Vom E-Government zum Open Government

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    17-Mar-2017

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  • Trends

    36 IT-Szene Mnchen 1|2013

    Whrend in den Lndern wie Schwe-

    den mit 70 Prozent, sterreich mit

    67 Prozent und Grobritannien mit

    45 Prozent die Nutzerzahlen weitge-

    hend stagnieren, ist die E-Govern-

    ment-Nutzung in Deutschland um

    fnf Prozentpunkte auf 45 Prozent

    angestiegen. Neu im Lndervergleich

    sind die Schweiz mit 58 Prozent Nut-

    zung und die USA mit 39 Prozent.

    Auch 2012 stellt der eGovernment

    MONITOR, herausgegeben von der

    Initiative D21 und ipima, einer Ko-

    operation der Technischen Universi-

    tt Mnchen und ihrem An-Institut

    fortiss, eine mangelnde Durchgngig-

    keit vieler E-Government-Angebote

    als Haupthemmnis fr eine strkere

    E-Government-Nutzung fest.

    Zufrieden mit

    E-Government-Angeboten

    Der eGovernment MONITOR 2012

    zeigt, dass derzeit ber 60 Prozent

    der Internetnutzer in den befragten

    Lndern mit den aktuell verfgbaren

    E-Government-Angeboten zufrieden

    sind. Dabei sind vor allem die In-

    ternetnutzer in sterreich und der

    Schweiz mit 79 Prozent bzw. 73 Pro-

    zent von den digitalen Diensten ber-

    zeugt. Bei den Brgern der USA zeigt

    sich dagegen eine gewisse Skepsis, da

    dort derzeit nur jeder Zweite mit den

    E-Government-Angeboten zufrieden

    ist. Ein entscheidender Faktor, der zur

    Zufriedenheit der Brger beitrgt, ist

    die Nutzungserfahrung. Betrachtet

    man die Zufriedenheit von E-Govern-

    ment-Nutzern und -Nichtnutzern, so

    zeigt sich folgendes Bild: In ster-

    reich, der Schweiz und Grobritannien

    geben ber 80 Prozent der E-Govern-

    ment-Nutzer an, mit dem aktuellen

    Angebot durchweg zufrieden zu sein

    (AT: 90 Prozent, CH: 88 Prozent, UK:

    83 Prozent). In Deutschland und

    Schweden ist mit jeweils 71 Prozent

    zufriedenen Onlinern ebenfalls die

    Mehrheit mit den digitalen Behrden-

    angeboten zufrieden.

    Nutzertypen E-Partizipation

    Neu in der Studie von Initiative D21

    und ipima ist die Unterscheidung von

    vier unterschiedlichen Nutzertypen

    mit Blick auf die genutzten E-Partizi-

    pations-Angebote: Digitale Unbeteilig-

    te, Prdigitale Interessierte, Digitale

    Beobachter und Digitale Engagierte.

    Whrend Digitale Beobachter (31 Pro-

    zent) und Digitale Engagierte (15 Pro-

    zent) bereits heute in hohem Mae

    politischen Interessen online nach-

    gehen bzw. sich auch online an po-

    litischen Diskursen und Entschei-

    dungen beteiligen, zeigen gerade

    Prdigitale Interessierte (24 Prozent)

    noch ein hohes Potenzial, ihre poli-

    tischen Interessen und Aktivitten ins

    Internet zu verlagern. So ist rund je-

    der Dritte dieser Nutzergruppe po-

    litisch interessiert und 16 Prozent

    dieser Personen waren bereits online

    politisch aktiv. Mit dieser Nutzertypo-

    logie fr E-Partizipation stehen erst-

    mals die Grundlagen zur Verfgung,

    die Potenziale von Open Government

    abschtzen zu knnen, um somit die

    Angebote besser an den Zielgrup-

    pen auszurichten, so Dr. Petra Wolf,

    Fachbereichsleiterin am TUM-An-In-

    stitut fortiss und Executive Director

    von ipima.

    Prof. Dr. Helmut Krcmar, Lehrstuhl-

    inhaber fr Wirtschaftsinformatik an

    der Technischen Universitt Mnchen

    Vom E-Government zum Open Government E-Government-Nutzung ist in Deutschland erheblich angestiegen. Vorn liegen dabei E-Administration und E-Partizipation. Allerdings ist die mangelnde Durchgngigkeit von Angeboten nach wie vor grtes Hemmnis fr die E-Government-Nutzung.

    Prof. Dr. Helmut KrcmarTechnische Universitt Mnchen und ipima: Die bedarfsorientierte Gestaltung von Open-Government-Konzepten und deren effektive Verankerung in Politik und Verwaltung ist nicht nur eine wissenschaftliche Aufgabe, sondern ein immer wichtiger werdender Erfolgsfaktor fr die Politik zur Einbindung und Partizipa-tion der Brger.

    Dr. Petra WolfTUM-An-Institut fortiss und ipima: Mit dieser Nutzertypologie fr E-Partizipation stehen erstmals die Grundlagen zur Verfgung, die Potenziale von Open Govern-ment abschtzen zu knnen.

  • 37IT-Szene Mnchen 1|2013

    Trends

    und Scientific Director von ipima for-

    dert daher folgerichtig: Die bedarfs-

    orientierte Gestaltung von Open-

    Government-Konzepten und deren

    effektive Verankerung in Politik und

    Verwaltung ist nicht nur eine wissen-

    schaftliche Aufgabe, sondern ein im-

    mer wichtiger werdender Erfolgsfak-

    tor fr die Politik zur Einbindung und

    Partizipation der Brger.

    Die Nachfrage nach neuen, nutzer-

    orientierten Open-Government- und

    Mobile-Government-Angeboten wird

    ansteigen, ist sich Robert A. Wieland,

    Geschftsfhrer TNS Infratest GmbH

    und Vizeprsident der Initiative D21,

    sicher. Ausschlaggebend sind hier-

    fr insbesondere die Entwicklung des

    mobilen Internets, neue nutzerfreund-

    liche mobile Endgerte und fallende

    Preise fr mobiles Breitband.

    Sicherheit und Datenschutz

    Sicherheit und Datenschutz sind

    nach wie vor zentrale Themen fr die

    Nutzer von E-Government-Angebo-

    ten, allerdings scheint das Vertrauen

    der Brger in die Sicherheitsvorkeh-

    rungen zu steigen, da die Bedeutung

    von Datenschutzbedenken als Hemm-

    nis fr die E-Government-Nutzung in

    allen Lndern im Vorjahresvergleich

    zurck ging. Wichtigstes Hemmnis ist

    nach wie vor die mangelnde Durch-

    gngigkeit von Online-Angeboten so-

    wie ihre undurchschaubare Struktur.

    Undurchschaubar sind offenbar in

    erster Linie die einzelnen Dienste und

    ihre Struktur. Hier beklagen die Be-

    fragten einen Mangel an Hilfestellung

    zur Bedienung.

    Hingegen wird die Struktur der Web-

    Angebote von Kommunen im Schnitt

    zu 50 Prozent und mehr als ber-

    sichtlich beurteilt. Dies zeigt sich auch

    darin, dass immer mehr Brger es

    fr sinnvoll und wnschenswert hal-

    ten, auf Informationen und einfache

    Dienste der Verwaltung auch mobil

    zugreifen zu knnen. Mit Ausnahme

    der USA werden mobile Endgerte in

    Wichtigkeit verschiedener Aspekte beim E-Government

    Sicherheit sowie Datenschutz / Datensicherheit sind in allen Lndern bei der Wichtigkeit auf den vorderen Rngen. (Angaben in Prozent)

    Sorgfalt im Umgang mit den Daten seitens der Behrden

    Jeder Zweite in Deutschland, Grobritannien und sterreich hat Bedenken, dass Behrden nicht sorgsam mit den persnlichen Daten umgehen.

    Befrchtung im Hinblick auf glserner Brger

    Die Angst vor dem Zusammenfhren von Daten in einer zentralen Datenbank ist sehr unterschied- lich Deutschland und sterreich stehen an der Spitze. Quelle Grafiken: Government Monitor 2012

  • Trends

    38 IT-Szene Mnchen 1|2013

    allen Lndern zu rund 50 Prozent und

    mehr als mindestens wichtig fr die

    Abwicklung von Behrdengngen ein-

    geschtzt.

    Open Government

    mit Entwicklungspotenzial

    Open-Government-Angebote erfreuen

    sich einer stetig wachsenden Be-

    kanntheit und Nutzung. Bereits heu-

    te werden Open-Data-Portale in der

    Schweiz von 30 Prozent der Brger

    genutzt, in sterreich sind dies 23

    Prozent und in Deutschland 18 Pro-

    zent. Neben Open Data gehren

    persnliche Kontaktaufnahme und

    Online-Beteiligung zu den wichtigsten

    Zukunftsfeldern fr die Open-Govern-

    ment-Nutzung. 36 Prozent der Deut-

    schen wollen sich zuknftig online an

    politischen Entscheidungen beteiligen

    (AT: 40 Prozent, CH: 33 Prozent, SE:

    30 Prozent, UK: 27 Prozent, USA: 20

    Prozent). Interessanterweise fallen

    dabei sowohl die aktuelle Nutzung als

    auch das zuknftige Potenzial in den

    USA der Wiege von Open Govern-

    ment im Vergleich zu allen anderen

    Lndern am geringsten aus.

    Links

    www.fortiss.org

    www.in.tum.de

    E-Government im Fokus

    Mangelnde Durchgngigkeit

    von Angeboten nach wie vor

    grtes Hemmnis fr E-Go

    vernment-Nutzung.

    Vier verschiedene Nutzer-

    typen bei E-Partizipation

    knapp die Hlfte der Deut-

    schen sind schon heute digi-

    tal politisch Interessierte und

    Engagierte.

    Auch bei der Open-Govern-

    ment-Nutzung sind die Schweiz

    und sterreich vorne

    Deutschland auf Platz 3,

    USA auf Platz 6.

    Die Distanz zwischen IT-Fhrungs-

    krften und dem Unternehmensma-

    nagement sowie der fehlende Fokus

    auf Innovationen fhrt dazu, dass

    Unternehmen viele Potenziale nicht

    realisieren knnen, zum Beispiel

    Umsatzsteigerungen, Ausbau von

    Marktanteilen, Verkrzung von Markt-

    einfhrungszeiten oder die Erhhung

    der Kundenzufriedenheit.

    Das ist ein Kernergebnis der Studie

    Why IT Needs to Lead Now: The In-

    novation Imperative von CA Techno-

    logies. Fr die Studie befragte CA

    Technologies weltweit 800 Unter-

    nehmens- und IT-Fhrungskrfte. 100

    Teilnehmer stammen aus Deutsch-

    land. Die weiteren befragten Un-

    ternehmen stammen aus den USA,

    Grobritannien, Frankreich, Japan,

    Singapur und Brasilien.

    36 Prozent der deutschen bzw. 34 Pro-

    zent der global Befragten auf Seiten

    der Unternehmensfhrung geben an,

    dass ihre Beziehung zur IT konkur-

    renzbetont, misstrauisch oder eher

    distanziert ist. Auf IT-Seite teilen in

    Deutschland 32 Prozent diese Mei-

    nung, weltweit sind es 31 Prozent.

    Zudem identifizierten im weltweiten

    Durchschnitt ein Drittel der Teilneh-

    mer auf IT-Seite die Informations-

    technologie als eine Autoritt oder

    eine Expertin fr Innovation. In

    Deutschland stimmen diesem Satz

    36 Prozent zu. Auf Unternehmens-

    seite sind im globalen Durchschnitt

    nur 21 Prozent dieser Meinung in

    Deutschland sind es 26 Prozent.

    Der Innovations-Imperativ: die Chance der IT Die Kluft zwischen IT-Fhrungskrften und Business-Managern bremst Innovationen und das Unternehmenswachstum. Dabei kann der gemeinsame Fokus auf Innovationen Unternehmen erfolgreich machen.

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