Trittin, Juergen - Welt Um Welt

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    08-Jul-2015

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Jrgen Trittin

Welt Um WeltGerechtigkeit und Globalisierung

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Der Schutz des globalen kosystems ist fr Jrgen Trittin die zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts und der Schlssel fr soziale Gerechtigkeit. Falsche Rahmenbedingungen zwingen Menschen bis heute vielfach, Natur zu zerstren, um ihre Existenz zu sichern. Der Bundesumweltminister fordert Politik und Wirtschaft auf, langfristigem Denken und kologischen Kriterien Prioritt zu geben. Anschaulich legt er Strategien dar, die es ermglichen wrden, dass 9,5 Milliarden Menschen in Nord und Sd in der Mitte dieses Jahrhunderts in Wohlstand leben - ohne knftigen Generationen einen geplnderten Planeten voller Mll zu hinterlassen. Und er zeigt, wie leicht jeder zum Erhalt der Weltumwelt beitragen und als verantwortlicher Weltbrger agieren kann.ISBN 3-351-02542-4 Aufbau-Verlag 2002 Einbandgestaltung Henkel/Lemme

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Buch Die Globalisierung forciert die Zerstrung unserer natrlichen Umwelt und vertieft die Kluft zwischen Arm und Reich. Mehr als 800 Millionen Menschen hungern. Eine Erwrmung der Erdatmosphre um mehr als 2 Grad wrde nicht nur in der Sahelzone und niedrig gelegenen Kstenregionen das Leben der Menschen massiv gefhrden, sondern weltweit. Schon heute gibt es mehr Umwelt- als Kriegsflchtlinge. Jrgen Trittin vertritt die These, dass der Schutz der Weltumwelt Voraussetzung fr globale Gerechtigkeit ist und beides trotz und durch Globalisierung keine Utopie bleiben muss. Er beschreibt, wie Politiker, Unternehmer, Ingenieure, Banker und Brger effizienter mit den begrenzten natrlichen Ressourcen umgehen, Gewinn und Lebensgenuss mehren knnen. Das Ziel aller Reformen sind Wirtschaftsweisen und Lebensstile, die Sicherheit und Wohlstand fr alle Bewohner der Erde schaffen, ohne die Natur und damit die Existenzgrundlage knftiger Generationen zu vernichten. Dazu bedarf es vor allem kologischer Koordinaten fr die globale wie die lokale Wirtschaft. Auf ihrer Basis knnen transnationale Konzerne ebenso wie der Einzelne als Weltbrger handeln, als verantwortlicher Teil eines begrenzten kosystems. Globale Gerechtigkeit bedeutet nicht Verzicht - sie ist fr alle von Vorteil.

Autor Jrgen Trittin: Diplom-Sozialwirt, Journalist; geb. 1954 in Bremen. Seit 1980 Mitglied der Grnen. 1985/86 und 19881990 Vorsitzender der Grnen-Landtagsfraktion in Niedersachsen; 1990-1994 Niederschsischer Minister fr Bundes- und Europaangelegenheiten, Mitglied des Deutschen Bundesrates, 1994/95 stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Landtagsfraktion von Bndnis 90/Die Grnen in Niedersachsen; 1994 Sprecher des Bundesvorstandes der Grnen, im Dezember 1996 wiedergewhlt. Seit 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages, seit Oktober 1998 Bundesminister fr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

INHALTExperiment................................................................................................................... 6 1. Der Status quo: kein Modell fr das 21. Jahrhundert ...................................... 9 Schlsselfrage kologie ..................................................................................... 12 Gewachsene Instabilitten.............................................................................. 14 Die Erde ist ein Wohnhaus, das wir nur geborgt haben................................ 16 Verbrauch und Verschwendung.................................................................... 19 Den Sden und den Norden gibt es nicht mehr ................................. 22 Armut oder Reichtum - was ist das schlimmere Umweltgift?................. 25 Nichts ist unmglich?.......................................................................................... 26 Globalisierung - ein Schlagwort auf dem Vormarsch............................... 28 Die Entgrenzung von Raum, Zeit und Ansprchen................................... 33 Der Strkste bestimmt die Regeln ................................................................ 38 Globaler Turbokapitalismus............................................................................... 45 Globalisierungsverlierer................................................................................. 46 Wasser ist keine normale Handelsware ....................................................... 51 Die Verschleuderung des globalen Naturerbes .......................................... 55 Vereinbarer oder unvereinbarer Gegensatz? ................................................... 65 2. Ein kologischer Rahmen fr die Globalisierung .......................................... 71 Die Natur beherrschen?....................................................................................... 77 Entwickelt - unterentwickelt - fehlentwickelt ................................................. 79 Wider das Konstrukt der Unterentwicklung des Sdens..................... 80 Zukunft neu konzipieren - kologische Fehlentwicklungen korrigieren82 Neue Sichtweisen auf Wachstum und Wohlstand.......................................... 88 kosozialprodukt statt Bruttosozialprodukt ............................................... 91 Der kologische Fuabdruck......................................................................... 94 Unsere Luft und unsere Meere sollten uns das wert sein ......................... 98 Eine entwickelte ist eine zukunftsfhige Gesellschaft ............................102 3. Globale Gerechtigkeit - eine Vision, die erreichbar ist...............................104 Die Energiewende im Norden als globale Herausforderung......................106 Wie deckt die Menschheit heute ihren Energiebedarf?...........................108 Die konkrete Gestaltung der Energiewende, Beispiel: Deutschland....112 Wie sieht die Energieversorgung des Nordens von morgen aus?.........119

Zukunftsmusik fr den Norden: das virtuelle Kraftwerk........................122 Eine Energiestruktur zu Lasten des Sdens..............................................124 Zukunftsmusik fr den Sden: Fotovoltaik und Solartthermie .............127 Mobilitt auf neuen Wegen..............................................................................129 Der Beginn der Verkehrswende in Deutschland......................................130 Wohngebiet oder Kiez..................................................................................131 Den Hunger besiegen - ohne Gentechnik und ohne Agroindustrie ...........140 Naturnah bringt mehr....................................................................................142 Der Sden braucht die Agrarwende im Norden .......................................146 Wlder - ein globales Erbe ...............................................................................152 Das Kettensgenmassaker............................................................................153 Rettet die Wlder...........................................................................................157 4. Bewusst Weltbrger sein - global handeln ....................................................166 Global Mchtige.................................................................................................168 Die WTO - ein mchtiger Anwalt global agierender Konzerne............169 Dialog mit der Wirtschaft.............................................................................172 Anwlte der Natur global ermchtigen...........................................................179 Eine Welt- Umweltorganisation..................................................................180 Verbraucher handeln global.........................................................................181 Eine globale ffentlichkeit entsteht erst allmhlich ....................................183 5. Eine andere Welt ist mglich ...........................................................................186 Weiterfhrende Literatur.......................................................................................191 Verzeichnis der Abkrzungen..............................................................................193

EXPERIMENTBcher von aktiven Politikern oder gar Ministern lassen mich in der Regel kalt. Schnfrberei und selbstgerechte Erfolgsbilanzen oder gar peinliches Nhkstchengeplauder ber Saunabesuche und Verhandlungsheldentum interessie ren mich nicht. Als Jrgen Trittin mir das Angebot machte, das Manuskript des vorliegendes Buches zu lesen, war es dann doch professionelle Neugier, die mich eine Ausnahme machen lie. Was sagt der amtierende Umweltminister zu globalen Umwelt- und Entwicklungsfragen im Wahljahr und kurz vor dem UN-Gipfel fr Nachhaltige Entwicklung, der Ende August in Johannesburg Bilanz ziehen und neue Perspektiven fr globale Zukunftsfragen aufzeigen will? Im Vorfeld dieses Gipfels hufen sich wieder die Analysen ber den Zustand unserer Erde. Gibt es zustzlich zu den bereits in Rio vor zehn Jahren ausgetauschten Erkenntnissen etwas Neues zu sagen? Dass der Norden zuviel konsumiert, produziert und emittiert, wissen wir seit langem. Dass der Sden an den Folgen zu leiden hat und das nrdliche Zivilisationsmodell nicht globalisierbar ist, ist dort hoch offiziell auf viel Papier eingestanden worden. Und Forderungen, dass die Preise die kologische Wahrheit sagen sollten, die Verschuldung der Dritten Welt abgebaut und die knappen Trinkwasserressourcen dringlich geschont werden mssen, sind auch nicht neu. Seltener sind die Analysen, die erklren, warum das vorhandene Wissen vom Klimawandel, dem Artenschwund und der wachsenden globalen Ungerechtigkeit so gar nicht in grundlegende Strukturvernderungen umschlagen will. Dies Buch hat mich da berrascht. Selten habe ich eine so-6-

allgemein verstndliche Darstellung ber Umwelt- und NordSd-Probleme gelesen. Auch die Verknpfung der noch jungen Diskurse ber nachhaltige Entwicklung und Globalisierung gelingt. Ohne mit allen Details einverstanden zu sein: Bestechend ist der einfache, klare Stil. Kompli

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