Varroa unter kontrolle

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varoa pod kontrolom vodi

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  • 2Inhalt

    Varroa-Schden hngen vom Befallsgrad ab 4Reinvasion nicht unterschtzen 4Vorsicht Resistenzen .. 4Rckstnde vermeiden 4Kombination von Bekmpfungsverfahren notwendig 5Diagnose des Befalls 6Befallskontrolle mittels Bodeneinlagen 6Befallskontrolle mittels Bienenproben 7

    Biotechnische Verfahren 8Entnahme von Drohnenbrut 8Fangwaben mit offener Drohnenbrut 9Bildung von Brutablegern 10Kunstschwarm 11

    Chemische Verfahren fr Vlker mit Brut 12Ameisensure allgemein 12Nassenheider Verdunster 13Medizinflasche mit Tropfauslauf 14Schwammtuchmethode 16Thymol in Apiguard und Thymovar 17Behandlung mit Bayvarol 18

    Chemische Verfahren fr Vlker ohne Brut 19Sprhbehandlung mit Milchsure 19Trufelbehandlung mit Oxalsure 20Oxalsure-Sprhverfahren 21Oxalsure-Verdampfungsverfahren 21Trufelbehandlung mit Perizin 21

    Impressum 23

    Einfhrung 3

    Anschriften von Instituten 22

    Bekmpfungsverfahren 8

  • 3Seit dem ersten Erscheinen dieser Broschreim Jahre 2001 hat sich auf dem Gebiet derVarroa-Bekmpfung viel getan. Die alter-nativen Mittel Ameisensure, Milchsure,Oxalsure und Thymol gehren nun zuden zugelassenen Wirkstoffen. Ferner haben das Vlkersterben im Win-ter 2002/03 und die da und dort hohenSptsommer- und Winterverluste in denfolgenden Jahren erneut deutlich werdenlassen, wie wichtig eine sachgerechte undkonsequente Bekmpfung der Varroose ist.Auch wenn noch andere Ursachen zumVlkersterben in der Diskussion sind, soist der Faktor Varroa-Befall von entschei-dender Bedeutung fr die Gesundheit undLeistungsfhigkeit der Bienenvlker.Vor diesem Hintergrund wurde im Jahre2004 ein einzigartiges Monitoring-Projekt,das Deutsche Bienen-Monitoring (De-BiMo), ins Leben gerufen, welches sowohlvom Deutschen Imkerbund (D.I.B.), vomDeutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund(DBIB), der Arbeitsgemeinschaft der In-stitute fr Bienenforschung Deutschland,

    dem Bauernverband und der Pharmaindus-trie getragen und finanziert wird. ber zu-nchst 5 Jahre werden deutschlandweit beiber 120 Imkern von mehr als 1.200 Bie-nenvlkern Daten ber Volksentwicklung,Honigertrag und Varroa-Befall erfasst. DieVlker werden jhrlich mehrmals beprobt(Bienen, Futter, Honig, Bienenbrot), umihre Belastung durch Rckstnde undKrankheitserreger zu erfassen.Fr den einzelnen Imker ist es oft schwie-rig, unter den verschiedenen Varroa-Be-kmpfungsverfahren das fr ihn geeigneteauszuwhlen. Die Broschre Varroa unter Kontrollehat das Ziel, biologische und biotechni-sche Verfahren sowie die derzeit zugelas-senen Methoden zur Kontrolle der Var-roose in allgemeinverstndlicher Weise dar-zustellen. Ferner werden von den Bienen-instituten geprfte und fr den Praktikergeeignete Bekmpfungsverfahren in Formbersichtlicher Arbeitsanweisungen vor-gestellt. Auf die Darstellung von Einzel-ergebnissen wird verzichtet.

    Einfhrung

    Die Brutentwicklung des Bienenvolkes erreicht Mitte des Jahres ihren Hhepunkt. Danachsteigt der relative Varroa-Befall der Brut deutlich an, wenn man nicht gegensteuert.

  • 4Varroose-Schden hngenvom Befallsgrad abBereits eine einzige in einer Brutzelle para-sitierende Milbe kann die hieraus schlp-fende Biene schdigen. Ist eine Brutzellevon mehr als einer Milbe befallen, so weistdie schlpfende Biene Missbildungen aufoder stirbt noch vor dem Schlupf ab. Viro-sen knnen die schdigende Wirkung ver-strken. Der Zustand des Volkes hngtvom Anteil der geschdigten Bienen ab.Im Frhjahr ist der Befallsgrad relativ ge-ring. Er wchst whrend der Brutperiodeexponentiell an und erreicht im Sptsom-mer seinen hchsten Stand. Wenn im Spt-sommer Brutumfang und Bienenzahl einesBienenvolkes natrlicherweise stark zu-rckgehen, nimmt der relative Befallsgradvon Brut und Bienen hufig schlagartig zu.Dabei knnen sehr groe Unterschiedezwischen den Vlkern eines Standes auf-treten. Der Sptsommer ist fr die Vlkerein besonders kritischer Zeitraum, weil einallzu hoher Varroa-Befall die Aufzucht ge-sunder Winterbienen gefhrdet.

    Reinvasion nicht unterschtzenDurch Ruberei und Verflug knnen Mil-ben von zusammenbrechenden in gesundeVlker verschleppt werden (Reinvasion).Vor allem im Sptsommer und Herbst kannes zur Reinvasion von Milben aus stark be-fallenen Vlkern der Umgebung kommen.Der Milbenbefall sollte aber insbesonderezum Zeitpunkt der Aufzucht der Winter-bienen mglichst gering sein! Neben der Bekmpfung kommt auch derAuslese und Verbreitung widerstandsf-higer Bienen besondere Bedeutung zu.

    Vorsicht vor ResistenzenEs sind bei Varroamilben bereits Resisten-zen gegen synthetische Pyrethroide, die inApistan, Bayvarol und Klartan enthaltensind, aufgetreten. Resistenzen knnen auchbei anderen Wirkstoffen nicht ausgeschlos-sen werden.

    Rckstnde vermeidenDie Naturbelassenheit der Bienenprodukteist ein entscheidendes Kriterium fr dasVertrauen des Honigkunden und damitauch fr die Marktfhigkeit deutschenHonigs. Die Bekmpfungsmittel sollte mandaher so auswhlen, dass Rckstnde ver-mieden werden. Dies gilt besonders frWachs. Vor allem fettlsliche Wirkstoffereichern sich im Wachs an und bedeuteneine stndige Gefahr fr die Reinheit desHonigs.

    Auf erwachsenenBienen sitzen dieMilben hufigzwischen den Segmenten desHinterleibs, umBienenblut zusaugen.

  • 5Kombination von Bekmp-fungsverfahren notwendigDie Varroose-Bekmpfung gelingt am bes-ten mit einer Kombination geeigneter bio-technischer und chemischer Verfahren.Geeignete Bekmpfungskonzepte sind anStandort und Betriebsweise anzupassenund bercksichtigen drei Perioden berdas ganze Bienenjahr.

    Bitte informieren Sie sich bei Ihrer zustndigen Beratungsstelle ber spezielle Landeskonzepte.

    Whrend der TrachtzeitVor und whrend der Tracht kommteine Behandlung der Wirtschaftsvl-ker mit chemischen Mitteln nicht inFrage! Allerdings knnen biotech-nische Verfahren, wie Drohnenbrut-entnahme, Fangwabe und Ableger-bildung, den Varroa-Befall deutlichreduzieren. Dies ist besonders inSpttrachtgebieten wichtig, da eine

    chemische Behandlung erst sehr spterfolgen kann und die Bienenvlkersonst bereits geschdigt sein knnen.

    Nach der Honigernte Unmittelbar nach der letzten Honig-ernte haben die Vlker noch Brut, in der sich die meisten Milben auf-halten. Deshalb sollten jetzt Mitteleingesetzt werden, die auch Milben inder Brut erfassen bzw. eine so langeAnwendung haben, dass die Brutmil-ben beim Schlupf der Bienen abget-tet werden. Zurzeit sind hierfr amei-sensure- und thymolhaltige Arznei-mittel zu empfehlen. Bei Bayvarol istauf eine mgliche Resistenz zu achten.

    Im Sptherbst/WinterIn der Regel pflegen die Vlker imWinter keine Brut. In diesem Zeit-raum knnen sehr wirkungsvollMilchsure im Sprhverfahren oderOxalsure bzw. Perizin im Trufel-verfahren eingesetzt werden.

    Jahresplan fr Bekmpfungsverfahren: Whrend der Trachtdrfen nur imkerlichebzw. biotechnischeManahmen ange-wendet werden. Nach der Honigerntewerden Mittel einge-setzt, die auch Milbenin der Brut erfassen. Im Winter zur brut-freien Zeit werdenMittel angewendet, diedie Milben auf den Bienen abtten.

  • 6Diagnose des Befalls

    Eine berprfung des Befallsgrades beson-ders im Sptsommer und im Sptherbst/Frhwinter ist fr den Imker unerlsslich.Der Varroa-Befall sollte niemals die Scha-densschwelle berschreiten! Auerdem istdie Kenntnis des Befallsgrades notwen-dig, um die Wirksamkeit einer Behand-lung beurteilen zu knnen und um denunntigen Einsatz von Bekmpfungsmit-teln zu vermeiden. Fr die Beurteilung des Befallsgrades eig-nen sich die Kontrolle des natrlichenMilbenfalls mit Hilfe von Bodeneinlagenoder das Auswaschen kleiner Bienenpro-ben.

    Befallskontrolle mittels Bodeneinlagen Die mit einem Gitter vor Bienen

    geschtzte Bodeneinlage wird fretwa zwei bis drei Wochen unter denBienensitz geschoben.

    Wchentlich werden abgefallene Milben gezhlt und auf Milbenfallpro Tag umgerechnet.

    Die Gemlldiagnose ist besonders gutgeeignet fr die Befallskontrolle imSptherbst/Winter.

    Beurteilung des MilbenabfallsSofern bereits im Juli mehr als 5 bis 10 Mil-ben pro Tag abfallen, muss umgehend be-handelt werden, um eine gesunde Aufzuchtvon Winterbienen zu ermglichen. NachAbschluss der Brutttigkeit im Oktober/November sollte der tgliche Milbenab-fall unter 0,5 Milben liegen. Andernfallsist eine Winterbehandlung unerlsslich.

    Im Gemll werden die braun gefrbten ovalen Varroamilben gezhlt.

    Zur Diagnose darf die Bodeneinlage fr die Bienen nicht zugnglich sein. Sehr gutgeeignet sind Beuten mit Gitterboden undSchublade.

  • 7Befallskontrolle mittels Bienenproben Bienen einer zentralen Honigraum-

    wabe auf die Deckelfolie schtteln. Ca. 30 g Bienen (entsprechen etwa

    300 Bienen) in ein beschriftetes Probengef einfllen.

    Nach der Abttung (Einfrieren) Gewicht der Bienenprobe ermitteln.

    Probe mindestens 15 Minuten inSplmittellsung aufschwemmen undintensiv schtteln.

    Milben ber ein Honig-Doppelsiebmit Wasserstrahl abtrennen und aus-zhlen.

    Zahl der Milben je 10 g Bienen (entspricht Prozentanteil befallenerBienen) berechnen.

    Berechnung des Befallsgrades Ausgezhlte Milben durch das Bie-

    nengewicht teilen und mit 10 multi-plizieren = Milben/10 g Bienen.

    Da 100 Bienen etwa 10 g wiegen,stellt der ermittelte Wert (Milben/10 gBienen) den prozentualen Befallsgrad der Bienen dar.

    Beurteilung des BefallsgradesDie Beurteilung des Befallsgrades hngtvon der Brutttigkeit der Vlker und derJahreszeit ab. Sofern bereits im Juli einMilbenbefall von ber 1 % registriert wird,muss in den nchsten Wochen behandeltwerden, um eine gesunde Aufzucht vonWinterbienen zu ermglichen. Nach Ab-schluss der Brutttigkeit im Oktober/November sollte der Milbenbefall unter 2 % liegen. Andernfalls ist eine Winterbe-handlung unerlsslich.

    Nach dem Ablsen der Milben durch Splmittellsung werden diese mit einemscharfen Wasserstrahl ber ein Doppelsiebvon den Bienen abgetrennt.

    Zur Befallskontrolle werden etwa 30 g Bie-nen a