Geschäftsbericht der TK für 2011

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    25-Jan-2015

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Geschftsbericht der Techniker Krankenkasse fr das Jahr 2011 ber Projekte, Leistungen und die Finanzsituation. Der TK-Geschftsbericht dreht sich nicht allein um Zahlen - er ist vielmehr eine Art Werkstattbericht: So wirft er Schlaglichter auf die zum Teil rasanten Entwicklungen im Gesundheitswesen und zeigt, wie die TK als modernes Dienstleistungsunternehmen seine Gestaltungsmglichkeiten in diesem Umfeld nutzt. Der Geschftsbericht 2011 erscheint in diesem Jahr erstmals auch als E-Paper fr PC oder Tablet unter: http://www.tk.de/tkservice/mug/TK-E-Paper-GB-2011/index.html Dieses Dokument kann fr redaktionelle Zwecke und mit dem Hinweis "Quelle: Techniker Krankenkasse" honorarfrei verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken ist ausgeschlossen.

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2. Vorwort2011 war ein Jahr der Weichenstellungen.Die TK ist der Anwalt ihrer Kunden, ihnen ist sie verpflichtet davon sind die Vorsitzenden desVorstands und des Verwaltungsrats berzeugt. 2011 war ein erfolgreiches Jahr fr die TK, indem zugleich viele Weichen fr die Zukunft des Unternehmens gestellt wurden. 3. VorwortIn mehrerlei Hinsicht war 2011 fr das deutsche Gesundheitssystem ein bemerkenswertes Jahr. Die gesetzlichenKrankenkassen wie auch der Gesundheitsfonds konnten einen soliden finanziellen berschuss verzeichnen,zugleich erlebte das System die erste Kassen-Pleite: Die City BKK musste zur Jahresmitte aufgrund finanziellerProbleme geschlossen werden. Fr uns als TK war es selbstverstndlich, deren Versicherten schnell und unkom-pliziert zu helfen und sie lckenlos weiterzuversichern. Wir verstehen uns als Gemeinschaft unserer Versicherten:Sie sind unsere Kunden, fr die wir da sind und deren Zufriedenheit im Mittelpunkt unserer Aktivitten steht.Seit September 2011 ist ein neuer Verwaltungsrat im Amt, gewhlt von den Mitgliedern der TK: 1,8 Millionenvon ihnen haben die Zusammensetzung des hchsten Entscheidungsgremiums der TK bestimmt, so viele wienie zuvor. Das ist Ansporn und Verpflichtung zugleich fr die Mitglieder des Verwaltungsrats die ihr Amtbrigens allesamt ehrenamtlich ausben.Eine der wichtigsten Aufgaben des Verwaltungsrats ist es, den hauptamtlichen Vorstand zu whlen. In dieserHinsicht war 2011 ebenfalls ein einschneidendes Jahr fr die TK, denn es begann der Generationswechsel imVorstand, der Mitte 2012 abgeschlossen wurde.Wir sind davon berzeugt, dass die Techniker Krankenkasse der natrliche Anwalt ihrer Versicherten ist. Unswar es daher ein wichtiges Anliegen, uns mit einem eigenen 10-Punkte-Papier in der Debatte um ein neuesPatientenrechtegesetz zu Wort zu melden: Nach unserer Auffassung muss sich ein solches Gesetz von denGrundstzen Patientensicherheit, Autonomie und Beteiligung leiten lassen. Information, Transparenz,Fehlermanagement, Zweitmeinungsverfahren und die gemeinsame Entscheidung mit dem Arzt sind weitereAspekte, die uns sehr wichtig sind.Der Gesetzgeber hat den Kassen zum Jahresbeginn 2012 neue Gestaltungsmglichkeiten erffnet. Im Interesseunserer Versicherten und Patienten haben wir sie sofort genutzt: Der Verwaltungsrat hat den Weg frei gemachtunter anderem fr osteopathische Behandlungen und Naturarzneimittel, auerdem fr Zuschsse zu sportmedizi-nischen Untersuchungen, eine erweiterte Haushaltshilfe und eine bessere Versorgung von Lebendorganspendern.Der vorliegende Geschftsbericht ist auch eine Art Werkstattbericht: Er wirft Schlaglichter auf die zum Teil rasantenEntwicklungen im Gesundheitswesen und zeigt, wie die TK als ein modernes Dienstleistungsunternehmen in die-sem Umfeld seine Gestaltungsmglichkeiten nutzt. Wir wollen Einblicke in Projekte und neue Initiativen geben,aber auch einen Blick hinter die Kulissen werfen und einige der vielen Menschen zeigen, die mit Freude undEngagement fr unsere Kunden im Einsatz sind. Viele Versorgungsangebote knnen wir nur gemeinsam mitinnovativen Vertragspartnern verwirklichen. Diese Kooperationen zahlen sich fr unsere Versicherten aus, und sieerfahren darber hinaus Wertschtzung durch eine Reihe von Preisen, die wir auch 2011 wieder gemeinsam mitunseren Partnern gewonnen haben.Hauptamtlicher Vorstand und ehrenamtlicher Verwaltungsrat arbeiten Hand in Hand. Es ist unsere gemeinsameberzeugung, dass wir ausschlielich dem Wohl der TK und ihrer Kunden verpflichtet sind nicht dem Staat undauch keinen Aktionren. So soll es bleiben!Prof. Dr. Norbert Klusen Dr. Jens Baas Dr. Hans-Heinrich GerthVorsitzender des Vorstands Vorsitzender des VorstandsAlternierender Vorsitzenderbis 30. Juni 2012des Verwaltungsrats3 4. Inhalt Menschen hinter dem Logo Unser System ist im internationalen Vergleich sehr gut. Interview mit dem TK-Vorstand ....................... 6 TK als Arbeitgeber: Fairness, Respekt und Vertrauen ............................10 Leistungen & Services Bei meiner Kasse gibts Osteopathie jetzt auf Rezept. Neue Leistungen fr die TK-Versicherten ............................................................................... 12 Hightech und gute Ideen: TK ist Motor fr den medizinischen Fortschritt ...........................................................................14 Vernetzt gegen Migrne ............................................................................16 Telemedizin: Mit dem Health Buddy bei der Bundeskanzlerin ..................16 ... leben bis zuletzt Palliativarzt Thomas Sitte kmpft fr todkranke Patienten .............................................................................17 Immer ein offenes Ohr: 12.000 TKler fr ihre Kunden im Einsatz .................18 Facebook, YouTube, Xing & Co. und die TK mittendrin ............................19 Projekte, Kampagnen & Initiativen Denkanste geben, ngste und Vorbehalteabbauen Flo Bauers Reise zur Organspende ....... 20 Gesundheitspreis Pulsus: Arzt des Jahres operiert im Urlaub philippinische Kinder................................................................. 23 Viva vivo Musik hilft Leben: TK und Deutscher Musikrat starten Initiative ........................................................................................ 23 Gesund in die Zukunft: TK engagiert sich fr Kindergesundheit ............... 24 Gemeinsam fr die Patienten: TK untersttzt rzte mit Beratungsservices .............................................................................. 26 Bayern bleibt t mit Magdalena Neuner ............................................... 27 Green IT die TK auf dem Weg zum grnen Unternehmen ................. 274 5. Wissenschaft, Politik & GesellschaftUnntige Rckenoperationen vermeiden Neue Wege in der Rckenschmerz-Therapie................. 28TK-Daten zeigen: Immer mehr Kinder nehmen Psychopharmaka .................. 30Studie zur Therapietreue TK-Institut WINEG setzt Standards ................. 30Am Meinungspuls der Zeit: TK-Umfrage zum Gesundheitssystem ................ 31TK-Gesundheitsreport: Pendeln geht auf die Psyche ............................... 31SelbstverwaltungArzt und Patient gehren auf Augenhhe 10 Forderungen des TK-Verwaltungsrats ......................... 32Der Verwaltungsrat: Ehrenamtlich im Einsatz fr die TK-Versicherten ...... 34Die Mitglieder des TK-Verwaltungsrats..................................................... 35FinanzenEntwicklungen einschtzen und im Griff behalten TK steht fr Soliditt und Sicherheit ...................................... 36Erfolgsrechnung........................................................................................ 38Vermgensrechnung................................................................................. 39Leistungsausgaben im Detail ................................................................... 40Pegeversicherung ................................................................................... 41Erfolgs- und Vermgensrechnung Pege .................................................. 42 Direkt ins E-Paper Viele zustzliche Informationen und Angebote zu den Themen dieser Ausgabe bietet die digitale Version des TK-Geschftsberichts Filme, Infograken, Foto-Slideshows und vieles mehr. Einfach den QR-Code mit dem Smartphone einscannen oder unter www.presse.tk.de den Webcode 9210 eingeben. 5 6. Menschen hinter dem Logo6Unser System ist im internationalen Vergleich sehr gut.Im Interview spricht der neue Vorstand ber Megatrends im Gesundheitssystem, knftigeErfolgsfaktoren, die Erwartungen von Patienten an ein modernes Versorgungsmanagement unddie Arbeitgebermarke TK. Und sie uern Wnsche fr ein modernes Gesundheitswesen. 7. Herr Dr. Baas, was kennzeichnetmorgen und bermorgen: Jede Kran-aus Ihrer Sicht das Jahr 2011kenkasse, die am Markt Erfolg habenbesonders? will, muss sich selbst gut aufstellen und immer wieder an den eigenenBaas: 2011 war fr die gesamte Strukturen und Prozessen arbeiten.gesetzliche Krankenversicherung einfinanziell sehr erfreuliches Jahr einDie TK ist eine bundesweite KasseZustand, an den man sich aber nichtmit ausgeprgter Regionalitt.gewhnen sollte, denn er hat seinenInwiefern profitiert die TK davon,Ursprung in Sondereffekten und Ent-und wo gibt es vielleicht auchwicklungen, die positiver waren alsHindernisse?gedacht. Der Beitragssatz ist von derRegierung hher festgesetzt worden Baas: In meinen Augen ist diese Auf-als notwendig, die Konjunktur ist bes- stellung eine produktive Mischung:ser gelaufen als gedacht, und auch Sie erlaubt uns einerseits, bergrei-der Arbeitsmarkt war robust. All diesfende Synergien zu schpfen, undhat natrlich einen positiven Einfluss gibt uns andererseits die Mglichkeit,auf die Einnahmen des Gesundheits- regionalen Besonderheiten Rechnungfonds. So sind die Reserven der Kas- zu tragen. Zuweilen erleben wir auch Dr. Jens Baas ist seit dem 1. Juli 2012sen und des Fonds gewachsen, eine Art Ideenwettbewerb oder -wett- Vorsitzender des Vorstands. Er gehrt demobwohl die Krankenkassen vier Milliar- lauf der Regionen, der vieles voran- Gremium seit Jahresbeginn 2011 an undden Euro mehr fr die Versorgung bringt. Ein echtes Hemmnis sind aber wurde zum 1. Oktober 2011 zunchst zumihrer Versicherten ausgegeben habenzweifellos die unterschiedlichen Auf-stellvertretenden Vorsitzenden gewhlt. DerMediziner, 1967 in Aalen geboren, war nachals noch 2010. Das ist eine eher sichten in Bund und Land: Hier gibt es seiner rztlichen Ttigkeit an den chirurgi-auergewhnliche Situation, die auch immer wieder divergierende Entschei- schen Universittskliniken Heidelberg undnicht dauerhaft anhalten wird. dungen, die zum Teil erhebliche Wett-Mnster 1999 bei der Unternehmens- bewerbsverzerrungen zur Folgeberatung Boston Consulting Group einge-Welche Megatrends sehen Sie frhaben. Wir brauchen stattdessenstiegen. Dort war er seit 2007 Partner undGeschftsfhrer und ab 2008 Leiter desdas Gesundheitssystem und dieauch regional gleiche Wettbewerbs-Bereichs Payer and Provider fr Europa.Krankenversicherung? Was sindbedingungen. Seine Ttigkeitsschwerpunkte im internatio-heute und morgen die erfolgskri-nalen Gesundheitswesen waren Krankenkassentischen Faktoren fr eine Kranken- Herr Ballast, die Vertragsmglich- und -versicherungen, Krankenhuser undkasse? keiten der Kassen haben immerLeistungserbringer, Medizintechnologie mehr zugenommen, lngst habensowie die pharmazeutische Industrie.Baas: Eine konsequente Dienstleis- die Krankenkassen auch das Ver-Im TK-Vorstand verantwortet er unter ande-tungsorientierung wird sprbar ansorgungsmanagement entdeckt rem die Bereiche Finanzen, Controlling undBedeutung gewinnen und ein Unter-was kommt morgen?Unternehmensentwicklung, Markt undscheidungskriterium werden, das amMarketing, Vertrieb, Landesvertretungen,Markt relevant ist. Die Kunden erwar-Ballast: Auch heute mssen noch dieGesundheitspolitik, Presse- und ffentlich-keitsarbeit sowie die Revision.ten individuellen Service und auf siemeisten Vertrge mit rzten, Klinikenzugeschnittene Angebote. Und die und anderen Anbietern im Verbund mitKrankenkassen mssen in der Lage anderen Kassen geschlossen werden.sein, eine Lotsen- und Beraterfunktion Aber wir haben heute gleichzeitig vielzu erfllen. mehr Mglichkeiten, die Versorgung unserer Versicherten durch eigeneEine weitere Entwicklung, die meines Vertrge zu gestalten. Gerade die TKErachtens die Zukunft prgen wird, hat viele eigene Versorgungsange-betrifft das Verhltnis von gesetzlicher bote, die die Kunden bei anderenund privater Krankenversicherung. Klar Kassen so nicht finden.ist: Die Schwierigkeiten der Privatver-sicherung werden weiter zunehmen,Wo immer es mglich und sinnvoll ist,darauf wird es eine Antwort gebenschaffen wir den Zugang zu innovati-mssen. Die heute ungleichen Wett- ven Diagnose- und Therapieverfahren.bewerbsbedingungen zwischen pri- Es wird aber noch wichtiger werden,vaten und gesetzlichen Krankenversi- die Versorgungsangebote konsequentcherungen knnen so nicht bestehen an den Bedrfnissen der Patientenbleiben hier brauchen wir gleicheauszurichten. Unsere MglichkeitenSpielregeln auf dem gleichen Spiel-werden wir nutzen, ohne dabei diefeld. Und ein Erfolgsfaktor ist heute, Erfolgsmessung unserer Angebote aus den Augen zu verlieren. 7 8. Menschen hinter dem Logo Wie wird die TK knftig ihre eigene Herr Storsberg, die Erwartungen wissenschaftliche Expertise (WINEG) der Kunden verndern sich rasant, in Versorgungsangebote umsetzen auch gegenber den Krankenkas- und welche Schwerpunkte soll es sen. Was tut die TK, um Kunden dabei geben?auch in Zukunft zu berzeugen? Ballast: Wissen schafft GesundheitStorsberg: Kundenzufriedenheit hat ist hier ein Leitmotiv. Der Auftrag fr die TK als modernes Dienstleis- des WINEG ist es, Fragen im Sinne tungsunternehmen den hchsten unserer Versicherten zu stellen und Stellenwert. Wir werden von unseren ihnen nachzugehen darunter knnen Kunden vor allem an unserem Service- durchaus auch kritische Fragen nach angebot gemessen. Um exzellentenThomas Ballast ist am 1. Juli 2012 als dem tatschlichen Nutzen neuer diag-Service zu bieten, beziehen wir diestellvertretender Vorsitzender in den Vorstand nostischer und therapeutischer Ver- Meinung unserer Kunden konsequenteingezogen. Der Diplom-Volkswirt, Jahrgang fahren sein, aber auch Fragen zur ein. Dass sich die Kundenerwar-1962, war bis dahin VorstandsvorsitzenderPatientensicherheit. Die Leitfragetungen immer rasanter verndern, wirddes Ersatzkassenverbandes vdek und von lautet immer: Was heit das fruns selbst tagtglich bewusst. Daherdessen Vorgngerorganisation VdAK/AEV.Zuvor hatte er verschiedene verantwortliche unsere Versicherten? sind wir besonders bestrebt, auch frPositionen in der gesetzlichen Kranken-die Kunden von morgen attraktiveversicherung inne. Was tut die TK, damit sich ihre Ver-Serviceangebote zu entwickeln. Wir sicherten im Krankheitsfall nicht imnutzen bei der WeiterentwicklungEr ist fr die Bereiche der ambulanten und Online-Dschungel der Medizininfor-unseres Dienstleistungsspektrumsstationren Versorgung, IT und InterneDienste, Gesundheitswissenschaften, mation verirren?die Signale unserer Versicherten undDatenschutz sowie fr die Vergabestelleunserer Mitarbeiterinnen und Mitar-verantwortlich.Ballast: Die wissenschaftliche Basisbeiter und beobachten natrlich auch fr eine effektive Patienteninformation ganz gezielt die Entwicklungen in der zu schaffen, ist eine tragende SuleGKV und in anderen Branchen. des WINEG. Bunte Flyer zu verteilen und darauf zu hoffen, dass die Betrof-Die TK hat nicht nur ber acht Milli- fenen die Informationen schon verste- onen Versicherte, sondern auch hen und befolgen werden, reicht nicht viele Arbeitgeber, deren Mitarbei- mehr. Heute mssen wir erkennen,ter TK-versichert sind. Was tut die welcher Patient welche InformationTK fr sie? zu welchem Zeitpunkt in welcher Form bentigt. Dazu mssen wir aufStorsberg: Wir haben rund 700.000 der Basis von Analysen unserer DatenFirmenkunden vom Handwerker bis zunchst verstehen,...