Olli Rehn, 51, der wegen seiner Vorliebe für heiße Hintergrundtreffen in der Sauna und ungewöhnlich langsame Sprechge- schwindigkeit als finnischer Charakterdar- steller beliebte EU-Kommissar für Wirt- schaft und Währung, lässt sich beurlau- ben. Grund sind die Europawahlen am 25. Mai. Rehn bewirbt sich um einen Sitz im nächsten Europäischen Parlament, er ist zugleich der zweite Spitzenkandidat der europäischen Liberalen. Und weil es in der Europäischen Kommission einen Ver- haltenskodex gibt, der besagt, dass ein Kommissar nicht gleichzeitig eine andere politische Rolle spielen darf, sprich: also nicht in den Wahlkampf für eine politische Partei ziehen darf, lässt Rehn sein Amt ab Ende nächster Woche ruhen. Und zwar mindestens bis zum 25. Mai. Am Tag danach kann er wieder seinen Platz in der Kommission einnehmen. Ob er das machen wird, ist allerdings fraglich. Denn wahrscheinlich müsste er sein Amt spätestens zum 1. Juli ganz aufgeben. An diesem Tag nämlich konstituiert sich das neue Europäische Parlament – und da es als sicher gilt, dass Rehn (FOTO: DPA) einen Platz im Plenum bekommt, müsste er erneut seinen Sessel in der Europäischen Kommission räumen. Um etwaigen Verwir- rungen vorzubeugen, wird Rehn nächste Woche also zum wahrscheinlich letzten Mal an einem Treffen der europäischen Finanzminister teilnehmen. Danach wird einer der anderen EU-Kommissare Rehns Portefolio bis zum Ende der Legislaturperi- ode (31. Oktober) mitübernehmen. Theore- tisch ist es auch möglich, dass Finnland einen neuen Kommissar schickt. Rehn ist nicht der einzige, der sein Kom- missarsamt an den Nagel hängt. Auch Justizkommissarin Viviane Reding und Haushaltskommissar Janusz Lewandow- ski scheiden aus, um in den Wahlkampf zu ziehen. gam von jens flottau Frankfurt – Es war genau 22.04 Uhr am Mittwoch, als der „Hinweis zur Air-Berlin- Bilanzpressekonferenz“ einging. Zu lesen stand darin, dass die für Donnerstag ge- plante und schon einmal abgesagte Veran- staltung erneut verschoben werden muss, weil die „Gespräche mit Gesellschaftern und weiteren Parteien“ noch laufen. Die Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr 2013 sollen nun Ende April verkündet wer- den. Auch ein Hinweis darauf, dass die La- ge bei Air Berlin ernst ist, sehr ernst. Denn in den „Gesprächen“ geht es ge- zielt darum, wie es die Anteilseigner schaf- fen könnten, dem Unternehmen mehr Geld zur Verfügung zu stellen, ohne dabei Gesetze zu brechen. Es ist eine komplizier- te Angelegenheit, komplizierter als bei nor- malen Kapitalerhöhungen. Nach allem, was man weiß, ist auch den Beteiligten selbst noch nicht ganz klar, wie genau sie die Liquidität erhöhen und das Eigenkapi- talkonto, das seit Ende September 2013 ne- gativ ist, entlasten können. Als wahrscheinlichste Lösung gilt nach Informationen aus Branchenkreisen, dass der Haupteigner, die arabische Fluggesell- schaft Etihad, die Beteiligung von 29,2 auf 49 Prozent erhöht – mehr geht nicht, weil Air Berlin sonst ihren Status als eu- ropäische Fluggesellschaft und Verkehrs- rechte verlieren würde. Die ursprüngli- chen Kernaktionäre rund um Ex-Vor- standschef Joachim Hunold sollen, heißt es, rund 38 Prozent der Anteile überneh- men, die jetzt in der Hand von Klein- aktionären liegen. Das Problem: Obwohl der Aktienkurs von Air Berlin niedrig liegt, würde das Vorhaben rund 100 Millionen Euro kosten. In der Branche sorgen die Pläne schon jetzt für Ärger. Denn Konkurrenten wie die Lufthansa argwöhnen, dass Etihad hinter der Finanzierung der deutschen Aktionäre stehen könnte. Sie befürchten, dass letzt- lich das Emirat Abu Dhabi mit den giganti- schen Öl-Einnahmen einen lokalen Kon- kurrenten dauerhaft durchfüttert. Damit würde sich erneut die Frage stellen, wer tat- sächlich die Kontrolle über Air Berlin aus- übt. „Für mich ist Air Berlin kein eigenstän- dig überlebensfähiges Unternehmen“, sagt ein Insider schon jetzt. Und ein Airline- Vorstand macht deutlich, dass die anderen Unternehmen „Widerstand leisten“ wer- den. Er könne sich zudem „nicht vorstel- len, dass die Bundesregierung so einfach mitmacht“ – nur um Schlimmeres zu ver- hindern. Andererseits: „Es ist sehr schwer nachzuweisen, dass Etihad tatsächlich die Kontrolle hat.“ Denn die Finanzierung wür- de voraussichtlich nicht direkt geleistet werden. Im Gespräch ist offenbar, dass die Gruppe um Hunold Geld von einem Staats- fonds aus Abu Dhabi leihen soll und die Kredite auch zurückzahlen muss. Eine entscheidende Frage ist ungeklärt: Warum verbindet Air Berlin überhaupt die Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr mit einer Kapital- maßnahme, die noch nicht endgültig be- schlossen ist? Streng genommen könnte das Unternehmen das Ergebnis jederzeit bekannt geben – außer freilich: Es gibt ei- nen Zusammenhang zwischen der Geld- spritze und dem Jahresabschluss. Dieses wiederum wäre ein weiterer Anlass zur Sor- ge, denn es könnte bedeuten, dass die Wirt- schaftsprüfer dem Unternehmen die weite- re Überlebensfähigkeit nur unter Bedin- gungen attestieren, die noch nicht erfüllt sind, oder noch Löcher zu stopfen sind. Es gibt allerdings dafür derzeit keine öffentli- chen Hinweise. Die rechtlichen Fragen sind nicht die ein- zige Hürde. „Viele Beteiligte haben ihre ei- gene Agenda“, so ein Beobachter. Die ESAS Holding der türkischen Unternehmerfami- lie Sabanci etwa war im März 2009 bei Air Berlin eingestiegen, als der Aktienkurs bei gut drei Euro lag. Derzeit ist das Air-Berlin- Papier nur gut zwei Euro wert. Ein Insider vermutet, ESAS würde aktuell bis zu 15 Mil- lionen Euro verlieren. Etihad müsste Sa- banci deswegen vermutlich mit einem Preis weit über dem aktuellen Aktienkurs zum Ausstieg bewegen. ESAS hält derzeit rund zwölf Prozent an Air Berlin. In der Branche gibt es aber auch Ver- ständnis für die schwierige Lage von Air Berlin. „Es sieht so aus, als habe die Luft- verkehrsteuer Air Berlin so geschwächt, dass jetzt ausländische Geldgeber de facto mehrheitlich an einer deutschen Airline be- teiligt werden“, sagt Condor-Chef Ralf Te- ckentrup. Die Fluggesellschaften können in der Regel die Mehrkosten, die durch die Abgabe entstehen, nicht weiterreichen. Bei Air Berlin machte dies im dritten Quar- tal 2013 rund 41 Millionen Euro aus. Doch die Probleme von Air Berlin rei- chen tiefer. Die Fluggesellschaft bezeich- net sich selbst als Hybrid zwischen einem klassischen und einem Billig-Anbieter, zwi- schen einer Ferien-Airline und einer ernst zu nehmenden Alternative für Geschäfts- reisende – und ist damit klar überfordert. Etihad ist vor allem am Marktzugang in Deutschland interessiert und will den Asi- enverkehr über das Drehkreuz in Abu Dha- bi lenken. Doch was gut für Etihad ist, muss nicht gut für Air Berlin sein. Im Ge- genteil: Die Positionierung im oberen Marktsegment, die Etihad anstrebt, passt nicht zu den Ticketerlösen, die im Europa- verkehr zu erreichen sind. Michael Kemmer, 56, Bankenlobbyist, zweifelt daran, ob der Bankenstresstest wie geplant im Herbst abgeschlossen wer- den kann: „Da muss alles optimal laufen, damit das klappt“, sagte der Chef des Ban- kenverbands (BdB). Denn der Zeitplan sei sehr ehrgeizig: 128 Institute müssen sich derzeit einer Bilanzprüfung und einem anschließenden Stresstest der Bankenauf- seher unter dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB) stellen. Die Ergebnisse sollen im Oktober offen gelegt werden. Doch auch daran zweifelt der Cheflobbyist mit Verweis auf seine bisherige Erfah- rung: „Da könnte es zum Ochsenrennen kommen.“ Er meint damit, dass eine Bank, die den Test bestanden hat, versucht sein könnte, das gute Ergebnis an die Öffent- lichkeit zu streuen. Und dann würden Journalisten die anderen Banken fragen, ob sie denn auch bestanden hätten. Und dass einige Institute durchfallen werden, davon ist Kemmer (FOTO: DPA) überzeugt, sonst würde der Stresstest als „zu leicht“ abgestempelt. Der Test müsse hart ausfallen, damit das Vertrauen in die Ban- ken zurückkehren kann. rex Stress der Banker Leonhard Fischer, 51, Durchhaltekünst- ler, hat es endlich geschafft: Der Kauf der BHF-Bank ist unter Dach und Fach. „Ich freue mich, dass es nach der langen Warte- zeit abgeschlossen ist“, sagte Fischer (FO- TO: OH). Selbstverständlich ist das nicht: Mehr als drei Jahre dauerte das Tauziehen um die BHF, die zur Deutschen Bank ge- hörte. Denn die Finanzaufsicht Bafin legte sich quer und forderte immer neue Doku- mente von den einzelnen Investoren, die sich um den ehemaligen Investmentban- ker der Dresdner Bank geschart hatten. Der Preis beläuft sich nach Angaben von RHJ auf 340 Millionen Euro, die Deut- sche Bank hatte sich einst 500 Millionen erhofft. 30 Millionen des Kaufpreises werden in RHJ-Aktien bezahlt, wodurch die Deutsche Bank sechs Prozent an dem Finanzinvestor halten wird. Fischer hofft, dass er durch die Zusam- menführung mit der Investmentbank Kleinwort Benson, die zu RHJ gehört, jähr- lich 20 Millionen Euro einsparen kann – vor allem soll das bei der IT passieren, Stellen- abbau schloss Fischer nicht aus, ohne kon- krete Zahlen zu nen- nen. rex JimGoetz, 48, erfolgreicher Geldgeber, hat – man darf es, auch wenn es abgedro- schen ist, in diesem Zusammenhang sa- gen – ein wahrhaft goldenes Händchen. Eines, wie es einst auch der sagenhafte Midas hatte, die Gestalt aus der griechi- schen Sage, der alles, was sie berührte, in Gold verwandeln konnte. Goetz jeden- falls, der wichtigste Investor beim Kurz- mitteilungsdienst Whatsapp, schaffte es in diesem Jahr auf den ersten Platz der sogenannten Midas-Liste des amerikani- schen Wirtschaftsmagazins Forbes. Auch diese Liste ist in gewisser Hin- sicht sagenumwoben, denn Forbes führt hier alljährlich die erfolgreichsten Wagnis- finanzierer der High-Tech-Industrie auf – Männer (und ja, es sind bis auf vier Aus- nahmen leider nur Männer auf der 100-köpfigen Liste), die mit ihren Venture- Capital-Firmen viele Millionen in kalifor- nische Garagenfirmen oder innovative Gründer in Boston und New York stecken. Goetz (FOTO: OH) arbeitet als Partner für Sequoia Capital, er lernte sehr früh What- sapp-Gründer Jan Koum kennen, glaubte an ihn, als dieser noch zweifelte – und verdiente prächtig, als Facebook vor weni- gen Wochen das Unternehmen für 19 Milliarden Dollar übernahm. Sequoia Capital gehören nun Facebook-Aktien im Wert von drei Milliarden Dollar. Auf dem zweiten Platz der Midas-Liste steht Marc Andreessen, 42, der einst hinter dem erfolgreichen Internet-Brow- ser Netscape stand, ehe dieser von Micro- soft aufgesogen wurde. Nun hat Andrees- sen bei vielen erfolgreichen Firmen die Finger mit drin: bei Twitter und Skype, bei Groupon und Zynga. Auf Platz drei folgt schließlich Peter Fenton, 41, Partner bei Benchmark. Auch er hat das Geld seiner Firma in Twitter gesteckt, Benchmark gehören 6,7 Prozent des Kurznachrichtendienstes. usc Auch die Luftverkehrsteuer hat die finanziell klamme Air Berlin geschwächt Die Fluggesellschaften vom Persischen Golf sind die derzeit größte anzunehmen- de Bedrohung für die europäischen An- bieter. Dabei haben die Lufthansa, Air France-KLM, British Airways und die an- deren noch nicht einmal eine schlüssige Antwort auf die Billigflieger innerhalb Eu- ropas gefunden, da kommt schon die nächste große Welle auf sie zu – mindes- tens so unangenehm wie die Herausforde- rung auf den Kurzstrecken. Denn die drei großen Golf-Fluggesell- schaften – sie heißen Emirates, Qatar Air- ways, Etihad – drohen Einnahmen ausge- rechnet in jenem Segment zu untergra- ben, das bislang noch relativ gut lief. Wäh- rend außer den Billiganbietern selbst kaum jemand im Europaverkehr Geld ver- dient, ist das Geschäft auf den Interkonti- nentalverbindungen meistens profitabel. Schlimm genug, beschränkt sich Eti- had seit längerem nicht mehr auf den Ver- kehr zwischen Europa und Asien, son- dern kauft sich Marktzugang und Firmen- anteile auch innerhalb Europas. Das Un- ternehmen hat sich bislang an Aer Lin- gus, Air Berlin, Darwin (Schweiz) und Air Serbia beteiligt, es ist zudem an Alitalia in- teressiert. Der zentrale Vorwurf der hiesi- gen Fluggesellschaften lautet, dass sich die Konkurrenz die bis auf Aer Lingus sa- nierungsbedürftigen Tochter-Fluggesell- schaften letztlich nur mit Hilfe von arabi- schem Staatsgeld leisten kann. Etihad befindet sich im Besitz des Emi- rates Abu Dhabi und damit der herrschen- den Al-Nahyan-Familie. Das Emirat könn- te angesichts von Öl-Einnahmen von rund einer Milliarde Dollar pro Tag locker die Investitionen in den Aufbau einer gro- ßen Airline verschmerzen. Etihad weist den Vorwurf natürlich zurück und argu- mentiert, die Strategie lohne sich, weil die vielen Partner so viele Synergien ermögli- chen und sich mithin imVerbund viel Geld sparen lasse. Mit ihrer lauten Kritik an den angebli- chen oder tatsächlichen Subventionen wollen die europäischen Airlines verhin- dern, dass ihre Regierungen den Flugge- sellschaften vom Golf noch mehr Ver- kehrsrechte einräumen. Emirates etwa darf in Deutschland nur vier Flughäfen ansteuern, würde aber gerne mindestens sechs bedienen (nämlich neben Düssel- dorf, Hamburg, Frankfurt und München auch noch Berlin und Stuttgart). Außer- dem spekulieren die Unternehmen dar- auf, von lästigen und teuren Zusatzbelas- tungen wie die Luftverkehrsabgabe be- freit zu werden. Mit ihrer Kritik stehen die Fluggesellschaften weitgehend allei- ne da. Flugzeughersteller Airbus ist im Ge- genteil sehr daran interessiert, dass Emi- rates, Qatar und Etihad weiter expandie- ren dürfen, schließlich kaufen die Betrei- ber Langstreckenjets im Wert von Dutzen- den von Milliarden Euro. Der Airbus A380 wäre in noch größeren Nöten, wenn nicht allein Emirates 140 Stück des Riesen-Flie- gers bestellt hätte. Auch die Flughäfen sind daran interessiert, dass sie neue Langstreckenverbindungen bekommen. Die deutschen Airports hoffen zudem, dass Etihad-Partner Air Berlin überlebt, sonst wären sie in Zukunft der Lufthansa auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Und welchen Passagier stört es schon, dass ir- gendwo Subventionen fließen, wenn er ei- nen guten Preis und ein zum Teil besseres Produkt bekommt als bei den heimischen Anbietern? jens flottau Geduldiger Investor Männer mit dem goldenen HändchenVon der Sauna in den Wahlkampf PERSONALIEN Die Langstrecken sind, wenn auch nicht immer lukrativ, so doch meistens profitabel Fieberhafte Suche nach viel Geld Die strauchelnde Firma im Geschäft zu halten, ist für die Eigentümer eine komplizierte Operation Fluggesellschaften Wie Air Berlin in schwierigen Zeiten ums Überleben kämpft Die drei vom Golf Emirates, Qatar Airways, Etihad: Diese Konkurrenten machen den europäischen Anbietern Angst WIRTSCHAFT18 HF2 Freitag, 28. März 2014, Nr. 73 DEFGH 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 64,1 21,5 14,2 28,5 -9,3 -247,0 70,2 -80,9* Gewinn und Verlust Angaben in Millionen Euro *1. bis 3. Quartal 0 5 10 15 20 20082007 2009 2010 2011 2012 2013 ’14 Kursentwicklung Angaben in Euro Air Berlin SZ-Grafik: Eiden; Quelle: Air Berlin, Thomson Reuters Teures Geschäft: Ein Flugzeug der Luftfahrtgesellschaft Air Berlin auf einer Parkposition des Flughafens Berlin Tegel. FOTO: RALF HIRSCHBERGER/DPA
  • von daniela kuhr und harald freiberger Berlin/Frankfurt – Fast wäre es Rüdiger Grube bei der Bilanz-Pressekonferenz an diesem Donnerstag gelungen, den heiklen P-Namen kein einziges Mal auszuspre- chen. Doch um exakt 12.18 Uhr passierte es schließlich doch. Wenn auch nur ganz kurz. Der „Name Pofalla“ sei im Aufsichts- rat überhaupt kein Thema, antwortete der Bahnchef knapp auf die Frage eines Jour- nalisten – und sein Tonfall zeigte deutlich, dass sie ihn genervt hat. Dabei war Grube natürlich klar gewe- sen, dass der umstrittene Wechsel des frü- heren Kanzleramtsminister Ronald Pofal- la zur Bahn eines der Themen sein würde, das die Journalisten am meisten interes- siert. Zumal die Personalie am Vortag auch den Aufsichtsrat beschäftigt hatte, aller- dings ohne – da hat Grube die Wahrheit ge- sagt – dass der Name Pofalla explizit gefal- len wäre. Stattdessen hatte der Bahn-Chef den Kontrolleuren abstrakt erläutert, wie er den Bereich „Politische Kontakte“ künf- tig personell gestalten will. Demnach sol- len die drei Mitarbeiter, die sich derzeit noch darum kümmern, aber bald in den Ru- hestand gehen, von Januar 2015 an durch einen ersetzt werden – eben Pofalla, auch wenn Grube den Namen nicht aussprach. Pofalla würde dann nicht Vorstand, so wie es ursprünglich geplant war, sondern zunächst nur Generalbevollmächtigter. Da- mit aber ist für diese Personalie der Auf- sichtsrat eigentlich gar nicht zuständig, weil dieser sich ja nur um die Vorstände kümmert. Grube informierte das Gremi- um dennoch, schon allein um einen Schlussstrich unter die wochenlangen Dis- kussionen zu ziehen. Und womöglich ist ihm das sogar gelungen. Jedenfalls gab es im Aufsichtsrat keine einzige Wortmel- dung zu diesem Tagesordnungspunkt – sondern stattdessen nur eine Protokollno- tiz, dass man das Konzept „zustimmend zur Kenntnis“ nehme. Darüber dürfte Gru- be sehr erleichtert gewesen sein, schließ- lich hat der Bahn-Chef zur Zeit wahrlich an- dere Probleme. So wurden die Ziele, die der Vorstand sich für 2013 gesetzt hatte, weit verfehlt. Statt des ursprünglich angestrebten Be- triebsgewinns (vor Zinsen und Steuern, Ebit) von 2,8 Milliarden Euro erwirtschafte- te der Konzern nur noch 2,2 Milliarden Eu- ro. Unterm Strich blieb sogar nur ein Ge- winn von 649 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 1,46 Milliarden Euro gewe- sen. Gründe für den Rückgang waren vor allem ein schwacher Logistikbereich und Güterverkehr sowie ein Verlust von Markt- anteilen im Regionalverkehr. Auch beim Schienennetz sprudeln die Gewinne nicht mehr so stark wie in den Jahren zuvor. Das Netz trug nur noch 665 Millionen Euro zum Ergebnis bei, während es 2012 noch 894 Millionen Euro gewesen waren. Der einzige Bereich, der sich besser als im Vor- jahr entwickelt hat, waren die ausländi- schen Personenverkehrsgesellschaften, die bei der Bahn unter dem Namen Arriva zusammengefasst sind. Sie trugen alles in allem 245 Millionen Euro zum Ergebnis bei. 2012 waren es noch 238 Millionen Eu- ro gewesen. Doch Grube hatte auch ein paar gute Nachrichten. So sind im vergangenen Jahr so viele Menschen mit der Bahn gefahren wie nie zuvor. 2,016 Milliarden Fahrgäste transportierte das Unternehmen – und da- mit 42 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Und das, obwohl die Bahn Anfang des ver- gangenen Jahres erst mit einem harten Winter zu kämpfen hatte, dann wochen- lang mit vom Hochwasser überspülten Gleisen und im Sommer schließlich mit dem Chaos in Mainz. Im dortigen Stell- werk waren so viele Mitarbeiter krank oder im Urlaub, dass der Hauptbahnhof ta- gelang vom Fernverkehr abgekoppelt war. Die Bahn versprach, daraus zu lernen, und stellte bis zum Jahresende konzernweit 2000 zusätzliche Mitarbeiter ein. In den ersten zwei Monaten dieses Jahres waren es noch mal 600. „Wir tun alles, um solche Ereignisse, wie wir sie in Mainz erleben mussten, künftig zu vermeiden“, ver- sprach Personalvorstand Ulrich Weber am Donnerstag. Für dieses Jahr erwartet die Bahn besse- re Zahlen. Der Umsatz, der 2013 rund 39 Milliarden Euro betragen hatte, soll auf 41 Milliarden Euro steigen. „Die Devise lau- tet: Ärmel hoch und in die Offensive ge- hen“, kündigte Grube fast trotzig an. Draußen vor dem Eingang zum „Silber- turm“ in Frankfurt, wo die Bilanzpresse- konferenz diesmal stattfand, entfaltet sich derweil eine ganz andere Szenerie. Aktivis- ten des „Bündnis Bahn für Alle“ haben ein riesiges Plakat aufgehängt. „Flächen- und Bürgerbahn statt Profitwahn“, steht in gro- ßen Lettern darüber. Das Bündnis, dem un- ter anderen die Nicht-Regierungs-Organi- sationen Robin Wood und Attac angehö- ren, wirft der Bahn vor, ihr Geld lieber in Prestige-Objekte wie den unterirdischen Bahnhof Stuttgart 21 oder die Schnellstre- cke Nürnberg-Erfurt zu stecken, als den Bürgern in der Fläche eine umweltfreundli- che und günstige Möglichkeit der Fortbe- wegung zu bieten. Im Turm erinnert Grube daran, dass die Bahnreform vor genau 20 Jahren in Frank- furt ihren Anfang genommen habe. Drau- ßen auf dem Plakat steht: „20 Jahre Bahn- reform – kein Grund zum Feiern“. In dieser Zeit habe das Bahn-Management die Beleg- schaft im Schienenbereich mehr als hal- biert, über 1000 Bahnhöfe geschlossen und 7000 Kilometer Schiene stillgelegt. „Bahnhöfe und Schienen verrotten, weil die Deutsche Bank ihr Geld für Einkaufs- zentren mit angeschlossenem Zughalt aus- gibt“, heißt es im „Alternativen Geschäfts- bericht“, den das Bündnis seit Jahren im- mer wieder zum Tag der Bilanz veröffent- licht. „Säckeweise verschwindet das Geld in Hochgeschwindigkeitsstrecken und gla- mourösen Bahnhöfen.“ Berlin– Steuerhinterzieher müssen in Zu- kunft weitaus strengere Auflagen erfüllen, wenn sie nach einer Selbstanzeige beim Fi- nanzamt straffrei ausgehen wollen. Die Fi- nanzminister fast aller Bundesländer einig- ten sich am Donnerstag auf erste Eckpunk- te einer Reform, verschoben aber die end- gültige Entscheidung auf Anfang Mai. Laut Eckpunkte-Beschluss soll der Zeit- raum, für den die Steuererklärung berich- tigt und Geld nachgezahlt werden muss, von fünf auf zehn Jahre verdoppelt wer- den. Auch verjähren alle Delikte statt nach zehn künftig erst nach 15 Jahren. Darüber hinaus wird der „Strafzuschlag“ auf die hinterzogene Summe von fünf auf zehn Prozent erhöht. Offen ist noch, ob der Zu- schlag weiterhin erst bei einer Steuer- schuld von mehr als 50 000 Euro erhoben wird, oder ob man ihn absenkt, wie die SPD- geführten Länder das fordern. Auch die Frage, ob die Selbstanzeige nur noch bis zu einer bestimmten Summe, zum Beispiel ei- ne Million Euro, vor einer Haftstrafe schüt- zen soll, muss noch geklärt werden. Die Diskussion darüber, ob und wie die Kriterien der strafbefreienden Selbstanzei- ge verschärft werden sollten, hatte durch den Fall des früheren FC-Bayern-Präsiden- ten Uli Hoeneß neuen Schwung bekom- men. Bis auf ihren Brandenburger Kolle- gen Helmuth Markov (Linke), der das Ins- trument grundsätzlich ablehnt, plädieren mittlerweile alle Landesfinanzminister für strengere Regeln. Nach ihrem Dafürhalten ermöglicht die Selbstanzeige reuigen Steu- ersündern die Rückkehr in die Legalität und ist überdies für den Staat sehr viel ein- träglicher und handhabbarer als etwa die Auswertung von Steuer-CDs. Markov dage- gen hält das Instrument für eine moderne Form des mittelalterlichen Ablasshandels. Er verweist darauf, dass Ladendiebe, Schwarzfahrer und Sozialbetrüger keine Möglichkeit der Reinwaschung haben. Einigen sich die Landesminister bei ih- rem Jahrestreffen am 8. und 9. Mai mehr- heitlich auf ein gemeinsames Vorgehen, wollen sie im Anschluss bei Bundesfinanz- minister Wolfgang Schäuble (CDU) für ihr Ansinnen werben und möglichst einen ge- meinsamen Gesetzentwurf von Bundestag und Bundesrat initiieren. Er könnte schon Anfang 2015 in Kraft treten. Schäuble hat seine Mitwirkung bereits signalisiert. Der rheinland-pfälzische Ressortchef Carsten Kühl (SPD) erklärte, nach dem jet- zigen Grundsatzbeschluss müsse jedem klar sein, dass Steuerhinterziehung kein Kavaliersdelikt, sondern „Betrug am Ge- meinwohl“ sei. Sein bayerischer Amtskolle- ge Markus Söder (CSU) sprach von einem „Signal der Handlungsfähigkeit“. „Was wir vorhaben, ist die wuchtigste Reform der Selbstanzeige seit vielen, vielen Jahren“, sagte er der Süddeutschen Zeitung. Als Reaktion auf den Fall Hoeneß und die Reformpläne der Politik hatte sich die Anzahl der Selbstanzeigen zuletzt dras- tisch erhöht. Nach einer Umfrage der Nach- richtenagentur dpa wurden allein in den ersten Wochen des Jahres mindestens 8000 Anzeigen erstattet. Im gesamten Vor- jahr waren es 26 000 gewesen. CDU/CSU- Fraktionsvize Ralph Brinkhaus, betonte, die geplante Reform sei richtig, die Selbst- anzeige müsse aber handhabbar bleiben: „Wenn wir die Hürden so hoch ziehen, dass keiner sie mehr erfüllt, dann ist nichts ge- wonnen.“ claus hulverscheidt Blick auf einen Bahnsteig am Mainzer Hauptbahnhof: Das Stellwerk-Debakel dort blamierte die Bahn gründlich. FOTO: FREDRIK VON ERICHSEN/DPA Das lästige P-Wort Der „Name Pofalla“ sei im Aufsichtsrat überhaupt kein Thema, behauptet Bahn-Chef Grube auf der Bilanz-PK seines Unternehmens. Das war ein wenig geflunkert. Wahr ist, dass der Vorstandsvorsitzende zurzeit andere Probleme hat: Trotz Passagierrekords ist der Gewinn eingebrochen Eine wuchtige Reform Die Selbstanzeige wird teurer, die Verjährungsfrist länger „Säckeweise verschwindet das Geld in glamourösen Bahnhöfen.“ Zwei Milliarden Fahrgäste transportierte das Unternehmen im vergangenen Jahr WIRTSCHAFTDEFGH Nr. 73, Freitag, 28. März 2014 HF2 19 Mühsames Geschäft: Steuerunterlagen im Finanzamt Straubing. FOTO: DPA
  • Berlin– Es kommt nicht oft vor, dass Bahn- Chef Rüdiger Grube mal so richtig sauer ist. Am Dienstag aber hatte der sonst so freundliche 62-Jährige „die Schnauze voll“, wie Vertraute von ihm berichten. Seit Tagen hatte es Diskussionen darüber gege- ben, dass ihm schon vor einiger Zeit für den 1. Mai 2014 eine Gehaltserhöhung ver- sprochen worden war: Sein Festgehalt, das seit seinem Amtsantritt im Mai 2009 un- verändert 900 000 Euro betragen hat, soll- te um 20 Prozent, also um 180 000 Euro, steigen. Doch im Aufsichtsrat gab es auf einmal Widerstand, vor allem von den Staatssekretären. 20 Prozent war ihnen zu viel, sie wollten dem Bahn-Chef nur ein kleineres Plus zugestehen. Das ging so lan- ge hin und her, bis Grube schließlich sagte: Wisst ihr was, ihr könnt mich mal. Das sag- te er natürlich nicht wortwörtlich so, aber letztlich war das die Botschaft. Jedenfalls verzichtete er, denn die Bahn habe nun wahrlich dringendere Probleme. Der Vorfall wirft eine interessante Frage auf: Wäre der Chef der Deutschen Bahn mit einem Festgehalt von 1,08 Millionen Euro wirklich überbezahlt? Immerhin hat das Unternehmen weltweit 300 000 Mitar- beiter. Andererseits aber, und eben das hat- ten die Staatssekretäre im Blick, ist die Bahn noch immer ein hundertprozentiger Staatskonzern. Zum Vergleich: Die Kanzle- rin verdient knapp 250 000 Euro im Jahr– und der Bundespräsident 214 000 Euro. Zumal zu Grubes Festgehalt ja noch Bo- ni hinzukommen, die allerdings von Jahr zu Jahr stark schwanken – je nachdem, wie gut er die Ziele erfüllt, die der Aufsichtsrat ihm gesetzt hat. 2012 etwa, als die Bahn ei- nen Rekordgewinn einfuhr, kassierte der Bahn-Chef einen Bonus von 1,76 Millionen Euro. Ein Jahr später dagegen, als der Ge- winn auf einmal zusammenschmolz, be- kam Grube nur noch 760 000 Euro. Zusammen mit seinem Festgehalt ka- men so aber immer noch beachtliche 1,66 Millionen Euro zusammen. Verglichen mit der Kanzlerin ist auch das extrem viel Geld, verglichen mit den Vorständen ande- rer Unternehmen ähnlicher Größe dage- gen nicht. Die Chefs der Dax-30-Konzerne haben allesamt mehr verdient. Doch welcher Vergleich ist der angemes- sene? Der erste, meint der Grünen-Frakti- onschef Anton Hofreiter. „Die Spitzenge- hälter in einem hundertprozentigen Staats- unternehmen dürfen sich nicht allzu weit von denen in der Politik entfernen“, sagt er. Andernfalls sei der Anreiz zu groß, „dass Politiker den Staatsunternehmen et- was Gutes tun, um sich dort für später ei- nen Job zu sichern. Beispiel Pofalla“. Damit spielt Hofreiter auf den früheren Kanzler- amtsminister an, der ursprünglich im Lauf dieses Jahres in den Vorstand den Bahn wechseln wollte – was aber nun wegen zahl- reicher Proteste verschoben wurde. Die Bahn ist allerdings nicht das einzige Staatsunternehmen, bei dem das Spitzen- personal mehr verdient als die Kanzlerin. Einer der beiden Geschäftsführer der Bun- desdruckerei etwa bekam 2012 mehr als 600 000 Euro plus Pensionsrückstellun- gen. Und der Vorstandschef der KfW er- hielt alles in allem gut eine Million Euro. Die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, möchte die Debatte breiter füh- ren. „Obszön hohe Gehälter müssen genau- so geächtet werden wie Hungerlöhne.“ Die Bundesunternehmen könnten mit gutem Beispiel vorangehen. Vorstände von Staats- unternehmen sollten nicht mehr verdie- nen als das Zwanzigfache der niedrigsten Lohngruppe im Unternehmen: „Für Bahn- Chef Grube wäre das immer noch fast eine halbe Million Jahresgehalt.“ dku/uhl Europäische Staatsbetriebe Streit um Deckelung der Managergehälter Schnauze voll Bahn-Chef Grube hätte gern mehr verdient – deutlich mehr Paris – Groß ist die Empörung in Frank- reich, wenn wieder einmal ein Manager der ungenierten Selbstbedienung verdäch- tigt wird. Zuletzt musste Philippe Varin – der vorzeitig als Chef des verlustreichen Autoherstellers Peugeot ausscheidet – un- ter öffentlichem Druck auf ein Rentenpa- ket von 21 Millionen Euro verzichten. Die unpopuläre sozialistische Regie- rung versucht, sich diese Grundstimmung zunutze zu machen: In Zeiten, in denen sie Beschäftigte und Arbeitslose auf Einschnit- te einstimmt, drängt sie wählerwirksam auf die Kürzung von Managerbezügen. Al- lerdings sind ihre Möglichkeiten be- schränkt – selbst bei börsennotierten Fir- men, an denen der Staat beteiligt ist. Jüngst wies das Pariser Finanzministeri- um seine Verwaltungsräte bei Konzernen wie Air France, Renault oder dem Telekom- anbieter Orange an, auf den Hauptver- sammlungen eine pauschale Kürzung der Bezüge zu verlangen. „Konkret möchten wir, dass die Gesamtvergütung der Vor- stände von Unternehmen, bei denen wir Minderheitsaktionär sind, um 30 Prozent sinken“, zitiert das Wirtschaftsblatt Les Echos einen Vertreter des Ministeriums. Die Regierung stützt sich auf eine Neue- rung im Kodex für gute Unternehmensfüh- rung. Demnach müssen Aufsichtsräte bör- sennotierter Firmen über Konsequenzen beraten, falls die Hauptversammlung die Höhe der Managergehälter missbilligt. Bin- dend ist deren Votum aber nicht. Bei dem Dutzend Großunternehmen, an denen der Staat einen Minderheitsanteil hält, ist die politisch versprochene Gehaltskürzung für „patrons“ daher kein Selbstläufer. Manche der betroffenen Konzerne wie Safran, ein Hersteller von Flugzeugmoto- ren, lassen erkennen, dass sie den staatli- chen Ukas ignorieren wollen. Zumal dann, wenn sie – wie Safran – Rekordgewinne einfahren. Kritiker monieren, die von der Regierung geforderte Rasenmäher-Kür- zung stehe im Widerspruch zu einer leis- tungsorientierten Bezahlung. Einige Manager, die für 2013 besonders schlechte Ergebnisse zu verantworten ha- ben, zeigen vorauseilenden Gehorsam: So verzichtet der Chef des Energieversorgers GDF-Suez, Gérard Mestrallet, nach Ab- schreibungen in Milliardenhöhe freiwillig auf die Hälfte seines variablen Gehalts. Im Durchschnitt lagen die Jahresbezüge der Vorstandschefs aus dem Pariser Leitindex CAC 40 zuletzt bei 3,96 Millionen Euro. Leichter hat es die Regierung mit der De- ckelung bei den Unternehmen, die mehr- heitlich in Staatsbesitz sind. Unmittelbar nach seiner Wahl 2012 begrenzte Präsident François Hollande die Bezüge auf das Zwanzigfache des Mindestlohns. Das ent- spricht 450 000 Euro jährlich. Während das für den Lenker der Staatsbahn SNCF, Guillaume Pepy, kaum eine Veränderung des Salärs bewirkte, reduzierten sich die Bezüge von Henri Proglio, Chef des Strom- versorgers EDF, fast um das Vierfache. Neben der Einflussnahme bei Firmen mit Staatsbeteiligung versucht Hollande auch, eine Mäßigung bei rein privaten Un- ternehmen zu erzwingen. Darauf zielte nicht zuletzt seine populäre Idee eines Spit- zensteuersatzes von 75 Prozent. Der Satz sollte auf Einkommensbestandteile ange- wendet werden, die über eine Million Euro hinausgehen. Allerdings erwies sich das entsprechende Gesetz als verfassungswid- rig, weil das einer Konfiskation von Privat- besitz gleichkam. Dennoch wurde die Ab- gabe, die neben Topmanagern und Finanz- brokern auch Fußballer trifft, über die Hin- tertür eingeführt: Sie muss nun von den Unternehmen abgeführt werden, die die Millionen bewilligen. leo klimm von ulrike sauer Rom– Mauro Moretti ist nicht der Typ Ma- nager, der aus Opportunitätsgründen sei- nen Mund hält. Ärger schluckt der selbstbe- wusste Bahnchef aus Rimini nicht einfach herunter. Auch nicht dann, wenn da gera- de ein mindestens ebenso forscher Neu- ling im Regierungsamt in Rom verspricht, das krisengelähmte Italien mit einer radi- kalen Reformtherapie vom Bann der Unbe- weglichkeit zu erlösen. Gehaltskürzungen für Staatsmanager wie ihn? „Ich würde dann gehen“, warf Moretti dem jungen Mi- nisterpräsidenten Matteo Renzi ungehal- ten an den Kopf. Die anderen Großverdiener in den römi- schen Staatsunternehmer schweigen vor- nehm in der erregten Debatte, die den Itali- enern nun bereits seit sechs Tagen gebo- ten wird. Dabei gehört Bahnmanager Mo- retti mit seinen 873 666 Euro Jahresbezü- gen eher zu den kleinen Fischen. Sein Kolle- ge Paolo Scaroni etwa vom börsennotier- ten Öl- und Gaskonzern ENI nimmt 6,4 Mil- lionen Euro mit nach Hause. Und es fällt Moretti, dem Vollbluteisen- bahner, der seit 36 Jahren bei den Ferrovie dello Stato (FS) beschäftigt ist, leicht zu ar- gumentieren, dass er sein Geld wert sei. An die Ertragskraft der italienischen Bahn rei- che in Europa niemand heran, verkündet der frühere Gewerkschafter nun bei der Vorstellung des Geschäftsplans für die kommenden vier Jahre. Das ist in der Tat ei- ne Leistung. Als Moretti 2006 seinen Sanie- rungsjob bei den Staatsbahnen antrat, schrieb der chronisch defizitäre Transport- konzern noch 2,1 Milliarden Euro Verlust. Für 2013 wird immerhin ein Gewinn von insgesamt 440 Millionen Euro erwartet. „Vor acht Jahren wollte niemand FS-Chef werden, das sollte man nicht vergessen“, poltert er aufgebracht gegen die Regie- rung. Damals bot man ihm sogar 1,6 Millio- nen Euro Jahressalär. Dass es Renzi ausgerechnet um das Ge- halt des 61-jährigen Bahnchefs geht, ist un- wahrscheinlich. Doch einen Rückzieher macht Italiens selbsternannter Ver- schrotter, der die alte Politgarde beseiti- gen will, auch nicht. Schon als er vor zwei Wochen sein erstes Paket mit Wachstums- maßnahmen vorstellte, kündigte er die Senkung der Managerbezüge in der öffent- lichen Verwaltung an. „Da holen wir uns 500 Millionen Euro“, sagte Renzi. Der Verzicht soll einen kleinen Beitrag zur Finanzierung von zehn Milliarden Eu- ro Steuersenkungen für Geringverdiener leisten. Unter Hochdruck macht sein Spar- kommissar Carlo Cottarelli gerade Jagd auf sieben Milliarden Euro, die noch in die- sem Jahr bei den Staatsausgaben gestri- chen werden sollen. Da rührt sich natürlich überall Widerstand. So kann es sich Renzi nun wohl kaum leisten, nur einen Zentimeter vor den Spit- zenmanagern zurückzuweichen. „Sie weh- ren sich jetzt, aber es ist ganz natürlich, dass die Dinge sich ändern“, sagt er unbe- eindruckt. Es sei doch unvorstellbar, dass der Vorstandschef eines Unternehmens 1000 Mal so viel verdient wie der letzte Ar- beiter. Man müsse endlich zum Prinzip so- zialer Gerechtigkeit zurückkehren. „Wir ge- ben nicht nach“, versichert der 39-Jährige, der sich vor einem Monat kühn an die Macht gedrängt hatte. Mit großem Elan stürzte er sich in ein gewagtes Abenteuer und versprach, das verknöcherte Italien aus den Angeln zu heben. Die Kürzung von Managerbezügen wird da zu einem Prüf- stein für den Schwung seiner Offensive. Zumal Renzi auch sonst kräftig aneckt. Da er die Sozialpartner bei seinem Reform- sprint schlichtweg übergeht, vergelten In- dustriellenlobby und Gewerkschaften die Nichtbeachtung mit harscher Kritik an der Regierung. Renzi mokiert sich dafür dann über „das seltsame Paar“ aus Unterneh- merboss Giorgio Squinzi und Gewerk- schaftschefin Susanna Camusso. „Mich in- teressiert der Konsens der italienischen Fa- milien und nicht der Verbände“, beschied er seine Kritiker am vorigen Sonntag. Die Hauptsache sei es, dass sich Italien aus dem Sumpf befreie. Kaum vorstellbar ist, dass er sich nun von einer Managerrevolte beirren lässt. Das Verhältnis zwischen Gehalt und Leistung bleibt aber ein heikles Thema, vor allem in Italien, wo die Einkommensun- terschiede ausgesprochen groß sind. Insbe- sondere in den Chefetagen der öffentli- chen Verwaltung und der Ministerien scha- chern sich so manche Staatsdiener gegen- seitig unverschämt hohe Einkünfte zu. Das Finanzministerium bezahlt ehemaligen Führungskräften des Ressorts beispiels- weise bis zu 300 000 Euro für den Unter- richt des Nachwuchses an einer hauseige- nen Schule. Als eine „regelrechte Plünderung öffent- licher Gelder“ geißelte das Mailänder Fi- nanzblatt Il Sole 24 Ore den Missstand am Mittwoch. Beispiele für die Arroganz der Selbstbediener gibt es zuhauf. So bezieht der Chef des süditalienischen Autobahn- netzes 246 000 Euro Jahresgehalt, obwohl sein Unternehmen nur zwei Mitarbeiter be- schäftigt. So gesehen, ist Moretti richtig arm dran. Er ist immerhin für 72 000 Mit- arbeiter verantwortlich. Frankfurt – Die Spannungen mit Russ- land bereiten Hartmut Retzlaff, Chef des Arzneimittelherstellers Stada , Kopf- schmerzen. „Die Krise hat für uns einen dämpfenden Effekt“, gesteht er ein, schüttelt etwas ratlos sein Haupt. Dabei geht es eher um den abgewerteten Ru- bel als um einen sinkenden Absatz. Für Stada, mit Sitz im hessischen Bad Vil- bel, ein wichtiger Umsatzbringer: Ein Viertel des Geschäfts stammt aus Osteu- ropa, mehr als aus Deutschland. Retz- laff hat seine Aktionäre informiert, die Prognose für 2014 kassiert und somit den Aktienkurs gedrückt. Retzlaff schaut lieber in Richtung Großbritanni- en, wo er 2013 Thornton & Ross für 226 Millionen Euro übernahm. Künftig will Stada in England seine Geschäfte deut- lich ausbauen. Dabei treten in Ost und West die früher dominierenden Nachah- mer-Pillen (Generika) in den Hinter- grund, während Markenmittel wie Grip- postad florieren. Mit seinen Marken, die meist ohne Rezept zu haben sind, macht Stada schon heute über die Hälfte des Gewinns. Künftig sollen sie zwei Drittel der Erträge bringen. Aber die Marken- produkte fallen bei Krisen auch eher zurück, wie derzeit in Russland, wo man schon mal an Vitaminpräparaten oder Nahrungsergänzungsmitteln spart. Dennoch bleibt Stada für Zukäufe offen, auch in Osteuropa, wo es sieben Werke und die Mehrzahl der 9154 Mitarbeiter gibt. 2013 setzte Stada mit zwei Milliar- den Euro ein Zehntel mehr um und steigerte das operative Ergebnis um ein Viertel auf 252 Millionen Euro. he Bonn – Der krisengeschüttelte Photo- voltaik-Konzern Solarworld sieht nach seiner scharfen Restrukturierung die Trendwende geschafft. Der Absatz stei- ge wieder deutlich, sagte Finanzvor- stand Philipp Koecke am Donnerstag in Bonn. „Das Vertrauen ist zurück.“ 43 Prozent der für das ganze Jahr geplan- ten Solaranlagen von 820 Megawatt seien bereits verkauft. Die Bonner wol- len nach knapp 460 Millionen Umsatz und fast 230 Millionen Euro Verlust im vergangenen Jahr schon 2015 operativ (Ebit) wieder Geld verdienen und bis 2016 die Erlöse auf mehr als eine Milliar- de Euro verdoppeln. „Der Kunde ist ein scheues Reh, aber das Reh kommt durchaus auch zurück“, sagte Firmen- chef Frank Asbeck. Der Konzern hatte mit der Restrukturierung seine Schul- den um mehr als die Hälfte auf 427 Mil- lionen Euro verringert. dpa Brüssel – Handelskommissar Karel de Gucht ist skeptisch, dass das angestreb- te Freihandelsabkommen der EU mit den USA (TTIP) ohne die umstrittenen Regelungen zum außergerichtlichen Investitionsschutz zustande kommt. „Ich bezweifle, dass das möglich ist“, sagte de Gucht in Brüssel. Er begab sich damit auf Konfrontationskurs zu Bun- deswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der spezielle Investitionsschutzvor- schriften im TTIP für verzichtbar hält. TTIP-Kritiker fürchten, Großkonzerne könnten über außergerichtliche Schieds- gerichte Gesetze aushebeln, die als investorenfeindlich empfunden werden – etwa Umwelt- oder Sozialauflagen. De Gucht bestreitet dies. Gleichwohl starte- te er am Donnerstag eine dreimonatige Online-Konsultation zum Investoren- schutz, an der sich alle EU-Bürger betei- ligen können. jc München – Der Medienkonzern Cons- tantin ist im vergangenen Jahr trotz des Kino-Hits „Fack ju Göhte“ in die roten Zahlen gerutscht. Die Schulkomödie war zwar der besucherstärkste Streifen des Jahres, konnte Rückgänge in ande- ren Bereichen aber nicht wettmachen, wie Constantin in München mitteilte. Nach einem Gewinn von 12,5 Millionen Euro im Vorjahr beendete der Konzern das Jahr 2013 mit einem Verlust von 6,1 Millionen Euro. Der Umsatz ging um zwölf Prozent auf 458 Millionen Euro zurück. „2013 war für Constantin Medi- en ein schwieriges Jahr, in dem wir unsere wirtschaftlichen Ziele nicht erreicht haben“, sagte Vorstandschef Bernhard Burgener. Vor allem einige ausländische Filme hätten die Erwartun- gen nicht erfüllt. Der Umsatz der Film- sparte sank um 8,5 Prozent auf knapp 270 Millionen Euro. dpa Hamburg – Der Hamburger Hafenkon- zern HHLA erwartet nur ein moderates Wachstum. „2014 wird ein herausfor- derndes Jahr“, sagte der Vorstandschef der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), Klaus-Dieter Peters. Er begrün- dete dies mit der verhaltenen Nachfrage und dem scharfen Wettbewerb. Der Betriebsgewinn sank 2013 im börsenno- tierten Kerngeschäft Hafenlogistik um 17 Prozent auf 144 Millionen Euro. Der Umsatz stieg leicht auf 1,127 Milliarden Euro. 2014 erwartet die HHLA einen 4,4 Prozent höheren Umschlag vergli- chen mit dem Vorjahr, als 7,5 Millionen Boxen bewegt wurden. Das operative Konzernergebnis 2014 soll sich bis rund 158 Millionen Euro bewegen, der Kon- zernumsatz leicht über 1,13 Milliarden Euro liegen. Die Dividende wird gegen- über dem Vorjahr um 20 auf 45 Cent gekürzt. dpa/reuters Monsieur, es reicht Frankreichs Sozialisten wollen mit Aktionen gegen hohe Gehälter von Managern punkten Das Prinzip Gerechtigkeit Italiens neuer Ministerpräsident Matteo Renzi ist vor einem Monat angetreten, die alte Politgarde zu überwinden und den Selbstbedienungsladen in der Verwaltung zu schließen. Zu seiner Offensive gehört auch, Managerbezüge in staatlichen Unternehmen zu kürzen Krim-Krise belastet Stada Solarworld erholt sich Bürgerbefragung zum TTIP Constantin macht Verlust Hafenkonzern senkt Dividende Vorauseilender Gehorsam: GDF-Suez-Chef Mestrallet verzichtet aufs halbe Einkommen Das Verhältnis zwischen Gehalt und Leistung bleibt ein heikles Thema, vor allem in Italien WIRTSCHAFT20 HF2 Freitag, 28. März 2014, Nr. 73 DEFGH Bahn-Chef Rüdiger Grube. FOTO: DPA Der Chef der italienischen Bahngesellschaft, Mauro Moretti, droht mit Rücktritt, sollten seine Bezüge verringert werden. FOTO: LAIF UNTERNEHMEN Komplette Sammlung von Schiffsmodellen zu verkaufen. 8 0176/31252571 Amtsgericht München, den 205r UR II 39/14 21.03.2014 Aufgebot Herr Erwin Eschig, Meyerbeerstraße 32, 81247 München, Frau Eveline Prüller, Frei- enfelsstraße 4a, 81249 München und Herr Edwin Eschig, Am Langwieder Bach 17, 81249 München haben den Antrag auf Kraftloserklärung einer abhanden gekom- menen Urkunde bei Gericht eingereicht. Es handelt sich um den Grundschuldbrief, Gruppe 4, Briefnummer 072597, über die im Grundbuch des Amtsgerichts München, Ge- markung Obermenzing, Blatt 4323, in Abtei- lung III Nr. 1 eingetragene Grundschuld zu 5.200,00 DM. Eingetragener Berechtigter: Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot gGmbH. Der Inhaber des Grund- schuldbriefs wird aufgefordert, seine Rech- te spätestens bis zu dem 21.07.2014 vor dem Amtsgericht München anzumelden und die Urkunde vorzulegen, da ansonsten die Kraftloserklärung des Briefes erfolgen wird. Der Verein FreiRäume e.V. ist aufgelöst. Die Gläubiger des Vereins werden gebeten, ihre Ansprüche bei dem Liquidator Eva Berg- hoff, Matterhornstr. 62b, 81825 München, anzumelden. Kunst und Antiquitäten Bekanntmachungen Platz da! Für Ihre Anzeige. Buchen Sie eine günstige Anzeige in der Süddeutschen Zeitung unter Tel. 0 89/21 83 - 10 30.
  • Köln – In ihren Konzernzentralen stellen Handelsunternehmen gern Tante-Emma- Läden zur Schau. So auch die Kölner Rewe- Gruppe: Historische Dosen mit „Thée“ oder „Caffée“, Schütten mit losem Zucker und Mehl erinnern an eine Zeit, als die Prä- sentation der Waren noch einfach war und der Händler genau wusste, wie er seine Kunden glücklich machen konnte. Lang ist’s her. Heute würden die meis- ten Handelsmanager viel darum geben, wenn sie wüssten, was der Kunde wünscht und wie der Supermarkt der Zukunft aus- zusehen hat. Die größte Unbekannte ist das Internet. Und so beendete Rewe-Chef Alain Caparros seine Bilanzvorlage mit ei- nem leidenschaftlichen Monolog: „Wir stei- gen in einen Zug, wissen nicht, wie schnell er fährt und ob wir Geld verdienen können. Wir wissen nur, dass wir dabei sein müs- sen“, sagte der Chef des zweitgrößten deut- schen Lebensmittelhändlers zur Entwick- lung des Online-Handels. Niemand könne sagen, ob in einigen Jahren etwa Tiernah- rung überwiegend im Internet bestellt wer- de und dann im Supermarkt-Sortiment entbehrlich sei. „Wie kann man weiterhin im stationären Handel die Kosten abde- cken? Was ist in Zukunft die Legitimität ei- nes Supermarktes, wenn sich doch im In- ternet alles bequemer bestellen lässt?“, for- mulierte Caparros zentrale Fragen, die zur- zeit die Branche umtreiben. Zwar machen Online-Bestellungen gera- de bei Lebensmitteln zurzeit in Deutsch- land noch weniger als ein Prozent des ge- samten Branchenumsatzes aus. Experten schätzen aber, dass dieser Anteil bis zum Jahr 2020 auf rund zehn Prozent steigt. Ca- parros experimentiert derzeit mit verschie- denen Konzepten zum Supermarkt der Zu- kunft. Nicht alle erfüllen bisher die Erwar- tungen. Vor allem an der Idee, Supermärk- te mit Bistros oder Cafés aufzuwerten, müs- se noch gefeilt werden. „Hier sind wir mit der Entwicklung noch nicht zufrieden“, sagte auch Rewe-Vorstand Lionel Souque. Dagegen kämen die neu eingerichteten Su- shi-Bars gut an. Erfolg versprechend seien auch die Tests mit den Bio-Supermärkten „Tem- ma“ gelaufen und die neuen „Rewe to go- Shops“, die Snacks für zwischendurch an- bieten. In beiden Fällen soll die Zahl der Ge- schäfte 2014 auf zehn verdoppelt werden. Hinzu kommen einjährige Tests mit die- sen Shops in zehn Aral-Tankstellen. Insge- samt 1,6 Milliarden Euro will Caparros in diesem Jahr investieren, ein Großteil da- von soll in die neuen Läden fließen. Caparros baut aber auch den Lieferser- vice im Internet weiter aus. Ziel sei es, jede Großstadt und jeden Ballungsraum über kurz oder lang abzudecken. Welches Kon- zept sich dabei in Deutschland durchsetzt – die Lieferung ins Haus oder Selbstabho- lung der im Internet bestellten Artikel – sei noch nicht absehbar. Im vergangenen Jahr steigerte der Rewe- Konzern den Umsatz ohne die Promärkte mit 330 000 Beschäftigten um 2,2 Prozent auf 42 Milliarden Euro. Der Vorsteuerge- winn (Ebita) aus fortgeführtem Geschäft – ohne die selbständigen Rewe-Kaufleute – stieg um 15 Prozent auf 466 Millionen Eu- ro. Verluste macht nach wie vor die Rewe- Discount-Tochter Penny. In diesem Jahr erwartet Caparros ein Konzernumsatzplus in etwa auf dem Vor- jahresniveau. Ein Grund für die verhaltene Prognose ist der neu entfachte Preiskampf mit den Discountern. Der Preisdruck im Markt werde sich auch in den nächsten Mo- naten fortsetzen. kirsten bialdiga Paris – Wo ist Thierry? Seine Cousins Ro- bert und Jean-Philippe Peugeot sind selbst- verständlich da in diesem historischen Mo- ment für jenes Unternehmen, das ihren Na- men trägt. Nur Thierry Peugeot, immerhin noch Aufsichtsratschef, fehlt. „Vielleicht hatte er heute ja etwas anderes zu tun“, sagt Jean-Philippe. Die Ironie, die er über den Vetter ausschüttet, verrät so viel. Mit ein paar Unterschriften ist am Mitt- wochabend im Elysée-Palast der Einstieg des chinesischen Autobauers Dongfeng und des französischen Staats bei PSA Peu- geot Citroën besiegelt. Und damit der Kon- trollverlust der Familie Peugeot über das Unternehmen, das sie in 200 Jahren von der Metallwerkstatt an der französisch- schweizerischen Grenze zum zweitgröß- ten Autokonzern Europas machte – um es schließlich in eine existenzgefährdende Krise zu manövrieren. Doch während die ei- nen aus dem Peugeot-Clan an diesem Abend erleichtert vor die Presse treten, ver- stecken sich die anderen. Selbst der histori- sche Augenblick kann die Cousins nicht ei- nen. Die Spaltung der Familie ist schuld dar- an, dass es überhaupt soweit kam. 2002 hatte sich der stille Thierry im Rennen um den Aufsichtsratsvorsitz gegen Robert durchgesetzt, einen Lebemann mit Vorlie- be für Ferraris und Safaris. Seitdem gab es Zwist um die wichtigen Entscheidungen. So verpasste Peugeot den Trend zu Premi- umautos und blieb zu stark auf den euro- päischen Markt konzentriert, dessen Krise ihn später in Not brachte. Immer wieder schlug die Familie aus Angst vor dem Machtverfall Allianzen aus, etwa mit Mitsu- bishi oder Fiat. Jetzt hat sie keine Wahl mehr – und muss sich mit einem chinesi- schen Auftragsfertiger einlassen. Auch wenn Aufsichtsratschef Thierry bis zuletzt versuchte, Cousin Robert – der die Aktien der Familie verwaltet – davon abzuhalten. Nun sitzt Robert ohne Thierry, dafür aber mit heiterem Gesicht und einer Kra- watte voller lustiger chinesischer Figuren auf einem Podium neben den künftigen Mitaktionären aus Fernost und dem Pari- ser Finanzministerium. Er sagt feierliche Sätze, redet von der Zukunft, der das Unter- nehmen „jetzt wieder mit großem Vertrau- en entgegensehen“ könne. Der PSA-Plan sieht vor, die Zahl verkaufter Peugeots und Citroëns in China binnen sechs Jahren auf 1,5 Millionen Stück zu verdreifachen. Über Roberts Peugeots Kopf steht an der Wand „Dongfeng“. Das heißt Ostwind. Der, heißt es in China, bringt den Frühling. Es geht nur um Symbolik an diesem Tag. Nicht umsonst haben PSA und Dong- feng einen prunkvollen Saal dort gemietet, wo Paris am allerteuersten ist, um die Ret- tung des Konzerns zu feiern: in einem Pa- lais direkt am Place Vendôme. Den Chine- sen ist die Inszenierung wichtig. Denn auch für sie ist dies ein historischer Mo- ment. Für nur 800 Millionen Euro erhalten sie Zugang zu moderner europäischer Au- totechnologie, dank derer Dongfeng die ei- gene Entwicklung deutlich beschleunigen kann. Und mit 14 Prozent halten die Chine- sen künftig ebenso viele Anteile, wie die Gründerfamilie und Frankreich. „Wir wer- den die Verantwortung gerecht teilen“, sagt Xu Ping, der Dongfeng-Boss. Das soll wohl heißen, dass er jetzt mindestens so viel zu sagen hat, wie die Peugeots. Robert Peugeot gibt sich indessen prag- matisch: „Über dem Interesse der Familie steht das des Unternehmens.“ Dann verab- schieden sich Robert und sein Cousin Jean- Philippe zum Galadinner in den Elysée-Pa- last. leo klimm Hamburg– Alle russischen Aussteller wol- len tatsächlich anreisen, keiner hat abge- sagt – so lautet die gute Nachricht neun Ta- ge vor Start der Hannover Messe. „Bei der russischen Delegation wackelt bisher nichts“, sagt Messechef Jochen Köckler am Donnerstag, als er die Highlights der welt- größten Industrieschau vorstellt. Es klingt Erleichterung durch. Darüber, dass die Ausläufer der Krim-Krise nicht nach Han- nover reichen. Im Vorjahr war das anders, da wurde die weltweite Leitmesse der In- dustrie für Proteste genutzt: Russland war das Partnerland der Messe, und beim übli- chen Auftakt-Rundgang der Spitzenpoliti- ker – hier: Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Pu- tin – entblößten fünf Aktivistinnen ihre Brüste, um gegen Putins rigide Politik zu demonstrieren. Solche Szenen dürften sich dieses Jahr zwischen dem 7. und 11. April kaum wieder- holen. Partnerland der fünftägigen Messe sind nun die Niederlande – und den rechts- liberalen Ministerpräsidenten Mark Rutte dürften eher orange Fähnchen als Protes- tanten erwarten. Das ist gut für Messema- cher wie Deutsche-Messe-Vorstand Kö- ckler, der lieber für die zwei Schwerpunkte wirbt: die selbstlernende Fabrik (Schlag- wort: Industrie 4.0) und die Entwicklung kluger Energiesysteme (Smart Grids). 5000 Aussteller sind angemeldet – das ist ein Plus von drei Prozent zur vergleich- baren Messe 2012. Gut jeder Zweite kommt aus dem Ausland, die zweitgrößte Delegati- on nach den Deutschen stellt China. Viele Firmen wollen zeigen, was sich in einer Fa- brik schon alles vernetzen lässt: Also wie Anlagen und Produkte besser miteinander kommunizieren und wie Maschinen flexib- ler agieren können. Zu sehen ist etwa der ro- botergesteuerte Bau eines Elektroautos – geführt von Maschinen ohne menschliche Handgriffe. Oder eine flexible Produktions- linie für individuell verschiedene Visiten- karten-Etuis. „Wir zeigen, was die Indus- trie tatsächlich einsetzt“, sagt Köckler. Ein Viertel der Aussteller befasst sich da- mit, wie sich Energie intelligent erzeugen, speichern und verteilen lässt. Netze, die so etwas können, bezeichnet man als Smart Grids. Sie sind besonders für Deutschland die große Herausforderung: Bis 2050 will die Republik einen Großteil des Strombe- darfs mit erneuerbaren Energien decken und für den Umgang mit Energie aus Wind, Sonne oder Biomasse braucht es klu- ge Systeme. kristina läsker von kristina läsker und stefan weber Hamburg/Düsseldorf – Darlene Flynn hat es mehrfach ins Guinness-Buch der Re- korde geschafft. Ob High Heels, Stiefel oder Badelatschen: Die US-Amerikanerin besaß bis zu ihrem Tod im vergangenen Jahr angeblich mehr als 16 400 Paar Schu- he und hat Tausende Dollar für ihre Samm- lung ausgegeben. Von einem solchen Kauf- rausch sind die Deutschen weit entfernt: 2013 hat jeder Bundesbürger im Schnitt Schuhe für 103 Euro gekauft – und das ist schon ein Sprung: Vier Jahre zuvor hatten Kunden bloß 89 Euro pro Jahr bezahlt. Klingt nach flottem Wachstum für die Branche, doch das stimmt nicht ganz: Von den Mehrausgaben profitieren vor allem Online-Anbieter wie Zalando – stationäre Einzelhändler leiden. So hat der Handel mit Schuhen im Internet 2013 um 15 Pro- zent zugelegt. Schon jedes zehnte Paar wird im Netz erworben. Doch nicht nur das macht klassischen Einzelhändlern die Kun- den abspenstig. Labels wie Zara und Esprit verkaufen nicht mehr nur T-Shirts oder Jeans. Sie haben ihr Angebot um Schuhkol- lektionen erweitert. Die passen zu den Far- ben der Saison, sind oft billig und nehmen Schuhläden viel Umsatz weg. Eines der bekannten Opfer dieser Ent- wicklungen ist Görtz. 2011 hatte die Famili- enfirma aus Hamburg hohe Verluste ange- häuft, angeblich einen niedrigen zweistelli- gen Millionenbetrag. Vor allem die modi- sche Linie Görtz 17 – sie zielt auf jüngere Kunden – hatte Probleme. Das 1875 ge- gründete Unternehmen (geschätzter Um- satz 2013: knapp 370 Millionen Euro) zog die Notbremse. Erstmals in der Geschichte wurden systematisch Mitarbeiter entlas- sen. Görtz strich 100 Stellen in der Zentra- le, schloss 25 Filialen und zog sich aus Märkten wie Polen zurück. Im Januar schließlich wurde die Schweizer Tochter Pasito Fricker samt 58 Filialen verkauft. Zwei Jahre Sanierung liegen hinter der Ket- te. Heute arbeiten nur noch 3300 Mitarbei- ter in gut 160 Filialen für den Mittelständ- ler. „Das Unternehmen ist wieder renta- bel“, sagte der Sprecher. Doch all das Spa- ren scheint trotzdem nicht auszureichen, um sich dauerhaft dagegen zu wehren, dass Jüngere lieber im Internet bestellen oder gleich woanders shoppen. Seit Längerem sucht die knapp 140 Jah- re alte Kette deshalb nach Investoren. Be- gleitet von Beratern, haben die verschwie- genen Hanseaten ihre Bücher geöffnet, um Partner zu locken. Doch das ist schwieriger als gedacht. Im Sommer gab es intensive Gespräche mit dem Versandhandelskon- zern Otto, der über seine vielen Websites enorm viele Schuhe verkauft. Die Besitzer der zwei Hamburger Firmen kennen und achten sich seit Langem. Auf der einen Sei- te Michael Otto, Patriarch und Aufsichts- ratschef der Otto-Gruppe. Auf der anderen Seite Ludwig, Friedrich und Thomas Görtz. Die drei Brüder leiten den Einzel- händler in vierter Generation und müssen nun zwangsweise ihre Macht teilen. Doch auch die gegenseitige Wertschät- zung der Kaufleute half nicht weiter: Der Otto-Konzern machte nach wenigen Wo- chen einen Rückzieher und begründete das mit „unterschiedlichen strategischen Vorstellungen“. Es waren höfliche Worte dafür, dass die Hamburger davon abge- schreckt waren, wie viel es bei Görtz noch immer aufzuräumen gibt, meinen Insider. Im Herbst 2013 schließlich begann Görtz mit der offiziellen Investorensuche – und seither haben sich etliche Interessen- ten den Betrieb angeschaut. Darunter sind Einzelhändler ebenso wie Finanzinvesto- ren. Das Ganze lief eher diskret ab. Bis die zweitgrößte deutsche Schuhhandelskette HR Group (Marke: Reno) vorpreschte. „Wir befinden uns in Verhandlungen mit Görtz über eine Übernahme von 75,1 Prozent der Anteile“, sagte Geschäftsführer Matthias Händle jüngst dem Hamburger Abendblatt. Angesichts der Konkurrenz im Internet und der Veränderungen im stationären Ein- zelhandel sei es besser, „gemeinsam statt allein“ zu agieren, sagte Händle. Tatsäch- lich ist die Not in der Branche groß:Ketten müssen ihr Filialnetz ausdünnen, vielen in- habergeführten Läden droht das Aus. Wie bei Görtz sind die Finanzreserven vielfach ausgeschöpft. Jedes Jahr würden etwa 150 kleine und mittlere Schuhhändler schlie- ßen, schätzt Brigitte Wischnewski, Präsi- dentin des Bundesverbands des Deutschen Schuheinzelhandels. Noch gibt es 13 400 Schuhgeschäfte in Deutschland, bald könnten es deutlich weniger sein. Wie Görtz musste die HR Group aus Os- nabrück zuletzt Standorte schließen und sucht jetzt nach Wegen, um dem bundes- weiten Sterben zu trotzen. Gestartet als Discounter verkaufte die HR Group lange billige Schuhe mit der Marke Reno, der Jah- resumsatz liegt bei 630 Millionen Euro. Die Preise sind aber zuletzt gestiegen und liegen heute eher im mittleren Bereich zwi- schen denen von Marktführer Deichmann und Görtz, der Nummer drei im Markt. Das Anheben der Preise liegt im Trend: Vielfach versuchen Läden, mit Beratung durch Fachkräfte und großer Auswahl zu punkten. Um diese Investitionen hereinzu- holen, werden die Schuhe teurer: So sind 2013 die Preise im Fachhandel im Schnitt leicht gestiegen. Ein Paar Damenschuhe kostet jetzt etwa 66 Euro, für Herrenschu- he werden 78 Euro verlangt. Auch bei Görtz in Hamburg sind solche Investitionen nötig, und dafür wird drin- gend ein langfristiger Geldgeber gesucht. Tatsächlich könnte der Einstieg eines Part- ners bereits in ein paar Wochen erfolgen, betonte der Firmensprecher. „Wir rechnen damit in absehbarer Zeit.“ Robert Peugeot (li.), PSA-Chef Philippe Varin und Xu Ping (Dongfeng) unterzeich- neten nun die Verträge. FOTO: REUTERS Der Supermarkt der Zukunft Lebensmittelhändler Rewe sucht nach Antworten auf das Internet Zwist im Ostwind Beim Einstieg der Chinesen bei Peugeot wird die Spaltung der Gründerfamilie deutlich Zeit zur Anprobe Vielen Schuhläden droht das Aus. Auch Görtz muss sparen und sucht dringend Investoren. Rivale Reno ist interessiert Der Otto-Konzern machte nach wenigen Wochen einen Rückzieher WIRTSCHAFTDEFGH Nr. 73, Freitag, 28. März 2014 HF2 21 Im vergangenen Jahr hat jeder Deutsche im Schnitt 103 Euro für Schuhe ausgegeben. Davon profitieren zunehmend Internet-Anbieter. FOTO: DANIEL REINHARDT/DPA Alles in Orange Hannover Messe erwartet 5000 Aussteller, Partnerland ist Holland 3. und 4. Juni 2014 | BIELEFELD DER KONGRESS für Weltmarktführer, Familienunternehmer und Gründer Eine Veranstaltung von: Süddeutscher Verlag Veranstaltungen GmbH Justus-von-Liebig-Str. 1 ∙ 86899 Landsberg am Lech MADE IN GERMANY Die Strategie der Besten SCHATZSUCHE Mitarbeiter gewinnen, fördern und halten DIE VERANSTALTUNG RICHTET SICH AN ALLE, DIE AUS DEM MITTELSTAND KOMMEN UND VOM MITTELSTAND LERNEN WOLLEN. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten erhalten Sie auf www.klassentreffen-mittelstand.de oder persönlich bei Ricarda Herrmann Tel.: + 49 8191 125-872 · ricarda.herrmann@sv-veranstaltungen.de www.klassentreffen-mittelstand.de gedacht. getan. Mit fachlicher Unter stützung von: Aussteller:
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Misera In Trauer, Dankbarkeit und liebevoller Erinnerung: Dr. Jürgen und Inge Lieske mit Hannah und Daniel Norbert Kastner mit Familie und alle Verwandten Die Trauerfeier findet statt am Montag, dem 31. März 2014, um 12.45 Uhr im Waldfriedhof, Neuer Teil, München, Lorettoplatz 3. * 4. März 1942 + 24. März 2014 Wir nehmen Abschied von unserer geliebten, viel zu früh von uns gegangenen Sabine Haubitz In tiefer Trauer, Liebe und Dankbarkeit Stefanie Zoche, Oskar Zoche Wolfram und Gabi Haubitz Gabi, Matthias, Stefanie, Andreas und Julia Haubitz Die Trauerfeier findet am 1. April 2014, um 10.00 Uhr bei AETAS, Baldurstraße 39, 80638 München statt. * 4. 9. 1959 † 19. 3. 2014 Nördlingen Piz Kesch Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt. Ein Mensch, der immer für uns da war, fehlt. Vergangene Bilder ziehen in Gedanken vorbei. Erinnerung ist etwas, was uns bleibt. Wir nehmen Abschied von unserem sehr geschätzten Partner und Gesellschafter Dr. Jannik Inselkammer der plötzlich und unerwartet, für uns alle unfassbar, viel zu früh infolge eines tragischen Unfalls verstarb. Sein Tod hat eine tiefe Lücke hinterlassen. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Geschäftsführung und Mitarbeiter der HI Wohnbau GmbH Am 22. März 2014 ist Herr Franz Humplmaier Direktor im Alter von 77 Jahren verstorben. Wir trauern um einen verdienten ehemaligen Mitarbeiter, der uns über drei Jahrzehnte wertvolle Dienste geleistet hat. Wir werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren. HypoVereinsbank Wir trauern um unsere Mitarbeiterin und Kollegin Renate Zeiler Justizverwaltungsinspektorin die am 26. März 2014 im Alter von 62 Jahren verstorben ist. Die Behörde verliert mit ihr eine pflichtbewusste, zuverlässige und allseits geschätzte Mitarbeiterin. München, 26. März 2014 Der Leitende Der Vorsitzende des Oberstaats anwalt Personalrates der Staats- München I anwaltschaft München I Nötzel Wagner Bestattungen Landeshauptstadt München Waldfriedhof, Alter Teil: Urnentrauerfeiern: 10.30 Thomä Hildegard, Schaustellerin, 86 Jahre 12.45 Kößlinger Dietfried, Kaufmann, 77 Jahre 13.30 Metz Norbert, 79 Jahre Waldfriedhof, Neuer Teil, Lorettoplatz: Erdbestattungen: 9.00 Hertel Johanna, Busfahrkontrolleurin, 82 Jahre 9.45 Barbaric Jagica, Putzfrau, 75 Jahre 10.30 Sinn Lydia, Beamtin, 81 Jahre 11.15 Brunner Magdalena, Bankangestellte, 88 Jahre Westfriedhof: Erdbestattung: 11.15 Bannert Eva-Maria, Hausfrau, 80 Jahre Nordfriedhof: Erdbestattung: 9.00 Marino Maria Theresia, Hausfrau, 82 Jahre Nordfriedhof: Feuerbestattung: 14.15 Schäfer Gertrud, Hausfrau, 92 Jahre Nordfriedhof: Urnentrauerfeier: 12.45 Berger Anton, Postbeamter, 59 Jahre Ostfriedhof: Erdbestattung: 12.45 Lanzendorfer Anna Theresia, Hausfrau, 76 Jahre Ostfriedhof, Krematorium: 10.45 Wörner Ulrich, Systemanalytiker, 73 Jahre 11.30 Brandel Johann, Gleisbauer, 80 Jahre 12.45 Swier Pieter, Flugkapitän, 85 Jahre 13.30 Ettler Klaus, Exportkaufmann, 74 Jahre 14.15 Capeller Maria,Verkäuferin, 92 Jahre Ostfriedhof, Krematorium: Urnentrauerfeiern: 8.30 Winkler Erika, 70 Jahre 9.15 Fitz Heidelinde, Bankangestellte, 74 Jahre Friedhof am Perlacher Forst: Erdbestattungen: 10.30 Ruhland Franziska, Einzelhandelskauffrau, 90 Jahre 11.15 Wöhr Margot, Hausfrau, 84 Jahre Neuer Südfriedhof: Erdbestattungen: 11.15 Kasimi Shaima, Hausfrau, 58 Jahre 13.30 Hoefer Helene, Bankangestellte, 80 Jahre 14.15 Englhart Leopold,Techniker, 86 Jahre Neuer Südfriedhof: Feuerbestattungen: 9.45 Theimer Franz, Angestellter, 81 Jahre 10.30 Heimann Friederika, Hausfrau, 91 Jahre Friedhof Aubing: Erdbestattung: 10.30 Fischer Ernst Emil, Diplomkaufmann, 74 Jahre Friedhof Neuhausen: 9.30 Schröder Susanne, Ingenieurin, 55 Jahre Friedhof Obermenzing: 13.30 Langmandel Barbara, Damenschneidermeisterin, 82 Jahre Friedhof Riem, Neuer Teil: Feuerbestattungen: 10.30 Neuhaus Brigitta,Thekenkraft, 71 Jahre 11.15 Walker Anneliese, Schneiderin, 83 Jahre Trauerhalle von AETAS, Baldurstraße 39: 14.30 Trauerfeier Bresch Jacky, Koch, 53 Jahre 16.15 Trauerfeier zur Feuerbestattung Thurner Heinrich, Gefahrgutbeauftragter, 56 Jahre Bestattungen im Landkreis München Waldfriedhof Haar: 9.00 Gottesdienst in St. Bonifatius mit anschließender Trauerfeier zur Feuerbestattung Würfl Gerlinde, Pflegeheimleiterin, 72 Jahre 13.00 Bender Werner, Maschinenbauer, 90 Jahre Alter Friedhof Ismaning: 10.30 Gottesdienst in St. Johann Baptist 11.30 Beerdigung Seidenschwarz Adolf, Müller, 88 Jahre Kirchfriedhof St. Emmeram in Kleinhelfendorf: 14.30 Gottesdienst in St. Emmeram mit anschließender Beerdigung Stahuber Alfons,Werkmeister, 84 Jahre Friedhof Planegg: 11.00 Urnentrauerfeier mit anschließender Beisetzung Harms Elisabeth, Sekretärin, 84 Jahre Friedhof Pullach: 14.00 Urnentrauerfeier mit anschließender Beisetzung Auer Rosina,Verkäuferin, 87 Jahre Städtische Friedhöfe München – Telefon 2319901 – heute, Freitag, 28. März 2014 Trauer einen Raum geben. Abschied nehmen von einem geliebten Menschen ist schmerzlich. Das Trauerportal der Süddeutschen Zeitung, www.sz-gedenken.de, hilft Ihnen dabei und bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre Trauer zum Ausdruck zu bringen. Alle Traueranzeigen aus der Zeitung erscheinen automatisch auf einer persönlichen Gedenkseite. Hier können Sie virtuelle Gedenkkerzen anzünden, kondolieren und persönliche Fotos und Erinnerungen mit Verwandten, Freunden und Bekannten teilen. Kontakt: beratung@sz-gedenken.de oder www.sz-gedenken.de Kondolieren und Gedenkkerze anzünden. Kondolieren und Gedenkkerz anzünden. Was i� �erben? Ein Schiff segelt hinaus und ich beobachte wie es am Horizont verschwindet. Jemand an meiner Seite sagt: »Es i� verschwunden.« Verschwunden wohin? Verschwunden aus meinem Blick- feld – das i� alles. Das Schiff i� nach wie vor so groß wie es war als ich es gesehen habe. Dass es immer kleiner wird und es dann völlig aus meinen Augen verschwindet i� in mir, es hat mit dem Schiff nichts zu tun. Und gerade in dem Moment, wenn jemand neben mir sagt, es i� verschwunden, gibt es Andere, die es kommen sehen, und andere Stimmen, die freudig Aufschreien: »Da kommt es!« Das i� �erben. Charles Henry Brent. 22 Freitag, 28. März 2014, Nr. 73SZ-GEDENKEN.DE Das Trauerportal der Süddeutschen Zeitung
  • Dax 30 (* = Euro Stoxx 50Werte) Divi- Schluss Schluss Tagesveränderung Tages- 52-Wochen- KGV Gesamt- Markt- dende 27.03. 26.03. in% Hoch/Tief Hoch/Tief 2014 umsatz wert Dax – 9451,21 9448,58 +0,03 9469/9398 9743/7460 – 2643016 – Adidas 1,35 77,94 78,18 -0,31 78,78/77,35 92,92/75,34 16 80794 16,31 Allianz* 4,50 122,70 123,80 -0,89 124/122 134/103 9 169487 56,01 BASF* 2,60 79,20 78,79 +0,52 79,60/78,20 83,81/64,79 13 168675 72,74 Bayer* 1,90 97,21 97,65 -0,45 97,79/96,61 104/77,58 15 122810 80,39 Beiersdorf 0,70 70,27 70,05 +0,31 70,48/69,68 76,93/64,13 26 17010 17,71 BMW* 2,50 91,28 90,60 +0,75 91,28/90,03 90,60/63,93 11 136567 54,95 Commerzbank – 12,94 13,07 -0,99 13,15/12,84 13,77/5,79 17 89769 14,73 Continental 2,25 172,40 172,00 +0,23 173/171 183/82,18 14 73566 34,48 Daimler* 2,20 67,11 67,31 -0,30 67,41/66,81 69,13/38,65 12 270067 71,77 Deutsche Bank* 0,75 31,89 32,15 -0,81 32,17/31,62 39,96/29,68 8 175724 32,51 Deutsche Börse 2,10 57,61 57,20 +0,72 57,61/57,12 63,14/44,98 15 24425 11,12 Deutsche Post* 0,70 26,96 27,05 -0,31 27,06/26,74 27,21/17,20 16 78489 32,60 Dt. Telekom* 0,70 11,59 11,62 -0,30 11,62/11,47 12,83/8,25 17 107522 51,57 Eon* 1,10 13,93 13,98 -0,32 13,99/13,81 14,71/11,94 14 83591 27,87 Fres.Med.Care 0,75 50,77 50,55 +0,44 50,82/50,38 55,60/47,00 13 23262 15,65 Fresenius SE 1,10 113,00 110,80 +1,99 113/111 120/87,28 17 49034 20,21 Heidelb.Cement 0,47 60,83 60,93 -0,16 61,41/60,46 63,62/49,79 14 35767 11,41 Henkel Vz 0,95 76,29 76,62 -0,43 76,63/75,99 85,35/69,02 17 41195 13,59 Infineon 0,12 8,55 8,55 -0,05 8,58/8,49 8,57/5,42 17 51274 9,49 K + S 1,40 23,72 23,33 +1,65 23,79/23,25 36,29/15,92 20 35228 4,54 Lanxess 1,00 53,06 53,52 -0,86 53,43/52,70 58,62/43,03 15 31681 4,41 Linde 2,70 144,55 143,60 +0,66 145/143 154/138 16 52834 26,77 Lufthansa – 18,73 18,92 -1,00 18,95/18,65 19,64/12,93 13 61203 8,64 Merck KGaA 1,70 122,05 122,40 -0,29 123/121 135/111 13 34216 7,89 Münchener Rück* 7,00 158,10 157,35 +0,48 159/157 161/135 9 106706 28,35 RWE* 2,00 28,72 28,73 -0,03 28,80/28,43 30,73/20,74 12 51808 16,53 SAP* 0,85 58,30 57,48 +1,43 58,30/57,59 64,05/52,20 16 183150 71,62 Siemens* 3,00 97,58 97,68 -0,10 98,39/96,72 101/76,00 15 145133 85,97 Thyssen-Krupp – 18,95 18,90 +0,26 18,95/18,57 20,46/13,16 14 37453 10,72 Volkswagen Vz* 3,56 184,25 183,55 +0,38 185/183 204/139 8 104580 31,35 MDax Divi- Schluss Schluss Tagesveränderung Tages- 52-Wochen- KGV Gesamt- Markt- dende 27.03. 26.03. in% Hoch/Tief Hoch/Tief 2014 umsatz wert MDax –16334,7516407,07 -0,44 16414/16300 16947/12923 – 435872 – Aareal Bank – 31,24 30,65 +1,93 31,24/30,00 33,13/16,11 12 8389 1,87 Airbus* 0,60 52,28 52,99 -1,34 53,28/52,08 57,18/37,20 15 8486 40,94 Aurubis 1,10 38,11 38,33 -0,57 38,11/37,52 50,39/36,23 11 5399 1,71 Bilfinger 3,00 90,95 91,22 -0,30 91,25/90,07 91,59/69,95 15 7203 4,19 Boss 3,12 96,15 96,45 -0,31 96,85/95,29 104/81,27 17 7135 6,77 Brenntag 2,40 133,95 133,25 +0,53 135/133 137/109 18 7006 6,90 Celesio 0,30 24,98 25,00 -0,08 25,07/24,86 25,64/14,37 20 7173 4,25 DMGMori Seiki 0,35 21,82 22,10 -1,27 22,14/21,75 25,90/15,00 14 3689 1,72 Dt. Euroshop 0,28+0,92 33,03 32,67 +1,09 33,03/32,47 34,48/29,45 16 2995 1,78 Dt. Wohnen 0,21 15,37 15,31 +0,39 15,37/15,22 15,76/12,42 18 4575 4,40 Dürr 2,25 56,84 57,59 -1,30 57,83/56,52 67,74/39,29 14 5490 1,97 Elring-Klinger 0,45 26,77 26,38 +1,46 26,79/26,10 35,14/22,46 15 1976 1,70 Evonik – 27,51 27,32 +0,70 27,63/27,21 32,94/24,56 13 4413 12,82 Fielmann 2,70 95,43 96,57 -1,18 96,75/95,09 96,72/72,00 28 4711 4,01 Fraport 1,25 53,97 54,14 -0,31 54,32/53,84 57,77/43,00 19 6925 4,98 Fuchs Petrol. Vz 1,30 72,58 73,11 -0,72 73,50/72,40 74,57/56,33 22 3296 2,58 Gagfah – 10,94 10,80 +1,34 10,97/10,77 11,22/8,54 14 2567 2,36 Gea Group 0,55 33,42 33,40 +0,06 34,47/33,29 35,92/24,67 15 14737 6,43 Gerresheimer 0,65 46,96 46,90 +0,13 47,11/46,43 53,75/41,80 15 3523 1,47 Gerry Weber 0,75 36,09 35,57 +1,46 36,17/35,39 37,50/28,76 18 2027 1,66 Hannover Rück 2,6+0,4 65,02 65,26 -0,37 65,33/64,79 65,26/52,42 9 15570 7,84 Hochtief 1,00 64,74 64,26 +0,75 64,74/63,74 69,94/46,30 19 7964 4,98 Kabel Deutschland 2,50 98,63 99,25 -0,62 99,95/98,60 103/69,00 – 2539 8,73 Klöckner & Co – 10,39 10,32 +0,68 10,42/10,24 11,70/8,15 37 4347 1,04 Krones 0,75 69,17 69,15 +0,03 69,61/68,75 69,15/52,15 16 2003 2,19 KUKA 0,20 34,88 33,97 +2,69 35,38/33,62 38,20/31,00 17 8595 1,18 LEG Immobilien – 46,45 46,17 +0,61 46,59/45,95 47,10/37,80 15 4085 2,46 Leoni 1,50 51,46 52,00 -1,04 51,86/50,92 59,57/29,31 11 13241 1,68 MAN 1,00 91,83 91,98 -0,16 92,05/91,43 93,80/83,76 23 4828 12,95 Metro – 28,60 28,76 -0,54 28,74/28,33 37,28/21,83 14 16800 9,27 MTUAeroEngines 1,35 67,22 67,36 -0,21 67,42/66,38 79,25/60,94 14 5448 3,50 Norma Group 0,65 36,90 37,85 -2,52 38,07/36,70 43,31/23,29 16 4074 1,18 Osram Licht – 45,69 46,27 -1,24 46,90/45,52 50,46/23,80 19 17104 4,78 ProSiebenSat1 5,65 33,08 33,08 - 33,47/32,84 36,00/26,23 16 31509 7,24 Rational 5,70 255,50 256,00 -0,20 257/254 259/206 27 981 2,91 Rheinmetall 1,80 51,13 51,80 -1,29 52,06/50,88 57,87/35,01 14 7025 2,02 Rhön-Klinikum 0,25 23,30 23,31 -0,02 23,38/23,08 23,52/15,89 26 5283 3,22 RTL Group 7,60 83,16 86,76 -4,15 85,95/83,12 81,93/54,00 17 15272 12,87 Salzgitter 0,25 28,10 28,45 -1,21 28,22/27,12 33,82/24,78 49 9950 1,69 SGL Carbon 0,20 24,06 23,95 +0,46 24,23/23,88 31,23/21,20 55 1929 1,71 Sky Deutschland – 6,50 6,54 -0,60 6,77/6,48 8,13/3,89 – 18477 5,70 Springer 1,70 46,10 45,31 +1,74 46,36/44,59 51,27/30,92 18 14380 4,56 Stada Arznei 0,50 30,99 31,83 -2,62 32,00/30,49 42,41/29,40 9 30716 1,87 Südzucker 0,90 20,45 21,29 -3,92 21,15/19,66 33,44/18,18 13 29228 4,18 Symrise 0,65 35,92 36,07 -0,43 36,06/35,75 37,14/29,04 20 8610 4,24 TAG Immobilien 0,25 8,63 8,65 -0,24 8,64/8,55 9,65/8,16 13 1722 1,13 Talanx 1,05 25,88 25,75 +0,52 25,95/25,57 25,88/22,64 9 4130 6,54 TUI 0,15 12,12 12,15 -0,21 12,22/12,01 13,88/7,62 20 8994 3,06 Wacker Chemie 0,60 89,00 86,88 +2,44 90,18/88,46 104/50,66 55 17661 4,64 Wincor Nixdorf 1,48 52,04 54,16 -3,91 53,90/52,04 58,07/36,44 14 11691 1,72 TecDax Divi- Schluss Schluss Tagesveränderung Tages- 52-Wochen- KGV Gesamt- Markt- dende 27.03. 26.03. in% Hoch/Tief Hoch/Tief 2014 umsatz wert TecDax – 1240,64 1236,46 +0,34 1241/1229 1293/897 – 146986 – Aixtron – 11,51 11,76 -2,13 11,77/11,39 13,80/9,66 – 8002 1,18 BB Biotech – 126,65 128,50 -1,44 128/125 148/82,16 – 3690 1,50 Bechtle 1,00 59,00 59,25 -0,42 59,51/58,54 59,53/33,60 22 1614 1,24 Cancom 0,35 34,35 34,80 -1,29 34,85/34,00 39,07/14,15 30 2109 0,39 Carl Zeiss Med. 0,45 20,54 20,52 +0,07 20,58/20,37 26,80/19,82 23 672 1,67 CompuGroup 0,35 18,07 18,30 -1,26 18,30/17,82 20,81/15,23 15 587 – Dialog Semicon. – 17,70 17,69 +0,08 17,81/17,46 17,75/8,86 18 8702 1,20 Drägerwerk Vz 0,92 90,11 90,62 -0,56 90,79/88,11 107/86,25 12 1437 0,57 Drillisch 1,30 25,35 24,97 +1,50 25,42/24,88 25,32/12,00 55 6769 1,35 Evotec – 3,76 3,84 -2,03 3,83/3,73 4,84/2,09 188 1878 0,49 Freenet 1,35 25,10 25,08 +0,08 25,12/24,88 25,08/16,01 19 9706 3,21 Jenoptik 0,18 13,09 12,75 +2,71 13,19/12,72 13,84/7,82 15 1263 0,75 Kontron 0,04 4,93 4,92 +0,28 5,01/4,82 5,77/3,32 – 712 0,27 LPKF Laser & Electr. 0,40 16,94 16,99 -0,29 17,12/16,69 20,80/9,14 28 2295 0,38 Manz 0,00 64,42 63,35 +1,69 64,42/62,94 74,53/22,66 403 1231 0,32 Morphosys – 69,34 66,00 +5,06 69,38/65,31 71,78/30,47 867 11081 1,81 Nemetschek 1,15 56,36 56,10 +0,46 56,50/55,53 57,59/42,70 19 300 – Nordex – 11,79 11,29 +4,38 11,80/11,20 14,06/4,51 – 14903 0,87 Pfeiffer Vac 3,45 87,68 89,01 -1,49 89,73/87,30 99,45/77,94 19 1386 0,87 PSI 0,25 13,56 13,37 +1,42 13,62/13,25 16,00/11,40 23 346 0,21 Qiagen – 15,01 15,19 -1,15 15,22/14,87 18,11/14,00 27 7699 3,52 QSC 0,09 3,47 3,45 +0,52 3,47/3,41 5,11/2,37 25 934 0,43 Sartorius Vz 0,96 99,36 98,51 +0,86 99,36/97,80 101/72,04 42 364 0,93 SMA Solar Techn. 0,60 42,81 45,32 -5,54 43,76/40,97 48,33/17,44 20 12810 1,49 Software AG 0,46 26,23 26,51 -1,06 26,52/25,98 30,16/22,50 14 8392 2,28 Stratec Bio. 0,50 31,16 32,22 -3,29 32,15/31,16 37,40/26,00 26 135 0,37 Telefonica Deutschland 0,45 5,71 5,81 -1,69 5,75/5,65 6,35/4,98 5 6998 6,38 United Internet 0,30 33,79 32,19 +4,99 34,00/33,15 34,42/18,55 60 19652 6,56 Wirecard 0,11 29,99 30,18 -0,63 30,55/29,94 33,99/19,59 45 11204 3,36 Xing 0,56 93,70 92,49 +1,31 93,70/92,25 96,36/38,00 65 117 0,52 SDax Divi- Schluss Schluss Tagesveränderung Tages- 52-Wochen- KGV Gesamt- Markt- dende 27.03. 26.03. in% Hoch/Tief Hoch/Tief 2014 umsatz wert SDax – 7046,39 7048,04 -0,02 7065/7013 7269/5573 – 78593 – Air Berlin – 2,02 2,05 -1,46 2,08/1,98 2,50/1,64 – 770 0,24 Alstria Office 0,50 9,46 9,40 +0,64 9,51/9,36 10,07/8,30 15 1777 0,75 Amadeus Fire 2,95 64,00 65,70 -2,59 65,70/63,30 67,37/41,19 22 444 0,33 Balda 1,50 3,40 3,38 +0,59 3,43/3,31 5,59/3,20 126 415 0,20 Bauer 0,30 19,00 18,90 +0,53 19,08/18,85 22,70/17,33 14 265 0,33 Baywa vink. Na 0,65 40,75 40,62 +0,32 40,93/40,24 41,25/35,15 13 860 1,35 Bertrandt 2,20 109,00 107,45 +1,44 110/108 118/76,75 18 1192 1,11 Biotest Vz. 0,56 96,22 97,29 -1,10 97,41/95,03 98,20/50,60 29 1231 0,63 Capital Stage 0,08 3,72 3,83 -2,74 3,80/3,72 4,33/3,30 21 317 0,27 Catoil 0,25 14,35 14,54 -1,31 14,76/14,00 24,22/7,10 13 4703 0,70 Centrotec 0,15 19,04 19,05 -0,03 19,60/18,96 20,20/12,56 12 530 0,34 CEWE Stiftung 1,45 53,30 51,88 +2,74 53,46/51,40 55,78/32,40 17 754 0,39 Comdirect 0,56 8,57 8,50 +0,82 8,67/8,48 8,87/7,07 19 255 1,21 CTS Eventim 0,57 46,82 45,94 +1,93 47,25/45,40 46,48/26,45 28 1420 2,25 Delticom 2,95 35,34 35,07 +0,76 35,35/34,90 42,78/30,60 25 622 0,42 Deutz – 6,16 6,08 +1,37 6,16/5,99 7,94/3,79 13 4995 0,74 DIC Asset 0,35 6,67 6,65 +0,38 6,69/6,62 8,85/6,26 24 452 0,46 Dt. Annington Imm. – 20,52 20,03 +2,45 20,76/20,14 20,10/17,55 16 12916 4,60 Dt. Beteilig. 0,4+0,8 21,56 21,95 -1,78 21,96/21,50 22,82/17,53 10 727 0,29 Gesco Ind. 2,50 74,47 74,01 +0,62 74,56/74,01 81,10/66,00 12 160 0,25 GfK SE 0,65 39,70 39,43 +0,68 39,70/39,37 45,85/35,92 13 457 1,45 Grammer 0,50 34,52 34,57 -0,16 34,88/34,27 38,25/20,45 11 704 0,40 Grenkeleasing 0,80 79,30 78,52 +0,99 79,72/78,41 79,30/55,44 20 644 1,17 Hamborner Reit 0,40 7,61 7,62 -0,14 7,65/7,58 7,70/6,75 23 911 0,35 Hamburger Hafen 0,65 18,17 19,55 -7,06 18,52/17,27 20,30/16,29 21 12711 1,32 Hawesko 1,60 39,05 38,89 +0,41 39,05/38,83 43,34/37,07 18 64 0,35 Heidelb.Druck – 2,24 2,23 +0,40 2,26/2,14 3,10/1,50 12 2663 0,52 Hornbach Hld. 0,67 61,55 64,80 -5,02 64,99/61,55 64,80/46,15 12 709 0,49 Indus Hld. 1,00 31,78 31,95 -0,55 32,25/31,78 32,03/23,17 12 954 0,78 Jungheinrich Vz 0,76 49,54 49,36 +0,37 49,64/48,72 56,48/29,55 14 2657 0,79 Kion Group – 32,63 33,23 -1,81 33,10/32,60 37,07/23,50 14 1448 3,23 Koenig & Bauer 0,40 11,63 11,61 +0,17 11,81/11,55 18,50/11,03 388 110 0,19 KWS Saat 3,00 259,80 260,10 -0,12 262/259 292/243 19 536 1,71 MLP 0,32 4,70 4,75 -1,03 4,80/4,68 5,98/4,41 12 197 0,51 Patrizia Immo. – 8,15 8,15 +0,05 8,19/8,11 8,86/6,44 15 292 0,51 Prime Office 0,23 2,89 2,89 +0,03 2,89/2,83 4,26/2,80 16 516 0,15 Puma 0,50 196,90 198,50 -0,81 199/196 244/196 18 1021 2,97 SAF Holland – 11,32 11,12 +1,84 11,35/11,08 12,22/5,40 12 1300 0,51 Schaltbau 0,77 45,96 46,33 -0,81 46,65/45,82 49,41/30,71 13 271 0,28 SHW 4,00 46,22 46,26 -0,09 47,49/45,82 55,50/25,48 12 850 0,27 Sixt 0,55+0,45 27,79 27,60 +0,69 28,17/27,60 27,60/15,30 14 944 0,87 Ströer – 13,15 12,40 +6,05 13,30/12,79 15,01/7,00 17 2367 0,64 Surteco 0,45 28,50 28,89 -1,35 28,75/27,79 30,38/16,81 32 155 0,44 Takkt 0,32 15,65 15,30 +2,25 15,65/15,14 15,69/11,50 15 445 1,03 Tipp24 0,00 55,90 56,25 -0,62 56,70/55,85 57,00/39,01 18 1935 0,47 Tom Tailor – 12,90 13,06 -1,19 13,20/12,86 18,39/12,44 10 635 0,34 Villeroy & Boch 0,40 11,17 11,21 -0,31 11,34/11,05 13,02/7,90 12 371 0,16 Vossloh 2,00 69,39 70,64 -1,77 70,20/69,22 83,00/62,35 16 7235 0,92 Wacker Neuson 0,30 11,90 11,95 -0,42 12,00/11,82 12,75/9,24 11 244 0,83 Zooplus – 57,71 57,92 -0,36 58,22/57,42 64,49/38,00 57 444 0,35 Wechselkurse 27.03. Euro-Referenzpreis öffentl. Banken: 1,3765 Dollar Sorten* Sorten* Devisen Devisen Land W Verk. Ank. Geld Brief Australien AUD 1,4102 1,5813 1,4854 1,4858 Brasilien BRL 2,6453 3,6556 3,1193 3,1273 China CNY 7,5307 9,5655 8,5311 8,5511 Dänemark DKK 7,1277 7,8801 7,4659 7,4666 Großbritann. GBP 0,7909 0,8734 0,8272 0,8274 Hongkong HKD 9,8973 11,609 10,664 10,669 Japan JPY 134,16 148,92 140,38 140,42 Kanada CAD 1,4519 1,6204 1,5197 1,5198 Neuseeland NZD 1,5046 1,6900 1,5850 1,5854 Norwegen NOK 7,8833 8,7456 8,2487 8,2526 Sorten* Sorten* Devisen Devisen Land W Verk. Ank. Geld Brief Polen PLN 3,8793 4,5254 4,1648 4,1706 Russland RUB 44,626 56,162 48,971 48,997 Schweden SEK 8,5047 9,4332 8,9007 8,9057 Schweiz CHF 1,1661 1,2877 1,2181 1,2182 Singapur SGD 1,6339 1,8749 1,7370 1,7400 Südafrika ZAR 13,405 16,144 14,577 14,587 Tschechien CZK 25,551 29,671 27,398 27,406 Türkei TRY 2,8103 3,2432 3,0095 3,0120 Ungarn HUF 285,19 360,47 310,64 311,01 USA USD 1,3151 1,4530 1,3750 1,3754 Schluss Börse Frankfurt 52-Wochen-Heimat- Div. W 27.03. 26.03. Hoch/Tief börse 3D Systems 41,93 41,37 70,83/23,75 58,06 – USD 3U Holding 0,46 0,47 0,53/0,39 – – 4SC 1,33 1,35 2,10/1,35 – – A A.S. Creation 31,90 31,26 44,76/31,10 – 1,20 AAP Impl. 3,22 3,20 3,41/1,23 – – Acciona 60,14 59,29 60,12/35,07 60,90 2,65 Accor 36,54 37,00 38,75/24,54 36,85 0,80 AD Pepper 1,16 1,13 1,41/0,78 – – Adecco 59,83 60,64 62,63/39,09 73,05 2,00 CHF Adler Modemärkte 10,87 10,98 10,98/6,30 – 0,45 ADV Vision Tech 8,45 8,50 9,35/5,81 – 0,73 Adva 3,20 3,22 4,86/3,22 – – Aegon 6,62 6,56 6,94/4,43 6,62 0,22 Aeroflot 5,90 6,00 200/5,89 – 3,52 USD Ageas 32,13 31,62 33,25/25,42 32,26 0,06 Agfa Gevaert 2,34 2,33 2,36/1,27 2,30 – Ahlers 11,46 11,40 12,20/10,21 – 0,60 Ahlers Vz 11,23 11,32 12,40/9,90 – 0,65 Ahold 14,09 14,22 14,22/11,25 14,11 0,47 Air France KLM 10,59 10,56 10,82/5,60 10,64 – Akamai 42,28 41,70 45,91/25,49 58,11 – USD Aker Solutions 11,33 11,43 15,19/9,75 93,90 4,10 NOK Akzo Nobel 58,59 57,77 60,65/42,49 58,57 1,45 Alcatel Lucent 2,82 2,73 3,41/1,01 2,81 – Aleo Solar 1,78 1,78 11,40/1,76 – – All for One Steeb 29,64 27,68 28,45/13,49 – 0,50 Alphaform 3,35 3,20 4,15/2,05 – – Alstom 19,34 20,41 32,33/18,75 19,25 0,84 AMD 2,83 2,92 3,40/1,76 3,94 – USD Analytik Jena 14,00 14,00 15,16/10,54 – 0,20 Andritz 43,62 43,94 53,06/38,45 43,87 0,50 Anglo American 17,81 18,16 20,29/14,36 1.5t54,89 GBp Anglo Platinum 32,29 32,74 34,85/20,90 46.9t – ZAR Anglogold Ash. 11,98 12,67 18,62/8,25 18t 3,00 ZAR Apollo Group 23,97 24,11 26,06/12,71 32,36 – USD Arcam AB 21,53 21,65 35,94/6,21 197,0 – SEK Arcelor-Mittal 11,37 11,47 13,10/8,52 11,44 0,20 Archer Daniels 31,22 30,65 32,04/24,00 43,01 0,96 USD Artnet – 2,70 3,15/1,61 – – Asian Bamboo 1,55 1,54 4,30/0,88 – – AT & S 8,65 8,65 9,10/6,10 8,70 0,20 Atlantia – 18,60 18,86/12,00 18,81 0,75 Atoss Softw. 28,94 29,04 33,95/23,88 – 3,62 Atresmedia 11,72 11,89 14,64/4,14 11,57 0,11 Avon Products 10,56 10,50 19,00/10,47 14,47 0,24 USD B Baader Bank – 2,50 2,79/1,76 – 0,05 Baker Hughes 45,17 44,97 46,31/32,95 63,41 0,60 USD Ballard Power 3,18 3,17 4,84/0,58 4,80 – CAD Baloise Hold. 91,88 92,51 93,54/71,52 113,0 4,75 CHF Bank of East Asia 2,80 2,80 3,26/2,62 30,40 1,11 HKD Barrick Gold 13,01 13,12 22,93/10,52 19,63 0,22 CAD Basler 35,59 37,44 37,50/14,50 – 0,30 Bastei Lübbe 7,41 7,48 7,93/7,14 – – BayWa Na 41,12 40,73 44,40/36,00 – 0,65 BDI BioEnergy 12,13 12,13 14,71/6,00 – – Beate Uhse 0,66 0,66 0,89/0,62 – – Biotest 91,40 92,00 93,80/53,93 – 0,50 Blackstone 23,22 23,04 25,21/14,75 32,36 1,34 USD BMP konv. 0,85 0,87 1,08/0,65 – – BMW Vz 67,97 67,97 67,97/49,19 – 2,52 BOCHK 2,05 2,25 2,79/2,09 21,95 1,01 HKD Bombardier b 2,64 2,64 3,78/2,33 4,10 0,10 CAD Bouygues 29,80 29,18 32,77/18,64 29,75 1,60 Bridgestone 25,41 25,03 29,25/23,73 3.6t80,00 JPY Broadcom 22,63 23,18 29,23/18,15 30,92 0,48 USD Brüd. Mannesmann 0,86 0,85 0,95/0,65 – – BT Group 4,53 4,56 5,02/3,12 380,0 9,90 GBp Bwin Party Dig. 1,51 1,52 1,73/1,26 1,52 3,60 BYD Co. 4,29 4,49 5,17/2,12 45,65 – HKD C C-Quadrat Invest 27,18 26,98 29,40/21,52 – 0,60 Cameco 16,46 16,27 18,23/12,80 24,89 0,40 CAD Canon 22,30 21,95 29,85/21,10 3.1t 130,0 JPY Cap Gemini 55,76 55,02 57,32/32,95 55,91 1,10 Cathay Pacific 1,40 1,41 1,65/1,21 14,74 0,22 HKD Cenit Syst. 11,00 10,95 11,95/8,16 – 0,55 Centrosolar 0,40 0,35 15,03/0,32 – 0,00 Centrotherm 7,53 7,35 8,10/4,10 – – Ceotronics 1,08 1,10 1,56/1,08 – – CEZ 20,95 21,33 23,10/16,67 –40,00 Chalco 0,24 0,24 0,33/0,22 – – Check Point 46,82 48,40 51,18/34,11 66,22 – USD Cheung Kong 12,11 11,73 12,00/9,80 128,0 3,48 HKD China Life 1,95 1,94 2,45/1,71 – 0,38 HKD China Mobile 6,47 6,31 8,63/6,08 68,95 3,31 HKD China Nat. Build. 0,69 0,68 0,98/0,61 – 0,20 HKD China Petroleum 0,65 0,65 0,91/0,49 – 0,30 HKD China Precision 1,75 1,86 2,40/0,89 2,37 – USD China Res. Enter. 1,96 1,82 2,68/1,74 20,40 0,27 HKD China Spec. Glass 2,84 2,81 3,63/1,67 – – China Unicom 8,98 8,96 12,33/8,30 9,94 – HKD Clariant 14,23 14,35 15,41/10,33 17,31 0,36 CHF CNOOC 1,13 1,13 1,58/1,06 12,18 0,57 HKD Colexon Energy 0,65 0,66 0,69/0,50 – – Constantin Med. 1,54 1,63 1,89/1,37 – – Cor & FJA 1,24 1,28 1,32/0,72 – – Corning 15,00 14,87 14,87/9,73 20,57 0,40 USD Credit Agricole 11,28 11,35 11,83/6,09 11,33 – Crocs 10,85 10,88 13,56/8,89 15,26 – USD Cropenergies 5,26 5,22 7,14/4,87 – 0,26 Curanum 2,87 2,87 3,08/2,65 – – D DAB Bank 3,74 3,66 3,85/3,20 – 0,21 Danaher Corp. 53,50 54,10 57,80/44,50 73,50 0,40 USD Data Modul 17,79 18,32 19,45/12,70 – 0,60 Deag 5,75 5,78 5,87/3,05 – 0,08 Deufol 0,90 0,90 1,38/0,69 – – Devon Energy 46,42 46,31 48,04/39,41 64,79 0,96 USD DF Dt. Forfait 1,34 1,36 5,94/1,32 – – Dr. Hönle 13,83 13,97 14,51/10,50 – 0,50 Drägerwerk 75,09 75,17 89,65/70,01 – 0,86 Dt. Postbank 35,50 35,95 38,25/30,47 – 1,66 E Eckert & Ziegler 24,68 23,80 30,47/22,99 – 0,60 Ecotel Comm. 7,82 7,89 8,50/4,93 – – EDF 28,11 28,07 28,92/15,00 28,21 1,15 Einhell Germany 30,45 30,95 34,39/29,50 – 0,60 Electronic Arts 20,35 20,77 21,83/12,88 28,12 – USD Electronics Line 0,51 0,51 0,87/0,50 – – Elexis 25,03 24,60 28,27/21,91 – 0,15 Eli Lilly 41,99 41,93 44,56/35,13 57,59 1,96 USD Elmos Semicon. 13,97 13,30 13,82/7,30 – 0,25 Endesa 26,03 26,16 26,16/15,92 26,09 1,50 Enerxy 1,13 1,13 2,40/1,00 – – Epigenomics 5,98 6,53 8,45/1,42 – – Erste Bank 23,87 23,80 29,64/19,19 23,92 0,20 Essanelle Hair 12,89 12,58 12,95/10,24 – 0,50 Estavis 2,30 2,36 2,46/1,87 – – Euromicron 13,38 13,38 17,84/13,38 – 0,30 Exceet Group 6,09 6,28 6,28/3,92 – – F Fabasoft 9,06 8,61 8,61/2,54 – 0,38 Fair Val. Reit 5,03 5,01 5,80/4,01 – 0,10 Fiat 8,05 8,10 8,17/3,95 8,07 – First Sensor 9,02 9,25 9,26/7,00 – – Firstextile 9,60 9,72 10,46/7,02 – – Forsys Metals 0,33 0,34 0,50/0,21 0,51 – CAD Fortec Elektr. 11,35 11,33 12,89/9,89 – 0,50 Fortum 16,20 16,29 18,16/13,60 16,17 1,10 Francotyp-Post. 4,56 4,55 5,02/2,23 – – Freeport-McM. 23,56 23,12 27,58/20,30 32,35 1,25 USD Fuchs Petrol. 63,79 64,15 65,12/49,39 – 1,28 Fujitsu 4,26 4,11 4,61/2,66 614,0 4,00 JPY G Gamesa 7,75 7,85 8,89/2,37 7,80 – Schluss Börse Frankfurt 52-Wochen-Heimat- Div. W 27.03. 26.03. Hoch/Tief börse Gas Natural 20,28 20,02 20,02/13,69 20,34 0,90 Gazprom ADR 5,40 5,45 7,28/4,65 7,36 0,36 USD Geberit N 235,20 237,41 237/177 288,0 – CHF Gen. Dynamics 77,72 78,38 82,16/50,64 107,0 2,48 USD General Motors 24,90 25,09 30,33/20,93 34,55 – USD Geratherm 7,23 7,16 8,03/4,43 – 0,20 GFT Techn. 7,96 8,20 8,38/3,41 – 0,15 Gigaset 0,97 0,95 1,18/0,61 – – Givaudan 1.1t 1.1t 1.1t/917 1.4t 47,00 CHF GK Software 44,80 44,80 51,00/23,70 – – Gold Fields 2,81 2,85 5,96/2,20 4.1t 2,35 ZAR Goodyear 18,53 18,50 20,19/9,20 25,34 0,20 USD Groupon 5,57 5,85 9,05/4,11 7,83 – USD GSW Immobilien 33,88 33,87 35,80/27,17 – 0,90 GWB Immobilien 0,02 0,02 0,08/0,02 – – H H&R 7,81 7,93 10,03/7,56 – 0,60 Haikui Seafood 4,61 4,74 8,42/4,30 – – Hang Lung 1,96 1,96 3,07/1,82 21,40 0,75 HKD Hansa Group 1,51 1,37 3,46/1,06 – 0,00 Harley Davidson 48,06 48,57 51,22/37,93 66,26 1,10 USD Harmony Gold 2,21 2,37 5,03/1,67 3.3t 0,50 ZAR Headwaters 8,85 9,09 10,03/6,19 12,29 – USD Heineken 49,12 48,00 59,54/44,85 49,05 0,89 Heliad 3,25 3,29 3,39/1,58 – – Henkel 71,56 71,46 76,91/57,34 – 0,93 Hennes&Mauritz 31,13 32,93 33,89/24,34 277,016,00 SEK Heritage Oil 2,88 2,82 3,27/1,48 4,30 – CAD Highlight 3,60 3,95 4,43/3,52 – 0,17 Hilton Worldw. 16,11 16,16 16,50/15,27 22,27 – USD Höft & Wessel 2,86 2,87 8,94/1,81 – 0,10 Holcim 57,75 57,23 63,04/51,34 70,85 1,30 CHF Homag 18,85 18,62 20,25/12,75 – 0,25 Honda Motor 24,97 25,51 32,49/24,65 3.5t80,00 JPY Hongkong Ex. 10,89 10,84 13,33/10,43 118,0 3,54 HKD Hornb.-Baum. 29,58 31,09 31,86/24,00 – 0,50 Hutchison 9,60 9,52 10,58/7,55 104,0 2,30 HKD Hypoport – 8,91 10,45/7,00 – – Hyundai GDR 44,63 43,56 46,35/24,10 246t 2t KRW I ICBC 0,43 0,42 0,56/0,40 3,38 0,24 CNY ICICI Bank 32,01 31,89 37,50/18,53 1.3t20,00 INR Identive 0,75 0,80 1,14/0,37 1,01 – USD IFM Immobilien 10,32 10,32 12,11/9,52 – – Impala Platinum 8,06 7,97 11,33/6,66 11.7t 1,95 ZAR Imperial Tobacco 29,45 29,73 30,47/24,66 2.4t106,0 GBp Infosys ADR – 38,01 45,00/30,00 3.2t 47,00 INR Init Innovation 23,05 23,10 26,00/21,10 – 0,80 Intern. Paper 32,33 33,50 37,76/31,66 45,03 1,40 USD Intershop konv. 1,82 1,74 2,11/1,04 – – Intica 4,16 4,34 6,27/2,81 – – Invision Softw. 47,69 46,30 46,30/14,77 – – Isaria Wohnbau 2,67 2,67 3,19/2,24 – – Isra Vision 50,25 50,13 50,32/27,86 – 0,35 ITN Nanovation 2,27 2,25 3,99/2,00 – – IVG Immobilien 0,01 0,01 0,81/0,01 – – IVU Traffic Tech. 2,56 2,51 2,51/1,51 – – J JDS Uniphase 9,89 10,13 11,74/8,43 13,78 – USD Jetter 7,00 7,00 8,75/3,75 – – Joy Global 41,55 42,17 46,73/36,06 57,47 0,51 USD Joyou 12,82 12,86 15,14/9,97 – – Jubii Europe 0,07 0,07 0,09/0,06 – – Jul. Baer 31,81 31,72 37,05/28,06 38,76 0,60 CHF Juniper Netw. 18,46 18,79 20,55/12,13 25,63 – USD K Kering 147,30 144,32 185/137 147,0 3,75 KHD Humb. Wed. 5,95 6,15 7,45/4,37 – 0,06 Komatsu 14,88 14,88 22,65/14,25 2.1t58,00 JPY KPN 2,48 2,51 3,00/1,39 2,49 – Kromi Logistik 9,26 9,26 10,38/8,60 – – Kyocera 32,80 32,25 43,40/31,31 4.6t80,00 JPY L Lafarge 55,19 54,75 57,02/45,27 55,86 1,00 LDK Solar – 0,72 1,60/0,72 1,01 – USD Leifheit 35,89 34,94 36,55/25,28 – 1,50 Lloyd Fonds 0,47 0,46 0,62/0,29 – – Loewe 0,90 1,00 12,85/1,00 – 0,00 Logitech 11,02 10,94 12,05/4,76 13,45 – CHF Logwin 1,15 1,14 1,18/0,97 – – Lonza Group 74,11 73,54 77,15/47,41 90,00 2,15 CHF Lowe’s Corp. 35,19 34,99 38,54/28,55 48,49 0,72 USD Ludwig Beck 29,22 29,39 31,39/25,90 – 0,50 Lukoil ADR 39,10 38,95 51,53/36,00 53,58 1,51 USD M Magix 3,54 3,67 4,20/1,98 – – Man Group 1,23 1,21 1,60/0,92 102,0 – GBp MAN Vz 91,14 90,50 93,22/83,20 – 1,00 Marseille-Kl. 3,93 4,01 5,81/3,97 – 0,00 Mastercard 52,97 53,50 61,97/39,47 73,26 0,44 USD Masterflex 6,82 6,95 7,57/4,91 – – Mattel 28,34 27,94 36,48/25,62 39,38 1,52 USD MBB Industries 24,70 24,62 25,70/17,34 – 0,44 Mediaset 4,03 3,97 4,33/1,50 4,07 – MediClin 4,40 4,40 4,51/3,95 – – Medigene 5,41 5,92 6,90/3,02 – 0,00 Mediobanca 7,75 7,81 8,02/3,78 7,91 – MetLife 38,59 39,39 39,95/27,19 52,39 1,10 USD Metro Vz 23,25 23,28 29,03/22,05 – 1,06 Metso Corp 22,58 23,77 33,10/22,24 – 1,00 Mevis Med. Sol. 15,23 15,51 22,95/8,40 – – Michelin 90,59 90,97 91,19/59,70 90,59 2,50 Ming Le Sports 2,45 2,45 6,11/1,79 – – Mitsubishi Fin. 3,79 3,89 5,60/3,79 541,0 14,00 JPY Mobile Teles 12,48 12,53 17,02/11,11 264,0 0,90 RUR Moduslink 3,04 3,02 4,21/1,98 4,20 – USD Mol Magyar 38,30 38,40 58,56/37,85 12t462,0 HUF Mologen 11,00 10,74 15,25/10,25 – – Monsanto 81,57 81,05 85,49/70,73 111,0 1,72 USD Mood and M. – 0,06 0,14/0,03 – – Moody’s 57,12 57,69 60,00/40,26 77,99 1,12 USD Mosenergo ADR 0,87 0,89 1,65/0,85 0,96 0,08 USD Motorola Sol. 47,08 47,75 49,48/40,39 64,30 – USD Mühlbauer 18,35 18,47 22,69/17,47 – 1,00 MVV Energie 22,90 23,33 26,35/20,51 – – MWB Fairtrade 0,78 0,78 0,88/0,74 – – Mybet Holding 1,05 1,06 1,63/0,81 – – N Newcrest Mining 6,46 6,50 16,60/4,67 9,68 0,25 AUD Nexus 12,22 12,18 12,76/8,61 – 0,11 Nikon 11,57 11,77 21,75/11,74 1.7t32,00 JPY Nintendo 83,70 85,22 112/71,90 11.8t100,0 JPY Nippon Steel 1,91 1,92 2,62/1,77 272,0 5,00 JPY Nobel Biocare 10,44 10,41 12,41/7,26 12,70 0,20 CHF Nokia 5,29 5,33 6,00/2,33 5,29 0,20 Nomura Holding 4,56 4,60 7,34/4,57 643,016,00 JPY Nordea 9,91 10,03 10,42/8,08 – – SEK Norilsk.N ADR 11,88 12,20 13,25/9,25 16,43 1,22 USD Norsk Hydro 3,57 3,53 3,68/2,94 29,61 0,75 NOK Novatek GDR 73,71 76,00 105/71,30 103,0 1,25 USD Novavisions – 0,03 0,06/0,03 – – Novo Nordisk 32,57 32,52 35,00/22,99 243,0 – DKK NTT Com Security 6,35 6,43 8,65/6,07 – – O OHB 19,52 19,73 21,19/14,99 – 0,37 OMV 31,83 32,11 39,68/31,34 31,66 1,25 Orad HiTec 1,53 1,54 1,75/1,05 – 0,41 Orco Germany 0,52 0,53 0,56/0,36 – – Orkla 6,15 6,17 6,94/5,34 50,55 2,50 NOK OTP Bank 13,25 13,25 18,32/11,34 4.1t 122,0 HUF OVB Holding 17,95 17,55 20,66/16,06 – 0,55 P P & I 64,85 65,00 65,20/32,78 – 1,55 Paragon 12,50 12,50 12,65/8,27 – 0,35 Parmalat 2,49 2,49 2,61/1,96 2,50 0,03 Paychex 30,91 30,40 33,40/26,74 42,51 1,40 USD Pernod-Ricard 83,09 83,00 97,90/79,33 84,03 1,64 Schluss Börse Frankfurt 52-Wochen-Heimat- Div. W 27.03. 26.03. Hoch/Tief börse Petrobras 9,78 8,96 15,64/7,83 13,42 1,57 USD Petrochina 0,79 0,78 1,04/0,70 8,42 0,40 HKD Petrotec 1,61 1,61 1,79/0,86 – – Peugeot 13,09 13,12 13,78/5,30 13,25 – Phoenix Solar 3,74 3,62 6,65/1,13 – – Pirelli – 11,24 12,78/7,11 – – PNE Wind 2,78 2,78 3,43/2,32 – 0,08 Polis Immob. 10,81 11,01 11,30/9,53 – – Porsche Vz 72,97 72,82 80,02/52,96 – 2,01 Portugal Telecom 3,02 3,03 4,07/2,65 3,02 0,32 Posco ADR 50,54 49,97 58,59/46,34 303t 8t KRW PostNL 3,29 3,30 4,49/1,48 – – Potash Sask. 25,57 25,73 34,15/21,78 35,19 1,40 USD Powerland 2,39 2,18 7,27/1,60 – – Progress 54,95 52,60 52,60/31,68 – 1,60 Pulsion 18,06 18,05 18,20/10,96 – 0,15 PVA Tepla 3,10 2,97 3,31/1,81 – 0,15 R R.Stahl 35,35 35,17 39,67/29,57 – 1,00 Raiffeisen Int. 22,80 23,27 32,59/20,03 22,67 1,12 Rambus 7,62 7,90 7,96/4,13 10,51 – USD Randstad 42,24 41,88 49,76/28,13 42,30 0,95 Realtech 3,12 3,12 5,57/2,82 – – Red Hat 39,70 41,27 44,44/30,44 56,13 – USD Reed Elsevier 15,71 15,53 16,23/12,24 15,70 0,51 Reliance GDR 21,54 21,42 23,59/17,47 902,0 9,00 INR Renault 69,25 68,71 74,26/45,00 69,34 1,72 Renewable Energy 0,46 0,46 0,60/0,13 3,92 – NOK RHI 23,14 23,64 28,48/21,55 23,09 0,75 RIB Software 11,22 11,13 11,27/3,68 – 0,14 Richter Gedeon 12,23 12,20 15,82/10,74 3.8t66,00 HUF Roche Inh. 214,79 215,57 223/175 262,0 7,80 CHF Rosneft ADR 4,77 4,81 6,05/4,40 6,06 0,37 USD Rostelecom ADR – 10,13 18,53/9,40 13,25 0,44 USD Royal Bank Scot. 3,64 3,68 4,54/3,12 302,0 – GBp RWE Vz 22,90 23,00 29,94/20,68 – 2,00 S SAG Solarstrom 0,32 0,34 3,49/0,32 – 0,13 Saipem 16,78 16,95 24,19/12,15 16,94 – Samsung El. 448,91 429,75 542/410 – 14.3t KRW Samsung El. Vz 348,00 338,33 363/266 – 14.4t KRW Sandvik 10,02 10,07 12,06/8,98 89,80 3,50 SEK Sartorius 99,58 97,68 104/75,96 – 0,80 Sasol 40,73 40,36 40,36/30,70 59.8t 17,50 ZAR Sberbank ADR 6,67 6,85 10,97/5,83 9,15 0,31 USD SBM Offshore 12,25 12,17 16,07/10,29 12,33 – Scania 21,35 21,66 22,50/12,57 191,0 – SEK Schuler 27,57 27,63 28,93/22,52 – 0,25 SEB 9,65 9,75 10,30/6,97 86,85 4,00 SEK Secunet 22,30 22,12 22,20/11,09 – – Securitas 8,18 8,19 8,62/6,44 73,90 3,00 SEK Sedo – 2,86 2,95/1,88 – 0,00 Severstal GDR 5,21 5,47 7,12/4,45 10,69 0,39 USD SFC 4,77 4,82 5,89/3,33 – – Sharp 2,18 2,11 4,52/2,02 306,0 – JPY SHS Viveon 9,80 9,04 11,30/6,55 – 0,25 Silver Wheaton 16,48 16,33 24,45/13,92 – 0,31 CAD Singulus 2,60 2,55 2,81/1,11 – – SinnerSchrader 3,10 2,96 2,96/1,48 – – Sixt Vz 22,39 22,17 22,57/13,20 – 1,02 SKW Stahl 11,32 11,50 13,87/10,25 – 0,50 SMT Scharf 19,45 19,40 25,99/19,22 – 0,98 Softbank 54,58 56,82 63,90/33,45 –40,00 Softing 15,72 15,59 17,03/7,22 – 0,27 Solar Fabrik 1,69 1,70 2,55/1,50 – – Solarworld 38,00 38,86 152/23,80 – 0,09 Sony 13,30 13,17 17,98/11,19 1.9t25,00 JPY South. Copper 19,64 20,44 28,95/18,09 27,56 0,56 USD State Bk of India 44,40 41,24 67,94/32,75 1.8t 35,75 INR Statoil 20,78 20,33 20,35/15,32 171,0 7,00 NOK STMicroelectron 6,77 6,84 7,58/5,32 6,78 0,30 Stryker 57,80 58,11 61,93/48,76 79,73 1,22 USD Süss MicroTec 6,99 6,86 9,33/6,05 – – Suez Env. 14,76 14,86 14,88/9,31 14,83 0,65 Sunpower 22,78 23,23 26,49/7,17 31,67 – USD Suntech Power 0,25 0,25 1,24/0,20 0,35 – USD Sunwin 0,08 0,08 0,16/0,06 0,10 – USD Surgutn. ADR 5,18 5,36 7,51/4,82 7,20 0,15 USD Svenska Hdlsbk. 35,91 37,73 38,33/29,57 319,0 16,50 SEK Swatch Group 448,40 454,00 485/397 547,0 7,50 CHF Swiss Life 178,15 176,53 186/111 216,0 5,50 CHF Swiss Re 67,36 67,29 68,85/52,37 81,70 8,00 CHF Swisscom 438,03 434,62 435/321 536,022,00 CHF Sygnis 5,40 5,38 9,77/2,39 – – Syngenta 275,88 276,13 327/249 335,010,00 CHF Syzygy 5,35 5,40 5,80/3,96 – 0,25 T Takeda Pharma 34,74 34,83 42,55/33,05 4.9t180,0 JPY Tata Motors ADR 24,99 25,33 25,50/16,61 397,0 2,00 INR Tatneft GDR 24,15 24,10 31,45/23,09 32,09 1,55 USD Technotrans 8,43 8,43 10,45/7,36 – – Telecom Italia 0,84 0,83 0,87/0,47 – 0,04 Telegate 5,78 5,91 9,85/5,43 – 2,00 Telekom Austria 7,35 7,11 7,41/4,75 7,24 0,05 Telenor 16,10 15,75 18,70/14,33 134,0 7,00 NOK Teles – 0,32 0,41/0,25 – – Teliasonera 5,44 5,47 6,21/4,81 48,20 3,00 SEK Thomps.Creek 1,57 1,57 2,99/1,29 2,33 – CAD Thomson Reuters 24,67 24,76 28,65/23,96 37,46 1,46 CAD Tomorrow Foc. 4,15 4,13 4,55/3,67 – 0,06 Tomra Systems 6,92 6,69 7,92/6,07 57,50 1,35 NOK TomTom 4,73 4,71 6,15/3,12 4,75 – Toshiba 3,02 3,01 4,30/2,94 430,0 8,00 JPY Toyota Motor 40,80 40,30 50,75/38,40 5.7t180,0 JPY Travel24.com – 10,20 15,24/9,98 – – Twitter 33,61 32,66 51,28/29,12 46,00 – USD U UMS Internat. 10,99 10,80 11,83/9,02 – 0,55 Unipetrol 4,93 4,94 6,76/4,88 137,0 – CZK United Labels 1,49 1,44 1,60/0,96 – – United Power 2,95 2,93 3,70/2,80 – – UPM Kymmene 12,23 12,40 13,26/7,42 12,24 0,60 UPS 70,11 70,49 76,71/62,77 96,86 2,68 USD USU Soft.konv. 11,95 12,06 12,06/7,13 – 0,25 V Vale 8,84 8,67 13,63/7,96 27,76 – BRL Vallourec 37,85 37,57 50,64/33,26 38,08 0,81 VBH 2,74 2,74 2,87/2,42 – 0,00 Veolia Envir. 14,28 14,60 14,60/8,54 14,32 0,70 Verbio 2,07 2,13 2,29/0,77 – – Verisign – 37,35 47,02/32,86 53,24 – USD Vestas Wind 27,80 26,33 27,47/5,66 208,0 – DKK Vita 34 5,66 4,85 7,31/2,75 – – Vizrt 2,76 2,69 2,93/2,10 – 0,04 VMware 76,34 79,40 80,55/49,93 106,0 – USD Voestalpine 31,41 32,32 36,62/22,36 31,44 0,90 Volkswagen 179,36 178,25 197/132 – 3,50 Volvo B 11,35 11,48 11,90/8,88 102,0 3,00 SEK VTB Bank GDR 1,46 1,48 2,51/1,20 3,13 0,09 USD VTG 14,55 14,40 15,71/13,04 – 0,37 Vtion Wireless 2,03 2,31 4,48/2,31 – 0,05 W WashTec 11,34 11,10 11,20/9,53 – 0,58 Westag & Get. 18,92 18,24 19,48/16,40 – 0,94 Westag & Get. Vz 18,70 18,53 19,95/16,33 – 1,00 Wienerberger 13,47 13,39 13,89/8,32 13,55 0,12 Wilex 0,58 0,59 1,74/0,55 – – X Y Z Xerox 7,82 7,94 9,21/6,41 10,82 0,23 USD Yara 31,36 31,00 36,58/28,71 258,010,00 NOK Yingli Green ADR 3,10 3,30 6,00/1,28 4,27 – USD Yoc 2,83 2,79 7,39/0,61 – – Youbish. Gr. Paper 3,71 3,71 5,15/3,45 – – Youniq 1,98 1,99 5,27/1,47 – – Zhongde 3,63 3,75 5,24/1,51 – – Stoxx 50 / Euro Stoxx 50 (ohne Dax-Werte) 17:58 Heimatbörse Tagesveränderung 52-Wochen- KGV Markt- Frankfurt Dividende 27.03. 26.03. W in % Hoch/Tief 2014 wert 27.03. 26.03. Euro Stoxx 50 – 3133,49 3130,17 +0,11 3169/2512 – – – – Stoxx 50 – 2890,00 2883,85 +0,21 2980/2516 – – – – ABB 0,68 22,36 22,24 CHF +0,54 24,75/19,37 13 42,50 18,36 18,32 Air Liquide 2,50 98,48 98,50 -0,02 105,35/90,70 17 30,56 97,98 98,96 Anh.-Busch Inb. 1,70 75,95 75,28 +0,89 78,66/65,05 14 120,21 74,76 74,98 ASML 0,46 67,11 67,54 -0,64 74,30/50,62 20 29,90 66,92 67,64 Astrazeneca 179,0 3910,00 3910,00 GBp - 4,1t/3,1t 8 59,44 47,28 47,33 Axa 0,72 19,16 19,22 -0,29 20,50/12,89 9 46,54 19,25 19,00 Banco Bilbao (BBVA) 0,42 8,76 8,77 -0,16 9,93/6,24 13 50,70 8,76 8,82 Banco Santander 0,60 6,70 6,66 +0,68 6,83/4,84 13 75,88 6,70 6,66 Barclays 6,50 230,60 233,30 GBp -1,16 333,85/231,05 7 45,33 2,81 2,83 BG Group 16,67 1111,00 1103,50 GBp +0,68 1,4t/1t 8 45,61 13,38 13,38 BHP Billiton 1,12 1832,50 1831,00 GBp +0,08 2t/1,7t 7 46,65 22,09 22,13 BNP Paribas 1,50 55,68 56,48 -1,42 60,85/38,29 11 69,01 55,45 56,63 BP 21,76 476,35 476,20 GBp +0,03 508,00/432,30 6 106,91 5,75 5,71 Brit.Amer. Tobacco 130,0 3287,00 3235,00 GBp +1,61 3,8t/2,9t 15 74,93 39,71 39,05 Carrefour 0,58 27,72 27,68 +0,13 29,02/19,76 17 19,87 27,45 27,37 Crédit Suisse 0,10 27,80 27,47 CHF +1,20 30,29/24,35 10 36,34 22,78 22,61 CRH Plc 0,63 20,16 20,14 +0,12 21,82/14,81 23 14,67 20,01 20,11 Danone 1,45 51,91 52,27 -0,69 60,39/48,70 17 32,88 52,10 52,40 Diageo 43,50 1864,00 1837,00 GBp +1,47 2,1t/1,8t 17 56,50 22,50 22,25 Enel 0,15 4,06 4,06 +0,20 4,13/2,30 13 38,16 4,06 4,05 ENI 1,08 17,90 17,95 -0,28 18,98/15,29 11 64,80 17,83 17,91 Ericsson 2,75 85,50 84,65 SEK +1,00 90,75/72,60 16 29,10 9,56 9,54 Essilor Int. 0,88 73,23 72,95 +0,38 89,70/71,11 22 15,67 73,09 72,95 GDF Suez 1,50 19,71 19,71 - 19,73/14,53 15 47,72 19,78 19,58 Generali 0,20 16,10 16,02 +0,50 17,43/12,10 11 24,78 15,92 16,07 Glaxosmithkline 74,00 1614,00 1623,50 GBp -0,59 1,8t/1,5t 13 94,47 19,46 19,60 GlencoreXstrata 0,16 307,10 311,10 GBp -1,29 359,80/256,85 8 49,29 3,71 3,73 HSBC Holding 0,45 608,30 611,20 GBp -0,47 769,90/591,80 6 139,47 7,41 7,37 Iberdrola 0,30 5,01 4,95 +1,35 4,95/3,63 14 31,22 5,00 5,00 Inditex 2,20 110,40 110,30 +0,09 121,00/91,75 24 69,03 110,74 110,19 ING – 10,01 10,01 - 10,93/5,54 9 38,52 10,03 10,01 Intesa San Paolo 0,05 2,32 2,29 +1,13 2,32/1,13 17 36,13 2,33 2,28 L’Oreal 2,30 118,70 118,20 +0,42 136,65/115,20 22 71,76 118,35 118,60 Lloyds Bank – 75,60 75,20 GBp +0,53 86,30/46,31 11 65,94 0,92 0,91 LVMH 2,90 132,90 132,55 +0,26 149,25/119,25 17 67,54 133,00 132,65 National Grid 40,58 819,00 816,50 GBp +0,31 847,50/717,50 15 37,24 9,98 9,87 Nestlé 2,05 66,40 66,20 CHF +0,30 69,50/59,30 18 176,27 54,66 54,23 Novartis 2,30 72,00 72,15 CHF -0,21 75,30/63,25 13 160,44 59,29 59,39 Orange 0,50 10,44 10,27 +1,61 10,68/7,10 11 27,55 10,40 10,28 Philips 0,75 25,25 25,03 +0,90 28,10/20,36 14 23,76 25,34 24,94 Reckitt Benckiser 125,0 4855,00 4857,00 GBp -0,04 5,1t/4,3t 18 42,70 59,32 59,04 Repsol 0,95 18,41 18,18 +1,27 19,78/15,76 12 23,91 18,36 18,13 Richemont 1,00 83,60 84,10 CHF -0,59 95,55/68,15 20 35,62 68,24 69,00 Rio Tinto 107,0 3275,00 3304,00 GBp -0,88 3,6t/2,6t 6 56,18 39,77 39,69 Roche Hold. Gen. 7,35 263,20 264,00 CHF -0,30 273,00/214,10 16 152,49 217,05 215,24 Royal Dutch Shell A 1,35 26,43 26,25 +0,67 26,89/23,47 – 103,06 26,44 26,27 Saint Gobain 1,24 43,42 43,56 -0,31 43,68/27,43 17 24,05 43,33 43,25 Sanofi-Aventis 2,77 75,11 75,62 -0,67 86,67/69,40 13 99,07 74,83 75,78 Schneider Electric 1,87 64,63 65,34 -1,09 65,99/52,86 15 36,13 64,40 65,06 Societe Generale 0,45 43,97 44,28 -0,70 48,38/24,30 10 34,88 43,67 44,46 Standard Chartered 53,36 1232,41 1235,00 GBp -0,21 1,7t/1,2t 5 35,99 14,83 14,62 Telefonica – 11,21 11,11 +0,90 13,11/9,61 11 50,99 11,20 11,07 Tesco 14,76 293,35 294,35 GBp -0,34 387,75/290,90 9 29,10 3,60 3,60 Total 2,34 47,89 47,50 +0,82 47,57/35,25 10 114,08 48,00 47,38 UBS 0,15 17,92 18,08 CHF -0,88 19,50/14,12 14 56,45 14,70 14,89 Unibail 8,40 191,20 189,50 +0,90 208,25/164,75 18 18,57 190,93 190,65 Unicredit 0,09 6,48 6,44 +0,62 6,58/3,24 19 37,25 6,44 6,41 Unilever NV 0,97 29,48 29,12 +1,24 32,89/27,16 18 50,49 29,45 29,20 Vinci 1,77 54,04 53,71 +0,61 54,19/34,33 15 32,44 53,91 53,98 Vivendi 1,00 19,93 19,80 +0,63 21,25/14,13 16 26,73 19,96 19,82 Vodafone 10,19 219,00 223,15 GBp -1,86 252,30/175,85 17 128,53 2,65 2,69 Zurich Ins. 17,00 270,10 270,40 CHF -0,11 273,30/228,80 10 32,95 222,21 222,52 Dow Jones 17:58 New York(in USD) Tagesveränderung 52-Wochen- KGV Markt- Frankfurt Dividende 27.03. 26.03. in % Hoch/Tief 2014 wert 27.03. 26.03. Dow Jones – 16261,3416268,99 -0,05 16577/14537 – – – – 3 M 2,54 133,21 133,09 +0,09 140/104 18 88,62 96,63 97,18 American Express 0,92 89,78 89,66 +0,13 93,86/64,10 16 96,18 65,00 65,50 AT & T 1,80 35,00 34,61 +1,13 39,00/31,86 13 184,80 25,30 25,31 Boeing 1,94 123,51 123,53 -0,02 144/84,09 17 92,81 89,82 89,55 Caterpillar 2,40 98,62 97,80 +0,84 98,59/80,43 17 62,76 70,71 71,23 Chevron 4,00 117,61 117,71 -0,08 128/110 10 226,18 85,55 85,66 Cisco Systems 0,68 22,15 22,32 -0,76 26,38/20,24 11 118,43 16,12 16,31 Coca-Cola 1,12 38,83 38,61 +0,57 43,09/37,05 18 171,47 28,22 28,08 Du Pont 1,80 66,21 66,51 -0,45 67,50/48,59 15 61,32 48,15 48,38 Exxon Mobil 2,52 95,64 94,70 +0,99 102/85,16 12 417,80 69,51 69,11 General Electric 0,76 25,82 25,62 +0,76 28,03/21,35 15 261,18 18,77 18,77 Goldman Sachs 2,00 161,97 161,73 +0,15 179/139 11 73,41 117,98 118,00 Home Depot 1,56 78,82 78,87 -0,06 82,91/69,67 18 111,00 57,03 57,35 IBM 3,80 190,20 192,62 -1,26 214/173 11 206,53 138,19 140,28 Intel 0,90 25,47 25,38 +0,37 26,67/20,94 13 126,61 18,50 18,40 Johnson&Johnson 2,64 97,47 97,05 +0,43 97,38/81,11 17 275,01 70,71 71,00 JP Morgan Chase 1,52 59,42 59,90 -0,80 61,07/46,64 10 223,37 43,00 43,96 McDonald’s 3,24 96,19 95,84 +0,37 104/93,02 16 95,71 69,89 69,73 Merck & Co. 1,72 55,79 56,02 -0,41 57,47/44,20 16 163,01 40,50 40,85 Microsoft 1,12 39,57 39,79 -0,56 40,50/28,56 15 330,29 28,81 28,89 Nike 0,84 73,32 73,22 +0,14 79,86/58,26 24 51,88 53,44 53,49 Pfizer 0,96 32,16 32,18 -0,05 32,75/27,23 14 208,45 23,43 23,05 Procter & Gamble 2,41 79,88 79,50 +0,48 85,41/75,25 19 217,13 58,25 57,71 Travelers Cos. 2,00 83,28 83,43 -0,18 90,99/77,85 10 30,32 60,13 60,82 United Tech 2,14 114,22 114,58 -0,31 118/91,05 17 104,81 82,50 83,74 UnitedHealth 1,12 81,13 81,54 -0,50 81,54/57,21 14 81,68 58,89 59,20 Verizon Comm. 2,12 47,44 47,01 +0,91 53,91/45,91 14 135,76 34,53 34,49 Visa 1,32 215,35 215,68 -0,15 233/161 24 109,09 156,07 157,29 Wal-Mart 1,88 76,49 76,23 +0,34 81,21/71,87 14 247,50 55,64 55,77 Walt Disney 0,75 77,96 78,62 -0,84 83,34/56,69 20 137,00 56,48 57,70 weitere US-Aktien 17:58 New York(in USD) Tagesveränderung 52-Wochen- KGV Markt- Frankfurt Dividende 27.03. 26.03. in % Hoch/Tief 2014 wert 27.03. 26.03. Nasdaq – 4152,06 4173,58 -0,52 4358/3166 – – – – Adobe Systems 0,00 64,75 63,90 +1,33 69,92/42,43 57 32,37 46,36 47,53 Amazon 0,00 338,15 343,41 -1,53 407/248 72 154,78 246,44 250,71 Applied Mats 0,40 19,74 19,86 -0,60 20,36/12,92 15 23,77 14,30 14,64 Baidu 0,00 149,92 152,12 -1,45 185/83,59 4 40,97 107,82 112,49 Biogen Idec 0,00 307,75 305,93 +0,59 352/193 26 72,69 223,60 224,93 Blackberry 0,00 8,89 9,16 -2,95 16,29/5,75 – 4,66 6,46 6,75 Celgene 0,00 142,21 142,61 -0,28 172/112 19 58,60 102,98 103,97 Citrix Sys. 0,00 57,68 58,16 -0,83 76,33/52,72 17 10,75 41,92 43,76 Comcast 0,78 49,14 49,62 -0,97 55,24/38,91 17 104,97 36,25 36,15 EBay 0,00 54,99 55,60 -1,09 59,30/48,76 18 71,19 40,14 40,18 Facebook 0,00 60,87 60,39 +0,80 72,03/22,90 54 117,94 44,16 45,44 First Solar 0,00 68,88 68,49 +0,57 73,87/26,10 20 6,85 49,98 49,68 Garmin 1,50 57,73 55,36 +4,28 55,36/32,60 23 11,27 40,05 40,59 Gilead Sciences 0,00 71,77 72,78 -1,38 83,95/47,20 22 110,05 52,00 52,90 Intuitive Surgical 0,00 423,31 424,66 -0,32 513/356 25 16,11 305,27 307,51 Keurig Green Mount. 0,00 107,14 105,67 +1,39 116/106 28 15,97 77,02 77,80 Kraft Foods 2,00 55,48 55,90 -0,75 58,29/50,09 17 33,06 40,48 40,77 Microchip Tech. 1,42 46,49 47,15 -1,41 48,09/34,23 18 0,01 34,20 34,48 Network Appl. 0,60 36,48 36,69 -0,57 45,85/32,99 12 12,43 26,44 27,10 Nvidia 0,30 17,71 18,03 -1,80 18,91/12,13 21 10,07 12,90 13,00 Priceline.com 0,00 1174,36 1188,77 -1,21 1370/684 23 60,39 841,50 882,93 Qualcomm 1,40 79,34 78,31 +1,32 78,56/59,39 16 134,04 57,57 57,53 Rofin Sinar 0,00 23,73 23,80 -0,29 27,65/21,28 20 0,67 17,19 17,74 Sandisk 0,90 78,51 79,86 -1,69 80,73/51,18 13 17,73 57,18 58,00 Starbucks 0,84 73,12 73,54 -0,57 81,99/56,87 28 54,94 53,20 53,63 Symantec 0,60 19,03 18,79 +1,25 26,96/18,20 10 13,24 13,64 13,74 Tesla Motors 0,00 206,45 212,96 -3,06 255/37,89 128 25,31 150,35 155,30 Teva Pharm. 1,20 48,92 48,88 +0,08 50,22/36,59 11 41,32 35,50 36,01 Vertex Pharms 0,00 70,44 70,44 - 88,51/52,60 – 16,47 49,89 51,80 Wynn Resorts 4,00 209,62 214,87 -2,44 248/118 28 21,20 153,18 154,60 Yahoo 0,00 35,74 35,45 +0,82 41,23/23,26 22 36,26 25,88 25,75 S & P 500 – 1848,12 1852,56 -0,24 1878/1542 – – – – Abbott Labs 0,56 38,43 38,56 -0,34 40,12/32,93 17 59,42 27,86 27,65 AIG 0,40 49,11 49,70 -1,19 52,30/37,68 11 72,31 35,66 36,20 Alcoa 0,12 12,59 11,86 +6,11 12,22/7,70 26 0,01 9,18 8,75 Altria 1,92 37,31 37,25 +0,16 38,57/33,46 14 74,78 27,16 27,01 Amgen 1,88 122,56 120,11 +2,04 127/94,60 15 92,43 89,12 87,65 Apple 12,20 536,00 539,78 -0,70 570/391 12 478,41 390,76 392,93 Bank of America 0,04 16,95 17,18 -1,36 17,92/11,44 13 180,76 12,30 12,49 Berkshire Hath. B – 123,14 123,01 +0,11 125/103 19 144,06 89,69 89,50 Bristol Myers 1,40 52,11 52,66 -1,04 56,61/39,68 29 85,80 38,10 36,81 Citigroup 0,04 47,24 50,16 -5,82 55,20/42,50 9 143,28 34,46 36,51 Colgate 1,36 64,44 64,27 +0,26 66,26/55,87 21 59,81 47,00 46,79 Conoco Philips 2,76 69,43 68,60 +1,21 74,34/56,81 11 85,06 49,74 49,97 Deere 2,04 87,80 88,33 -0,60 93,77/80,90 11 32,70 63,70 64,66 Dow Chemicals 1,28 47,80 49,43 -3,30 50,64/30,18 17 57,97 34,65 36,63 EMC 0,40 27,34 27,33 +0,04 28,18/21,50 13 56,26 19,90 20,12 Fedex 0,60 131,99 132,12 -0,10 144/91,87 15 41,21 96,00 97,17 Ford Motor 0,40 15,32 15,25 +0,46 17,76/12,44 10 59,34 11,04 11,14 Google 0,00 1114,52 1131,97 -1,54 1220/766 21 308,41 812,10 824,86 Halliburton 0,50 58,10 58,37 -0,46 59,14/37,21 14 49,28 42,31 42,67 Hewlett-Packard 0,58 31,77 32,35 -1,79 32,56/19,56 8 60,64 23,09 23,60 Honeywell 1,64 90,71 90,84 -0,14 95,44/71,47 16 71,18 65,68 67,21 Lockheed Martin 4,60 159,17 159,64 -0,30 167/94,53 16 50,98 115,85 117,04 Medtronic 1,12 59,00 59,29 -0,49 60,84/45,61 14 58,90 43,07 43,44 Mondelez 0,56 34,33 34,17 +0,47 35,80/28,34 20 60,21 24,87 25,05 Morgan Stanley 0,20 30,78 31,22 -1,43 33,40/20,31 12 60,05 22,39 22,81 Newmont Mining 0,60 22,72 23,07 -1,52 41,89/20,87 16 11,20 16,62 16,76 Occidental Pet. 2,56 94,60 93,54 +1,13 99,37/78,37 13 76,25 68,38 68,54 Oracle 0,48 39,48 39,08 +1,02 39,50/29,96 14 177,56 28,37 28,39 Pepsico 2,27 82,91 82,87 +0,05 86,80/77,10 18 127,15 60,33 60,50 Philip Morris 3,76 80,14 80,42 -0,35 96,44/75,39 14 128,40 58,26 58,13 Schlumberger 1,25 97,00 95,43 +1,65 95,56/69,95 17 127,74 70,23 69,47 Texas Instruments 1,20 46,19 46,39 -0,43 47,15/33,92 21 50,56 33,85 33,78 Time Warner 1,15 63,59 64,65 -1,64 70,31/56,16 15 57,53 46,18 47,69 Wells Fargo 1,20 48,79 48,50 +0,60 49,12/36,27 12 257,01 35,78 35,54 Weltindizes 17:58 27.03. 26.03. Tagesveränderung Tages- 52-Wochen- in % Hoch/Tief Hoch/Tief MSCI World (berechnet in US-$) – 1654,34 - –/– 1679,06/1400,98 AEX All Shares Amsterdam 398,59 396,89 +0,43 398,59/395,58 408,62/332,25 BUX Budapest 17039,46 16906,93 +0,78 17068,49/16863,77 19743,65/16140,53 OMX H25 Helsinki 2797,11 2815,89 -0,67 2815,66/2783,68 2941,47/2172,41 HangSeng Hongkong 21834,45 21887,75 -0,24 21926,83/21715,63 24038,55/19813,98 BIST Nat. 100 Istanbul 67993,10 67118,25 +1,30 68149,68/67415,12 93178,87/61189,15 JSE Top 40 Johannesburg 42663,18 42943,04 -0,65 42943,04/42458,72 43236,13/33230,97 FTSE 100 London 6584,14 6605,30 -0,32 6605,30/6561,39 6865,86/6029,10 IBEX 35 Madrid 10199,00 10140,80 +0,57 10204,40/10087,10 10525,00/7553,20 MIB Mailand 21173,90 21108,15 +0,31 21173,90/21011,16 21108,15/15056,57 RTS 1 Moskau 1179,47 1198,89 -1,62 1196,52/1167,70 1518,54/1062,47 Sensex Mumbai 22214,37 22095,30 +0,54 22307,74/22094,29 22095,30/17905,91 CAC 40 Paris 4379,06 4385,15 -0,14 4390,17/4359,29 4419,13/3595,63 PX SE Ind. Prag 994,03 1002,85 -0,88 1003,85/993,28 1046,06/852,90 Bovespa Sao Paolo 49170,17 47965,61 +2,51 49478,12/47962,03 56520,89/44965,66 Shanghai Co Shanghai 2046,59 2063,67 -0,83 2073,98/2042,71 2321,32/1950,01 Straits Times Singapur 3162,46 3143,32 +0,61 3167,34/3145,86 3454,37/2960,09 All Ordinaries Sydney 5359,70 5387,20 -0,51 5387,20/5332,80 5477,00/4633,50 Nikkei 225 Tokio 14622,89 14477,16 +1,01 14659,85/14227,81 16291,31/12003,43 S & P/TSE 300 Toronto 14144,39 14184,10 -0,28 14197,71/14142,81 14368,98/11836,86 VDax Volatil.-Dax 17,57 17,24 +1,93 17,89/17,11 24,27/12,96 WIG Warschau 51767,99 51723,05 +0,09 51798,30/51543,90 55246,40/43159,57 Austrian Tr. Wien 2458,83 2483,46 -0,99 2492,44/2448,72 2729,07/2170,86 Swiss Market Zürich 8327,93 8334,34 -0,08 8358,26/8302,07 8532,99/7249,47 ERLÄUTERUNGEN: Kursangaben: Notierungen in Deutschland verstehen sich in Euro und basieren auf Kursen des Xetra-und Spezialisten-Handels. In den Spalten mit der Bezeichnung Heimatbörse wird die Notierung und die Di- videndenangabe in der jeweiligen Landeswährung (W) dargestellt. Ausnahme: Bei Aktien aus dem Euro-Raum erfolgt keine Währungsangabe. t nach dem Kurs: Darstellung in Tausend. * zuletzt verfügbarer Kurs. Notierun- gen von Dax, MDax, TecDax und SDax basieren auf Xetra-Kursen. Alle deutschen Werte sind mit Ausnahme von Porsche im Prime Standard notiert. Dividendenangaben gelten für das abgelaufene Geschäftsjahr. Bei US-Werten wird die letzte Quartalsdividende auf das Jahr hochgerechnet. D: Titel mit Dividendenabschlag gehandelt. KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis (Ibes-Schätzungen). Umsätze: Gesamtumsätze in Tausend Euro. Marktkapitalisierung: Angaben in Milliarden Euro. Aktienarten: ADR = American Depositary Receipts, GDR = Global Depositary Receipts, Vz=Vorzugsaktien. Währungskürzel: AUD=austral. Dollar, BRL=brasil. Real, CAD=kanad. Dollar, CHF=Schweizer Franken, CNY=chines. Yuan, CZK=tschech.Krone, DKK=dänische Krone, GBP=brit. Pfund, HKD=Hongkong Dol- lar, HUF=ungar. Forint, INR=Ind. Rupie, JPY=japan. Yen, KRW=kor. Won, NOK=norweg. Krone, NZD=neuseel. Dol- lar, PLN=poln. Zloty, RUR=russ. Rubel, SEK=schwed. Krone, SGD=Singapur Dollar, TRY=türk. Lira, USD=US-Dollar, ZAR=südafrik. Rand; *Sortenkurse: Mitgeteilt von der Reisebank Frankfurt, Darstellung aus Sicht des Bankkunden. Kursgrafik: smallCharts, Quelle: GOYAX.de, AID Hannover, Morningstar Alle Angaben im Kursteil der SZ erfolgen ohne Gewähr Unter Europas Aktienanlegern war am Donnerstag Durchatmen ange- sagt. Nach zwei Tagen mit deutli- chen Kursgewinnen schloss derDax kaum verändert bei 9451 Punkten. Einige Börsianer zweifelten wegen der Spannungen zwischen dem Wes- ten und Russland an einem nachhal- tigen Aufwärtstrend für den Aktien- markt. Beiderseits des Atlantik zählten Finanzwerte zu den größten Verlie- rern. Zuvor hatte die US-Notenbank Fed die Pläne der Citigroup für Ge- schenke an ihre Aktionäre durch- kreuzt. Auch die US-Sparten der bri- tischen Institute HSBC und Royal Bank of Scotland (RBS) sowie die spa- nische Santander müssen ihre Divi- denden- oder Aktienrückkauf-Vor- haben nachbessern und mehr Geld für die Krisenvorsorge einbehalten. Citigroup brachen in New York um 5,7 Prozent ein. Im Dax zählten die Aktien der Deutschen Bank mit mi- nus 0,8 Prozent zu den größten Ver- lierern, Commerzbank fielen um ein Prozent. Lufthansa-Titel verloren wegen des Warnstreiks im öffentli- chen Dienst ebenfalls ein Prozent an Wert. Die Fluggesellschaft strich weltweit jeden dritten Flug. Daneben sorgten die Bilanzen ei- niger Unternehmen aus der zweiten und dritten Unternehmensreihe für Enttäuschung. Die Titel von SMA So- lar rutschten um 5,5 Prozent ab und waren schwächster TecDax-Wert. Der Solartechnikkonzern ist im ver- gangenen Jahr wegen des Nachfrag- einbruchs in Europa erstmals tief in die roten Zahlen geraten. Das nutz- ten viele Anleger, um ihre Gewinne mitzunehmen. SMA haben seit Jah- resbeginn etwa 97 Prozent gewon- nen. Die Aktie des Hamburger Ha- fen- und Logistikkonzern HHLA sackte als größter SDax-Verlierer um 7,1 Prozent nach unten. Das Un- ternehmen stellt sich auf ein weite- res schwieriges Jahr ein. Hennes & Mauritz verloren an der Stockhol- mer Börse um 4,3 Prozent ab. Der Ge- winn des Bekleidungseinzelhänd- lers wuchs in den drei Monaten bis Ende Februar nicht so stark wie er- wartet. Die US-Börsen präsentierten sich wenig verändert. Auf die Stim- mung drückten gemischt ausgefalle- ne Konjunkturdaten. Die US-Wirt- schaft wuchs im vierten Quartal zwar mit 2,6 Prozent etwas stärker als zunächst geschätzt, aber den- noch etwas weniger als von Exper- ten erwartet. Zugleich besserte sich die Lage am Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhil- fe sank in der vergangenen Woche auf den tiefsten Stand seit Novem- ber. Der Dow Jones verharrte bei 16 263 Punkten. sz/reuters/dpa Anleger trennen sich von Bank-AktienDax 7000 8000 9000 10000 Ap r M ai Ju n Ju l Au g Se p Ok t No v De z Ja n Fe b M rz (Angaben in Punkten) 1 Jahr: +21,3% Vortag: +0,0% 27.3.2014 Schluss: 9451,21 MDax 12000 13000 14000 15000 16000 17000 Ap r M ai Ju n Ju l Au g Se p Ok t No v De z Ja n Fe b M rz (Angaben in Punkten) 1 Jahr: +23,3% Vortag: -0,4% 27.3.2014 Schluss: 16334,75 Euro Stoxx 50 2400 2600 2800 3000 3200 3400 Ap r M ai Ju n Ju l Au g Se p Ok t No v De z Ja n Fe b M rz (Angaben in Punkten) 1 Jahr: +20,0% Vortag: +0,1% 27.3.2014 Schluss: 3133,75 Dow Jones 14000 16000 18000 Ap r M ai Ju n Ju l Au g Se p Ok t No v De z Ja n Fe b M rz (Angaben in Punkten) 1 Jahr: +11,9% Vortag: -0,1% 27.3.2014 18 Uhr: 16260,16 GELDDEFGH Nr. 73, Freitag, 28. März 2014 HF2 23
  • Leitz insen Basiszins gemäß Bürgerlichem Gesetzbuch seit 01.01.14 -0,63% Leitzins EZB seit 13.11.13 0,25% Leitzins FED seit 16.12.08 0-0,25% Indizes/Renditen Kupon 27.03. 26.03. Bund-Future 143,77 143,52 Rex Perf. Dt.Renten-Idx 451,59 451,20 Umlaufrendite 1,26 1,28 10j. Bundesanleihe 1,57 1,57 10j. Staatsanleihe USA 2,70 2,75 10j. Staatsanleihe Großbrit. 2,70 2,71 10j. Staatsanleihe Japan 0,62 0,62 Euribor in % Laufzeit 26.03. 25.03. 3 Monate 0,315 0,318 6 Monate 0,419 0,422 9 Monate 0,506 0,511 12 Monate 0,591 0,598 Dollar-Libor in % Laufzeit 26.03. 25.03. 3 Monate 0,233 0,234 6 Monate 0,330 0,330 9 Monate – – 12 Monate 0,562 0,562 Eurogeldmarkt 1 27.03. Tagesgeld 1 Monat 6 Monate 1 Jahr Euro 0,13–0,23 0,19–0,30 0,28–0,41 0,49–0,59 US-$ 0,08–0,18 0,13–0,23 0,31–0,41 0,53–0,63 brit-£ 0,39–0,49 0,42–0,51 0,62–0,65 0,86–0,94 sfr -0,15–0,05 -0,15–0,05 0,01–0,16 0,13–0,28 Yen 0,00–0,00 -0,09–0,13 0,06–0,21 0,15–0,35 Bundespapiere (sortiert nach Restlaufzeit) Kupon Anleihe 27.03. 26.03. Rend. 2,25 BO S.154 v. 09/14 100,07 100,08 – 0 BS v. 12/14 II 99,98 99,98 – 4,25 BA v. 04/14 101,07 101,10 0,06 0 BS v. 12/14 III 99,94 99,93 – 2,5 BO S.155 v. 09/14 101,25 101,26 0,14 0 BS v. 12/14 IV 99,89 99,88 – 3,75 BA v. 04/15 102,75 102,76 0,16 2,5 BO S.156 v. 10/15 102,15 102,16 0,15 0,25 BS v. 13/15 I 100,10 100,09 0,15 2,25 BO S.157 v. 10/15 102,17 102,17 0,12 0 BS v. 13/15 II 99,83 99,82 – 3,25 BA v. 05/15 103,91 103,92 0,13 0,25 BS v. 13/15 III 100,15 100,12 0,14 1,75 BO S.158 v. 10/15 102,45 102,45 0,14 0 BS v. 13/15 IV 99,75 99,73 – 3,5 BA v. 05/16 105,93 105,94 0,14 2 BO S. 159 v. 11/16 103,56 103,53 0,13 0,25 BS v. 14/16 I 100,22 100,17 0,14 2,75 BO S. 160 v. 11/16 105,26 105,24 0,13 1,5 BA v. 06/16 Infl. 104,45 104,33 – 6 BA v. 86/16 II 112,91 112,93 0,16 4 BA v. 06/16 108,69 108,69 0,14 5,63 BA v. 86/16 113,27 113,24 0,23 1,25 BO S. 161 v. 11/16 102,75 102,74 0,16 3,75 BA v. 06/17 109,90 109,84 0,16 0,75 BO S. 162 v. 12/17 101,62 101,56 0,19 0,5 BO S. 163 v. 12/17 100,85 100,80 0,22 4,25 BA v. 07/17 II 113,02 113,00 0,23 0,5 BO S. 164 v. 12/17 100,75 100,70 0,29 4 BA v. 07/18 113,90 113,81 0,28 0,5 BO S. 165 v. 13/18 100,53 100,43 0,36 0,25 BO S. 166 v. 13/18 99,36 99,27 0,41 0,75 BO v. 11/18 Inflat. 105,71 105,40 – 4,25 BA v. 08/18 116,34 116,20 0,37 1 BOS. 167 v. 13/18 102,22 102,10 0,49 3,75 BA v. 08/19 115,33 115,18 0,49 1 BO S. 168 v. 14/19 101,95 101,84 0,60 3,5 BA v. 09/19 115,02 114,83 0,59 3,25 BA v. 09/20 114,28 114,18 0,71 1,75 BA v. 09/20 Infl. 112,71 112,47 – 3 BA v. 10/20 113,41 113,19 0,79 1,5 BA v. 13/20 101,91 101,78 1,18 2,25 BA v. 10/20 108,73 108,59 0,85 2,5 BA v.10/21 110,28 110,14 0,92 3,25 BA v.11/21 115,61 115,37 1,00 2,25 BA v.11/21 108,54 108,28 1,05 2 BA v. 11/22 106,41 106,21 1,13 1,75 BA 12/22 104,09 103,89 1,22 1,5 BA 12/22 101,74 101,55 1,28 1,5 BA 13/23 101,14 100,95 1,36 0,1 BA v. 12/23 Inflat. 100,90 100,49 – 1,5 BA 13/23 100,84 100,54 1,40 2 BA 13/23 104,90 104,59 1,43 6,25 BA v. 94/24 143,79 143,38 1,41 1,75 BA v. 14/24 101,90 101,65 1,54 6,5 BA v. 97/27 153,95 153,60 1,87 5,63 BA v. 98/28 143,95 143,54 1,95 4,75 BA v. 98/28 II 133,71 133,50 2,00 6,25 BA v. 00/30 154,79 154,50 2,12 5,5 BA v. 00/31 145,83 145,40 2,20 4,75 BA v. 03/34 138,96 138,50 2,31 4 BA v. 05/37 127,95 127,86 2,39 4,25 BA v. 07/39 I 135,02 134,65 2,39 4,75 BA v. 08/40 145,50 145,20 2,39 3,25 BA v. 10/42 117,28 116,91 2,40 2,5 BA v. 12/44 101,82 101,30 2,41 2,5 BA v. 14/46 101,48 101,06 2,43 Ausländische Staatsanleihen Kupon Anleihe 27.03. Rend. Bonit. 0 Argent.GDP-Lnkr 05/35 8,42 – B- v.2,26 Argentinien 05/38 39,25 7,94 B- 3,5 Belgien 09/15 103,25 0,24 AA 4 Belgien 12/32 116,19 2,84 AA 4,25 China 04/14 101,94 0,85 AA 3 Frankreich 09/14 100,77 0,27 AA+ 5,9 Irland 09/19 121,37 1,81 BBB 4,6 Irland 99/16 108,10 0,59 BBB 10,5 Jamaika 04/14 100,82 8,68 CCC- 4,25 Lettland 04/14 100,00 – BBB+ 3,75 Niederlande 04/14 101,01 0,22 AAA 3,4 Österreich 09/14 101,75 0,24 AA+ 6,5 Österreich 94/24 139,00 2,06 AA+ 4,2 Polen 05/20 115,00 1,57 A- 3,85 Portugal 05/21 102,91 3,37 BB 6,4 Portugal 11/16 109,34 1,33 BB 3,13 Schweden 09/14 99,82 4,42 AAA 4,9 Spanien 07/40 112,00 4,14 BBB 5,5 Spanien 11/21 118,57 2,59 BBB 7 Venezuela 05/15 95,00 12,82 CCC Unternehmensanle ihen Kupon Anleihe 27.03. Rend. Bonit. 4,75 Adidas Int. Fin. 09/14 101,00 1,14 5,38 Allianz Fin.perp. 06/– 104,60 – A 3,25 Bay.Lbk.Pfb 05/15 103,56 0,23 NR 4,63 Bayer Capital 09/14 101,89 0,72 A 3,25 BMW Fin. 12/19 109,40 1,22 A+ 3,875 Commerzbank 10/17 108,03 1,12 A- 3,5 Dt. Bahn Fin. 10/20 112,11 1,44 AA 1,125 Dt. Börse 13/18 101,14 0,83 AA 2,75 Dt. Post 13/23 104,18 2,24 BBB+ 4 Dt.Telek.Int.Fin.05/15 102,81 0,51 BBB+ 7,25 Dürr 10/15 103,30 – 5,5 Eon 07/17 115,43 1,00 A- 4,75 Goldman Sachs 06/21 111,62 3,00 BBB 7,5 Heid.Cem. 10/20 123,80 3,14 NR 5 K+S 09/14 101,96 0,87 BBB 4,75 Linde 07/17 112,03 0,75 A+ 6,75 Linde 08/15 110,25 0,63 A+ 6,5 Lufthansa 09/16 111,77 1,19 BB+ 4,5 Maxingvest 04/14 101,81 1,08 3,87 Porsche 06/16 105,34 0,94 5 RWE Fin. BV 09/15 103,82 0,58 BBB+ 3,5 SAP 10/17 107,22 1,05 4,375 Shell 09/19 113,74 0,95 AA 4,5 Shell Intern. 09/16 107,24 0,59 AA 5,13 Siemens Fin. 09/17 112,45 0,76 A 4,12 Sixt 10/16 106,22 1,63 8 ThyssenKrupp 09/14 101,61 0,33 BB+ 2,38 Toyota Mot. Cred. 13/23 103,09 1,99 AA 3,25 Volkswagen 12/19 108,82 1,34 A Genussscheine Unternehmen 27.03. 26.03. Bertelsmann 01 ff. 15% 293,00 293,00 Bertelsmann 92 ff. 7,23% 205,00 205,00 Magnum 03/50 12% 100,00 99,00 Pongs&Zahn 06/50 8,5% 0,30 0,30 Salvator Grund. 04/50 9,5% 41,50 41,50 Münzen und Barren Münzen 27.03. 26.03. London Gold (16:00) $/Uz. 1296,00 1304,00 London Silber (14:00) US-cts/Uz 1968,00 2003,00 London Palladium (14:00) $/Uz 766,00 782,00 London Platin (14:00) $/Uz 1404,00 1411,00 Kupfer (DEL) 487,14–489,26 484,36–486,48 Münzen 2 Ankauf Verkauf Ankauf Verkauf Münzen 27.03. 27.03. 26.03. 26.03. 1 Uz Am.Eagle 941,50 990,50 943,00 992,00 1 Uz Platin Noble 958,50 1159,50 962,50 1164,00 1 Uz Maple Leaf 941,50 971,00 943,00 978,00 1/2 Uz Am. Eagle 468,50 509,50 469,00 510,50 1/2 Uz Philharm. 468,50 509,50 469,00 510,50 1/4 Maple Leaf 235,50 261,00 236,00 261,50 1/4 Uz Philharm. 235,50 261,00 236,00 261,50 1/10 Uz Am.Eagle 95,00 108,50 95,00 108,50 1 Uz Krüger Rand 941,50 976,00 943,00 978,00 1 Uz Britannia 941,50 990,50 943,00 992,00 1 UZ W. Philh. Silber 14,40 16,40 14,35 16,35 1 Uz Platin Koala 958,50 1159,50 962,50 1164,00 1/10 Uz Platin Koala 100,00 135,00 100,50 135,50 2 Rand Südafrika 216,00 236,50 216,50 237,00 100 österr. Kronen 895,00 961,50 896,50 963,00 4 österr. Dukaten 406,50 438,50 407,00 439,00 1/2 Uz Känguruh 468,50 509,50 469,00 510,50 1/10 Uz Känguruh 95,00 108,50 95,00 108,50 10 Rubel (Tscherwonetz) 227,50 253,50 228,00 254,00 20 sfr (Vreneli) 175,00 196,50 175,50 197,00 20 Goldmark (Wilh.II) 216,00 236,00 216,00 236,00 Bar ren 2 Ankauf Verkauf Ankauf Verkauf Barren 27.03. 27.03. 26.03. 26.03. Gold, 1 kg 29856,00 30674,00 29909,00 30726,00 Gold, 100 g 3021,00 3097,00 3026,00 3102,00 Gold, 10 g 302,00 318,00 303,00 319,00 Silber, 1 kg 436,00 504,00 435,00 503,00 Platin, 1 kg 30704,00 33915,00 30845,00 34052,00 Platin, 100 g 3096,00 3430,00 3110,00 3444,00 Für Industr ieabnehmer 3 Ankauf Verkauf Ankauf Verkauf Metall 27.03. 27.03. 26.03. 26.03. Feingold Feingold, 1 kg 29480,00 31990,00 29580,00 32100,00 verarbeitet, 1 kg – 33510,00 – 33630,00 Feinsilber Feinsilber, 1 kg 445,10 496,10 445,40 496,50 verarbeitet, 1 kg – 519,30 – 519,70 Platin / Palladium Platin (per Gramm) 31,06 33,94 30,96 33,83 Palladium (per Gramm) 16,98 18,67 17,20 18,91 Rohstoffe Energ ie 27.03. 26.03. Rohöl (Ldn.) Mai 107,64 107,03 Brent Jun 107,54 106,92 ICE $/Brl Jul 107,29 106,67 Rohöl (NY) Mai 101,54 100,26 WTI Jun 100,72 99,53 Nymex $/Brl Jul 99,70 98,63 27.03. 26.03. Benzin (RBO) Apr 2,94 2,91 Nymex $/gal Mai 2,94 2,91 Heizöl (NY) Apr 2,94 2,92 Nymex $/gal Mai 2,94 2,92 Gasöl (Ldn) Apr 902,5 893,3 ICE $/t Mai 902,3 893,3 Edelmetal le 27.03. 26.03. Gold (NY) Apr 1298 1303 Comex $/oz Mai 1296 1304 Jun 1297 1303 Platin (NY) Mai 1412 1407 Nymex $/oz Jul 1402 1408 27.03. 26.03. Silber (NY) Apr 19,71 19,76 Comex $/oz Mai 19,70 19,78 Jul 19,74 19,82 Palladi. (NY) Mär 762,5 781,2 Nymex $/oz Mai – 789,4 Basismetal le 27.03. 26.03. Kupfer (Ldn) Kse 6581 6555 LME $/t 3-Mt. 6570 6551 Nickel (Ldn) Kse 15670 15960 LME $/t 3-Mt. 15710 16050 Zink (Ldn) Kse 1966 1981 LME $/t 3-Mt. 1975 1992 27.03. 26.03. Blei (Ldn) Kse 2044 2065 LME $/t 3-Mt. 2064 2089 Zinn (Ldn) Kse 23050 23275 LME $/t 3-Mt. 23100 23200 Alumini. (Ldn) Kse 1683 1706 LME $/t 3-Mt. 1726 1750 Agrarprodukte 27.03. 26.03. Weizen (Pa) Mai 210,0 210,5 Matif Euro/t Nov 202,3 204,0 Sojaboh. (Ch) Mai 1447 1440 CME cts/bu Jul 1413 1410 Mais (Chi.) Mai 488,8 484,5 CME cts/bu Jul 492,8 489,3 27.03. 26.03. Kaffee (NY) Mai 174,6 176,0 ICE cts/lb. Jul 176,7 178,0 Kakao (NY) Mai 2958 2975 ICE $/t Jul 2969 2963 Zucker (NY) Mai 17,79 17,36 ICE cts/lb. Jul 18,12 17,74 Rentenmarkt ERLÄUTERUNGEN: Anleihen: Kurse in Prozent; BA=Bundesanleihe; BO=Bundesobligationen; BS=Bundesschatzanweisung; PfB=Pfandbrief; Laufzeit (Emissionsjahre/Fälligkeit) hinter demNamen; alle Bun- despapiere besitzen Bonität AAA; Bonitätseinstufungen soweit verfügbar von S&P: AAA=exzellent, AA=sehr gut bis gut, A=gut bis befriedigend, BBB=befriedigend bis ausreichend, BB=mangelhaft, B=mangelhaft, CCC bis C=ungenügend, Insolvenz absehbar, D=zahlungsunfähig; Euribor=Zinssatz f. Termingelder in Euro unter Banken; Dollar-Libor=Zinssatz f. Termingelder auf Dollarbasis; 1) Bloomberg, Münzen und Barren; 2) pro aurum, Schalterpreise München, Angaben in Euro 3) W.C.Heraeus, Basis Londoner Fixing; Rohstoffe: CME=Chicago Mercantile Exchange, Comex=Commodity Exch., ICE=Intercontinental Exch., LME=London Metal Exch., Ma- tif=Marché à terme Internat. de France, Nymex=New York Mercantile Echange Kursgrafik: smallCharts, Quelle: GOYAX.de, AID Hannover, Morningstar Weitere Kursinformationen finden Sie unter: Spekulation um EZB-Politik hilft Anleihen Spekulationen auf eine weitere Lo- ckerung der EZB-Geldpolitik ha- ben am Donnerstag die Nachfrage nach bereits ausgegebenen und hö- her verzinsten europäischen Anlei- hen angeheizt. Während die Kurse stiegen, fielen im Gegenzug die Renditen der spanischen und itali- enischen Bonds auf den tiefsten Stand seit etwa acht Jahren. Die jüngsten Aussagen der EZB deute- ten darauf hin, dass sie zu einer weiteren Lockerung der Geldpoli- tik bereit sei, sagte Jussi Kiljanen, Chef-Anleihestratege der SEB. „Die Tatsache, dass die Äußerun- gen von Weidmann kommen, gibt ihnen etwas mehr Gewicht.“ Bun- desbankchef Jens Weidmann hat- te am Dienstag Wertpapierkäufe der EZB nicht mehr kategorisch ausgeschlossen. Der Euro verbillig- te sich auf 1,3730 (Vortag: 1,3789) Dollar. „Der Markt beginnt, sich auf eine EZB-Intervention in der kommenden Woche vorzuberei- ten“, sagte ING-Anleihestratege Alessandro Giansanti. Dann tref- fen sich die Währungshüter zu ihrer Ratssitzung. sz/reuters Gold 1160 1260 1360 27.12.13 27.3.14 Öl 103 113 123 27.12.13 27.3.14 USA 2,50 2,75 3,00 27.12.13 27.3.14 Deutschland 1,5 1,7 1,9 27.12.13 27.3.14 GELD24 HF2 Freitag, 28. März 2014, Nr. 73 DEFGH In Deutschland zugelassene Qualitätsfonds – tägliche Veröffentlichung mitgeteilt von vwd group Name Währung Ausg. Rücknahme Aktiengewinn ATE ZWG 27.03. 27.03. 26.03. EStG 1) KStG 2) Name Währung Ausg. Rücknahme Aktiengewinn ATE ZWG 27.03. 27.03. 26.03. EStG 1) KStG 2) Name Währung Ausg. Rücknahme Aktiengewinn ATE ZWG 27.03. 27.03. 26.03. EStG 1) KStG 2) Name Währung Ausg. Rücknahme Aktiengewinn ATE ZWG 27.03. 27.03. 26.03. EStG 1) KStG 2) Name Währung Ausg. Rücknahme Aktiengewinn ATE ZWG 27.03. 27.03. 26.03. EStG 1) KStG 2) Name Währung Ausg. Rücknahme Aktiengewinn ATE ZWG 27.03. 27.03. 26.03. EStG 1) KStG 2) Aberdeen Asset Management Deutschland AG www.aberdeen-asset.de Asia Pacific Equ T* $ - 70,08 69,28 60,94 - - 0,00 Asian Bond T $ - 149,60 149,43 0,00 0,00 - 3,32 Asian Small Comp T* $ - 42,90 42,68 73,33 - - 0,00 Emerg Mkts Equ T* $ - 62,09 61,34 60,15 - - 0,00 EmerMkts Sm Comp T* $ - 17,67 17,53 42,21 - - 0,00 Euro Corp Bond T € - 10,40 10,39 0,00 0,00 - 0,08 European Eq T* € - 43,07 42,57 32,79 - - 0,00 Japanese Equity T* ¥ - 331,59 329,82 18,81 - - 0,00 Sel Em Mkts Bond T* $ - 38,50 38,40 0,00 - - 0,78 US-$ High Yield A $ - 10,96 10,95 0,00 0,00 - 0,14 World Equity T* $ - 18,04 17,87 50,30 - - 0,00 World Gov Bond T* $ - 10,20 10,17 0,00 - - 0,11 Allianz Global Investors KAG mbH Adifonds A € 97,45 92,81 92,49 9,08 9,06 - 0,00 Adirenta A € 15,37 14,92 14,88 0,00 0,00 - 0,25 Adireth AT € 91,34 88,68 88,61 0,12 0,12 - 1,48 Adiverba A € 110,84 105,56 105,98 -48,59 -50,05 - 0,00 AGIF EuSmCa AE € 157,76 150,25 149,81 33,83 33,88 0,00 0,00 Aktien Europa A € 81,74 77,85 77,98 -4,10 -6,33 - 0,02 Concentra AE € 93,62 89,16 89,07 46,18 46,05 - 0,00 Europazins AE € 52,43 50,90 50,76 0,00 0,00 - 0,35 Fl Rentenfd AE € 86,42 83,50 83,37 6,61 6,53 - 2,49 Flex Eur Ba AE € 64,34 61,87 61,80 7,94 7,78 - 0,34 Flex Eur Dy AE € 63,86 60,82 60,78 -0,69 -0,90 - 0,21 Flexi Immo A € 82,54 79,37 79,37 -4,43 -4,91 - 2,13 Fondak A € 139,87 133,21 133,31 40,58 40,34 - 0,00 Fondirent € 42,48 41,24 41,09 0,00 0,00 - 0,52 Geldmarkt AE € 48,64 48,64 48,64 0,00 0,00 - 0,70 Geldmkt SP AE € 49,30 49,30 49,30 0,00 0,00 - 0,61 Global Eq.Dividend € 95,33 90,79 90,81 -35,69 -37,14 - 0,07 Horizont Def* € - 120,58 120,15 20,82 20,92 0,00 1,75 Industria AE € 96,74 92,13 92,14 -3,72 -5,67 - 0,00 Interglobal A € 200,69 191,13 191,84 -14,15 -15,11 - 0,00 Kapital + AE € 57,83 56,15 56,06 14,90 14,75 - 0,50 Mobil-Fonds AE € 53,47 52,42 52,40 0,00 0,00 - 0,73 Nebenw. Deutschl.A € 225,13 214,41 215,33 77,33 79,17 - 0,00 Reale Werte A € 51,04 49,08 49,09 5,00 4,58 - 0,12 Rentenfonds AE € 85,08 83,00 82,82 0,00 0,00 - 1,15 Rohstofffonds A € 71,63 68,22 69,18 35,46 34,61 - 0,00 Thesaurus AT € 743,54 708,13 705,68 52,57 52,54 - 0,00 Verm. Deutschl. A € 153,02 145,73 145,98 46,28 46,13 - 0,00 Wachstum Eurol A € 84,56 80,53 80,38 13,33 13,16 - 0,24 Wachstum Europa A € 92,00 87,62 87,60 37,56 39,07 - 0,00 Allianz Global Investors Luxembourg S.A AGIF B St E IE € 9,97 9,97 9,93 0,88 0,63 0,00 0,00 AGIF Eu EqD ATE € 235,42 224,21 223,24 41,14 40,41 32,89 0,00 AGIF EuBd AE € 11,51 11,17 11,15 0,00 0,00 0,00 0,06 AGIF Gl AgTr AE € 136,57 130,07 129,88 17,40 17,70 0,00 0,00 AGIF GlEcoT AE € 99,29 94,56 95,11 -3,01 -2,48 0,00 0,00 All Comm Stra A € - 79,78 79,77 -0,84 -0,03 0,00 0,00 Emerging Europe A € 305,11 290,58 288,55 47,03 47,04 11,31 0,00 Eur Bd TR AE € 65,12 63,22 63,07 0,00 0,00 0,00 0,20 Euro HiYield Bd A € 117,86 114,43 114,39 0,00 0,00 0,00 1,51 Flex Bond Strat A € 106,20 103,11 103,05 0,00 0,00 0,00 1,49 Flexi Asia Bond AT $ 10,85 10,33 10,32 0,00 0,00 0,41 0,20 Mlt.AsiaAct.A(EUR) € 50,81 48,39 47,85 4,41 5,58 0,25 0,00 Oriental Income AT € 139,03 132,41 131,99 16,75 16,72 4,56 0,00 RCM BRIC Stars A € 118,08 112,46 112,26 20,93 20,50 0,00 0,00 RCM Enh ST Euro AT € 108,80 108,80 108,81 0,00 0,00 8,17 0,30 RCM Renminbi Cur A $ 10,62 10,41 10,43 0,00 0,00 0,00 0,10 Allianz Global Investors Ireland Ltd. Emg Mrkt Bd AE € 61,73 59,93 59,61 0,00 0,00 0,00 0,64 Gl. Em. Mkts Eq. A € 33,00 31,43 31,50 61,04 60,96 0,00 0,00 US Equity A € 59,17 56,35 56,60 51,87 51,77 0,00 0,00 Alte Leipziger Trust €uro Short Term* € 46,66 46,20 46,19 0,00 - 0,00 0,50 Aktien Deutschland* € 102,99 98,09 96,45 9,65 9,43 0,00 0,00 AL Trust €uro Relax* € 52,00 50,49 50,43 4,44 4,24 0,00 0,00 Trust €uro Cash* € 46,70 46,70 46,70 0,00 - 0,00 0,26 Trust €uro Renten* € 44,60 43,30 43,25 0,00 - 0,00 0,51 Trust Akt Europa* € 49,64 47,28 46,56 -43,02 -43,55 0,00 0,00 Trust Global Invest* € 65,47 62,35 62,38 -27,51 -27,61 0,00 0,00 Ampega Investment GmbH Amp Euro Star 50 € 42,24 42,24 41,78 26,42 25,76 - 0,00 Amp Europa Meth € 185,30 176,48 174,28 9,74 9,50 - 0,00 Amp Global Aktien € 8,92 8,54 8,55 -127,27 -128,64 - 0,00 Amp Global Renten € 17,14 16,52 16,49 0,00 0,00 - 0,10 Amp Pf MuETFStr Pa € 21,08 20,47 20,42 -69,89 -75,56 - 0,05 Amp Pf Real Estate € 104,50 99,52 99,49 1,03 0,96 - 0,66 Amp Rendite Renten € 21,04 20,43 20,42 0,00 0,00 - 0,13 Amp Reserve Renten € 52,19 51,67 51,68 0,00 0,00 - 0,30 Amp Substanz Pa € 24,25 23,32 23,28 -6,59 -6,80 - 0,00 Amp Unternfonds € 24,53 23,82 23,80 0,00 0,00 - 0,98 CQUAD.Flex Ass AMI € 36,44 34,79 34,73 -28,63 -28,73 - 0,05 PF Glob ETF Aktien € 19,11 18,55 18,45 -15,46 -16,60 - 0,00 Renten Wachstum € 107,43 105,32 105,26 0,00 0,00 - 1,42 terrAssi.Akt.I AMI € 19,80 18,95 19,03 -27,16 -27,68 - 0,00 terrAssisi Rent IA € 99,51 99,01 99,00 0,00 0,00 - 0,63 Zan.Eu.Cor.B.AMI P € 111,46 109,27 109,18 0,00 0,00 - 0,56 Zantke Eu.HY AMI Pa € 123,70 121,27 121,25 0,00 0,00 - 1,55 Axxion S.A. M-AXX InCap Taurus* € 72,82 69,35 68,49 45,95 45,27 0,00 0,00 BNY Mellon Service KAG www.bnymellonkag.com Balanced* € 57,79 55,04 54,82 18,87 18,41 - 0,13 Europa* € 44,73 42,60 41,94 -34,50 -34,88 - 0,00 Eurorent* € 58,07 56,38 56,36 0,00 - - 0,33 Megatrend* € 62,38 59,41 58,92 49,60 49,48 - 0,00 Triselect* € 48,87 46,54 46,26 3,25 3,17 - 0,00 Commerz Real Investment hausInvest € 43,21 41,15 41,15 1,91 1,82 - 0,12 www. .lu www.cratoncapital.com Precious Metal* $ 102,13 102,13 106,35 -253,46 -253,15 - 0,00 Credit Suisse CS Euroreal A CHF* CHF 66,62 66,62 66,58 0,73 - - 0,03 CSAM Immobilien KAG mbH CS EUROREAL* € 42,79 42,79 42,80 0,92 - - 0,03 Deka BW Portfolio 20 € 45,35 44,46 44,34 -0,64 -0,78 - 0,47 BW Portfolio 40 € 45,74 44,84 44,65 -2,32 -2,60 - 0,49 BW Portfolio 75 € 42,67 41,83 41,54 1,47 0,90 - 0,13 BW Zielfonds 2020 € 37,33 36,60 36,48 -12,46 -12,73 - 0,44 BW Zielfonds 2025 € 38,06 37,31 37,10 -7,04 -7,45 - 0,15 BW Zielfonds 2030 € 38,81 38,05 37,77 -2,56 -2,89 - 0,07 DekaFonds € 92,71 88,08 88,23 32,70 32,46 - 0,00 DekaFonds TF € 223,39 223,39 223,78 49,01 48,76 - 0,00 Deka-MegaTrends CF € 50,90 49,06 49,14 13,29 12,03 - 0,00 DekaRent-intern.TF € 109,96 109,96 109,59 0,00 0,00 - 0,27 DekaRent-Internat. € 17,82 17,30 17,25 0,00 0,00 - 0,05 DekaRSHY2/2018CF € 110,46 108,83 108,80 0,00 0,00 - 5,11 EuropaBond CF € 115,34 111,98 111,82 0,00 0,00 - 2,11 EuropaBond TF € 41,09 41,09 41,03 0,00 0,00 - 0,61 GlobalChampions CF € 114,77 110,62 110,66 5,91 4,30 - 0,00 GlobalChampions TF € 105,24 105,24 105,29 4,99 3,38 - 0,00 LBBW Exportstrat. € 61,48 59,02 59,17 -0,67 -0,87 - 0,00 LBBW-Rentenf.Euro € 42,66 41,42 41,39 0,00 0,00 - 0,40 Mainfranken Strate € 133,11 133,11 133,17 18,26 16,58 - 0,00 MF Weltkonz. kons. € 102,29 102,29 102,28 -0,29 -0,30 - 0,18 MF Wertkonz. ausg. € 101,60 101,60 101,59 -0,82 -0,83 - 0,21 RenditDeka € 22,86 22,19 22,15 0,00 0,00 - 0,06 RenditDeka TF € 28,81 28,81 28,76 0,00 0,00 - 0,06 S-BayRent-Deka € 53,69 51,81 51,73 0,00 0,00 - 0,45 UmweltInvest CF € 88,43 85,23 85,47 -17,84 -20,51 - 0,00 UmweltInvest TF € 80,92 80,92 81,15 -22,86 -25,54 - 0,00 Deka Immobilien Investment Deka Immob Europa € 47,89 45,50 45,50 3,29 3,37 - 0,04 Deka Immob Global € 57,31 54,45 54,45 7,66 7,62 - 0,09 Deka International (Lux.) Corp.Bd. Euro CF € 55,35 53,74 53,72 0,00 0,00 0,00 0,44 Corp.Bd. Euro TF € 53,49 53,49 53,47 0,00 0,00 0,00 0,38 Deka-Conv.Akt CF € 143,20 138,02 137,71 42,53 42,03 0,29 0,00 Deka-Conv.Akt. TF € 128,65 128,65 128,39 44,98 44,48 0,45 0,00 Deka-Conv.Rent CF € 49,86 48,06 47,87 0,00 0,00 0,28 0,23 Deka-Conv.Rent. TF € 47,80 47,80 47,61 0,00 0,00 0,25 0,14 Deka-Gl.Con.Rent. CF € 42,37 40,84 40,66 0,00 0,00 0,00 1,70 Deka-Gl.Conv.Re.TF € 40,45 40,45 40,27 0,00 0,00 0,00 1,43 DekaLux-BioTech CF € 274,83 264,90 269,34 62,34 62,02 0,05 0,00 DekaLux-BioTech TF € 254,30 254,30 258,56 62,41 62,09 0,00 0,00 DekaLux-MidCapTF A € 58,88 58,88 58,98 69,34 67,43 0,00 0,00 GlobalResources CF € 75,32 72,60 73,12 -23,13 -25,13 0,22 0,00 GlobalResources TF € 71,36 71,36 71,88 -60,50 -62,50 0,09 0,00 Wandelanleihen CF € 60,70 58,93 59,01 -0,09 -0,11 0,00 0,00 Wandelanleihen TF € 57,08 57,08 57,15 -0,12 -0,14 0,02 0,00 DeAWM Investmentfonds Telefon 069 91 01 23 71 Telefax 069 91 01 90 90 www.dws.de info@dws.de ARERO* € 147,82 147,82 147,05 0,00 - - 0,00 ArgentosSauren Dyn* € 115,86 110,34 110,38 11,75 14,82 - 0,00 Astra-Fonds* € 201,77 192,16 190,66 24,98 24,85 0,00 0,00 Basler-Aktienf DWS* € 58,50 55,86 55,02 31,12 31,20 0,00 0,00 DB Glbl Equity Inc* € 103,25 103,25 102,37 3,40 2,36 - 0,00 DB Opportunity* € 12106,95 11530,4311510,25 1,54 1,77 0,00 0,00 DB Portf.Euro Liq* € 77,71 76,94 76,94 -0,01 -0,01 12,66 0,07 DB Z&D O* € 105,22 102,15 101,69 0,73 1,59 - 0,32 DWS Akkumula* € 709,36 675,58 668,77 11,78 11,55 0,00 0,08 DWS Akt.Strat.D* € 274,63 261,55 257,17 46,59 47,00 0,00 2,09 DWS Co.Kaldemorgen* € 125,19 118,93 118,54 13,84 13,61 - 0,00 DWS Conc ARTS Bal* € 180,96 173,99 173,80 32,20 35,63 10,25 2,95 DWS Conc ARTS Dyn* € 162,59 154,84 154,54 31,48 39,35 5,45 0,00 DWS Conc ARTS Kons* € 193,09 187,46 187,28 15,76 17,14 14,86 6,12 DWS Cov Bond Fd LD* € 53,80 52,48 52,42 0,02 0,02 0,00 0,53 DWS Deutschland* € 171,31 163,15 160,51 35,66 36,06 0,00 0,00 DWS Eur Bds Medium* € 1775,58 1740,76 1738,28 0,05 0,05 440 9,28 DWS Europ. Opp* € 236,86 225,58 223,41 28,70 28,80 0,00 0,02 DWS Eurorenta* € 53,25 51,70 51,62 0,08 0,08 0,00 0,20 DWS Eurovesta* € 111,78 106,46 105,15 -7,45 -7,62 0,00 0,01 DWS Flexizins +* € 68,45 68,45 68,44 0,00 - 0,00 0,13 DWS Float Rate Nts* € 84,31 83,47 83,47 0,08 0,08 1,07 0,12 DWS Glbl Growth* € 81,21 77,34 76,71 33,77 34,02 - 0,00 DWS Global Value* € 188,98 179,98 177,94 49,37 48,11 9,82 0,00 DWS Hybrid Bond LD* € 40,56 39,38 39,38 4,78 4,80 0,00 0,55 DWS Inst. Money+* € 14184,89 14044,4414044,37 0,00 - 2241 0,00 DWS Inter-Renta LD* € 15,08 14,63 14,61 0,02 0,02 0,00 0,20 DWS Inv. China Bds* € 113,59 110,18 110,26 0,00 - - 0,94 DWS Inv. EMC A2* $ 131,09 127,16 126,59 -1,09 -1,09 - 1,50 DWS Inv. Eu.HY Co.* € 116,70 113,20 113,24 -0,29 -0,29 - 1,41 DWS Inv.As.SM LC* € 177,10 168,25 167,55 45,81 45,13 - 0,00 DWS Inv.BRIC+ LC* € 164,59 156,36 154,39 38,83 38,61 0,00 0,00 DWS Inv.Conv.LC* € 165,03 160,08 159,57 3,58 3,59 0,00 0,52 DWS Inv.EmMk.T.Di+* € 92,52 87,89 86,84 -14,29 -14,63 - 0,00 DWS Inv.EmMkt Sat.* € 103,23 98,07 97,75 -3,32 -3,43 - 0,00 DWS Inv.EurBd S LC* € 150,12 145,62 145,51 0,00 - 0,00 0,80 DWS Inv.EurCoBd LC* € 145,51 141,15 141,01 0,01 0,01 - 0,90 DWS Inv.Ger.Eq. LC* € 148,57 141,14 138,91 25,14 24,92 - 0,00 DWS Inv.Gl Grow LC* € 117,92 112,02 111,56 11,99 12,09 - 0,00 DWS Inv.GlAgr LC* € 131,44 124,87 123,82 25,25 24,28 - 0,00 DWS Inv.II As.T.Di* € 107,63 102,25 101,25 0,35 0,16 - 0,00 DWS Inv.II China H* € 110,57 107,26 107,12 0,00 - - 1,32 DWS Inv.II Eu.T.Di* € 142,06 134,96 133,79 24,79 24,81 - 0,00 DWS Inv.II US T.Di* € 127,69 121,30 120,53 18,39 18,08 - 0,00 DWS Inv.Top Div* € 147,59 140,21 139,09 24,05 23,37 - 0,00 DWS Inv.Top Eurol.* € 171,74 163,15 161,02 59,22 59,27 0,00 0,00 DWS Investa* € 144,56 137,67 135,61 18,87 19,08 0,00 2,84 DWS Japan Opp.* € 40,72 39,15 38,64 -121,08 -119,28 0,00 0,00 DWS Multi Oppor FC* € 208,00 208,00 206,43 17,08 17,02 0,00 1,68 DWS PlusInv.(W)* € - 42,91 42,92 21,25 21,22 - 0,20 DWS Rend.Opt.4 S* € 102,82 102,82 102,82 0,00 - - 0,06 DWS Sachwerte* € 108,50 103,33 102,73 10,18 10,01 - 0,00 DWS Sel.Infl.+2018* € - 100,21 100,13 - - - 0,65 DWS Top 50 Welt* € 70,08 67,38 66,88 -9,21 -9,43 0,00 0,00 DWS Top Asien* € 108,59 104,41 102,99 42,12 42,42 0,00 0,00 DWS Top Dividen LD* € 97,69 93,03 92,15 46,37 45,53 0,00 0,00 DWS Top Europe* € 125,58 120,75 119,34 24,59 24,23 0,00 0,00 DWS TRC Deutschl.* € 159,09 151,51 150,19 38,59 37,62 - 0,00 DWS TRC Glbl Growt* € 105,02 100,01 99,56 6,96 7,05 - 0,00 DWS TRC TOP DIVIDE* € 107,55 102,43 101,78 16,98 15,67 - 0,01 DWS Vermbf.I* € 106,65 101,57 100,53 -9,64 -9,92 0,00 0,00 DWS Vermbf.R* € 18,73 18,18 18,16 0,00 - 0,00 0,18 UniGarExt: Deut.2019* € - 109,99 109,67 0,00 0,00 0,89 1,82 UniGarPl: Eur.2018* € - 118,41 117,95 0,00 0,00 2,30 0,54 UniGarTop: Eur.IV* € 129,01 122,81 122,80 -4,45 -4,45 16,99 2,38 UniGlobal II A* € 66,02 62,88 62,91 18,88 18,58 0,00 0,00 UniM.&S.Caps:Eur.* € 42,90 41,25 40,78 52,85 53,97 0,17 0,00 UniMarktf. A* € 31,67 30,45 30,45 19,51 19,70 0,00 0,00 UniMarktf. -net- A* € 31,18 31,18 31,19 18,86 19,37 0,00 0,00 UniOptima* € 767,85 760,25 760,09 0,00 0,00 0,00 6,47 UniOptimus-net-* € 732,21 732,21 732,15 0,00 0,00 0,00 9,59 UniProt.Europa II* € 115,90 112,52 112,39 5,00 4,93 16,18 0,36 UniProtect:Europa* € 116,18 112,80 112,60 -1,01 -0,96 15,79 0,97 UniRak Nachh.A net* € 57,82 57,82 57,86 15,55 15,66 0,00 0,00 UniRak NachhaltigA* € 60,02 58,27 58,31 15,88 15,79 0,00 0,00 UniRenta Corp A* € 76,87 74,63 74,52 0,00 0,00 45,06 1,03 UniReserve: Euro A* € 505,76 505,76 505,76 0,00 0,00 0,00 3,44 UniReserve: USD* $ 990,93 990,93 990,99 0,00 0,00 0,00 0,00 UniSec. Bas. Ind.* € 89,17 85,74 85,72 40,83 41,13 0,00 0,00 UniSec. BioPha.* € 81,34 78,21 78,03 45,54 45,83 0,00 0,00 UniSec. High Tech.* € 51,26 49,29 49,66 44,78 45,39 0,00 0,00 UniVa. Europa A* € 50,11 48,18 47,83 24,14 24,44 0,00 0,00 UniVa. Global A* € 72,35 69,57 69,68 46,13 46,61 0,00 0,00 UniVa.Euro.-net-A* € 48,98 48,98 48,62 23,63 24,23 0,00 0,00 UniVa.Glb-net-A* € 69,95 69,95 70,06 45,53 46,32 0,03 0,00 UniVorsorge 1 ASP* € 49,69 48,24 48,24 0,00 0,00 0,00 0,00 UniVorsorge 1 AZP* € 49,59 48,15 48,15 0,00 0,00 0,00 0,00 UniVorsorge 2 ASP* € 49,48 48,04 48,04 0,00 0,00 1,52 0,55 UniVorsorge 2 AZP* € 49,66 48,21 48,21 0,00 0,00 2,43 0,56 UniVorsorge 3 ASP* € 50,35 48,88 48,86 0,00 0,00 1,57 0,54 UniVorsorge 3 AZP* € 51,55 50,05 50,02 0,00 0,00 2,29 0,55 UniVorsorge 4 ASP* € 51,49 49,99 49,95 0,00 0,00 1,58 0,51 UniVorsorge 4 AZP* € 53,82 52,25 52,21 0,00 0,00 2,42 0,54 UniVorsorge 5 ASP* € 51,61 50,11 50,04 0,00 0,00 1,89 0,68 UniVorsorge 5 AZP* € 56,54 54,89 54,81 0,00 0,00 2,95 0,74 UniVorsorge 6 ASP* € 49,96 48,50 48,45 0,00 0,00 1,56 0,55 UniVorsorge 6 AZP* € 57,21 55,54 55,47 0,00 0,00 2,61 0,64 UniVorsorge 7 ASP* € 47,97 46,57 46,46 0,00 0,00 1,35 0,50 UniVorsorge 7 AZP* € 57,06 55,40 55,27 0,00 0,00 2,21 0,59 Union-Investment Real Estate UniImmo:Dt.* € 96,50 91,90 91,85 1,09 1,08 0,00 0,27 UniImmo:Europa* € 57,88 55,12 55,15 1,60 1,61 0,00 0,05 UniImmo:Global* € 54,02 51,45 51,41 -5,24 -5,36 0,00 0,05 Universal-Investment Aktien Global* € 96,48 91,89 92,01 1,80 2,33 - 0,00 BW-Renta-Internat.* € 40,04 39,06 39,01 0,00 0,00 - 0,27 BW-Renta-Univ.* € 28,17 27,48 27,44 0,00 0,00 - 0,21 Concept Aurelia Gl* € 124,41 118,49 118,79 23,47 23,93 - 0,00 G&P-Univ.Aktien A* € 57,25 54,52 53,01 -107,11 -106,68 - 0,03 H&A Akt.Eurol.-UI* € 156,04 148,61 147,00 -8,80 -8,51 - 0,00 H&A-Uni-Kurzinvest* € 47,70 47,70 47,70 0,00 0,00 - 4,44 SC BondValue UI* € 69,73 67,70 67,57 0,00 0,00 - 1,39 Trend-Uni- Glbl* € 107,47 102,35 101,31 25,22 25,38 - 0,00 WM Akt. Gl. UI* € 94,83 90,31 90,30 53,36 53,18 - 0,00 WM Akt. Gl. US$* $ 344,06 327,68 327,48 72,34 72,18 - 0,00 VERSIKO AG Klima € 45,58 43,41 43,72 -10,78 -10,02 0,00 0,00 New Energy Fund* € 5,30 5,00 5,02 14,24 - - 0,00 ÖkoTrust € 120,27 114,54 114,57 12,08 12,36 0,06 0,00 ÖkoVision Classic € 124,36 118,44 118,76 73,53 74,17 0,18 0,00 ÖkoVision Gar.20C € 114,67 109,21 109,07 -5,38 -5,38 3,33 0,63 Water For Life C € 136,05 129,57 129,89 29,99 30,91 0,03 0,00 Wallberg Invest S.A. Wallb.Real Asset P € 7,63 7,27 7,30 -7,31 -7,44 - 0,00 WWK Investment S.A. WWK Sel-Balance € 14,25 13,57 13,54 29,50 29,73 - 0,05 WWK Sel-Chance € 12,52 11,92 11,86 42,78 43,17 - 0,00 WWK Sel-EuRe B € 11,62 11,28 11,27 0,00 0,00 - 0,13 WWK Sel-TopTen € 9,82 9,35 9,30 30,36 30,85 - 0,00 WWK Sel-TotalRe A € 11,99 11,42 11,42 4,71 4,86 - 0,07 DWS Zinseinkommen* € 108,20 105,05 105,03 0,00 - - 0,57 FI ALPHA Rent.Gl.* € 112,28 110,07 109,73 9,45 9,43 8,53 1,31 FPM FdStpGerm AC* € 315,98 303,82 299,84 71,31 81,78 0,00 0,00 FPM FdStpGerm LC* € 180,04 173,11 170,48 47,43 50,19 - 0,00 FPM FdStpGerm SMC* € 257,03 247,14 243,42 67,01 80,05 0,00 0,00 M-L-F-Next-Generat* € 110,79 105,51 105,26 20,52 27,26 - 0,00 Multi Opport. III* € 173,31 165,05 163,58 30,10 29,53 0,00 0,03 OP Dyn Europe Bal* € 70,12 67,42 66,95 9,49 9,53 - 0,25 OP Food* € 224,88 214,16 211,48 52,92 52,18 0,00 0,00 OP Solid Plus* € 59058,36 56246,0555920,40 -0,68 -0,66 - 263 TOP 25 S* € 134,39 127,98 128,55 41,10 49,56 - 0,00 TOP TREND OP A* € 51,71 49,24 49,16 -1,02 -0,76 - 0,36 WvF Rend.u.Nachh.* € 112,30 109,02 108,85 5,73 5,73 - 0,23 Deutsche Postbank Fonds Best Inv.Chance € 57,31 55,11 55,19 3,75 3,69 0,28 0,00 Best Inv.Wachst. € 55,77 53,88 53,69 -10,13 -10,52 0,48 0,29 Business Basic EUR € 52,46 52,20 52,19 0,00 0,00 0,81 0,30 Euro Cash EUR € 56,90 56,90 56,90 0,00 0,00 10,85 0,14 Europaf. Aktien € 57,52 55,31 55,36 -58,83 -59,24 0,00 0,00 Europaf. Plus EUR € 59,98 58,23 58,16 -2,17 -2,29 0,91 0,45 Europaf. Renten € 57,91 56,22 56,11 -0,02 -0,02 0,97 0,62 Global Player EUR € 32,98 31,71 31,78 -212,33 -212,45 0,00 0,00 Protekt Plus € 128,45 123,81 123,80 -2,31 -3,85 21,00 1,31 VL Invest EUR € 41,87 40,26 40,25 -60,21 -60,35 0,16 0,07 DJE Investment S.A. www.dje.lu info@dje.lu Telefon 00352 26925220 DJE - Div&Sub I € 302,21 302,21 302,28 47,04 46,15 - 0,00 DJE - Div&Sub P € 294,96 280,91 280,97 48,58 47,66 - 0,00 DJE - Div&Sub XP € 182,13 182,13 182,17 32,70 31,34 - 0,00 DJE Absolut PA € 262,19 249,70 250,12 34,33 34,13 - 0,00 DJE Alpha Glob PA € 189,66 182,37 182,34 32,77 32,43 - 0,00 DJE Asia High D PA € 139,67 133,02 133,35 28,37 27,41 - 0,00 DJE Asia High D XP € 144,01 144,01 144,37 26,66 25,13 - 0,00 DJE Asia High Div € 139,84 139,84 140,18 27,24 26,12 - 0,00 DJE Concept I € 206,72 206,72 207,02 31,33 30,20 - 0,00 DJE Concept PA € 106,03 100,98 101,12 2,37 1,82 - 0,00 DJE Gold&Ressou PA € 127,50 121,43 124,37 2,87 2,09 - 0,00 DJE InterCash PA € 128,75 127,48 127,42 0,00 0,00 - 2,86 DJE Inv.Karitativ € 1380,25 1302,12 1301,75 16,33 16,09 - 18,48 DJE Inv.Lux Select € 185,51 176,68 176,52 1,44 1,13 - 0,47 DJE Inv.Primus € 2146,87 2025,35 2024,90 29,10 28,86 - 0,00 DJE INVEST-StiftRI € 10,76 10,50 10,49 0,00 0,00 - 0,30 DJE INVEST-Vario P € 1047,10 987,83 986,90 -11,04 -11,33 - 0,00 DJE Renten Glob PA € 154,19 151,17 151,00 0,49 0,46 - 3,52 DJE Zins&Divid PA € 116,81 112,32 112,01 5,96 5,36 - 1,21 DJE-Absolut I € 265,30 265,30 265,74 32,93 32,68 - 0,00 DJE-Absolut XP € 111,38 111,38 111,56 0,19 -0,41 - 0,00 DJE-Ag&Ernährung I € 155,83 155,83 155,83 45,73 44,08 - 0,00 DJE-Alpha Global I € 194,16 194,16 194,12 31,14 31,06 - 0,00 DJE-Div&Sub.IH-CHF CHF 133,01 133,01 133,04 20,30 19,49 - 0,00 DJE-Gold&Ressour I € 127,35 127,35 130,43 4,32 2,84 - 0,00 DJE-InterCash I € 134,72 134,72 134,66 0,00 0,00 - 3,19 DJE-Real Estate I € 441,70 437,33 441,32 -1,16 -1,16 - 0,00 DJE-Real Estate P € 4,41 4,20 4,24 -6,08 -6,09 - 0,00 DJE-Renten Glob I € 163,73 163,73 163,54 0,51 0,49 - 4,74 DJE-Renten Glob XP € 140,14 140,14 139,98 -0,12 -0,15 - 4,92 DJE-Zins&Divid I € 113,72 113,72 113,40 6,15 5,66 - 1,24 DJE-Zins&Divid XP € 116,35 116,35 116,02 6,29 5,76 - 1,53 GoldPort Stab.Fd.I CHF 118,68 117,50 117,97 12,20 11,20 - 0,00 GoldPort Stab.Fd.P CHF 118,49 112,85 113,30 11,88 11,12 - 0,00 LuxPro-Euro Rent I € 1074,28 1048,08 1048,07 0,00 0,00 - 23,62 LuxPro-Euro Renten P € 109,11 106,45 106,45 0,00 0,00 - 2,24 LuxTop-Bk.Sch PA € 17,89 17,04 17,05 17,71 17,73 - 0,28 LuxTop-DJE Co PA € 169,03 160,98 161,17 23,33 22,77 - 1,21 LuxTopic-Akt.Eu A € 21,41 20,39 20,18 14,45 15,15 - 0,00 LuxTopic-Akt.Eu B € 1092,71 1092,71 1081,24 9,00 9,66 - 5,29 LuxTopic-Flex € 180,58 171,98 170,49 25,91 26,67 - 0,00 LuxTopic-Pacific P € 20,36 19,39 19,66 26,48 25,29 - 0,00 First Private Investment Management KAG mbH FP Akt.Emerg.Mkts.* € 98,71 94,01 93,19 43,76 43,26 - 0,01 FP Aktien Global A* € 72,90 69,43 69,45 30,58 30,31 - 0,00 FP Dyn.Eq.Alloc. A* € 65,42 62,30 62,12 16,70 16,36 - 0,00 FP EuroAkt.Staufer* € 75,06 71,49 70,81 13,97 13,36 - 0,00 FP Europa Akt.ULM* € 72,23 68,79 68,22 15,32 14,41 - 0,00 FP Wealth B* € 70,58 67,22 67,09 6,56 6,42 - 0,06 FRANKFURT-TRUST Basis-Fonds I* € 140,15 140,15 140,13 0,00 0,00 0,00 1,91 Cast Euro ZinsErt K* € 999,61 999,61 999,32 0,00 - - 0,62 FMM-Fonds* € 416,51 396,68 392,98 15,74 15,35 0,00 0,02 FT AccuGeld (G)* € 5064,97 5064,97 5064,92 0,00 - 0,00 11,66 FT AccuGeld PT* € 71,24 71,24 71,24 0,00 - 0,00 0,15 FT AccuZins* € 264,05 256,36 255,54 0,00 - 0,00 5,65 FT Alpha EMU* € 48,80 47,38 47,36 10,23 10,08 - 0,00 FT EuropaDynamik P* € 242,76 231,20 228,40 33,41 29,69 0,00 0,00 FT Frankfurt-Effek* € 200,26 190,72 187,35 13,54 13,22 0,00 0,00 FT InterSpezial* € 29,40 28,00 27,76 0,29 -0,53 0,00 0,00 UnternehmerWerte* € 67,38 64,17 63,36 20,17 19,98 0,00 0,00 FRANKFURT-TRUST Invest Luxemburg AG Euro Renten HY* € 102,41 99,43 99,36 0,00 - - 1,15 Flex. Allocation FT* € 64,39 61,32 60,88 30,21 29,61 0,00 0,00 FT Em.Cons.Dem.P* € 65,06 61,96 62,10 16,95 13,82 0,00 0,00 FT EmergingArabia* € 45,31 43,15 42,99 -12,37 -13,85 0,00 0,00 FT EuroCorporates* € 60,39 58,63 58,63 0,00 - 0,00 0,00 GRAND CRU* € 126,50 125,25 124,09 16,38 16,19 0,00 0,00 GRAND CRU SWISS* CHF 93,70 92,77 91,90 -8,19 -8,38 - 0,00 Generali Fund Management S.A. Generali FondsStrategie FdStratAktienGlDyn € 52,43 52,43 52,23 -6,96 - - 1,76 Generali Komfort Komf. Balance € 64,62 64,62 64,22 4,00 - - 0,20 Komf. Dyn. Europa € 56,49 56,49 55,90 -8,01 - - 0,00 Komf. Dyn. Global € 49,63 49,63 49,30 18,84 - - 1,66 Komf. Wachstum € 63,33 63,33 62,82 8,49 - - 0,00 HansaInvest Lux S.A. MultiAStr-Balanc P € 8,73 8,39 8,36 9,21 9,06 - 0,04 MultiAStr-Growth P € 6,80 6,48 6,45 24,59 24,31 - 0,00 MultiAStr-Income P € 9,03 8,77 8,75 1,81 1,84 - 0,10 Hauck & Aufhäuser www.haig.lu CF Eq.-Global Opp. € 72,63 69,17 69,31 -35,32 -34,73 - 0,00 CF Eq.HAIG-Flex € 46,74 44,51 44,86 -71,99 -70,96 - 0,00 CF Eq.-Pharma € 79,09 75,32 76,37 33,42 33,91 - 0,00 CF Eq.-Resources € 22,80 21,71 21,93 -51,62 -51,04 - 0,00 H&A Lux Wandel € 81,21 78,84 78,47 6,93 6,76 - 0,00 H&A Lux Wandel CI € 58,86 57,15 56,88 -0,41 -0,60 - 1,11 HAIG Eq.Val. Inv.B € 76,25 72,62 72,48 38,07 39,46 - 0,00 MMT Glbl Select € 38,34 36,51 36,40 32,52 32,73 - 0,00 MMT Glbl Value € 58,95 56,14 56,55 6,88 7,01 - 0,00 Vermögensauf.HAIG € 16,15 15,76 15,80 25,95 26,06 - 0,00 International Fund Mgmt. S.A. Favo-Invest Gar1 € 116,96 113,00 112,89 0,00 0,00 0,00 0,00 Favorit-Inv Gar 2 € 0,00 109,00 108,95 0,00 0,00 0,24 0,00 LBBW Bal. CR 20 € 43,62 42,76 42,65 12,44 10,88 0,00 0,55 LBBW Bal. CR 40 € 45,55 44,66 44,46 20,52 20,29 0,00 0,53 LBBW Bal. CR 75 € 48,16 47,22 46,88 34,13 33,58 0,00 0,16 IPConcept (Luxembourg) S.A. Global Conv Bond F € 161,61 153,91 153,86 0,90 0,90 - 1,00 Global Conv Bond I € 163,22 155,45 155,40 0,92 0,92 - 1,17 Global Conv Bond R € 141,40 134,67 134,64 0,23 0,23 - 4,98 Global Equity F € 192,54 183,37 183,49 63,05 62,67 - 0,00 Global Equity I € 194,89 185,61 185,73 16,82 16,32 - 0,00 Global Equity R € 153,94 146,61 146,71 23,55 23,24 - 0,00 ME Fonds PERGAMONF € 832,01 792,39 797,70 -78,54 -78,36 - 0,00 ME Fonds Special V € 1857,65 1769,19 1766,72 13,74 13,63 - 0,00 Stabilit.Gold&ResP € 24,39 23,23 23,82 -351,64 -346,61 - 0,00 Stabilit.Sil&WeißP € 26,05 24,81 25,97 -284,56 -281,28 - 0,00 KanAm Grund Kapitalanlagegesellschaft mbH grundinvestFonds € 41,43 39,27 39,27 -2,50 -2,50 - 0,00 KAS Investment Servicing GmbH ComfortInvest C € 49,28 46,93 46,56 34,88 35,31 - 0,01 ComfortInvest P € 56,86 54,15 53,84 15,56 15,28 - 0,02 ComfortInvest S € 59,27 57,54 57,31 9,42 9,51 - 0,70 MultiManager 1 € 66,73 64,79 64,66 8,24 8,31 - 0,82 MultiManager 2 € 70,05 67,68 67,37 13,93 14,16 - 0,82 MultiManager 3 € 75,96 73,04 72,56 27,73 28,43 - 0,50 MultiManager 4 € 65,53 62,71 62,37 24,60 25,34 - 0,32 MultiManager 5 € 57,59 54,85 54,52 32,11 33,16 - 0,03 H&S FM Global 100 € 107,33 102,22 101,85 20,03 19,68 - 0,00 H&S FM Global 60 € 107,61 104,48 104,17 12,55 12,24 - 0,00 Sydbank VV Klass € 48,68 46,36 46,30 9,48 9,56 - 0,16 Sydbank VV Dyn € 45,42 43,26 43,02 26,76 26,50 - 0,31 FM Core Ind.Select € 46,31 44,53 44,53 4,62 4,30 - 0,00 MEAG MUNICH ERGO KAG mbH Telefon 089/2867-2867 EuroBalance € 52,20 50,19 49,93 -14,45 -15,26 - 0,45 EuroErtrag € 67,30 65,02 64,71 -2,00 -2,68 - 1,22 EuroFlex € 49,59 49,10 49,06 0,00 0,00 - 1,37 EuroInvest A € 72,35 68,90 68,18 23,19 21,34 - 0,00 EuroKapital € 49,01 46,68 46,17 -40,90 -43,29 - 0,00 EuroRent A € 32,05 30,97 30,90 0,08 0,08 - 0,91 FairReturn A € 59,79 58,05 57,93 2,34 2,28 - 0,54 GlobalBalance DF € 50,68 48,73 48,60 31,88 31,80 - 0,22 GlobalChance DF € 43,63 41,55 41,38 38,83 39,55 - 0,00 Nachhaltigkeit A € 72,78 69,31 69,09 29,13 28,21 - 0,00 Osteuropa A € 31,80 30,29 29,66 -62,66 -64,43 - 0,00 ProInvest € 139,65 133,00 131,48 11,97 12,31 - 0,00 ProZins A € 48,06 48,06 48,06 0,00 0,00 - 0,60 RealReturn A € 54,20 52,37 52,28 0,00 0,00 - 1,20 MK Luxinvest Telefon +49 911 180 - 1009 IAM - Top Mix Welt* € 12,44 11,82 11,83 17,37 17,82 - 0,04 Nomura Asset Management Telefon 069 153093-020 Internet www.nomura-asset.de Asia Pacific* € 102,19 97,32 96,15 26,32 27,16 - 0,00 Asian Bonds* € 59,79 58,05 57,97 0,00 0,00 - 0,00 Euro Convertible* € 46,66 45,30 45,28 0,00 0,00 - 1,19 Japan Equity* € 32,97 31,40 31,28 -101,60 -102,31 - 0,00 Medio Rent* € 71,32 69,92 69,93 0,00 0,00 - 0,56 Real Protect* € 107,14 105,04 104,93 0,00 0,00 - 0,00 Real Return* € 569,75 558,58 557,00 0,00 0,00 - 0,00 Norddeutsche Landesbank Luxembourg S.A. N.Lux Renten Cap.* € 73,71 73,71 73,46 0,00 0,02 - 1,12 N.Lux Renten Dis.* € 42,99 42,99 42,84 0,00 0,03 - 0,66 Oppenheim Asset Management Albatros EUR* € 66,82 63,64 63,24 -1,50 -1,58 0,00 0,39 MedBioHealth EUR € 280,23 266,89 268,25 82,54 82,02 - 0,00 OP Food* € 224,88 214,16 211,48 52,92 52,18 0,00 0,00 SOP Akt.Marktneut* € 104,07 101,04 101,10 38,20 37,33 - 0,00 Special Opp. € 44,77 42,64 42,50 58,04 58,04 - 0,00 Top Ten Balanced € 60,04 58,01 57,74 27,97 27,97 - 0,00 Top Ten Classic € 71,72 68,30 67,94 17,01 17,01 - 0,00 RREEF Investment GmbH grundb. europa RC € 42,99 40,93 40,92 -0,06 -0,06 - 0,08 grundb. global RC € 54,74 52,13 52,10 -2,33 -2,58 - 0,13 Sarasin Multi Label SICAV www.sarasin.de New Energy Fund* € 5,30 5,00 5,02 14,24 - - 0,00 Siemens Fonds Invest GmbH Balanced* € 14,92 14,92 14,90 1,21 0,87 - 0,33 EuroCash* € 12,34 12,34 12,34 0,00 - - 0,10 Euroinvest Aktien* € 9,87 9,87 9,81 -18,65 -20,41 - 0,00 Euroinvest Corpor* € 13,33 13,33 13,32 0,00 0,00 - 0,11 Euroinvest Renten* € 16,01 16,01 16,00 0,00 - - 0,32 Global Growth* € 4,65 4,65 4,70 -66,90 -67,05 - 0,00 Quali&Divid Europa* € 12,06 12,06 11,92 13,68 12,93 - 0,00 Weltinvest Aktien* € 10,18 10,18 10,19 -19,60 -19,96 - 0,00 Star Capital SC Allocator € 122,08 118,52 118,24 2,20 -0,46 - 0,00 SC Argos € 146,65 142,38 142,06 0,00 0,00 - 3,70 SC Huber-Strategy1 € 123,19 119,60 119,14 11,50 12,29 - 1,03 SC Priamos € 161,28 153,60 152,59 26,54 25,88 - 0,00 SC Starpoint A-EUR € 172,28 164,08 163,19 2,49 2,67 - 0,00 SC Winbonds plus A € 164,79 159,99 159,63 0,59 0,61 - 0,75 Union-Investment Telefon 069 58998-6060 Internet www.union-investment.de Union-Investment Privatfonds BBBank Chance Uni.* € 31,76 30,99 30,82 34,33 34,00 0,00 0,01 BBBank Kont.Uni.* € 65,60 64,31 64,15 11,42 11,24 0,00 1,42 BBBank Wach.Uni.* € 51,73 50,47 50,29 24,47 24,32 0,00 0,90 BBV-Fonds-Union* € 48,74 47,32 47,25 0,00 0,00 0,00 0,80 BBV-Invest-Union* € 120,08 114,36 113,55 34,55 33,87 0,00 0,00 Condor-Fd.Union* € 52,31 50,79 50,74 -5,46 -5,46 0,00 0,48 Geno AS:1* € 59,23 57,50 57,36 7,29 6,90 0,00 0,18 Invest Euroland* € 48,19 46,79 46,33 -19,65 -19,40 0,00 0,00 Invest Global* € 62,55 60,73 60,75 12,82 12,65 0,00 0,00 KCD Uni. Aktien* € 39,61 39,61 39,60 -17,15 -17,46 0,00 0,00 KCD Uni.Renten+* € 51,65 51,65 51,62 0,00 0,00 0,00 0,53 KCD-Uni Nachh.Mix* € 54,60 53,01 52,86 0,33 0,18 0,00 0,83 LIGA-Pax-Aktien-U.* € 34,70 34,70 34,49 -1,00 -1,51 0,00 0,00 LIGA-Pax-K-Union* € 38,86 38,29 38,28 0,00 0,00 0,00 0,83 LIGA-Pax-Rent-Unio* € 26,36 25,59 25,56 0,00 0,00 0,00 0,42 Priv.Fonds:Flex.* € 105,06 105,06 104,84 5,34 5,55 0,00 0,00 Priv.Fonds:FlexPro* € 117,34 117,34 117,02 13,53 14,86 0,00 0,00 Priv.Fonds:Kontr.p* € 127,04 127,04 126,58 10,13 12,77 0,00 0,00 PrivFd:Kontrolliert* € 116,82 116,82 116,56 6,31 7,42 0,00 0,21 Stuttg.Bk.Rentinv.* € 42,38 41,15 41,13 0,00 0,00 0,00 0,97 SüdwBk.Interselect* € 52,73 51,19 51,11 15,67 15,54 0,00 0,84 Südwestbk.-Inter.* € 41,80 40,58 40,53 0,00 0,00 0,00 1,09 Uni21.Jahrh.-net-* € 25,28 25,28 25,26 -29,83 -29,18 0,00 0,00 UniDeutschland* € 169,46 162,94 161,19 25,95 24,62 0,00 1,12 UniDeutschland XS* € 101,76 97,85 97,49 59,23 60,76 0,00 0,00 UniEu.Renta-net-* € 50,78 50,78 50,66 0,00 0,00 0,00 0,53 UniEuroAktien* € 57,68 54,93 54,38 -11,29 -11,01 0,00 0,00 UniEuropa-net-* € 52,66 52,66 52,20 5,43 5,38 0,00 0,00 UniEuroRenta* € 68,16 66,17 66,11 0,00 0,00 0,00 0,35 UniEuroRentaHigh Y* € 38,13 37,02 37,03 0,00 0,00 0,00 0,90 UniFonds* € 47,39 45,13 44,65 37,63 37,31 0,00 0,15 UniFonds-net-* € 68,81 68,81 68,09 23,29 23,06 0,00 0,81 UniGlobal* € 150,32 143,16 143,23 27,13 27,01 0,00 0,00 UniGlobal-net-* € 86,54 86,54 86,58 21,99 21,82 0,00 0,00 UniJapan* € 34,02 32,40 32,15 -56,75 -56,79 0,00 0,00 UniKapital* € 113,74 111,51 111,42 0,00 0,00 0,00 1,02 UniKapital-net-* € 43,27 43,27 43,23 0,00 0,00 0,00 0,34 UniNordamerika* € 173,96 165,68 167,09 20,02 19,86 0,00 0,00 UnionGeldmarktfds* € 50,07 50,07 50,07 0,00 0,00 0,00 0,60 UniRak* € 101,18 98,23 97,77 37,11 36,50 0,00 0,64 UniRak Kons.-net-A* € 105,68 105,68 105,14 5,37 5,82 0,00 0,38 UniRak Konserva A* € 108,14 106,02 105,47 5,56 5,81 0,00 0,47 UniRak -net-* € 53,50 53,50 53,25 12,04 11,64 0,00 0,26 UniRenta* € 18,82 18,27 18,24 0,00 0,00 0,00 0,20 UniStrat: Ausgew.* € 51,38 49,88 49,70 11,49 11,31 0,00 0,52 UniStrat: Dynam.* € 41,39 40,18 39,97 14,01 13,86 0,00 0,19 UniStrat: Flex net* € 49,62 49,62 49,55 -2,46 -2,41 0,00 0,23 UniStrat: Konserv.* € 62,45 60,63 60,45 10,85 10,99 0,00 0,54 UniStrat:Flexibel* € 50,54 49,07 49,00 -1,88 -1,87 0,00 0,36 UniStrat:Offensiv* € 37,76 36,66 36,45 14,29 14,03 0,00 0,00 Union-Investment (Lux) Ch.Vielfalt2020 II* € - 100,34 100,13 0,00 0,00 0,00 0,23 Chanc.Vielfalt2020* € - 100,15 99,86 0,00 0,00 0,00 0,15 Deutschl. 2016 III* € - 113,90 113,63 0,00 0,00 1,69 0,42 Ern. Ener. (2018)* € - 105,96 105,91 0,00 0,00 2,36 0,66 LIGA-Pax-Cattol.-U* € 1462,72 1437,56 1434,30 23,85 22,90 0,00 0,00 LIGA-Pax-Corp.-U.* € 43,36 42,10 42,07 0,00 0,00 0,00 1,08 UGaTop: Europa III* € 120,52 114,72 114,72 -4,27 -4,27 18,91 1,01 UGTEuropa* € 131,28 126,23 126,20 0,10 0,10 22,82 4,11 UGTEuropa II* € 122,55 116,66 116,67 -2,83 -2,83 18,06 2,42 UI Local EMBonds* € 79,35 79,35 79,06 0,00 0,00 0,00 0,00 UIGl.High.YieldBds* € 45,23 45,23 45,20 0,00 0,00 0,00 0,99 UniAsia* € 48,25 45,95 45,47 41,39 40,98 4,96 0,00 UniAsia Pacif. net* € 98,41 98,41 97,21 51,98 51,48 0,28 0,00 UniAsia Pacific A* € 99,48 95,65 94,48 51,80 51,26 0,55 0,00 UniDividAss net A* € 54,59 54,59 54,33 11,12 11,49 0,00 0,00 UniDividendenAss A* € 56,05 53,89 53,63 12,55 12,63 0,00 0,00 UniDyn.Eur-net A* € 40,08 40,08 39,77 37,51 38,25 0,08 0,00 UniDyn.Europa A* € 67,24 64,65 64,15 39,58 40,02 0,00 0,00 UniDyn.Gl.-net- A* € 24,52 24,52 24,55 36,02 36,58 0,00 0,00 UniDynamic Gl. A* € 39,46 37,94 37,99 37,91 38,16 0,04 0,00 UniEM Fernost* € 1236,22 1177,35 1166,01 52,18 51,63 35,29 0,00 UniEM Osteuropa* € 1997,95 1902,81 1869,20 0,56 -0,13 0,00 0,18 UniEMGlobal* € 69,47 66,16 65,45 36,52 36,19 0,47 0,01 UniEuRe 5J* € 52,91 50,86 50,85 0,00 0,00 0,00 0,01 UniEuRe CoDeu19nA* € - 101,98 101,92 0,00 0,00 0,00 2,91 UniEuRe CorDeut19A* € - 102,28 102,22 0,00 0,00 0,00 3,17 UniEuRe Corp 2016* € 45,55 44,66 44,66 0,00 0,00 0,00 1,33 UniEuRe Corp 2017* € 45,59 44,70 44,68 0,00 0,00 0,00 1,21 UniEuRe Corp 2018* € 42,65 41,81 41,78 0,00 0,00 0,00 1,10 UniEuRe Corp A* € 49,98 48,52 48,49 0,00 0,00 0,00 0,69 UniEuRe Real Zins* € 59,53 57,80 57,69 0,00 0,00 0,00 7,91 UniEuRe RealZins n* € 59,45 59,45 59,32 0,00 0,00 0,00 7,77 UniEurKapital-net-* € 43,97 43,97 43,95 0,00 0,00 0,00 0,23 UniEuroAnleihen* € 51,78 50,27 50,18 0,00 0,00 0,00 0,29 UniEuroAspirant* € 48,53 47,12 46,81 0,00 0,00 0,00 1,67 UniEuroKapital* € 69,35 67,99 67,95 0,00 0,00 30,56 0,39 UniEuropa* € 1654,87 1576,07 1561,96 31,10 31,28 82,32 0,00 UniEuropaRenta* € 46,76 45,40 45,29 0,00 0,00 0,00 0,41 UniEuroSt.50 A* € 44,95 43,22 42,77 15,92 16,91 0,00 0,00 UniEuroSt.50-net* € 36,76 36,76 36,38 14,05 15,31 0,00 0,00 UniFavorit: Renten* € 27,36 26,56 26,54 0,00 0,00 0,00 0,47 UniGa:Er.Ener2018* € - 107,56 107,48 0,00 0,00 1,00 1,34 UniGaExt:D 2019 II* € - 111,45 111,10 0,00 0,00 0,28 0,38 UniGar: Deut.2017* € - 109,68 109,33 0,00 0,00 2,83 0,81 UniGar: Deut.2019* € - 104,92 104,53 0,00 0,00 0,32 0,15 UniGar: Deut.2019 II* € - 103,69 103,38 0,00 0,00 0,46 1,78 UniGar: EM 2020 II* € - 94,68 94,52 0,00 0,00 0,00 0,86 UniGar: EmMkt 2018* € - 100,32 100,24 0,00 0,00 3,62 0,80 Währung: € = Euro, $ = US-Dollar, ¥ = Yen, £ = Brit. Pfund, CHF = Schweizer Franken. Ausg.: Ausgabepreis eines Fondsanteils zum angegebenen Tag. Rücknahme: Rücknahmepreis eines Fondsanteils zum angegebenen Tag. Aktiengewinn: Tägliche Veröffentlichung in Prozent mit Ausnahme der Montagsausgaben. 1) Aktiengewinn EStG = Aktiengewinn für natürliche Perso- nen (Betriebsvermögen). 2) Aktiengewinn KStG = Aktiengewinn für Körper- schaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen (Betriebsvermögen). ATE: Akkumulierte Thesaurierte Erträge ausländischer Fonds seit 1.1.1994 nach Auslandsinvestmentgesetz (AIG). ISIN: Die Internationale Wertpapierkennummer eines Fonds wird ausschließlich in den Montagsausgaben veröffentlicht. ZWG: Zwischengewinn seit 1. Januar 2005 ZWG fett abgedruckt: für diesen Fonds wird Ertragsausgleichsverfahren angewendet *: Fondspreise etc. vom Vortag oder letzt verfügbar. Alle Fondspreise etc. ohne Gewähr - keine Anlageberatung und -empfehlung Weitere Fonds-Infos unter http://fonds.sueddeutsche.de HIRMER GmbH & Co. KG, Kaufingerstraße 28, 2. OG, 80331 München, www.hirmer.de ANSPRUCH VOM SCHEITEL BIS ZUR SOHLE. Münchens Nr. 1 für Business-Schuhe
  • Berlin – Die deutschen Staatsschulden sind 2013 um 28 Milliarden Euro ge- schrumpft. Die Verbindlichkeiten von Bund, Ländern und Gemeinden sum- mierten sich zum 31. Dezember auf 2043,7 Milliarden Euro, teilte das Statis- tische Bundesamt mit. Das ist ein Rück- gang von 1,4 Prozent im Vergleich zu 2012. Das ist vor allem der positiven Entwicklung bei den Bad Banks FMS Wertmanagement und Erste Abwick- lungsanstalt (EAA) geschuldet, in denen toxische Wertpapiere und Kredite der verstaatlichten Hypo Real Estate und der WestLB ausgelagert wurden. „Diese haben ihren Portfolioabbau fortsetzen und somit ihre Bilanzsumme sowie ihren Schuldenstand weiter reduzieren können“, erklärte das Statistikamt. Für den Großteil der Schulden ist der Bund verantwortlich, der mit 1281 Milliarden Euro in der Kreide stand. Bei den Län- dern waren es 629 Milliarden, bei den Kommunen 134 Milliarden. reuters Washington – Die Bank of America muss wegen dubioser Geschäfte mit Immobilienkrediten während der Fi- nanzkrise 9,5 Milliarden Dollar (6,9 Milliarden Euro) zahlen. Das US-Geldin- stitut habe einem entsprechenden Ver- gleich zugestimmt, gab die Federal Housing Finance Agency (FHFA) be- kannt. Die US-Behörde steht hinter den Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac. Die beiden halbstaatli- chen Unternehmen mussten wegen der Finanzmarkt-Turbulenzen 2008 von der US-Regierung vor der Pleite geret- tet werden. Ähnliche Vergleiche hatten die US-Behörden bereits mit einer Rei- he von Banken geschlossen. Am Freitag hatte Credit Suisse der Zahlung von 885 Millionen Dollar zugestimmt. afp New York – Ein unerwarteter Rückschlag für Amerikas drittgrößte Bank: Die US-No- tenbank Fed hat die Pläne von Citigroup für eine höhere Dividende und einen Akti- enrückkauf verworfen. Nach ihrem jüngs- ten Stresstest für die großen Kreditinstitu- te der Vereinigten Staaten kam die Fed zum Schluss, dass Citis Kapitalpläne die Bank für den Fall einer Krise zu schwach hinterlassen würden. Die Anleger reagier- ten enttäuscht auf die Entscheidung, mit der offenbar niemand gerechnet hatte. Der Aktienkurs verlor am Donnerstag im frü- hen Handel mehr als vier Prozent. Die Entscheidung der Fed zeigt, dass Citi über fünf Jahre nach der Finanzkrise immer noch nicht mit den Aufräumarbei- ten fertig ist. Sie kann es sich einfach noch nicht leisten, die Aktionäre in großem Umfang zu beglücken. Citi zahlt derzeit eine Dividende von vier Cent pro Aktie und wollte diese auf 20 Cent erhöhen. Außer- dem wollte das Management Aktien für 6,4 Milliarden Dollar zurückkaufen. Gleichzeitig zeigt sich, wie effektiv die ri- gorosen Stresstests der Fed sind. Immer- hin 25 von 30 untersuchten Banken pas- sierten ihn problemlos. Gegen die Pläne von Goldman Sachs und JP Morgan hatte die Fed vor einem Jahr Bedenken angemel- det. Beide Institute besserten nach und be- kamen im Dezember das Ok der Noten- bank. Neben Citi muss die Regionalbank Zions Bancorp aus Utah ihre Pläne nachbes- sern. Auch die amerikanischen Töchter der europäischen Großbanken HSBC, Roy- al Bank of Scotland und Santander erwisch- te es. Dagegen nutzten die Institute, die den Test bestanden hatten, die Gunst der Stunde. Nach Informationen von Thomson Reuters kündigten 16 Banken, darunter JP Morgan, Morgan Stanley, American Ex- press und Bank of America Dividendenaus- schüttungen von 22,8 Milliarden Dollar an, ein Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Aktionäre dankten es: Die Ak- tien von JP Morgan und Bank of America stiegen am Donnerstag gegen den Trend. Für Citi ist die Entscheidung der Fed bit- ter. Die Bank hatte die gleiche Erfahrung 2012 schon einmal gemacht. Nachdem die Notenbank damals die Kapitalpläne Citis ablehnte, entließ der Verwaltungsrat den Chef Vikram Pandit und ersetze ihn durch Michael Corbat, der das Amt bis heute inne- hat. Seine Arbeit wird jetzt vermutlich kriti- scher gesehen. Citigroup habe zwar „be- trächtliche Fortschritte“ in ihrem Risiko- Management gemacht, heißt es in dem Bericht der Fed. Es habe aber Mängel in der Planung der Kapitalverwendung gege- ben, auch in Teilbereichen, die die Regulie- rer zuvor schon als Problemzonen identifi- ziert hätten. Hier habe sich zu wenig ver- bessert. Diese Defizite sind gegenwärtig nicht das einzige Problem von Citi. Nach Korruptionsvorwürfen gegen die mexika- nische Tochter Banamex ermitteln ameri- kanische Behörden wegen eines mögli- chen Verstoßes gegen Vorschriften zur Verhinderung von Geldwäsche. Die Prüfung der geplanten Auszahlung von Dividenden und Aktienrückkäufen ist nur der zweite Teil des Belastungstests für 30 Banken, die die Fed als systemisch rele- vant betrachtet. In einer ersten Stufe wa- ren ihre inneren Strukturen und ihre Kapi- talreserven geprüft worden. Bei dieser ers- ten Analyse war nur die Regionalbank Zi- ons Bancorp durchgefallen. Die Fed hatte die Stresstests in der Finanzkrise einge- führt, in der sowohl Citigroup als auch die Bank of America mit Milliarden Dollar an Steuergeld gerettet werden mussten. Bei dem Test prüfte die Notenbank, ob die Institute einem Schock für das Finanz- system und einen Einbruch der Wirtschaft verkraften können. Dabei unterstellte sie, dass die Banken keine Dividenden aus- schütten. In der zweiten Stufe prüfte die Notenbank nun die tatsächlich vorliegen- den Kapitalpläne. In Europa sind die meisten Banken noch nicht soweit, weil ihre Kapitalreserven deutlich geringer als die der US-Konkur- renz sind. Die deutsche Commerzbank, an der seit der Krise der Staat beteiligt ist, hat- te die letzte Dividende 2007 gezahlt. Auch für das laufende Jahr ist nicht mit einer Ausschüttung zu rechnen. Bei der Deut- schen Bank lasten Rechtsstreitigkeiten auf dem Ergebnis. Deutschlands größte Bank hält die Dividende für 2013 stabil bei 75 Cent je Aktie. nikolaus piper von klaus ott München – Als Eric Sarasin vergangenes Jahr in die Führungsspitze der gleichnami- gen Bank mit Sitz in Basel aufrückte, galt das als Signal: Das Geldinstitut mit der Ei- che im Wappen bekenne sich zu seiner Tra- dition – auch unter den neuen Eigentü- mern, der brasilianischen Unternehmens- gruppe Safra. Eric Sarasin, der einer Basler Patrizierfamilie entstammt, war mächtig stolz. Sein Clan, dem die 1841 gegründete Privatbank lange gehörte, ist nun schon in fünfter Generation mit dem sechstgrößten Institut in der Schweiz verbunden. Eine schöne Tradition, die Eric Sarasin aber nicht viel hilft bei einer Geschichte, die ihm „große Sorgen und schlaflose Näch- te bereitet“. Das hat der stellvertretende Vorstandschef im April 2013 einem Anle- ger geschrieben, der wie andere Investo- ren schon lange auf viel Geld wartet. Die Privatbank hat vermögenden Kun- den aus Deutschland, unter denen auch Prominente wie Carsten Maschmeyer sind, sehr spezielle Fonds in Luxemburg und anderen Steueroasen vermittelt. Tolle Renditen lockten. Doch nun fließen man- che Einlagen nur teilweise oder gar nicht zurück, von den erhofften Gewinnen ganz zu schweigen. Die Anleger sind sauer, ei- ner klagt schon, andere wollen das auch tun. Nun tauchen auch noch Erpresser- Mails auf, die schon im April 2011 bei der Bank und einem damaligen Partner des Instituts eingegangen sind. Mails, von denen die betroffenen Kunden offenbar bis heute nichts erfahren haben. Ein Herr S., der sich mit vollem, aber wohl falschem Namen meldete, verlangte 1,5 Millionen Euro, zu zahlen bis zum 21. April 2011 auf ein Konto bei einer Bank im Kanton St. Gallen. Sonst werde er, drohte S., das deutsche Finanzministerium in Berlin, das Bundeszentralamt für Steuern in Bonn und die Verwaltungsräte von Sarasin über Börsendeals zulasten des Fiskus informieren. Bei diesen Geschäften komme es, notierte S., zu „mehrfachen Kapitalertragsteuer-Erstattungen durch arrangierte Leerverkäufe“ von Aktien mit (Cum) und ohne (Ex) Dividendenanspruch. So funktioniere ein von Sarasin an Kapital- anleger vermittelter Fonds aus Luxem- burg, der wiederum mit einem US-Pensi- onsfonds kooperiere. Erpresser S. warnte Sarasin eindring- lich. Sollte der deutsche Fiskus bei diesem Geschäftsmodell nicht mitspielen, dann führe das bei den Kapitalanlegern zu ei- nem „Totalausfall“ ihres Investments. „Sei- en Sie versichert“, schrieb S. den Bankern, dass ihm alle Details vorlägen, „inklusive der Leerverkäufer.“ Bei einem Leerverkauf werden Aktien veräußert, die sich der be- treffende Händler erst noch besorgen will, in der Hoffnung auf fallende Kurse, weil das zu einem Gewinn führt. Solche Geschäfte sind an den Börsen üblich. Frag- würdig, wenn nicht gar kriminell war aber eine spezielle Variante, bei der Banken und Fonds über Leerverkäufe eine vermeintli- che Gesetzeslücke in Deutschland ausnutz- ten und sich eine nur einmal gezahlte Kapi- talertragsteuer auf Dividenden mehrmals erstatten ließen. Diese Variante haben offenbar jene Luxemburger Fonds praktiziert, die von Sarasin Anlegern wie Maschmeyer emp- fohlen worden waren. In einem internen Memorandum hatte die Privatbank im Juni 2011 zu einem dieser Fonds festgehal- ten, das zugrunde liegende Geschäftsmo- dell sei „mit Sicherheit im Bereich der Steu- erumgehung (...) anzusiedeln“. Zwei Mona- te vorher hatte sich Herr S. gemeldet, und ein mit dem Fall befasster Jurist schickte Sarasin sogar einen Entwurf für einen Schweigegeld-Vertrag. Was dann geschah, ist in mancherlei Hinsicht seltsam. Die Bank zahlte nach eigenen Angaben zwar nicht, sondern informierte die Finanzauf- sicht in Deutschland und der Schweiz. Aber Strafanzeige wegen Erpressung er- stattete Sarasin bei Schweizer Behörden erst in diesem Jahr. Und die Anleger, um de- ren Geld es schließlich ging, erfuhren of- fenbar überhaupt nichts von dem Vorgang. Jedenfalls sagt Großinvestor Maschmeyer, ihm habe die Bank nichts davon berichtet. Er und seine Partner wie Mirko Slomka, früher Trainer des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 und heute beim Hamburger SV, hätten nichts von „steuerschädlichen Konstruktionen“ bei den Fonds gewusst. „Wären wir darüber aufgeklärt worden, hätten wir der Bank Sarasin unser Geld nicht anvertraut“, sagt Maschmeyer. Waren Anleger wie der Finanzprofi Maschmeyer wirklich so naiv, angesichts hoher Renditen bei Geschäften mit Fonds in Steueroasen nicht an Steuertricks zu denken? Maschmeyer erzählt, er habe bei seinem früheren Finanzvertrieb AWD um- fangreich mit Sarasin kooperiert. Nie habe es Probleme gegeben. Diese Erfahrung und eine langjährige Bekanntschaft mit Eric Sarasin hätten zu einem „Vertrauens- vorschuss“ geführt. Der ist längst aufge- braucht. Seit bald zwei Jahren jagt Masch- meyer seinem Geld hinterher, rund 14 Mil- lionen Euro stehen seinen Angaben zufol- ge noch aus. Diverse Mails zeugen davon, wie Eric Sarasin und die Bank Maschmey- er immer wieder vertröstet haben. „Wir sind bestrebt eine Lösung zu finden“, schrieb Eric Sarasin im Dezember 2012. Fünf Monate später, im Mai 2013, notierte der Banker: „Wir sind daran, eine Lösung für unser Problem zu finden.“ Endgültig ge- löst ist bis heute nichts. Das Bankhaus Sarasin erklärt auf Anfra- ge, man habe den deutschen Fiskus nicht betrogen. Der fragliche Fonds sei „von Drit- ten konzipiert und betrieben“ worden. Die- se Fonds seien als „gesetzeskonform“ be- trachtet worden und könnten nach wie vor so eingestuft werden. Zum Umgang mit den Kunden und mit den Erpressermails will sich das Schweizer Geldinstitut ansons- ten nicht weiter äußern, trotz vieler Fra- gen. Herr S. hatte in einer dieser Mails vom 26. April 2011 einem der Baseler Banker mitgeteilt, ein mit den Fonds befasster Ge- schäftspartner von Sarasin habe 250 000 Euro zugesagt. Daraus ergebe sich eine „noch offene Position“ von 1,25 Millionen Euro. Er sei bereit, schrieb S. an Sarasin, „das Gespräch mit Ihnen fortzuführen, mit Rücksicht auf das Bankhaus und die betrof- fenen Investoren“. Der Erpresser versicher- te, ihm liege sehr an einer „Deeskalation“. Wie die Geschichte weiter ging, dazu will sich Sarasin im Detail nicht äußern. Die Privatbank mag auch nicht sagen, was genau Eric Sarasin so große Sorgen berei- tet, dass er nicht schlafen kann. 6 aus 49 (26. März) Lottozahlen: 3 - 22 - 30 - 36 - 38 - 43 Superzahl: 4 1. Rang (6 Treffer und Superzahl) unbesetzt, im Jack- pot 1 463 497,90 Euro, 2. Rang (6 Treffer) 863 547,40 Euro, 3. Rang (5 Treffer mit Superzahl) 13 084,00 Euro, 4. Rang (5 Treffer) 5223,00 Euro, 5. Rang (4 Treffer mit Superzahl) 270,10 Euro, 6. Rang (4 Treffer) 61,30 Euro, 7. Rang (3 Treffer mit Super- zahl) 26,70 Euro, 8. Rang (3 Treffer) 13,00 Euro, 9. Rang (2 Treffer mit Superzahl) 5,00 Euro. Spiel 77: 6 3 6 5 8 5 3 Gewinnklasse 1 (Super 7): 177 777,00 Euro, Gewinn- klasse 2: 77 777,00 Euro, Gewinnklasse 3: 7777,00 Eu- ro, Gewinnklasse 4: 777,00 Euro, Gewinnklasse 5: 77,00 Euro, Gewinnklasse 6: 17,00 Euro, Gewinn- klasse 7: 5,00 Euro. Super 6: 9 6 2 3 2 3 (Ohne Gewähr) Staatsschulden sinken Bank of America zahlt Aktionäre beglücken verboten Die Fed bremst Citigroup bei der Dividende – das zeigt, wie rigoros die US-Notenbank die Institute inzwischen kontrolliert Schlaflose Nächte in Basel Ein Erpresser wollte die Schweizer Bank Sarasin beim deutschen Fiskus anschwärzen. Den Kunden hätte in dem Fall ein „Totalausfall“ gedroht Ein Geschäftspartner des Geldinstituts soll 250 000 Euro Schweigegeld zugesagt haben Mittwoch-Lotto ANZEIGE GELDDEFGH Nr. 73, Freitag, 28. März 2014 25 MO Ratenkredite Kreditbetrag 5000 Euro *Bonitätsabhängig; 1) online-Konditionen **Laufzeit Angaben ohne Gewähr, Stand: 27.03.2014; Quelle: biallo.de Täglich aktualisierte Tarife: www.sueddeutsche.de/sparmeister Mindestbetrag in Euro Zinssatz in % 12 und 24 Monate LZ** DI Festgeld Tagesgeld SparbriefeTelefon MI DO FR SA Rente Bank11 direkt1 Oyak Anker Bank1 Cosmos direkt1 SKG Bank1 Norisbank1 Netbank1 DKB Dt. Kreditbank1 Cortal Consors1 Deutsche Bank1 Schlechtester Anbieter 2500 3,99 4,44 2500 4,39* 4,54* 2500 4,75 4,75 2500 4,75 4,75 1000 4,90 4,90 3000 3,90 4,94 2500 4,95 4,95 2500 4,98* 4,98* 1000 4,99* 4,99* 1000 9,99* 9,99* Züricher Filiale von Sarasin. Die Bank sagt, sie habe den deutschen Fiskus nicht betrogen. FOTO: FABRICE COFFRINI/AFP FINANZEN 04. – 05. APRIL 2014 | MESSE STUTTGART www.invest-messe.de
  • New York – Ach, waren das noch Zeiten, als man den Klassenfeind noch griffig beschimpfen konnte. Die Wirtschaftswelt, die Banken und der Kapitalismus, konnte man wettern, sind doch nichts anderes als „Monopoly“. Sogar Franz Josef Degen- hardt sang dem Brettspiel ein linkes Lied: „Die Geldscheine wandern. Das Spiel ist ernst. Man ist Kapitalist. (...) Die Würfel rol- len. Was willst du da machen? Alles ist Schicksal, Gewinn und Verlust.“ Man wird seine Meinung ändern müs- sen. Denn auf die Regeln, die den Kapitalis- mus in dem metaphorischen Brettspiel manifestierten, ist kein Verlass mehr. Hasbro, seit 1991 „Monopoly“-Herausge- ber, ist weich geworden: Die Menschen dür- fen die Regeln brechen – oder ändern. In den nächsten Tagen können Spieler bei Facebook über neue Regeln für das alte Spiel abstimmen. Es geht um sogenannte Hausregeln, mit denen die Spieler seit Anbeginn aller „Mo- nopoly“-Tage ohnehin schon den Lauf des Spieles manipuliert haben. In einer Umfrage haben 68 Prozent aller Amerika- ner gegenüber Hasbro gestanden, das offi- zielle „Monopoly“-Regelwerk nie bis zum Ende studiert zu haben. 49 Prozent gaben gar zu, dass sie ihre eigenen Regeln er- funden haben. Nun siegen die Massen über das Gesetz. Die Hausregeln, die Hasbro in den vergangenen Monaten schon bei Facebook eingesammelt hat, zei- gen die Hassliebe der Menschen zu dem al- ten Brettspiel – und damit ja irgendwie auch zur Marktwirtschaft. Ja, die Welt liebt „Monopoly“, es ist das meistverkaufte Spiel der Geschichte. Seit 1935 sind 275 Millionen der Spiele ver- kauft worden, in 111 Ländern und 43 Spra- chen. Aber: Offenbar fühlen sich die Leute doch nicht so wohl mit dem kalten, harten Kapitalismus, den „Monopoly“ traditio- nell glorifiziert. Die Hausregeln, über die man jetzt abstimmen darf, klingen ein bisschen nach Occupy Wall Street oder zumindest nach großzügiger Geldpolitik und sozialer Marktwirtschaft. Ein Vorschlag: Banküber- fall. Am Anfang klauen die Spieler die Hälf- te der Rücklagen der „Monopoly“-Bank, stapeln sie in der Mitte des Spielfelds, zäh- len bis drei und grapschen nach so vielen Scheinen, wie sie zu fassen bekommen. Eine andere Hausregel, die zur Wahl steht, gibt den Spielern beim Gang über „Los“ doppelt so viel Geld wie vorgesehen. Nach einer weiteren Regel sind Kredite für bedürftige Spieler und gemeinsamer Immobilienbesitz gestattet. Nach einer an- deren Option soll der glückliche Spieler beim Landen auf dem „Frei Parken“-Feld alle zuvor eingesammelten Steuern und Gebühren erhalten – eine Regel, mit der oh- nehin schon viele Familien spielen. Wie die US-Notenbank Federal Reserve mit ihrer seit der Finanzkrise sehr locke- ren Geldpolitik, ist auch die neue „Monopo- ly“-Finanzwelt davon geprägt, den Markt mit billigem Geld zu fluten. Die meisten Hausregel-Ideen geben den Verlierern neue Hoffnung. Für Hasbro ist die Hausregel-Initiative bei Facebook ein weiterer Versuch, das Brettspiel, das doch in den allermeisten Haushalten irgendwo im Regal verstaubt, für neue Kunden attraktiv zu machen. Bis- lang war der Trick für weitere Verkäufe vor allem: Hunderte verschiedene Versionen, die über die Jahrzehnte auf den Markt ge- kommen sind: von der Berkshire Hatha- way Edition zu Ehren der Investmentfirma von Warren Buffett bis zu einer Ausgabe komplett aus Schokolade aus dem Jahr 1978. Im vergangenen Jahr hat Hasbro schon einmal soziale Medien bemüht: Face- book-Fans durften über Spielfiguren ab- stimmen. Das gute alte Bügeleisen musste daran glauben und wurde durch ein Kätz- chen mit schmuckem Halsband ersetzt – wenig überraschend im Katzen-vernarr- ten Internet. Der kleine Terrier hat die Ab- stimmung aber schadlos überstanden. Im Herbst sollen es fünf der zehn jetzt vorgestellten Hausregeln in die neue „Mo- nopoly“-Auflage schaffen, als Variante. Die seit 1935 weitgehend unveränderten Spielregeln bleiben gültig, betonte Hasbro. Das Unternehmen will den Spielern ledig- lich die Möglichkeit geben, nach den Haus- regeln zu spielen. Als bräuchten die Mas- sen die Erlaubnis des Spiele-Establish- ments. kathrin werner Köln – Die erste deutsche Spezialgesell- schaft für die Abwicklung von Beständen in der Lebensversicherung kann loslegen. Die Finanzaufsicht Bafin hat keine Einwän- de gegen den Kauf der Heidelberger Lebensversicherung, einst MLP Leben, durch den britischen Finanzinvestor Cinven und den Rückversicherer Hanno- ver Rück. Das teilten die Käufer mit. Sie gaben auch bekannt, dass sie schon einen Deal in der Tasche haben: Als erstes wollen sie die Bestände der Skandia abwickeln. Verkäufer der Heidelberger Leben ist die britische Lloyds Bank, die sich nach ei- ner milliardenschweren Rettungsaktion durch die Londoner Regierung auf das Kerngeschäft konzentrieren muss. Cinven und Hannover Rück zahlen 360 Millionen Euro für die Heidelberger, die künftig zu 80 Prozent dem Finanzinvestor und zu 20 Prozent dem Rückversicherer gehört. Sie wollen die Gesellschaft mit einer Anfangs- investition von mehr als 20 Millionen Euro in die IT fit machen für die neue Rolle als Abwicklungsplattform. Immer mehr Konzerne verlieren an- gesichts der niedrigen Zinsen und hohen Kapitalanforderungen die Lust an der Lebensversicherung. Mindestens sieben deutsche Anbieter sind bereits in der inter- nen Abwicklung: Sie nehmen kein Neuge- schäft mehr an und verwalten nur noch die Altverträge. Daraus will die Heidelberger Leben ein Geschäftsmodell machen. Sie übernimmt diese Bestände und organi- siert die Abwicklung. Für die Kunden heißt das, dass ihre Verträge bis zum Laufzeiten- de bei der Heidelberger liegen. In angel- sächsischen Ländern gibt es das schon län- ger. Allerdings hatte der so genannte Run- off von Lebensversicherungen dort einen denkbar schlechten Ruf, weil die Ab- wickler die Versicherten grob behandelten – schließlich mussten sie sich um ihre Re- putation und um mögliches Neugeschäft keine Gedanken machen. Das soll bei der Heidelberger Leben ganz anders sein, versprechen Cinven und Hannover Rück, und haben deshalb einen renommierten Experten an die Spitze des Aufsichtsrats berufen: Rolf-Peter Hoenen, lange Chef der HUK-Coburg und Präsident des Versichererverbandes GDV. Vorstands- chef wird wahrscheinlich Heinz-Peter Roß, bislang Vorstand bei der Talanx. Die Heidelberger Leben nimmt sofort die Arbeit als Abwickler auf: Für 220 Millio- nen Euro kauft die Gruppe die Bestände der Skandia in Deutschland und Öster- reich, die 2013 das Neugeschäft einstellte. Verkäufer ist die Old Mutual in London. Rund 400 000 Skandia-Kunden und Ka- pitalanlagen von 4,9 Milliarden Euro wer- den künftig von der Heidelberger Leben be- treut. Die 280 Arbeitsplätze der Skandia in Berlin und Wien werden kaum erhalten bleiben. herbert fromme interview: malte conradi und alexander hagelüken M an kennt es aus dem Fernsehen:Die Spezialisten ermitteln die Rich-tung, aus der die Blutspritzer ka- men. In Wahrheit ist die Arbeit etwa von Kri- minalbiologen wie Mark Benecke anders. Nach 850 Fällen glaubt der 43-Jährige, dass Täter mit dickem Geldbeutel besser davon- kommen. Seine eigene Arbeit ist schlecht be- zahlt. Deshalb hält er Vorträge vor zahlen- dem Publikum wie den an diesem Abend. Wenig Zeit für das Interview? Kein Problem: Der Mann redet in Kölner Singsang doppelt so schnell wie Normalsterbliche. SZ: Mark Benecke, reden wir über Geld. Was kostet es, offiziell eine Leiche unter- suchen zu lassen? Mark Benecke: Keine Ahnung. Ich schaue mir die Leichen oder die Spuren oft umsonst an. Sie kriegen kein Geld? Selten. Wenn der Staatsanwalt mich beauf- tragt, dann vielleicht 200 Euro. Davon können Sie nicht leben. Kann ich schon. Aber dafür muss ich im Labor wohnen, Vorträge halten und Bücher schreiben. Wie einfach ist es,mit einemMorddavon- zukommen? Das hängt ganz davon ab, aus welchem Milieu einer kommt. Am meisten schützen Macht, Einfluss und Geld. Wer die hat, kommt mit viel weg. Das hört sich abenteuerlich an. Finden Sie? Es ist doch so, dass man sich mit Geld gute Anwälte leisten kann. Das ist schon mal extrem hilfreich. Und mancher war dann noch mit dem Staatsanwalt auf dem Internat oder hat sonst gute Beziehun- gen zur Justiz. Das passiert dauernd. Undwer nicht reich ist? Der hat Pech und kommt in den Bau. Wer arm ist, wird schneller verurteilt. Umge- kehrt ist es genauso: Wird ein Mensch ermordet, der für die Gesellschaft nicht in- teressant ist, hat die Staatsanwaltschaft kein so großes Interesse an der Aufklä- rung. Das habe ich schon oft erlebt. Was soll das heißen, für die Gesellschaft nicht interessant? Der Staatsanwalt hat eben nur eine be- stimmte Summe für Ermittlungen zur Ver- fügung, oder er muss eine Ermittlung zu- mindest begründen. Und dann untersucht er eben eher den Mord an einem respektier- ten Bürger als den an einem Alki, der tot im Park liegt. Und die meisten Leichen sind nun einmal die von Armen, Alkoholikern, Schizophrenen oder Drogenabhängigen. Klingt ungerecht. Ein Beispiel: Eine Leiche mit Perücke auf dem Kopf, die Schuhe fein säuberlich paral- lel daneben. Merkwürdig, oder? Aus den Hosentaschen ziehen mein Team und ich Wasserschnecken. Da ist aber weit und breit kein Wasser! Erst von einem Jäger aus der Gegend erfahren wir, dass der Fundort einmal im Jahr überschwemmt wird. Also kannten wir schon mal den Tat- Zeitpunkt. War den Strafverfolgern aber al- les egal. Die wussten, dass dort in der Ge- gend Junkies ihr Heroin verstecken. Und damit war klar: Der Tote ist uninteressant, die Sache wird nicht weiter verfolgt. War- um der Typ eine Perücke trug? Die Polizis- ten sagten, das weise auf Prostitution hin – oder auf Karneval (lacht). Kein Witz! Dasmit den Schnecken ist ja wie im Fern- sehen bei CSI. Ach, diese CSI-Typen können ja alles: Spu- ren sichern, Hubschrauber fliegen, schie- ßen, ermitteln. Und dann sind sie auch noch cool und tragen vernünftige Klamot- ten. Und ich? Mir wird im Hubschrauber übel, und ich trage abwaschbare Kleidung und Polyesterunterhosen. Damit der Geruch sich nicht so festsetzt. Ihr Kasch- mir-Pullöverchen könnten Sie nach einer Leichen-Besichtigung wegschmeißen. Wie viele Fälle untersuchen Sie? Ich bin jetzt ungefähr bei Nummer 850. Es gab Zeiten, da hatten wir jeden Tag einen Fall auf dem Tisch. Aber seit ein paar Jah- ren dürfen Polizei und Staatsanwaltschaft aus Kostengründen fast gar keine exter- nen Sachverständigen für Spuren mehr dazurufen. Natürlich haben die trotzdem nicht mehr Mitarbeiter. Daher gibt es einen ewigen Bearbeitungsstau. Wie kommen Sie dann an Ihre Fälle? Mich beauftragen Menschen, die nicht glauben, dass ihr Kumpel zu Recht im Knast sitzt. Wenn Sie beim Campen mor- gens neben einer Leiche aufwachen und es nicht waren, können Sie mich anrufen. Wie oft haben Ihre Auftraggeber recht? Schon ab und zu. Vor ein paar Jahren mar- schierten zwei Kriminelle schwer bewaff- net in ein Bordell in der Nähe von Holland. Die wollten den Zuhälter kaltmachen, der aber erschoss stattdessen beide. Die Justiz kannte den Zuhälter, der hatte viel Dreck am Stecken. Jetzt sahen sie die Chance, ihn dauerhaft von der Straße zu holen. Wiemachtman das? Zeit lassen mit dem Notruf, sodass der An- geschossene stirbt. Und es dann so darstel- len, als sei der tödliche Schuss in den Rü- cken des Opfers gegangen. Damit es nicht Notwehr war, sondern heimtückischer Mord. Dafür geht man lange in den Bau. Aber es war keinMord? Nee. Da bin ich mir hundertprozentig si- cher: Der erste Schuss ging in den Bauch. Also war es Notwehr. Wie ging’s weiter? Der Täter blieb trotzdem im Bau, bis heute. Obwohl der Prozess wieder aufgenommen wurde, was selten ist. Aber die Sache kam vor denselben Richter. Und der wollte nichts ändern. Dass ich eine Sache bewei- sen kann, heißt noch nicht, dass sie vor Gericht anerkannt wird. Wie viel haben Sie an der Sache verdient? Ach, Kleckerbeträge. Solche Leute haben ja kein gut gedecktes Konto, von dem sie mir größere Summen überweisen könnten. Na ja, als Bordellbesitzer… … klar hat der Geld, aber nur Schwarzgeld, und das nehme ich nicht. Ich lasse mir doch nicht die Bargeld-Packen rüberschie- ben. Ungeklärte Morde passieren ja eher nicht in der guten Gesellschaft. Einmal sag- te ich zu verzweifelten Eltern, deren 15-jäh- riger Sohn ertrunken war: Schauen Sie doch mal, was Sie haben. Zum nächsten Termin brachten die einen zerknüllten Fünf-Mark-Schein mit. Ernsthaft. Waswarmit dem Sohn passiert? Der wurde tot in einem Teich gefunden. Für die Polizei war die Sache schnell klar: beim Pinkeln ausgerutscht, ertrunken, Fall abgeschlossen. Das glauben Sie offenbar nicht. Da gab es so viele Ungereimtheiten. Zum Beispiel, dass der Junge mit Drogen handel- te und kurz vor seinem Tod mit einer Gang am Bahnhof gefilmt wurde. Bald fanden wir seine Jacke an einer ganz anderen Stel- le in dem Teich. Die Polizisten hatten im- mer neue Erklärungen, aber die passten al- le nicht zu den Spuren, die wir fanden. Ich konnte den Eltern trotzdem nicht helfen: Die Justiz hat den Fall nicht neu aufgerollt. All die Arbeit machen Sie aus Interesse an der Gerechtigkeit? Nö. Es gibt keine Gerechtigkeit. Wiemeinen Sie das? Ich glaube nicht, dass es so was wie Gerech- tigkeit gibt. Was wir darunter verstehen, ist doch nichts anderes als ein juristisches oder kulturelles Konstrukt. Früher ver- stand man was ganz anderes darunter, und morgen kann’s schon wieder anders ausse- hen. Die meisten Menschen, die in einen Mordfall verwickelt werden, machen den- selben Fehler: Sie glauben, dass die Gerech- tigkeit am Ende siegt. Tut sie aber nicht. Müssten in Deutschland mehr Leichen untersucht werden? Ja, denn das passiert immer seltener. Jeder Politiker, der ein rechtsmedizinisches Insti- tut schließt, kann tolle Zahlen präsentie- ren: Werden weniger Delikte erkannt, gibt es scheinbar weniger Verbrechen. Würden mehr Leichen untersucht, wür- denmehrMorde entdeckt? Klar. Und es geht weiter: Mit mehr Untersu- chungen würde man mehr über den Tather- gang verstehen. Dann könnte man Präven- tion betreiben und wirklich was tun gegen Gewalt und Kriminalität. Oder denken Sie an Vernachlässigung: Wie viele Fälle wir nachweisen könnten, indem wir zum Bei- spiel die Maden anschauen, die in den Win- deln von alten Menschen oder Kindern wohnen. Dann könnten wir nachweisen, dass die nicht erst seit gestern dort sind, sondern seit Wochen. Es ist also eine politische Entscheidung, lieber zu sparen, als genau hinzusehen? Ja natürlich. Wir machen es uns aber zu leicht, wenn wir den Politikern die Schuld geben. Wir interessieren uns doch alle nicht für Aufklärung. Weil wir faul und dumm sind. Die Wahrheit interessiert keine Sau. Was uns wirklich wichtig ist, ist unser Wohlstand. Und in der Kriminalistik kommen dann so doofe Vorschläge auf, wie der, auf Tätowierungen zu sehen. Auf Tätowierungen? Es gibt sogar Enzyklopädien, die Tätowie- rungen übersetzen: Eine Rose bedeutet dies und das, ein Teller Knödel bedeutet, dass einer Kinderschänder ist. Wenn der sich dann verteidigt, wird ihm entgegenge- halten: Ach ja, und wo kommen denn diese Knödel auf Ihrem Bauch her, wenn Sie’s nicht waren? So ein Schwachsinn. Das ist der Stand von 1904. Wasmüsste stattdessen geschehen? Wir könnten uns viel Gelaber sparen und ganz viele Fälle aufklären, wenn die Spu- ren häufiger angesehen und besser gesi- chert würden. Allein die Fotos vom Tatort! Früher gab es dafür professionelle Fotogra- fen. Heute müssen’s die Polizisten oft selbst machen. Die können’s aber meis- tens nicht. Wie oft ich es schon erlebt habe, dass die Fotos vom Tatort verwackelt sind, total unbrauchbar. Wenn es ganz schlimm kommt, bleibt der Fall unaufgeklärt. Wird in anderen Ländernmehr gemacht? In den USA zumindest reißen sich die Poli- zisten um die Kurse an der FBI-Academy. Eigentlich ist das Kinderkram: Wie sichere ich eine Bierdose, die ich am Tatort finde? Hoffentlich packe ich sie nicht einfach in ei- ne Plastiktüte, denn dann läuft das restli- che Bier aus und verwischt alle Spuren. Wie rede ich mit Opfern? Daran fehlt es in Deutschland. Ich will damit nicht sagen, dass hier alles am Boden liegt, so wie in Kolumbien, aber es könnte besser sein. Was ist in Kolumbien los? Na ja, das Land wurde von den Toten aus dem Drogenkrieg so überschwemmt, dass gar nichts mehr geht. Und die Gesellschaft will mit so schlimmen Gewalttaten wie de- nen von Luis Alfredo Garavito Cubillos nichts zu tun haben. Wer ist das? Ein Mann, der mindestens 300 Kinder er- mordete. Da gab es nur ein Verfahren ohne Zeugen und Öffentlichkeit. Ich habe ihn über Jahre immer wieder im Gefängnis besucht, weil ich verstehen wollte, warum jemand so was tut. Und es ist gar nicht so kompliziert: Armut, Missbrauch, schlim- me Erfahrungen, dazu krankhafter Narzissmus, antisoziale Störung. Gibt es Angebote vomFernsehen an Sie? Ach, mit denen rede ich nicht gerne. Ich habe mich ein paar Mal mit Drehbuch- autoren getroffen. Das Ergebnis war, dass sie mich und meine Geschichten in ihren Film schrieben und ich keinen Cent sah. Stimmt es, dass Sie mal Hitlers Schädel untersuchten? Ich sollte zusammen mit dem russischen Geheimdienst feststellen, ob er echt ist. Und? Ich bekam vom britischen Geheimdienst Röntgenbilder, die nach dem Attentat 1944 gemacht wurden. Die Metallzähne jedenfalls waren echt. Und er hatte fast nur Metallzähne. Metallzähne? Ja, Hitler hatte ein Metallgebiss. Weil er so extreme Zahnfäule hatte. Muss fürchter- lich gestunken haben. Ich kann also allen Verschwörungstheoretikern sagen: Wenn Hitler wirklich noch lebt, dann fehlen ihm zumindest Ober- und Unterkiefer. Aber klar, er könnte trotzdem im U-Boot nach Argentinien geflüchtet sein (lacht). „Wer arm ist, wird schneller verurteilt“ Reiche kommen bei der Strafverfolgung besser davon, erlebt Mark Benecke, der als Kriminalbiologe Spuren am Tatort untersucht. Er erzählt, wie mehr Morde aufzuklären wären und wie es ist, Hitlers Schädel zu untersuchen Banküberfall! Wird „Monopoly“ sozialistisch? Der Hersteller sammelt Vorschläge für neue Spielregeln – die meisten klingen so gar nicht nach kaltem Kapitalismus Jedes Restaurant in New York hat einen im Fenster, oder soll- te zumindest einen haben: ei- nen farbigen Buchstaben, der belegt, wie sauber es im Inne- ren zugeht. Am besten ist ein blaues „A“, dann kommt ein grünes „B“ und schließ- lich ein orangenes „C“. Reichen die hygieni- schen Bedingungen nicht einmal für ein „C“, dann wird das Restaurant von der Stadt geschlossen. Die Buchstaben werden von der Gesundheitsbehörde verteilt. Auf deren Website kann man die Bewertung je- des Etablissements nachlesen. Die Trans- parenz ist rigoros: Der Website ist zum Bei- spiel zu entnehmen, dass die „Oyster Bar“ im Bahnhof Grand Central, eine New Yor- ker Institution, bei der letzten Inspektion elf Strafpunkte bekam. Wären es drei mehr gewesen, hätte das berühmte Restau- rant sein „A“ verloren. Das System ist ein Erbe des früheren, ge- sundheitsfanatischen Bürgermeisters Michael Bloomberg. Es ist bei Restaurant- besuchern extrem populär, bei den Restau- rantbesitzern aber, wie man sich denken kann, ebenso unpopulär. Sie klagen immer wieder über willkürliche Inspektionen und über die hohen Kosten der Kontrollen. Bloomberg pflegte die Unzufriedenen harsch abzutun als „Leute, die ihr Restau- rant nicht sauber halten wollen“. Bei Bloombergs Nachfolger, dem Demokraten Bill De Blasio, haben die Wirte jedoch nun Gehör gefunden. Die Stadt wird das Sys- tem wesentlich entschärfen. Die Strafen bei Verstößen gegen Gesundheitsvorschrif- ten – im vorigen Jahr insgesamt 40 Millio- nen Dollar – werden um 25 Prozent ge- senkt, die Möglichkeiten verbessert, gegen ein „B“ oder ein „C“ Einspruch zu erheben. Die Wirte wird das freuen, aber ihre Gäs- te? In seiner bisherigen Form hat das Sys- tem immerhin gewirkt. Seit 2010, als die Buchstaben eingeführt wurden, ist die Zahl der Salmonellen-Fälle in New York um 14 Prozent gesunken. Und selbst Mary Bassett, neue Gesundheitskommissarin des Bürgermeisters, räumt ein, dass dank der Inspektionen deutlich weniger Ratten in den Restaurants gefunden wurden. Bill de Blasio ist am 1. Januar mit einer, wie er es nannte, „progressiven Agenda“ angetre- ten. Manche Kritiker fürchteten, dass die Agenda darin bestehen könnte, es zu vie- len Interessengruppen recht zu machen: Lehrergewerkschaften, Taxifahrern, loka- len Gruppen. Was die Wirte betrifft, könn- ten die Kritiker schon jetzt recht bekom- men haben. nikolaus piper GELD26 Freitag, 28. März 2014, Nr. 73 DEFGH FO TO :R O LF VE N N EN BE RN D /D PA BEI UNS IN NEW YORK Gib’ mir ein „A“ Ja, auch nach den neuen Regeln bleibt die Schlossallee die teuerste Straße. FOTO: SIMON Auf die Resterampe Der erste deutsche Abwickler von Lebensversicherungen startet REDEN WIR ÜBER GELD MIT MARK BENECKE
  • Mannheim – Ein bisschen Hände- schütteln, Schulterklopfen, und dann: nichts. Kein Lächeln, kein Kopfschütteln. Kein Zögern. Kein Winken, nicht einmal ein Aufschauen. Hans Zach geht einfach, quer über die Eisfläche, bis ihn der dunkle Gang in die Katakomben verschluckt. Man muss sagen, dass es in der deut- schen Sportgeschichte schon bewegende- re Abschiedsmomente gab als diesen. Sport ist auch Show, Abschiedsmomente sind Teil der Show, das Feuerwerk am Schluss, die Emotionen, Freude, Stolz, Trauer, alles auf einmal: Das kann nur der Abschied. Zum Beispiel so, wie das beim Abschied des Boxers Henry Maske war, Maske wurde nach seinem letzten WM- Kampf sehr schnulzig und sehr tränen- reich aus dem Sportlerleben geleitet, kei- ner, der das gesehen hat, kann das verges- sen; Maske hatte den Kampf übrigens ver- loren. Hans Zach hat sein letztes Spiel auch verloren, aber ansonsten ist er mindestens so weit von Henry Maske entfernt wie Bad Tölz von Treuenbrietzen. Hans Zach braucht keine Emotionen, die aus dem Sta- dionlautsprecher kommen. Mannheim hat verloren, Köln ist im Halbfinale, das war’s, so is’ des hoid. Hans Zach war sechs Jahre lang Bundes- trainer, er war drei Mal Deutscher Meister mit Düsseldorf und ein Mal mit Hannover, er hat die Kassel Huskies aus der Nische ins Halbfinale geführt, er ist bis heute der einzige deutsche Trainer, der in der DEL den Titel gewann. Er hat das deutsche Eis- hockey in den vergangenen Jahrzehnten geprägt wie wenige vor ihm, und jetzt: ein 1:2 gegen die Kölner Haie in Spiel fünf des Viertelfinales, 1:4 in der Serie, das war’s? Hans Zach hat schon häufiger gesagt, dass dieser Dreimonats-Job bei den Adlern Mannheim eine Ausnahme ist und bleibt, dass er danach definitiv aufhören wird, und er sagt es jetzt wieder, am späten Mitt- wochabend, als er irgendwann in den Kata- komben wieder auftaucht. „Ich mach’ nix mehr im Eishockey“, sagt Zach. Am Sonn- tag wird er 65, ein Runder, ah mei, sagt Zach, „Geburtstag hin oder her“, er will da bei seiner Enkelin sein, das ist ihm wichtig. Seit Mittwochabend hat Opa Zeit. Danken, sagt Zach, wolle er Uwe Krupp dafür nicht, soweit kommt’s noch, er wäre natürlich gerne weitergekommen mit den Mannheimern, hätte Krupps Kölner gerne geschlagen. Aber Hans Zach hat bald er- kannt, dass es mit dieser Mannschaft frü- her oder später vorbei sein wird. Die Mann- heimer Mannschaft ist nicht schlecht, aber sie ist technisch und läuferisch den Top- teams aus Köln und Hamburg unterlegen, das war in dieser Serie in jedem Spiel zu se- hen. Dass es trotzdem eine knappe Serie war, in der jeder Sieg mit nur einem Tor Un- terschied zustande kam, lag daran, dass die Mannheimer in jedem Spiel kämpften und rannten, als ginge es um ihr Leben. Am Mittwoch war es wieder so: Die Kölner und ihre erfahrenen Schweden, von denen sie gleich fünf haben, ließen die ungestümen Mannheimer laufen, wie ein erfahrener Reiter ein junges Pferd laufen lässt, ruhig, souverän, immer die Kontrolle behaltend. Als der Moment gekommen war, erzielten die Kölner den Siegtreffer. „Wir haben gegen den Meister verlo- ren“, sagt Zach, er ist nicht sauer. Er hat ge- tan, was er tun konnte, so sieht er das. „Ich hab’ erreicht, dass Jeder hundert Prozent Einsatz gebracht hat“, sagt Zach, „das müs- sen andere erst mal fertigbringen.“ Die Mannheimer sind seit längerem auf der Suche nach einem Anderen, zu hören ist, dass derzeit Doug Shedden ein aus- sichtsreicher Kandidat für den Trainerjob bei den Adlern ist, ein 52-jähriger Kanadi- er, der 2008 mit Finnland WM-Bronze ge- wann und zuletzt den EV Zug betreute – je- nen Schweizer Erstligisten, bei dem vor ein paar Tagen Harold Kreis als neuer Trainer vorgestellt wurde, Zachs Vorgänger in Mannheim. Auch die Mannschaft wird zu- mindest in Teilen eine andere sein, der Ver- teidiger Florian Kettemer hat bereits in München unterschrieben, der Verbleib der meisten Ausländer ist unsicher. In Sachen Kaderzusammenstellung, sagt Zach, kön- ne sich Mannheim einiges von Köln ab- schauen. Ob er da noch mitwirken werde? „Wenn man mich fragt, sag’ ich meine Mei- nung“, sagt Zach, „aber wenn man mich nicht fragt, sag’ ich gar nichts.“ Und dann hält er zum Abschied noch mal einen lan- gen Vortrag über sein Lieblingsthema: die Probleme im deutschen Eishockey. Wissen Sie, fragt Zach, wie viele Schwei- zer Jahrgang ’91 und jünger gerade im Vier- telfinale der Schweizer Playoffs stehen? „Ich hab’ heute nachgeschaut“, antwortet er sich selbst, kurze Kunstpause, „39. 39!“ In Deutschland könne man die Deutschen in dem Alter „an zwei Händen abzählen“, es folgen einige sehr richtige grundsätzli- che Feststellungen zum Thema Nach- wuchsarbeit, und je länger Hans Zach re- det, desto weniger wird dieser Gedanke vorstellbar: Er, der Alpenvulkan – ein Rent- ner? „Ach, Rentner“, sagt Zach. „Es gibt so viele Bergtouren, die ich gehen will, so vie- le Fische, die ich fangen muss“, er sagt das ohne ein Lachen, er meint das ernst. Ein Hans Zach, Rentner, ach geh’. Er macht ab jetzt nur etwas anderes. michael neudecker Fußball Die Drittligisten Heidenheim und Leipzig zeigen beim 1:1, warum sie wohl bald aufsteigen 28 Fußball Nürnberg erkennt, dass es im Abstiegskampf gewinnen kann, ohne schön zu spielen 29 HEUTE Herr Sutil, Midland, Spyker, Force India – das Formel-1-Team, für das Sie seit 2007 im Einsatz waren, hatte viele Namen. Im Grunde war es aber immer das gleiche. Nun sind Sie erstmals gewechselt, zu Sauber.Wie funktioniert so ein Umstieg? Adrian Sutil: Man fährt hin und stellt sich dem ganzen Team vor. In meinem Fall war das leicht. Ich wohne in der Schweiz. Zur Sauber-Zentrale nach Hinwil brauche ich mit dem Auto nur eine Stunde. Und beim ersten Besuch wird dann auch gleichder Sitz fürdasneueFormel-1-Auto angepasst? Nein, das kam später. Erst einmal ging es darum, alle kennenzulernen. Die Daten wurden aufgenommen: Größe, Gewicht und so weiter. Ich habe mit den Ingenieu- ren die neue Technik durchgesprochen. Fo- tos für Promotion-Zwecke wurden ge- macht. Und dann ging es auch schon los. Wie oft sind Sie in der Fabrik? Ich versuche, dass ich jede Woche da bin. Es gibt immer was zu tun. Was ist der Unterschied zwischen Ihrem bisherigen Team, das seine Zentrale an der Rennstrecke in Silverstone hatte und dem Inder Vijay Mallya gehörte, und Sauber, das als Schweizer Unternehmen par excellence gilt? Die Unterschiede sind groß. Das sieht man schon, wenn man aufs Firmengelände fährt. Die Arbeitsweise ist auch anders, die Strukturen ebenso. Im Prinzip ist es aber wie bei den Rennwagen: Die unterschei- den sich in vielen Details, letztlich aber sol- len alle schnell sein. Wichtig ist, dass man als Fahrer die Herangehensweise des Teams versteht. Welches Ziel haben Siemit Sauber? Besser sein, als ich das bisher zeigen konn- te. Ich möchte jedes Jahr vorankommen. Deshalb habe ich den Schritt gemacht. VergangeneSaisonwarenSieDreizehnter der Fahrerwertung. Wie gut, würden Sie sagen, war das? Ich weiß, wo ich mich verbessern kann. Das Resultat will ich nicht kommentieren. Waren Sie zufrieden? Teilweise. Es gab gute Rennen und nicht so gute. Aber auch die schlechten Momente bringen einen weiter – wenn man daraus lernt. Sie haben vergleichsweise spät mit dem Motorsport begonnen. Empfinden Sie Genugtuung, sich so lange in der Formel 1 gehalten zu haben? Ich vergesse allmählich, wie lange ich schon dabei bin. Das ist jetzt das siebte Jahr. Aber ich bin nicht hier, um nur dabei zu sein. Das bedeutet mir gar nichts. Ich möchte erfolgreich sein. Es muss nach vor- ne gehen, sonst hat man in diesem Sport nichts zu suchen. Sie hatten eine Zwangspause. Weil Sie nach dem China-Grand-Prix 2011 einen Anteilseigner des Renault-Teams in einer DiscoinShanghaimiteinemChampagner- glas am Hals verletzten, wurden Sie vom Amtsgericht München zu einer Bewäh- rungsstrafewegenKörperverletzungver- urteilt. Daraufhin verloren Sie ihr Cock- pit.Wie ging es Ihnen damit? 2012 war eine ungewöhnliche Erfahrung. Ich habe alles gemacht, was ich in den Jah- ren zuvor nicht machen konnte. Das Rei- sen fiel weg. Ich war viel zu Hause und ha- be mir Gedanken gemacht. Es war ein gu- tes Jahr. Trotzdem habe ich gefühlt, dass ich noch nicht am Ende bin mit meiner For- mel-1-Karriere. Deshalb wollte ich zurück. Die Chance gab es bei Force India. Es war ein tolles Gefühl, wieder dabei zu sein. Ich habe gespürt, dass das Feuer noch da ist. VonaußenbetrachtethatdieseZeit siegar nicht groß verändert. Stimmt das? Ich verändere mich, glaube ich, jedes Jahr, weil ich mich weiterbilde. Aber ich möchte mich nicht selber bewerten. Sie sind 31 Jahre alt. Wie viel For- mel-1-Feuer lodert noch in Ihnen? Ich freue mich, dass ich hier bin. Und die Freude sagt mir, dass es das Richtige ist. Das Feuer lodert vielleicht sogar heller, weil ich inzwischen alles kenne und mich auf die wirklich wichtigen Dinge konzen- trieren kann. Können Sie das Faszinosum Formel 1 beschreiben? Natürlich ist das erste Gefühl in einem Formel-1-Auto unbeschreiblich. Das wer- de ich nie vergessen. Danach wird es ge- wöhnlicher, aber nicht schlechter. Man geht mehr ans Limit. Man muss sich stän- dig anpassen. Das Auto bei diesen Ge- schwindigkeiten zu kontrollieren, ist im- mer wieder eine neue Herausforderung. Formel-1-Autos sind die einzigen Autos, die nie langweilig werden. Siewaren2008Vierter inMonteCarlo, als Kimi Räikkönen Ihnen kurz vor dem Ziel insHeckkrachte. ImvergangenenJahrha- ben Sie in Australien das Rennen sieben Rundenangeführt, dann ließendieReifen nach. Hadern Sie damit, dass Ihnen der ganz große Erfolg bisher verwehrt blieb? Es gab viele Rennen, bei denen es fast mit einem Podium geklappt hat. Man kann dann enttäuscht sein, oder man kann sa- gen: Heute hat meine Leistung gestimmt, nur das Resultat blieb aus. Man kann das Glas halb voll sehen oder halb leer. Wie sehen Sie es? Ich bin ein positiver Mensch. Ich seh’ die Sachen, wie sie sind: Wenn ich eine Top- Leistung gegeben habe und mir dann einer ’reinfährt, kann man nichts machen. Ihre Eltern sind Musiker. Als Jugendli- cher haben Sie Klavier-Konzerte gege- ben, was ein großes Themawar, als Sie in der Formel 1 anfingen. Spielen Sie noch? Ich kann noch ein paar Stücke, die ich als Kind gelernt habe. Die sind fest im Kopf. Aber ich spiele nur noch selten. Keine Konzert-Ambitionenmehr? Ich kann schon noch so spielen, dass einige sicher beeindruckt wären. Aber ein Spezia- list würde sagen: solide. Sie wären nicht unter den besten 22 Kla- vierspielern derWelt? Unmöglich. Das ist wie beim Rennfahren: Dafür braucht es Disziplin – und jeden Tag fünf, sechs Stunden Übung. Die Finger müssen geläufig sein. WassagenSiealsMusik-Connaisseurzum Klangder neuenSechszylinder-Motoren? Vielen ist er zu leise. Mir gefällt er. Der Klang ist angenehmer als das Geschrei der Motoren in den vergan- genen Jahren. Ich finde das jetzt interes- santer, weil man wieder Unterschiede hört zwischen den Motoren von Ferrari, Merce- des und Renault. Das war zuletzt kaum so. Da hat man sich nur die Ohren zugehalten. interview: rené hofmann Opa hat jetzt Zeit Hans Zachs denkwürdige Karriere als Eishockeytrainer endet unspektakulär: mit einer Niederlage im Viertelfinale Formel-1-Weltmeister Sebastian Vet- tel hat den Klang der neuen For- mel-1-Motoren in derben Worten kriti- siert. „Scheiße“, sagte er vor dem Ren- nen in Malaysia (Start So., 10 Uhr) auf die Frage, wie ihm der Sound der mit Turbo-Technik aufgeladenen Sechs- zylinder-Hybrid-Aggregate gefalle: „Leider mache ich die Regeln nicht, sonst hätten wir einen schönen V12 im Heck und die Batterien wären im Handy, wo sie hingehören.“ Der 26-Jäh- rige findet: „Es wäre schön, wenn man den Motor hört und nicht die quiet- schenden Reifen. Wir sind ja nicht auf dem ADAC-Übungsplatz.“ sz von rené hofmann Saitama/München – In den letzten neun Sekunden ihrer gemeinsamen Paarlauf- Karriere zeigten Aljona Savchenko und Robin Szolkowy etwas, was sie so noch nie gezeigt hatten. Nach dem finalen Wurf schickte er sie mit einer lässigen Bewe- gung des rechten Arms auf eine kleine Schleife; Savchenko verabschiedete sich auf einer Kufe gleitend mit einem Kuss- händchen vom Publikum, bevor sie zur Schlusspose in Szolkowys Arme sprang. Sie lächelte. Er lächelte. Beide wirkten befreit und zufrieden in dem Moment. Und beim Betrachter blieb der Eindruck: Eine Karriere, die so endet, kann keine schlech- te gewesen sein. Aljona Savchenko und Robin Szolkowy sind in der Nacht zum Donnerstag in Saita- ma bei Tokio zum fünften Mal Paarlauf- Weltmeister geworden. 1. Savchenko/Szol- kowy (Chemnitz) 224,88 Punkte, 2. Xenia Stolbowa/Fedor Klimow (Russland) 215,92, 3. Meagan Duhamel/Eric Radford (Kanada) 210,84; die Olympiasieger Tatja- na Wolossoschar/Maxim Trankow (Russ- land) nur im Publikum: Das ist der letzte Eintrag, der von den beiden in den Ergeb- nislisten bleiben wird. Savchenko und Szol- kowy beenden ihre Karriere. Zumindest die gemeinsame. Szolkowy, 34, kann und will nicht mehr. Savchenko, 30, erwägt, zusammen mit Trainer Ingo Steuer weiterzumachen. Die Suche nach einem neuen Eis-Partner läuft. Auch ein weiterer Nationenwechsel ist nicht ausgeschlossen. Savchenko, die aus Obuchiw bei Kiew stammt, war einst schon für die Ukraine bei Olympia angetreten. 2003 zog sie nach Chemnitz, um sich mit Steuer und Szolkowy zusammenzutun. Seit 2005 hat sie einen deutschen Pass. Ein Olympia-Start für ein weiteres Land ist nicht unmöglich, wäre aber ungewöhn- lich. Coach Ingo Steuer, seit seiner Enttar- nung als einstiger Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi vom Bundesinnenministerium geächtet, findet die Perspektive „sensatio- nell“. Der 47-Jährige, für den ebenfalls ein neuer Berufsabschnitt ansteht, sagte der dpa: „Es geht nur ums Eislaufen.“ Ein Dreijahres-Kontrakt, den Savchenko und Szolkowy bei der Schaulauf-Tour „Art on Ice“ unterschrieben haben, müsse weite- ren sportlichen Ambitionen nicht im Wege stehen. Aber das ist Zukunftsmusik. Erst einmal endete da in Japan etwas durchaus Beachtliches. Savchenko und Szolkowy wurden 2008, 2009, 2011, 2012 und 2014 als Weltbeste gekürt. Damit übertreffen sie nun sogar Maxi Herber und Ernst Baier, die in einer ganz anderen Zeit liefen und zwischen 1936 und 1939 vier WM-Titel holten. Nur die Russen Irina Rodnina und Alexander Saitzew waren mit sechs WM-Titeln noch erfolgreicher. Die Statistik offenbart Savchenkos und Szolkowys Ausnahme- stellung. Bei zehn Weltmeisterschaften schafften sie es achtmal aufs Siegertrepp- chen. Selbst Ludmila und Oleg Proto- popow, deren Namen bis heute als Synony- me für außergewöhnliche Eiskunst gelten, standen dort nicht so oft. Doch Savchenko und Szolkowy waren nicht nur bemerkenswert erfolgreich. Sie waren auch beeindruckend wandlungs- fähig. Ihren ersten WM-Titel erliefen sie sich vor sechs Jahren in Göteborg zur Kür- musik „L’Oiseau“, der Vogel, aus dem Cirque du Soleil. Im Jahr darauf trium- phierten sie in Los Angeles zur Musik aus dem Film „Schindler’s Liste“. Zwei Deut- sche, die die Rettung von Juden im Nazi- Reich in einer Eislauf-Nummer nachspie- len – das war gewagt. Aber Steuer, Savchen- ko und Szolkowy näherten sich dem sensib- len Thema so behutsam und so bewusst, dass alle Bedenken verflogen. Die zierliche Blond-gefärbte und ihr dunkelhäutiger Widerpart hätten auf dem Eis vermutlich alles spielen können und hätten dabei faszinierend ausgesehen. Sie ehrgeizig bis zur Selbstaufgabe, er selbst in Momenten höchster Anspannung ver- meintlich stoisch bis fast zum Phlegma – sie bildeten wirklich ein ungewöhnliches Duo. 2011 bei der WM in Moskau überzeug- ten sie in der Kür mit einer Pink-Panther- Komödie, 2012 triumphierten sie in Nizza zu der faszinierenden Musik, mit der Wim Wenders das Leben der Wuppertaler Bal- lettdirektorin Pina Bausch ins Kino ge- bracht hatte. Tanztheater auf dem Eis: Auch das hatten zuvor wenige gewagt. Erst in diesem Winter, zum Ende ihrer Karrie- re, gingen die beiden dorthin, wo die meis- ten anderen starten: Ihre Kür-Nummer zu Tschaikowskys Nussknacker-Suite war Paarlauf im klassischen Stil. Das Programm war speziell auf die Win- terspiele in Sotschi ausgerichtet: eine deut- sche Geschichte, ein russischer Kompo- nist; Kostüme, die am Schwarzen Meer gut ankommen. Doch die Rechnung ging nicht auf. Szolkowy stürzte gleich zum Auftakt der Kür, es blieb Bronze, wie 2010 in Vancouver schon. Weil sie vom Start ihrer Dreieinigkeit Olympia-Gold als das ultima- tive Ziel ausgegeben hatten, verfestigte sich ein falscher Eindruck: Savchenko und Szolkowy wurden nicht als zwei der außer- gewöhnlichsten Sportler wahrgenommen, die Deutschland in seiner jüngeren Ge- schichte hervorgebracht hat. Sondern als letztlich Unerfüllte. Nach der Enttäuschung ließen sie einen WM-Start zunächst offen. „Aber es war richtig herzukommen und noch einmal alles zu zeigen“, findet Robin Szolkowy nun. Das Publikum sah es genauso. Als die beiden einander lächelnd zur Schlusspose begegneten, sprangen die Menschen in der Halle auf und jubelten. Berlin – Tennisprofi Philipp Kohlschrei- ber hat auf den drohenden Rauswurf aus dem Davis-Cup-Team reagiert und will nun doch zum sogenannten Versöhnungs- tag nach Frankfurt kommen. „Er hat zu je- der Zeit aufgrund seiner Verletzung ledig- lich die Teilnahme am Showkampf um 14.00 Uhr infrage gestellt, vor Ort wird er auf jeden Fall sein“, teilte das Management des 30 Jahre alten Augsburgers mit. Eine offizielle Stellungnahme des Deutschen Tennis Bundes (DTB) lag zunächst noch nicht vor. Bundestrainer Carsten Arriens hatte zuvor erklärt, Kohlschreiber sehe sich „nicht in der Lage zu kommen“ und dies „enttäuschend“ genannt. Der zweitbeste deutsche Tennisprofi lässt sich derzeit wegen seiner Ellenbogen- blessur untersuchen. Der ebenfalls verletz- te Florian Mayer und der diesmal nicht be- rücksichtigte Daniel Brands hatten für den Tennis-Tag am Sonntag im Sport- und Freizeitzentrum Frankfurt-Kalbach be- reits zugesagt und wollen ihren Teil zur Ver- söhnung der Fans beitragen. Anfang Febru- ar hatten sich Tommy Haas, Kohlschreiber und Mayer beim Sieg gegen Spanien am Ab- schlusstag mit ärztlichen Attesten abge- meldet und die Zuschauer massiv verär- gert. Weil das Top-Trio auch für das Viertel- finale gegen Frankreich (4. bis 6. April in Nancy) abgesagt hat, ist der DTB fast chan- cenlos. Tobias Kamke (Lübeck/Weltrang- listen-92.), Jan-Lennard Struff (War- stein/104.), Peter Gojowczyk (Mün- chen/111.) und André Begemann (Frank- furt/Main) werden dabei sein. dpa Vettel: „Batterien gehören ins Handy“ Ein Lächeln zum Abschied Wegen des verpassten Olympia-Sieges gelten Aljona Savchenko und Robin Szolkowy als unvollendet. Der fünfte WM-Titel zum Abschluss ihrer gemeinsamen Paarlauf-Karriere zeigt, wie verzerrt dieses Bild ist „Ich bin nicht hier, um nur dabei zu sein. Das bedeutet mir gar nichts“: Adrian Sutil, 31, über seine siebte Formel-1-Saison. FOTO: M. THOMPSON/GETTY DEFGH Nr. 73, Freitag, 28. März 2014 HF2 27 Kohlschreiber kommt doch Tennis-Profi will zur Versöhnung mit den Fans beitragen „Der Klang ist angenehmer“ Adrian Sutil über die faszinierenden Seiten der neuen Formel 1 Besser als Herber und Baier Die deutschen Weltmeister im Paarlaufen Das Bild, das bleiben wird: Aljona Savchenko, 30, und Robin Szolkowy, 34, führen bei der WM in Japan Paarlauf im klassischen Stil vor. FOTO: TORU HANAI/REUTERS Der Kanadier Doug Shedden könnte Zachs Nachfolger werden SPORT 1910 Anna Hübler/Heinrich Burger 1911 Ludowika Eilers/Walter Jakobsson (Deutschland/Finnland) 1936 – 1939 Maxi Herber/Ernst Baier 1951/1952 Ria Baran/Paul Falk 1963/1964 Marika Kilius/Hans-Jürgen Bäumler 1982 Sabine Baeß/Tassilo Thierbach (DDR) 1997 Mandy Wötzel/Ingo Steuer 2008/2009/2011/2012/2014 Aljona Savchenko/Robin Szolkowy Er hat getan, was er tun konnte, aber das reichte nicht: Hans Zach unterlag mit Mannheim den Kölner Haien. FOTO: DPA
  • Basketball Männer, Bundesliga, 22. Spieltag BB Bamberg – Ulm 87:63 (36:38) Zirbes 17, Ford 13, Sanders 13 – Plaisted 12, Clyburn 11, Günther 11, Lomg 10. – Zuschau- er: 6800 (ausverkauft). 1 B. München 27 2371:2040 46:8 2 Bamberg 26 2098:1836 44:8 3 Berlin 26 2128:1847 38:14 4 Oldenburg 27 2172:2066 38:16 5 Quakenbrück 27 2105:2064 34:20 6 Bonn 27 2155:2097 34:20 7 Ulm 27 2250:2143 32:22 8 Ludwigsburg 27 2143:2111 28:26 9 Mitteld. BC 27 2071:2166 28:26 10 Hagen 27 2201:2309 24:30 11 Frankfurt 24 1735:1814 22:26 12 Bremerhaven 27 2085:2137 22:32 13 Braunschweig 27 2059:2152 20:34 14 Trier 27 2032:2103 20:34 15 Würzburg 27 1982:2093 14:38 16 Bayreuth 27 2024:2185 14:40 17 Tübingen 26 1837:2117 10:42 18 Vechta 27 2064:2232 10:44 NBA Charlotte – Brooklyn n.V. 116:111, Washing- ton – Phoenix 93:99, Boston – Toronto 90:99, Detroit – Cleveland 96:97, New Orleans – Los Angeles Clippers 98:96, Minnesota – Atlanta 107:83, Indiana – Miami 84:83, San Antonio – Denver 108:103, Sacramento – New York Knicks 99:107, Utah – Memphis 87:91. Eishockey DEL, Viertelfinale – (Best of 7), 5. Spiel Mannheim – Köln 1:2 (1:1, 0:1, 0:0) 1:0 Arendt (1:21), 1:1 Tripp (6:29), 1:2 Falk (36:25). – Strafminuten: 2 – 6. – Zuschauer: 12 005. – Endstand 1:4. Krefeld – Ingolstadt 4:5 (3:1, 0:3, 1:1) 1:0 Clark (2:49), 2:0 Perrault (6:03), 3:0 Pietta (11:59), 3:1 Köppchen (12:25), 3:2 Sabolic (23:09), 3:3 Laliberte (29:32), 3:4 Laliberte (30:51), 4:4 Clark (42:00), 4:5 Greilinger (53:13). – Strafminuten: 6 – 10. – Zuschauer: 7502. – Endstand: 1:4. Hamburg – Iserlohn 3:1 (0:0, 1:1, 2:0) 1:0 Dupuis (24:46), 1:1 Raedeke (30:26). – Strafminuten: 8 – 10. – Zuschauer.: 7104. – Stand: 3:2. NHL Minnesota – Vancouver 2:5, New York – Phil- adelphia 3:1, Calgary – Anaheim 2:3. Eiskunstlauf Weltmeisterschaften in Saitama/Japan Paare, Endstand 1. Aljona Savchenko/Robin Szolkowy (Chem- nitz) 224,88 Pkt. (Kür: 145,86), 2. Stolbowa/ Klimow (Russland) 215,92 (139,77), 3. Duha- mel/Radford (Kanada) 210,84 (133,83), 4. Moore-Towers/Moscovitch (Kanada) 205,52 (136,21), 5. Cheng/Hao (China) 194,83 (123,15); 13. M. Wende/D. Wende (Oberst- dorf/Essen) 159,42. Fußball 2. Bundesliga, 27. Spieltag 1. FC Köln – Karlsruher SC 2:0 (1:0) Tore: 1:0 Brecko (29.), 2:0 Helmes (58.). – Zu- schauer: 46 700. Kaiserslautern – Arm. Bielefeld 1:1 (1:1) Tore: 1:0 Orban (36.), 1:1 C. Müller (42.). – Zu- schauer: 22 689. Erzgebirge Aue – FSV Frankfurt 2:1 (0:1) Tore: 0:1 Mi. Görlitz (30.), 1:1 Sylvestr (59.), 2:1 Benatelli (77.). – Zuschauer: 7200. Energie Cottbus – 1860 München 1:2 (1:0) 1860: Kiraly – Steinhöfer, Vallori, Schwabl, Wojtkowiak – Stahl (86. Weigl), Stark – Lud- wig (46. Bierofka), Adlung, Stoppelkamp – Osako (86. Wood). Tore: 1:0 Fetsch (25.), 1:1 Stahl (47.), 1:2 Ad- lung (70.). – Gelbe Karten: Bittroff (6) – Stein- höfer (2). – Zuschauer: 10 021. 1 1. FC Köln 27 14 10 3 40:15 52 2 Greuther Fürth 27 14 6 7 49:31 48 3 SC Paderborn 27 13 7 7 49:41 46 4 Kaiserslautern 27 12 6 9 39:27 42 5 FC St. Pauli 27 12 6 9 34:32 42 6 Karlsruher SC 27 10 10 7 35:25 40 7 SV Sandhausen 27 11 7 9 24:23 40 8 Union Berlin 27 10 9 8 39:34 39 9 1860 München 27 10 8 9 29:30 38 10 FSV Frankfurt 27 9 7 11 37:39 34 11 Ingolstadt 04 27 9 7 11 28:30 34 12 Erzgebirge Aue 27 9 7 11 34:41 34 13 VfR Aalen 27 8 9 10 26:33 33 14 F. Düsseldorf 27 8 9 10 27:38 33 15 VfL Bochum 27 8 6 13 23:32 30 16 Dyn. Dresden 27 4 14 9 28:40 26 17 Arm. Bielefeld 27 7 5 15 32:51 26 18 Energie Cottbus 27 6 5 16 32:43 23 28. Spieltag; Freitag, 18.30 Uhr: Düsseldorf – Ingolstadt, St. Pauli – Fürth, Dresden – Sand- hausen; Sa., 13 Uhr: Bochum – Aue, Karlsru- he – Kaiserslautern; So., 13.30 Uhr: 1860 Mün- chen – Köln, Frankfurt – Paderborn, Bielefeld – Aalen; Montag, 20.15 Uhr: Berlin – Cottbus. 3. Liga, 30. Spieltag MSV Duisburg – SV Elversberg 3:0 (1:0) 1:0 T. Öztürk (2.), 2:0 Zoundi (68.), 3:0 Zoundi (80.). – Zuschauer: 9106. Hallescher FC – Dortmund II 0:0 Zuschauer: 9029. Holstein Kiel – VfB Stuttgart II 3:0 (2:0) 1:0 Hartmann (26.), 2:0 Wetter (45.), 3:0 Wet- ter (72.). – Zuschauer: 4912. Preußen Münster – Chemnitz 3:1 (1:1) 0:1 Hensel (19.), 1:1 Lais (40., Eigentor), 2:1 Grote (60., Foulelfmeter), 3:1 Krohne (75.). – Gelb-rot: Pfeffer (63./Chemnitz) – Z.: 7062. RB Leipzig – Heidenheim 1:1 (1:0) 1:0 Poulsen (44.), 1:1 Wittek (72.). – Z.: 25 312. 1 1.FC Heidenheim 31 19 9 3 50:21 66 2 RB Leipzig 31 18 6 7 47:28 60 3 Darmstadt 98 31 16 9 6 47:23 57 4 SV Wehen 31 13 9 9 36:36 48 5 VfL Osnabrück 31 12 8 11 40:33 44 6 MSV Duisburg 31 11 11 9 38:35 44 7 RW Erfurt 31 12 7 12 44:36 43 8 Hallescher FC 31 12 7 12 38:37 43 9 Hansa Rostock 31 12 7 12 35:42 43 10 Preußen Münster 31 10 12 9 44:41 42 11 Stuttgarter Kick. 31 11 9 11 37:37 42 12 Regensburg 31 10 9 12 44:45 39 13 B. Dortmund II 31 11 6 14 38:44 39 14 Chemnitzer FC 31 9 11 11 34:41 38 15 Holstein Kiel 31 8 13 10 34:28 37 16 SV Elversberg 31 10 6 15 27:43 36 17 VfB Stuttgart II 31 9 7 15 38:47 34 18 Unterhaching 31 8 9 14 38:54 33 19 W. Burghausen 31 7 8 16 32:52 29 20 Saarbrücken 31 7 7 17 33:51 28 Regionalliga West, 29. Spieltag 1. FC Köln II – Fortuna Köln 0:2 (0:1) SV Lippstadt – SC Verl 1:1 (0:0) Spitze: 1. Fortuna Köln 27 Spiele/61 Punkte, 2. SF Lotte 27/54, 3. RW Oberhausen 27/51, 4. Viktoria Köln 27/50, 5. Schalke II 27/49. England, Nachholspiele FC Liverpool – AFC Sunderland 2:1 (1:0) West Ham United – Hull City 2:1 (1:0) 1 FC Chelsea 31 62:23 69 2 FC Liverpool 31 84:39 68 3 Manchester City 29 79:27 66 4 FC Arsenal 31 55:36 63 5 FC Everton 30 46:30 57 6 Tottenham Hotspur 31 40:40 56 7 Manchester United 31 48:37 51 8 Newcastle United 31 38:43 46 9 FC Southampton 31 45:40 45 10 Stoke City 31 36:45 37 11 West Ham United 31 34:41 34 12 Aston Villa 30 33:42 34 13 Hull City 31 33:39 33 14 Norwich City 31 26:48 32 15 Swansea City 31 42:48 30 16 West Bromwich 30 33:45 28 17 Crystal Palace 30 19:39 28 18 AFC Sunderland 29 27:46 25 19 Cardiff City 31 26:58 25 20 FC Fulham 31 30:70 24 Italien, 30. Spieltag Cagliari Calcio – Hellas Verona 1:0 CFC Genua – Lazio Rom 2:0 Atalanta Bergamo – AS Livorno 2:0 AC Florenz – AC Mailand 0:2 Catania Calcio – SSC Neapel 2:4 Juventus Turin – FC Parma 2:1 Sassuolo Calcio – Sampdoria Genua 1:2 AC Chievo Verona – FC Bologna 3:0 1 Juventus Turin 30 67:20 81 2 AS Rom 29 56:15 67 3 SSC Neapel 30 57:32 61 4 AC Florenz 30 49:33 51 5 Inter Mailand 29 47:31 47 6 FC Parma 29 47:34 47 7 Atalanta Bergamo 30 35:39 43 8 Lazio Rom 30 37:38 42 9 Sampdoria Genua 30 40:43 40 10 Hellas Verona 30 43:52 40 11 FC Torino 30 43:39 39 12 AC Mailand 30 44:43 39 13 CFC Genua 30 34:36 39 14 Udinese Calcio 29 33:42 34 15 Cagliari Calcio 30 28:39 32 16 AC Chievo Verona 30 26:43 27 17 FC Bologna 30 24:46 26 18 AS Livorno 30 32:56 24 19 Sassuolo Calcio 30 29:59 21 20 Catania Calcio 30 23:54 20 Spanien, 30. Spieltag FC Barcelona – Celta Vigo 3:0 (2:0) Atlético Madrid – CF Granada 1:0 (0:0) FC Sevilla – Real Madrid 2:1 (1:1) Rayo Vallecano – Osasuna 1:0 (0:0) 1 Atlético Madrid 30 67:21 73 2 FC Barcelona 30 88:25 72 3 Real Madrid 30 81:32 70 4 Athletic Bilbao 30 52:32 56 5 FC Sevilla 30 55:45 47 6 Real San Sebastian 29 52:43 46 7 Villarreal 29 49:36 45 8 Espanyol Barcelona 30 34:35 40 9 FC Valencia 29 41:40 39 10 UD Levante 29 26:35 37 11 CF Granada 30 28:40 34 12 Celta Vigo 30 33:44 33 13 Rayo Vallecano 30 34:63 33 14 FC Málaga 30 29:38 32 15 Elche CF 30 24:41 31 16 UD Almeria 29 31:55 29 17 CA Osasuna 30 25:51 29 18 FC Getafe 29 26:46 28 19 Real Valladolid 29 31:49 27 20 Betis Sevilla 29 23:58 19 Österreich, 29. Spieltag Austria Wien – RB Salzburg 3:0 Wiener Neustadt – Rapid Wien 0:3 SV Grödig – Sturm Graz 0:6 AC Wolfsberg – SV Ried 0:2 1 RB Salzburg 29 98:26 70 2 Rapid Wien 29 49:35 45 3 Austria Wien 29 48:35 45 4 SV Grödig 29 55:56 43 5 SV Ried 29 45:50 38 6 Sturm Graz 29 46:47 35 7 AC Wolfsberg 29 41:56 32 8 Wiener Neustadt 29 33:68 32 9 Admira Mödling 29 41:55 29 10 Wacker Innsbruck 29 33:61 20 Frankreich, Pokal-Viertelfinale AS Cannes – EA Guingamp 0:2 AS Monaco – RC Lens 6:0 Schweiz, Pokal-Halbfinale FC Basel – FC Luzern 1:0 FC Zürich – FC Thun i.E. 5:4 (0:0) Türkei, Pokal, Halbfinal-Hinspiel Eskisehir – Antalyaspor 0:1 Rückspiel am 16. April Handball Männer, Bundesliga TV Emsdetten – RN Löwen 32:44 (12:19) Bozovic 6, Halibegovic 6, Boomhouwer 5/1 – Schmid 13/7, Sigurmansson 9, Gorbok 6. Flensburg – Bergischer HC 34:15 (17:8) Weinhold 7/1, Mogensen 5, Eggert 5/4, Gott- fridsson 5 – Oelze 5/2. Lemgo – H.-Burgdorf 29:27 (19:13) Kehrmann 6, Lemke 6, Zieker 6/1 – Patrail 9, Hinz 5/1. Kiel – Göppingen 31:20 (17:8) Vujin 6/3, Wienczek 5, Zeitz 5 – Kneule 5, Kraus 4. 1 THW Kiel 28 900:736 49:7 2 Rhein-N. Löwen 28 908:727 47:9 3 Flensburg-Hand. 28 856:702 46:10 4 HSV Hamburg 26 834:752 42:10 5 Füchse Berlin 27 768:689 38:16 6 MT Melsungen 27 799:774 32:22 7 SC Magdeburg 27 779:754 29:25 8 TuS N-Lübbecke 27 746:774 27:27 9 Hannover-Burg. 28 763:810 26:30 10 TBV Lemgo 28 833:863 25:31 11 HSG Wetzlar 26 682:702 23:29 12 F.a. Göppingen 28 820:835 21:35 13 GWD Minden 26 687:739 18:34 14 VfL Gummersbach 26 681:745 18:34 15 Bergischer HC 28 761:837 17:39 16 Balingen-Weilst. 27 728:799 14:40 17 ThSV Eisenach 27 689:819 11:43 18 TV Emsdetten 28 713:890 7:49 Radsport Katalonien-Rundfahrt, 3. Etappe Banyoles – La Molina (162,9 km): 1. Rodrígu- ez (Spanien/Katjuscha) 4:50:55 Std., 2. Conta- dor (Spanien/Saxo) + 0:05, 3. Quintana (Ko- lumbien/Movistar) 0:09, 4. van Garderen (USA/BMC) 0:11, 5. Froome (Großbritan- nien/Sky) 0:13, 6. Pozzovivo (Italien/Ag2r) 0:14; 82. Burghardt (Steinmaur/BMC) 4:33, 98. Fröhlinger (Freiburg/Shimano) 7:18, 109. Voigt (Berlin/Trek) gl. Zeit, 125. Koch (Wup- pertal/Cannondale) 9:43, 142. Kern (Eichstet- ten/ Ag2r) 10:34. Gesamt: 1. Rodríguez 12:58:00 Std., 2. Conta- dor + 0:05 Min., 3. Quintana 0:09, 4. van Gar- deren 0:11, 5. Froome 0:13, 6. Kelderman (Niederlande/Belkin) 0:14; 80. Burghardt 4:30, 101. Fröhlinger 7:18, 112. Voigt 7:18, 119. Koch 9:40, 137. Kern 10:34. Tennis Männer, Miami (5,65 Mio. Dollar/Hart) Achtelfinale: Raonic (Kanada/12) – Becker (Orscholz) 6:3, 6:4, Nadal (Spanien/1) – Fogni- ni (Italien/14) 6:2, 6:2, Berdych (Tschechi- en/7) – Isner (USA/10) 6:3, 7:5. Viertelfinale: Djokovic (Serbien/2) – Murray (Großbritannien/6) 7:5, 6:3, Nishikori (Ja- pan/20) – Federer (Schweiz/5) 3:6, 7:5, 6:4. Frauen, Miami (5,43 Mio. Dollar/Hart) Viertelfinale: S. Williams (USA/1) – Kerber (Kiel/5) 6:2, 6:2, Li Na (China/2) – Wozniacki (Dänemark/11) 7:5, 7:5, Cibulkova (Slowa- kei/10) – A. Radwanska (Polen/3) 3:6, 7:6 (5), 6:3, Scharapowa (Russland/4) – Kvitova (Tschechien/8) 7:5, 6:1. Volleyball Männer, Bundesliga, Playoff-Viertelfinale (Best of 3), 1. Spieltag Berlin Volleys – CV Mitteldeutschland 3:0 (25:11, 25:16, 25:21), Haching – Moerser SC 3:0 (25:15, 25:20, 25:20), VfB Friedrichshafen – TV Rottenburg 3:0 (25:11, 25:19, 25:16), Bühl – Düren 3:1 (25:17, 22:25, 25:20, 25:20). Frauen, Bundesliga, Playoff, Viertelfinal-Qualifikation (Best of 3) 3. Spieltag: VS Thüringen – Stuttgart 3:1 (25:20, 25:22, 18:25, 25:16). – Endstand: 2:1. Sport im Fernsehen Freitag, 28. März 7 – 8.35 Uhr, Sport 1: Formel 1, Großer Preis von Malaysia, Freies Training. 9 – 13 Uhr, Eurosport: Eiskunstlauf, WM in Saitama, Kür Männer. 15 – 17.15 Uhr, Eurosport: Rad, E3 Harelbeke. 19 – 22 Uhr, Eurosport: Speedway, Best Pairs Cup in Torun. 19.15 – 22 Uhr, Servus TV: Eishockey, DEL, Playoff-Viertelfinale, 6. Spiel, Iserlohn – Ham- burg und Wolfsburg – Nürnberg (Konferenz). Leipzig – Nebel quillt aus dem Kabinen- gang, Fanfaren blasen zum Einmarsch der Gladiatoren. Wenn man nicht genau wüss- te, dass hier Leipzig gegen Heidenheim spielt, würde man jetzt auf den Beginn der Champions-League-Hymne warten. Statt- dessen meldet sich der Stadionsprecher: „Eine Durchsage noch, wegen der Live- Übertragung des MDR wird die Partie fünf Minuten später angepfiffen.“ Soweit ist es also noch nicht, dass sich eine ARD-Anstalt wegen eines Drittliga- spiels früher aus der Tagesschau aus- klinkt. Es ist aber offenbar schon so weit, dass die Spiele des wahlweise als Dosen- oder Retortenklub bekannten RB Leipzig ein breites Fernsehpublikum finden. Tatsa- che ist auch, dass mindestens 25 302 Inter- essierte die Live-Übertragung des MDR verpassten. Weil sie im Stadion saßen. Leipzig hat sich am Mittwoch selbst be- jubelt für diesen Drittliga-Saisonrekord. Ganz grundlos war das nicht. In der italieni- sche Serie A beispielsweise fanden derweil sechs Erstligapartien mit weniger Zuschau- ern statt (unter Beteiligung sogenannter Traditionsklubs wie Napoli, Lazio oder Sampdoria). Heidenheims Kapitän Marc Schnatterer schwärmte: „Hut ab, das hier hätte auch ein Zweitligaspiel sein können.“ Tatsächlich spricht einiges dafür, dass sich beide Mannschaften im kommenden Jahr echte Zweitligaspiele liefern dürfen. Beide zeigten in diesem hitzigen Drittliga- Gipfel, weshalb sie seit Wochen die direk- ten Aufstiegsplätze belagern. Wobei der Tabellenführer Heidenheim nach dem an- gemessenen Ergebnis von 1:1 deutlich bes- ser gelaunt war. Heidenheim hat neun Punkte Vorsprung auf den Relegations- platz, der von hartnäckigen Darmstädtern besetzt wird. Bei Leipzig sind es nur drei. Natürlich kann man diese Vereine nicht miteinander vergleichen. Leipzig ist eine Großstadt, die ihre fußballerische Wieder- geburt höchst umstritten Millionengaben aus einem österreichischen Brauseimperi- um verdankt. Heidenheim ist ein ostwürt- tembergisches Großdorf, das sich aus eige- ner Kraft aus der fünften Liga an die Tür- schwelle zum Profifußball hochgewerkelt hat. Was man aber vergleichen kann, ist dies: Beide Teams werden von Männern be- treut, die der schwäbischen Trainertraditi- on entstammen und eine klare Spielidee verfolgen. Und das sah man dieser Veran- staltung auch an. Alexander Zorniger trieb seine Leipziger vom Anpfiff weg zu einem Hochgeschwindigkeit-Pressing, das den Heidenheimern fast die Luft abschnürte und kurz vor der Pause folgerichtig zum Führungstor des glänzenden dänischen Nachwuchsnationalspielers Yussuf Poul- sen führte. Heidenheims Coach Frank Schmidt wiederum beschrieb sein Gegen- mittel so: „Schnelles Umschaltspiel kombi- niert mit 90 Minuten hinten schrubben.“ Das hat am Ende auch deshalb einen Punkt gebracht, weil die Leipziger ihr Offensiv-Geschrubbe nur 60 Minuten durchhielten. Und weil Schmidt seine Kon- zept-Elf mit der Einwechslung des 37-jähri- gen Erstliga-Veteranen Michael Thurk be- lebte. Der passte gar nicht zum Konzept, aber genau das machte ihn so wertvoll. „Der hat vorne richtig Rabatz gemacht“, lobte Schmidt. Thurk schoss weder ein Tor noch lieferte er eine Vorlage, legte sich aber mit dem Gegner, dem Schiedsrichter und dem Publikum an. Es wurde hektisch mit diesem Rabatzmacher. Einen der hek- tischsten Momente nutzte der Konzeptver- teidiger Mathias Wittek in der 72. Minuten für den Ausgleich. boris herrmann Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat im Kampf gegen Spielmanipulationen ei- ne Resolution für die „Integrität des Fuß- balls“ verabschiedet. Wettbetrüger sollen künftig in ganz Europa mehr als nur Sper- ren und Geldstrafen zu befürchten haben. „Wettbetrug gehört in das Strafgesetz“, sag- te Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino. Mit der Resolution, die von den 54 Uefa- Verbänden einstimmig beschlossen wur- de, werden Bildungsangebote für Spieler, Schiedsrichter und Trainer, ein Überwa- chungssystem sowie intensivierte Koope- rationen mit der Wett-Industrie und den staatlichen Behörden festgelegt. sid Vor dem Endspurt im Titelkampf der Primera Division ist Real Madrid aus dem Tritt gekommen. „Der Titelgewinn wird sehr kompliziert“, sagte Trainer Carlo Ancelotti nach dem 1:2 beim FC Sevilla. Bis Sonntag waren die Madrile- nen als Tabellenführer noch Top-Favo- rit, dann patzten sie gegen den FC Barce- lona und nun in Sevilla und sind nur noch Dritter. Im Vergleich zu Atlético Madrid und Barça haben sie nun die schlechtesten Karten: Für den Titelge- winn sind sie auf fremde Hilfe angewie- sen. Der FC Sevilla mit dem ehemaligen Schalker Ivan Rakitic und dem Ex-Bre- mer Marko Marin zeigte, wie Real be- zwungen werden kann: mit präzisen Kontern. Carlos Bacca (18./71. Minute traf jeweils. Gegner von Real in der Champions League ist kommende Wo- che Borussia Dortmund. Der FC Barcelo- na beklagte indes den Kreuzbandriss von Nationalkeeper Víctor Valdés (Kreuzbandriss). Nach dem Zwischen- fall in einer eigentlich harmlosen Szene beim 3:0 Erfolg gegen verpasst er die WM in Brasilien. Der 32-Jährige will zur nächsten Saison den Verein zu wech- seln. dpa Celtic Glasgow ist zum 45. Mal schotti- scher Fußball-Meister. Sieben Spieltage vor Saisonende besiegelte das Team von Trainer Neil Lennon den Titel mit einem 5:1-Sieg bei Partick Thistle. Cel- tic hat damit 26 Punkte Vorsprung vor dem Tabellenzweiten FC Aberdeen. So früh hatte sich seit 1929 kein Team mehr den Titel in Schottland gesichert. Für Celtic ist es die dritte Meisterschaft in Serie. Am Titelgewinn des Klubs besteht allerdings schon zu Saisonbe- ginn kaum ein Zweifel. Denn seit der große Stadtrivale Rangers wegen Miss- wirtschaft zum Zwangsabstieg verur- teilt worden war, kann mit den Celtics finanziell und sportlich keiner mehr mithalten. dpa Fifa-Präsident Joseph S. Blatter hat São Paulo als Austragungsort für das WM- Eröffnungsspiel am 12. Juni bestätigt. „Die Probleme in São Paulo sind gelöst, wir können dort das Eröffnungsspiel spielen“, sagte der Schweizer. In der neu gebauten Arena für 68 000 Zuschauer, deren Eigentümer der SC Corinthians ist, spielt Gastgeber Brasilien gegen Kroatien. Der Bau der 300 Millionen Euro teuren Arena war Ende November 2013 ins Stocken geraten, nachdem zwei Arbeiter durch einen umgestürz- ten Kran ums Leben gekommen waren. Zudem hatte die Dachkonstruktion bei dem Unglück Schaden genommen. Das Stadion wird am 15. April übergeben. Insgesamt sechs WM-Spiele sind in der Arena Corinthians vorgesehen. sid Drittligist MSV Duisburg steht kurz vor der finanziellen Rettung. Nach Informa- tionen der Rheinischen Post wird der Revierklub in dieser Woche den Schul- denschnitt verkünden. Mehr als 100 Gläubiger sollen auf einen Großteil ihres Geldes verzichten. Der Schulden- schnitt gilt als Signal für die HSH Nord- bank als Gläubiger und das Land NRW als Bürge, einer Lösung zur Stadionfi- nanzierung und damit einem Rettungs- modell zuzustimmen. Dadurch könnte die Mietbelastung für den MSV auf rund 900 000 Euro im Jahr gesenkt werden. Der MSV-Vorstand berief unter- dessen Peter Mohnhaupt zum 1. April als neuen Geschäftsführer der MSV Duisburg GmbH und Co. KGaA. sid von thomas kistner München– Nun schlägt das Imperium zu- rück, und gleich mit aller Macht. Aber na- türlich hat Europas Fußballverband Uefa für den Angriff eine annehmbare, der Bran- che gut vermittelbare Verpackung ge- wählt. Bei ihrem Kongress in Kasachstan hat sie jetzt ein neues Wettkampf-Format beschlossen: die Nations League. Ab 2018 soll sie den Betrieb aufnehmen und – so die offizielle, politisch unbedenkliche Ar- gumentation – die bisher ja mäßig span- nenden Freundschaftsspieltermine für Nationalmannschaften mit echtem Wett- bewerb füllen. Das noch nicht ganz ausge- brütete Konzept sieht vor, dass Europas Teams in vier anhand des Länder-Koeffizi- enten eingeteilten Divisionen (A bis D) mit vier Untergruppen zu je drei bis vier Teams im Herbst 2018 vier bis sechs Partien spie- len. Der Meister wird 2019 bei einem Final- Four-Turnier ermittelt, das die vier Grup- pensieger aus Pool A austragen; die ande- ren Nationen spielen um Auf- und Abstieg. Wolfgang Niersbach, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), äußerte sich zurückhaltend zu dem Projekt. „Ich verhehle nicht, dass der DFB und auch ich ganz offen Bedenken geäußert haben“, sagte er der Presse am Tagungsort in Kasachstan. Skepsis sei weiter da, anderer- seits müsse der DFB „akzeptieren und respektieren, dass die Mehrheit der Ver- bände ganz einfach etwas ändern möchte.“ Wobei das zu Ändernde auch viel mit der großen Fußballpolitik zu tun hat. Denn der Coup von Astana löst in der Zürcher Fifa-Zentrale alle Alarmglocken aus. Dort ist Präsident Sepp Blatter seit jeher stark um Eindämmung der europäischen Vor- herrschaft im Weltfußball bemüht, und mehr noch um die Demontage der europäi- schen Funktionäre. Denen, so hat er gera- de erst erklärt, will er nun sogar die Plätze in seinem Fifa-Vorstand kürzen. Der Machtkampf tobt, denn Uefa-Chef Michel Platini ist von Blatters einstigem Muster- zögling zur sportpolitischen Bedrohung mutiert: Er schielt auf den Fifa-Thron. In Astana hat Platini am Mittwoch wieder- holt, dass er nach der WM in Brasilien ent- scheiden werde, ob er 2015 für das Amt kan- didiert, das Blatter seit 1998 mit Klauen und Zähnen verteidigt und gerne ein fünf- tes Mal ergattern will. Die Frage, ob er den ewigen Patron schlagen könne, beantwor- tet Platini nun schlicht mit „ja“. Und zum Streitthema WM 2022 in Katar befand die Uefa: Sie hält an einer Verlegung fest, er- wartet diese aber erst 2015, weil noch keine Einigkeit über einen Termin erzielt wurde. Blatter also, der trotz anderslautender Versprechen bei der letzten Inthronisie- rung 2011 nun offenkundig eine fünfte Amtszeit anstrebt, attackiert an allen Fron- ten – und läuft in einen heftigen Gegen- schlag: Die Uefa verselbstständigt sich und quetscht dabei noch mehr Kapital aus ihrem europäischen Fußballmarkt. Die Einführung der Nations League schafft nicht nur zusätzliche Einnahmequellen, sie führt vor allem: Schnurstracks in die globale Isolation. Freie Termine europäi- scher Vertreter für Spiele gegen Teams aus Südamerika, Asien oder Afrika werden aus dem Kalender getilgt, Europa bleibt nun ganz unter sich. Und das noch konzentrier- ter, mit einem zweiten Länderspiel-Wett- bewerb neben der Europameisterschaft. Wobei Platini, der die EM gerade erst auf 24 Teams aufgebläht hat und sie des- halb 2020 in 13 Ländern austragen muss, im Schatten der neuen Nationen-Liga auch dies Problem elegant lösen kann: Eine Re- duzierung des EM-Endturniers zurück auf die bisher üblichen 16 Teilnehmer fiele jetzt nicht mehr so peinlich auf. Absehbar wird sogar schon der nächste Schritt weg von der Fifa. Eingedenk der zu- sätzlichen Belastung für Europas National- spieler, die neben der Nations League auch ständig Qualifikationsrunden für EM und WM spielen müssen, können innereuropäi- sche Qualifikationen nun auch über Län- derkoeffizienten und die National-Liga ver- rechnet werden. Die WM-Qualifikation hingegen wird womöglich auf neue Beine gestellt. Denn: Ist es nicht so, dass die Fifa dem südeuropäischen Verband Conmebol (dessen obskure Funktionäre lange Zeit die Weltfußballgeschäfte diktierten) seit Jahrzehnten einen eigenen Modus zuge- steht? Dort ist es so, dass alle Länder in einer Art Liga gegeneinander antreten. Die besten Vier der Schlusstabelle reisen zur WM, der Fünfte hat noch eine Ausschei- dungschance gegen den Vertreter Ozeani- ens (die regelmäßig genutzt wird). Auch das ist also eine National-Liga: Da fiele es schwer, den übrigen Kontinenten andere Qualifikationskriterien aufzuzwingen. Mit dem Coup von Astana wird klar: Die Fifa und Chef Blatter müssen sich über- legen, wie weit sie das Kräftemessen mit der Uefa treiben können. Denn auch ihre WM, das attraktivste Massenprodukt der Welt (nicht nur im Sport), ist ja im Kern nur ein Turnier der besten Teams Europas plus Brasilien und Argentinien; ein wenig global garniert wird es traditionell mit Japan, Südkorea sowie einem aktuell star- ken Team aus Afrika (mehr als das Viertelfi- nale erreichten Vertreter des Kontinents nie). Aber sogar hier hat die Uefa schon ihre Fühler ausgestreckt; immer mal wieder sickert das Planspiel durch, ein EM-Tur- nier mit ein, zwei Gastmannschaften aus Südamerika und Asien zu veranstalten. Verhalten wie sein DFB-Kollege Niers- bach äußert sich nun auch Englands FA- Chef Greg Dyke: Er sei für die neue Liga, will aber noch die Detailfassung abwarten. Mehr Probleme könnte die Uefa womög- lich dabei haben, auch die Vereine ins Boot zu holen. Die aber lassen sich bekanntlich immer gern mit Geld ruhigstellen, und da- von gibt es nicht nur genug, sondern dank der neuen Liga bald noch mehr. Und schließlich: Nationalteams und National- spieler sind meist überall beliebt; Projekte, die ihre Präsenz verstärken, dürften auch beim Publikum ankommen. Selbst, wenn es eine Zeit dauern mag. Setzt Schritt um Schritt, der vom Welt-Fußball-Ver- band Fifa wegführt: Michel Platini, einst Mittelfeld-Stratege, heute Uefa-Chef. FOTO: DPA Es gibt das Planspiel einer EM mit Teams anderer Kontinente Rabatzmacher Drittliga-Spitzenspiel lockt mehr als 25 000 Zuschauer Plan gegen Wettbetrug Real verliert, Valdés verletzt Celtic Glasgow wieder Meister Arena in São Paulo im Plan MSV Duisburg vor Rettung Platinis nächster Angriff Die Europäische Fußball-Union führt einen neuen Wettbewerb ein: die Nations League. Ab 2018 werden die Freundschaftsspiele der Nationalteams als eigenes Turnier ausgetragen. Dem Weltverband kann das nicht gefallen AKTUELLES IN ZAHLEN ANZEIGE Pressen, umschalten, hinten schrubben: Mit modernem Fußball und klassischem Kampf unterhielten Heidenheim und Leipzig bei ihrem 1:1 die Zuschauer (links Heidenheims Florian Niederlechner gegen Clemens Fandrich). FOTO: MATTHIAS KERN/GETTY SPORT28 HF2 Freitag, 28. März 2014, Nr. 73 DEFGH FUSSBALL Nerven bewahren und sparen! Nur noch drei Tage bis zu den Gipfelglück-Tagen auf Kaufdown.de Kaufdown Die Auktion, bei der der Preis sinkt
  • Sinsheim– Herr Wu war aus Schanghai ge- kommen. „Extra, um die TSG zu sehen“, wie Mike Diehl, der Hoffenheimer Stadion- sprecher, mitteilte. In Block Q beobachtete Herr Wu einen erstaunlich ungefährdeten 3:1-Heimsieg der hinten wie vorne ent- schlossenen Hoffenheimer. Sie spielten aber auch gegen Hannoveraner, die bis auf Minute zehn (Führungstor durch Andrea- sen) und Minute 76 (rote Karte für Schmie- debach) harmlos wie im Taktiktraining im Raum verschoben. Vor dem Heimspiel ge- gen Bremen spüren sie nun plötzlich den Druck des Abstiegskampfes. Hoffenheim kennt diesen mit 35 Punk- ten jetzt nur noch vom Hörensagen. Aber das war ja nicht die einzige schöne Nach- richt für die Gastgeber und ihren Besuch aus China. Zuerst gratulierte der Verein Ro- berto Firmino zum 100. Erstliga-Einsatz, bevor Diehl beim Einlaufen der Mann- schaften den Fans launig zurief, Firmino habe seinen 2015 auslaufenden Vertrag bis Ende Juni 2017 vorzeitig verlängert. Über- raschenderweise blieb diese Personalie bis zuletzt so geheim, dass selbst die Mitspie- ler des begabten Brasilianers erst im Stadi- on davon erfuhren. Auch deshalb war TSG- Manager Alexander Rosen sichtlich stolz, als er erzählte, er habe sich am Morgen bei der Zeitungslektüre ein Schmunzeln nicht verkneifen können. Der FC Schalke 04 hat- te da weiterhin sein Interesse an einer Ver- pflichtung von Firmino bekundet. Nun müssen auch angeblich ebenfalls interes- sierte Branchengrößen wie „Manchester United und Atlético Madrid“, die Stadion- sprecher Diehl triumphierend nannte, oh- ne den Brasilianer planen. Zumindest vor- erst – das muss hinzugefügt werden. Firmino, 22, der gegen Hannover mit ei- nem Traumpass das vorentscheidende 2:1 durch Modeste vorbereitete, betreibt in die- ser Saison beste Eigenwerbung: Zehn Tore hat er bisher erzielt und 13 Vorlagen geleis- tet. Die Ausweitung seines Vertrags dürfte ihm mit einer satten Gehaltserhöhung schmackhaft gemacht worden sein. Zu- dem dürfte eine festgeschriebene Ablöse- summe in stattlicher zweistelliger Millio- nenhöhe hinzugefügt worden sein (Rosen dazu: „kein Kommentar“), von der bei ei- nem vorzeitigen Weggang des Spielers bei- de Seiten profitieren würden. In der nächs- ten Saison, heißt es, werde Firmino aber auf jeden Fall bei der TSG spielen. Die fähige Elf zusammenzuhalten und weiterzuentwickeln, ist das Ziel von Trai- ner Markus Gisdol und Rosen. Firminos Unterschrift werten sie auch als Zeichen für Kapitän Andreas Beck, der mit einer Vertragsverlängerung noch zögert. Selbst- bewusst erklärte Rosen auf die Frage, ob nicht Mäzen und Gesellschafter Dietmar Hopp die Personalie Firmino zur Chefsa- che erklärt habe: „Es gibt keine Alleingän- ge mehr. Wer im Kader stehen soll, bestim- men der Trainer und der Manager und die besprechen das dann mit der Geschäftsfüh- rung und den Gesellschaftern.“ Mit Firmino gewann Hoffenheim gegen 96 erstaunlich abgeklärt. Ausnahmsweise verlor die oft recht naive TSG-Elf mal nicht die Kontrolle über ihr Spiel. Gisdol will sei- nen jungen Profis eine kluge, kontrollierte Offensive beibringen, „die Hütte soll aber weiter brennen“, sagt er. Am Samstag steht nun eine ganz besondere Reifeprüfung an: das Auswärtsspiel bei den Guardiola-Bay- ern. Rosen erklärte mit feiner Ironie: „Wir haben uns entschieden, dass wir antreten werden.“ Er lachte dabei wie jemand, der in dieser Saison vor nichts mehr Angst zu ha- ben braucht. tobias schächter Hamburg– Eines war Mirko Slomka dann bei aller Begeisterung über den wuchtigen Stürmer Pierre-Michel Lasogga doch noch wichtig: Die zehn Torschüsse, die der von Hertha BSC geleaste Profi beim 1:1 gegen den SC Freiburg abgegeben hatte, seien nicht nur Lasoggas Verdienst: „Er kann es nicht allein, wir müssen ihn auch bedie- nen“, sagte der Trainer des Hamburger SV und lobte besonders „unsere Sechser“, nämlich Milan Bardelj und Tolgay Arslan für ihre Leidenschaft. Allerdings änderte das wenig an dem Befund, dass Lasogga sich am emsigsten darum bemüht hatte, ein Hamburger Lebenszeichen zu setzen. Er war der Aktivposten im HSV-Sturm. Er erzielte fünf Minuten nach der Freiburger Führung durch Vladimir Darida (50.) nach einem abgebloggten Schuss Rafael van der Vaarts mit seinem zwölften Saisontor den Ausgleich. Lasogga gilt derzeit als letzter HSV-Hoffnungsträger – und mancher Ver- einsfreund wollte sich nicht ausmalen, wie das Spiel ohne ihn ausgegangen wäre. Nicht die älteren Profis Heiko Wester- mann, Petr Jiracek oder gar van der Vaart rissen das verunsicherte HSV-Team mit, sondern eben Lasogga, dessen Willen und Durchsetzungsvermögen mit seiner Kör- perfülle von 1,89 Meter und 90 Kilogramm locker mithalten. Der Mann war nicht zu entmutigen. Nach jeder vergebenen Chan- ce und „0,2 Sekunden Ärger“ versuchte er es erneut. Und später sagte er: „Ich weiß, die Erfahrenen sollen Verantwortung über- nehmen.“ Aber er habe mit seinen 22 Jah- ren auch Freude an der Verantwortung. Er merke ja, „dass die Fans und die Mann- schaft an mich glauben“. Doch was hilft die Wucht eines Lasogga, wenn es drumherum nicht passt. SC- Coach Christian Streich hatte seine Leute darauf eingestellt, dass „Zoua und Lasogga auf die Chipbälle warten und van der Vaart drumherum schwimmt“. Doch auch Lasog- gas Anwesenheit führte nicht dazu, dass die Hamburger die Luft-Hoheit im Freibur- ger Strafraum hatten. Es fehlte noch mehr Zug zum Tor, und die seit Slomkas An- kunft stabiler gewordene HSV-Abwehr leis- tete sich doch noch den obligatorischen Aussetzer gegen recht harmlose Gäste: Nachdem Felix Klaus den Ball bei der ers- ten Freiburger Möglichkeit an den Pfosten gelenkt hatte, drehten sich Arslan und Den- nis Diekmeier weg, anstatt dem Torschüt- zen Darida den Weg zu versperren. Der erfahrene Westermann sah es an- schließend schon als Erfolg, „dass wir nach einem Gegentor nicht mehr zusammenbre- chen“. Das ist so bescheiden, wie man es von den stolzen Hanseaten kaum kennt. Aber es ist angemessen, denn in den fünf jüngsten Partien gegen unmittelbare Kon- kurrenten hat man gerade mal fünf Punk- te erkämpft. Zudem rechnete Slomka vor, sei man in dieser Saison schon 21 Mal in Rückstand geraten sind. Die negative Ge- samtlage würde er am liebsten ganz aus- blenden. „Ein Blick auf die Tabelle lohnt sich nicht“, sagte der Trainer des Tabellen- sechzehnten. Es war ein bitterer Scherz. Die Freiburger waren zufrieden mit ei- nem Punkt „ohne Zauberfußball“ beim Ta- bellen-Nachbarn, sagte Offensivspieler Ad- mir Mehmedi: „Wir sind psychologisch wie- der vor Hamburg.“ Tatsächlich sind die Freiburger vor dem nächsten Abstiegsgip- fel gegen den 1. FC Nürnberg nicht nur psy- chologisch, sondern auch tabellarisch wei- ter vor dem HSV. Der will am Sonntag beim Beinahe-Spit- zenklub Borussia Mönchengladbach er- neut versuchen, den Befreiungsschlag zu landen, obwohl man Slomka nicht zuspre- chen kann, ein Auswärtsspezialist zu sein. Gelingt dies nicht, wird der Kampf des Bun- desliga-Gründungsmitglieds um seinen Stammplatz im Oberhaus noch kniffliger. Und einen wie den designierten National- spieler Lasogga, der immer noch Hertha ge- hört, werden sich die Hamburger ohnehin kaum weiter leisten können. Der mögliche Abstieg des einstigen Europacup-Siegers ist sogar schon ein internationales Thema. Gerade war ein französischer TV-Sender in Hamburg. Er wollte den Niedergang des HSV dokumentieren. jörg marwedel Hoffenheimer Überraschungsabend Vor dem erstaunlich abgeklärten 3:1 gegen Hannover verkündet die TSG den Verbleib von Roberto Firmino Frankfurt/München – Nein, so flattert keine lahme Ente. Nicht einmal eine Zer- rung an der Achillessehne lähmt derzeit den Trainer Armin Veh, der wegen seines angekündigten Abschieds von Eintracht Frankfurt bereits als „lame duck“ diskredi- tiert wurde – besonders nach dem 1:4 ge- gen Freiburg. Doch Veh scheuchte danach sein Team auf. Dem 5:2 in Nürnberg ließ die Eintracht nun ein 1:0 gegen Mönchen- gladbach folgen. „Ich war in meinem Trai- nerleben nicht oft stolz“, sagte Veh, „aber wie die Truppe das gegen eine Gladbacher Klassemannschaft und trotz unserer Ver- letzten gemeistert hat, das macht mich stolz.“ Nachdem er sich beim Torjubel in Nürnberg die Zerrung zugezogen hatte, ge- noss Veh diesen Sieg mit Haltung. „Abschied“ ist bei der Eintracht derzeit ein zentrales Thema. Die Gefahr eines Ab- schieds aus der Liga haben die Spieler ge- lindert, den Abschied des Trainers können sie nicht mehr verhindern – und kritisch steht es auch um den Verbleib des Stür- mers Joselu. Vier Tore in drei Spielen hat der in Stuttgart geborene Spanier zuletzt geschossen. Sein jüngstes Tor sicherte den Sieg gegen Gladbach, 3:44 Stunden vor sei- nem 24. Geburtstag. Mit einer Quote von sieben Treffern in 17 Spielen gehört Joselu zu den effektivsten Torjägern der Liga. Man ahnt jetzt, warum er in spanischen Nachwuchs-Nationalteams und zwei Jahre lang für Real Madrids Reserve gespielt hat – und warum ihn Hoffenheim 2012 für sechs Millionen Euro verpflichtet hatte, da- nach aber zunächst vergeblich auf Beweise seines Könnens wartete. So verlieh die TSG ihn für diese Saison an Frankfurt. Noch am Mittwoch hat Hoffenheims Manager Alex- ander Rosen jedoch beteuert, dass man Jo- selu im Sommer zurückhole. Niemand in Frankfurt weiß, ob diese Aussage sportlich oder finanziell motiviert ist, ob Rosen wirk- lich Joselu will oder eine hohe Ablöse. Frankfurts tabellarische Situation hat sich deutlich verbessert, acht Punkte Vor- sprung sind es jetzt auf Platz 16. Trotzdem lahmt die Kaderplanung – mangels Gewiss- heit über den künftigen Trainer. Linksver- teidiger Constant Djakpa etwa (gegen Glad- bach stark) will mit der Verlängerung war- ten, bis Vehs Nachfolger feststeht. Insofern ist derzeit eher der Klub die Ente. uhn Das Ein-Mann-Lebenszeichen Der Hamburger SV hat beim 1:1 gegen Freiburg nicht viel mehr zu bieten als die Wucht seines Leihstürmers Lasogga von philipp selldorf J edes Kind weiß: Das zweite Jahr istbesonders schwierig. Gäbe es dannnicht auch ein drittes Jahr, das häu- fig ebenfalls besonders schwierig ist, könnte man sogar meinen, dass das zwei- te Jahr das schwierigste überhaupt ist, je- denfalls im Vergleich mit dem ersten. Im ersten Jahr kann ein Aufsteiger auch mal direkt Meister werden – wie Kaiserslau- tern 1998 – oder schnurstracks in den Eu- ropacup einziehen wie Eintracht Frank- furt im vorigen Sommer. Aber das wahre harte Leben beginnt für die vormaligen Emporkömmlinge dann, wenn sie glau- ben, sie hätten sich beweisfest in der ers- ten Liga etabliert. Deshalb hat das Frank- furter Publikum völlig korrekt gehan- delt, als es jetzt das 1:0 gegen Mönchen- gladbach so laut bejubelte, als dürfte die ganze Stadt demnächst schon wieder auf Europa-Tournee gehen. Es wird aber nicht passieren, dass die Eintracht, wie in dieser Saison, mit 12 000 Anhängern im Gefolge erneut an traumhaften Orten wie Bordeaux oder Porto antritt. Sie hat am Mittwoch nur die gröbsten Abstiegssorgen vertrieben, doch im Grunde gibt es im Fußball nichts Besseres, als den Abstieg verhin- dert zu haben, es sei denn, man ist abge- stiegen und steigt dann wieder auf. „Ein Blick auf die Tabelle lohnt sich nicht“, hat Trainer Mirko Slomka nach diesem 27. Spieltag für den zwischen Sein und Nichtsein pendelnden Hambur- ger SV verkündet, aber für ein paar Verei- ne ist der Blick auf die Tabelle absolut wohltuend. In ihrem Mittelbau kommt die stets existenziell besorgte Liga zur Ruhe. Hier steht etwa die TSG Hoffen- heim jetzt so unbeschwert da, wie sie spielt – und auch Aufsteiger Hertha BSC darf den Tabellenstand genießen, wenn- gleich er wissen sollte: Das nächste, das zweite Jahr wird besonders schwierig. In Frankfurt waren zuletzt die typi- schen Symptome des verflixten zweiten Jahres aufgekommen. Punkte fehlten, Panik brach aus. Und weil Vorstandschef Heribert Bruchhagen ausgeplaudert hat- te, dass Trainer Armin Veh die Arbeit nicht fortsetzen werde, wurde gleich das gesamte Führungspersonal in Frage ge- stellt: Veh als mutmaßliche lahme Ente; Bruchhagen als Selbstdarsteller; Mana- ger Bruno Hübner als Opfer des Schla- massels. Zudem war die Rede von Intri- gen um die Nachfolge des ehrwürdigen Vorstandschefs, prompt fürchteten die Frankfurter, ihr Klub kehre wieder sein widriges Wesen als „Diva vom Main“ her- vor. Solche Selbstbezichtigungen sind ty- pisch für Traditionsklubs. Nun aber gab es zwei Siege – und auch Veh versöhnte die Szene, unter anderem mit schönen Sätzen über Bruchhagen. Etwa: „Diese Kritik hat der Herri nicht verdient.“ Veh hat gut zur Eintracht gepasst, er besitzt Humor, er ist sensibel, launisch, unberechenbar und manchmal unver- mutet brillant. Dass er bald geht, liegt an seiner Sorge, das dritte Jahr nach dem Aufstieg könne zumindest für ihn selbst noch schwieriger werden als das zweite. Augsburg– Der Sieg beim FC Augsburg er- innerte an viele Spiele der erfolgreichen Vorrunde: nicht besser als der Gegner, aber trotzdem gewonnen. So war die lange Nacht das einzige, das Bayer Leverkusen die Laune noch hätte verderben können. Weil der Flughafen in München am Don- nerstag bestreikt wurde, machte sich die Werkself noch am Mittwochabend, gleich nach dem 3:1 in Augsburg, auf den Rück- weg ins Rheinland: 531 Kilometer Busfahrt mit Fahrerwechsel in Frankfurt, Ankunft an der BayArena gegen 5.30 Uhr. Die Stimmung war dennoch gut – nach dem ersten Sieg seit 7. Februar. „Das Ge- fühl ist ein bisschen komisch, weil es schon so lange her war“, sagte Torhüter Bernd Le- no lächelnd. Auch ihm war die große Er- leichterung anzusehen. Sogar der sonst so kühle Trainer Sami Hyypiä, dessen Arbeits- platz inzwischen doch gefährdet zu sein scheint, klatschte nach Abpfiff in die Hän- de und beglückwünschte alle Spieler. In den Aussagen schwang aber vor al- lem Nüchternheit. „Man muss jetzt nicht in Jubelorgien verfallen“, betonte Bayer- Mittelfeldspieler Lars Bender. Tatsächlich war Augsburg die bessere Mannschaft ge- wesen, hatte Chancen im Überfluss, dar- aus aber nur das 1:1 gemacht (60.). Bender fand den Sieg daher „ein bisschen merk- würdig“. Zumindest die Effektivität kehrte zum verunsicherten Tabellenvierten zu- rück. Aus drei Kontern fielen die Bayer-To- re durch Stefan Kießling (10.), Heung Min Son (80) und Emre Can (83.). sid von benedikt warmbrunn Nürnberg– Emanuel Pogatetz hat die Sta- tur eines Wikingers, 191 Zentimeter groß, breitschultrig, die langen Haare zum Zopf gebunden, die Unterarme mit Tattoos über- zogen. Auf dem Spielfeld gibt er gerne ei- nen kantigen, unangenehmen Innenvertei- diger, als der Österreicher in England für den FC Middlesbrough spielte, nannten sie ihn Mad Dog, einen verrückten Kerl also, aber das war übertrieben. Pogatetz ist nicht verrückt. Der 31-Jährige ist sogar ein ziemlich besonnener Kerl, manchmal fast zu nachdenklich. Zumal da seine Tonlage ist. Pogatetz hat eine zarte Stimme. Das Kantige und das Zarte, das macht aus Pogatetz einen ungewöhnlichen Innen- verteidiger. Das Kantige und das Zarte, das macht auch aus dem 1. FC Nürnberg ein un- gewöhnliches Team im Abstiegskampf. Trainer Gertjan Verbeek, selbst ein zu- mindest kantiger Kerl, hat sich lange dage- gen gewehrt, die sogenannten Gesetze des Abstiegskampfes zu akzeptieren. Die soge- nannten Gesetze des Abstiegskampfes ge- ben vor, dass eine Mannschaft im unteren Tabellendrittel vor allem ein unangeneh- mer Gegner zu sein hat. Auf gar keinen Fall geben diese sogenannten Gesetze dagegen vor, dass eine Mannschaft im unteren Ta- bellendrittel einen vergleichsweise zarten Ansatz wählen sollte, zum Beispiel den, sich spielerisch aus der Gefahrenzone der Tabelle zu befreien. Was Verbeek kantig als seinen Weg festgelegt hat. Direkt nach der Winterpause war dieser Ansatz ein sehr erfolgreicher, der 1. FC Nürnberg gewann vier von fünf Spielen, nur gegen den FC Bayern nicht. Dann ver- lor der Club jedoch viermal in Serie, in den Köpfen der Spieler setzen sich Zweifel fest, erst ganz zart, dann immer kräftiger. Poga- tetz zum Beispiel erzählte am späten Mitt- wochabend, dass es zuletzt „nicht einfach für mich war“. Er sei deswegen vor allem damit beschäftigt gewesen, „den Kopf frei zu kriegen“. Er sagte es mit seiner zarten Stimme, und dennoch mit der Überzeu- gung eines Wikingers. Es ist ihm ja gelun- gen. Und mit ihm dem gesamten Team. 2:0 hatte Nürnberg am Mittwochabend den VfB Stuttgart besiegt, es war eines der zurzeit zahllosen Duellen gegen einen di- rekten Konkurrenten im Abstiegskampf. Für den Club war es daher in dreifacher Sicht wichtig: Die Mannschaft ist an Stutt- gart vorbeigezogen, dazu an zwei weiteren direkten Konkurrenten. Weswegen sie nun auf einem Nicht-Abstiegsplatz steht. Und sie hat festgestellt, dass sie auch ziem- lich kantig und breitschultrig spielen kann – und dennoch gewinnt. Besonders aufmerksam beobachtet hat- te dies ein anderer kantiger Kerl. Einer, dem das Zarte reichlich egal ist. Weswegen er ja so sauer war. Huub Stevens saß mürrisch im Innen- raum des Stadions, er sei „enttäuscht“, sag- te der VfB-Trainer. Er lobte die ersten 20 Minuten seiner Mannschaft. „Aber dann“, schimpfte Stevens, „haben wir nur noch lange Bälle Richtung Pogatetz gespielt.“ Er atmete einmal kantig aus. „Und wenn ich eines weiß, dann dass er köpfen kann.“ Stevens war so mürrisch, weil seine Spie- ler alle Regeln des Abstiegskampfes miss- achtet hatten. Sie führten manche Zwei- kämpfe zu zart. Sie überrumpelten die Mit- spieler mit individuellen Fehlern. Ganz be- sonders mürrisch war Stevens aber, weil seine Spieler nicht erkannt hatten, wie eige- ne Fähigkeiten im Vergleich zu denen des Gegners stehen. Die langen Bälle, die auf Pogatetz’ Kopf landeten, sollten eigentlich Vedad Ibisevic erreichen, den besten VfB- Torjäger. Ibisevic ist 188 Zentimeter groß, immerhin, aber ihn und Pogatetz trennten am Mittwochabend mehr als drei Zentime- ter. Ibisevic war nicht kantig, er wehrte sich nicht, er verschwand im Nürnberger Abwehrblock. „Wir sind im Abstiegs- kampf, und Nürnberg ist damit heute bes- ser umgegangen als wir“, sagte Stevens. Es war eine bittere Niederlage für den VfB, zumal mit ihr für die Mannschaft die Wochen mit den zahllosen Duellen gegen direkte Konkurrenten endeten. Sie ende- ten auf dem vorletzten Tabellenplatz. In den restlichen sieben Saisonspielen trifft Stuttgart fünfmal auf eine Mannschaft aus dem aktuellen oberen Tabellendrittel, erst- mals an diesem Samstag, beim Heimspiel gegen Borussia Dortmund. „Das gibt zu denken“, sagte Fredi Bobic, der Sportvor- stand. Nürnberg spielt am Samstag in Frei- burg, bei einem weiteren direkten Konkur- renten. Ob die Zweifel besiegt seien? Poga- tetz, der Kopfball-Wikinger, überlegte. Er lobte den Zusammenhalt in der Mann- schaft, er persönlich habe zudem eine „sehr liebe Frau“, mit der er sich lange un- terhalten habe, „über viele Dinge“. Zumin- dest am Mittwochabend wollte er daher von möglichen Zweifeln nichts wissen. „Es wäre toll, wenn wir gleich nachlegen könn- ten“, sagte er. Da klang er schon wieder nachdenklich. Es war der verlockende Ge- danke an ein zartes Saisonende. Vertrag bis 2017 verlängert: Hoffen- heims spielfreudiger Brasilianer Roberto Firmino. FOTO: GETTY Vitale Ente Frankfurt siegt und bangt um Joselu E INTRACHT FRANKFURT Ruhe nach dem Diva-Alarm Seltsamer Sieg Effiziente Leverkusener stoppen Talfahrt Bei den kantigen Kerlen Der 1. FC Nürnberg entdeckt, dass er im Abstiegskampf auch gewinnt, wenn er nicht schönen Fußball spielt. Der Club stürzt damit den VfB Stuttgart in tiefe Nöte – vor allem mit Blick auf dessen Restprogramm „Wir haben uns entschieden, dass wir in München antreten.“ Fünf von sieben VfB-Gegnern stehen im oberen Tabellendrittel – „das gibt zu denken“ SPORTDEFGH Nr. 73, Freitag, 28. März 2014 HF2 29 Bundesliga 27. Spieltag, Mittwoch FC Augsburg – Bayer 04 Leverkusen 1:3 (0:1) Augsburg: Hitz – Philp (61. Verhaegh), Callsen-Bracker, Klavan, Ostrzolek – Vogt (85. Mölders), Baier – Hahn, Hal. Altintop, Tob. Werner – Bobadilla (72. Milik). Leverkusen: Leno – Donati, Toprak, Spahic, Boenisch – Lars Bender, Can, Guardado (88. Wollscheid) – Castro (67. Brandt), Kießling, Son (85. Rolfes). Tore: 0:1 Kießling (11.), 1:1 Tob. Werner (59.), 1:2 Son (80.), 1:3 Can (83.). – Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne). – Gelbe Karten: Baier (4), Hahn (9) – Can (8), Guardado. – Zuschauer: 27 114. Eintracht Frankfurt – Mönchengladbach 1:0 (1:0) Frankfurt: Trapp – Jung, Zambrano, Madlung, Djakpa (90.+2 Celozzi) – Russ – Lanig, Flum – Barnetta (88. Stendera) – Aigner (83. Kadlec), Joselu. Gladbach: ter Stegen – Korb (79. Rupp), Stranzl, Domin- guez, Daems – Nordtveit, Kramer – Arango (78. You- nes), Herrmann (55. Hrgota) – Raffael, M. Kruse. Tor: 1:0 Joselu (16.). – Schiedsrichter: Gräfe (Berlin). – Gelbe Karten: Russ (5), Flum (7), Kadlec – Daems. – Zu- schauer: 48 000. 1899 Hoffenheim – Hannover 96 3:1 (1:1) Hoffenheim: Grahl – Johnson, Strobl, Vestergaard, Beck – Rudy, Polanski – Volland (89. Elyounoussi), Fir- mino, Salihovic (69. Herdling) – Modeste (86. Süle). 96: Zieler – H. Sakai, Hoffmann, Schulz, Pocognoli (85. Prib) – Schmiedebach, Andreasen – Stindl, Huszti – Bit- tencourt (66. Schlaudraff), Rudnevs (80. Ya Konan). Tore: 0:1 Andreasen (10.), 1:1 Polanski (13.), 2:1 Modes- te (51.), 3:1 Rudy (90.+3). – Schiedsrichter: Sippel (Mün- chen). – Rote Karte: Schmiedebach (76., Foul). – Gelbe Karten: Beck (4) – Huszti (9). – Zuschauer: 21 319. Hamburger SV – SC Freiburg 1:1 (0:0) Hamburg: Adler – Diekmeier, Djourou, Mancienne, Westermann – Badelj – Arslan, Jiracek (62. Tesche) – van der Vaart – Zoua, Lasogga. Freiburg: Baumann – Mujdza (34. Günter), Krmas, Gin- ter, Sorg – Schuster, Darida – Klaus, Fernandes (63. Schmid) – Guede, Mehmedi (90.+2 Kerk). Tore: 0:1 Darida (50.), 1:1 Lasogga (55.). – Schiedsrich- ter: Aytekin (Oberasbach). – Gelbe Karten: Badelj (5) – Mehmedi (2), Klaus (4). – Zuschauer: 44 629. 1. FC Nürnberg – VfB Stuttgart 2:0 (1:0) Nürnberg: R. Schäfer – Angha, Stark, Pogatetz, Platten- hardt – Campana (75. Balitsch), Frantz – Feulner (84. Mak), Kiyotake, Hlousek – Drmic (87. Pekhart). VfB: Ulreich – Schwaab, Rüdiger, Niedermeier, G. Sakai (69. Gruezo) – Gentner, Boka – Harnik (46. Timo Wer- ner), Traore, Rausch (46. Maxim) – Ibisevic. Tore: 1:0 Drmic (43.), 2:0 Drmic (54.). – Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden). – Gelbe Karten: Stark (4) – Gotoku Sakai (4). – Zuschauer: 38 188. Dienstag Hertha BSC – Bayern München 1:3 (0:2) Borussia Dortmund – FC Schalke 04 0:0 Werder Bremen – VfL Wolfsburg 1:3 (1:2) Eintracht Braunschweig – FSV Mainz 05 3:1 (2:1) 28. Spieltag FC Schalke 04 – Hertha BSC Fr. 20.30 Bayern München – TSG Hoffenheim Sa. 15.30 VfB Stuttgart – Borussia Dortmund Sa. 15.30 B. Leverkusen – Eintracht Braunschweig Sa. 15.30 VfL Wolfsburg – Eintracht Frankfurt Sa. 15.30 FSV Mainz 05 – FC Augsburg Sa. 15.30 SC Freiburg – 1. FC Nürnberg Sa. 18.30 Mönchengladbach – Hamburger SV So. 15.30 Hannover 96 – SV Werder Bremen So. 17.30 1 (1) FC Bayern München 27 25 2 0 79:13 77 2 (2) Borussia Dortmund 27 16 4 7 59:29 52 3 (3) FC Schalke 04 27 15 6 6 51:37 51 4 (4) Bayer Leverkusen 27 15 2 10 46:33 47 5 (6) VfL Wolfsburg 27 13 5 9 46:41 44 6 (5) Mönchengladbach 27 12 6 9 46:33 42 7 (7) FSV Mainz 05 27 12 5 10 38:43 41 8 (8) FC Augsburg 27 11 6 10 40:40 39 9 (9) Hertha BSC 27 10 6 11 36:37 36 10 (10) TSG Hoffenheim 27 9 8 10 60:59 35 11 (12) Eintracht Frankfurt 27 8 8 11 34:46 32 12 (11) Hannover 96 27 8 5 14 35:49 29 13 (13) Werder Bremen 27 7 8 12 31:53 29 14 (17) 1. FC Nürnberg 27 5 11 11 32:49 26 15 (14) SC Freiburg 27 6 8 13 30:48 26 16 (16) Hamburger SV 27 6 6 15 42:56 24 17 (15) VfB Stuttgart 27 6 6 15 40:54 24 18 (18) Eint. Braunschweig 27 5 6 16 24:49 21 29. Spieltag; Freitag, 4. April, 20.30 Uhr: Hamburg – Le- verkusen; Samstag, 5.4., 15.30 Uhr: Augsburg – Mün- chen, Stuttgart – Freiburg, Bremen – Schalke, Nürn- berg – Gladbach, Frankfurt – Mainz; 18.30 Uhr: Dort- mund – Wolfsburg; Sonntag, 6.4., 15.30 Uhr: Braun- schweig – Hannover; 17.30 Uhr: Hertha – Hoffenheim. Duell des Abends: HSV-Stürmer Lasogga gegen SC-Torwart Baumann (li.). FOTO: DPA Erleichterung beim Club: Josip Drmic (links) feiert sein zweites Tor gegen den VfB Stuttgart. FOTO: MICHA WILL/GETTY
  • München – Geht es die Öffentlichkeit et- was an, wie viel Geld aus der Staatskasse fünf bayerische Minister und Staatssekre- täre ihren Ehefrauen erst zahlten – und dann zurückerstatten mussten? Diese Fra- ge muss der Bayerische Verfassungsge- richtshof entscheiden. Bislang hatte die Staatsregierung genaue Auskünfte hierzu verweigert, dagegen klagt die Landtags- SPD. Zu einer raschen Entscheidung führte die mündliche Verhandlung am Donners- tag aber nicht. Sie soll am 22. Mai fallen. Die Geschichte geht zurück auf einige der turbulentesten Tage in der Regierungs- zeit von Ministerpräsident Horst Seeho- fer (CSU) im Mai vergangenen Jahres. Die Verwandtenaffäre im Landtag, also die Auf- regung darüber, dass Parlamentarier Fami- lienangehörige auf Staatskosten beschäf- tigten, näherte sich dem Höhepunkt. Als nämlich klar wurde, dass auch Minister und Staatssekretäre aus Seehofers eige- nem Kabinett unter den Familienbeschäfti- gern waren, allesamt Mitglieder der CSU. Das Thema eskalierte und verhagelte See- hofer sogar die eigene, pompös inszenierte Nominierungsveranstaltung zum CSU- Spitzenkandidaten im Münchner Postpa- last. Seehofer war empört („So etwas tut man nicht“) und entschloss sich zu einem noch nie da gewesenen Schritt, einem An- gebot, das die Fünf nicht ablehnen konn- ten: Er zwang sie, die an ihre Frauen ausbe- zahlten Summen dem Steuerzahler zurück- zuerstatten. Dahinter stand ein nach au- ßen nicht ausgesprochener Deal: Die Kabi- nettsmitglieder durften ihre Posten behal- ten, Seehofer hatte dafür das Thema im Wahlkampf halbwegs vom Hals. Noch heu- te ist der Ministerpräsident der Auffas- sung, dass ohne diesen schnellen Eingriff die absolute Mehrheit bei der Landtags- wahl wohl nicht zustande gekommen wä- re. Die Fünf kamen Seehofers Aufforde- rung unterschiedlich freudig nach. Kultus- minister Ludwig Spaenle war besonders fix, ebenso die damalige Justizministerin Beate Merk (obwohl sie völlig legal nur ihre Schwester beschäftigt hatte). Innenstaats- sekretär Gerhard Eck war dagegen erkenn- bar unwillig. Landwirtschaftsminister Hel- mut Brunner und Staatssekretär Franz Pschierer (damals Finanzen) lagen im Mit- telfeld. Der sechste Betroffene, Wissen- schaftsstaatssekretär Bernd Sibler, hatte die Beschäftigung seiner Frau dagegen schon vor Eintritt ins Kabinett beendet und war von daher befreit. Doch die SPD wollte zu diesen Rückzah- lungen handfeste Daten sehen und hakte in Landtagsanfragen nach, wie sich die Rückerstattungen genau errechneten, ob es Sonderzahlungen gab und ob auch Sozi- alversicherungsbeiträge zurückbezahlt wurden. Insgesamt fünf solcher Anfragen gab es. Doch alle bügelte die Staatsregie- rung wortgleich ab. Die Regierungsmitglie- der hätten nur in ihrer Funktion als Land- tagsabgeordnete gehandelt. „Die Staatsre- gierung sieht sich daher nicht als zustän- dig an für die zum Parlamentsbinnenrecht vorgelegte Anfrage“, hieß es lapidar. Bei der Verhandlung vor den Verfas- sungsrichtern rechtfertigte der Chef der Rechtsabteilung in der Staatskanzlei, Win- fried Brechmann, diesen Kurs. Das Geld für die Familienjobs gehöre zur Ausstat- tung der Landtagsabgeordneten. „Dafür ist die Staatsregierung aber weder verant- wortlich noch zuständig.“ Es könne auch nicht angehen, dass Minister oder Staatsse- kretäre zu weitergehenden Auskünften verpflichtet seien als normale Landtagsab- geordnete. „Die Folge wäre eine Zweiklassengesell- schaft von Abgeordneten, das sieht unsere Verfassung nicht vor“, sagte Brechmann. Doch aus Sicht der SPD ist die Rolle von See- hofer in dem Fall entscheidend. Dieser ha- be die Minister schließlich zu der Rückzah- lung gedrängt. Das sei also eindeutig Regie- rungshandeln, sagte SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher. Als „Knackpunkt“ bezeichnete auch Gerichtspräsident Karl Huber diese Frage. Rinderspacher sagte, es sei klare Aufgabe der Opposition, „Regie- rungshandeln zu kontrollieren und zu hin- terfragen“. Nur so sei auch die noch immer offene Frage zu klären: „Haben die Rück- zahlungen stattgefunden, in welcher Hö- he, auf welcher Grundlage?“, sagte Rinder- spacher. Die Staatskanzlei dagegen sieht Seeho- fers Aktionen nicht als offizielle Regie- rungsaktion. Es habe keine fachlichen Un- tersuchungen gegeben, keine offizielle Be- fassung im Kabinett und noch nicht ein- mal eine Aktenlage dazu. Horst Seehofer sei ja nicht nur Ministerpräsident, sondern auch CSU-Chef und damaliger Spitzenkan- didat. „Aus dieser Doppelrolle erwachsen natürlich Abgrenzungsschwierigkeiten“, sagte Brechmann. SPD-Anwalt Michael Bihler hielt ihm vor, die bayerische Staatskanzlei habe den Fall sogar mit Presseerklärungen kommen- tiert. Brechmann konterte: „Allein da- durch, dass wir eine Presseerklärung ma- chen, wird es nicht zu einer Angelegenheit der bayerischen Staatsregierung.“ frank müller von franz kotteder Am Tag, nachdem die Hiobsbotschafteingetroffen war, scheint man in derAugustiner-Brauerei an der Lands- berger Straße noch immer unter Schock zu stehen. Der plötzliche Tod des 45-jährigen Geschäftsführers Jannik Inselkammer, der im Urlaub in Kanada beim Helicopter- Skiing von einer Lawine erfasst wurde und ums Leben kam, lässt viele im Unterneh- men ratlos zurück. Inselkammer hat in den vergangenen zehn Jahren als Ge- schäftsführer die Brauerei sehr erfolgreich geleitet. Die Nachfolgefrage hätte sich für sehr lange Zeit einfach nicht gestellt, insofern ist man in der Brauereizentrale im West- end erst einmal völlig überrascht von den Ereignissen. Niemand scheint zu wissen, wie es nun weitergehen wird. Bei der eilig einberufenen Betriebsversammlung am Mittwoch um neun Uhr früh wurde den 200 Mitarbeitern nur die Todesnachricht verkündet. Personelles, hieß es, werde frü- hestens am nächsten Tag bei einer Sitzung der Brauerei-Gesellschafter beraten. Am Donnerstag ist bei Augustiner kei- ner von den Verantwortlichen zu sprechen. In der Führungsetage ist man offenbar voll- auf damit beschäftigt, Presseanfragen ab- zuwimmeln. „Wir bitten um Verständnis“, sagt die Vorzimmerdame, „dass wir nichts sagen können.“ Nur heute nicht? „Nein, überhaupt nicht.“ Werner Mayer, Co-Ge- schäftsführer des in Kanada tödlich verun- glückten Augustinerchefs Jannik Insel- kammer, ist ebenso wenig zu erreichen wie Catherine Demeter, Vorsitzende der Edith- Haberland-Wagner-Stiftung, die 51 Pro- zent der Augustiner-Bräu Wagner KG hält und damit die Firmenpolitik wesentlich mitbestimmen kann. Bei der Stiftung wird man höflich gebeten, Anfragen per E-Mail zu stellen. Die bleiben dann freilich unbe- antwortet. In diesen Tagen ist es vermut- lich leichter, in der Konzernzentrale von Aldi einen Termin für eine Home-Story mit Aldi-Süd-Chef Karl Albrecht zu bekom- men als eine Äußerung von Augustiner. Und Aldi ist bekannt dafür, dass dort nicht einmal die Frage nach der Uhrzeit beant- wortet wird, wenn ein Journalist sie stellt. Allzu große Transparenz kann man auch Augustiner nicht vorwerfen. Die Brau- erei macht keine Werbung, es gibt keinen Pressesprecher, mit Geschäftszahlen protzt man nicht. Wer sich die älteste beste- hende Brauerei Münchens nennen kann – Augustiner wurde 1328 als Klosterbrauerei gegründet –, hat das nicht nötig. 350 Ange- stellte beschäftigt das Unternehmen, pro Jahr werden um die 1,5 Millionen Hektoli- ter Bier gebraut. Viele sagen, es sei das bes- te Münchner Bier. Auf alle Fälle ist es das münchnerischste, denn hinter Augustiner steht weder ein brasilianisch-belgischer noch ein niederländischer Bierkonzern, sondern im wesentlichen eine Stiftung. Edith Haberland-Wagner, letzte Nachfah- rin der großen Münchner Brauer-Dynastie Wagner, die die Klosterbrauerei der Augus- tiner einige Zeit nach der Säkularisation ge- kauft hatte, hat sie gegründet. Als sie 1996 starb, vererbte sie der Stiftung die ihr gehö- renden 51 Prozent. Der nächstgrößere An- teilseigner ist die Familie Inselkammer, der 35 Prozent an Augustiner gehören. Warum Augustiner trotz der fehlenden Werbung zu einer Art Kult-Marke gewor- den ist, hat vielleicht auch damit zu tun, dass man nicht auf Teufel komm’ raus Akti- onäre reich machen muss. Die Stiftung dient sozialen und kulturellen Zwecken, und die Familie Inselkammer verfügt an- geblich über ein Privatvermögen von stol- zen 750 Millionen Euro, laut einer Liste des amerikanischen Wirtschaftsmagazins Forbes aus dem Jahr 2010, hauptsächlich in Form von Immobilienbesitz. Das Wenige, was über Jannik Inselkam- mer an die Öffentlichkeit drang, lässt dar- auf schließen, dass ihm die Brauerei eine Herzensangelegenheit war. Inselkammer war die bayerische Tradition dabei übri- gens ebenso wichtig wie neue Formen der Jugendkultur. Dass er die zeitweise mit Projektaufträgen förderte, weiß kaum je- mand. Insofern ist es durchaus schlüssig, dass Augustiner bei aller Traditionalität auch ein sehr jugendliches Image hat. „Der Au- gust“, wie das Bier bei jüngeren Münch- nern heißt, ist nach wie vor höchst beliebt in der Clubszene, selbst in Berlin – einer der wenigen Städte außerhalb Bayerns, wo Augustiner überhaupt erhältlich ist. Mit „dem August“ kann in Südbayerns Discos und Kneipen jedenfalls höchstens noch „das Tegernseer“ mithalten, was die Be- liebtheit angeht. Und auch viele Augusti- ner-Wirtschaften kommen gut beim Publi- kum an, auch wenn deren neobajuwari- sche Systemgastronomie mit Dialektspei- sekarten gewöhnungsbedürftig ist. Selbst Stiftungschefin Catherine Demeter soll da- von nicht begeistert sein. Im Stammhaus hoffen viele in der Beleg- schaft nun, dass wieder ein Mitglied der Fa- milie Inselkammer als geschäftsführender Gesellschafter weitermacht. Mit denen sei man gut gefahren, und die Inselkammers seien nicht darauf angewiesen, mit der Brauerei Profit zu machen. Und es deutet immerhin auch nichts darauf hin, dass die Familie ihre Anteile verkaufen will. Mehr als nur eine Biermarke: Das Augustiner kommt aus der ältesten noch bestehenden Münchner Brauerei, die sich obendrein noch in Privatbesitz befindet. Trotz aller Tradition kommt es aber vor allem auch bei jungen Münchnern sehr gut an. Bei ihnen liegt „der August“ besonders im Trend. FOTO: WALTER KORN München – Im Studium der Volkswirt- schaftslehre an der Ludwig-Maximilians- Universität (LMU) droht im bevorstehen- den Sommersemester der Kollaps. Für das Bachelorstudium im Hauptfach, für das es ausnahmsweise keine Zugangsbeschrän- kung gibt, haben sich bis Donnerstagfrüh bereits 1037 Studenten eingeschrieben. Die Fakultät rechnet damit, dass es nach Ende der Einschreibefrist an diesem Frei- tag 1300 sein werden. Hinzu kommen noch etwa 100 Nebenfächler. Zum Vergleich: Im vergangenen Sommersemester haben an der LMU 88 Studenten mit Volkswirt- schaftslehre (VWL) angefangen. Und zu- letzt hatte die Fakultät insgesamt 687 Ba- chelor-Studenten. „Es wird chaotisch“, sagt Dekan Joachim Winter. Die Uni-Lei- tung habe am Donnerstag eine „Soforthil- fe von 100 000 Euro zugesagt“, erklärt eine LMU-Sprecherin. Der Ausnahmezustand liegt daran, dass die Fakultät im Januar den bisherigen Eig- nungstest abgeschafft hat. Zuvor hatte das Wissenschaftsministerium die Genehmi- gung dafür entzogen. In Bayern stehen die meisten Eignungsfeststellungsverfahren, wie sie offiziell heißen, auf der Kippe, da der Freistaat vor Gericht mehrere Niederla- gen erlitten hat. Bewerber, die in einem Test durchgefallen waren, klagten erfolg- reich einen Studienplatz ein. Kernargument der Richter war, dass die Eignungstests den Wert des Abiturs und anderer Abschlüsse, die eine „allgemeine Hochschulreife“ bescheinigen, aushöhl- ten. Demnach sind die Tests nur in Fä- chern, die besonderes Talent erfordern, un- problematisch – wie Kunst, Musik oder Sport. Die aktuelle Rechtslage löst bei Hochschulen und Studentenvertretern Un- mut und Verunsicherung aus. Denn die Eig- nungstests gelten gemeinhin als gutes Mit- tel, um später die Quote der Studienabbre- cher zu senken. Mit ihrem Personal könne die VWL-Fa- kultät eigentlich nur etwa 300 Studienan- fänger unterrichten – nicht pro Semester, sondern pro Jahr, erklärt Dekan Winter. Wie viele Studenten es nun tatsächlich wer- den, wird man erst nach Semesterbeginn sehen. Winter hält es für möglich, dass sich einige nur pro forma eingeschrieben ha- ben, um den Studentenstatus zu haben, und dass andere bereits studiert haben und nun die Chance nutzen, an die LMU oder nach München zu kommen. Bei ihnen könne man womöglich Leistungen anrech- nen; das nähme Druck aus den Einfüh- rungsveranstaltungen. Am grundsätzli- chen Überlastungsproblem dürfte das aber nichts ändern. Wie das VWL-Studium trotzdem mög- lichst gut ablaufen könnte, wird in der Uni im Moment bei zahlreichen Krisengesprä- chen diskutiert. Winter geht davon aus, dass die großen Vorlesungen auf zwei Hör- säle verteilt werden, mit Videoübertra- gung vom einen in den anderen. Man kön- ne sie natürlich auch per Internet verfol- gen. Zudem strebt die Fakultät an, mit der Soforthilfe die Zahl der Tutorien zu erhö- hen, die von Studenten aus höheren Semes- tern abgehalten werden. Auf die Schnelle qualifizierte Lehrbeauf- tragte für zusätzliche Übungen zu gewin- nen, sei jedoch nahezu unmöglich, sagt De- kan Winter. Da zum VWL-Studium Kurse in Fächern wie Betriebswirtschaftslehre, Statistik oder Mathematik gehören, sind auch andere Fakultäten der LMU vom An- sturm auf die Volkswirtschaftslehre betrof- fen. Mit Sorge sieht Winter auch auf die nächsten Semester, wenn die aktuelle Schar verstärkt in Seminaren unterrichtet werden muss. „Wir werden mittelfristig mehr Mitarbeiterstellen brauchen“, sagt er, auch mit Blick auf die Verwaltung, die ein Vielfaches an Prüfungen abwickeln muss. Mit der Zeit könnte sich das Problem allerdings entschärfen. Winter rechnet mit „dramatisch steigenden Durchfallquoten“, da die Vorauswahl weggefallen sei. Aller- dings versichert er, man werde die Studen- ten nicht mit erhöhten Anforderungen „rausprüfen“. Das fände er „nicht in Ord- nung“. Für das Wintersemester strebt die Fakultät an, eine Zulassungsbeschrän- kung per Numerus clausus einzuführen. Die erste große Lehrveranstaltung für den neuen VWL-Jahrgang im Sommerse- mester ist die Vorlesung „Mikroökonomie I“ am 8. April, 14 Uhr c.t., im großen Physik- saal der Ludwig-Maximilians-Universität. sebastian krass München – Alfred S. ist auf einen Rollator angewiesen, darauf gestützt kann sich der 86-Jährige ohne weitere Hilfe im Flur des Strafjustizzentrums bewegen. Mehrere Justizwachtmeister eskortieren ihn in den Saal 162 des Münchner Landgerichts. Seit Donnerstag wird dort gegen ihn wegen Tot- schlags verhandelt. Die Staatsanwalt- schaft ist davon überzeugt, dass der schwer demente Alfred S. in der Nacht zum 21. Juli 2013 eine Mitbewohnerin in einem Pasinger Seniorenheim erschlagen hat. Der Mann selbst kann sich an nichts mehr erinnern. Alfred S. war sei zweieinhalb Jah- ren in dem BRK-Altenheim am Westkreuz untergebracht. Wegen seiner schwerstgra- digen Demenz hat er jegliche Erinnerungs- fähigkeit verloren. Laut Staatsanwalt An- dreas Franck schlug Alfred S. mit einer Glasflasche viermal wuchtig gegen den Kopf und auf das Gesicht einer 89-jähri- gen Zimmernachbarin ein. Die Frau starb. Jetzt muss das Gericht versuchen zu klä- ren, wie schuldfähig der Täter überhaupt ist. Weil eine erneut Tat nicht auszuschlie- ßen ist, will ihn die Staatsanwaltschaft dau- erhaft in der Psychiatrie unterbringen. Der Prozess dauert an. christian rost München– Pico kommt vom italienischen piccolo, also klein, und groß ist der Hund wirklich nicht. Was der Mischling namens Pico – halb Pinscher, halb Terrier – 2013 am Volkstrauertag im Hofgarten angerich- tet hat, beschäftigt jetzt aber das Münch- ner Amtsgericht. Während der Trauerfeier- lichkeiten am 17. November soll er ein vier- zigminütiges Gebell angestimmt haben, just zu dem Zeitpunkt, als die Kapelle der Bundespolizei mit dem Ehrenregiment um 12.30 Uhr den Veranstaltungsort be- trat. Am Gebell während des Gedenkens für die Opfer der Weltkriege störten sich ei- nige Teilnehmer der Feier, so auch der 65-jährige Michael N.: „Was erlauben sie sich?“, rief er dem Hundebesitzer Christian S. zu, der Pico weiter bellen ließ. Das Kreis- verwaltungsreferat schickte dem 32-Jähri- gen dann wegen „unzulässigen Lärms“ ei- nen Bußgeldbescheid über 100 Euro plus 28,50 Euro Gebühren zu. Dagegen wehrt sich S. seit Donnerstag vor Gericht. Die Gruppe aus sechs Leuten, mit denen S. und sein Hund in den Hofgarten gekom- men waren, sind Pazifisten. Sie lehnen of- fenbar jede Ehrung mit Kriegsbezug ab. Je- denfalls, so ein Zeuge, war während der Trauerfeier aus der Gruppe heraus der Satz: „Bomber Harris, do it again“ zu hö- ren. Unterlegt wurde die Provokation vom anhaltenden Gebell Picos. S. stachelte seinen Hund nicht an, er un- terband das Bellen aber auch nicht – und er ging auch mit ihm nicht weg. Einige Teil- nehmer der von 450 Menschen besuchten Gedenkveranstaltung brachte das stoische Ausharren des Hundebesitzers in Rage – die Polizei musste sogar dazwischenge- hen, weil Übergriffe befürchtet wurden. S. sagte nichts zu den Vorwürfen vor Gericht, er muss aber noch einmal erscheinen: Mit seinem Hund, den Richter Jürgen Hansel- mann vor einer Entscheidung „in Augen- schein“ nehmen will. christian rost München– Der wegen seiner Putin-Unter- stützung umstrittene designierte Chefdiri- gent der Münchner Philharmoniker, Vale- ry Gergiev, wird sich demnächst in Mün- chen der Kritik stellen müssen. Es solle bei seinen nächsten Aufenthalten ein Ge- spräch mit Kulturreferent Hans-Georg Küppers und Intendant Paul Müller geben, teilte das Kulturreferat der Stadt München am Donnerstag mit. Ziel sei es, Gergiev „die aktuelle Diskussion über seine Äuße- rungen darzustellen und ihn für die daraus resultierende Situation des Orchesters zu sensibilisieren“. Das habe der Philharmoni- sche Rat als beratendes Gremium des Or- chesters nach intensiver Auseinanderset- zung einvernehmlich beschlossen. Sein Amt als Chefdirigent der Münch- ner Philharmoniker soll Valery Gergiev zum Beginn der Spielzeit 2015/2016 antre- ten. Er wird dann der teuerste Angestellte der Stadt München sein. Der russische Mu- sikstar hatte bereits vor Monaten für hefti- ge Debatten im Münchner Stadtrat ge- sorgt, als bekannt wurde, dass er sich in ei- nem Interview mit der niederländischen Zeitung de Volkskrant wohlwollend über Russlands Anti-Homosexuellen-Propagan- da geäußert hatte. Bei einem Auftritt mit den Philharmonikern war es zu heftigen Protesten der Rosa Liste und anderen Gruppieren vor dem Gasteig gekommen. Für neuerliche Irritationen sorgte Ger- giev mit seiner Haltung zur Krise auf der Krim. Der Dirigent hatte sich in einem Künstler-Appell mit seiner Unterschrift zur Krim-Annexion und damit offiziell zur Politik Wladimir Putins bekannt. Die Grü- nen im Münchner Stadtrat hatten deshalb bereits vor einer Woche ein klärendes Ge- spräch zwischen Gergiev und Kulturrefe- rent Küppers gefordert. dpa,llg von katja auer E s hätte ja wirklich eine Granatesein können, so wie es ausge-schaut hat. Rund, mit diesen Ver- tiefungen drin, eine Handvoll Metall un- gefähr. Also haben sie das verdächtige Stück mitsamt dem Betonfundament, in dem es eingemauert war, in Stroh ge- packt im vergangenen Jahr in Hohen- schäftlarn, eine Kampfmittel-Räu- mungsfirma angerufen und die Exper- ten das Ding in die Luft sprengen lassen. Die gaben dann Entwarnung. Es war doch keine eingemauerte Granate aus dem Zweiten Weltkrieg. Sondern der Sprühkopf von einem Odelfass. Gottseidank hat das überhaupt je- mand erkannt in diesen Zeiten, in denen Odelfässer selten werden, genauso wie Trockenhauben oder die stählernen Glo- cken, mit denen man der Sau beim Schlachten früher die Borsten abge- schabt hat. In den großen Schlachthöfen geht das automatisch und ihre Gülle fah- ren auch nicht mehr alle Bauern auf die Äcker. Sofern sie überhaupt noch Vie- cher haben, um mit deren Ausscheidun- gen den Mais zu düngen, den sie her- nach in der Biogasanlage verheizen. An- dere betreiben die gleich mit Jauche und Mist, dann beschwert sich wenigstens kein der Landluft wegen zugezogener Städter, dass es draußen stinkt, wenn der Landwirt Odel fährt. Im oberfränkischen Redwitz an der Rodach war die Gülle am Mittwoch- abend noch gar nicht ausgebracht. Ei- gentlich. Und selbst wenn die Bauern geodelt hätten, wäre der Gestank ver- mutlich nicht halb so bestialisch gewe- sen, wie er es tatsächlich war entlang der Bundesstraße 173. Denn aus einem Leck in der größten Biogasanlage im Land- kreis Lichtenfels, die immerhin drei Mil- lionen Liter Gülle fasst, ist beinahe die Hälfte ausgelaufen. Auf die Wiesen, in den Straßengraben, ein richtiger Gülle- See sei da entstanden, sagte Landrat Christian Meißner. Hunderte Helfer wa- ren im Einsatz, von der Feuerwehr, vom Technischen Hilfswerk, vom Rettungs- dienst und sogar von der Wasserwacht. Nur die Kampfmittel-Räumungsexper- ten hat diesmal niemand alarmiert. Die hätten ja nicht einmal etwas sprengen können. Dafür halfen die Bauern mit und fuhren die stinkende Brühe in Klär- werke und Auffangbecken. Gut, dass es noch Odelfässer gibt in Oberfranken. MÜNCHEN · BAYERN30 HF2 Freitag, 28. März 2014, Nr. 73 DEFGH Auf Werbung wird verzichtet, Unternehmenszahlen werden kaum veröffentlicht Während sein Herr- chen vor dem Richter stand, wartete Pico brav vor dem Justiz- gebäude. Der Misch- ling soll bei einer Gedenkveranstal- tung zum Volkstrau- ertag anhaltend ge- bellt haben. FOTO: DPA Volkswirte in Not Münchner Uni droht der Kollaps wegen großem Andrang Totschlag im Altenheim Fünf Fragen, keine Antwort Die Verwandtenaffäre des Landtags ist jetzt ein Fall für den Verfassungsgerichtshof MITTEN IN BAYERN So ein Mist Edel-herb Augustiner ist seit langem die Kultmarke unter den Münchner Bieren. Dahinter steckt ein sehr bodenständiges Unternehmen. Dafür stand Geschäftsführer Jannik Inselkammer. Sein Tod macht die Mitarbeiter nun ratlos Für Angelegenheiten des Parlaments sei sie nicht zuständig, sagt die Regierung Gebell statt Gedenken Ein kleiner Mischling ist Gegenstand eines Rechtsstreits Gergiev muss sich erklären Philharmoniker wollen ein Gespräch mit dem Dirigenten wegen Putin Ein Fall für den Verfassungsgerichtsprä- sidenten: Karl Huber muss sich mit der Verwandtenaffäre befassen. FOTO: DPA
  • von jürgen schmieder W as einem bei einer Begegnungmit Ed O‘Neill sofort auffällt,sind seine Augen. Blau sind sie, wie die von Frank Sinatra oder Paul New- man. So eine Farbe ist selten, weshalb durchaus interessant ist, was die Men- schen daraus machen. Frank Sinatra be- nutzte sie zum Verführen, bei Paul New- man standen sie für Abenteuer. O‘Neill blickt eher wie ein Junge, der gerade im Süßwarenladen einen Lolli geklaut hat und nicht erwischt worden ist. Er sagt: „Ich wäre dumm, wenn ich nicht kapieren wür- de, wie viel Glück ich gehabt habe.“ Ed O‘Neill sitzt im Salon eines Golfclubs im kalifornischen Rancho Palos Verdes, Drehort einer Folge seiner Comedyserie Modern Family. Er trägt ein weinrotes Polo- hemd, unter dem sich gewaltige Oberarm- muskeln abzeichnen. Es geht hektisch zu am Set, Menschen rennen umher, rufen an- dauernd irgendetwas in ihre Funkgeräte. O‘Neill dagegen sieht sehr entspannt auf den Pazifischen Ozean. Dieser Anblick zerstört das Bild, das man jahrelang im Kopf mit sich herumge- tragen hat. O’Neill hat die blauen Augen ja stets versteckt mit diesem fatalistischen Gesichtsausdruck, bei dem er Augen- brauen, Wangenknochen und Unterkiefer in Richtung Nase gedrückt hat. Das war in seiner Rolle als Al Bundy in der Fernsehse- rie Eine schrecklich nette Familie. Der ver- zweifelte Loser war eine Ikone der Neunzi- gerjahre, die wie kaum eine andere TV-Fi- gur im kollektiven Gedächtnis der Zu- schauer verankert ist. Er war das Gegenteil von Entspannung und Glücklichsein. „Was soll ich machen? Ich sehe aus wie er, ich klinge wie er“, sagt er heute und grinst. Er lacht, wenn man ihm von den Reaktio- nen der Freunde erzählt, nachdem man ih- nen verkündet hat, Ed O‘Neill zu treffen. Bei Facebook gingen unzählige Daumen nach oben, und die Einträge darunter wa- ren ein Rückblick in die Neunzigerjahre: Vier Touchdowns in einem Spiel. Die Nackt- bar. No Ma‘am. Der Schuhladen. Die Hand in der Hose. Dumpfbacke. „Verrückt, oder?“, sagt O’Neill. Er fühlt sich geschmei- chelt. Er freut sich auch darüber, dass eini- ge Einträge von Jay Pritchett handeln, sei- ner Figur in Modern Family, eine der bes- ten und erfolgreichsten Sitcoms, die der- zeit im Fernsehen laufen. In der nächsten Woche wird in den USA das Finale der fünf- ten Staffel ausgestrahlt, in Deutschland lie- fen bislang drei Staffeln auf dem Sparten- sender RTL Nitro. Dass es keine Einträge zu seinen ernst- haften Rollen oder Auftritten am Broad- way gibt, scheint ihn nicht zu stören. Über- haupt kommt er nicht daher wie ein in die Jahre gekommener Hollywood-Schauspie- ler, der einem nun dringend mitteilen muss, was er schon alles erreicht hat. O’Neill wirkt wie der lustige Onkel auf ei- ner Familienfeier, der sich an den Kamin setzt und Anekdoten erzählt. Diese Ge- schichten haben keinen arroganten Unter- ton, sondern einen demütigen – sie han- deln weniger von Talent und Geschick als vielmehr von Zufall und Glück. Er erzählt Geschichten, die viel verraten über diesen Mann, über seinen Beruf und womöglich sogar über das Leben. „Man weiß nie, was das Leben mit einem anstellt“, sagt er. Er erzählt etwa von seiner Karriere als Footballspieler. O’Neill wuchs in einer Kleinstadt im Bundesstaat Ohio auf, sein Vater schuftete in einer Stahlfirma, die Mutter war Sozialpädagogin. Profisportler war der Traum vieler Jungs damals, die Pittsburgh Steelers gaben ihm 1969 sogar einen Vertrag. Nach wenigen Tagen wurde er wohl wegen Unfähigkeit entlassen, die Karriere war vorbei, bevor sie begonnen hatte. Er ging in eine Bar, um seinen Kum- mer zu ertränken, im Fernsehen liefen die Nachrichten. „Ich sah Neil Armstrong, wie er auf dem Mond spazierte“, sagt O’Neill: „Ich dachte mir: Na, wenigstens einer von uns beiden hatte einen guten Tag.“ Es ist diese Lockerheit, der ironische Umgang mit dem Erfolg, die Ed O’Neill zu einem Antitypen in Hollywood machen. Als er vor drei Jahren einen Stern auf dem Walk of Fame erhielt, erschien er in ausge- beulten Jeans und einem Poloshirt. Privat ist nur bekannt, dass er seit 27 Jahren mit der Schauspielerin Catherine Rusoff ver- heiratet ist, zwei Kinder hat und sich für Umweltorganisationen einsetzt. Er ist be- sonders, weil er nicht besonders sein will. Seine Karriere war nicht geplant, sie ist ein- fach passiert. Nach dem Football-Versuch war Ed O’Neill Aushilfslehrer, Barkeeper und Auto- verkäufer, kurz vor seinem 30. Geburtstag begann er als Theaterschauspieler in New York. Er war der Mann fürs Grobe und Dra- matische, von einer Komödie war er so weit entfernt wie Al Bundy von einem Lot- togewinn: „In meiner ersten Rolle am Broadway spielte ich einen sadistischen Preisboxer, der seine Ehefrau misshan- delt.“ Er könne sich bis heute nicht erklä- ren, wie jemand auf die Idee gekommen sei, ihn für die Rolle des übellaunigen Schuhverkäufers Al Bundy überhaupt in Erwägung zu ziehen. Er sei nur zum Vorsprechen gegangen, weil er zufällig in der Gegend Handball ge- spielt habe. Er erschien ohne Vorbereitung in verschwitzen Klamotten, an seiner Sporttasche baumelten 15 Paar stinkende Handschuhe. „Die Figur hat mich an mei- nen Onkel erinnert. Der kam einmal nach Hause, seine Frau teilte ihm mit, dass sie den Hund überfahren hatte. Seine Reakti- on: ,Was gibt‘s zum Abendessen?‘ Er war der Typ, der schlimme Dinge erwartete – und diese schlimmen Dinge sind dann pas- siert. So habe ich die Rolle gelesen.“ Senderchef Barry Diller habe heftig pro- testiert, als die Produzenten ihn wollten. „Seiner Meinung nach war ich eine absolu- te Fehlbesetzung.“ Er bekam die Rolle den- noch. Danach war er Al Bundy. 259 Episo- den lang. Er bekam kaum Preise, dafür ei- ne Menge Geld: „Ich wollte immer dem Sys- tem entfliehen und den Punkt erreichen, an dem ich sagen kann: Ich muss nicht ar- beiten, wenn ich nicht will. Als ich das ge- schafft hatte, fühlte ich mich glücklich.“ Es gab nur ein Problem: Er war nun Al Bundy, für immer. Wie sollte er jemals wie- der eine ernste Rolle bekommen? „Ich ha- be oft gehört, dass Produzenten sagten: ,Ich will ihn nicht – das ist Al Bundy!‘ Man muss das akzeptieren. Ich kenne viele Leu- te, die waren Stars und bekommen heute keinen Job mehr. Sie leiden darunter, weil sie ihre Identität darauf ausgelegt haben. Sie fühlen sich weniger wert. Es ist wichtig, dieses Geschäft nur ja nicht zu ernst zu neh- men”, sagt O’Neill. Er beschäftigte sich mit Brazilian Jiu-Jitsu, vor ein paar Jahren be- kam er den Schwarzen Gürtel („Die größte Leistung in meinem Leben nach meinen Kindern“), das erklärt die kräftigen Oberar- me. Nach einigen Jahren begann er wieder zu arbeiten, er spielte einen Abgeordneten in der Politserie West Wing, einen Polizis- ten, einen verrückten Rentner. Wirklich er- folgreich war Ed O’Neill jedoch erst wieder, als er erneut in einer Sitcom agierte. Und natürlich gibt es dazu eine Anekdote über Zufall und die Unplanbarkeit des Lebens. „Es gibt im Showgeschäft andauernd Gefälligkeiten. Ich habe das nie verstan- den, ich hielt das für absolute Zeitver- schwendung“, sagt er: „Natürlich habe ich festgestellt, wie falsch ich mein Leben lang lag.” Er traf sich nur wegen eines Gefallens mit den Produzenten von Modern Family, das Projekt klang ganz nett, ein paar Mona- te später bekam er das Drehbuch: „Ich dachte mir: Verdammt noch mal, das ist gut! Ich wollte nicht, dass es gut ist. Ich ha- be meinen Manager angerufen und gesagt: Mist, das Ding ist ein Hit!” Am Ende bekam er die Rolle übrigens nur, weil ein anderer Schauspieler abge- sagt hatte. O’Neill spielt in der Serie Jay Pritchett, den stinkreichen Patriarchen einer herr- lich verrückten Großfamilie. Wieder ein- mal Familienoberhaupt. Er wollte irgend- wann einmal gerne dramatische Figuren spielen, doch das Leben hat ihn zum Komö- dianten gemacht. Na und? Er war der Ame- rican Anti-Dad, nun ist er 67 Jahre alt und spielt den American Grandfather. Als sol- cher darf er natürlich auch Ratschläge an Väter verteilen: „Das Wichtigste ist, prä- sent zu sein. Kinder merken das. Sie wer- den sagen: Okay, Daddy hat nicht alles rich- tig gemacht, aber er war immer da und hat es versucht.“ Dann guckt er kurz ernst und sagt: „Und man braucht im Leben ganz viel Glück! Das hatte ich – ich bin der glück- lichste Mensch auf der Welt!” Glücklich. Wahrscheinlich ist das der Be- griff, mit dem sich dieser Mensch beschrei- ben lässt, der da am Pazifischen Ozean sitzt und Geschichten erzählt. Eine hat er noch: „Die Produzenten von Eine schreck- lich nette Familie schreiben gerade eine Pi- lotfolge für David Faustino, der damals Al Bundys Sohn Bud war. Bud lebt mit ein paar abgehalfterten Freunden in diesem Haus. Peg und Al haben im Lotto gewon- nen und sind nach Las Vegas gezogen – es könnte sein, dass ich einen Auftritt in der Serie habe.” Eine Rückkehr Al Bundys als stinkrei- cher Sack? „Verrückt, oder?”, sagt O’Neill. Dem Handelsblatt wird vorgeworfen, Schleichwerbung betrieben zu haben. Das Branchenblatt Werben & Verkaufen berichtet von einem Angebot der Verlags- gruppe Handelsblatt (VHB), wonach für 5000 Euro ein Auftritt in der Rubrik „Handelsblatt-Leser stellen sich vor“ zu haben sei. Die VHB werbe damit, dass das Format (oft sprechen Unternehmer über ihre Firma und ihre Beziehung zum Handelsblatt) als Beitrag der Redaktion wahrgenommen werde. Die VHB erklär- te dazu, die Redaktion wähle die Leser aus, das Angebot sei „kostenlos und unabhängig“. Nach dem Erscheinen des Artikels könnten die Porträtierten für 5000 Euro Nutzungsrechte am Text für drei Jahre erwerben, etwa für ihre Web- seite. Dem zuständigen Außendienstmit- arbeiter sei ein Fehler unterlaufen, An- fang März sei das Vorgehen im Verlag aufgefallen. Der Vertriebsleiter überneh- me die Verantwortung. sz Die Berichterstattung über eine angebli- che Affäre von Frankreichs Staatschef François Hollande mit der Schauspiele- rin Julie Gayet hat finanzielle Folgen für das französische Boulevard-Magazin Closer. Ein Gericht in Nanterre bei Paris verurteilte den Verlag am Donnerstag wegen Verletzung der Privatsphäre zur Zahlung von 15 000 Euro Schaden- ersatz. Zudem muss das Magazin auf einem der nächsten Titel eine Erklä- rung mit einem Hinweis abdrucken, dass die Berichterstattung gegen gelten- des Recht verstieß. Der Prozess ging auf eine Anzeige Gayets zurück. Sie hatte Schadenersatz in Höhe von 50 000 Euro gefordert. Closer hatte im Januar unter der Überschrift „Die heimliche Liebe des Präsidenten“ von Treffen Hollandes mit Gayet in einer Wohnung nahe des Elysée-Palasts in Paris berichtet. Hollan- de war da noch mit der Journalistin Valérie Trierweiler liiert. dpa/afp Sein Erfolg basiert auf dem Prinzip Glück. Seine neue Rolle bekam er, weil jemand absagte Der Begriff, in dem der große Traum von der Freiheit im Internet frontal zusammen- prallt mit dem Versuch, ihren Missbrauch einzudämmen – dieser Begriff heißt Netz- sperren. Man konnte das vor gut zwei Jah- ren eindrucksvoll erleben, als der Bundes- tag sein eigenes Gesetz zur Einführung von Zugangssperren für kinderpornografi- sche Internetseiten wieder kippte. Nun hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) auf dem zweiten großen Konfliktfeld des Inter- nets – beim Urheberrecht – in einem öster- reichischen Fall solche Zugangssperren er- laubt. Das Filmstudio Constantin Film und die Produktionsgesellschaft hatten ge- klagt, weil über kino.to – einem inzwi- schen geschlossenen Tummelplatz für ille- gale Downloads – auch ihre Filme verbrei- tet worden waren. Laut EuGH durfte die ös- terreichische Justiz den Internetprovider UPC Telekabel Wien zur Sperrung des Kun- denzugangs zu kino.to verpflichten. Ist das nun der Einstieg in eine „Inhalts- zensur im Netz“, wie Internetaktivisten so- gleich warnten? Jedenfalls werden Inter- netprovider damit stärker in die Rolle des Torwächters gedrängt. Denn der Gerichts- hof hat erstmals festgelegt, dass die EU- Richtlinie von 2001 zur Harmonisierung des Urheberrechts in einem wichtigen Punkt auch für Internetprovider gilt. Nach dieser Vorschrift müssen die Mitgliedsstaa- ten sicherstellen, „dass die Rechtsinhaber gerichtliche Anordnungen gegen Vermitt- ler beantragen können“, deren Dienste für Urheberrechtsverletzungen genutzt wür- den. Seit diesem Donnerstag ist klar, was bisher umstritten war: „Vermittler“ sind auch die Internetprovider. (Az: C-314/12) Welche Wirkung das Urteil auf Deutsch- land hat, ist offen. Das deutsche Recht ent- hält bisher jedenfalls keine ausdrückliche Vorschrift, die Sperrverfügungen erlaubte. Der Weg, um gegen Urheberrechtsverlet- zungen vorzugehen, führt normalerweise über den Zugriff auf die bei den Providern gespeicherten Kundendaten. Denkbar wä- re aber, dass deutsche Gerichte unter Rück- griff auf die sogenannte „Störerhaftung“ künftig auch ohne neues Gesetz Sperran- ordnungen erlassen. Falls sie nicht zu dem Schluss kommen, dass Sperren wegen der vielfältigen Umgehungsmöglichkeiten oh- nehin untauglich sind. Hinzu kommt: Das Urteil ist sehr viel dif- ferenzierter, als es die Warnungen der In- ternetcommunity vermuten lassen. Das oberste EU-Gericht hat keineswegs nur die Interessen der Film- und Musikwirtschaft gesehen, sondern auch die Grundrechte der anderen Beteiligten in den Blick ge- nommen: die unternehmerische Freiheit der Zugangsdienste, aber auch die Infor- mationsfreiheit der Nutzer. In diesem Drei- eck der Grundrechte hat es eine Kompro- misslösung formuliert. Der wichtigste Punkt: Die Provider dür- fen nicht überfordert werden. Sie selbst dürfen bestimmen, welche konkreten Maß- nahmen nötig sind, um den Zugriff ihrer Kunden auf illegale Websites zu verhin- dern oder zu erschweren. Und sie müssen nicht garantieren, dass die Sperre hundert- prozentig funktioniert, sondern lediglich „zumutbare Maßnahmen“ ergreifen. Zumutbare Maßnahmen: Mit dieser eini- germaßen vorsichtigen Vorgabe trägt das Gericht einer grundsätzlichen Kritik an der Tauglichkeit solcher Sperren Rech- nung. Schon das deutsche Sperrgesetz zur Internetpornografie war an den vielfälti- gen technische Umgehungsmöglichkeiten gescheitert. Auch Bitcom teilt mit, dass sol- che Sperren nicht wirksam seien. Ein Um- stand, der dem Gericht bewusst war: In sei- nem Schlussantrag vom November 2013 hatte Generalanwalt Pedro Cruz Villalón er- läutert, Sperren könnten entweder die IP- Adressen oder die Domain-Namen blockie- ren. Oder der Provider leite den gesamten Internetverkehr durch einen Proxy Server, wo gefiltert werden könne. „Alle diese Me- thoden lassen sich jedoch umgehen“, dia- gnostizierte der EU-Jurist. Bemerkenswert an dem Urteil ist aber auch, dass der EuGH explizit auch die Rech- te der Internetgemeinde hervorhebt: Sperr- maßnahmen dürfen den Zugang zu lega- len Inhalten nicht unnötig beeinträchti- gen. Anders ausgedrückt: Die Freiheit im Netz ist auch durch die EU-Grundrechte ge- schützt. Sollte der deutsche Gesetzgeber Sperrverfügungen erlauben – dann müss- te er laut EuGH auch für den Rechtsschutz der Nutzer Sorge tragen. Der Saarbrücker Rechtsprofessor Maximilian Herberger gibt daher Entwarnung: „Ich sehe die Frei- heit im Internet durch das Urteil nicht be- droht.“ wolfgang janisch Ärger um „Handelsblatt“„Closer“ muss zahlen „Ist dir nah das Weib, ist der Streit nicht weit.“ Ein typischer Witz des Schuhverkäufers Al Bundy Vater der Nation Eigentlich wollte Ed O’Neill immer dramatische Rollen spielen, doch das Leben machte ihn zum Komödianten. Als Al Bundy wurde er berühmt, heute gewinnt er mit „Modern Family“ Preise. Ein Treffen Freiheit und Grenzen Der EuGH urteilt über illegale Downloads von Filmen NACHRICHTEN MEDIENDEFGH Nr. 73, Freitag, 28. März 2014 HF2 31 Mit seiner Rolle in Eine schrecklich nette Familie hat O’Neill viel Geld ver- dient, aber er hat auch ein Problem: Er ist für immer Al Bundy. FOTO: GETTY Die 2013 am häufigsten illegal herunterge- ladene Serie: Game of Thrones. FOTO: RTL2 Lösungen vom Donnerstag 1 6 1 5 6 5 1 5 9 1 7 3 8 SZ-RÄTSEL 8 5 4 1 3 9 6 3 1 4 6 2 9 6 2 5 1 3 4 9 6 2 7 Die Ziffern 1 bis 9 dürfen pro Spalte und Zeile nur einmal vorkommen. Zusammenhängende weiße Felder sind so auszufüllen, dass sie nur aufeinanderfolgende Zahlen enthalten (Stra- ße), deren Reihenfolge ist aber beliebig. Weiße Ziffern in schwarzen Feldern gehören zu kei- ner Straße, sie blockieren diese Zahlen aber in der Spalte und Zeile (www.sz-shop.de/str8ts). © 2010 Syndicated Puzzles Inc. 28.3.2014 Schwedenrätsel Sudoku mittelschwer 8 1 2 4 9 5 6 3 7 4 3 6 2 8 7 5 1 9 7 9 5 3 6 1 2 8 4 9 5 3 1 4 6 7 2 8 6 2 7 5 3 8 9 4 1 1 4 8 9 7 2 3 5 6 2 7 1 8 5 9 4 6 3 5 6 4 7 1 3 8 9 2 3 8 9 6 2 4 1 7 5 Str8ts: So geht’s 4 3 2 9 7 8 5 4 1 3 2 8 6 7 3 2 1 5 6 7 5 4 3 2 8 8 6 5 7 3 4 2 6 7 9 8 3 5 4 9 6 7 5 4 3 7 8 6 5 9 4 1 3 2 9 7 8 2 1 5 9 1 8 3 6 Str8ts schwer
  • ARD BR RTL Pro Sieben Sat 1 Arte 3sat NDR WDR Tele 5 ORF 2 Sky Cinema SWR HR Kinderkanal N24 n-tv MDR RBB Super RTL Eurosport Sport 1 ZDF Phoenix BR-alpha RTL 2 Vox Kabel 1 Deutschlandfunk WDR 5 Deutschlandradio Kultur 7.30 Kaiser Heinrich II. 8.15 Kaiser Barba- rossa 9.00 Vor Ort 9.10 BON(N)Jour mit Börse 9.45 Thema 11.00 Vor Ort 12.00 The- ma 13.15 Wie gut ist sanfte Medizin? 14.00 Vor Ort 15.00 Maybrit Illner 16.05 Vor Ort 16.50 Augstein und Blome 17.00 Chinas neue starker Mann – Wer ist Xi Jinping? 17.15 Plötzlich abgebrannt 17.45 Vor Ort 18.00 Flucht vor dem Ehemann 18.30 Kai- ser Heinrich II. 19.15 Kaiser Barbarossa 20.00 Tagesschau 20.15 Mit der Polarstern durchs Packeis. Reportage 21.15 Die Wi- kinger (1/3) 22.00 Strippenzieher aus der Wüste 23.00 Der Tag 0.00 Im Dialog 13.00 alpha-Forum 13.45 Planète Némo 14.00 ach so! fragen – forschen – verstehen 14.30 Willi Wills Wissen 14.55 Reporter Gang 15.00 Planet Wissen 16.00 Faszinati- on Kunst 16.45 nano 17.15 Konrad Duden – Der deutschen Sprache auf der Spur (2/4) 17.45 Telekolleg Biologie 18.15 Capriccio 18.45 Rundschau 19.00 Faszination Wissen 19.30 alpha-Österreich 20.15 Das Dun- wich-Projekt 21.00 alpha-Forum. Zu Gast: Udo Reiter (MDR-Intendant a.D.) 21.45 Pla- net Wissen 22.45 Das Buch der Bücher 23.00 Faszination Kunst 23.45 Die Tages- schau vor 25 Jahren 0.00 Kino Kino 5.15 Stargate Atlantis 5.55 Der Trödeltrupp 6.40 Zuhause im Glück – Unser Einzug in ein neues Leben 8.25 Die Kochprofis – Ein- satz am Herd 9.25 Frauentausch 11.15 Fa- mily Stories 12.15 Köln 50667 13.15 Berlin – Tag & Nacht 14.15 X-Diaries – love, sun & fun 15.10 Der Trödeltrupp – Das Geld liegt im Keller 16.05 Privatdetektive im Einsatz. Neue Folgen 17.05 X-Diaries – love, sun & fun 18.00 Köln 50667 19.00 Berlin – Tag & Nacht 20.00 RTL II News 20.15 Lord of War – Händler des Todes. Drama, USA 2005 22.35 Léon – Der Profi. Actionfilm, F 1994 1.00 Die rote Flut. Actionfilm, USA 1984 5.45 Mieten, kaufen, wohnen 6.50 Verklag mich doch! 9.50 Hilf mir doch! 10.50 vox nachrichten 10.55 Mein himmlisches Hotel 12.00 Shopping Queen 13.00 Verklag mich doch! 15.00 Shopping Queen 16.00 Vier Hochzeiten und eine Traumreise 17.00 Mein himmlisches Hotel 18.00 Mieten, kaufen, wohnen 19.00 Das perfekte Dinner 20.00 Prominent! 20.15 CSI – New York. Ich liebe dich zu Tode 21.15 CSI: NY 22.05 Burn Noti- ce 23.00 Leverage 23.50 vox nachrichten 0.10 CSI – New York 1.00 CSI: NY 1.45 Burn Notice 2.30 Leverage 3.10 Medical Detecti- ves – Geheimnisse der Gerichtsmedizin 5.35 Castle 6.25 Unsere kleine Farm 7.25 Unsere kleine Farm 8.25 Charmed 9.20 Ghost Whisperer 10.15 Cold Case 11.10 Castle 12.10 Numb3rs 13.05 Charmed 13.55 Ghost Whisperer 14.50 Cold Case 15.45 Castle 16.40 News 16.50 Castle 17.45 Aben- teuer Leben – Täglich neu entdecken 18.55 Achtung, Kontrolle! 20.15 Castle. Im Ram- penlicht. Krimiserie 21.15 Beauty and the Beast. Um jeden Preis 22.10 Beauty and the Beast. Unersättlich 23.05 The Finder 0.10 Castle 1.05 Beauty and the Beast 1.55 Beauty and the Beast 2.45 The Finder 3.30 Arahan. Actionkomödie, COR 2004 5.05 Informa tionen 6.35 Andacht. Jörg Ma- chel 9.10 Europa heute 9.35 Tag für Tag 10.10 Lebenszeit. Leben in der DDR. Wenn Kinder fragen 11.35 Umwelt und Verbrau- cher 12.10 Informa tionen 14.10 Deutsch- land heute 14.35 Campus & Karriere. Ler- nen für die Lehre: Professorencoaching 15.05 Corso. Kultur nach 3 15.50 Schalom 16.10 Büchermarkt 16.35 Forschung aktu- ell 17.05 Wirtschaft und Gesellschaft 17.35 Kultur heute 18.10 Informa tionen 18.40 Hintergrund 19.05 Kommentar 19.15 Das Kulturgespräch. Promotionsrech auch für Fachhochschulen? 20.10 Das Fea ture. Die drei Leben der Elisa beth Thury 21.05 On Stage. Jazzkantine: Liedgut reloaded 22.05 Kissinger Sommer 2013 22.50 Sport aktuell 23.10 Das war der Tag 0.05 „Gespenster morden nicht“. Kriminalhörspiel von Fred Ufer 1.05 Deutschlandfunk Radionacht 5.05 Informa tionen 6.35 Andacht. Jörg Ma- chel 9.10 Europa heute 9.35 Tag für Tag 10.10 Lebenszeit. Leben in der DDR. Wenn Kinder fragen 11.35 Umwelt und Verbrau- cher 12.10 Informa tionen 14.10 Deutsch- land heute 14.35 Campus & Karriere. Ler- nen für die Lehre: Professorencoaching 15.05 Corso. Kultur nach 3 15.50 Schalom 16.10 Büchermarkt 16.35 Forschung aktu- ell 17.05 Wirtschaft und Gesellschaft 17.35 Kultur heute 18.10 Informa tionen 18.40 Hintergrund 19.05 Kommentar 19.15 Das Kulturgespräch. Promotionsrech auch für Fachhochschulen? 20.10 Das Fea ture. Die drei Leben der Elisa beth Thury 21.05 On Stage. Jazzkantine: Liedgut reloaded 22.05 Kissinger Sommer 2013 22.50 Sport aktuell 23.10 Das war der Tag 0.05 „Gespenster morden nicht“. Kriminalhörspiel von Fred Ufer 1.05 Deutschlandfunk Radionacht 6.05 Morgen echo 6.55 Kirche. Pfarrer Mar- kus Wasserfuhr, Köln 9.05 ZeitZeichen 9.20 Tagesgespräch 10.05 Neugier genügt 12.05 Scala – Aktuelles aus der Kultur. U. a.: Eisenbahnen, Bunker, Schützengräben. Archäologie und Ers ter Weltkrieg 13.05 Mittags echo 14.05 WDR 5 KiRaKa 15.05 Thema NRW. Öffentliches WLAN. Auf dem Bürgersteig ins Bürgernetz 16.05 Leo nardo – Wissenschaft und mehr 17.05 Westblick. Das Landesmagazin 18.05 Profit. Das Wirt- schaftsmagazin 18.30 Echo des Tages 19.05 Platz der Republik. Das Hauptstadt-Maga- zin 19.30 Bärenbude 20.05 Das philosophi- sche Radio. Gegenüberstellung – ein Kopf im Museum. Mit Thomas Ebers 21.05 Scala – Aktuelles aus der Kultur (Wh. von 12.05 Uhr) 22.05 Leo nardo (Wh. von 16.05 Uhr) 23.05 MusikBonus 23.30 Berichte von heu- te 0.00 – Wiederholungen vom Tage 14.15 Eisenbahn-Romantik 14.45 Bilder- buch Deutschland 15.30 Städte der Genüsse 16.00 SWR Landesschau aktuell 16.05 Kaf- fee oder Tee 17.00 SWR Landesschau aktuell 17.05 Kaffee oder Tee 18.00 SWR Landes- schau aktuell 18.15 Fahr mal hin 18.45 SWR Landesschau Baden-Württemberg 19.45 SWR Landesschau aktuell 20.00 Tagesschau 20.15 Expedition in die Heimat 21.00 Hand- taschen, Horoskope, Hochzeiten 21.45 SWR Landesschau aktuell 22.00 Nachtcafé. Wenn Kinder gehen. Zu Gast: Bill Mockridge (Schauspieler) u.a. 23.30 Alfons und Gäste 0.00 Hannes und der Bürgermeister 12.10 Utta Danella: Eine Liebe im Septem- ber. Liebesdrama, D 2006 13.40 Das Wai- senhaus für wilde Tiere 14.30 Mit dem Zug vom Bosporus bis Bratislava 15.15 Die Ost- see (2/2) 16.00 hallo hessen 16.45 Hessen- schau kompakt 17.00 hallo hessen 17.50 Hessenschau kompakt 18.00 Maintower. Live aus dem Maintower 18.20 Brisant 18.45 Hessentipp 19.15 Alle Wetter! 19.30 Hessen- schau 20.00 Tagesschau 20.15 Zu Fuß über die Alpen 21.00 Verrückt nach Meer 21.45 Hessenschau kompakt 22.00 NDR Talk Show. Mit Monika Gruber (Schauspielerin, Kabarettistin) u.a. 0.00 strassen stars 9.00 Roary 9.25 Floris Drachen 9.45 Zigby, das Zebra 9.55 Au Schwarte! 10.18 Kikanin- chen 10.25 Coco 10.50 Heidi 11.15 Die Wil- den Kerle (5/26) 11.35 Pat & Stan 11.40 Sherlock Yack 12.05 Garfield 12.30 Piets irre Pleiten 12.55 Die fantastische Welt von Gumball 13.10 Das Green Team 13.55 Fluch des Falken 14.10 Schloss Einstein 15.00 Jä- ger des Wissens 15.25 In Your Dreams – Sommer deines Lebens 16.18 logo! Die Welt und ich 16.25 Horseland, die Pferderanch 17.10 Garfield 17.35 Pearlie (1/52) 18.00 Der kleine Nick 18.15 Heidi 18.40 Tilly und ihre Freunde 18.50 Unser Sandmännchen 5.15 Beslan, die unendliche Tragödie – Le- ben nach dem Geiseldrama 12.45 Börse am Mittag 13.05 Vision Gold 13.35 N24 Cassini 14.05 Hubschrauber-Legende Huey – Der Bell UH-1D in Deutschland 15.20 N24 Zeit- reise mit Stefan Aust 16.05 Hell Roads – Die gefährlichsten Straßen der Welt 17.00 Tun- nel für die Autobahn – Die größte Bohrma- schine der Welt 18.15 Börse am Abend 18.25 N24 Cassini 19.10 Einsatz im Revier 20.10 Die Erde – Ein Planet entsteht 22.15 Ste- phen Hawking: Geheimnisse des Univer- sums 23.10 Die Science Fiction Propheten 0.00 Star Wars Tech 0.50 Orbit All Inclusive 5.15 Bombensicher: Entschärfung von Sprengstoffen 6.10 Telebörse 12.30 News Spezial 13.10 Telebörse 13.30 News Spezial 14.10 Telebörse 14.30 News Spezial 15.10 Auslandsreport 15.40 Telebörse 16.10 Ali- ens: Sind wir allein im Universum? 17.05 Alien-Autopsie: Fakt oder Fiktion? 18.20 Telebörse 18.35 Ratgeber – Freizeit & Fit- ness 19.05 Quallen 20.05 Riesen-Schlan- gen: Die XXL-Jäger 21.05 Safari-Paparazzi: Wildlife pur (1) 22.03 Telebörse 22.10 Safa- ri-Paparazzi: Wildlife pur (2) 23.05 Deluxe 0.05 Besucher aus dem All 1.00 Bedrohung aus dem All: Rettungsplan Erde 1.40 Aliens 11.45 In aller Freundschaft 12.30 Hannibal. Historienfilm, I 1959 14.00 MDR um zwei 15.00 LexiTV – Wissen für alle 16.00 MDR um vier 16.30 MDR um vier 17.00 MDR um vier 17.30 MDR um vier 17.45 MDR aktuell 18.05 Wetter für 3 18.10 Brisant 18.54 Un- ser Sandmännchen 19.00 Regional 19.30 MDR aktuell 19.50 Elefant, Tiger und Co. 20.15 Wiedersehen macht Freude 21.00 Das Magazin zum Jubiläum 21.45 MDR ak- tuell 22.00 Riverboat. Die MDR-Talkshow. Über Liebe, Familie und Freundschaft. Zu Gast: Verona Pooth (Stilikone und Unter- nehmerin) u.a. 0.00 Kino Royal 14.15 Planet Wissen 15.15 mareTV (2/2) 16.00 rbb aktuell 16.05 Der Berlin-Bran- denburg Check 16.50 kurz vor 5 17.00 rbb aktuell 17.05 Das Waisenhaus für wilde Tie- re 17.55 Unser Sandmännchen 18.00 rbb um 6 18.25 rbb wetter 18.30 ZiBB 19.25 rbb wetter 19.30 Abendschau / Brandenburg aktuell 20.00 Tagesschau 20.15 Die 30 tollsten Brandenburger Feste 21.00 Ist das ein Witz? (1/2) 21.45 rbb aktuell 22.00 Ri- verboat. Die MDR-Talkshow. Über Liebe, Familie und Freundschaft. Zu Gast: Verona Pooth (Stilikone und Unternehmerin) u.a. 0.00 40 Jahre Kessel Buntes (2/2) 14.15 Coop gegen Kat 14.45 Sally Bolly- wood 15.10 Eddie Angsthorn 15.20 Scooby- Doo! 15.50 Tom und Jerry 16.15 Camp Sumpfgrund 16.45 Cosmo & Wanda – Wenn Elfen helfen 16.50 DreamWorks: Die Dra- chenreiter von Berk 17.15 Dragons – Die Reiter von Berk 17.45 DreamWorks: Die Drachenreiter von Berk 18.40 DreamWorks: Die Drachenreiter von Berk 19.10 Dream- Works: Die Drachenreiter von Berk 19.45 DreamWorks Dragons – Die Reiter von Berk 20.15 DreamWorks Dragons – Die Wächter von Berk 22.10 Mein Leben und ich 0.05 Shop24Direct 3.50 Nachtprogramm 8.30 Eiskunstlauf 9.00 Eiskunstlauf. WM. Herren Kür. Live aus Saitama (J) 13.00 Eis- kunstlauf 14.30 Radsport. Volta Ciclista a Catalunya. 4. Etappe: Alp-Vallter 2000 Set- cases (166,4 km) 15.00 Radsport. E3 Harel- beke. Eintagesrennen über 202 km mit Start und Ziel in Harelbeke (B). Live 17.15 Radsport 19.00 Speedway. Best Pairs Cup. 1. von 3 Stationen der Zweierteam-Serie. Live aus Torun (PL) 22.00 Horse Racing Time. Das Pferderennsport-Magazin. Gran Premio Latinoamericano in Monterrico (PER) am 15. März 22.15 Timbersport 22.45 Timbersport 23.15 Radsport 0.30 Radsport 5.00 Clips 5.30 Clips 6.00 Formel 1 7.00 For- mel 1. Großer Preis von Malaysia. 2. freies Training. Live aus Sepang 8.35 Sport-Quiz 11.30 Teleshopping 14.00 Formel 1 15.30 Poker 16.30 Storage Hunters 17.00 Storage Wars – Geschäfte in Texas 17.30 Swamp People – Überleben im Sumpf 18.30 Bun- desliga aktuell 19.10 Goooal! – Das interna- tionale Fußball-Magazin 19.40 Sport1 Games 19.45 Formel 1 21.15 Die PS-Profis – Mehr Power aus dem Pott 22.15 Hattrick. 2. Bundesliga 23.30 News 23.54 Die Rene Schwuchow Show – 6 vor 12 0.45 Teleshop- ping 1.00 Clips 1.05 Teleshopping 1.20 Clips 5.00 W wie Wissen 5.30 Morgenmagazin 9.00 Tagesschau 9.05 Rote Rosen 9.55 Sturm der Liebe 10.45 Tierärztin Dr. Mer- tens 11.35 Elefant, Tiger und Co. 12.00 Ta- gesschau 12.15 Buffet 13.00 Mittagsmaga- zin. U.a.: UN-Vollversammlung diskutiert Ukraine-Frage 14.00 Tagesschau 14.10 Ro- te Rosen 15.00 Tagesschau 15.10 Sturm der Liebe 16.00 Tagesschau 16.10 Giraffe, Erd- männchen & Co. 17.00 Tagesschau 17.15 Brisant 18.00 Verbotene Liebe 18.50 Der Dicke 19.45 Sportschau vor acht 19.50 Wet- ter vor acht 19.55 Börse vor acht 5.00 hallo deutschland 5.30 Morgenmaga- zin 9.05 Volle Kanne – Service täglich 10.30 Notruf Hafenkante 11.15 SOKO 5113 12.00 heute 12.10 drehscheibe. U.a.: Urteil in München – Wiesnwirt Krätz wegen Steuer- hinterziehung vor Gericht 13.00 Mittags- magazin 14.00 heute – in Deutschland 14.15 Die Küchenschlacht 15.00 heute 15.05 Topfgeldjäger 16.00 heute – in Euro- pa 16.10 SOKO Wien (1/15) 17.00 heute 17.10 hallo deutschland 17.45 Leute heute 18.05 SOKO Kitzbühel 19.00 heute 19.20 Wetter 19.25 Die Garmisch-Cops 5.35 Space Night 6.00 Telekolleg Biologie 6.30 ach so! fragen – forschen – verstehen 7.00 Planète Némo 7.15 Tele-Gym 7.30 Pa- noramabilder / Bergwetter 9.00 Tele-Gym 9.15 Seehund, Puma & Co. 10.05 quer 10.50 Capriccio 11.20 Rote Rosen 12.10 Sturm der Liebe 13.00 Dahoam is Dahoam 13.30 Als meine Frau mein Chef wurde. TV-Romanze, D 2013 15.00 Meisterhaft! 15.30 Wir in Bay- ern 16.45 Rundschau 17.00 Pfarrer Schieß- ler 17.30 Abendschau – Der Süden 18.00 Abendschau 18.45 Rundschau 19.00 Unser Land 19.45 Heimatrauschen. Magazin 5.35 Explosiv – Das Magazin 6.00 Guten Morgen Deutschland 8.30 Gute Zeiten, schlechte Zeiten 9.00 Unter uns 9.30 Fami- lien im Brennpunkt 10.30 Familien im Brennpunkt 11.30 Unsere erste gemeinsa- me Wohnung 12.00 Punkt 12 14.00 5 Zim- mer 1 Gewinner. 10. Tag: Anja/Rees. Mit Attila Deveci (Interior-Designer) 15.00 Ver- dachtsfälle 16.00 Familien im Brennpunkt 17.00 Betrugsfälle 17.30 Unter uns 18.00 Explosiv – Das Magazin 18.30 Exclusiv 18.45 RTL aktuell 19.05 Alles was zählt 19.40 Gute Zeiten, schlechte Zeiten 5.25 Scrubs 5.45 Scrubs 6.05 Eine schreck- lich nette Familie 6.25 Eine schrecklich nette Familie 6.45 Malcolm 7.15 Malcolm 7.40 Scrubs 8.05 Scrubs 8.30 Mike & Molly 8.55 Mike & Molly 9.15 Two and a Half Men 9.45 Two and a Half Men 10.05 How I Met Your Mother 10.35 How I Met Your Mother 11.00 How I Met Your Mother 11.25 The Big Bang Theory 12.50 Mike & Molly 13.35 Two and a Half Men 14.25 The Big Bang Theory 15.35 How I Met Your Mother 17.00 taff 18.00 Newstime 18.10 Die Simpsons 19.05 Galileo. Aberglaube im Alltag. Magazin 5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen. U.a.: Talk und Musik: Andreas Kümmert / Talk: Mat- thias Schlitte alias Arm-Wrestler Hellboy / Pönis DVD Tipp / The Voice Kids 10.00 Im Namen der Gerechtigkeit – Wir kämpfen für Sie! 11.00 Richterin Barbara Salesch 12.00 Richter Alexander Hold 13.00 Richter Alexander Hold 14.00 Auf Streife 15.00 Im Namen der Gerechtigkeit – Wir kämpfen für Sie! 16.00 Anwälte im Einsatz 17.00 Mein dunkles Geheimnis 17.30 Schicksale – und plötzlich ist alles anders 18.00 Navy CIS 19.00 Navy CIS 19.55 Sat.1 Nachrichten 8.25 X:enius 8.55 Wachstumsmarkt Welt- hunger. Dokumentarfilm, F 2013 10.10 Ich habe von Europa geträumt. Kurzfilm, F 2014 10.15 Die Saatgut-Retter 11.10 Seren- geti – Kein Platz für Menschen? 11.55 Rei- sen für Genießer 12.30 ARTE Journal 12.55 360° 13.50 Mord in Barcelona. Kriminalfilm, F 1978 15.25 Verschollene Filmschätze 15.50 Medizin in fernen Ländern 16.20 Die Warli – Indiens Volk der Maler 17.00 X:enius 17.30 Die Hängenden Gärten von Babylon. Dokumentarfilm, GB 2013 18.25 Schottland 19.10 ARTE Journal 19.30 Die Mosel (3/3) 6.20 Kulturzeit 7.00 nano 7.30 Alpenpano- rama 9.00 ZIB 9.05 Kulturzeit 9.45 nano 10.15 Beckmann 11.30 Stolperstein 12.00 Glocken – Klang zwischen Himmel und Er- de 12.45 Montmartre – die Seele von Paris 13.00 ZIB 13.15 Mit dem Zug zum Kaukasus 14.00 Transsibirische Eisenbahn 15.00 Viet- nam in einem Zug 15.45 Mit der Dampflok durch Polen 16.30 Großer Bahnhof für den "Adler" 17.15 Auf Adlers Schwingen 17.45 Als der Osten durch den Westen fuhr 18.30 nano 19.00 heute 19.20 Kulturzeit. Wie die Bundeswehr Minderjährige rekrutiert 20.00 Tagesschau Mit Wetter 20.15 Meine Mutter, meine Männer TV-Drama, D 2014. Mit Marie Ziel- cke, Anna Stieblich, Roman Knizka Regie: Karola Hattop. Bei der er- folgreichen Operndirektorin Jenny bahnen sich heftige Turbulenzen an. Zuerst kommt ihr Exfreund als Bühnenbildner an ihr Haus, dann taucht ihre Mutter auf, und schwanger ist sie auch noch. 21.45 Tagesthemen 22.00 Tatort Der traurige König. TV-Kriminal- film, D 2012. Mit Miroslav Nemec, Udo Wachtveitl, Elisabeth Orth 20.15 Der Alte (1/6) Melodie des Todes. Krimiserie Hauptkommissar Voss und Dr. Sommerfeld sind auf einem Ge- denkkonzert. Mitten in der Auf- führung unterbricht die Pianistin Anna Nagoya ihr Spiel, denn im Klavier klemmt eine abgetrennte menschliche Hand. Neue Folgen 21.15 Letzte Spur Berlin (4/12) Herzblut. Krimiserie 22.00 heute-journal Wetter 22.30 heute-show Nachrichtensatire. Anchorman Oliver Welke kommentiert die Ge- schehnisse in Politik und Gesell- schaft der vergangenen Woche. 20.15 Hubert und Staller Bauernfänger. Krimiserie 21.00 München 7 Die Wilde aus dem Süden Krimiserie. Monis argentinischer Lebensgefährte Angelo ver- schwindet bei ihrer Ankunft am Münchner Flughafen und lässt Moni ohne Pass zurück. Ver- zweifelt ruft sie ihren alten Freund Xaver an, der zu Hilfe eilt. 21.45 Rundschau-Magazin 22.00 Im Schleudergang (4/6) Chakalaka. Dramaserie 22.30 Habe die Ehre (2/5) Show. Zu Gast: Bodo Bach (Komiker) 20.15 Let's Dance (1/9) Show. Jury: Motsi Mabuse, Joachim Llambi, Jorge Gonzalez. Kandidaten: Carmen Geiss, Bernhard Brink, Tanja Szewczen- ko, Larissa Marolt, Alexander Klaws, Lilly Becker, Alexander Leipold, Cindy Berger, Dirk Moritz, Patrice Bouédibéla. Neue Staffel Das Tanzparkett ist frisch gebohnert, die glamourösen Kostüme sind fertig und 'Let's Dance' erstrahlt in neuem Glanz: Zehn Prominente können es kaum erwarten, beim RTL- Showhighlight dabei zu sein. 20.15 Forbidden Kingdom Abenteuerfilm, USA/CHN 2008. Mit Jet Li, Michael Angarano, Jackie Chan. Regie: Rob Minkoff Der 14-jährige Martial-Arts- Fan Jason entdeckt in einem Sammlerladen den legendären Kampfstab des Königs der Affen. Das Artefakt führt ihn auf eine abenteuerliche Reise in das alte China. 22.15 The Warrior's Way Actionfilm, NZ/COR 2010 Mit Jang Dong-gun, Kate Bosworth, Geoffrey Rush Regie: Sngmoo Lee 20.15 The Voice Kids (2/8) Show Mit Lena Meyer-Landrut (Sän- gerin), Henning Wehland (Sän- ger), Johannes Strate (Sänger) Keine Show für Kids, sondern mit Kids: Der "Kinder-Ableger" der Talenteshow "The Voice of Germany". Der Sieger der Show bekommt einen Ausbildungsvertrag sowie einen optionalen Plattenvertrag. 22.30 Knallerfrauen Sketch-Comedy Martina Hill zeigt die ganze Vielfalt ihres Könnens und beweist mit sophistischem Humor, dass Sketch-Comedy keineswegs platt sein muss. 20.15 Burning Bush – Die Helden von Prag (3/3) TV-Drama, CZ 2013. Mit Tatiana Pauhofová, Jaroslava Pokorná, Petr Stach Regie: Agnieszka Holland Als es acht Monate nach der Selbstverbrennung Jan Palachs zum Prozess gegen den Abgeordneten Novy kommt, will niemand mehr gegen ihn aussagen. Und dann ist plötzlich Jan Palachs Grab nicht mehr da. 21.35 Der Ameisenplanet Anatomie einer Kolonie 22.25 Abschied von Oma Dokumentation 20.00 Tagesschau 20.15 Vorsicht Operation! Reportage 21.00 makro Magazin. Ägypten – Allah und das Wohl der Wirtschaft 21.30 auslandsjournal extra U.a.:. Brasilien – Tod am Traumstrand: Hai-Attacken im brasilianischen Recife / Syrien – Dschihad oder Demokratie: Der Kampf unter den syrischen 22.10 ZIB 2 22.35 Wahre Lügen Erotikthriller, CDN/GB 2005 Mit Kevin Bacon, Colin Firth, Alison Lohman Regie: Atom Egoyan 23.30 Kommissar Beck – Die neuen Fälle Russisches Roulette. TV-Kri- minalfilm, S/DK/N/D/F 1997. Mit Peter Haber, Mikael Persbrandt, Figge Norling. Regie: Pelle Seth 0.50 Nachtmagazin 1.10 Black Rainbow – Schwarzer Regenbogen Thriller, GB 1989 2.55 Kein Koks für Sherlock Holmes Kriminalfilm, GB 1976 4.45 Weltreisen 23.00 aspekte Magazin. U.a.: Kunst jen- seits der Schmerzgrenze: Pjotr Pawlenskij nagelt sich auf den Moskauer Roten Platz / Mein Opa ein Nazi? Die neue Perspektive der Enkelgene- ration auf das Dritte Reich 23.45 Ripper Street Krimiserie 0.35 heute nacht 0.50 Verleihung Deutscher Kleinkunstpreis 2014 2.05 In Plain Sight – In der Schusslinie 23.15 Z'am rocken Konzert. Mit Banda Brasil, Andre- as Martin Hofmeir & Guto Brinho- li, Dicht & Ergreifend, Rössl Trio, Django S, Servus Band. Aus dem Hofbräuhaus München 0.00 Rundschau-Nacht 0.10 PULS 0.40 Taubertal Festival – Pennywise 1.40 Der wilde Woidboyz Comedy Mix 2.10 Planet Erde 2.15 Schlachthof 23.00 Jungen gegen Mädchen (1/3) Show. Kandidaten: Carsten Spen- gemann (Moderator), André Dietz (Schauspieler), Massimo Sinato (Profitänzer), Nina Moghaddam (Moderatorin) u.a. Neue Staffel 0.00 RTL Nachtjournal 0.30 Paul Panzer – Stars bei der Arbeit (2/6) 1.30 Familien im Brennpunkt 2.25 RTL Nachtjournal 3.00 Das Strafgericht 0.05 Hannah's Law TV-Western, USA 2012. Mit Sara Canning, John Pyper-Ferguson Regie: Rachel Talalay 1.50 Steven liebt Kino – Spezial 2.00 ProSieben Spätnachrichten 2.05 The Warrior's Way Actionfilm, NZ/COR 2010. Mit Jang Dong-gun, Kate Bosworth Regie: Sngmoo Lee 3.45 Hannah's Law TV-Western, USA 2012 23.00 Knallerfrauen Sketch-Comedy mit Martina Hill 23.30 Switch Reloaded Show. Mit Bernhard Hoëcker, Mi- chael Kessler, Petra Nadolny, Pe- ter Nottmeier, Susanne Pätzold, Michael Müller, Martina Hill, Max Giermann, Martin Klempnow 0.00 Switch Reloaded 0.30 The Voice Kids (2/8) 2.20 Sechserpack 2.45 Sechserpack 23.20 KurzSchluss Magazin. Schwerpunkt "Das gro- ße Gruseln" / Zoom: Das dritte Auge / Traumjob: Der Stuntman / Ein anderer Blick: Apokalypse im Kurzfilm / "Das dritte Auge" von Jérôme Perrillat-Collomb u.a. 0.10 Without Snow Kurzfilm, S 2011 Mit Erik Lennblad, Louise Wehlin 0.50 Tracks 1.35 Frida Drama, USA/CDN/MEX 2002 0.20 10vor10 0.50 extra 3 1.20 Wir Staatskünstler – Der Jahresrückblick (1/2) 2.05 Wir Staatskünstler – Der Jahresrückblick (2/2) 2.50 Kupetzky (1/6) 3.15 Kupetzky (2/6) 3.40 Kupetzky (3/6) 4.05 Kupetzky (4/6) 4.30 Kupetzky (5/6) 4.50 Kupetzky 10.00 SH Magazin 10.30 Regional 11.00 Hal- lo Niedersachsen 11.30 Zwischen Hirschen und Kanonen 12.15 In aller Freundschaft 13.00 Die Nordreportage 13.30 Brisant 14.00 NDR aktuell 14.15 Bilderbuch Deutschland 15.00 NDR aktuell 15.15 Immer ostwärts (5/5) 16.00 NDR aktuell 16.10 Mein Nachmittag 17.10 Seehund, Puma & Co. 18.00 Regional 18.15 Lust auf Norden 18.45 DAS! 19.30 Regional 20.00 Tagesschau 20.15 die nordstory 21.15 Die Reportage 21.45 NDR aktuell 22.00 NDR Talk Show. Mit Monika Gruber (Schauspielerin, Kabarettis- tin) u.a. 0.00 NDR Comedy Contest 10.30 Aktuelle Stunde 11.10 Seehund, Pu- ma & Co. 12.00 Leopard, Seebär & Co. 12.45 WDR aktuell 13.00 Servicezeit 13.30 In aller Freundschaft 14.15 Mord ist ihr Hobby 15.00 Planet Wissen 16.00 WDR aktuell 16.15 daheim & unterwegs 18.00 Lokalzeit 18.05 Hier und heute 18.20 Servicezeit Re- portage 18.50 Aktuelle Stunde 19.30 Lokal- zeit 20.00 Tagesschau 20.15 NRW tischt auf! – Von der Steckrübe zum Toast Hawaii (1/2) 21.00 Der Vorkoster 21.45 Kölner Treff. Zu Gast: Ann-Kathrin Kramer (Schauspiele- rin) u.a. 23.10 WDR aktuell 23.15 Gerhard Schröder – Kanzlerjahre 0.00 Duelle 5.35 Leider geile Werbeclips! 6.00 Joyce Meyer – Das Leben genießen 6.25 Werbe- sendung 7.25 Joyce Meyer 7.55 Missions- werk Karlsruhe 8.00 Werbesendung 13.30 Reich und schön 14.00 Reich und schön 14.30 Reich und schön 15.00 Star Trek – Raumschiff Voyager 16.00 Stargate: Atlan- tis 17.00 Stargate Atlantis 17.55 Star Trek – Raumschiff Voyager 18.55 Star Trek – Enterprise 20.00 Kalkofes Mattscheibe Rekalked 20.15 Tornado Warning. TV-Thril- ler, USA 2002 22.10 The Game – Spiel um dein Leben. TV-Actionfilm, USA 2004 0.00 Jeepers Creepers. Horrorfilm, USA/D 2001 13.00 ZIB 13.15 heute mittag 14.00 Frisch gekocht 14.25 Lena – Liebe meines Lebens 15.10 Sturm der Liebe 16.00 Die Barbara- Karlich-Show 17.00 ZIB 17.05 heute öster- reich 17.30 heute leben 18.30 heute kon- kret 18.51 heute infos und tipps 19.00 Bundesland heute 19.30 Zeit im Bild 19.49 Wetter 19.55 Sport aktuell 20.05 Seitenbli- cke 20.15 Der Alte (2/7) 21.20 Die Gar- misch-Cops 22.10 ZIB 2 22.35 Euromillio- nen 22.40 Universum History 23.30 Colum- bo. Momentaufnahme für die Ewigkeit. TV-Kriminalfilm, USA 1974 1.00 Zodiak – Der Horoskop-Mörder (2/4). Thriller, A/D '07 9.40 Jesus liebt mich. Komödie, D 2012 11.25 Hit and Run. Romantikkomödie, USA 2012 13.05 Kokowääh 2. Komödie, D 2013 15.00 Making of ... 15.10 Hänsel und Gretel: Hexenjäger. Fantasyfilm, D/USA 2013 16.40 Schlussmacher. Komödie, D 2013 18.25 Ma- king of ... 18.35 Robot & Frank – Zwei diebi- sche Komplizen. Krimikomödie, USA 2012 20.10 Zapping 20.15 William Shakespeares Romeo & Julia. Drama, USA 1996 22.15 Sky Magazin 22.30 Bait – Haie im Supermarkt. Horrorfilm, AUS/SIN 2012 0.05 Hänsel und Gretel: Hexenjäger. Fantasyfilm, D/ USA 2013 1.30 Making of ... Magazin 3sat, 22.35 Uhr. Die Entertainer Lanny und Vince (v. l. Kevin Bacon, Colin Firth) sind Fernsehstars der 1950er. Sie führen ausschweifende Leben – eines Tages wird ein Zimmermädchen (Rachel Blanchard) tot in ihrer Hotelbadewanne gefunden. Atom Egoyans Thriller spielt überwiegend viele Jahre später, als ein Enthüllungsbuch über das Duo erscheinen soll. FOTO: ZDF/RAFY Wahre Lügen PROGRAMM VOM FREITAG32 Freitag, 28. März 2014, Nr. 73 DEFGH ANZEIGE Fernsehtipp "2�DE "AYERN��"AYERISCHES�&ERNSEHEN �" 2� ( yG NE R �" 2� +A PF ER %INE�,AUTKOMPOSITION�AUS�UNVERyFFENTLICHTEN�#OLLAGEN�� VON�(ERTA�-~LLER��3O�BEZEICHNEN�DER�+OMPONIST� *OSEF�!NTON�2IEDL��&OTO �UND�DER�!UTOR�-ICHAEL�,ENTZ�� IHR�~BERWIEGEND�IMPROVISATORISCH�AUSGESTALTETES��� LAUTPOETISCHES�(yRST~CK��5RSENDUNG� &REITAG��������5HR 2IEDL�,ENTZ��GRyER�MINUS�GRyER HyR�SPIEL�ART�MIX )N�"AYERN�WIRD�4RADITION�GELEBT�UND�DER�:EITGEIST�GEWECKT�� (EIMATEXPERTE�&LORIAN�7AGNER�PRiSENTIERT��7ORLD�7IDE� 7EIWURST�¯�DIE�4RADITIONSWURST�EROBERT�DAS�)NTERNET�� (EIMATLIEBE�GEHT�UNTER�DIE�(AUT�¯�BAYERISCHE�4ATTOOS�IM� 4REND�UND�IN�&RANKEN�ERLEBT�DIE�4RACHT�EINE�2ENAISSANCE� &REITAG��������5HR -AGAZIN�F~R�MODERNE�,EBENSART�IN�"AYERN (EIMATRAUSCHEN WHO’S PERFECT – La Nuova Casa Möbelhandels GmbH & Co. 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