TB Gentle-HHorse Training Zeit jagt und die Pferde keine Möglichkeit haben durch eigene Aktion die…

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  • TBGGGGentle-HHHHorseTTTTraining

    monatliches Trainingsjournal von Thies Bttcher- www.gentle-horse-training.de

    GHT-Journal Nov./ Dez. 2008

    Training

    2 RoundpenEin Kreis fr alle Flle:Sobald der Begriff Roundpen fllt denkenviele sofort an Monty Roberts mit seinemJoin-Up...

    5 NHS- im DetailSchulterkontrolle auf DistanzFr eine gute Balance und Wendigkeitbentigen wir jedoch ein Pferd, welches dieSchulter frei macht und vermehrt dieHinterhand einsetzt...

    8 Roping Teil IVIm Roping wird deutlich, wie hoch dieAnsprche an ein Gebrauchspferd sind. Einebessere berprfung der Rittigkeit gibt eskaum.Ready to rope? Have fun

    auch in der Ausgabe

    11 Richtung & GeschwindigkeitBasiskontrolle fr das Pferd

    14 Impressum

    Nicht nur beim Roping ist die Kontrolle vonGeschwindigkeit und Richtung berausentscheidend. Auch im "normalen" Reitensind diese Dinge bei sehr vielen Reiternimmer noch ein kritischer Punkt...S. 11

  • GHT-Journal Nov./ Dez. 2008 Seite 2

    Roundpen

    Roundpen Ein Kreis fr alle Flle

    Sobald der Begriff Roundpen flltdenken viele sofort an MontyRoberts mit seinem Join-Up. Andereverbinden mit einem Roundpen dasPferd eben ohne Longe im Kreislaufen zu lassen. Fr mich ist einRoundpen ein spezieller Werkraum,in welchem man in unterschied-lichster Weise arbeiten kann.

    Eine Besonderheit im Roundpen ist,dass man mit dem Pferd nichtphysikalisch verbunden ist (durchLongen etc...). Das Pferd ist sichdessen selbstverstndlich bewut undkann entsprechend seiner Naturagieren. Die Meinung eines Pferdeswird deutlicher als an der Longe.Whrend man an der Longe durchzupfen das Pferd aufmerksammachen kann, ist es im Roundpen inder Lage, den Kopf einfach nachauen zu biegen und den Menschenso zu ignorieren. Im Notfall luft eseinfach weg und keine Longe kannes aufhalten. Immer wenn wirmechanisch mit dem Pferd ver-bunden sind, ob durch Zgel, eineLonge oder andere Dinge befindetsich das Pferd quasi in unserem

    Land. Im Rounpen sind wir zuBesuch bei den Pferden und mssenentsprechend seiner Spielregelnagieren.

    Worum es geht:Ein wichtiger Aspekt ist diekrperliche Kontrolle ber das Pferd.Dies bedeutet, dass wir das Pferd inseiner Bewegung kontrollierenwollen. Geschwindigkeit und Rich-tung sind dabei die wichtigstenKomponenten. Dabei kann man dasPferd beim Richtungswechsel nachinnen oder auen wenden. Fr michist das "nach innen wenden" diebessere Option, da sich das Pferd zumir hin orientiert.(siehe ArtikelArbeit auf Distanz Oktober 2008).Ich mchte nicht, dass Pferde vonmir "wegdenken" und immer nachauen drehen. Dies ist genausokontraproduktiv wie das Pferd zusehr zu schicken, da man in diesemFall sehr schnell den Fluchtinstinktnutzt und sich dieser mit derBewegung einprgt. Denn nebendem krperlichen Aspekt trainierenwir auch immer die Emotionen unddie Einstellung des Pferdes. Hierinliegt die grte Gefahr imRoundpentraining. Man kann Pferdevllig verschrecken und von sich"wegbringen". Viele Pferde reagierennach gengend Arbeit im Roundpensehr aggressiv und quitieren das"Bewegen mssen" immer mitOhren-anlegen. Auch kann manPferde mental brechen, indem mansie Runde um Runde im Galopp berlange Zeit jagt und die Pferde keineMglichkeit haben durch eigeneAktion die Sache zu beenden.Irgendwann geben Sie auf undmachen alles mit oder schalteneinfach ab. Es ist wichtig, dass auchim Roundpen eine Kommunikationstattfindet. Das Pferd muss durchbestimmte Reaktionen immer seineKomfortzone finden (siehe Lern-verhalten Oktober 2008) und dieSituation aktiv mitgestalten knnen.

    Das Pferd muss fr sich einen Vorteilfinden und nicht absolut abhngigvom Menschen sein.Fr den Menschen ist das Roundpeneine Schule- er muss ber Krper-sprache das Pferd lenken und lerntauch viel ber sein Pferd

    Wie entsteht Kontrolle:Vier Dinge gilt es im Roundpen zuerreichen: Bewegung, Aufmerk-samkeit, Individualabstand undAktion- Reaktion.

    Bewegung: Richtung und Ge-schwindigkeit sind immer die beidenwichtigen Komponenten. Ich be-ginne die Arbeit im Roundpen

    meistens damit, dass ich vom Pferdden Schritt in eine bestimmteRichtung fordere.Whrend das Pferdsich entsprechend bewegt bleibe ichlocker in der Mitte stehen. Nach ca.einer Runde blocke ich das Pferd, sodass es stehenbleibt. Um das Pferdzu lenken kann man gut auf das Bildvom Billardspielen zurckgreifen.Pferd und Mensch haben beide einenmehreren Meter groen Individua-lbereich um sich herum (Space).Diese beiden Bereiche kollidierenwie zwei Billardkugeln, wobei eswichtig ist, dass der Mensch deraktive Part ist. Wenn ich von schrghinten das Pferd "anspiele"wird esnach vorne heraustreten- wenn icheher von vorne auf das Pferd zugehewird es stoppen. Da ich meistens von

    Bewegung ohne Fluchttrieb ist diewichtigste Voraussetzung im"Liberty" (freie Arbeit).

    Es muss nicht "rund" sein. In einemViereck funktioniert die Arbeitgenauso. Das Pferd wird allerdingseher versuchen, sich in einer Ecke zuverkriechen und man kommt durchdie Ecken eher aus der Position zumPferd.

  • der Mitte her auf das Pferd zugehestoppe ich es gegen die Bande unddas Pferd wrde nach auen wenden.Da ich das nicht mchte muss ichden Druck wegnehmen (wieder einenSchritt zurckgehen) sobald dasPferd stehengeblieben ist.

    Das Pferd zu sich holen:Gehen wir davon aus, dass ich dasPferd an der Bande gestoppt habe,ohne das es umgedreht ist. Nach dem

    stehen habe ich den Abstand zumPferd vergrert. Ich gehe nun aufdas Pferd zu, bis es seineAufmerksamkeit zu mir bringt, sei esein Ohr, oder eine leichte Drehungdes Kopfes. In diesem Moment geheich wieder gerade rckwrts undnehme den Druck vom Pferd. Ich"ziehe es quasi zu mir". Viele Pferdekommen in diesem Augenblickschon in meine Richtung. Ansonstennhere ich mich wieder an, bis icheine Bewegung zu mir bekomme undgehe wieder rckwrts. DieseBewegung wird zu Anfang immerder Hals sein, da das Pferd versuchenwird, mich mit beiden Augenanzuschauen. Alternativ kann mansich auch Richtung Hinterhand

    das Pferd im Schritt auf einenLinkszirkel schicke und nach einerRunde wieder zu mir hereinhole.Danach schicke ich es auf die rechteHand. Wenn dies funktioniert kannman auch Trab und spter Galoppfordern.

    Bereits in dieser kleinen bung hatdas Pferd sehr viele Mglichkeiten,selbst die Kontrolle zu bernehmen.Es kann zum Beispiel selbststndigdie Gangart wechseln oder pltzlichumdrehen. Es kann nach auenwenden anstatt sich zu einem zudrehen. Vielleicht luft es durchIhren Block durch, wenn Sie esstoppen wollen. Das Pferd versuchtdann Geschwindigkeit und Richtungselbst zu bestimmen und ignoriertIhren "Space". Unter Umstndenluft es auch nicht am Zaun sondernlediglich in 3 Meter Entfernung vonIhnen. Das Pferd signalisiert erstseine Mitarbeit, wenn es nicht mehrmacht als seinen Anweisungen zufolgen. Wenn es aktiv ist,selbststndig wendet oder dieGangart wechselt versucht es dieSituation zu kontrollieren, selbstwenn Sie darauf reagieren. Aberdarum geht es genau: wer bewegtwen? Wenn Sie auf das Pferdreagieren bewegt es SIE!. Erst wennes mitmacht und auf Sie reagiert hates akzeptiert, dass Sie die Kontrollehaben. Wichtig in der Arbeit istebenfalls, dass Sie dem Pferd bei sichPause geben. Es soll merken, dass esweniger Arbeit bedeutet, wenn essich Ihnen zuwendet. Einige Pferdeversuchen dann allerdings bei einemzu bleiben, wenn man sie wiedernach auen schicken mchte. In demMoment kontrolliert wieder dasPferd.

    nach auen wenden:wenn das Pferd gut zu Ihnen kommtkann man es auch gerne einmal nachauen wenden lassen. Dazu mussman nur den Druck aufrecht erhalten,wenn man es von schrg vorne

    GHT-Journal Nov./ Dez. 2008 Seite 3

    Roundpen

    bewegen und diese herauspuschen(siehe letzte Ausgabe. Arbeit AufDistanz, bung 2) und somit denKopf zu sich bringen. Nur hier gibtes kein Seil mehr, um das Pferd amweglaufen zu hindern. Sofern esweggeht mssen Sie die Kontrollebernehmen- ich treibe es wieder

    vorwrts, halte es an einem von mirbestimmten Punkt an und beginnevon neuen. Die bung siehtzusammengesetzt so aus, dass ich

    Das Pferd wurde durch die Positionvor der Schulter und der Bewegungauf das "vor das Pferd" gestoppt.Sobald es stand bewegt sich dieBesitzerin leicht zurck und erhltdie Aufmerksamkeit des Pferdes.Solange das Pferd nach auenschaut oder sich wegdreht "denkt" esnicht gengend zum Menschen bzw.denkt vom Menschen WEG. Eineklate Aussage des Pferdes.

    Auf diesem Bild reagiert die QH-Stute genau richtig. Sie lsst sichdurch das Rckwrts-Gehen nachInnen ziehen. Es gilt wiederAnnherung und Rckzug: Das"Denken zum Menschen" wird durchDruck Wegnehmen belohnt.

    Die Alternative: Der Blick zurHinterhand lst diese und lsst dasPferd nach innen wenden.

  • GHT-Journal Nov./ Dez. 2008 Seite 4

    Roundpen

    abblockt. Sie werden es auch machenmssen, wenn Sie ein Pferd haben,welches sehr dominant ist und Ihnenversucht im Roundpen wegzulaufen.Diese Pferde kann man oft nachauen wenden und sie solltenniemals mehr als einige Zirkel langin eine Richtung laufen. Sie sollendenken, dass sie geschickt werden,nicht dass sie weglaufen.

    Die Arbeit im Roundpen mitdominanten Pferden ist sehr schwer,Sie haben bereits gemerkt, wieschnell das Pferd die Kontrollebernehmen kann und Sie nur nochreagieren.Die meisten Anfnger imRoundpen sind mit schwierigenPferden berfordert. Ich kann Ihnennur nahelegen, mit relativ um-gnglichen Pferden im Roundpen zuben, bis Sie sicherer werden. Da wirdie Pferde auch nicht herum-scheuchen wollen brauchen Sie auchkeine Angst zu haben, Ihr nettesPferd zu verschrecken.

    Taktik:Machen Sie sich immer einen Planwas Sie machen wollen. Eine kleinebung knnte lauten: Gehe Schrittlinks herum, halte an, komme herein.Gehe dann rechts herum eine Runde,danach einen halben Zirkel traben,durchparieren, eine Runde Schrittanhalten. Bleiben Sie dran, bis Siediese bung hinbekommen. Sieschulen damit auch Ihr tim