Vernetzte Öffentlichkeiten 2013, Sitzung 7, Vernetzte Öffentlichkeiten und Journalismus

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    29-Nov-2014

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Folien zur 7. Sitzung der Vorlesung "Vernetzte ffentlichkeiten", 30.5.2013, Uni Hamburg, http://www.schmidtmitdete.de/lehrwiki/index.php/Vernoeff13

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  • 1. Wissen Sie, wie es aussieht, wenn ein Politiker unterjournalistischem Druck zusammenbricht?https://www.youtube.com/watch?v=fJbpNlzk6qQ
  • 2. Titelmasterformat durch Klicken bearbeitenVernetzte ffentlichkeiten Sitzung 7Vernetzte ffentlichkeiten und JournalismusFragen fr heute: Welchen Platz haben publizistisch-journalistische Medien in vernetzten ffentlichkeiten? Wie geht der Journalismus mit gestiegenen Mglichkeiten zur Publikumsbeteiligung um? Wie vermitteln Community Manager und Social Media Redakteure zwischen denverschiedenen Welten?# vern13 30.5.2013http://www.schmidtmitdete.de/lehrwiki/index.php/Vernoe13_07#vern13 2 von 24
  • 3. Titelmasterformat durch Klicken bearbeitenRekapitulation: Komponenten von PraktikenIdentitts-managementBeziehungs-managementInformations-managementWer bin ich?Welchen Platzhabe ich in derGesellschaft?Selbst-auseinander-setzungSozial-auseinander-setzungSach-auseinander-setzungWie orientiere ichmich in der Welt?Paus-Hasebrink/Schmidt/Hasebrink 2009; Schmidt 2011; Hapf2, http://www.flickr.com/photos/44029537@N00/12760664CC BY-NC-SA-2.0, Myles!, http://flickr.com/photos/mylesdgrant/495698908 |CC BY-NC-ND-2.0, Axel V, http://www.flickr.com/photos/axels_bilder/126700804 #vern13 3 von 24
  • 4. Titelmasterformat durch Klicken bearbeitenPersnliche ffentlichkeitenIn sozialen Medien entstehen persnliche ffentlichkeiten, in denen Nutzer(a) Informationen nach Kriterien der persnlichen Relevanz auswhlen,[anstatt nach journalistischen Nachrichtenfaktoren](b) sich an (intendiertes) Publikum richten, das aus sozialen Kontakten besteht,[anstatt des verstreuten, unbekannten, unverbundenen Publikums der Massenmedien](c) und sich im Kommunikationsmodus des Konversation Betreibens befinden.*anstatt im Modus des Publizierens+Schmidt 2011 #vern13 4 von 24
  • 5. Titelmasterformat durch Klicken bearbeitenMerkmale der Kommunikationsarchitektur1. Trennung zwischen Sender- undEmpfnger-Rollen der Massenkommuni-kation lst sich auf2. Persnliche ffentlichkeiten speisen sichaus Microcontent, der aus anderenAngeboten auch professionellerKommunikation gelst wird3. Filterleistung des sozialen Netzwerks: Einzelne Netzwerkknoten (Sendern) Individuelles Zusammenstellen despersonalisierten Radars4. Informationen sind nicht Teil vongebndelt-abgeschlossenen Produkten(Ausgabe; Sendung), sondern vonstetigen Informationsflssen (streams;feeds)Schmidt 2011 #vern13 5 von 24
  • 6. Titelmasterformat durch Klicken bearbeiten Journalistisch-publizistische ffentlichkeitenverschwinden nicht Aber das journalistische Monopol auf Auswh-len, Aufbereiten und ffentlich zur VerfgungStellen von Informationen erodiert, weil Nutzer auch als Urheber vongesellschaftlich relevanten Informationenauftreten (user-generated content;citizen journalism) aber vor allem, weil Nutzer als Filterbzw. Multiplikatoren innerhalb ihrersozialen Netzwerke agieren undInformationen (auch aus etabliertenMedien) miteinander teilen+1, Fav-Stern, RetweetHautzer et al. 2012; Schmidt 2011; Singer et al. 2011Konvergenz von Konversation und Publikation#vern13 6 von 24
  • 7. Titelmasterformat durch Klicken bearbeiten Theorien der Nachrichtendiffusionoder Two-/Multi-Step-Flows ofInformation gingen noch vonTrennung der Kommunikationskanle(massenmedial vs. interpersonal) aus In den vernetzten ffentlichkeitender sozialen Medien kommt esjedoch zur Konvergenz vonKonversation und Publikation Publizistische Angebote machen ihreInhalte fr die neuen Plattformenzugnglich Nutzerverlinken, retweeten, bookmarken, teilen und empfehlen journalistischeInhalte Anschlukommunikation desPublikums wird sichtbarSchmidt 2011Konvergenz von Konversation und Publikation#vern13 7 von 24
  • 8. Titelmasterformat durch Klicken bearbeiten(*) Neuberger/Nuernbergk/Rischke 2009Dis- & Re-IntermediationNeuberger/Nuernbergk/Rischke 2009 #vern13 8 von 24
  • 9. Titelmasterformat durch Klicken bearbeitenz.B.Unternehmen, Parteien, Kirchen, Verbnde, Stiftungen,(*) Neuberger/Nuernbergk/Rischke 2009Dis- & Re-IntermediationModifiziert nach Neuberger/Nuernbergk/Rischke 2009 #vern13 9 von 24
  • 10. Titelmasterformat durch Klicken bearbeitenz.B. PolitischeAkteureJournalistischeVermittlung +Reintermediationdurch(*) Neuberger/Nuernbergk/Rischke 2009Dis- & Re-IntermediationModifiziert nach Neuberger/Nuernbergk/Rischke 2009z.B.Unternehmen, Parteien, Kirchen, Verbnde, Stiftungen,#vern13 10 von 24
  • 11. Titelmasterformat durch Klicken bearbeitenDas #jpub20-Projekthttp://jpub20.hans-bredow-institut.de/?page_id=65 | @jpub20team 2.5-Jhriges Forschungsprojekt zu Formen und Auswirkungen vonPublikumsbeteiligung in / auf den Nachrichtenjournalismus Vier Fallstudien zu tglichen vs. wchentlichen nachrichtenjournalistischenAngeboten in TV/Online vs. Print/Online Heute: Befunde einer Fallstudie zu Tagesschau/tagesschau.de#vern13 11 von 24
  • 12. Titelmasterformat durch Klicken bearbeitenNutzung partizipativer Angebote der Tagesschau49.318.8264.72.53.33.611.30.626.412.734.446.15013.134.315.20 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100Keine dieser MglichkeitenZuschauerpostmeta.tagesschau.de: KommentierenTagesschau-Blog: KommentierenFB: KommentierenFB: Teilen/EmpfehlenFB: LikenYouTube: KommentierenTwitter: RetweetenG+: KommentierenProzent aller Befragten Prozent der Nutzer des KanalsLoosen et al. 2013 | Tabellenband: http://www.hans-bredow-institut.de/webfm_send/710Nutzung partizipativer Angebote der Tagesschau (in %; Auswahl)- Onlinebefragung unter Nutzern vontagesschau.de (n=4.686)- Feldzeit: 08/09 2012#vern13 12 von 24
  • 13. Titelmasterformat durch Klicken bearbeitenAlter Bildungjnger als 38: Niveau zu niedrig; andereBeteiligungskanle vorgezogenkein Abitur: eher technische Probleme;Rechtsunsicherheit; keine Traute38 und lter: eher technische Probleme; Kompliziertheitder Funktionen; nicht ernst genommen werdenmit Abitur: Niveau zu niedrig(n=2.2152-2.249; Skala reicht von 1=trifft berhaupt nicht zu bis 5=trifft voll und ganz zu; dargestellt sind Anteile von 4+5)57.444.238.433.733.431.50 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100weil ich mich nicht registrieren mchteweil es zu (zeit-)aufwndig istweil es mir keinen Spa machtweil (..) die TS nicht das richtige Medium frweil ich nicht mit Leuten diskutieren will, die ich nichtweil das Niveau der Diskussion zu niedrig istGrnde fr Nicht-BeteiligungLoosen et al. 2013 | Tabellenband: http://www.hans-bredow-institut.de/webfm_send/710 #vern13 13 von 24
  • 14. Titelmasterformat durch Klicken bearbeitenPublikumInklusionsleistungenInklusionsleistungenFormen d. PublikumsintegrationArbeitsablufe/Routinenjournalistische ProdukteInklusionserwartungenPublikumsbildRollenselbstverstndnisstrategische BedeutungJournalismusInklusionslevelPublikumsinklusion: Analytisches ModellInklusionsdistanzPraktiken der PartizipationGrad der Gemeinschafts-orientierungBeteiligungsmotiveEinschtzung derEinflussmglichkeitenInklusionserwartungenLoosen /Schmidt 2012 #vern13 14 von 24
  • 15. Titelmasterformat durch Klicken bearbeiten1. das Publikum mglichst neutral und prziseinformieren.4,802. komplexe Sachverhalte erklren undvermitteln.4,683. Kritik an Missstnden ben. 4,324. Publikum auf interessante Themenhinweisen und zeigen, wo man sich darberinformieren kann.4,245. dem Publikum mglichst schnellInformationen vermitteln.4,241. komplexe Sachverhalte erklren undvermitteln.4,852. das Publikum mglichst neutral undprzise informieren.4,773. dem Publikum mglichst schnellInformationen vermitteln.4,724. Publikum auf interessante Themenhinweisen und zeigen, wo man sich darberinformieren kann.3,975. Kritik an Missstnden ben. 3,87Erwartungserwart. Nutzer (n = 4.570-4.631) MWErwartungen Journalisten (n = 57-63) MW* Insgesamt 19 zu beurteilende Items; Skala von 1=stimme berhaupt nicht zu bis 5=stimme voll und ganz zu;MW ohne wei nicht berechnet .Welche Aufgaben wollen bzw. sollen Tagesschau-Journalisten erfllen?*Rollenselbstbild und RollenfremdbildLoosen et al. 2013 | Tabellenband: ht